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Werkstudentenprivileg: was vom Brutto abgeht
- 9,3 %Rentenbeitrag, dein Anteilbis 2.000 € ermäßigt
- 0 €Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung§ 6 SGB V, § 27 SGB III
- 1.251 €Keine Lohnsteuer bis zu diesem MonatslohnSteuerklasse I
- bis 20Wochenstunden in der Vorlesungszeitin den Ferien mehr
Bist du ordentlich an einer Hochschule eingeschrieben und arbeitest neben dem Studium, bist du in diesem Job frei von der Kranken- und der Arbeitslosenversicherung (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, § 27 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 SGB III). Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung (§ 20 Abs. 1 SGB XI), also entfällt auch sie. Voraussetzung ist, dass Zeit und Arbeitskraft überwiegend ins Studium gehen. Davon gehen Krankenkassen und Rentenversicherung aus, solange du in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeitest. Wie viel du dabei verdienst, ist egal.
Für die Rente gibt es kein Privileg. Als Beschäftigter bist du rentenversicherungspflichtig (§ 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI), frei bist du dort nur bei einem Praktikum, das deine Studien- oder Prüfungsordnung vorschreibt (§ 5 Abs. 3 SGB VI). Weil du nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlst, zählt der Job auch nicht für ein späteres Arbeitslosengeld (§ 142 Abs. 1 SGB III).
Werkstudent Brutto Netto Tabelle 2026
So viel bleibt von typischen Monatslöhnen, gerechnet mit dem Rechner oben in Steuerklasse I. Bis 603 € ist der Job ein Minijob, darüber zahlst du bis 2.000 € einen ermäßigten Rentenbeitrag.
| Brutto im Monat | Netto | Rentenbeitrag | Lohnsteuer | Netto über 20 Std. |
|---|---|---|---|---|
| 603 € (Minijob) | 581,29 € | 21,71 € | 0,00 € | 581,29 € |
| 700 € | 687,09 € | 12,91 € | 0,00 € | 670,63 € |
| 800 € | 773,77 € | 26,23 € | 0,00 € | 740,35 € |
| 900 € | 860,46 € | 39,54 € | 0,00 € | 810,07 € |
| 1.000 € | 947,14 € | 52,86 € | 0,00 € | 879,79 € |
| 1.100 € | 1.033,83 € | 66,17 € | 0,00 € | 949,51 € |
| 1.200 € | 1.120,51 € | 79,49 € | 0,00 € | 1.019,23 € |
| 1.300 € | 1.200,79 € | 92,80 € | 6,41 € | 1.088,95 € |
| 1.400 € | 1.272,98 € | 106,11 € | 20,91 € | 1.158,68 € |
| 1.500 € | 1.343,41 € | 119,43 € | 37,16 € | 1.218,49 € |
| 1.600 € | 1.411,93 € | 132,74 € | 55,33 € | 1.274,21 € |
| 1.800 € | 1.543,88 € | 159,37 € | 96,75 € | 1.382,90 € |
| 2.000 € | 1.672,75 € | 186,00 € | 141,25 € | 1.485,92 € |
| 2.500 € | 2.009,00 € | 232,50 € | 258,50 € | 1.780,09 € |
Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, Soli fällt bei diesen Löhnen nicht an. „Über 20 Std.“: mehr als 20 Stunden in der Vorlesungszeit, dann voll sozialversicherungspflichtig, gerechnet mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag und dem Pflegebeitrag für Eltern und unter 23-Jährige. Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 % mehr Pflegeversicherung (§ 55 Abs. 3 SGB XI).
Netto bei 20 Wochenstunden nach Stundenlohn
Rechnest du in Stunden, hilft diese Tabelle. Der Monatslohn ist Stundenlohn × Wochenstunden × 13 ÷ 3, das entspricht im Schnitt gut vier Wochen im Monat.
| Stundenlohn | Netto im Monat | Brutto im Monat |
|---|---|---|
| 13,90 € (Mindestlohn) | 1.124,56 € | 1.204,67 € |
| 15 € | 1.200,79 € | 1.300,00 € |
| 16 € | 1.263,50 € | 1.386,67 € |
| 18 € | 1.384,75 € | 1.560,00 € |
| 20 € | 1.500,59 € | 1.733,33 € |
| 22 € | 1.612,77 € | 1.906,67 € |
| 25 € | 1.785,84 € | 2.166,67 € |
20 Stunden pro Woche in der Vorlesungszeit, Steuerklasse I, keine Kirchensteuer.
Den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 € je Stunde bekommst du auch als Werkstudent, ab 2027 sind es 14,60 €. Eine Ausnahme für Werkstudenten gibt es nicht. Ohne Mindestlohn bleiben etwa Pflichtpraktika nach der Studienordnung (§ 22 Abs. 1 MiLoG).
Rentenbeitrag im Übergangsbereich
Liegt dein Lohn zwischen 603,01 € und 2.000 €, gilt auch für dich der Übergangsbereich (§ 20 Abs. 2 SGB IV). Dein Rentenbeitrag wird dann aus einer verringerten Bemessungsgrundlage berechnet (§ 20 Abs. 2a SGB IV): knapp über der Minijob-Grenze fast nichts, bei 2.000 € der volle Satz von 9,3 %. Werkstudenten betrifft das nur bei der Rente, die übrigen Beiträge fallen ohnehin weg.
Werkstudent mit einem Job, Vorlesungszeit, bis 20 Stunden pro Woche.
- Bruttolohn
- 1.000,00 €
- Bemessung: 2.000 ÷ 1.397 × (1.000 € − 603 €)
- 568,36 €
- Dein Rentenbeitrag: 9,3 % davon
- 52,86 €
- Zum Vergleich: 9,3 % vom vollen Lohn
- 93,00 €
Deine Rentenansprüche zählen trotzdem aus dem vollen Lohn (§ 70 Abs. 1a SGB VI). Hast du mehrere Jobs, entscheidet das Entgelt aus allen zusammen, ob du im Übergangsbereich liegst (§ 20 Abs. 2 SGB IV).
Bis 603 € ist der Job ein Minijob. Dann zahlst du 3,6 % Rentenbeitrag, der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag von 15 %. Von der Rentenversicherungspflicht kannst du dich dort befreien lassen (§ 6 Abs. 1b SGB VI), erwirbst dann aber weniger Ansprüche aus dem Job.
20-Stunden-Regel, Semesterferien und 26 Wochen
Maßgeblich ist die Arbeitszeit in der Vorlesungszeit, gezählt über alle Jobs. Bis 20 Stunden pro Woche giltst du als Student, der nebenbei arbeitet, egal wie viel du verdienst. In den Semesterferien darfst du mehr arbeiten, als Ferien zählt die vorlesungsfreie Zeit deiner Hochschule.
| Situation | Folge |
|---|---|
| Bis 20 Stunden in der Vorlesungszeit | Privileg: nur Rentenversicherung |
| Mehr als 20 Stunden, tagsüber unter der Woche | Voll versicherungspflichtig. Ausnahme: Der Job ist von vornherein auf höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr befristet, dann ist er als kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV). |
| Mehr als 20 Stunden, Mehrarbeit abends, nachts oder am Wochenende | Privileg bleibt, wenn der Job auf höchstens 26 Wochen befristet ist und das Studium Hauptsache bleibt |
| Aufstocken nur in den Semesterferien | Privileg bleibt, auch bei Vollzeit |
| Job nur in den Semesterferien | Privileg, unabhängig von Stunden und Verdienst; bei höchstens drei Monaten oder 70 Arbeitstagen oft sogar ganz sozialversicherungsfrei |
| Im Jahr mehr als 26 Wochen mit über 20 Stunden | Voll versicherungspflichtig ab Beginn des Jobs oder ab dem Zeitpunkt, an dem es absehbar ist |
| Zwei Jobs, zusammen über 20 Stunden | Der Werkstudentenjob wird voll versicherungspflichtig, ein Minijob daneben bleibt Minijob |
Für die 26 Wochen zählt ein Zeitjahr, kein Kalenderjahr: Vom voraussichtlichen Ende des Jobs wird ein Jahr zurückgerechnet, über alle Arbeitgeber. Zeiten mit mehr als 20 Wochenstunden dürfen darin zusammen höchstens 26 Wochen ausmachen, also 182 Kalendertage. Liegst du darüber, entfällt das Privileg. Reicht die Mehrarbeit über die Semesterferien hinaus, entfällt es ab dem Zeitpunkt, an dem das absehbar ist. Bis zu zwei Wochen Überschneidung sind ausnahmsweise unschädlich.
Wer als Werkstudent gilt
Werkstudent ist, wer als ordentlich Studierender eingeschrieben ist und das Studium in den Vordergrund stellt. Wann das so ist, haben die Sozialversicherungsträger in ihrem gemeinsamen Rundschreiben festgelegt, die Krankenkassen wenden es an. Danach gilt:
Privileg möglich
- Bachelor, Master, Diplom oder Staatsexamen an einer Hochschule
- Aufbau- oder Zweitstudium, das mit einer Hochschulprüfung endet
- freiwillige Wiederholung des Examens
- Fernstudium, wenn du nachweist, dass es ein Vollzeitstudium ist
Kein Privileg
- duales Studium, seit 2012 versichert wie eine Ausbildung
- Promotion, auch wenn du eingeschrieben bleibst
- Urlaubssemester: Du wirst behandelt wie ein normaler Beschäftigter
- die Lücke zwischen Bachelor und Master: Der Bachelor endet mit dem Monat, in dem du das Ergebnis schriftlich bekommst, der Master beginnt frühestens mit dem nächsten Semester
- Studienkolleg, Gasthörer
- mehr als 25 Fachsemester, wenn du nicht belegen kannst, dass das Studium weiter im Vordergrund steht
Lohnsteuer in Steuerklasse I und VI
Einen eigenen Steuertarif für Werkstudenten gibt es nicht. Dein Arbeitgeber behält Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse ein, als Lediger hast du Steuerklasse I. In die Vorsorgepauschale geht nur dein Rentenbeitrag ein, weil du aus dem Job nichts in die Kranken- und Pflegeversicherung zahlst (BMF-Schreiben vom 14.08.2025). So bleibt ein Monatslohn bis 1.251 € lohnsteuerfrei. Kirchensteuer zahlst du, wenn du Mitglied bist und Lohnsteuer anfällt: 8 % der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in den übrigen Ländern.
Zweiter Job: Steuerklasse VI
Hast du zwei Jobs, die beide keine Minijobs sind, rechnet der zweite Arbeitgeber mit Steuerklasse VI (§ 38b Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 EStG). Dort gibt es keinen Grundfreibetrag, Lohnsteuer fällt ab dem ersten Euro an: 88,83 € bei 700 €, 101,50 € bei 800 € und 126,91 € bei 1.000 € im Monat. Die Steuererklärung ist dann Pflicht (§ 46 Abs. 2 Nr. 2 EStG). Liegt dein zu versteuerndes Einkommen im Jahr unter dem Grundfreibetrag von 12.348 €, bekommst du die Lohnsteuer damit komplett zurück.
Ein Minijob als zweiter Job braucht keine Steuerklasse, ihn versteuert der Arbeitgeber in der Regel pauschal (§ 40a Abs. 2 EStG). Für die 20-Stunden-Grenze zählen seine Stunden trotzdem mit.
Lohnsteuer zurück mit der Steuererklärung
Die Lohnsteuer rechnet jeden Monat so, als würdest du das ganze Jahr gleich viel verdienen. In Monaten mit viel Arbeit, etwa in den Semesterferien, wird deshalb mehr einbehalten, als am Ende fällig ist. Mit der Steuererklärung holst du das zurück, freiwillig bis zu vier Jahre rückwirkend (§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG).
Zehn Monate mit 18 Stunden, zwei Ferienmonate mit 40 Stunden, Steuerklasse I, studentisch versichert, keine weiteren Einkünfte.
- Brutto im Jahr (10 × 1.170 € + 2 × 2.600 €)
- 16.900 €
- Arbeitnehmer-Pauschbetrag
- −1.230 €
- Sonderausgaben-Pauschbetrag
- −36 €
- Rentenbeiträge
- −1.238,50 €
- Studentische Kranken- und Pflegeversicherung
- −1.715,52 €
- Zu versteuerndes Einkommen
- 12.679 €
- Einkommensteuer nach dem Tarif
- 47 €
- Im Jahr einbehaltene Lohnsteuer
- 565,82 €
- Erstattung
- 518,82 €
Auch Studienkosten zählen: Fürs Erststudium setzt du bis 6.000 € im Jahr als Sonderausgaben ab (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG), das bringt aber nur in Jahren mit Steuer etwas. Kosten für einen Master nach dem Bachelor sind Werbungskosten (§ 9 Abs. 6 EStG). Ergibt sich daraus ein Verlust, trägst du ihn in spätere Jahre vor (§ 10d EStG).
Kindergeld neben dem Werkstudentenjob
Deine Eltern bekommen Kindergeld, solange du studierst und noch nicht 25 bist (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG), 2026 sind das 259 € im Monat. Im Erststudium darfst du daneben so viel arbeiten und verdienen, wie du willst, eine Einkommensgrenze gibt es nicht.
Nach einem ersten Abschluss, etwa dem Bachelor, zählt die Arbeitszeit. Dann bleibt das Kindergeld nur, wenn du regelmäßig höchstens 20 Stunden pro Woche arbeitest, einen Minijob hast oder in einem Ausbildungsdienstverhältnis stehst (§ 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG). Ein Master, der zeitlich und inhaltlich auf den Bachelor abgestimmt ist, gehört aber noch zur Erstausbildung, wenn du ihn zum nächstmöglichen Zeitpunkt beginnst und die Arbeit nicht im Vordergrund steht (DA-KG 2026, A 20.2.4; BFH, Urteil vom 12. Oktober 2023, III R 10/22). Dann gilt die Grenze nicht.
Die 20 Stunden fürs Kindergeld sind nicht dieselben wie beim Werkstudentenprivileg. Hier zählt die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit, eine Ausnahme für die Semesterferien gibt es nicht. Mehr als 20 Stunden für höchstens zwei Monate schaden aber nicht, solange der Durchschnitt im Kalenderjahr bei höchstens 20 Stunden liegt (DA-KG 2026, A 20.3.1 Abs. 2). Deinen Anspruch prüfst du mit dem Kindergeld-Rechner.
Krankenversicherung der Studenten
Aus dem Job selbst bist du nicht krankenversichert. Familienversichert über die Eltern bleibst du bis zum 25. Geburtstag (§ 10 Abs. 2 Nr. 3 SGB V), länger um die Zeit eines freiwilligen Wehrdiensts oder Freiwilligendiensts, der dein Studium verzögert hat, höchstens um 12 Monate. Dein Einkommen darf 2026 nicht über 565 € im Monat liegen (§ 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V). Vom Lohn geht dafür die Werbungskostenpauschale von 102,50 € im Monat ab, du darfst also bis 667,50 € brutto verdienen, im Minijob bis 603 €.
Darüber oder ab 25 bist du in der studentischen Krankenversicherung (§ 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V), längstens bis zum Ende des Semesters, in dem du 30 wirst (§ 190 Abs. 9 SGB V). Der Beitrag hängt nicht von deinem Lohn ab, du zahlst ihn allein:
Unter 23 oder mit Kind, Krankenkasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag.
- Bemessung: BAföG-Bedarf ohne Wohnen bei den Eltern
- 855 €
- Krankenversicherung, 10,22 % (sieben Zehntel des allgemeinen Satzes)
- 87,38 €
- Zusatzbeitrag, Durchschnitt 2,9 %
- 24,80 €
- Pflegeversicherung, 3,6 %
- 30,78 €
- Beitrag im Monat
- 142,96 €
Ohne Kinder ab 23 kostet die Pflegeversicherung 35,91 €, zusammen sind es dann 148,09 €. Den genauen Zusatzbeitrag legt deine Kasse fest.
Von der studentischen Versicherung kannst du dich binnen 3 Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn du privat versichert bist (§ 8 Abs. 1 Nr. 5 und Abs. 2 SGB V). Die Befreiung lässt sich nicht widerrufen. Was für dich günstiger ist, vergleicht der Rechner zur Krankenversicherung im Studium.
BAföG und Werkstudentenjob
Bis zur Minijob-Grenze bleibt dein Verdienst anrechnungsfrei, gerechnet im Durchschnitt des Bewilligungszeitraums. Vom Brutto gehen die Werbungskostenpauschale und eine Sozialpauschale von 22,3 % ab, vom Rest bleiben 389 € im Monat frei (§§ 21, 23 BAföG). Was darüber liegt, zieht das Amt voll vom BAföG ab.
| Brutto im Monat | BAföG sinkt um | Einkommen nach Pauschalen |
|---|---|---|
| 603 € | nichts | 388,89 € |
| 800 € | 153 € | 541,96 € |
| 1.000 € | 308 € | 697,36 € |
| 1.200 € | 464 € | 852,76 € |
Im Monat, gerechnet mit dem Rechenkern des BAföG-Rechners, ohne eigene Steuern. Bis 1.251 € fällt in Steuerklasse I keine Lohnsteuer an.
Weil der Durchschnitt zählt, kannst du in den Ferien mehr verdienen, wenn du im Semester weniger arbeitest. Deinen Anspruch mit dem Einkommen deiner Eltern rechnet der BAföG-Rechner aus.
Minijob, Ferienjob, Praktikum
| Art | Kranken- und Pflege | Rente | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Werkstudent, über 603 €, bis 20 Stunden | frei | 9,3 %, bis 2.000 € ermäßigt | § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, § 27 Abs. 4 SGB III |
| Minijob bis 603 € | frei | 3,6 %, Befreiung möglich | § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV, § 6 Abs. 1b SGB VI |
| Kurzfristiger Job, höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage | frei | frei | § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV |
| Vorgeschriebenes Praktikum im Studium | frei | frei | § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, § 5 Abs. 3 SGB VI |
| Freiwilliges Praktikum im Studium | frei, Regeln wie beim Werkstudenten | pflichtig | § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, § 1 SGB VI |
| Duales Studium | pflichtig | pflichtig | § 5 Abs. 4a SGB V, § 1 Satz 5 SGB VI |
Ein vorgeschriebenes Praktikum während des Studiums ist unabhängig von Dauer, Stunden und Verdienst frei. Praktika vor oder nach dem Studium fallen nicht unter diese Regeln. Freiwillige Praktika bis 603 € sind Minijobs.
Drei Rechenbeispiele
Mit 15 € Stundenlohn, Steuerklasse I, gerechnet mit dem Rechner oben.
Der Normalfall: nur Rentenbeitrag, und der ist im Übergangsbereich ermäßigt.
- Bruttolohn (15 € × 18 Std.)
- 1.170,00 €
- Rentenbeitrag (Übergangsbereich)
- −75,49 €
- Lohnsteuer
- 0,00 €
- Netto
- 1.094,51 €
Familienversichert bist du mit diesem Lohn nicht mehr. Die studentische Krankenversicherung kostet zusätzlich rund 142,96 € im Monat.
In den Semesterferien bleibt das Privileg, auch bei 40 Stunden.
- Bruttolohn (15 € × 40 Std.)
- 2.600,00 €
- Rentenbeitrag (voller Satz)
- −241,80 €
- Lohnsteuer
- −282,91 €
- Netto im Ferienmonat
- 2.075,29 €
Was davon mit der Steuererklärung zurückkommt, steht oben im Rechenweg unter Lohnsteuer.
Für die 20-Stunden-Grenze zählen beide Jobs. Der Werkstudentenjob wird voll versicherungspflichtig, dort gehen zusätzlich 96,19 € für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab.
- Netto Hauptjob mit Privileg (18 Std.)
- 1.094,51 €
- Netto Hauptjob ohne Privileg
- 998,32 €
- Netto Minijob (7 Std.)
- 438,62 €
- Unterm Strich mehr als mit dem Hauptjob allein
- 342,43 €
Kommst du in der Vorlesungszeit über 20 Stunden, kostet dich das bei 1.300 € brutto 111,84 € netto im Monat. Spiel die Wochenstunden im Rechner durch, bevor du einen zweiten Job annimmst oder im Semester aufstockst.
Häufige Fragen
Wie viel darf ich als Werkstudent verdienen?
Wie viel verdient man als Werkstudent mit 20 Stunden?
Was kostet ein Werkstudent den Arbeitgeber?
Darf ich in den Semesterferien Vollzeit arbeiten?
Kann ich neben dem Werkstudentenjob einen Minijob haben?
Wann endet der Werkstudentenstatus?
Lohnt es sich, knapp über die Minijob-Grenze zu gehen?
Bekomme ich als Werkstudent Urlaub und Lohn, wenn ich krank bin?
Was bringt der Werkstudentenjob für die Rente?
Was gilt für internationale Studierende?
Welche Nachweise braucht mein Arbeitgeber?
Quellen
- Gemeinsames Rundschreiben zu beschäftigten Studenten und Praktikanten (23.11.2016): GKV-Spitzenverband, DRV Bund, Bundesagentur für Arbeit: 20-Stunden-Grenze, Semesterferien, 26-Wochen-Regel, Praktika, Studienende deutsche-rentenversicherung.de
- Deutsche Rentenversicherung: Lexikon Werkstudentenprivileg: Kurzfassung der Regeln für Arbeitgeber deutsche-rentenversicherung.de
- AOK: Beschäftigung von Werkstudenten: wer Werkstudent ist, 26 Wochen im Zeitjahr, Personengruppe 106, Stand 01.01.2026 aok.de
- Minijob-Zentrale: Werkstudentenjob und Minijob: Stunden zusammenrechnen, Übergangsbereich auch für Werkstudenten magazin.minijob-zentrale.de
- § 6 SGB V: Abs. 1 Nr. 3: Werkstudentenprivileg in der Krankenversicherung gesetze-im-internet.de
- § 27 SGB III: Abs. 4 Satz 1 Nr. 2: Arbeitslosenversicherung gesetze-im-internet.de
- § 5 SGB VI: Abs. 3: rentenversicherungsfrei nur beim vorgeschriebenen Praktikum gesetze-im-internet.de
- § 20 SGB IV: Übergangsbereich bis 2.000 €, mehrere Jobs zusammen gesetze-im-internet.de
- § 8 SGB IV: Minijob-Grenze und kurzfristige Beschäftigung gesetze-im-internet.de
- § 70 SGB VI: Abs. 1a: Rentenpunkte aus dem vollen Lohn gesetze-im-internet.de
- BMF-Schreiben vom 14.08.2025: Vorsorgepauschale ab 2026: kein Teilbetrag für Kranken- und Pflegeversicherung, wenn kein Arbeitnehmeranteil anfällt bundesfinanzministerium.de
- § 46 EStG: Steuererklärung: Pflicht bei zwei Arbeitgebern, Antrag freiwillig gesetze-im-internet.de
- § 10 EStG: Abs. 1 Nr. 7: Kosten der Erstausbildung bis 6.000 € gesetze-im-internet.de
- § 32 EStG: Abs. 4 Satz 2 und 3: Kindergeld und 20-Stunden-Grenze nach dem ersten Abschluss gesetze-im-internet.de
- BZSt: Dienstanweisung Kindergeld (DA-KG), Stand 2026: A 20.2.4 konsekutiver Master, A 20.3.1 vorübergehend mehr als 20 Stunden bzst.de
- BFH, Urteil vom 12. Oktober 2023, III R 10/22: Master zum nächstmöglichen Zeitpunkt bundesfinanzhof.de
- § 10 SGB V: Familienversicherung: Altersgrenze, Einkommensgrenze, Minijob gesetze-im-internet.de
- § 236 SGB V: Beitrag der Studenten nach dem BAföG-Bedarf gesetze-im-internet.de
- § 245 SGB V: Beitragssatz der Studenten: sieben Zehntel gesetze-im-internet.de
- vdek: Krankenversicherung der Studenten: Bemessung, Beitrag und Pflegebeitrag 2026 vdek.com
- BAföG: Welche Freibeträge werden gewährt?: Hinzuverdienst bis zur Minijob-Grenze, Freibetrag ab Januar 2026 bafög.de
- § 3 BUrlG: Mindesturlaub gesetze-im-internet.de
- § 3 EFZG: Lohnfortzahlung bei Krankheit gesetze-im-internet.de
- § 16b AufenthG: Abs. 3: Arbeitstagekonto für internationale Studierende gesetze-im-internet.de
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