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KSK-Beitragsrechner 2026

Als selbständiger Künstler oder Publizist zahlst du über die Künstlersozialkasse nur etwa die Hälfte der Beiträge zu Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, die andere Hälfte trägt die KSK. Bei 30.000 € Arbeitseinkommen im Jahr sind das 496,25 € im Monat, mindestens 99,78 €, höchstens 1.399,07 €. Versichert bist du ab einem Gewinn von mehr als 3.900 € im Jahr, als Berufsanfänger auch darunter.

Stand: So werden die Rechner geprüft

KSK-Beitragsrechner

Dein KSK-Beitrag pro Monat

496,25 €

5.955 € im Jahr · die KSK trägt 496,25 € im Monat

Du zahlst etwa den Anteil, den ein Angestellter trägt. Die andere Hälfte übernimmt die KSK, finanziert aus der Künstlersozialabgabe und einem Bundeszuschuss.

Rentenvers.
232,50 €
Krankenvers.
218,75 €
Pflegevers.
45,00 €

Hinweis · Ändert sich dein Einkommen im Laufe des Jahres deutlich, kannst du die Schätzung bei der KSK anpassen lassen; sie gilt dann ab dem Folgemonat (§ 12 Abs. 3 KSVG).

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Auf dieser Seite
  1. Beitragssätze und Grenzen 2026
  2. Beitrag Schritt für Schritt
  3. Beitragstabelle 2026
  4. Mindesteinkommen 3.900 €
  5. Einkommen schätzen und ändern
  6. Nebenjob, Studium, Rente
  7. Privat krankenversichert
  8. KSK brutto netto
  9. Künstlersozialabgabe
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Beitragssätze und Grenzen 2026

Wert2026Grundlage
Rentenversicherung, dein Anteil9,3 %§ 15 KSVG
Krankenversicherung, dein Anteil7,3 % + halber Zusatzbeitrag§ 16 KSVG
Pflegeversicherung mit Kind / kinderlos1,8 % / 2,4 %§ 16a KSVG, § 55 SGB XI
Mindesteinkommen für die Versicherung3.900 € im Jahr§ 3 Abs. 1 KSVG
Mindestbemessung Rente3.900 €§ 165 Abs. 1 Nr. 3 SGB VI
Mindestbemessung Kranken- und Pflegeversicherung7.910 €§ 234 Abs. 1 SGB V
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung69.750 €Rechengrößen 2026
Beitragsbemessungsgrenze Rente101.400 €Rechengrößen 2026
Mindestbeitrag im Monat (mit Kind, Ø Zusatzbeitrag)99,78 €Rechner oben
Höchstbeitrag im Monat (mit Kind, Ø Zusatzbeitrag)1.399,07 €Rechner oben
Künstlersozialabgabe der Auftraggeber4,9 % (2027: 5,0 %)§ 26 KSVG, Verordnung

Selbständige Künstler und Publizisten sind über die KSK in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Künstler ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt, Publizist, wer als Schriftsteller, Journalist oder ähnlich publizistisch arbeitet oder Publizistik lehrt (§ 2 KSVG). Die Tätigkeit muss erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend sein, und du darfst dafür höchstens einen Arbeitnehmer beschäftigen, Azubis und Minijobber nicht mitgezählt (§ 1 KSVG). Ob das bei dir passt, entscheidet die KSK nach deiner Anmeldung.

Finanziert wird die Versicherung zur einen Hälfte aus den Beiträgen der Versicherten, zur anderen aus der Künstlersozialabgabe der Auftraggeber und einem Bundeszuschuss von 20 % der Ausgaben der KSK (§§ 14, 34 KSVG). Deshalb zahlst du ungefähr so viel wie ein Angestellter. Die Beispiele auf dieser Seite rechnen mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %, deine Krankenkasse kann mehr oder weniger verlangen.

KSK-Beitrag berechnen: Schritt für Schritt

Grundlage ist nicht der Umsatz, sondern das Arbeitseinkommen, das du für das Jahr erwartest: der Gewinn aus der künstlerischen oder publizistischen Arbeit nach den Regeln des Steuerrechts (§ 12 KSVG, § 15 SGB IV). Daraus rechnet die KSK den Monatsbeitrag so:

  1. Monatsbetrag bildenJahreseinkommen geteilt durch zwölf. Für die Rente zählen mindestens 325 € im Monat, für Kranken- und Pflegeversicherung mindestens 659,17 €, nach oben jeweils bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
  2. RenteDu zahlst die Hälfte des Beitragssatzes von 18,6 %, also 9,3 % (§ 15 KSVG).
  3. KrankenversicherungDie Hälfte des allgemeinen Satzes, 7,3 %, plus die Hälfte des Zusatzbeitrags deiner Kasse (§ 16 Abs. 1 KSVG).
  4. Pflege1,8 %, kinderlos ab 23 Jahren 2,4 %. Den Zuschlag für Kinderlose trägst du allein, der Abschlag ab dem zweiten Kind unter 25 kommt ganz dir zugute (§ 16a Abs. 1 KSVG, § 55 Abs. 3 SGB XI).
  5. Zuschuss der KSKDie KSK legt die andere Hälfte dazu und überweist alles an die Versicherungen. Du zahlst nur deinen Anteil, und zwar an die KSK.
Rechenweg 30.000 € Arbeitseinkommen im Jahr, ein Kind
Arbeitseinkommen im Monat (30.000 € ÷ 12)
2.500,00 €
Rentenversicherung 9,3 %
232,50 €
Krankenversicherung 7,3 % plus 1,45 % halber Zusatzbeitrag
218,75 €
Pflegeversicherung 1,8 %
45,00 €
Dein Beitrag an die KSK im Monat
496,25 €

Die KSK legt 496,25 € dazu, an die Versicherungen gehen zusammen 992,50 € im Monat. Kinderlos zahlst du 511,25 €, weil der Pflegeanteil auf 2,4 % steigt.

Der Zusatzbeitrag ist die einzige Stellschraube, die du selbst in der Hand hast: Jeder halbe Prozentpunkt macht bei 30.000 € Einkommen 6,25 € im Monat aus. Wechseln kannst du die Krankenkasse wie Angestellte nach zwölf Monaten Mitgliedschaft, bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags auch früher (§ 175 Abs. 4 SGB V).

Pflegeanteil nach Kinderzahl

KinderDein PflegesatzPflege im MonatBeitrag gesamt
kinderlos, ab 23 Jahren2,4 %60,00 €511,25 €
Eltern mit einem Kind, auch wenn es älter als 25 ist1,8 %45,00 €496,25 €
2 Kinder unter 251,55 %38,75 €490,00 €
3 Kinder unter 251,3 %32,50 €483,75 €
4 Kinder unter 251,05 %26,25 €477,50 €
5 und mehr Kinder unter 250,8 %20,00 €471,25 €

Bei 30.000 € Arbeitseinkommen im Jahr, 2,9 % Zusatzbeitrag. Die Kinder musst du der KSK nachweisen (§ 55 Abs. 3a SGB XI).

KSK-Beitragstabelle 2026

Dein Anteil bei typischen Einkommen, gerechnet mit dem Rechner oben. Zwischen 7.910 € und 69.750 € gehen rund 20 % des Gewinns an die KSK. Darunter wird es anteilig teurer, weil für Kranken- und Pflegeversicherung mindestens 7.910 € angesetzt werden: Bei 5.000 € Gewinn sind es 26 %.

Arbeitseinkommen im JahrRenteKrankenPflegeDu zahlst im Monatim Jahrkinderlos im Monat
bis 3.900 €30,23 €57,68 €11,87 €99,78 €1.197 €103,73 €
7.910 €61,30 €57,68 €11,87 €130,85 €1.570 €134,80 €
10.000 €77,50 €72,92 €15,00 €165,42 €1.985 €170,42 €
15.000 €116,25 €109,38 €22,50 €248,13 €2.978 €255,63 €
20.000 €155,00 €145,83 €30,00 €330,83 €3.970 €340,83 €
25.000 €193,75 €182,29 €37,50 €413,54 €4.962 €426,04 €
30.000 €232,50 €218,75 €45,00 €496,25 €5.955 €511,25 €
40.000 €310,00 €291,67 €60,00 €661,67 €7.940 €681,67 €
50.000 €387,50 €364,58 €75,00 €827,08 €9.925 €852,08 €
60.000 €465,00 €437,50 €90,00 €992,50 €11.910 €1.022,50 €
69.750 €540,56 €508,59 €104,63 €1.153,78 €13.845 €1.188,65 €
80.000 €620,00 €508,59 €104,63 €1.233,22 €14.799 €1.268,09 €
101.400 €785,85 €508,59 €104,63 €1.399,07 €16.789 €1.433,94 €

Mit Kind, 2,9 % Zusatzbeitrag. Unter 3.900 € bist du nur als Berufsanfänger oder in Ausnahmejahren versichert. Ab 69.750 € steigen Kranken- und Pflegebeitrag nicht mehr, ab 101.400 € auch der Rentenbeitrag nicht.

KSK-Mindesteinkommen 2026: 3.900 € und die Ausnahmen

Versichert ist nur, wer aus der künstlerischen oder publizistischen Arbeit voraussichtlich mehr als 3.900 € im Jahr verdient, das sind 325 € im Monat (§ 3 Abs. 1 KSVG). Die Grenze steht als fester Betrag im Gesetz und wächst nicht mit den jährlichen Rechengrößen. Sie bezieht sich auf den Gewinn, nicht auf den Umsatz. Es gibt aber mehrere Ausnahmen:

SituationWas gilt
Die ersten drei Jahre nach dem erstmaligen StartVersichert, auch mit weniger als 3.900 € (Berufsanfänger) (§ 3 Abs. 2 Satz 1 KSVG)
Zeiten ohne KSK-Versicherung oder im StudiumDie drei Jahre verlängern sich um diese Zeiten (§ 3 Abs. 2 Satz 2)
Später höchstens zweimal in sechs Kalenderjahren nicht über 3.900 €Du bleibst versichert (§ 3 Abs. 3 Satz 1)
Jahre 2020 bis 2022Zählen bei den zwei Ausnahmen nicht mit (§ 3 Abs. 3 Satz 2)
Tätigkeit nur einen Teil des JahresGrenze anteilig, bei sechs Monaten 1.950 € (§ 3 Abs. 1 Satz 2)
Monate mit Krankengeld oder ElterngeldGrenze sinkt ebenfalls anteilig (§ 3 Abs. 1 Satz 3)
Drittes Jahr unter der Grenze innerhalb von sechs JahrenVersicherungsfrei, die KSK hebt den Bescheid auf (§ 3 Abs. 1, § 8 Abs. 2)

Lagst du als Berufsanfänger mindestens einmal unter der Grenze, musst du der ersten Meldung danach Unterlagen über dein Einkommen beifügen (§ 12 Abs. 1 Satz 3 KSVG). Hat die KSK bei einer Prüfung festgestellt, dass du unter 3.900 € geblieben bist, kann sie die Nachweise jedes Jahr anfordern (§ 13 Abs. 2 Satz 4). Fällst du aus der KSK heraus, führt dich deine Krankenkasse als freiwilliges Mitglied weiter (§ 188 Abs. 4 SGB V), den Beitrag zahlst du dann allein. Was das kostet, zeigt der Rechner für Selbständige.

Der Mindestbeitrag

Auch wer wenig oder gar nichts verdient, zahlt einen Mindestbeitrag. Für die Rente zählen mindestens 3.900 € im Jahr (§ 165 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB VI), für Kranken- und Pflegeversicherung mindestens ein Hundertachtzigstel der monatlichen Bezugsgröße je Kalendertag (§ 234 Abs. 1 SGB V), aufs Jahr gerechnet 7.910 €. Bis zu diesem Einkommen bleiben Kranken- und Pflegebeitrag gleich hoch.

Rechenbeispiel Berufsanfänger mit 3.000 € Arbeitseinkommen im Jahr, ein Kind
Rentenversicherung auf mindestens 3.900 € im Jahr
30,23 €
Krankenversicherung auf mindestens 7.910 € im Jahr
57,68 €
Pflegeversicherung auf mindestens 7.910 € im Jahr
11,87 €
Mindestbeitrag im Monat
99,78 €

Kinderlos sind es 103,73 €. Mit Kind gehen so 40 % des Gewinns an die KSK, dafür bist du voll kranken- und pflegeversichert.

Einkommen schätzen, melden und korrigieren

Bis zum 1. Dezember meldest du der KSK dein voraussichtliches Arbeitseinkommen für das nächste Jahr, höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rente (§ 12 Abs. 1 Satz 1 KSVG). Gemeint ist der Gewinn: Einnahmen aus der künstlerischen oder publizistischen Arbeit minus Betriebsausgaben. Die KSK-Beiträge selbst ziehst du dabei nicht ab, sie sind Sonderausgaben und keine Betriebsausgaben. Ein guter Startpunkt ist der Gewinn aus der letzten Steuererklärung, angepasst an das, was du für das nächste Jahr erwartest. Meldest du nicht oder passt die Meldung nicht zu dem, was du wissen konntest, schätzt die KSK selbst (§ 12 Abs. 1 Satz 2).

Ändert sich im Lauf des Jahres etwas, etwa weil ein großer Auftrag wegfällt oder dazukommt, reichst du eine neue Schätzung ein. Sie gilt ab dem Ersten des Monats nach dem Eingang (§ 12 Abs. 3 KSVG). Rückwirkend wird nichts korrigiert: Die gemeldete Schätzung führt zu verbindlichen Monatsbeiträgen, du zahlst also weder nach, wenn es besser lief, noch bekommst du Geld zurück, wenn es schlechter lief. So beschreibt es auch die KSK selbst.

Die KSK kann Angaben zu deinem Einkommen aus bis zu sechs zurückliegenden Jahren verlangen und prüft jedes Jahr eine wechselnde Stichprobe anhand von Steuerbescheiden oder Gewinnermittlungen (§ 13 KSVG). Wer vorsätzlich oder fahrlässig falsch meldet, riskiert ein Bußgeld bis 5.000 € (§ 36 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 3 KSVG).

Nicht zu knapp schätzen

Eine niedrige Schätzung spart Beitrag, senkt aber Krankengeld und Rente. Ein Jahr mit 30.000 € bringt dir 0,5775 Entgeltpunkte, mit 20.000 € nur 0,3850. Das Krankengeld richtet sich nach dem gemeldeten Einkommen der letzten zwölf Monate.

Gemeldetes EinkommenBeitrag im MonatEntgeltpunkte im JahrMonatsrente darausKrankengeld am Tag
10.000 €165,42 €0,19258,19 €19,44 €
20.000 €330,83 €0,385016,37 €38,89 €
30.000 €496,25 €0,577524,56 €58,33 €
40.000 €661,67 €0,770132,74 €77,78 €
60.000 €992,50 €1,155149,11 €116,67 €

Mit Kind, 2,9 % Zusatzbeitrag. Entgeltpunkte = Einkommen ÷ vorläufiges Durchschnittsentgelt 51.944 € (§ 70 SGB VI), Rente mit dem Rentenwert ab Juli 2026 von 42,52 €. Krankengeld 70 % von einem Dreihundertsechzigstel des Jahreseinkommens, ab der siebten Woche (§§ 46, 47 SGB V).

Wie viele Punkte du schon hast und was sie wert sind, rechnet der Rentenpunkte-Rechner. Den Gewinn für die Schätzung ermittelst du am einfachsten mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Nebenjob, zweite Selbständigkeit, Studium und Rente

Neben der Kunst einen Job oder ein zweites Standbein zu haben, ist erlaubt. Je nach Art und Höhe fällt dann aber ein Teil der KSK-Versicherung weg. Die Rente und die Kranken- und Pflegeversicherung werden dabei getrennt beurteilt (§§ 4, 5 KSVG):

SituationRente über die KSKKranken- und Pflege über die KSK
Minijob bis 603 € im Monatbleibtbleibt
Angestellter Job, die Kunst bleibt Hauptberufbleibt, solange der Lohn unter 50.700 € im Jahr liegt (§ 4 Nr. 2 KSVG)bleibt, über den Job bist du nicht krankenversicherungspflichtig (§ 5 Abs. 5 SGB V)
Angestellter Job als Hauptberufbleibt, solange der Lohn unter 50.700 € liegtentfällt, du bist über den Job versichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 KSVG)
Zweite Selbständigkeit ohne Kunst, nicht dein Hauptberuf oder Gewinn bis 603 € im Monatbleibtbleibt (§ 5 Abs. 1 Nr. 5 KSVG)
Zweite Selbständigkeit ohne Kunst als wirtschaftliche Haupttätigkeitbleibt, solange der Gewinn daraus unter 50.700 € liegtentfällt (§ 5 Abs. 1 Nr. 5 KSVG)
Studium an einer Hochschulebleibtentfällt während des Studiums (§ 5 Abs. 1 Nr. 8 KSVG)
Beamterentfällt (§ 4 Nr. 1 KSVG)entfällt (§ 5 Abs. 1 Nr. 4 KSVG)
Vollrente nach der Regelaltersgrenzeentfällt, du kannst schriftlich darauf verzichten (§ 4 Nr. 5 KSVG)bleibt, wenn du schon vorher versichert warst; wer erst nach der Regelaltersgrenze anfängt, ist frei (§ 5 Abs. 1 Nr. 2)

Fällt nur die Kranken- und Pflegeversicherung weg, zahlst du an die KSK nur noch den Rentenanteil. Für die Grenze von 50.700 € zählen Lohn und Gewinn aus der anderen Tätigkeit, nicht das Einkommen aus der Kunst.

Welche Tätigkeit dein Hauptberuf ist, entscheiden Krankenkasse und KSK im Einzelfall, vor allem nach Zeitaufwand und Einkommen. Bist du über einen Teilzeitjob und die KSK zugleich rentenversichert, zahlst du in beide ein, und beides zählt später für deine Rente. Ein Studium verlängert die Zeit als Berufsanfänger (§ 3 Abs. 2 Satz 2 KSVG), das hilft, wenn du nach dem Abschluss erst einmal wenig verdienst.

Privat krankenversichert in der KSK

In die private Krankenversicherung kommst du nur mit einer Befreiung. Als Berufsanfänger stellst du den Antrag spätestens drei Monate nach der Feststellung der Versicherungspflicht (§ 6 Abs. 1 KSVG). Diese Befreiung ist befristet: Sie endet drei Jahre nach dem Ende der Berufsanfängerzeit mit dem folgenden 31. März, außer du wirst bis dahin nach § 7 befreit (§ 6 Abs. 2 KSVG). Nach § 7 geht es, wenn dein Arbeitseinkommen in drei aufeinanderfolgenden Jahren zusammen über der Summe der drei Versicherungspflichtgrenzen lag (2026 allein: 77.400 €). Den Antrag stellst du bis zum 31. März des Folgejahres, die Befreiung lässt sich nicht widerrufen (§ 7 KSVG). Die Rentenversicherung bleibt Pflicht.

Rechenbeispiel 60.000 € Arbeitseinkommen, privat versichert
Private Krankenversicherung
520,00 €
Private Pflegeversicherung
60,00 €
Zuschuss der KSK
−290,00 €
Rentenbeitrag über die KSK
465,00 €
Du zahlst im Monat
755,00 €

Die KSK zahlt als Zuschuss so viel, wie sie bei gesetzlicher Versicherung tragen würde, höchstens die Hälfte der Prämie (§§ 10, 10a KSVG). Den Zuschuss gibt es nur auf Antrag.

Ob sich das lohnt, hängt vor allem von Alter, Gesundheit und Familie ab. Beide Wege mit Zuschuss rechnet der Vergleich privat oder gesetzlich für KSK-Mitglieder.

KSK brutto netto: Was vom Einkommen bleibt

Brutto ist bei Selbständigen der Gewinn, nicht der Umsatz. Davon gehen der KSK-Beitrag und die Einkommensteuer ab. Die Beiträge senken dabei die Steuer: Den Rentenbeitrag ziehst du voll als Sonderausgabe ab, Kranken- und Pflegebeitrag auch, den Krankenbeitrag wegen des Anspruchs auf Krankengeld aber nur zu 96 % (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a und Nr. 3 Buchst. a, Abs. 3 EStG). Den Anteil, den die KSK für dich zahlt, musst du nicht versteuern (§ 3 Nr. 57 EStG).

Brutto netto 30.000 € Gewinn, ledig, kinderlos

Ohne Kirchensteuer und ohne weitere Einkünfte, gesetzlich versichert mit 2,9 % Zusatzbeitrag.

Arbeitseinkommen (Gewinn) im Jahr
30.000 €
KSK-Beitrag (12 × 511,25 €)
−6.135,00 €
Einkommensteuer auf 23.934 € zu versteuerndes Einkommen
−2.570 €
Solidaritätszuschlag
0,00 €
Bleibt im Jahr
21.295,00 €
Bleibt im Monat
1.774,58 €

Zu versteuern sind 30.000 € minus 6.030,00 € absetzbare Beiträge minus 36 € Sonderausgaben-Pauschbetrag, also 23.934 €. Die Steuer stammt aus demselben Tarif wie der Einkommensteuer-Rechner.

Gewinn im JahrKSK-BeitragSteuer und SoliNetto im JahrNetto im MonatQuote
15.000 €3.068 €0 €11.932 €994 €80 %
20.000 €4.090 €621 €15.289 €1.274 €76 %
25.000 €5.112 €1.555 €18.333 €1.528 €73 %
30.000 €6.135 €2.570 €21.295 €1.775 €71 %
40.000 €8.180 €4.765 €27.055 €2.255 €68 %
50.000 €10.225 €7.182 €32.593 €2.716 €65 %
60.000 €12.270 €9.819 €37.911 €3.159 €63 %
80.000 €15.217 €16.201 €48.582 €4.048 €61 %

Ledig, kinderlos, ohne Kirchensteuer und ohne weitere Einkünfte, 2,9 % Zusatzbeitrag. Beiträge und Steuer im Jahr, Quote = Netto in Prozent vom Gewinn.

Künstler, Schriftsteller und Journalisten sind steuerlich in der Regel Freiberufler (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG), Gewerbesteuer fällt dann nicht an. Die Umsatzsteuer auf deine Rechnungen gehört nicht zum Gewinn, sie geht ans Finanzamt, außer du bist Kleinunternehmer (Kleinunternehmer-Rechner). Deine Kranken- und Pflegebeiträge meldet die KSK direkt an die Finanzverwaltung und schickt dir im Frühjahr eine Bescheinigung (§ 10 Abs. 2b EStG), die Rentenbeiträge meldet die Rentenversicherung (§ 10 Abs. 2c).

Künstlersozialabgabe 2026: Was Auftraggeber zahlen

Die Künstlersozialabgabe zahlen Unternehmen auf die Honorare an selbständige Künstler und Publizisten. 2026 beträgt sie 4,9 % der Honorare, 2025 waren es 5,0 %. Für 2027 steht der Satz schon fest: 5,0 % (Verordnung vom 10. September 2026, BGBl. 2026 I Nr. 262). Den Satz legt das Arbeitsministerium jedes Jahr per Verordnung nach dem Bedarf der KSK fest (§ 26 KSVG).

Abgabepflichtig sind zum einen die typischen Verwerter: Verlage und Presseagenturen, Theater, Orchester und Chöre, Konzert- und Gastspieldirektionen, Rundfunk und Fernsehen, Hersteller von Bild- und Tonträgern, Galerien und Kunsthandel, Werbe- und PR-Agenturen, Varieté, Zirkus, Museen und Ausbildungsstätten für Kunst und Publizistik (§ 24 Abs. 1 KSVG). Zum anderen jedes Unternehmen, das für die eigene Werbung Künstler beauftragt oder deren Werke nutzt, um damit Einnahmen zu erzielen. Für diese zweite Gruppe gilt eine Grenze: Abgabepflicht erst, wenn die Honorare im Jahr zusammen mehr als 1.000 € betragen (§ 24 Abs. 2 KSVG). Bis 2024 lag sie bei 450 €, 2025 bei 700 €. Wer Künstler für eigene Veranstaltungen bucht, um damit Einnahmen zu erzielen, zahlt für deren Gagen nichts, solange es höchstens drei Veranstaltungen im Jahr sind (§ 24 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1).

Bemessungsgrundlage ist alles, was der Auftraggeber für das Werk oder die Leistung zahlt, ohne gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer, ohne Zahlungen an Verwertungsgesellschaften und ohne steuerfreie Aufwandsentschädigungen (§ 25 Abs. 2 KSVG). Die Abgabe fällt auch an, wenn der Künstler selbst nicht über die KSK versichert ist (§ 25 Abs. 1). Zahlt eine Agentur im Jahr 10.000 € Honorar an freie Grafiker und Texter, sind 2026 490 € Abgabe fällig, 2027 500 €. Für deine eigenen Honorare rechnet der Rechner oben im Modus „Abgabe als Auftraggeber“, auch für Veranstalter.

Die Summe der Honorare meldet das Unternehmen bis zum 31. März des Folgejahres, dazu kommen bis zum Zehnten jedes Folgemonats Vorauszahlungen von einem Zwölftel der Vorjahressumme mal dem aktuellen Satz, außer sie liegen bei höchstens 40 € (§ 27 KSVG). Falsche oder fehlende Meldungen kosten bis zu 50.000 € Bußgeld (§ 36 Abs. 2 und 3). Vom Honorar abziehen darf der Auftraggeber die Abgabe nicht: Eine Vereinbarung, nach der der Künstler sie trägt, ist nichtig (§ 36a Satz 2 KSVG mit § 32 SGB I).

Häufige Fragen

Ab wann beginnt die Versicherung?
Mit dem Tag, an dem deine Meldung bei der KSK eingeht, frühestens wenn die Voraussetzungen erfüllt sind (§ 8 Abs. 1 KSVG). Rückwirkend ab Beginn der Tätigkeit wird nicht versichert. Wer sich spät meldet, verschenkt also Versicherungszeit. Bist du an dem Tag arbeitsunfähig, beginnt die Versicherung am Tag nach dem Ende der Arbeitsunfähigkeit.
Wie melde ich mich bei der KSK an?
Über das Anmeldeformular auf kuenstlersozialkasse.de, die KSK speichert dabei das Datum deiner Anmeldung. Den Fragebogen zur Prüfung der Versicherungspflicht bekommst du per Post oder lädst ihn herunter, zurück geht er unterschrieben nur per Post. Die Vordrucke der KSK sind Pflicht (§ 11 Abs. 3 KSVG), und sie kann Nachweise über deine Tätigkeit und dein Einkommen verlangen (§ 11 Abs. 2). Danach entscheidet sie per Bescheid. Hast du noch keine Rentenversicherungsnummer, wird sie über die KSK vergeben (§ 11 Abs. 4).
Wann sind die Beiträge fällig, und was passiert bei Rückstand?
Der Beitrag für einen Monat ist am Fünften des Folgemonats fällig (§ 15 Satz 2, § 16 Abs. 1 Satz 3, § 16a Abs. 1 Satz 3 KSVG). Für jeden angefangenen Monat Verspätung kommt ein Säumniszuschlag von 1 % auf den rückständigen, auf 50 € abgerundeten Betrag dazu (§ 18 KSVG mit § 24 SGB IV). Bist du mit zwei Monatsbeiträgen im Rückstand, mahnt die KSK. Ist der Rückstand zwei Wochen nach der Mahnung noch höher als ein Monatsbeitrag, stellt sie das Ruhen der Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung fest (§ 16 Abs. 2, § 16a Abs. 2 KSVG). Es endet erst, wenn alles nachgezahlt ist oder die KSK eine Ratenzahlung vereinbart. Zahlst du nur einen Teil, geht das Geld zuerst an Kranken- und Pflegekasse (§ 17 KSVG).
Gibt es eine Obergrenze für den Beitrag?
Ja. Kranken- und Pflegebeiträge werden 2026 höchstens auf 69.750 € im Jahr erhoben, der Rentenbeitrag auf 101.400 €. Melden musst du auch nur bis zu dieser Grenze (§ 12 Abs. 1 KSVG). Mehr als 1.399,07 € im Monat zahlst du deshalb nicht, egal wie viel du verdienst, kinderlos sind es 1.433,94 € (mit 2,9 % Zusatzbeitrag).
Zählen GEMA- und VG-Wort-Ausschüttungen zum Arbeitseinkommen?
Ja. Vergütungen für die Verwertung und Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke oder Leistungen gehören ausdrücklich zum Arbeitseinkommen, für die Rente wie für die Krankenversicherung (§ 165 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB VI, § 234 Abs. 1 Satz 3 SGB V). Das gilt nach Auskunft der KSK auch für Ausschüttungen von GEMA, GVL, VG Wort und VG Bild-Kunst. Plane sie in deiner Schätzung mit ein.
Ab wann und wie viel Krankengeld bekomme ich?
Über die KSK ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 Satz 3 SGB V). Wer früher abgesichert sein will, wählt bei seiner Krankenkasse einen Wahltarif, der spätestens ab der dritten Woche zahlt und dich drei Jahre bindet (§ 46 Satz 4, § 53 Abs. 6 und 8 SGB V). Je Kalendertag bekommst du 70 % von einem Dreihundertsechzigstel des Arbeitseinkommens, das in den letzten zwölf Monaten deinem Beitrag zugrunde lag (§ 47 Abs. 1 und 4 SGB V). Bei 30.000 € sind das 58,33 € am Tag, für einen vollen Monat 1.749,90 €, höchstens 135,63 € am Tag. Davon geht noch dein Anteil am Rentenbeitrag ab (§ 170 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI), Krankenversicherungsbeitrag zahlst du in dieser Zeit nicht (§ 224 SGB V).
Was gilt während Elterngeld oder Mutterschaftsgeld?
Für die Tage mit Mutterschaftsgeld legt die Krankenkasse kein Arbeitseinkommen zugrunde (§ 234 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Während des Elterngelds bist du beitragsfrei, aber nur für das Elterngeld selbst (§ 224 Abs. 1 SGB V): Was du nebenher verdienst, bleibt beitragspflichtig. Sag der KSK Bescheid und passe deine Schätzung an (§ 12 Abs. 3 KSVG). Für die Rente kannst du beantragen, dass ein Arbeitseinkommen während des Elterngelds zählt, wenn es im Schnitt über 325 € im Monat liegt (§ 165 Abs. 1b SGB VI). Die Grenze von 3.900 € sinkt für das Jahr anteilig um die Monate mit Elterngeld oder Krankengeld (§ 3 Abs. 1 Satz 3 KSVG).
Sind Partner und Kinder mitversichert?
In der gesetzlichen Krankenkasse ja, wie bei Angestellten: Ehe- oder Lebenspartner und Kinder sind beitragsfrei familienversichert, wenn sie nicht selbst versichert sind und ihr eigenes Gesamteinkommen im Monat höchstens 565 € beträgt, bei einem Minijob 603 € (§ 10 SGB V). Für Kinder gelten zusätzlich Altersgrenzen. Privat versichert zahlt jedes Familienmitglied eine eigene Prämie. Was das bei Kindern ausmacht, zeigt der Vergleich privat oder gesetzlich für KSK-Mitglieder.
Bin ich über die KSK arbeitslosenversichert?
Nein. Die KSK versichert nur Rente, Krankheit und Pflege (§ 1 KSVG). Gegen Arbeitslosigkeit kannst du dich als Selbständiger freiwillig versichern, wenn du mindestens 15 Stunden in der Woche selbständig arbeitest und in den 30 Monaten davor mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig warst oder direkt vorher Anspruch auf Arbeitslosengeld hattest. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit spätestens drei Monate nach dem Start der Selbständigkeit (§ 28a SGB III).
Kann ich aus der KSK austreten?
Nein, solange du die Voraussetzungen erfüllst, bist du pflichtversichert. Aussteigen kannst du nur aus der Kranken- und Pflegeversicherung, über eine Befreiung zugunsten der privaten Krankenversicherung (§§ 6, 7 KSVG), die Rente bleibt. Die Versicherung endet, wenn eine Voraussetzung wegfällt. Wirst du etwa durch einen Hauptjob oder ein Studium ganz oder teilweise versicherungsfrei, gilt das ab der Änderung (§ 8 Abs. 2 Satz 1 KSVG). In den übrigen Fällen, auch wenn du die Tätigkeit aufgibst, hebt die KSK den Bescheid erst zum Ersten des Monats auf, der auf ihre Kenntnis folgt (§ 8 Abs. 2 Satz 2). Melde das Ende also sofort.

Quellen

  1. Künstlersozialkasse: Beitrag: Beitragsanteile, Arbeitseinkommen, Schätzung wirkt nur für die Zukunft kuenstlersozialkasse.de
  2. Künstlersozialkasse: Anmeldung: Anmeldeformular und Fragebogen kuenstlersozialkasse.de
  3. Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG): Versicherung, Befreiung, Meldung, Beiträge, Abgabe gesetze-im-internet.de
  4. § 3 KSVG: Mindesteinkommen 3.900 €, Berufsanfänger, zweimal in sechs Jahren gesetze-im-internet.de
  5. § 12 KSVG: Meldung und Änderung des voraussichtlichen Arbeitseinkommens gesetze-im-internet.de
  6. § 24 KSVG: Wer die Künstlersozialabgabe zahlt gesetze-im-internet.de
  7. § 234 SGB V: Mindestbemessung in der Krankenversicherung gesetze-im-internet.de
  8. § 165 SGB VI: Mindestens 3.900 € in der Rentenversicherung gesetze-im-internet.de
  9. § 47 SGB V: Krankengeld aus dem Arbeitseinkommen gesetze-im-internet.de
  10. § 10 EStG: Beiträge als Sonderausgaben gesetze-im-internet.de
  11. Künstlersozialkasse: Abgabe 2026 4,9 %: Abgabesatz 2026 kuenstlersozialkasse.de
  12. Verordnung zur Künstlersozialabgabe 2027: BGBl. 2026 I Nr. 262, Abgabesatz 2027 recht.bund.de
  13. Künstlersozialkasse: Wer ist abgabepflichtig?: Grenzbetrag 450 €, 700 € und 1.000 € kuenstlersozialkasse.de

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