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Kindergeld-Rechner 2026

Für jedes Kind gibt es 2026 259 € Kindergeld im Monat, 3.108 € im Jahr, unabhängig vom Einkommen. Der Rechner zeigt, was das für deine Familie ausmacht und ob die Kinderfreibeträge mehr bringen. Bei Ehepaaren ist das ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 86.100 € der Fall.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Kindergeld-Rechner

Kindergeld im Monat

518 €

Im Jahr 6.216 €, je Kind 259 € im Monat

Für 2 Kinder überweist die Familienkasse 518 € im Monat. Das Kindergeld ist steuerfrei und hängt nicht von deinem Einkommen ab.

Je Kind
259 €
Im Jahr
6.216 €
Freibeträge lohnen ab
86.100 €

Günstigerprüfung im Steuerbescheid

Freibeträge je Kind: 9.756 €. Dagegen steht das Kindergeld von 3.108 € im Jahr.

KindSteuerersparnis durch FreibeträgeBesser ist
1. Kind2.668 €Kindergeld
2. Kind2.668 €Kindergeld

Das Kindergeld bringt dir mehr als die Freibeträge. Sie würden sich erst ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 86.100 € lohnen.

Das Finanzamt prüft für jedes Kind einzeln. Angenommen ist Kindergeld für das ganze Jahr. Soli und Kirchensteuer berechnet es immer mit den Freibeträgen.

Gut zu wissen: Ab 18 gibt es Kindergeld nur mit Grund: in Ausbildung oder Studium bis 25, arbeitsuchend gemeldet bis 21, bei einer Behinderung, die vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist, ohne Altersgrenze. Rückwirkend zahlt die Familienkasse höchstens sechs Monate.

Auf dieser Seite
  1. Kindergeld 2026
  2. Wer das Kindergeld bekommt
  3. Kindergeld oder Freibetrag
  4. Kindergeld ab 18
  5. Antrag und Auszahlung
  6. Kinderzuschlag und Sofortzuschlag
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Kindergeld 2026 auf einen Blick

Seit Januar 2026 beträgt das Kindergeld 259 € je Kind und Monat (§ 66 Abs. 1 EStG), 4 € mehr als 2025. Für das dritte Kind gibt es genauso viel wie für das erste. Das Kindergeld ist steuerfrei, und das Einkommen der Eltern spielt keine Rolle.

  • 259 €Kindergeld je Kind und Monat§ 66 Abs. 1 EStG
  • 3.108 €Kindergeld je Kind und Jahr12 Monate
  • 9.756 €Freibeträge je Kind, Eltern zusammen§ 32 Abs. 6 EStG
  • 297 €Kinderzuschlag je Kind bis zu§ 6a BKGG
Kinderim Monatim Jahr
1 Kind259 €3.108 €
2 Kinder518 €6.216 €
3 Kinder777 €9.324 €
4 Kinder1.036 €12.432 €
5 Kinder1.295 €15.540 €

Kindergeld für das ganze Jahr, ohne Kinderzuschlag.

Seit 2026 steht im Gesetz, dass das Kindergeld steigt, sobald der Kinderfreibetrag angehoben wird (§ 66 Abs. 3 EStG). Nach dem Gesetzentwurf, den die Bundesregierung am 2. September 2026 beschlossen hat, soll es 267 € ab Januar 2027 und 272 € ab Januar 2028 geben. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Einen neuen Antrag brauchst du bei einer Erhöhung nicht, die Familienkasse zahlt automatisch mehr.

Wer das Kindergeld bekommt

Anspruch hat, wer in Deutschland wohnt oder sich hier gewöhnlich aufhält, Eltern mit Wohnsitz im Ausland nur, wenn sie hier unbeschränkt steuerpflichtig sind (§ 62 EStG). Für den Antrag brauchst du deine Steuer-Identifikationsnummer und die des Kindes. Kindergeld gibt es für eigene Kinder und Pflegekinder, außerdem für Kinder deines Ehepartners und Enkel, die du in deinen Haushalt aufgenommen hast (§ 63 EStG).

Für jedes Kind zahlt die Familienkasse nur an eine Person (§ 64 Abs. 1 EStG). Bekommen würden es mehrere, geht es an den, bei dem das Kind lebt. Lebt es bei euch beiden, bestimmt ihr selbst, wer es bekommt, notfalls entscheidet das Familiengericht (§ 64 Abs. 2). Lebt das Kind bei keinem von euch, etwa im Studium, bekommt es der Elternteil, der den höheren Unterhalt zahlt (§ 64 Abs. 3).

Getrennte Eltern teilen sich das Kindergeld über den Unterhalt: Wer das Kind betreut, bekommt es ausgezahlt, beim anderen mindert die Hälfte den Kindesunterhalt für Kinder unter 18 (§ 1612b BGB). Wie viel das ausmacht, rechnet der Unterhalts-Rechner.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Das Kindergeld ist eine vorab gezahlte Steuervergütung (§ 31 EStG). Mit deiner Steuererklärung prüft das Finanzamt von selbst, ob die Freibeträge für das Kind mehr Steuer sparen würden. Je Elternteil sind das 3.414 € Kinderfreibetrag und 1.464 € für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung, für Ehepaare zusammen 9.756 € je Kind. Ab welchem Einkommen sich das lohnt, zeigt der Kinderfreibetrag-Rechner.

Sparen die Freibeträge mehr als das Kindergeld eines Jahres, zieht das Finanzamt sie vom Einkommen ab und rechnet das Kindergeld der Steuer wieder hinzu. Das Kindergeld behältst du, im Steuerbescheid wirkt nur die Differenz.

Plus im Steuerbescheid = Steuerersparnis durch die Freibeträge − Kindergeld des Jahres

Steuerersparnis durch die Freibeträge eines Kindes und Kindergeld, Ehepaar Die Steuerersparnis durch die Freibeträge eines Kindes steigt mit dem Einkommen. Bei einem Ehepaar übersteigt sie das Kindergeld von 3.108 € im Jahr ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 86.100 € und erreicht beim Spitzensteuersatz rund 4.100 €. 01.0002.0003.0004.000 050.000100.000150.000 Kindergeld 3.108 € ab rund 86.100 €
Steuerersparnis durch die Freibeträge Kindergeld im Jahr waagerecht: zu versteuerndes Einkommen, Ehepaar mit einem Kind; senkrecht: Euro im Jahr

Je höher dein Steuersatz, desto mehr sparen die Freibeträge. Beim Spitzensteuersatz sind es für Ehepaare je Kind rund 4.100 € im Jahr, 990 € mehr als das Kindergeld. Wo die Grenze liegt, hängt von deiner Situation ab:

SituationFreibeträge je Kindangerechnetes Kindergeldlohnt ab
Ehepaar, gemeinsame Steuererklärung9.756 €3.108 €86.100 €
Alleinerziehend mit vollen Freibeträgen9.756 €3.108 €45.500 €
Eltern ohne gemeinsame Erklärung, je Elternteil4.878 €1.554 €43.100 €
Alleinerziehend, der andere Elternteil zahlt Unterhalt6.342 €1.554 €23.000 €

Zu versteuerndes Einkommen vor den Freibeträgen, ein Kind mit Kindergeld für das ganze Jahr. Eltern, die nicht gemeinsam veranlagt werden, rechnen das Kindergeld im Umfang ihres Kinderfreibetrags an, bei geteiltem Kinderfreibetrag also zur Hälfte (§ 31 Satz 4 EStG).

Rechenbeispiel Ehepaar mit zwei Kindern, 120.000 € zu versteuerndes Einkommen
Einkommensteuer ohne Freibeträge, Splittingtarif
28.466 €
Einkommensteuer mit den Freibeträgen beider Kinder
21.268 €
Steuerersparnis durch die Freibeträge
7.198 €
Kindergeld des Jahres, das hinzugerechnet wird
−6.216 €
Plus mit dem Steuerbescheid
982 €

Beim ersten Kind sparen die Freibeträge 3.682 €, beim zweiten 3.516 €, weil der zweite Abzug auf ein schon niedrigeres Einkommen trifft. Das Finanzamt prüft für jedes Kind einzeln. Beide Beträge liegen über dem Kindergeld von 3.108 €.

Rechenbeispiel Alleinerziehend mit einem Kind, 35.000 € zu versteuerndes Einkommen

Der andere Elternteil zahlt Unterhalt. Euer Kind ist minderjährig und nur bei dir gemeldet, deshalb bekommst du auf Antrag auch seinen Freibetrag für Betreuung und Ausbildung (§ 32 Abs. 6 Satz 8 EStG).

Eigener Kinderfreibetrag
3.414 €
+ Freibetrag für Betreuung und Ausbildung, beide Hälften
2.928 €
= Freibeträge
6.342 €
Steuerersparnis bei 35.000 € zu versteuerndem Einkommen
1.829 €
Halbes Kindergeld, das hinzugerechnet wird
−1.554 €
Plus mit dem Steuerbescheid
275 €

Angerechnet werden nur 1.554 €, weil der Kinderfreibetrag geteilt bleibt. Deshalb lohnen sich die Freibeträge hier schon ab rund 23.000 €.

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer rechnet das Finanzamt immer mit den Freibeträgen, auch wenn das Kindergeld günstiger ist (§ 51a Abs. 2 EStG). Deshalb stehen die Kinderfreibeträge in deinen Lohnsteuermerkmalen, obwohl sie die Lohnsteuer im Monat nicht senken. Deine ganze Einkommensteuer rechnet der Einkommensteuer-Rechner.

Kindergeld ab 18: bis wann?

Bis zum 18. Geburtstag gibt es Kindergeld ohne weitere Bedingungen, und zwar bis einschließlich des Geburtstagsmonats. Hat dein Kind am Ersten eines Monats Geburtstag, endet es schon mit dem Vormonat. Danach zahlt die Familienkasse nur weiter, wenn einer dieser Gründe vorliegt:

Situation des KindesAlter§ 32 Abs. 4 Satz 1 EStG
Arbeitsuchend bei der Agentur für Arbeit gemeldet und ohne Jobein Minijob schadet nichtunter 21Nr. 1
Schule, Berufsausbildung oder Studiumunter 25Nr. 2 a
Pause zwischen zwei Ausbildungsabschnittenhöchstens vier Monate, auch vor einem Freiwilligendienst oder dem Wehrdienstunter 25Nr. 2 b
Findet keinen Ausbildungsplatzdie Suche muss es belegenunter 25Nr. 2 c
Freiwilligendienstetwa freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, Bundesfreiwilligendienstunter 25Nr. 2 d
Behinderung, wegen der sich das Kind nicht selbst unterhalten kanneingetreten vor dem 25. Geburtstagohne GrenzeNr. 3

Es zählt jeder Monat, in dem der Grund an mindestens einem Tag vorliegt (§ 66 Abs. 2 EStG).

Nach der ersten abgeschlossenen Ausbildung oder dem ersten Studium kommt es zusätzlich darauf an, ob dein Kind arbeitet. Mehr als 20 Stunden pro Woche kosten das Kindergeld, ein Minijob oder ein Ausbildungsverhältnis nicht (§ 32 Abs. 4 Sätze 2 und 3 EStG). Vorher prüft die Familienkasse die Arbeitszeit nicht. Was dein Kind dabei verdient, zählt nicht: Eine Einkommensgrenze gibt es seit 2012 nicht mehr.

Ein Master kann noch zur ersten Ausbildung gehören, wenn er fachlich an den Bachelor anschließt und dein Kind ihn zum nächstmöglichen Termin beginnt. Wer dazwischen ein freiwilliges soziales Jahr einschiebt, macht den Master zur Zweitausbildung, und dann zählt die 20-Stunden-Grenze (BFH, Urteil vom 12.10.2023, III R 10/22).

Endet die Ausbildung und folgt kein anderer Grund aus der Tabelle, endet auch das Kindergeld: nach Studium oder Lehre in dem Monat, in dem dein Kind das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung schriftlich bekommt.

Bei einer Behinderung gibt es keine Altersgrenze. Die Familienkasse prüft dann, ob dein Kind seinen Bedarf selbst decken kann: 12.348 € Grundbedarf im Jahr 2026 plus den Mehrbedarf wegen der Behinderung, etwa für Pflege oder ein Heim.

Änderungen sofort melden

Bricht dein Kind die Ausbildung ab, wechselt es oder nimmt es nach dem Abschluss einen Job an, musst du das der Familienkasse unverzüglich mitteilen (§ 68 Abs. 1 EStG). Zu viel gezahltes Kindergeld fordert sie zurück, auch wenn du nichts dafür konntest.

Antrag, Nachzahlung und Auszahlungstermine

Den Antrag stellst du bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, am einfachsten online. Das Gesetz sieht den elektronischen Antrag vor, einen unterschriebenen Papierantrag darf die Familienkasse weiter annehmen (§ 67 EStG). Du brauchst deine Steuer-ID und die deines Kindes, für Kinder ab 18 außerdem einen Nachweis wie die Schul- oder Semesterbescheinigung.

Nachgezahlt wird höchstens für die sechs Monate vor dem Monat, in dem dein Antrag eingeht (§ 70 Abs. 1 EStG). Geht er im Oktober ein, gibt es Geld ab April. Im Geburtsmonat zahlt die Familienkasse den vollen Betrag, auch wenn dein Kind erst am Monatsende zur Welt kommt.

Für jedes Kind bekommt nur eine Person Kindergeld, und zwar die, bei der das Kind lebt (§ 64 EStG). Lebt ihr als Eltern zusammen, legt ihr im Antrag fest, wer es bekommt. Könnt ihr euch nicht einigen, entscheidet das Familiengericht.

Nach der Geburt kommt Post

Sobald dein Kind seine Steuer-ID hat, schreibt ihm die Familienkasse einen Brief mit Zugangsdaten für den Online-Antrag. Warte trotzdem nicht zu lange: Mehr als sechs Monate zahlt sie nicht nach.

Wann das Geld kommt, hängt von der letzten Ziffer deiner Kindergeldnummer ab. Du findest sie im Bescheid der Familienkasse und auf dem Kontoauszug. Die Termine für den Rest des Jahres:

EndzifferOktoberNovemberDezember
05.10.4.11.3.12.
16.10.5.11.4.12.
28.10.6.11.7.12.
39.10.10.11.8.12.
412.10.11.11.9.12.
513.10.12.11.10.12.
615.10.13.11.11.12.
716.10.16.11.14.12.
819.10.17.11.15.12.
920.10.20.11.16.12.

Kindergeld und Kinderzuschlag kommen am selben Tag. An Wochenenden und Feiertagen kann sich der Eingang verschieben.

Kinderzuschlag und Sofortzuschlag

Der Kinderzuschlag ist eine eigene Leistung für Familien mit kleinem Einkommen. Er kommt zum Kindergeld dazu und beträgt bis zu 297 € je Kind im Monat (§ 6a BKGG). Du bekommst ihn, wenn diese Bedingungen zusammenkommen:

  • Dein Kind ist unter 25, nicht verheiratet und lebt bei dir.
  • Ihr habt als Paar mindestens 900 € Einkommen brutto im Monat, Alleinerziehende mindestens 600 €. Kindergeld und Wohngeld zählen dabei nicht mit.
  • Mit Kinderzuschlag und gegebenenfalls Wohngeld braucht ihr kein Grundsicherungsgeld.

Liegt der Verdienst der Eltern über ihrem eigenen Bedarf, sinkt der Zuschlag um 45 % des Betrags darüber, anderes Einkommen zählt voll. Die Familienkasse bewilligt ihn jeweils für sechs Monate. Beantragen musst du ihn gesondert, der Kindergeldantrag reicht nicht.

Rechenbeispiel Kinderzuschlag berechnen: ein Kind mit Unterhalt

Das Kind bekommt 300 € Unterhalt vom anderen Elternteil. Das Erwerbseinkommen des Elternteils liegt 200 € über dem Bedarf, den die Familienkasse für ihn ansetzt.

Höchstbetrag je Kind
297 €
45 % von 300 € Unterhalt des Kindes
−135,00 €
45 % von 200 € Erwerbseinkommen über dem Bedarf der Eltern
−90,00 €
Kinderzuschlag im Monat
72,00 €

Den Bedarf der Eltern ermittelt die Familienkasse aus Regelsätzen und einem Anteil der Wohnkosten. Ob ihr ihn überschreitet und wie viel Zuschlag bleibt, rechnet der Kinderzuschlag-Rechner.

Der Sofortzuschlag für Kinder, oft Kindersofortzuschlag genannt, beträgt 25 € je Kind und Monat. Im Kinderzuschlag steckt er schon drin (§ 6a Abs. 2 BKGG), extra gibt es ihn dort nicht. Kinder und Jugendliche mit Grundsicherungsgeld, das bis Juni 2026 Bürgergeld hieß, bekommen ihn zusätzlich zur Leistung (§ 72 SGB II), ebenso junge Erwachsene unter 25, die bei den Eltern leben. Minderjährige in der Sozialhilfe erhalten ihn auch (§ 145 SGB XII).

Beim Grundsicherungsgeld zählt das Kindergeld als Einkommen des Kindes und mindert die Leistung (§ 11 Abs. 1 SGB II). Was dort herauskommt, zeigt der Grundsicherungsgeld-Rechner.

Häufige Fragen

Wer bekommt das Kindergeld, wenn die Eltern getrennt leben?
Der Elternteil, bei dem das Kind lebt (§ 64 Abs. 2 EStG). Der andere bekommt nichts direkt, sein Anteil wird aber über den Unterhalt ausgeglichen: Bei Kindern unter 18 mindert das halbe Kindergeld den Unterhalt, den er zahlt (§ 1612b BGB). Lebt das Kind bei keinem Elternteil, bekommt es der, der den höchsten Unterhalt zahlt (§ 64 Abs. 3). Die Beträge zeigt der Unterhalts-Rechner.
Wie wird der Kinderzuschlag berechnet?
Ausgangspunkt ist der Höchstbetrag von 297 € je Kind. Davon gehen 45 % des eigenen Einkommens des Kindes ab, etwa Unterhalt (§ 6a Abs. 3 BKGG), Kindergeld und Wohngeld zählen nicht. Liegt das Erwerbseinkommen der Eltern über ihrem Bedarf, mindert jeder Euro darüber den Zuschlag um 45 Cent, anderes Einkommen voll (§ 6a Abs. 6). Ein Rechenbeispiel steht oben.
Was muss ich der Familienkasse melden?
Alles, was den Anspruch ändert, und zwar sofort (§ 68 Abs. 1 EStG): etwa wenn dein volljähriges Kind die Ausbildung beendet oder abbricht, wenn es auszieht, ins Ausland geht oder wenn ihr umzieht. Wer das versäumt, muss zu viel gezahltes Kindergeld zurückzahlen.
Was kann ich tun, wenn die Familienkasse ablehnt?
Innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch einlegen, schriftlich oder elektronisch bei der Familienkasse (§§ 355, 357 AO). Der Einspruch kostet nichts. Hilft sie ihm nicht ab, kannst du beim Finanzgericht klagen.
Muss ich das Kindergeld jedes Jahr neu beantragen?
Nein. Ein Antrag reicht, danach zahlt die Familienkasse laufend. Wird dein Kind 18, brauchst du einen Nachweis wie die Schul- oder Semesterbescheinigung, und die Familienkasse prüft den Anspruch von Zeit zu Zeit nach. Erhöhungen, zuletzt auf 259 € zum Januar 2026, kommen ohne Antrag.
Wird das Kindergeld auf den Unterhalt angerechnet?
Ja. Lebt ein minderjähriges Kind bei einem Elternteil, deckt das halbe Kindergeld einen Teil seines Barbedarfs. Der andere Elternteil zahlt dann 129,50 € weniger Unterhalt im Monat. Bei volljährigen Kindern zählt das ganze Kindergeld (§ 1612b BGB). Den Zahlbetrag nach der Düsseldorfer Tabelle zeigt der Unterhaltsrechner.
Gibt es Kindergeld, wenn mein Kind im Ausland studiert?
In der EU, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz ja, unter denselben Voraussetzungen wie bei einem Studium in Deutschland. Außerhalb davon nur, wenn dein Kind seinen Wohnsitz bei dir behält (§ 63 Abs. 1 EStG). Bei einem Studium von mehr als einem Jahr außerhalb Europas muss es dafür mehr als die Hälfte der ausbildungsfreien Zeit in deiner Wohnung verbringen (BFH, Urteil vom 21.06.2023, III R 11/21).
Kann mein volljähriges Kind das Kindergeld selbst bekommen?
Ja, wenn du ihm keinen Unterhalt zahlst oder weniger, als das Kindergeld ausmacht. Dann kann die Familienkasse das Geld auf Antrag direkt an dein Kind überweisen (Abzweigung, § 74 EStG). Lässt du es nur auf eigenen Wunsch auf das Konto deines Kindes zahlen, bleibst du berechtigt und haftest, falls die Familienkasse etwas zurückfordert.
Kann das Kindergeld gepfändet werden?
Nur wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche des Kindes, für das es gezahlt wird (§ 76 EStG). Auf einem Pfändungsschutzkonto bleibt es geschützt, wenn du der Bank eine Bescheinigung der Familienkasse über das Kindergeld vorlegst.

Quellen

  1. § 66 EStG: Höhe, Zahlungszeitraum, Kopplung an die Freibeträge gesetze-im-internet.de
  2. § 31 EStG: Günstigerprüfung Kindergeld gegen Freibeträge gesetze-im-internet.de
  3. § 32 EStG: Kinder ab 18, Freibeträge und ihre Übertragung gesetze-im-internet.de
  4. § 70 EStG: Nachzahlung höchstens sechs Monate gesetze-im-internet.de
  5. § 6a BKGG: Kinderzuschlag gesetze-im-internet.de
  6. § 72 SGB II: Sofortzuschlag beim Grundsicherungsgeld gesetze-im-internet.de
  7. Familienkasse: Merkblatt Kindergeld, Stand Juli 2026: Antrag, Nachweise, Ende des Anspruchs arbeitsagentur.de
  8. Familienkasse: Auszahlungstermine 2026: Termine nach Endziffer arbeitsagentur.de
  9. BFH, Urteil vom 12.10.2023, III R 10/22: Master nach Freiwilligendienst als Zweitausbildung bundesfinanzhof.de
  10. BFH, Urteil vom 21.06.2023, III R 11/21: Wohnsitz bei Studium außerhalb Europas bundesfinanzhof.de
  11. Gesetzentwurf Einkommensteuerreformgesetz 2027, BT-Drs. 21/8235: geplantes Kindergeld 2027 und 2028 dserver.bundestag.de

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