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Die drei Formeln
Brutto = Netto × 1,19
Netto = Brutto ÷ 1,19
Mehrwertsteuer im Bruttobetrag = Brutto × 19 ÷ 119
Für den ermäßigten Satz setzt du 1,07 und 7 ÷ 107 ein. Die Steuer wird auf den Cent gerundet.
Was mit 7 % besteuert wird
- Lebensmittel aus der Liste in Anlage 2 zum UStG. Viele Getränke gehören nicht dazu, etwa Säfte und Limonaden.
- Bücher, Zeitungen und Zeitschriften (Anlage 2 Nr. 49), auch als E-Book oder E-Paper (§ 12 Abs. 2 Nr. 14).
- Bahnfahrten im Nah- und Fernverkehr, Bus, Taxi und Fähre innerhalb einer Gemeinde oder bis 50 Kilometer (Nr. 10).
- Übernachtungen in Hotels und auf Campingplätzen (Nr. 11). Leistungen wie Parkplatz oder Wellness gehören nicht dazu.
- Speisen im Restaurant und beim Caterer, ohne Getränke (Nr. 15).
- Eintritt für Theater, Konzerte und Museen (Nr. 7).
Für Solarmodule, Wechselrichter und Speicher auf oder bei Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Steuersatz von 0 % (§ 12 Abs. 3 UStG).
Beispiele
| Netto | brutto mit 19 % | brutto mit 7 % | Steuer in diesem Betrag als brutto |
|---|---|---|---|
| 10 € | 11,90 € | 10,70 € | 1,60 € |
| 100 € | 119,00 € | 107,00 € | 15,97 € |
| 500 € | 595,00 € | 535,00 € | 79,83 € |
| 1.000 € | 1.190,00 € | 1.070,00 € | 159,66 € |
| 5.000 € | 5.950,00 € | 5.350,00 € | 798,32 € |
Letzte Spalte: So viel 19-%-Steuer steckt im Betrag der ersten Spalte, wenn er ein Bruttobetrag ist.
Steuerfrei statt ermäßigt
Manche Leistungen sind nicht ermäßigt, sondern ganz von der Umsatzsteuer befreit (§ 4 UStG). Dazu gehören die Miete für eine Wohnung (Nr. 12), Heilbehandlungen beim Arzt (Nr. 14), Versicherungen (Nr. 10) sowie Kredite und viele Bankleistungen (Nr. 8). Auf deiner Mietabrechnung oder Arztrechnung steht deshalb keine Mehrwertsteuer.
Der Unterschied zum Satz von 0 %: Wer steuerfreie Leistungen erbringt, darf die Vorsteuer auf seine Einkäufe meist nicht abziehen. Beim Nullsatz für Solaranlagen dagegen schon. Für Verbraucher ist das Ergebnis dasselbe, auf der Rechnung steht keine Steuer.
Was auf der Rechnung steht
Bei kleinen Beträgen bis 250 € reicht eine vereinfachte Rechnung, typisch ist der Kassenbon: Name und Anschrift des Verkäufers, Datum, was gekauft wurde, der Bruttobetrag und der Steuersatz (§ 33 UStDV). Die Steuer muss dort nicht als eigener Betrag stehen, du rechnest sie mit der Formel oben heraus.
Über 250 € braucht eine Rechnung mehr: unter anderem deinen Namen und deine Anschrift, die Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Verkäufers, eine fortlaufende Rechnungsnummer, den Zeitpunkt der Leistung, den Nettobetrag, den Steuersatz und die Steuer als eigenen Betrag (§ 14 Abs. 4 UStG). Für Unternehmen ist das wichtig, denn nur mit einer korrekten Rechnung dürfen sie die Vorsteuer abziehen.
Seit 2025 müssen alle Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können. Papier- oder PDF-Rechnungen an andere Unternehmen sind nur noch für Umsätze bis Ende 2026 erlaubt, bis Ende 2027 für Unternehmen mit höchstens 800.000 € Vorjahresumsatz (§ 27 Abs. 38 UStG). Danach muss die Rechnung in einem strukturierten Format kommen, ein einfaches PDF reicht nicht mehr. Rechnungen an Privatleute sind davon nicht betroffen.
Vorsteuer und Zahllast für Selbstständige
Wer als Unternehmer Umsatzsteuer berechnet, darf die Steuer aus seinen eigenen Einkäufen abziehen, die Vorsteuer (§ 15 UStG). Ans Finanzamt geht nur der Unterschied, die Zahllast. Für den Betrieb ist die Umsatzsteuer deshalb ein durchlaufender Posten, bezahlt wird sie am Ende vom Endkunden.
- Umsatzsteuer auf 10.000 € netto Umsatz
- 1.900,00 €
- Vorsteuer aus 3.000 € netto Einkauf
- −570,00 €
- Zahllast ans Finanzamt
- 1.330,00 €
Wer vor allem an Privatkunden verkauft und wenig einkauft, trägt die Steuer faktisch selbst im Preis. Bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr kannst du deshalb die Kleinunternehmerregelung wählen: keine Umsatzsteuer auf den Rechnungen, dafür kein Vorsteuerabzug. Bei vielen Geschäftskunden lohnt sie sich selten, weil die für die Steuer ohnehin nichts zahlen. Was für dich besser ist, zeigt der Kleinunternehmer-Rechner.
Voranmeldung und Fristen
Unternehmer melden die Umsatzsteuer vorab an, und zwar bis zum 10. Tag nach Ablauf des Zeitraums, elektronisch über ELSTER (§ 18 UStG). Wie oft, hängt von der Steuer im Vorjahr ab:
| Zahllast im Vorjahr | Voranmeldung |
|---|---|
| Steuer im Vorjahr über 9.000 € | monatlich |
| Steuer im Vorjahr bis 9.000 € | vierteljährlich |
| Steuer im Vorjahr bis 2.000 € | Befreiung möglich, nur Jahreserklärung |
§ 18 Abs. 2 UStG, Grenzen seit 2025. Wer 2026 gründet, rechnet die voraussichtliche Steuer des ersten Jahres hoch (§ 18 Abs. 2 Satz 6).
Auf Antrag bekommst du einen Monat mehr Zeit, die Dauerfristverlängerung (§ 46 UStDV). Wer monatlich anmeldet, zahlt dafür einmal im Jahr eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorjahresvorauszahlungen, die mit der Dezember-Anmeldung verrechnet wird (§ 47 UStDV).
Normalerweise schuldest du die Steuer, sobald die Leistung erbracht ist, auch wenn der Kunde noch nicht bezahlt hat (Soll-Versteuerung). Bis 800.000 € Umsatz im Vorjahr und für Freiberufler kannst du beantragen, sie erst nach Zahlungseingang abzuführen (Ist-Versteuerung, § 20 UStG). Das schont die Liquidität, wenn Kunden spät zahlen.
Häufige Fragen
Wie rechne ich die Mehrwertsteuer aus einem Bruttobetrag heraus?
Warum ist die Steuer im Bruttobetrag nicht einfach 19 %?
Welcher Satz gilt im Restaurant?
Muss ich als Kleinunternehmer Mehrwertsteuer ausweisen?
Was bedeutet Reverse Charge auf einer Rechnung?
Muss ich auf Lieferungen an Firmen in anderen EU-Ländern Umsatzsteuer berechnen?
Was passiert, wenn auf der Rechnung zu viel Steuer steht?
Ist Mehrwertsteuer dasselbe wie Umsatzsteuer?
Quellen
- § 33 UStDV: Rechnungen bis 250 € gesetze-im-internet.de
- § 14 UStG: Pflichtangaben auf Rechnungen gesetze-im-internet.de
- § 4 UStG: Steuerbefreiungen gesetze-im-internet.de
- § 3c UStG: Fernverkauf an Privatkunden in der EU, Schwelle 10.000 € gesetze-im-internet.de
- § 12 UStG: Steuersätze: 19 %, 7 % und 0 % gesetze-im-internet.de
- Anlage 2 UStG: Liste der Gegenstände mit ermäßigtem Satz gesetze-im-internet.de