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So hoch ist das Elterngeld
- 65–100 %des Nettos vor der Geburt§ 2 BEEG
- 300 €Mindestbetrag im Monat§ 2 Abs. 4 BEEG
- 1.800 €Höchstbetrag im Monatab 2.770 € Netto
- 175.000 €Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen)§ 1 Abs. 8 BEEG
Grundlage ist dein durchschnittliches Netto der zwölf Monate vor der Geburt, bei Müttern vor dem Mutterschutz. Die Elterngeldstelle rechnet es nicht aus deiner Lohnabrechnung, sondern mit Pauschalen: Vom Brutto gehen ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags (102,50 €), Lohnsteuer, Soli und 8 % Kirchensteuer nach deiner Steuerklasse ab, dazu pauschal 21 % für die Sozialversicherung (§§ 2c bis 2f BEEG). Die Steuern rechnet sie mit den Werten, die am 1. Januar des Jahres vor der Geburt galten. Davon bekommst du 65 bis 67 %, bei kleinen Einkommen mehr.
- Bruttogehalt im Monat
- 3.500 €
- Elterngeld-Netto nach den Pauschalen des BEEG
- 2.217,99 €
- Ersatzrate
- 65 %
- Basiselterngeld im Monat
- 1.441,69 €
Über 12 Monate sind das 17.300 €. Als ElterngeldPlus wären es 720,85 € im Monat, dafür doppelt so lange.
Elterngeld-Tabelle 2026: so viel gibt es je Bruttogehalt
| Brutto im Monat | Elterngeld-Netto | Basiselterngeld | ElterngeldPlus |
|---|---|---|---|
| 2.000 € | 1.386 € | 901,17 € | 450,59 € |
| 2.500 € | 1.681 € | 1.092,86 € | 546,43 € |
| 3.000 € | 1.970 € | 1.280,18 € | 640,09 € |
| 3.500 € | 2.251 € | 1.463,10 € | 731,55 € |
| 4.000 € | 2.526 € | 1.641,69 € | 820,84 € |
| 4.500 € | 2.794 € | 1.800,00 € | 900,00 € |
| 5.000 € | 3.055 € | 1.800,00 € | 900,00 € |
Steuerklasse IV, ohne Kirchensteuer, Pauschalen des BEEG, ohne Einkommen nach der Geburt. Ab rund 4.500 € brutto greift der Höchstbetrag. Gerechnet mit den Steuerwerten 2026, die für Geburten 2027 gelten. Bei einer Geburt 2026 nimmt die Elterngeldstelle die Werte von 2025, dann fällt das Elterngeld um einige Euro im Monat niedriger aus.
Über dem Höchstbetrag bringt mehr Gehalt kein höheres Elterngeld. Unter rund 1.240 € Elterngeld-Netto steigt die Ersatzrate, der Abschnitt zu kleinen Einkommen zeigt wie stark.
Welche Steuerklasse zählt beim Elterngeld
Weil die Elterngeldstelle das Netto mit der Lohnsteuer deiner Steuerklasse rechnet, macht die Klasse viel aus. Maßgeblich ist die Klasse aus der letzten Lohnabrechnung der zwölf Monate vor der Geburt, bei Müttern vor dem Mutterschutz. Eine andere Klasse zählt nur, wenn sie in mehr als sechs dieser Monate galt (§ 2c Abs. 3 BEEG).
| Steuerklasse | Elterngeld-Netto | Basiselterngeld |
|---|---|---|
| I | 2.251 € | 1.463,10 € |
| III | 2.548 € | 1.656,20 € |
| IV | 2.251 € | 1.463,10 € |
| V | 1.875 € | 1.218,54 € |
3.500 € brutto im Monat, ohne Kirchensteuer. Klasse I und IV sind beim Elterngeld gleich.
Wer später Elterngeld bezieht, fährt mit Klasse III am besten: 1.656,20 € statt 1.218,54 € in Klasse V. Der Wechsel zählt, wenn Klasse III mindestens in den letzten sechs Monaten vor dem Mutterschutz gilt. Weil er erst ab dem Monat nach dem Antrag wirkt, musst du ihn spätestens sieben Monate vorher stellen. Rechne vorher auch die Steuer durch, der Partner in Klasse V zahlt so lange mehr Lohnsteuer.
Bemessungszeitraum: welche Monate zählen
Angestellte: Es zählen die zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt (§ 2b BEEG). Übersprungen werden Monate, in denen du Elterngeld für ein älteres Kind bekommen hast, in denen Mutterschutz galt oder du Mutterschaftsgeld bekamst, in denen du wegen der Schwangerschaft krank warst oder Wehrdienst geleistet hast. Stattdessen rückt ein früherer Monat nach. Auf Antrag bleiben diese Monate drin, wenn sie für dich günstiger sind.
Selbstständige: Maßgeblich ist der Gewinn im letzten abgeschlossenen Steuerjahr vor der Geburt, belegt mit dem Steuerbescheid. Hast du daneben Lohn, gilt dieses Steuerjahr für beide Einkünfte. Liegt der Gewinn aus Selbstständigkeit im Schnitt unter 35 € im Monat, kannst du beantragen, dass nur der Lohn zählt.
Kleine Einkommen bekommen mehr
Unter 1.000 € Netto steigt die Ersatzrate: für je 2 € unter 1.000 € um 0,1 Prozentpunkte, bis 100 % (§ 2 Abs. 2 BEEG). Über 1.200 € sinkt sie auf 65 %. Wer vor der Geburt nichts verdient hat, etwa im Studium, bekommt den Mindestbetrag von 300 €.
| Netto vor der Geburt | Ersatzrate | Elterngeld im Monat |
|---|---|---|
| 1.000 € | 67 % | 670,00 € |
| 800 € | 77 % | 616,00 € |
| 500 € | 92 % | 460,00 € |
| 300 € | 100 % | 300,00 € |
| 0 € | Mindestbetrag | 300,00 € |
Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
| Variante | Monate | Betrag im Monat |
|---|---|---|
| Basiselterngeld | 12, mit Partnermonaten 14 | 300 bis 1.800 € |
| ElterngeldPlus | 24, mit Partnermonaten 28 | 150 bis 900 € |
| Partnerschaftsbonus | 2 bis 4 zusätzlich, je Elternteil | wie ElterngeldPlus |
ElterngeldPlus ist halb so hoch, läuft aber doppelt so lange. Das lohnt sich vor allem, wenn du in Teilzeit zurückkehrst, denn dann wird das Teilzeit-Einkommen weniger stark angerechnet. Die zwei Partnermonate gibt es, wenn auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate Elterngeld nimmt.
Den Partnerschaftsbonus bekommt ihr, wenn beide gleichzeitig zwei bis vier Monate zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche arbeiten (§ 4b BEEG). Alleinerziehende bekommen die Partnermonate selbst, also 14 Monate Basiselterngeld, bei 850 € Netto zum Beispiel 633,25 € im Monat über 14 Monate.
Elterngeld für zwei Jahre
Wer zwei Jahre zu Hause bleiben will, nimmt ElterngeldPlus: Jeder Monat Basiselterngeld wird zu zwei Monaten mit halbem Betrag (§ 4 Abs. 3 BEEG). Basiselterngeld gibt es bis zum Ende des 14. Lebensmonats, ElterngeldPlus bis zum Ende des 32., solange es ab dem 15. Lebensmonat ohne Lücke von mindestens einem Elternteil bezogen wird (§ 4 Abs. 1). Ein Elternteil kann höchstens zwölf Monate Basiselterngeld nutzen, dazu bis zu vier Monate Partnerschaftsbonus (§ 4 Abs. 4).
- 12 Monate Basiselterngeld zu 1.300,00 €
- 15.600,00 €
- 24 Monate ElterngeldPlus zu 650,00 €
- 15.600,00 €
Ohne Einkommen nach der Geburt ist die Summe gleich, nur über die doppelte Zeit verteilt. Arbeitest du in Teilzeit, bringt ElterngeldPlus mehr, siehe unten.
Kommt das Kind mindestens sechs Wochen zu früh, gibt es zusätzliche Monate Basiselterngeld: 13 ab sechs Wochen, 14 ab acht, 15 ab zwölf und 16 ab 16 Wochen vor dem errechneten Termin (§ 4 Abs. 5 BEEG).
Teilzeit während des Elterngeldes
Arbeiten darfst du bis 32 Stunden in der Woche. Das Elterngeld ersetzt dann nur noch den Teil des Einkommens, der wegfällt (§ 2 Abs. 3 BEEG), vor der Geburt gerechnet mit höchstens 2.770 €. Beim ElterngeldPlus ist der Betrag auf die Hälfte des Basiselterngeldes ohne Einkommen begrenzt, im Beispiel 720,85 €.
- Elterngeld-Netto vor der Geburt (3.500 € brutto)
- 2.217,99 €
- Elterngeld-Netto in Teilzeit (1.750 € brutto)
- −1.229,87 €
- Wegfallendes Einkommen
- 988,12 €
- Basiselterngeld, 65 % davon
- 642,28 €
- ElterngeldPlus im Monat, doppelt so lange
- 642,28 €
Steuerklasse IV mit Kirchensteuer. Basiselterngeld und ElterngeldPlus sind hier gleich hoch, ElterngeldPlus läuft aber doppelt so lange.
Genau deshalb lohnt ElterngeldPlus bei Teilzeit: Aus einem Monat Basiselterngeld mit 642,28 € werden zwei Monate ElterngeldPlus mit je 642,28 €. Arbeitest du nur wenig, ist das Basiselterngeld höher, dann rechnet sich eher die kurze Variante.
Mutterschaftsgeld wird angerechnet
Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und der Zuschuss des Arbeitgebers stehen der Mutter in den acht Wochen nach der Geburt zu, bei Früh- und Mehrlingsgeburten in zwölf. Für diese Tage werden sie voll auf das Elterngeld angerechnet, ohne den Freibetrag von 300 €, der sonst bei anderen Leistungen bleibt (§ 3 BEEG). Da Mutterschaftsgeld und Zuschuss zusammen meist das volle Netto ersetzen, kommt in dieser Zeit wenig oder kein Elterngeld an.
Die Lebensmonate mit Mutterschaftsgeld gelten trotzdem als Monate, in denen die Mutter Basiselterngeld bezieht (§ 4 Abs. 4 BEEG). Plane die ersten beiden Lebensmonate deshalb für die Mutter ein. Wie viel Mutterschaftsgeld du bekommst, zeigt der Mutterschutz-Rechner.
Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag
Lebt noch ein Geschwisterkind unter drei Jahren im Haushalt, oder zwei unter sechs, gibt es 10 % mehr, mindestens 75 € (§ 2a BEEG). Bei 850 € Netto steigt das Elterngeld so von 633,25 € auf 708,25 €. Für Zwillinge gibt es 300 € mehr im Monat, für jedes weitere Mehrlingskind noch einmal 300 €.
Wer Elterngeld bekommt
- Du betreust dein Kind selbst und lebst mit ihm in einem Haushalt.
- Du arbeitest höchstens 32 Stunden pro Woche.
- Du wohnst in Deutschland oder hast hier deinen gewöhnlichen Aufenthalt.
- Euer zu versteuerndes Einkommen lag im Jahr vor der Geburt nicht über 175.000 € (Paare und Alleinerziehende, § 1 Abs. 8 BEEG).
Elterngeld und Elternzeit sind zwei verschiedene Dinge. Die Elternzeit meldest du beim Arbeitgeber an, spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn. Ab der Anmeldung, frühestens acht Wochen vor Beginn, gilt ein besonderer Kündigungsschutz.
Elterngeld beantragen: so gehst du vor
- Nach der Geburt stellt das Standesamt die Geburtsurkunde aus, dazu eine Bescheinigung für das Elterngeld.
- Plant gemeinsam, wer welche Lebensmonate nimmt, als Basiselterngeld oder ElterngeldPlus. Ändern könnt ihr die Aufteilung bis zum Ende des Bezugs, für schon ausgezahlte Monate aber nur in Härtefällen (§ 7 Abs. 2 BEEG).
- Stell den Antrag bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes, in vielen Ländern online über „ElterngeldDigital“.
- Leg die Lohnabrechnungen der zwölf Monate vor der Geburt bei, Selbstständige den letzten Steuerbescheid, dazu die Bescheinigungen über Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss.
- Warte nicht zu lange: Rückwirkend gibt es Elterngeld nur für die drei Lebensmonate vor dem Lebensmonat, in dem der Antrag eingeht (§ 7 Abs. 1 BEEG).
Häufige Fragen
Kann ich Elterngeld für zwei Jahre bekommen?
Wie viel darf ich zum Elterngeld dazuverdienen?
Bis wann muss ich Elterngeld beantragen?
Muss ich Elterngeld versteuern?
Hilft ein Steuerklassenwechsel beim Elterngeld?
Wird das Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet?
Können beide Eltern gleichzeitig Elterngeld bekommen?
Was kann ich gegen einen falschen Bescheid tun?
Darf ich während des Elterngeldes arbeiten?
Quellen
- Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG): Anspruch § 1, Höhe § 2, Bezugsdauer §§ 4 bis 4b, Antrag § 7 gesetze-im-internet.de
- § 2 BEEG: Ersatzraten, Mindest- und Höchstbetrag gesetze-im-internet.de
- § 2a BEEG: Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag gesetze-im-internet.de
- § 2b BEEG: Bemessungszeitraum gesetze-im-internet.de
- § 3 BEEG: Anrechnung von Mutterschaftsgeld und anderen Leistungen gesetze-im-internet.de
- § 4 und § 4a BEEG: Bezugszeitraum, gleichzeitiger Bezug, ElterngeldPlus gesetze-im-internet.de
- § 13 BEEG: Rechtsweg zu den Sozialgerichten gesetze-im-internet.de
- § 32b EStG: Progressionsvorbehalt gesetze-im-internet.de
Passende Rechner
- Betreuungsunterhalt Unterhalt für den Elternteil, der das Kind betreut
- Elternzeit Planung und Kündigungsschutz
- Mutterschutz Mutterschaftsgeld und Zuschuss
- Kindergeld Anspruch und Höhe 2026
- Steuerklassenwechsel Mehr Elterngeld mit Klasse III
- Kinderzuschlag Zusätzlich zum Kindergeld bei kleinem Einkommen
- Kinderkrankengeld Geld und freie Tage, wenn dein Kind krank ist