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Einkommensteuer-Rechner 2026

Bis 12.348 € zu versteuerndes Einkommen zahlst du 2026 keine Einkommensteuer, das ist der Grundfreibetrag nach § 32a EStG. Darüber steigt der Steuersatz von 14 % auf 42 %, ab 277.826 € sind es 45 %. Bei 50.000 € zvE kommen 10.548 € Einkommensteuer heraus. Der Rechner zeigt dir das für dein Einkommen, einzeln oder mit Splitting, mit Soli, Kirchensteuer und Kindern.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Einkommensteuer-Rechner

Deine Steuern 2026 pro Jahr

10.548 €

21,1 % deines zvE · Grenzsteuersatz 35,1 %

Einkommensteuer nach dem Grundtarif. Dein zvE liegt in Zone 3 des Tarifs: zweite Progressionszone.

Einkommensteuer
10.548 €
Soli
0,00 €
Kirchensteuer
0,00 €

Durchschnittssteuersatz

21,1 %

Einkommensteuer geteilt durch zvE

Grenzsteuersatz

35,1 %

auf den nächsten Euro, ohne Soli und Kirchensteuer

Tipp: Von jedem zusätzlichen Euro zvE gehen bei dir 35,1 % als Einkommensteuer ab. Umgekehrt spart jeder Euro, den du zusätzlich als Werbungskosten oder Sonderausgaben absetzt, genauso viel.

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Kopier den Code an die Stelle deiner Seite, an der der Rechner stehen soll. Er läuft dann bei dir, kostenlos, ohne Werbung und ohne Statistik, und rechnet immer mit den aktuellen Werten. Der Link zu RechnerCheck unter dem Rechner muss drinbleiben. Alle Rechner zum Einbinden

Auf dieser Seite
  1. Tarif 2026 in fünf Zonen
  2. § 32a EStG Absatz für Absatz
  3. Steuertabelle 2026
  4. Splitting für Ehepaare
  5. Spitzen- und Reichensteuer
  6. Soli und Kirchensteuer
  7. Kindergeld oder Freibetrag
  8. Vom Einkommen zum zvE
  9. Pflicht und Fristen
  10. 2025, 2026 und Entwurf 2027
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Der Tarif 2026 in fünf Zonen

  • 12.348 €Grundfreibetrag, zusammen 24.696 €§ 32a Abs. 1 EStG
  • 69.879 €Spitzensteuersatz 42 % ab zvEzusammen 139.758 €
  • 277.826 €Reichensteuersatz 45 % ab zvEzusammen 555.652 €
  • 20.350 €Soli erst bei Einkommensteuer überzusammen 40.700 €

Grundlage ist dein zu versteuerndes Einkommen (zvE). Bis zum Grundfreibetrag bleibt es steuerfrei. Danach steigt der Steuersatz in zwei Zonen von 14 % auf 42 %, ab 277.826 € gilt der Reichensteuersatz von 45 %. Jeder Satz gilt nur für den Teil des Einkommens in seiner Zone.

ZonezvEEinkommensteuer in EuroGrenzsteuersatz
1. Grundfreibetragbis 12.348 €00 %
2. Erste Progressionszone12.349 € bis 17.799 €(914,51 · y + 1.400) · y14 bis 23,97 %
3. Zweite Progressionszone17.800 € bis 69.878 €(173,10 · z + 2.397) · z + 1.034,8723,97 bis 42 %
4. Spitzensteuersatz69.879 € bis 277.825 €0,42 · x − 11.135,6342 %
5. Reichensteuersatzab 277.826 €0,45 · x − 19.470,3845 %

x ist das zvE, abgerundet auf volle Euro. y = (x − 12.348) / 10.000, z = (x − 17.799) / 10.000. Die Steuer wird auf volle Euro abgerundet (§ 32a Abs. 1 EStG).

Rechenweg Tarifformel bei 50.000 € zvE

Das zvE liegt in Zone 3, also gilt die Formel mit z.

Zu versteuerndes Einkommen
50.000 €
z = (50.000 − 17.799) / 10.000
3,2201
Klammer: 173,10 · z + 2.397
2.954,40
mal z
9.513,46
plus 1.034,87
10.548,33
Einkommensteuer, auf volle Euro abgerundet
10.548 €

Die anderen Zonen nachgerechnet

Zone und zvERechnungSteuer
Zone 2
15.000 €
y = 0,2652; (914,51 · y + 1.400) · y = 435,60435 €
Zone 4
100.000 €
0,42 · 100.000 − 11.135,63 = 30.864,3730.864 €
Zone 5
300.000 €
0,45 · 300.000 − 19.470,38 = 115.529,62115.529 €

Der Rechner oben kommt auf dieselben Beträge.

Was die Zahlen in der Formel bedeuten

Die Koeffizienten wirken willkürlich, sie ergeben sich aber aus dem Verlauf des Grenzsteuersatzes. In Zone 2 ist 1.400 geteilt durch 10.000 der Eingangssteuersatz von 14 %, der Faktor 914,51 lässt ihn bis 17.799 € gleichmäßig auf 23,97 % steigen. Zone 3 setzt dort mit 2.397 / 10.000 = 23,97 % an, und 173,10 sorgt dafür, dass der Satz bis 69.878 € auf 42 % wächst. Weil der Grenzsteuersatz in beiden Zonen mit jedem Euro um denselben Betrag zunimmt, heißt der Tarif linear-progressiv.

1.034,87 ist die Steuer, die bis 17.799 € schon angefallen ist. Die Abzüge 11.135,63 und 19.470,38 schließen die Formeln der Zonen 4 und 5 an die vorige Zone an, die Steuer springt an den Grenzen also nicht.

§ 32a EStG: was in jedem Absatz steht

Wer § 32a EStG bei gesetze-im-internet.de aufruft, findet die Fassung, die ab dem Veranlagungszeitraum 2026 gilt. So ist die Vorschrift aufgebaut:

  1. Absatz 1 Satz 1: BemessungsgrundlageDie tarifliche Einkommensteuer richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen, abgerundet auf volle Euro.
  2. Absatz 1 Satz 2: die fünf ZonenBis 12.348 € (Grundfreibetrag) null, dann die beiden Formeln mit y und z, ab 69.879 € 42 % und ab 277.826 € 45 %, jeweils mit Abzugsbetrag. Das gilt „vorbehaltlich“ der Sondertarife aus §§ 32b, 32d, 34, 34a, 34b und 34c, siehe Tabelle unten.
  3. Absatz 1 Sätze 3 bis 6: Rechengrößen und Rundungy ist ein Zehntausendstel des Teils über dem Grundfreibetrag, z ein Zehntausendstel des Teils über 17.799 €, x das abgerundete zvE. Die Steuer wird auf volle Euro abgerundet.
  4. Absätze 2 bis 4Sie sind aufgehoben, im Gesetz steht nur noch „(weggefallen)“.
  5. Absatz 5: SplittingZusammen veranlagte Ehegatten zahlen das Zweifache der Steuer, die sich für die Hälfte ihres gemeinsamen zvE ergibt.
  6. Absatz 6: Splitting nach Tod oder ScheidungVerwitwete bekommen das Splitting auch für das Jahr nach dem Todesjahr, wenn beim Tod die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung vorlagen (Nr. 1). Wird eine Ehe aufgelöst und heiratet der frühere Partner im selben Jahr neu, bekommt der andere für dieses Jahr ebenfalls den Splittingtarif, wenn alte und neue Ehe die Voraussetzungen erfüllen (Nr. 2). Beides entfällt bei Einzelveranlagung (Satz 2).
EStGWas die Vorschrift regelt
§ 32bProgressionsvorbehalt: Steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld und bestimmte Auslandseinkünfte erhöhen den Steuersatz auf das übrige zvE.
§ 32dAbgeltungsteuer: Kapitalerträge kosten meist 25 % statt Tarif, auf Antrag gilt der Tarif, wenn er günstiger ist (Abs. 6).
§ 34Außerordentliche Einkünfte: Fünftelregelung, etwa für Abfindungen: Steuer auf ein Fünftel der Einkünfte, mal fünf.
§ 34aNicht entnommene Gewinne: Gewinne, die im Betrieb bleiben, auf Antrag mit 28,25 %, ab 2028 schrittweise weniger bis 25 % ab 2032.
§ 34bAußerordentliche Holznutzungen: Etwa Holz nach Sturm: halber durchschnittlicher Steuersatz, oberhalb des Nutzungssatzes ein Viertel.
§ 34cAusländische Steuern: Im Ausland gezahlte Einkommensteuer wird auf die deutsche Steuer für diese Einkünfte angerechnet.

Abfindungen rechnet der Abfindungsrechner mit Fünftelregelung, Einkünfte aus dem Ausland der Auslandseinkünfte-Rechner.

Unter § 32a steht bei gesetze-im-internet.de eine Fußnote zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013 (2 BvR 909/06): Das Splitting nur für Ehepaare war mit dem Gleichheitssatz unvereinbar. Seit dem Gesetz vom 15. Juli 2013 gelten alle Regeln für Ehegatten auch für eingetragene Lebenspartner (§ 2 Abs. 8 EStG). Den vollständigen Wortlaut findest du bei gesetze-im-internet.de, die Fassung für 2025 weiter unten.

Steuertabelle 2026: Grenz- und Durchschnittssteuersatz

Was der Tarif bei typischen Einkommen ergibt, einzeln und mit Splitting, ohne Soli und Kirchensteuer.

Grenz- und Durchschnittssteuersatz 2026 im Grundtarif Der Grenzsteuersatz springt nach dem Grundfreibetrag von 12.348 € auf 14 %, steigt bis 69.878 € auf 42 % und liegt ab 277.826 € bei 45 %. Der Durchschnittssteuersatz steigt langsamer und erreicht bei 300.000 € zvE 38,5 %. 0 %10 %20 %30 %40 %50 % 0100.000200.000300.000 42 % ab 69.879 € 45 % ab 277.826 €
Grenzsteuersatz Durchschnittssteuersatz waagerecht: zvE in Euro, Grundtarif
zvESteuer einzelnDurchschnittGrenzsatzSteuer zusammen
15.000 €435 €2,9 %18,9 %0 €
20.000 €1.570 €7,9 %24,7 %0 €
25.000 €2.850 €11,4 %26,5 %42 €
30.000 €4.217 €14,1 %28,2 %870 €
35.000 €5.670 €16,2 %29,9 %1.928 €
40.000 €7.209 €18,0 %31,7 %3.140 €
50.000 €10.548 €21,1 %35,1 %5.700 €
60.000 €14.233 €23,7 %38,6 %8.434 €
70.000 €18.264 €26,1 %42,0 %11.340 €
80.000 €22.464 €28,1 %42,0 %14.418 €
100.000 €30.864 €30,9 %42,0 %21.096 €
150.000 €51.864 €34,6 %42,0 %40.728 €
200.000 €72.864 €36,4 %42,0 %61.728 €
300.000 €115.529 €38,5 %45,0 %103.728 €
500.000 €205.529 €41,1 %45,0 %187.728 €

„Zusammen“ heißt: gemeinsames zvE eines Ehepaars mit Splitting. Durchschnitt und Grenzsatz gelten für die Einzelveranlagung.

Splitting für Ehepaare nach § 32a Abs. 5 EStG

Wer zusammen veranlagt wird, zahlt das Doppelte der Steuer auf das halbe gemeinsame zvE (§ 32a Abs. 5 EStG). Wählen könnt ihr das, wenn ihr beide unbeschränkt steuerpflichtig seid und nicht dauernd getrennt lebt. Es reicht, wenn das irgendwann im Jahr zutraf: Wer im Dezember heiratet, bekommt das Splitting für das ganze Jahr (§ 26 Abs. 1 EStG). Alle Grenzen verdoppeln sich, steuerfrei bleiben 24.696 €, 42 % gelten ab 139.758 €. Weil der Tarif progressiv ist, sinkt die Steuer, sobald die Einkommen unterschiedlich hoch sind. Verdient ihr gleich viel, ändert sich nichts.

Alleinverdiener Einer verdient 95.000 €
Grundtarif auf 95.000 €
28.764 €
Splitting: 2 × Tarif auf 47.500 €
19.362 €
Splittingvorteil im Jahr
9.402 €
Zwei Einkommen 60.000 € und 35.000 €
Einzeln: 14.233 € + 5.670 €
19.903 €
Splitting: 2 × Tarif auf 47.500 €
19.362 €
Splittingvorteil im Jahr
541 €

Splittingvorteil nach Einkommen

Gemeinsames zvEGrundtarifSplittingVorteil
30.000 €4.217 €870 €3.347 €
50.000 €10.548 €5.700 €4.848 €
75.000 €20.364 €12.858 €7.506 €
100.000 €30.864 €21.096 €9.768 €
150.000 €51.864 €40.728 €11.136 €
250.000 €93.864 €82.728 €11.136 €
400.000 €160.529 €145.728 €14.801 €
600.000 €250.529 €231.058 €19.471 €

Vorteil, wenn einer das ganze Einkommen hat. Verdient ihr beide, ist er kleiner.

Zwischen 139.758 € und 277.825 € bleibt der Vorteil bei rund 11.136 €, weil dann beide Rechnungen im 42-%-Bereich landen. Mehr als rund 19.470 € im Jahr bringt das Splitting nie, diesen Höchstwert gibt es ab 555.652 €.

Ohne Wahl in der Steuererklärung gilt die Zusammenveranlagung (§ 26 Abs. 3 EStG). Ist der Bescheid bestandskräftig, lässt sich die Wahl nur noch in engen Ausnahmen ändern (§ 26 Abs. 2 Satz 4 EStG). Die Steuerklassen III/V oder IV/IV ändern an der Jahressteuer nichts, sie verteilen nur die Lohnsteuer übers Jahr. Was das monatlich ausmacht, zeigt der Steuerklassenwechsel-Rechner.

Spitzensteuersatz und Reichensteuer

Den Spitzensteuersatz von 42 % zahlst du ab 69.879 € zvE, zusammen veranlagt ab 139.758 €. Den Reichensteuersatz von 45 % ab 277.826 €, zusammen ab 555.652 €. Beides sind Grenzsteuersätze: Sie gelten für jeden Euro über der Grenze, nicht für das ganze Einkommen. Wer 100.000 € zvE hat, zahlt im Schnitt 30,9 %.

zvESteuerim SchnittMehr durch 45 %
300.000 €115.529 €38,5 %665 €
500.000 €205.529 €41,1 %6.665 €
1.000.000 €430.529 €43,1 %21.665 €

Grundtarif, ohne Soli und Kirchensteuer. Die Reichensteuer sind 3 Prozentpunkte auf den Teil über 277.825 €.

Der Durchschnittssatz nähert sich den 45 %, erreicht sie aber nie. Mit Soli kostet jeder weitere Euro mehr: Wo der volle Soli von 5,5 % greift, sind es im 42-%-Bereich 44,3 % und im 45-%-Bereich 47,5 %, ohne Kirchensteuer.

Nach dem Gesetzentwurf für 2027 gälten 45 % schon ab 250.000 €, ab 280.000 € käme ein Satz von 47 % dazu. Beschlossen ist das noch nicht, mehr dazu unten.

Soli und Kirchensteuer

Der Soli beträgt 5,5 % der Einkommensteuer (§ 4 SolzG), aber erst, wenn sie die Freigrenze übersteigt: 20.350 € einzeln, 40.700 € zusammen (§ 3 Abs. 3 SolzG). Knapp darüber ist er auf 11,9 % des Betrags über der Freigrenze gedeckelt, so steigt er langsam an.

Schwelleeinzelnzusammen
Freigrenze (Einkommensteuer)20.350 €40.700 €
Soli fällig ab zvE74.969 €149.938 €
Voller Satz 5,5 % ab Einkommensteuer37.839 €75.677 €
Voller Satz 5,5 % ab zvE116.607 €233.214 €

zvE-Werte ohne Kinder. Mit Kindern wird der Soli von einer Steuer nach Abzug der Kinderfreibeträge berechnet, die Schwellen liegen dann höher.

Beispiel: Bei 100.000 € zvE beträgt die Einkommensteuer 30.864 €. 5,5 % davon wären 1.697,52 €, gedeckelt sind es 1.251,16 €. Genauer rechnet der Soli-Rechner.

Die Kirchensteuer beträgt 8 % der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg, sonst 9 %. Bei 50.000 € zvE ohne Kinder sind das 843,84 € oder 949,32 € im Jahr. Bei hohen Einkommen kappen die Kirchen sie je nach Land auf 2,75 bis 4 % des zvE, teils nur auf Antrag. Gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderausgabe abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Kappung und Abzug rechnet der Rechner nicht mit, beides zeigt der Kirchensteuer-Rechner.

Kindergeld oder Freibetrag

Für jedes Kind bekommst du Kindergeld. In der Steuererklärung prüft das Finanzamt Kind für Kind, ob stattdessen die Freibeträge für Kinder mehr bringen (§ 31 EStG). Ist das so, zieht es sie vom zvE ab und rechnet das Kindergeld der Steuer wieder hinzu (§ 2 Abs. 6 Satz 3 EStG). Du bekommst also nur den Unterschied zusätzlich.

Rechenbeispiel Ehepaar, zwei Kinder, 150.000 € zvE
zvE vor den Freibeträgen für Kinder
150.000 €
− Freibeträge für 2 Kinder
−19.512 €
= zvE für den Tarif
130.488 €
Einkommensteuer nach dem Splittingtarif
32.606 €
+ Kindergeld für 2 Kinder
6.216 €
= festzusetzende Einkommensteuer
38.822 €

Ohne die Freibeträge läge die Einkommensteuer bei 40.728 €. Die Freibeträge sparen 8.122 €, das Kindergeld macht 6.216 € im Jahr aus. Über das Kindergeld hinaus bringen sie 1.906 €.

Soli und Kirchensteuer rechnen immer mit allen Freibeträgen für Kinder, auch wenn das Kindergeld günstiger ist (§ 3 Abs. 2 SolzG, § 51a Abs. 2 EStG). Ein Ehepaar mit zwei Kindern und 60.000 € zvE fährt mit dem Kindergeld besser, zahlt aber trotzdem nur 293,58 € Kirchensteuer statt 759,06 € ohne Kinder (9 %).

Vom Einkommen zum zu versteuernden Einkommen

Der Tarif greift erst am Ende einer Kette von Abzügen (§ 2 EStG). So kommst du auf die Zahl für den Rechner:

  1. Einkünfte ermittelnFür jede Einkunftsart getrennt. Arbeitnehmer ziehen vom Bruttolohn ihre Werbungskosten ab, mindestens den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € (§ 9a EStG). Dazu gehört die Entfernungspauschale von 0,38 € je Arbeitstag und vollem Kilometer zur ersten Tätigkeitsstätte (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG). Selbstständige setzen ihren Gewinn an.
  2. Gesamtbetrag der EinkünfteDie Einkünfte werden zusammengezählt. Davon gehen unter anderem der Altersentlastungsbetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ab (§ 2 Abs. 3 EStG).
  3. EinkommenAbgezogen werden Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen (§ 2 Abs. 4 EStG), etwa Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, gezahlte Kirchensteuer und Spenden. Für Kirchensteuer, Spenden und einige andere Sonderausgaben gibt es ohne Nachweis 36 €, bei Zusammenveranlagung 72 € (§ 10c EStG).
  4. Zu versteuerndes EinkommenZum Schluss kommen die Kinderfreibeträge weg, falls sie mehr bringen als das Kindergeld (§ 2 Abs. 5, § 31 EStG). Was übrig bleibt, ist dein zvE. Im Steuerbescheid steht es als eigene Zeile.
  5. Tarif anwendenAuf das zvE wendet das Finanzamt den Tarif an. Von der tariflichen Steuer gehen noch Steuerermäßigungen ab, zum Beispiel für Handwerkerleistungen (§ 35a EStG). Das Ergebnis ist die festzusetzende Einkommensteuer (§ 2 Abs. 6 EStG), auf die deine Lohnsteuer angerechnet wird (§ 36 Abs. 2 EStG).
Rechenweg Arbeitnehmer mit 50.000 € brutto im Jahr

Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert, 30 km Arbeitsweg an 220 Tagen, keine weiteren Einkünfte.

Bruttoarbeitslohn
50.000 €
− Werbungskosten: 30 km × 220 Tage × 0,38 €
−2.508 €
= Einkünfte, hier zugleich Gesamtbetrag der Einkünfte
47.492 €
− Beiträge zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung
−10.075 €
− Sonderausgaben-Pauschbetrag
−36 €
= Einkommen, ohne Kinder zugleich zvE
37.381 €
Einkommensteuer nach dem Grundtarif
6.392 €

Die Versicherungsbeiträge sind hier so angesetzt wie im Lohnsteuerabzug (Vorsorgepauschale). Im Bescheid zählen die Beträge laut deiner Lohnsteuerbescheinigung (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 und 3 EStG). Dein Arbeitgeber hat nur den Pauschbetrag von 1.230 € berücksichtigt und 6.788 € Lohnsteuer einbehalten. Die 1.278 € Werbungskosten darüber bringen dir mit dem Bescheid rund 396 € zurück, gut 31 %, so hoch ist ungefähr dein Grenzsteuersatz. Deinen Arbeitsweg rechnet der Pendlerpauschale-Rechner.

Steuererklärung: Pflicht und Fristen

Als Arbeitnehmer musst du abgeben beiVorschrift
Nebeneinkünfte ohne Lohnsteuerabzug von mehr als 410 € im Jahr, etwa aus Vermietung oder selbstständiger Arbeit§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG
Lohnersatzleistungen von mehr als 410 € im Jahr, zum Beispiel Arbeitslosen-, Kranken-, Kurzarbeiter- oder Elterngeld§ 46 Abs. 2 Nr. 1, § 32b EStG
Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig§ 46 Abs. 2 Nr. 2 EStG
Ehepaar, beide mit Arbeitslohn, einer in Steuerklasse V oder VI oder Steuerklasse IV mit Faktor§ 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG
Freibetrag in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen, etwa für hohe Werbungskosten, bei Arbeitslohn über 13.614 € (Ehepaare: 25.998 €)§ 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG

Die Erklärung für 2026 ist bis zum 2. August 2027 fällig (§ 149 Abs. 2 AO, fällt das Ende auf ein Wochenende, gilt der nächste Werktag). Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein hast du bis zum 29. Februar 2028 Zeit, für 2025 bis zum 1. März 2027.

Kommt eine Pflichterklärung mehr als 14 Monate nach Jahresende, wird ein Verspätungszuschlag fällig: je angefangenem Monat 0,25 % der noch offenen Steuer, mindestens 25 € (§ 152 Abs. 2 und 5 AO). Ohne Nachzahlung entfällt diese Pflicht (§ 152 Abs. 3 Nr. 3 AO).

Freiwillig abgeben lohnt sich oft

Musst du nicht abgeben, kannst du es trotzdem tun und zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückholen. Dafür hast du vier Jahre Zeit: Die Erklärung für 2022 muss bis zum 31. Dezember 2026 beim Finanzamt sein, die für 2026 bis zum 31. Dezember 2030.

2025, 2026 und der Entwurf für 2027

Wert202520262027 (Entwurf)
Grundfreibetrag12.096 €12.348 €12.564 €
Ende der ersten Progressionszone17.443 €17.799 €17.799 €
Spitzensteuersatz 42 % ab68.481 €69.879 €70.601 €
Reichensteuersatz 45 % ab277.826 €277.826 €250.000 €
Steuersatz 47 % ab––280.000 €
Soli-Freigrenze einzeln19.950 €20.350 €unverändert
Soli-Freigrenze zusammen39.900 €40.700 €unverändert
Kinderfreibetrag je Elternteil3.336 €3.414 €3.564 €
Kindergeld je Kind und Monat255 €259 €267 €
Arbeitnehmer-Pauschbetrag1.230 €1.230 €1.430 €

2025 und 2026: Steuerfortentwicklungsgesetz vom 23. Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 449). 2027: Regierungsentwurf, Bundestags-Drucksache 21/8235 vom 28. September 2026, noch nicht beschlossen.

Von 2025 auf 2026 sind die Tarifgrenzen bis zum Spitzensteuersatz um rund 2 % gestiegen, die Steuersätze selbst sind gleich geblieben. Die Grenze für den Reichensteuersatz hat sich nicht bewegt.

§ 32a Abs. 1 EStG in der Fassung für 2025

Für die Steuererklärung 2025 gilt noch der alte Tarif mit diesen Zonen:

ZonezvE 2025Einkommensteuer in Euro
1bis 12.096 €0
212.097 € bis 17.443 €(932,30 · y + 1.400) · y
317.444 € bis 68.480 €(176,64 · z + 2.397) · z + 1.015,13
468.481 € bis 277.825 €0,42 · x − 10.911,92
5ab 277.826 €0,45 · x − 19.246,67

y = (x − 12.096) / 10.000, z = (x − 17.443) / 10.000. Der Rechner oben rechnet mit dem Tarif 2026.

Was für 2027 und 2028 geplant ist

Der Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 sieht für 2028 einen weiteren Schritt vor: Grundfreibetrag 12.900 €, Kinderfreibetrag 3.654 € je Elternteil, Kindergeld 272 €. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, bis dahin rechnet der Rechner mit dem Tarif 2026.

Häufige Fragen

Wie viel Einkommensteuer zahle ich bei 30.000, 50.000 oder 100.000 Euro?
Ledig im Grundtarif: 4.217 € bei 30.000 €, 10.548 € bei 50.000 €, 30.864 € bei 100.000 € zvE. Zusammen veranlagt mit demselben gemeinsamen zvE: 870 €, 5.700 €, 21.096 €. Bei 100.000 € kommen für Ledige 1.251,16 € Soli dazu. Alle Werte ohne Kirchensteuer.
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
12.348 € für Ledige und 24.696 € für zusammen veranlagte Ehepaare und Lebenspartner, 2025 waren es 12.096 €. Der Grundfreibetrag stellt das Existenzminimum steuerfrei. Abgezogen wird er nirgends, er steckt im Tarif: Bis zu diesem zvE ist die Steuer null, den Euro darüber besteuert die Formel mit 14 %. Für 2027 plant die Bundesregierung 12.564 €, für 2028 12.900 € (Gesetzentwurf, noch nicht beschlossen).
Ab welchem Einkommen zahle ich 42 Prozent Steuern?
Ab einem zvE von 69.879 €, bei Zusammenveranlagung ab 139.758 €. Die 42 % gelten nur für den Teil darüber. Bei 80.000 € zvE zahlst du 22.464 € Einkommensteuer, im Schnitt also 28,1 %. Den Reichensteuersatz von 45 % gibt es ab 277.826 €, zusammen ab 555.652 €.
Was ist der Unterschied zwischen Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz?
Der Durchschnittssteuersatz ist die Einkommensteuer geteilt durch das zvE. Der Grenzsteuersatz zeigt, wie viel vom nächsten Euro an Steuer weggeht. Bei 50.000 € zvE liegt der Durchschnitt bei 21,1 %, der Grenzsteuersatz bei 35,1 %. Setzt du 1.000 € mehr Werbungskosten ab, sinkt deine Einkommensteuer deshalb um 350 €.
Wie wirken sich Kinder auf die Einkommensteuer aus?
Über Kindergeld oder Kinderfreibeträge. Je Kind stehen Eltern zusammen 9.756 € Freibeträge im Jahr zu: 6.828 € Kinderfreibetrag und 2.928 € für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung (§ 32 Abs. 6 EStG). In der Veranlagung prüft das Finanzamt, ob die Freibeträge mehr Steuer sparen, als das Kindergeld von 3.108 € im Jahr ausmacht (§ 31 EStG). Bei einem Kind ist das für zusammen veranlagte Eltern ab einem Einkommen vor Kinderfreibeträgen von rund 86.000 € der Fall, für Eltern mit getrennter Veranlagung je Elternteil ab rund 43.000 €. Soli und Kirchensteuer werden immer mit den Freibeträgen gerechnet. Trägst du im Rechner oben deine Kinder ein, macht er die Prüfung Kind für Kind. Wie viel Kindergeld ihr bekommt, zeigt der Kindergeld-Rechner.
Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?
Die Lohnsteuer ist die Einkommensteuer, die dein Arbeitgeber gleich vom Lohn einbehält (§ 38 Abs. 1 EStG). Mit der Steuererklärung rechnet das Finanzamt die Steuer für das ganze Jahr nach § 32a EStG aus und zieht die einbehaltene Lohnsteuer ab (§ 36 Abs. 2 EStG). Lagen deine Werbungskosten über dem Pauschbetrag von 1.230 €, war die Lohnsteuer in der Regel zu hoch, und du bekommst Geld zurück. Was monatlich einbehalten wird, zeigt der Lohnsteuer-Rechner.
Was bedeutet Progressionsvorbehalt?
Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld oder Elterngeld sind steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen (§ 32b EStG). Beispiel: 30.000 € zvE aus Arbeitslohn kosten allein 4.217 € Einkommensteuer. Kommen 8.000 € Arbeitslosengeld dazu, ermittelt das Finanzamt den Durchschnittssteuersatz für 38.000 €, das sind 17,3236 %, und wendet ihn auf die 30.000 € an: 5.197 €, also 980 € mehr. Bei mehr als 410 € solcher Leistungen im Jahr musst du eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Der Rechner oben rechnet ohne Progressionsvorbehalt. Die Leistungen selbst rechnen der ALG-1-Rechner und der Elterngeld-Rechner.
Wann ist die Einzelveranlagung für Ehepaare günstiger?
Selten, meist spart die Zusammenveranlagung. Nachrechnen lohnt sich, wenn ihr ähnlich viel verdient und einer von euch Lohnersatzleistungen bekommen hat. Mit Splitting erhöht der Progressionsvorbehalt den Satz auf euer gemeinsames Einkommen, einzeln nur auf das des Empfängers. Beispiel: 25.000 € und 20.000 € zvE, der zweite Partner bekam außerdem 10.800 € Arbeitslosengeld. Zusammen veranlagt zahlt ihr 5.858 €, einzeln beide zusammen 5.735 €. Einzeln veranlagt werdet ihr, sobald einer das in der Erklärung wählt (§ 26 Abs. 2 EStG). Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen etwa für Handwerker zählen dann bei dem, der gezahlt hat, auf gemeinsamen Antrag je zur Hälfte (§ 26a Abs. 2 EStG).
Wann muss ich Einkommensteuer vorauszahlen?
Wenn Einkommensteuer anfällt, die nicht schon über den Lohn abgezogen wird, etwa aus selbstständiger Arbeit oder Vermietung. Das Finanzamt setzt dann Vorauszahlungen fest, fällig am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Grundlage ist meist die Steuer aus dem letzten Bescheid nach Abzug der Lohnsteuer, deshalb kann es auch Arbeitnehmer treffen, die regelmäßig nachzahlen, etwa mit Steuerklasse III und V. Festgesetzt wird erst ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin (§ 37 Abs. 1, 3 und 5 EStG). Ändert sich dein Einkommen deutlich, kann das Finanzamt sie anpassen (§ 37 Abs. 3 Satz 3 EStG).
Wie werden Kapitalerträge besteuert?
Meist nicht nach dem Tarif, sondern mit 25 % Abgeltungsteuer, die deine Bank gleich einbehält (§ 32d Abs. 1 EStG). Dazu kommen 5,5 % Soli auf diese Steuer, hier ohne Freigrenze (§ 3 SolzG), und gegebenenfalls Kirchensteuer. Steuerfrei bleiben 1.000 € im Jahr, zusammen veranlagt 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Ist dein persönlicher Steuersatz niedriger als 25 %, beantragst du in der Erklärung die Günstigerprüfung: Das Finanzamt rechnet die Erträge dann in den Tarif ein, wenn das insgesamt weniger Steuer ergibt (§ 32d Abs. 6 EStG). Nachrechnen kannst du das mit dem Kapitalertragsteuer-Rechner.

Quellen

  1. § 32a EStG: Einkommensteuertarif ab 2026, Splitting gesetze-im-internet.de
  2. § 2 EStG: vom Einkommen zum zvE, Lebenspartner gesetze-im-internet.de
  3. § 26 EStG: Einzel- oder Zusammenveranlagung gesetze-im-internet.de
  4. § 26a EStG: Einzelveranlagung von Ehegatten gesetze-im-internet.de
  5. § 31 EStG: Kindergeld oder Freibeträge gesetze-im-internet.de
  6. § 32 EStG: Freibeträge für Kinder gesetze-im-internet.de
  7. § 32b EStG: Progressionsvorbehalt gesetze-im-internet.de
  8. § 32d EStG: Abgeltungsteuer, Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
  9. § 34 EStG: Fünftelregelung gesetze-im-internet.de
  10. § 37 EStG: Vorauszahlungen gesetze-im-internet.de
  11. § 46 EStG: Pflicht zur Steuererklärung für Arbeitnehmer gesetze-im-internet.de
  12. § 51a EStG: Kirchensteuer als Zuschlagsteuer gesetze-im-internet.de
  13. Solidaritätszuschlaggesetz: Freigrenze und Milderungszone gesetze-im-internet.de
  14. § 149 AO: Abgabefristen gesetze-im-internet.de
  15. § 152 AO: Verspätungszuschlag gesetze-im-internet.de
  16. Steuerfortentwicklungsgesetz, BGBl. 2024 I Nr. 449: Tarif 2025 und 2026 recht.bund.de
  17. BMF · Programmablaufplan Lohnsteuer 2025: Tarifformel 2025 bmf-steuerrechner.de
  18. Bundestags-Drucksache 21/8235: Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 vom 28. September 2026 dserver.bundestag.de
  19. EKD · Kirchensteuerhebesatz und Kappung: 8 oder 9 %, Kappung kirchenfinanzen.de

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