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Kleinunternehmer-Rechner 2026

Kleinunternehmer bist du 2026, wenn dein Umsatz 2025 höchstens 25.000 € betrug und 2026 nicht über 100.000 € steigt (§ 19 Abs. 1 UStG). Deine Umsätze sind dann steuerfrei: Du schreibst Rechnungen ohne Umsatzsteuer und gibst keine Umsatzsteuer-Erklärungen ab, ziehst dafür aber auch keine Vorsteuer ab. Der Rechner prüft deinen Status und zeigt, ob sich die Befreiung für dich rechnet.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Kleinunternehmer-Rechner

Du bist Kleinunternehmer

88.000 €

Luft bis zur Grenze von 100.000 € in diesem Jahr

Du stellst Rechnungen ohne Umsatzsteuer und gibst keine Umsatzsteuer-Erklärungen ab. Mit 22.000 € bleibst du auch nächstes Jahr Kleinunternehmer.

Umsatz im Jahr
22.000 €
Vorteil Kleinunternehmer
2.010 €
Gleichstand bei Privatanteil
22,8 %

Rechnen, was sich lohnt: Bei deinen Zahlen bringt dir die Befreiung rund 2.010,08 € im Jahr: Die Umsatzsteuer, die sonst in den Preisen für Privatkunden stecken würde, bleibt bei dir. Geschäftskunden ist es egal, sie ziehen die Steuer ohnehin ab.

Auf dieser Seite
  1. Kleinunternehmer-Check
  2. § 19 UStG im Wortlaut
  3. Was zum Umsatz zählt
  4. Lohnt sich die Befreiung?
  5. Verzicht und 5 Jahre Bindung
  6. Vorsteuer beim Wechsel
  7. Rechnung ohne Umsatzsteuer
  8. Pflichten
  9. EU-Kleinunternehmerregelung
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Kleinunternehmer-Check: die Grenzen 2026

RegelWertGrundlage
Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens25.000 €§ 19 Abs. 1 UStG
Gesamtumsatz im laufenden Jahr höchstens100.000 €§ 19 Abs. 1 UStG
im Gründungsjahr höchstens25.000 €UStAE 19.1 Abs. 3
Verzicht auf die Befreiung bindet mindestens5 Jahre§ 19 Abs. 3 UStG
Umsatz in der ganzen EU für § 19a höchstens100.000 €§ 19a Abs. 1 UStG
Kleinbetragsrechnung bis250 €§ 33 UStDV
bis Ende 2024 galten22.000 € und 50.000 €§ 19 Abs. 1 UStG a. F.

Ob die Befreiung für dich gilt, klärst du mit drei Fragen. Die Antworten folgen dem Gesetz und dem Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE), mit dem das Finanzministerium die Finanzämter anweist. Genauso prüft der Rechner oben:

  1. Wie hoch war dein Umsatz im Vorjahr?Lag dein Gesamtumsatz über 25.000 €, bist du in diesem Jahr kein Kleinunternehmer, auch wenn du diesmal darunter bleibst (UStAE 19.1 Abs. 2 Satz 2).
  2. Bleibst du in diesem Jahr unter 100.000 €?Dann sind alle Umsätze des Jahres steuerfrei. Schon der Umsatz, mit dem du die Grenze überschreitest, ist steuerpflichtig, die Umsätze davor bleiben steuerfrei (UStAE 19.1 Abs. 2 Satz 4).
  3. Hast du in diesem Jahr gegründet?Ohne Vorjahr zählt der tatsächliche Umsatz des ersten Jahres, und die Grenze liegt dann bei 25.000 €, nicht bei 100.000 € (UStAE 19.1 Abs. 3).
Rechenbeispiel Grenze von 100.000 € mitten im Jahr überschritten

Das Beispiel stammt aus dem Anwendungserlass des Finanzministeriums: Ein neuer Kunde bestellt für 40.000 € und zahlt sofort.

Gesamtumsatz im Vorjahr, nicht über 25.000 €
20.000,00 €
Umsatz in diesem Jahr bisher
80.000,00 €
Luft bis 100.000 €
20.000,00 €
Neuer Auftrag, sofort bezahlt
40.000,00 €
Umsatzsteuer auf den ganzen Auftrag bei 40.000 € netto
7.600,00 €

Nicht nur der Teil über 100.000 €, sondern schon dieser ganze Auftrag ist steuerpflichtig. Steht der Preis von 40.000 € schon fest, steckt die Steuer mit 6.386,55 € darin. Ab da gelten die normalen Pflichten, also Rechnung mit Steuerausweis und Voranmeldungen, und im nächsten Jahr bist du kein Kleinunternehmer, weil der Vorjahresumsatz dann über 25.000 € liegt.

Falldieses Jahrnächstes Jahr
Vorjahr 20.000 €, dieses Jahr 60.000 €KleinunternehmerUmsatzsteuer
Gründung, im ersten Jahr 30.000 €ab Überschreiten von 25.000 € UmsatzsteuerUmsatzsteuer
Vorjahr 24.000 €, dieses Jahr 110.000 €ab Überschreiten von 100.000 € UmsatzsteuerUmsatzsteuer
Vorjahr 30.000 €, dieses Jahr 20.000 €UmsatzsteuerKleinunternehmer

Überschreitest du eine Grenze im laufenden Jahr, gilt die Umsatzsteuer ab dem Umsatz, mit dem du darüber kommst, nicht rückwirkend für das ganze Jahr.

§ 19 UStG: was im Gesetz steht

Seit dem 1. Januar 2025 gilt § 19 UStG in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 387). Die Umsätze von Kleinunternehmern sind seitdem steuerfrei, und die Grenzen sind gestiegen. Was in den sechs Absätzen steht:

AbsatzInhalt
Abs. 1 Satz 1Steuerfrei sind die Umsätze eines im Inland ansässigen Unternehmers, wenn sein Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 € nicht überschreitet.
Abs. 1 Satz 2Nicht anzuwenden sind dann die Befreiung innergemeinschaftlicher Lieferungen, der Verzicht auf andere Steuerbefreiungen nach § 9, die Angabe von Identifikationsnummern in Rechnungen nach § 14a und die Erklärungspflichten nach § 18 Abs. 1 bis 4. Das Finanzamt kann trotzdem eine Erklärung anfordern (§ 149 Abs. 1 Satz 2 AO), und § 18 Abs. 4a bleibt.
Abs. 2Gesamtumsatz ist die Summe deiner steuerbaren Umsätze nach vereinnahmten Entgelten, ohne bestimmte steuerfreie Umsätze wie die Vermietung von Wohnungen oder Heilbehandlungen und ohne Verkäufe von Anlagevermögen.
Abs. 3Verzicht auf die Befreiung: bis zum letzten Februartag des zweiten Folgejahres, unwiderruflich, ab Beginn des Jahres, bindet mindestens 5 Kalenderjahre, danach Widerruf zum Beginn eines Folgejahres.
Abs. 4Unternehmer aus anderen EU-Staaten können die Befreiung in Deutschland nutzen, wenn sie die Grenzen aus Absatz 1 einhalten, ihr Umsatz in der EU 100.000 € nicht übersteigt und sie eine Kleinunternehmer-Identifikationsnummer ihres Heimatstaats haben.
Abs. 5Verzicht dieser EU-Unternehmer, ebenfalls für mindestens 5 Kalenderjahre bindend.
Abs. 6Keine Befreiung für die Lieferung neuer Fahrzeuge in andere EU-Staaten.

Gekürzt wiedergegeben, den vollständigen Wortlaut findest du bei gesetze-im-internet.de, verlinkt unter den Quellen.

Bis Ende 2024 lagen die Grenzen bei 22.000 € im Vorjahr und voraussichtlich 50.000 € im laufenden Jahr. Die zweite Grenze bezog sich auf den voraussichtlichen Umsatz, war also eine Prognose. Seit 2025 ist sie fest, und wer sie überschreitet, verliert die Befreiung sofort ab diesem Umsatz. Wie das Finanzministerium die neue Fassung auslegt, steht im BMF-Schreiben vom 18. März 2025, mit dem es den Anwendungserlass angepasst hat.

Was zum Umsatz zählt

  • Eingang zählt: Gerechnet wird mit dem, was du für deine Leistungen tatsächlich einnimmst, und zwar wenn das Geld eingeht. Anzahlungen zählen, sobald du sie bekommst (§ 19 Abs. 2 UStG, UStAE 19.2 Abs. 1).
  • Netto: Umsatzsteuer gehört nicht zum Entgelt (§ 10 Abs. 1 UStG). Warst du im Vorjahr regelbesteuert, zählen deine Umsätze ohne die Steuer, die du berechnet hast. Umrechnen kannst du mit dem Mehrwertsteuer-Rechner.
  • Alles zusammen: Dein Unternehmen umfasst deine gesamte selbstständige Tätigkeit (§ 2 Abs. 1 Satz 2 UStG). Webdesign und ein Onlineshop werden addiert, die Grenze gilt nicht je Tätigkeit.
  • Nicht mit: Verkäufe und Entnahmen von Anlagevermögen, etwa deines alten Firmenwagens (§ 19 Abs. 2 Satz 2, UStAE 19.2 Abs. 4), und steuerfreie Umsätze wie Wohnungsmieten oder Heilbehandlungen (§ 19 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 mit § 4 Nr. 12 und 14 UStG).
  • Differenzbesteuerung: Handelst du mit Gebrauchtwaren, zählt der volle Verkaufspreis, nicht nur deine Marge (UStAE 19.2 Abs. 2 Satz 5).

Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung: was sich lohnt

Entscheidend ist, wer deine Kunden sind. Privatkunden zahlen einen Endpreis. Als Kleinunternehmer behältst du ihn ganz, mit Umsatzsteuer geht ein Teil davon ans Finanzamt. Geschäftskunden ist die Umsatzsteuer egal, sie ziehen sie als Vorsteuer ab. Dafür bekommst du mit Regelbesteuerung die Umsatzsteuer auf deine eigenen Einkäufe zurück, als Kleinunternehmer nicht (§ 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG).

Rechenbeispiel 20.000 € Umsatz, 80 % davon mit Privatkunden

19 % Umsatzsteuer, gleiche Endpreise für Privatkunden, 1.000 € Umsatzsteuer auf deine Einkäufe. So rechnet auch der Rechner oben.

Umsatz im Jahr
20.000,00 €
davon mit Privatkunden, 80 %
16.000,00 €
Umsatzsteuer, die mit Regelbesteuerung in diesen Endpreisen stecken würde
2.554,62 €
Vorsteuer aus deinen Einkäufen, die du dann zurückbekämst
−1.000,00 €
Vorteil als Kleinunternehmer im Jahr
1.554,62 €

Gleichstand bei 31,3 % Privatkunden. Bei Leistungen zum ermäßigten Satz von 7 % schrumpft der Vorteil mit sonst gleichen Zahlen auf 46,73 €.

PrivatkundenUmsatzsteuer in den Preisengünstiger ist
100 %3.193,28 €Kleinunternehmer, 2.193,28 €
75 %2.394,96 €Kleinunternehmer, 1.394,96 €
50 %1.596,64 €Kleinunternehmer, 596,64 €
25 %798,32 €Regelbesteuerung, 201,68 €
0 %0 €Regelbesteuerung, 1.000 €

20.000 € Umsatz im Jahr, 19 % Umsatzsteuer, 1.000 € Vorsteuer aus Einkäufen, gleiche Endpreise für Privatkunden.

Dazu kommt der Aufwand. Mit Regelbesteuerung gibst du Voranmeldungen ab, in der Regel vierteljährlich, monatlich, wenn deine Steuer im Vorjahr mehr als 9.000 € betrug. Lag sie bei höchstens 2.000 €, kann dich das Finanzamt davon befreien (§ 18 Abs. 2 UStG). Die Jahreserklärung kommt immer dazu. Wer freiwillig verzichtet, ist 5 Jahre daran gebunden.

Verzicht auf die Befreiung: 5 Jahre Bindung

Du kannst auf die Befreiung verzichten und freiwillig Umsatzsteuer berechnen, etwa wenn du viel investierst oder fast nur an Firmen verkaufst. Die Erklärung gibst du dem Finanzamt bis zum letzten Februartag des zweiten Jahres nach dem betreffenden Jahr ab, für 2026 also bis zum 29. Februar 2028 (§ 19 Abs. 3 Satz 1 UStG). Eine Form ist nicht vorgeschrieben. Wer in Voranmeldungen oder der Jahreserklärung Umsatzsteuer nach den allgemeinen Regeln berechnet, hat damit in der Regel schon verzichtet (UStAE 19.3 Abs. 1).

Der Verzicht gilt ab Beginn des Jahres, für das du ihn erklärst, ist unwiderruflich und bindet dich mindestens 5 Kalenderjahre (§ 19 Abs. 3 Satz 2 und 3). Die Frist läuft ab Beginn des ersten Jahres. Danach gilt der Verzicht einfach weiter, eine neue Fünfjahresfrist beginnt nicht (UStAE 19.3 Abs. 4 mit BFH, Urteil vom 23.09.2020, XI R 34/19). Zurück zur Befreiung kommst du mit einem Widerruf, der nur für die Zukunft wirkt, ab dem 1. Januar eines folgenden Jahres (§ 19 Abs. 3 Satz 4, UStAE 19.3 Abs. 5).

Wechsel von der Regelbesteuerung zum Kleinunternehmer: die 5 Jahre berechnen

Verzicht gilt abgebunden bis Endezurück frühestens ab
1. Januar 202220261. Januar 2027
1. Januar 202320271. Januar 2028
1. Januar 202420281. Januar 2029
1. Januar 202520291. Januar 2030
1. Januar 202620301. Januar 2031

Den Widerruf erklärst du vor Beginn des Jahres, ab dem er gelten soll. Zurück kommst du nur, wenn deine Umsätze dann unter den Grenzen liegen.

Die 5 Jahre gelten nur nach einem freiwilligen Verzicht. Bist du regelbesteuert, weil du eine Grenze überschritten hast, gibt es keine Bindung: Lag dein Umsatz im Vorjahr wieder bei höchstens 25.000 € und bleibt er in diesem Jahr unter 100.000 €, bist du automatisch wieder Kleinunternehmer.

Weil du den Verzicht noch bis Ende Februar des übernächsten Jahres erklären kannst, lässt er sich nach einem Jahr mit großen Anschaffungen nachholen. Dann wird aber auf alle Umsätze dieses Jahres Umsatzsteuer fällig. Hast du die Preise schon ohne Umsatzsteuer kassiert, wird die Steuer aus diesen Beträgen herausgerechnet (§ 10 Abs. 1 UStG).

Vorsteuer beim Wechsel berichtigen (§ 15a UStG)

Wechselst du zwischen Befreiung und Regelbesteuerung, ändern sich die Verhältnisse, die für den Vorsteuerabzug maßgeblich waren (UStAE 15a.2 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 Buchst. d). Für Wirtschaftsgüter, die du länger nutzt, wird die Vorsteuer deshalb anteilig berichtigt, verteilt auf 5 Jahre ab der ersten Nutzung, bei Gebäuden und Grundstücken auf 10 (§ 15a Abs. 1 UStG). Das gilt nur, wenn die Vorsteuer auf das Wirtschaftsgut mehr als 1.000 € betrug (§ 44 Abs. 1 UStDV).

Rechenbeispiel Maschine für 12.000 € netto, gekauft im Januar 2026, Regelbesteuerung ab 2027
Umsatzsteuer beim Kauf als Kleinunternehmer, damals nicht abziehbar
2.280,00 €
Berichtigungszeitraum ab der ersten Nutzung
5 Jahre
Jährliche Berichtigung ab dem Wechsel, ein Fünftel
456,00 €
Zurück für 2027 bis 2030 zusammen
1.824,00 €
Rechenbeispiel Umgekehrt: gekauft im Januar 2025 mit Vorsteuerabzug, Kleinunternehmer ab 2027
Vorsteuer beim Kauf mit Regelbesteuerung abgezogen
2.280,00 €
Jährliche Berichtigung ab dem Wechsel, ein Fünftel
456,00 €
An das Finanzamt für 2027 bis 2029 zusammen
1.368,00 €

Ein Laptop für 2.500 € netto bleibt mit 475 € Umsatzsteuer unter der Grenze und wird in keiner Richtung berichtigt. Für Waren, die du nur einmal verkaufst, zählt allein, wie du beim Verkauf besteuert wirst (§ 15a Abs. 2 UStG).

Rechnung ohne Umsatzsteuer: Pflichtangaben

Für Rechnungen von Kleinunternehmern gilt seit 2025 eine eigene, kürzere Liste (§ 34a UStDV). Sie müssen mindestens enthalten:

  • vollständigen Namen und Anschrift von dir und deinem Kunden
  • deine Steuernummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Kleinunternehmer-Identifikationsnummer
  • das Ausstellungsdatum
  • Menge und Art der gelieferten Waren oder Umfang und Art der Leistung
  • den Betrag in einer Summe mit dem Hinweis, dass die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer gilt
  • das Wort „Gutschrift“, wenn dein Kunde die Rechnung für dich ausstellt

Eine fortlaufende Rechnungsnummer und den Zeitpunkt der Leistung verlangt § 34a nicht. Für den Hinweis reicht eine verständliche Formulierung wie „Steuerfreie Leistung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG“ (UStAE 14.7a Abs. 1). Auch eine Kleinbetragsrechnung bis 250 € braucht ihn (§ 33 Satz 1 Nr. 4 UStDV).

Deine Rechnungen darfst du immer als PDF oder auf Papier verschicken, auch an Firmen (§ 34a Satz 4 UStDV). Eine E-Rechnung geht nur, wenn dein Kunde einverstanden ist. Empfangen musst du E-Rechnungen aber können, denn andere Unternehmen dürfen sie dir ohne deine Zustimmung schicken (§ 14 Abs. 1 Satz 5 mit Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG).

Keine Umsatzsteuer ausweisen

Steht trotzdem Umsatzsteuer auf deiner Rechnung, schuldest du sie dem Finanzamt, bis du die Rechnung berichtigst (§ 14c Abs. 1 UStG). Eine Ausnahme macht das Finanzministerium für Rechnungen an Privatkunden über eine Leistung, die du tatsächlich erbracht hast: Dann entsteht keine Steuer (BMF-Schreiben vom 18.03.2025, Rn. 5).

Was du aufzeichnen und melden musst

  • Aufzeichnungen: Du hältst deine Einnahmen fest und Leistungen, die du unentgeltlich für private Zwecke erbringst (§ 65 Satz 1 UStDV). Dazu kommen Steuerbeträge, die du wegen eines Steuerausweises schuldest, und Einkäufe, für die du selbst Steuer schuldest (§ 65 Satz 2 UStDV mit § 22 Abs. 2 Nr. 4, 7 und 8 UStG).
  • Einkäufe aus dem Ausland: Kaufst du Leistungen bei Unternehmen im EU-Ausland ein, etwa Werbung bei einer Plattform mit Sitz in Irland, schuldest du die deutsche Umsatzsteuer darauf selbst (§ 13b Abs. 1 und 5 UStG, UStAE 19.1 Abs. 1). Für diesen Zeitraum gibst du eine Voranmeldung ab (§ 18 Abs. 4a UStG), als Vorsteuer abziehen darfst du die Steuer nicht. Die Umsätze zählen nicht zu deinem Gesamtumsatz (UStAE 19.2 Abs. 2).
  • Anmeldung: Wenn du dich selbstständig machst, gibst du im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an, ob du die Befreiung nutzt oder darauf verzichtest.

Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer. Einkommensteuer auf deinen Gewinn und gegebenenfalls Gewerbesteuer fallen unabhängig davon an, dazu mehr in den Fragen unten.

EU-Kleinunternehmerregelung (§ 19a UStG)

Seit 2025 kannst du die Befreiung auch in anderen EU-Staaten nutzen, nach den dort geltenden Regeln. Dafür meldest du dich beim Bundeszentralamt für Steuern zum besonderen Meldeverfahren an und bekommst eine Kleinunternehmer-Identifikationsnummer (§ 19a Abs. 1 UStG). Voraussetzung ist, dass dein Umsatz in der ganzen EU im Vorjahr und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt, dass du die Voraussetzungen des anderen Staates erfüllst und dass du in keinem anderen Mitgliedstaat dafür registriert bist.

Danach meldest du für jedes Quartal innerhalb eines Monats deine Umsätze für jeden Mitgliedstaat, auch eine Null (§ 19a Abs. 3, UStAE 19a.3). Überschreitest du 100.000 €, zeigst du das binnen 15 Werktagen an, und die Teilnahme endet (§ 19a Abs. 4). Umgekehrt können Unternehmer aus anderen EU-Staaten die deutsche Befreiung nutzen, wenn sie die deutschen Grenzen und die EU-Grenze einhalten und eine Kleinunternehmer-Identifikationsnummer ihres Heimatstaats haben (§ 19 Abs. 4 UStG).

Häufige Fragen

Muss ich die Kleinunternehmerregelung beantragen?
Nein. Liegen deine Umsätze unter den Grenzen, sind sie von Gesetzes wegen steuerfrei (§ 19 Abs. 1 UStG). Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du bei der Anmeldung deiner Selbstständigkeit ans Finanzamt schickst, gibst du an, dass du die Befreiung nutzt. Erklären musst du nur das Gegenteil, also den Verzicht.
Muss ich als Kleinunternehmer eine Umsatzsteuererklärung abgeben?
Seit 2025 grundsätzlich nicht, weder Voranmeldungen noch die Jahreserklärung (§ 19 Abs. 1 Satz 2 UStG). Es gibt zwei Ausnahmen: Das Finanzamt fordert dich ausdrücklich auf (§ 149 Abs. 1 Satz 2 AO), oder du schuldest selbst Steuer für eingekaufte Leistungen, etwa Online-Werbung von Firmen aus dem EU-Ausland. Dann gibst du für diesen Zeitraum eine Voranmeldung ab (§ 18 Abs. 4a UStG). Überschreitest du eine Grenze, gelten ab da die normalen Pflichten.
Brauche ich als Kleinunternehmer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?
Für Geschäfte im Inland nicht, auf deinen Rechnungen reicht die Steuernummer (§ 34a Satz 1 Nr. 2 UStDV). Beantragen kannst du sie trotzdem, schriftlich beim Bundeszentralamt für Steuern (§ 27a UStG), an deinem Status ändert sie nichts. Gebraucht wird sie vor allem bei Geschäften mit Firmen im EU-Ausland, etwa wenn du dort Leistungen einkaufst und die Steuer darauf selbst schuldest (siehe Pflichten).
Muss ich als Kleinunternehmer Einkommensteuer und Gewerbesteuer zahlen?
Ja, wenn dein Einkommen hoch genug ist. Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer. Deinen Gewinn ermittelst du meist mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung, er zählt zu deinem Einkommen. Gewerbesteuer zahlen nur Gewerbetreibende, als Einzelunternehmer erst bei einem Gewerbeertrag über 24.500 € (§ 11 Abs. 1 GewStG). Was dann anfällt, rechnet der Gewerbesteuer-Rechner.
Ist Kleinunternehmer dasselbe wie Kleingewerbe?
Nein. Kleingewerbe ist ein Begriff aus dem Handelsrecht: ein Gewerbe, das nach Art oder Umfang keinen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert und deshalb kein Handelsgewerbe ist (§ 1 Abs. 2 HGB). Kleinunternehmer ist ein Begriff aus dem Umsatzsteuerrecht und hängt nur am Umsatz. Auch Freiberufler, die gar kein Gewerbe haben, können Kleinunternehmer sein.
Ich habe im Herbst gegründet: Was gilt im nächsten Jahr?
Im Gründungsjahr gilt die Grenze von 25.000 € für den tatsächlichen Umsatz dieses Jahres. Im Jahr danach zählt dieser Umsatz als Vorjahresumsatz, und zwar so, wie er war: Eine Umrechnung auf zwölf Monate enthält § 19 UStG nicht, es zählt der tatsächliche Gesamtumsatz (UStAE 19.1 Abs. 2). Lag er bei höchstens 25.000 €, darfst du im zweiten Jahr bis zu 100.000 € umsetzen.
Gilt die Regelung auch nebenberuflich, für Freiberufler und Vermieter?
Ja, sie gilt für jeden Unternehmer. Nebenberuflich zählt nur der Umsatz aus deiner selbstständigen Tätigkeit, dein Gehalt aus einem Angestelltenjob gehört nicht dazu, weil du dort nicht selbstständig arbeitest (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 UStG). Mieten aus Wohnungen sind ohnehin steuerfrei und zählen beim Gesamtumsatz nicht mit (§ 19 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 mit § 4 Nr. 12 UStG).
Wie lange muss ich meine Rechnungen aufbewahren?
8 Jahre, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde. Das gilt für deine eigenen Rechnungen als Kopie und für alle Rechnungen, die du bekommst (§ 14b Abs. 1 UStG), auch als Kleinunternehmer.

Quellen

  1. § 19 UStG: Steuerbefreiung für Kleinunternehmer, Grenzen, Verzicht gesetze-im-internet.de
  2. § 19a UStG: Meldeverfahren für andere EU-Staaten gesetze-im-internet.de
  3. § 15a UStG: Berichtigung des Vorsteuerabzugs gesetze-im-internet.de
  4. § 44 UStDV: Bagatellgrenze für die Berichtigung gesetze-im-internet.de
  5. § 34a UStDV: Pflichtangaben auf der Rechnung gesetze-im-internet.de
  6. § 14c UStG: Unrichtig ausgewiesene Steuer gesetze-im-internet.de
  7. § 13b UStG: Steuer schuldet der Leistungsempfänger gesetze-im-internet.de
  8. § 65 UStDV: Aufzeichnungen der Kleinunternehmer gesetze-im-internet.de
  9. BMF-Schreiben vom 18.03.2025: Neufassung von § 19 UStG, Anwendungserlass 19.1 bis 19.5 bundesfinanzministerium.de

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