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Der Tarif 2026 in fünf Zonen
- 12.348 €Grundfreibetrag, zusammen 24.696 €§ 32a Abs. 1 EStG
- 69.879 €Spitzensteuersatz 42 % ab zvEzusammen 139.758 €
- 277.826 €Reichensteuersatz 45 % ab zvEzusammen 555.652 €
- 20.350 €Soli erst bei Einkommensteuer überzusammen 40.700 €
Grundlage ist dein zu versteuerndes Einkommen (zvE). Bis zum Grundfreibetrag bleibt es steuerfrei. Danach steigt der Steuersatz in zwei Zonen von 14 % auf 42 %, ab 277.826 € gilt der Reichensteuersatz von 45 %. Jeder Satz gilt nur für den Teil des Einkommens in seiner Zone.
| Zone | zvE | Einkommensteuer in Euro | Grenzsteuersatz |
|---|---|---|---|
| 1. Grundfreibetrag | bis 12.348 € | 0 | 0 % |
| 2. Erste Progressionszone | 12.349 € bis 17.799 € | (914,51 · y + 1.400) · y | 14 bis 23,97 % |
| 3. Zweite Progressionszone | 17.800 € bis 69.878 € | (173,10 · z + 2.397) · z + 1.034,87 | 23,97 bis 42 % |
| 4. Spitzensteuersatz | 69.879 € bis 277.825 € | 0,42 · x − 11.135,63 | 42 % |
| 5. Reichensteuersatz | ab 277.826 € | 0,45 · x − 19.470,38 | 45 % |
x ist das zvE, abgerundet auf volle Euro. y = (x − 12.348) / 10.000, z = (x − 17.799) / 10.000. Die Steuer wird auf volle Euro abgerundet (§ 32a Abs. 1 EStG).
Das zvE liegt in Zone 3, also gilt die Formel mit z.
- Zu versteuerndes Einkommen
- 50.000 €
- z = (50.000 − 17.799) / 10.000
- 3,2201
- Klammer: 173,10 · z + 2.397
- 2.954,40
- mal z
- 9.513,46
- plus 1.034,87
- 10.548,33
- Einkommensteuer, auf volle Euro abgerundet
- 10.548 €
Die anderen Zonen nachgerechnet
| Zone und zvE | Rechnung | Steuer |
|---|---|---|
| Zone 2 15.000 € | y = 0,2652; (914,51 · y + 1.400) · y = 435,60 | 435 € |
| Zone 4 100.000 € | 0,42 · 100.000 − 11.135,63 = 30.864,37 | 30.864 € |
| Zone 5 300.000 € | 0,45 · 300.000 − 19.470,38 = 115.529,62 | 115.529 € |
Der Rechner oben kommt auf dieselben Beträge.
Was die Zahlen in der Formel bedeuten
Die Koeffizienten wirken willkürlich, sie ergeben sich aber aus dem Verlauf des Grenzsteuersatzes. In Zone 2 ist 1.400 geteilt durch 10.000 der Eingangssteuersatz von 14 %, der Faktor 914,51 lässt ihn bis 17.799 € gleichmäßig auf 23,97 % steigen. Zone 3 setzt dort mit 2.397 / 10.000 = 23,97 % an, und 173,10 sorgt dafür, dass der Satz bis 69.878 € auf 42 % wächst. Weil der Grenzsteuersatz in beiden Zonen mit jedem Euro um denselben Betrag zunimmt, heißt der Tarif linear-progressiv.
1.034,87 ist die Steuer, die bis 17.799 € schon angefallen ist. Die Abzüge 11.135,63 und 19.470,38 schließen die Formeln der Zonen 4 und 5 an die vorige Zone an, die Steuer springt an den Grenzen also nicht.
§ 32a EStG: was in jedem Absatz steht
Wer § 32a EStG bei gesetze-im-internet.de aufruft, findet die Fassung, die ab dem Veranlagungszeitraum 2026 gilt. So ist die Vorschrift aufgebaut:
- Absatz 1 Satz 1: BemessungsgrundlageDie tarifliche Einkommensteuer richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen, abgerundet auf volle Euro.
- Absatz 1 Satz 2: die fünf ZonenBis 12.348 € (Grundfreibetrag) null, dann die beiden Formeln mit y und z, ab 69.879 € 42 % und ab 277.826 € 45 %, jeweils mit Abzugsbetrag. Das gilt „vorbehaltlich“ der Sondertarife aus §§ 32b, 32d, 34, 34a, 34b und 34c, siehe Tabelle unten.
- Absatz 1 Sätze 3 bis 6: Rechengrößen und Rundungy ist ein Zehntausendstel des Teils über dem Grundfreibetrag, z ein Zehntausendstel des Teils über 17.799 €, x das abgerundete zvE. Die Steuer wird auf volle Euro abgerundet.
- Absätze 2 bis 4Sie sind aufgehoben, im Gesetz steht nur noch „(weggefallen)“.
- Absatz 5: SplittingZusammen veranlagte Ehegatten zahlen das Zweifache der Steuer, die sich für die Hälfte ihres gemeinsamen zvE ergibt.
- Absatz 6: Splitting nach Tod oder ScheidungVerwitwete bekommen das Splitting auch für das Jahr nach dem Todesjahr, wenn beim Tod die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung vorlagen (Nr. 1). Wird eine Ehe aufgelöst und heiratet der frühere Partner im selben Jahr neu, bekommt der andere für dieses Jahr ebenfalls den Splittingtarif, wenn alte und neue Ehe die Voraussetzungen erfüllen (Nr. 2). Beides entfällt bei Einzelveranlagung (Satz 2).
| EStG | Was die Vorschrift regelt |
|---|---|
| § 32b | Progressionsvorbehalt: Steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld und bestimmte Auslandseinkünfte erhöhen den Steuersatz auf das übrige zvE. |
| § 32d | Abgeltungsteuer: Kapitalerträge kosten meist 25 % statt Tarif, auf Antrag gilt der Tarif, wenn er günstiger ist (Abs. 6). |
| § 34 | Außerordentliche Einkünfte: Fünftelregelung, etwa für Abfindungen: Steuer auf ein Fünftel der Einkünfte, mal fünf. |
| § 34a | Nicht entnommene Gewinne: Gewinne, die im Betrieb bleiben, auf Antrag mit 28,25 %, ab 2028 schrittweise weniger bis 25 % ab 2032. |
| § 34b | Außerordentliche Holznutzungen: Etwa Holz nach Sturm: halber durchschnittlicher Steuersatz, oberhalb des Nutzungssatzes ein Viertel. |
| § 34c | Ausländische Steuern: Im Ausland gezahlte Einkommensteuer wird auf die deutsche Steuer für diese Einkünfte angerechnet. |
Abfindungen rechnet der Abfindungsrechner mit Fünftelregelung, Einkünfte aus dem Ausland der Auslandseinkünfte-Rechner.
Unter § 32a steht bei gesetze-im-internet.de eine Fußnote zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Mai 2013 (2 BvR 909/06): Das Splitting nur für Ehepaare war mit dem Gleichheitssatz unvereinbar. Seit dem Gesetz vom 15. Juli 2013 gelten alle Regeln für Ehegatten auch für eingetragene Lebenspartner (§ 2 Abs. 8 EStG). Den vollständigen Wortlaut findest du bei gesetze-im-internet.de, die Fassung für 2025 weiter unten.
Steuertabelle 2026: Grenz- und Durchschnittssteuersatz
Was der Tarif bei typischen Einkommen ergibt, einzeln und mit Splitting, ohne Soli und Kirchensteuer.
| zvE | Steuer einzeln | Durchschnitt | Grenzsatz | Steuer zusammen |
|---|---|---|---|---|
| 15.000 € | 435 € | 2,9 % | 18,9 % | 0 € |
| 20.000 € | 1.570 € | 7,9 % | 24,7 % | 0 € |
| 25.000 € | 2.850 € | 11,4 % | 26,5 % | 42 € |
| 30.000 € | 4.217 € | 14,1 % | 28,2 % | 870 € |
| 35.000 € | 5.670 € | 16,2 % | 29,9 % | 1.928 € |
| 40.000 € | 7.209 € | 18,0 % | 31,7 % | 3.140 € |
| 50.000 € | 10.548 € | 21,1 % | 35,1 % | 5.700 € |
| 60.000 € | 14.233 € | 23,7 % | 38,6 % | 8.434 € |
| 70.000 € | 18.264 € | 26,1 % | 42,0 % | 11.340 € |
| 80.000 € | 22.464 € | 28,1 % | 42,0 % | 14.418 € |
| 100.000 € | 30.864 € | 30,9 % | 42,0 % | 21.096 € |
| 150.000 € | 51.864 € | 34,6 % | 42,0 % | 40.728 € |
| 200.000 € | 72.864 € | 36,4 % | 42,0 % | 61.728 € |
| 300.000 € | 115.529 € | 38,5 % | 45,0 % | 103.728 € |
| 500.000 € | 205.529 € | 41,1 % | 45,0 % | 187.728 € |
„Zusammen“ heißt: gemeinsames zvE eines Ehepaars mit Splitting. Durchschnitt und Grenzsatz gelten für die Einzelveranlagung.
Splitting für Ehepaare nach § 32a Abs. 5 EStG
Wer zusammen veranlagt wird, zahlt das Doppelte der Steuer auf das halbe gemeinsame zvE (§ 32a Abs. 5 EStG). Wählen könnt ihr das, wenn ihr beide unbeschränkt steuerpflichtig seid und nicht dauernd getrennt lebt. Es reicht, wenn das irgendwann im Jahr zutraf: Wer im Dezember heiratet, bekommt das Splitting für das ganze Jahr (§ 26 Abs. 1 EStG). Alle Grenzen verdoppeln sich, steuerfrei bleiben 24.696 €, 42 % gelten ab 139.758 €. Weil der Tarif progressiv ist, sinkt die Steuer, sobald die Einkommen unterschiedlich hoch sind. Verdient ihr gleich viel, ändert sich nichts.
- Grundtarif auf 95.000 €
- 28.764 €
- Splitting: 2 × Tarif auf 47.500 €
- 19.362 €
- Splittingvorteil im Jahr
- 9.402 €
- Einzeln: 14.233 € + 5.670 €
- 19.903 €
- Splitting: 2 × Tarif auf 47.500 €
- 19.362 €
- Splittingvorteil im Jahr
- 541 €
Splittingvorteil nach Einkommen
| Gemeinsames zvE | Grundtarif | Splitting | Vorteil |
|---|---|---|---|
| 30.000 € | 4.217 € | 870 € | 3.347 € |
| 50.000 € | 10.548 € | 5.700 € | 4.848 € |
| 75.000 € | 20.364 € | 12.858 € | 7.506 € |
| 100.000 € | 30.864 € | 21.096 € | 9.768 € |
| 150.000 € | 51.864 € | 40.728 € | 11.136 € |
| 250.000 € | 93.864 € | 82.728 € | 11.136 € |
| 400.000 € | 160.529 € | 145.728 € | 14.801 € |
| 600.000 € | 250.529 € | 231.058 € | 19.471 € |
Vorteil, wenn einer das ganze Einkommen hat. Verdient ihr beide, ist er kleiner.
Zwischen 139.758 € und 277.825 € bleibt der Vorteil bei rund 11.136 €, weil dann beide Rechnungen im 42-%-Bereich landen. Mehr als rund 19.470 € im Jahr bringt das Splitting nie, diesen Höchstwert gibt es ab 555.652 €.
Ohne Wahl in der Steuererklärung gilt die Zusammenveranlagung (§ 26 Abs. 3 EStG). Ist der Bescheid bestandskräftig, lässt sich die Wahl nur noch in engen Ausnahmen ändern (§ 26 Abs. 2 Satz 4 EStG). Die Steuerklassen III/V oder IV/IV ändern an der Jahressteuer nichts, sie verteilen nur die Lohnsteuer übers Jahr. Was das monatlich ausmacht, zeigt der Steuerklassenwechsel-Rechner.
Spitzensteuersatz und Reichensteuer
Den Spitzensteuersatz von 42 % zahlst du ab 69.879 € zvE, zusammen veranlagt ab 139.758 €. Den Reichensteuersatz von 45 % ab 277.826 €, zusammen ab 555.652 €. Beides sind Grenzsteuersätze: Sie gelten für jeden Euro über der Grenze, nicht für das ganze Einkommen. Wer 100.000 € zvE hat, zahlt im Schnitt 30,9 %.
| zvE | Steuer | im Schnitt | Mehr durch 45 % |
|---|---|---|---|
| 300.000 € | 115.529 € | 38,5 % | 665 € |
| 500.000 € | 205.529 € | 41,1 % | 6.665 € |
| 1.000.000 € | 430.529 € | 43,1 % | 21.665 € |
Grundtarif, ohne Soli und Kirchensteuer. Die Reichensteuer sind 3 Prozentpunkte auf den Teil über 277.825 €.
Der Durchschnittssatz nähert sich den 45 %, erreicht sie aber nie. Mit Soli kostet jeder weitere Euro mehr: Wo der volle Soli von 5,5 % greift, sind es im 42-%-Bereich 44,3 % und im 45-%-Bereich 47,5 %, ohne Kirchensteuer.
Nach dem Gesetzentwurf für 2027 gälten 45 % schon ab 250.000 €, ab 280.000 € käme ein Satz von 47 % dazu. Beschlossen ist das noch nicht, mehr dazu unten.
Soli und Kirchensteuer
Der Soli beträgt 5,5 % der Einkommensteuer (§ 4 SolzG), aber erst, wenn sie die Freigrenze übersteigt: 20.350 € einzeln, 40.700 € zusammen (§ 3 Abs. 3 SolzG). Knapp darüber ist er auf 11,9 % des Betrags über der Freigrenze gedeckelt, so steigt er langsam an.
| Schwelle | einzeln | zusammen |
|---|---|---|
| Freigrenze (Einkommensteuer) | 20.350 € | 40.700 € |
| Soli fällig ab zvE | 74.969 € | 149.938 € |
| Voller Satz 5,5 % ab Einkommensteuer | 37.839 € | 75.677 € |
| Voller Satz 5,5 % ab zvE | 116.607 € | 233.214 € |
zvE-Werte ohne Kinder. Mit Kindern wird der Soli von einer Steuer nach Abzug der Kinderfreibeträge berechnet, die Schwellen liegen dann höher.
Beispiel: Bei 100.000 € zvE beträgt die Einkommensteuer 30.864 €. 5,5 % davon wären 1.697,52 €, gedeckelt sind es 1.251,16 €. Genauer rechnet der Soli-Rechner.
Die Kirchensteuer beträgt 8 % der Einkommensteuer in Bayern und Baden-Württemberg, sonst 9 %. Bei 50.000 € zvE ohne Kinder sind das 843,84 € oder 949,32 € im Jahr. Bei hohen Einkommen kappen die Kirchen sie je nach Land auf 2,75 bis 4 % des zvE, teils nur auf Antrag. Gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderausgabe abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Kappung und Abzug rechnet der Rechner nicht mit, beides zeigt der Kirchensteuer-Rechner.
Kindergeld oder Freibetrag
Für jedes Kind bekommst du Kindergeld. In der Steuererklärung prüft das Finanzamt Kind für Kind, ob stattdessen die Freibeträge für Kinder mehr bringen (§ 31 EStG). Ist das so, zieht es sie vom zvE ab und rechnet das Kindergeld der Steuer wieder hinzu (§ 2 Abs. 6 Satz 3 EStG). Du bekommst also nur den Unterschied zusätzlich.
- zvE vor den Freibeträgen für Kinder
- 150.000 €
- − Freibeträge für 2 Kinder
- −19.512 €
- = zvE für den Tarif
- 130.488 €
- Einkommensteuer nach dem Splittingtarif
- 32.606 €
- + Kindergeld für 2 Kinder
- 6.216 €
- = festzusetzende Einkommensteuer
- 38.822 €
Ohne die Freibeträge läge die Einkommensteuer bei 40.728 €. Die Freibeträge sparen 8.122 €, das Kindergeld macht 6.216 € im Jahr aus. Über das Kindergeld hinaus bringen sie 1.906 €.
Soli und Kirchensteuer rechnen immer mit allen Freibeträgen für Kinder, auch wenn das Kindergeld günstiger ist (§ 3 Abs. 2 SolzG, § 51a Abs. 2 EStG). Ein Ehepaar mit zwei Kindern und 60.000 € zvE fährt mit dem Kindergeld besser, zahlt aber trotzdem nur 293,58 € Kirchensteuer statt 759,06 € ohne Kinder (9 %).
Vom Einkommen zum zu versteuernden Einkommen
Der Tarif greift erst am Ende einer Kette von Abzügen (§ 2 EStG). So kommst du auf die Zahl für den Rechner:
- Einkünfte ermittelnFür jede Einkunftsart getrennt. Arbeitnehmer ziehen vom Bruttolohn ihre Werbungskosten ab, mindestens den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € (§ 9a EStG). Dazu gehört die Entfernungspauschale von 0,38 € je Arbeitstag und vollem Kilometer zur ersten Tätigkeitsstätte (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG). Selbstständige setzen ihren Gewinn an.
- Gesamtbetrag der EinkünfteDie Einkünfte werden zusammengezählt. Davon gehen unter anderem der Altersentlastungsbetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ab (§ 2 Abs. 3 EStG).
- EinkommenAbgezogen werden Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen (§ 2 Abs. 4 EStG), etwa Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, gezahlte Kirchensteuer und Spenden. Für Kirchensteuer, Spenden und einige andere Sonderausgaben gibt es ohne Nachweis 36 €, bei Zusammenveranlagung 72 € (§ 10c EStG).
- Zu versteuerndes EinkommenZum Schluss kommen die Kinderfreibeträge weg, falls sie mehr bringen als das Kindergeld (§ 2 Abs. 5, § 31 EStG). Was übrig bleibt, ist dein zvE. Im Steuerbescheid steht es als eigene Zeile.
- Tarif anwendenAuf das zvE wendet das Finanzamt den Tarif an. Von der tariflichen Steuer gehen noch Steuerermäßigungen ab, zum Beispiel für Handwerkerleistungen (§ 35a EStG). Das Ergebnis ist die festzusetzende Einkommensteuer (§ 2 Abs. 6 EStG), auf die deine Lohnsteuer angerechnet wird (§ 36 Abs. 2 EStG).
Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert, 30 km Arbeitsweg an 220 Tagen, keine weiteren Einkünfte.
- Bruttoarbeitslohn
- 50.000 €
- − Werbungskosten: 30 km × 220 Tage × 0,38 €
- −2.508 €
- = Einkünfte, hier zugleich Gesamtbetrag der Einkünfte
- 47.492 €
- − Beiträge zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung
- −10.075 €
- − Sonderausgaben-Pauschbetrag
- −36 €
- = Einkommen, ohne Kinder zugleich zvE
- 37.381 €
- Einkommensteuer nach dem Grundtarif
- 6.392 €
Die Versicherungsbeiträge sind hier so angesetzt wie im Lohnsteuerabzug (Vorsorgepauschale). Im Bescheid zählen die Beträge laut deiner Lohnsteuerbescheinigung (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 und 3 EStG). Dein Arbeitgeber hat nur den Pauschbetrag von 1.230 € berücksichtigt und 6.788 € Lohnsteuer einbehalten. Die 1.278 € Werbungskosten darüber bringen dir mit dem Bescheid rund 396 € zurück, gut 31 %, so hoch ist ungefähr dein Grenzsteuersatz. Deinen Arbeitsweg rechnet der Pendlerpauschale-Rechner.
Steuererklärung: Pflicht und Fristen
| Als Arbeitnehmer musst du abgeben bei | Vorschrift |
|---|---|
| Nebeneinkünfte ohne Lohnsteuerabzug von mehr als 410 € im Jahr, etwa aus Vermietung oder selbstständiger Arbeit | § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG |
| Lohnersatzleistungen von mehr als 410 € im Jahr, zum Beispiel Arbeitslosen-, Kranken-, Kurzarbeiter- oder Elterngeld | § 46 Abs. 2 Nr. 1, § 32b EStG |
| Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig | § 46 Abs. 2 Nr. 2 EStG |
| Ehepaar, beide mit Arbeitslohn, einer in Steuerklasse V oder VI oder Steuerklasse IV mit Faktor | § 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG |
| Freibetrag in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen, etwa für hohe Werbungskosten, bei Arbeitslohn über 13.614 € (Ehepaare: 25.998 €) | § 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG |
Die Erklärung für 2026 ist bis zum 2. August 2027 fällig (§ 149 Abs. 2 AO, fällt das Ende auf ein Wochenende, gilt der nächste Werktag). Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein hast du bis zum 29. Februar 2028 Zeit, für 2025 bis zum 1. März 2027.
Kommt eine Pflichterklärung mehr als 14 Monate nach Jahresende, wird ein Verspätungszuschlag fällig: je angefangenem Monat 0,25 % der noch offenen Steuer, mindestens 25 € (§ 152 Abs. 2 und 5 AO). Ohne Nachzahlung entfällt diese Pflicht (§ 152 Abs. 3 Nr. 3 AO).
Musst du nicht abgeben, kannst du es trotzdem tun und zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückholen. Dafür hast du vier Jahre Zeit: Die Erklärung für 2022 muss bis zum 31. Dezember 2026 beim Finanzamt sein, die für 2026 bis zum 31. Dezember 2030.
2025, 2026 und der Entwurf für 2027
| Wert | 2025 | 2026 | 2027 (Entwurf) |
|---|---|---|---|
| Grundfreibetrag | 12.096 € | 12.348 € | 12.564 € |
| Ende der ersten Progressionszone | 17.443 € | 17.799 € | 17.799 € |
| Spitzensteuersatz 42 % ab | 68.481 € | 69.879 € | 70.601 € |
| Reichensteuersatz 45 % ab | 277.826 € | 277.826 € | 250.000 € |
| Steuersatz 47 % ab | – | – | 280.000 € |
| Soli-Freigrenze einzeln | 19.950 € | 20.350 € | unverändert |
| Soli-Freigrenze zusammen | 39.900 € | 40.700 € | unverändert |
| Kinderfreibetrag je Elternteil | 3.336 € | 3.414 € | 3.564 € |
| Kindergeld je Kind und Monat | 255 € | 259 € | 267 € |
| Arbeitnehmer-Pauschbetrag | 1.230 € | 1.230 € | 1.430 € |
2025 und 2026: Steuerfortentwicklungsgesetz vom 23. Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 449). 2027: Regierungsentwurf, Bundestags-Drucksache 21/8235 vom 28. September 2026, noch nicht beschlossen.
Von 2025 auf 2026 sind die Tarifgrenzen bis zum Spitzensteuersatz um rund 2 % gestiegen, die Steuersätze selbst sind gleich geblieben. Die Grenze für den Reichensteuersatz hat sich nicht bewegt.
§ 32a Abs. 1 EStG in der Fassung für 2025
Für die Steuererklärung 2025 gilt noch der alte Tarif mit diesen Zonen:
| Zone | zvE 2025 | Einkommensteuer in Euro |
|---|---|---|
| 1 | bis 12.096 € | 0 |
| 2 | 12.097 € bis 17.443 € | (932,30 · y + 1.400) · y |
| 3 | 17.444 € bis 68.480 € | (176,64 · z + 2.397) · z + 1.015,13 |
| 4 | 68.481 € bis 277.825 € | 0,42 · x − 10.911,92 |
| 5 | ab 277.826 € | 0,45 · x − 19.246,67 |
y = (x − 12.096) / 10.000, z = (x − 17.443) / 10.000. Der Rechner oben rechnet mit dem Tarif 2026.
Was für 2027 und 2028 geplant ist
Der Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 sieht für 2028 einen weiteren Schritt vor: Grundfreibetrag 12.900 €, Kinderfreibetrag 3.654 € je Elternteil, Kindergeld 272 €. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, bis dahin rechnet der Rechner mit dem Tarif 2026.
Häufige Fragen
Wie viel Einkommensteuer zahle ich bei 30.000, 50.000 oder 100.000 Euro?
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Ab welchem Einkommen zahle ich 42 Prozent Steuern?
Was ist der Unterschied zwischen Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz?
Wie wirken sich Kinder auf die Einkommensteuer aus?
Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?
Was bedeutet Progressionsvorbehalt?
Wann ist die Einzelveranlagung für Ehepaare günstiger?
Wann muss ich Einkommensteuer vorauszahlen?
Wie werden Kapitalerträge besteuert?
Quellen
- § 32a EStG: Einkommensteuertarif ab 2026, Splitting gesetze-im-internet.de
- § 2 EStG: vom Einkommen zum zvE, Lebenspartner gesetze-im-internet.de
- § 26 EStG: Einzel- oder Zusammenveranlagung gesetze-im-internet.de
- § 26a EStG: Einzelveranlagung von Ehegatten gesetze-im-internet.de
- § 31 EStG: Kindergeld oder Freibeträge gesetze-im-internet.de
- § 32 EStG: Freibeträge für Kinder gesetze-im-internet.de
- § 32b EStG: Progressionsvorbehalt gesetze-im-internet.de
- § 32d EStG: Abgeltungsteuer, Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
- § 34 EStG: Fünftelregelung gesetze-im-internet.de
- § 37 EStG: Vorauszahlungen gesetze-im-internet.de
- § 46 EStG: Pflicht zur Steuererklärung für Arbeitnehmer gesetze-im-internet.de
- § 51a EStG: Kirchensteuer als Zuschlagsteuer gesetze-im-internet.de
- Solidaritätszuschlaggesetz: Freigrenze und Milderungszone gesetze-im-internet.de
- § 149 AO: Abgabefristen gesetze-im-internet.de
- § 152 AO: Verspätungszuschlag gesetze-im-internet.de
- Steuerfortentwicklungsgesetz, BGBl. 2024 I Nr. 449: Tarif 2025 und 2026 recht.bund.de
- BMF · Programmablaufplan Lohnsteuer 2025: Tarifformel 2025 bmf-steuerrechner.de
- Bundestags-Drucksache 21/8235: Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 vom 28. September 2026 dserver.bundestag.de
- EKD · Kirchensteuerhebesatz und Kappung: 8 oder 9 %, Kappung kirchenfinanzen.de
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- Steuererstattung Wie viel Lohnsteuer zurückkommt
- Handwerkerkosten Steuerermäßigung nach § 35a direkt von der Steuer
- Spenden absetzen Was eine Spende an Steuer spart
- Lohnsteuer Was der Arbeitgeber jeden Monat einbehält
- Brutto-Netto Netto mit allen Abzügen
- Ehegattensplitting Splittingvorteil für Ehepaare
- Steuerklassenwechsel III/V, IV/IV oder Faktor
- Soli Freigrenze und Milderungszone genau
- Abfindung Steuer mit Fünftelregelung
- Kapitalertragsteuer Abgeltungsteuer und Günstigerprüfung
- Verspätungszuschlag Was eine zu späte Steuererklärung kostet
- Kinderfreibetrag Ab wann der Freibetrag mehr bringt als Kindergeld