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So rechnet das BAföG-Amt
Das Amt geht in vier Schritten vor. Jeder Posten steht später in deinem Bescheid (§ 50 Abs. 2 BAföG), du kannst die Rechnung also Zeile für Zeile nachprüfen.
- Bedarf festlegen475 € Grundbedarf, dazu 59 € bei den Eltern oder 380 € mit eigener Wohnung. Bist du nicht mehr über die Eltern versichert, kommen 137 € für Kranken- und Pflegeversicherung dazu, ab 30 meist 233 €. Für jedes eigene Kind unter 14 gibt es 160 € mehr.
- Einkommen der Eltern ermittelnEs zählt das vorletzte Kalenderjahr vor dem Bewilligungszeitraum, für das Wintersemester 2026/27 also 2024 (§ 24 Abs. 1). Vom Bruttolohn gehen die Werbungskosten ab, dann 22,3 % Sozialpauschale und die gezahlte Einkommen- und Kirchensteuer (§ 21). Den Rest teilt das Amt durch zwölf.
- Freibeträge abziehenVerheiratete Eltern behalten 2.540 € im Monat, dazu 770 € für jedes Geschwisterkind ohne förderfähige Ausbildung, etwa ein Schulkind, das zu Hause wohnt. Vom Einkommen darüber bleiben 50 % frei, für jedes dieser Geschwister weitere 5 % (§ 25). Den Rest rechnet das Amt an.
- Eigenes Geld anrechnenDein Verdienst zählt, soweit er nach Pauschalen über 389 € im Monat liegt, ein Minijob bis 603 € bleibt also frei. Vermögen über 15.000 € verteilt das Amt auf die 12 Monate des Bewilligungszeitraums.
BAföG = Bedarf − angerechnetes Einkommen der Eltern − eigenes Einkommen und Vermögen über den Freibeträgen
Das Ergebnis rundet das Amt auf volle Euro. Kommen weniger als 10 € heraus, zahlt es nichts aus (§ 51 Abs. 3 und 4 BAföG).
Du wohnst in einer WG und bist über die Eltern versichert, ein Geschwisterkind geht noch zur Schule. Deine Eltern sind verheiratet und hatten 2024 zusammen 65.000 € brutto. Das ist auch die Voreinstellung im Rechner oben.
- Bruttolohn beider Eltern 2024
- 65.000 €
- − Arbeitnehmer-Pauschbeträge
- 2.460 €
- − Sozialpauschale 22,3 %
- 13.946,42 €
- − Einkommensteuer, geschätzt
- 5.636 €
- = Einkommen im Sinne des BAföG, im Monat
- 3.579,80 €
- − Freibetrag Eltern und Geschwisterkind
- 3.310 €
- = Einkommen über den Freibeträgen
- 269,80 €
- − davon bleiben 55 % frei
- 148,39 €
- Bedarf eigene Wohnung, familienversichert
- 855 €
- − angerechnet vom Einkommen der Eltern
- 121,41 €
- BAföG im Monat
- 734 €
Von den 734 € sind 367 € Zuschuss und 367 € Darlehen. Die Steuer ist mit dem Tarif 2026 geschätzt, im Bescheid steht die tatsächliche aus dem Steuerbescheid. Das kann ein paar Euro ausmachen.
BAföG-Bedarfssätze 2026 für Studium und Schule
Die Sätze gelten seit dem Wintersemester 2024/25 und bleiben im Wintersemester 2026/27 gleich. Neu ist seit 1. Januar 2026 nur der Freibetrag für dein eigenes Einkommen: 389 €, weil die Minijob-Grenze auf 603 € gestiegen ist.
| Posten | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundbedarf im Studium | 475 € | § 13 Abs. 1 Nr. 2 |
| Wohnpauschale bei den Eltern | 59 € | § 13 Abs. 2 Nr. 1 |
| Wohnpauschale eigene Wohnung | 380 € | § 13 Abs. 2 Nr. 2 |
| Zuschlag Kranken- und Pflegeversicherung | 102 € + 35 € | § 13a Abs. 1 |
| Zuschlag bei freiwilliger Versicherung, etwa ab 30 | 185 € + 48 € | § 13a Abs. 2 |
| Kinderbetreuungszuschlag je Kind unter 14 | 160 € | § 14b |
| Freibetrag verheiratete Eltern | 2.540 € | § 25 Abs. 1 Nr. 1 |
| Freibetrag je Elternteil, wenn getrennt oder nicht verheiratet | 1.690 € | § 25 Abs. 1 Nr. 2 |
| Freibetrag je Geschwisterkind ohne förderfähige Ausbildung | 770 € | § 25 Abs. 3 Nr. 2 |
| Freibetrag für dein eigenes Einkommen | 389 € | § 23 Abs. 1 Nr. 1 |
| Vermögensfreibetrag unter 30 und ab 30 | 15.000 € / 45.000 € | § 29 Abs. 1 |
Beträge im Monat, beim Vermögen der Wert am Tag des Antrags.
Höchstsatz im Studium
So viel BAföG gibt es höchstens, wenn weder deine Eltern noch du selbst Einkommen über den Freibeträgen haben:
| Wohnen | über die Eltern versichert | selbst versichert | freiwillig, etwa ab 30 |
|---|---|---|---|
| Bei den Eltern | 534 € | 671 € | 767 € |
| Eigene Wohnung | 855 € | 992 € | 1.088 € |
Selbst versichert heißt studentisch in der gesetzlichen Kasse oder privat. Ab 30 gilt der höhere Zuschlag, auch bei privater Versicherung (§ 13a Abs. 2 und 3 BAföG). Was die eigene Versicherung kostet, zeigt der Rechner zur Krankenversicherung im Studium.
Schüler-BAföG und Fachschulen
Auch Schülerinnen und Schüler bekommen BAföG, allerdings nur in bestimmten Schulen und für allgemeinbildende Schulen nur, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen. Die Bedarfssätze nach §§ 12 und 13 BAföG:
| Ausbildung | bei den Eltern | eigene Wohnung | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Gymnasium und andere allgemeinbildende Schulen ab Klasse 10, Fachoberschule ohne Ausbildung | nur bei eigener Wohnung | 666 € | § 12 Abs. 2 Nr. 1, § 2 Abs. 1a |
| Berufsfachschule mit Berufsabschluss, mindestens zwei Jahre, ohne vorherige Ausbildung | 276 € | 666 € | § 12 Abs. 1 und 2 Nr. 1 |
| Abendhaupt- und Abendrealschule, Berufsaufbauschule, Fachoberschule nach einer Ausbildung | 498 € | 775 € | § 12 Abs. 1 und 2 Nr. 2 |
| Fachschule nach einer Ausbildung, Abendgymnasium, Kolleg | 501 € | 822 € | § 13 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 |
| Hochschule, Akademie, Höhere Fachschule | 534 € | 855 € | § 13 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 |
Beträge im Monat. Dazu kommen 137 € Kranken- und Pflegezuschlag, wenn du selbst versichert bist, und 160 € je eigenem Kind unter 14. Schule und Fachschule fördert das Amt als reinen Zuschuss, nur an Hochschulen, Akademien und Höheren Fachschulen ist die Hälfte Darlehen (§ 17 Abs. 1 und 2 BAföG).
Wer ein Gymnasium oder eine andere allgemeinbildende Schule ab Klasse 10 besucht, bekommt BAföG nur mit eigener Wohnung und nur, wenn eine passende Schule von den Eltern aus nicht erreichbar ist, wenn du verheiratet bist oder warst oder wenn du mit einem eigenen Kind zusammenlebst (§ 2 Abs. 1a BAföG). Im Abendgymnasium und im Kolleg zählt das Einkommen der Eltern nicht (§ 11 Abs. 3 Nr. 1).
Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 eine BAföG-Reform beschlossen. Stimmen Bundestag und Bundesrat zu, steigt die Wohnpauschale am 1. April 2027 auf 440 €, der Grundbedarf zum Wintersemester 2027/28 auf 503 € und am 1. April 2029 auf 563 €. Die Freibeträge der Eltern sollen ab dem Wintersemester 2028/29 jedes Jahr um 1,5 % wachsen. Für das Wintersemester 2026/27 ändert sich nichts.
Wie viel BAföG bekomme ich? Tabelle nach Einkommen der Eltern
Das hängt vor allem vom Einkommen deiner Eltern ab. Die Tabelle zeigt das BAföG im Monat für typische Familien, gerechnet mit dem Rechner oben. Bis etwa 43.000 € Bruttolohn der Eltern gibt es mit eigener Wohnung den vollen Satz. Darüber rechnet das Amt 50 % dessen an, was die Eltern nach Steuern und Sozialpauschale über ihrem Freibetrag verdienen, für jedes Geschwisterkind ohne förderfähige Ausbildung 5 Prozentpunkte weniger.
| Bruttolohn der Eltern im Jahr | eigene Wohnung | eigene Wohnung, ein Geschwisterkind | bei den Eltern | eigene Wohnung, selbst versichert |
|---|---|---|---|---|
| 30.000 € | 855 € | 855 € | 534 € | 992 € |
| 40.000 € | 855 € | 855 € | 534 € | 992 € |
| 50.000 € | 693 € | 855 € | 372 € | 830 € |
| 60.000 € | 453 € | 840 € | 132 € | 590 € |
| 70.000 € | 218 € | 628 € | 0 € | 355 € |
| 80.000 € | 0 € | 421 € | 0 € | 125 € |
| 90.000 € | 0 € | 218 € | 0 € | 0 € |
| 100.000 € | 0 € | 19 € | 0 € | 0 € |
BAföG im Monat im Wintersemester 2026/27. Eltern verheiratet, beide angestellt, Aufteilung 60 % und 40 %, Einkommen aus 2024, ohne Kirchensteuer. Ohne eigenes Einkommen und Vermögen, familienversichert, wo nicht anders genannt. Das Geschwisterkind geht zur Schule.
Bis zu welchem Einkommen der Eltern gibt es BAföG?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Wie weit das BAföG reicht, hängt davon ab, wie du wohnst und wie viele Geschwister du hast. Die Tabelle zeigt, ab welchem Bruttolohn der Eltern im Jahr 2024 nichts mehr übrig bleibt, gerechnet mit dem Rechner oben.
| Familie | bei den Eltern | eigene Wohnung | eigene Wohnung, selbst versichert |
|---|---|---|---|
| Einzelkind | 65.200 € | 79.100 € | 85.100 € |
| ein Geschwisterkind in der Schule | 84.500 € | 100.500 € | 107.500 € |
| zwei Geschwister in der Schule | 105.200 € | 124.400 € | 132.600 € |
| ein Geschwisterkind studiert auch | 88.100 € | 117.600 € | 131.300 € |
Jahresbrutto beider Eltern zusammen, verheiratet, beide angestellt, Aufteilung 60 % und 40 %, ohne Kirchensteuer. Darunter gibt es mindestens einen Teilbetrag.
Getrennte Eltern: jeder Elternteil für sich
Getrennte oder nicht verheiratete Eltern rechnet das Amt einzeln. Jeder Elternteil behält 1.690 €, den Freibetrag für ein gemeinsames Geschwisterkind teilen sich beide (§ 25 Abs. 1 Nr. 2 BAföG). Oft bleibt dadurch deutlich mehr BAföG als bei einem Ehepaar mit gleichem Einkommen.
Eigene Wohnung, familienversichert, ein Geschwisterkind geht zur Schule. Beide Elternteile angestellt, Einkommen aus 2024.
- Elternteil 1: Einkommen im Sinne des BAföG im Monat
- 3.012,77 €
- − Freibetrag 1.690 € plus halber Freibetrag für das Geschwisterkind
- 2.075 €
- angerechnet, nachdem 55 % des Rests frei bleiben
- 422 €
- Elternteil 2: Einkommen im Monat
- 2.137,36 €
- − Freibetrag wie oben
- 2.075 €
- angerechnet
- 28,06 €
- Bedarf eigene Wohnung, familienversichert
- 855 €
- − angerechnet von beiden zusammen
- 450,06 €
- BAföG im Monat
- 405 €
Wären die Eltern miteinander verheiratet, gäbe es bei gleichem Einkommen nur 19 € im Monat, weil dann ein gemeinsamer Freibetrag von 2.540 € gilt statt zweimal 1.690 €.
Studiert ein Geschwisterkind ebenfalls oder macht es eine andere förderfähige Ausbildung, gibt es für es keinen Freibetrag. Dafür teilt das Amt den angerechneten Betrag zu gleichen Teilen auf alle Kinder in Ausbildung auf (§ 11 Abs. 4 BAföG). Hohe außergewöhnliche Belastungen der Eltern, etwa Krankheitskosten oder der Unterhalt eines behinderten Angehörigen, kann das Amt auf besonderen Antrag zusätzlich freistellen (§ 25 Abs. 6).
Verdienen deine Eltern heute deutlich weniger als vor zwei Jahren, etwa nach Jobverlust oder mit Rentenbeginn, beantrage die Aktualisierung (§ 24 Abs. 3 BAföG). Dann rechnet das Amt mit dem Einkommen im Bewilligungszeitraum und zahlt unter Vorbehalt, bis das Einkommen feststeht. Der Antrag muss vor Ende des Bewilligungszeitraums gestellt sein.
Ganz ohne Einkommen der Eltern wirst du gefördert, wenn du bei Beginn des Bachelor- oder Masterstudiums 30 oder älter bist, nach dem 18. Geburtstag fünf Jahre gearbeitet hast oder nach einer mindestens dreijährigen Ausbildung drei Jahre berufstätig warst. Von dem Verdienst musst du in dieser Zeit selbst gelebt haben (§ 11 Abs. 3 BAföG). Dasselbe gilt, wenn der Aufenthalt deiner Eltern unbekannt ist oder sie im Inland keinen Unterhalt leisten können (§ 11 Abs. 2a).
Nebenjob und eigenes Einkommen
Ein Minijob bis 603 € im Monat kostet dich kein BAföG. Von deinem Brutto zieht das Amt ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags ab, also 102,50 €, und 22,3 % Sozialpauschale. Was dann über 389 € liegt, rechnet es voll an. Es zählt der Durchschnitt über den ganzen Bewilligungszeitraum (§ 22 BAföG): Bei 12 Monaten bleiben 7.236 € im Jahr frei, auch wenn du das Geld in einem Ferienjob verdienst.
| Verdienst im Monat | nach Pauschalen | angerechnet | BAföG |
|---|---|---|---|
| 603 € | 388,89 € | 0,00 € | 855 € |
| 800 € | 541,96 € | 152,96 € | 839 € |
| 1.000 € | 697,36 € | 308,36 € | 684 € |
| 1.200 € | 852,76 € | 463,76 € | 528 € |
| 1.500 € | 1.085,86 € | 696,86 € | 295 € |
Eigene Wohnung, Eltern ohne anrechenbares Einkommen. Beim Minijob rechnet die Tabelle mit Familienversicherung, bei den höheren Verdiensten mit eigener Versicherung und 137 € Zuschlag.
Ausbildungsvergütung und Geld aus einem Pflichtpraktikum rechnet das Amt ohne Freibetrag an (§ 23 Abs. 3 BAföG). Beim Werkstudentenjob solltest du die Krankenversicherung im Blick behalten: Über die Eltern versichert bleibst du bis 25 nur mit höchstens 565 € Einkommen im Monat, im Minijob mit 603 €. Was vom Werkstudentenlohn netto bleibt, rechnet der Werkstudenten-Rechner.
Bist du verheiratet oder hast eigene Kinder, bleibt mehr frei, je Kind 770 € im Monat (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 und 3). Von einer Waisenrente bleiben 190 € frei (§ 23 Abs. 4 Nr. 1). Hast du besondere Kosten der Ausbildung, die der Bedarf nicht abdeckt, kann das Amt auf Antrag bis zu 390 € im Monat mehr freistellen (§ 23 Abs. 5). Unterhalt von deinen Eltern zählt nicht als dein Einkommen (§ 21 Abs. 3 Nr. 4).
Ein Stipendium nach Begabung und Leistung, etwa das Deutschlandstipendium, bleibt bis 300 € im Monat anrechnungsfrei (§ 21 Abs. 3 Nr. 2 BAföG). Wer Geld von einem Begabtenförderungswerk bekommt, erhält daneben kein BAföG (§ 2 Abs. 6).
Vermögen: was zählt und was frei bleibt
Als Vermögen zählt fast alles, was dir gehört: Konto, Sparbuch, Depot, Bausparvertrag, Auto. Nicht dazu gehören Haushaltsgegenstände, Rechte auf Renten und andere wiederkehrende Leistungen und Dinge, die du aus rechtlichen Gründen nicht verwerten kannst (§ 27 BAföG). Wertpapiere zählen mit dem Kurswert, alles andere mit dem Zeitwert, jeweils am Tag des Antrags. Schulden ziehst du ab, das BAföG-Darlehen aber nicht (§ 28).
Frei bleiben 15.000 €, ab 30 45.000 €, für den Ehepartner und jedes eigene Kind je 2.300 € mehr (§ 29 Abs. 1). Den Rest teilt das Amt durch die 12 Monate des Bewilligungszeitraums und zieht ihn jeden Monat ab (§ 30). Das Vermögen deiner Eltern spielt keine Rolle, nur ihr Einkommen.
| Vermögen am Antragstag | angerechnet im Monat | BAföG |
|---|---|---|
| 15.000 € | 0 € | 855 € |
| 18.000 € | 250 € | 605 € |
| 20.000 € | 416,67 € | 438 € |
| 25.000 € | 833,33 € | 22 € |
| 30.000 € | 1.250 € | 0 € |
Unter 30, eigene Wohnung, familienversichert, Eltern ohne anrechenbares Einkommen.
Gibst du nach dem Antrag Geld aus oder sparst etwas dazu, ändert das die Anrechnung für diesen Bewilligungszeitraum nicht (§ 28 Abs. 4). Für besondere Härten kann das Amt mehr frei lassen (§ 29 Abs. 3). Gib dein Vermögen vollständig an: Beruht der Bescheid auf unvollständigen Angaben, nimmt das Amt ihn zurück und fordert das zu viel gezahlte BAföG zurück (§§ 45, 50 SGB X), außerdem ist das eine Ordnungswidrigkeit (§ 58 BAföG).
Wer BAföG bekommt: die Voraussetzungen
Einen Rechtsanspruch hast du, wenn dir für Lebensunterhalt und Ausbildung das Geld fehlt (§ 1 BAföG) und diese Punkte passen:
- Förderfähige Ausbildung: Studium an einer öffentlichen Hochschule, Akademie oder Höheren Fachschule, an einer privaten nur, wenn das Land ihre Gleichwertigkeit anerkennt, dazu bestimmte Schulen ab Klasse 10 (siehe Bedarfssätze), jeweils in Vollzeit (§ 2 Abs. 1, 2 und 5). Eine betriebliche Ausbildung fördert nicht das BAföG, sondern die Berufsausbildungsbeihilfe.
- Staatsangehörigkeit oder Aufenthalt: Deutsche, Unionsbürger mit Daueraufenthalt oder als Arbeitnehmer, Ausländer mit Niederlassungserlaubnis und bestimmten Aufenthaltserlaubnissen, Geduldete nach 15 Monaten im Inland (§ 8).
- Eignung: Ab dem fünften Fachsemester musst du nachweisen, dass du im Plan liegst, mit Zwischenprüfung, Bescheinigung der Hochschule oder ECTS-Punkten (§ 48 Abs. 1). Legst du den Nachweis in den ersten vier Monaten des Semesters vor, zählt er rückwirkend.
- Alter: Bei Beginn des Bachelor- oder Masterstudiums darfst du höchstens 44 sein, mit Ausnahmen, etwa für den zweiten Bildungsweg oder nach der Erziehung eines Kindes (§ 10 Abs. 3). Bist du bei Beginn 30 oder älter, zählt das Einkommen der Eltern nicht (§ 11 Abs. 3). Mit 30 endet meist auch die studentische Krankenversicherung, der Zuschlag steigt dann auf 233 €.
- Erste Ausbildung: Gefördert wird die Ausbildung bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss (§ 7 Abs. 1). Ein Master, der auf einem Bachelor aufbaut, zählt mit (§ 7 Abs. 1a). Wechselst du das Fach aus wichtigem Grund, gibt es weiter BAföG, im Studium aber nur bis zum Beginn des fünften Fachsemesters. Beim ersten Wechsel bis zum Beginn des vierten Fachsemesters nimmt das Amt den wichtigen Grund in der Regel an (§ 7 Abs. 3).
Auslands-BAföG: Studium und Semester im Ausland
Hast du deinen ständigen Wohnsitz in Deutschland, fördert das BAföG auch ein ganzes Studium in einem anderen EU-Land oder in der Schweiz, bis zum Abschluss (§ 5 Abs. 2 Nr. 3, § 16 Abs. 3). Außerhalb der EU gibt es BAföG für einen Teil des Studiums, wenn der Aufenthalt deiner Ausbildung förderlich ist und zumindest teilweise angerechnet werden kann. Er muss mindestens sechs Monate oder ein Semester dauern, bei einer Kooperation der Hochschulen zwölf Wochen (§ 5 Abs. 2). Gefördert wird dann höchstens ein Jahr, in besonderen Fällen drei Semester länger (§ 16 Abs. 1 und 2).
Zum normalen Bedarf kommen im Ausland Zuschläge:
- Studiengebühren bis 5.600 € für höchstens ein Jahr, als Zuschuss, den du nicht zurückzahlst (§ 3 BAföG-Auslandszuschlagsverordnung, § 17 Abs. 2 BAföG)
- je 250 € für Hin- und Rückreise innerhalb Europas, sonst je 500 € (§ 12 Abs. 4 BAföG, § 4 der Verordnung)
- 102 € im Monat für die Krankenversicherung, wenn du sie nachweist (§ 5 der Verordnung)
- außerhalb von EU und Schweiz ein Auslandszuschlag, wenn das Geld dort weniger wert ist; maßgeblich ist der Kaufkraftausgleich des Auswärtigen Amts (§ 2 der Verordnung)
Weil der Bedarf mit den Zuschlägen steigt, kann es Auslands-BAföG auch geben, wenn im Inland wegen des Einkommens deiner Eltern nichts übrig bleibt. Bis zu einem Jahr im Ausland zählt nicht auf die Förderungshöchstdauer (§ 5a). Zuständig ist nicht dein gewohntes Amt, sondern das Amt, das für dein Zielland bestimmt ist (§ 45 Abs. 4).
BAföG oder BAB? Studium, Schule und betriebliche Ausbildung
BAföG gibt es für Schule und Studium. Für eine betriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zahlt stattdessen die Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB (§§ 56, 57 SGB III). Die BAB bekommst du nur, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnst. Bist du unter 18, muss in der Regel außerdem der Ausbildungsbetrieb von zu Hause aus zu weit weg sein (§ 60 SGB III).
Gerechnet wird ähnlich: Als Bedarf gilt der BAföG-Satz für Fachschüler mit eigener Wohnung, also 822 € im Monat (§ 61 SGB III), dazu Fahrkosten und 16 € für Arbeitskleidung (§§ 63, 64 SGB III). Davon gehen deine Ausbildungsvergütung und das Einkommen deiner Eltern nach den BAföG-Regeln ab (§ 67 SGB III). Anders als das BAföG im Studium ist die BAB ein reiner Zuschuss, den du nicht zurückzahlst. Was bei deiner Vergütung herauskommt, rechnet der Azubi-Rechner mit BAB. Die Arbeitsagentur hat dafür einen eigenen BAB-Rechner, der eine erste Orientierung gibt.
BAföG-Rückzahlung: höchstens 10.010 €
Zurückzahlen musst du nur den Darlehensanteil, und zwar ohne Zinsen (§ 18 Abs. 2 BAföG). Die erste Rate ist 5 Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer fällig, die in der Regel mit der Regelstudienzeit endet (§ 18 Abs. 4). Vorher schickt dir das Bundesverwaltungsamt einen Bescheid mit der Höhe deiner Schuld, später einen mit Rate und Starttermin (§ 18 Abs. 9 BAföG, § 10 DarlehensV).
Die Rate beträgt mindestens 130 € im Monat, das Bundesverwaltungsamt kann drei Raten auf einmal verlangen, also 390 €. Nach 77 Monatsraten ist Schluss, der Rest wird erlassen (§ 18 Abs. 13). Für das normale Studiendarlehen zahlst du also nie mehr als 10.010 €, egal wie viel zusammengekommen ist. Das dauert 6 Jahre und 5 Monate.
BAföG-Rückzahlung je nach Darlehen
| Darlehen insgesamt | zurückzuzahlen | Raten zu 130 € | Dauer | Nachlass bei Ablösung | Ablösung auf einmal |
|---|---|---|---|---|---|
| 2.000 € | 2.000 € | 16 | 1 Jahr und 4 Monate | 8 % | 1.840 € |
| 5.000 € | 5.000 € | 39 | 3 Jahre und 3 Monate | 13 % | 4.350 € |
| 8.000 € | 8.000 € | 62 | 5 Jahre und 2 Monate | 18 % | 6.560 € |
| 10.010 € | 10.010 € | 77 | 6 Jahre und 5 Monate | 21,5 % | 7.857,85 € |
| 15.000 € | 10.010 € | 77 | 6 Jahre und 5 Monate | 21,5 % | 7.857,85 € |
| 25.000 € | 10.010 € | 77 | 6 Jahre und 5 Monate | 21,5 % | 7.857,85 € |
Studiendarlehen nach § 17 Abs. 2 BAföG, bewilligt seit August 2019. Die letzte Rate ist kleiner, wenn die Schuld nicht glatt aufgeht. Nachlass nach der Anlage zur Darlehensverordnung, gerechnet auf höchstens 10.010 € (§ 6 Abs. 2 DarlehensV).
- 734 € BAföG über 36 Monate, davon die Hälfte als Darlehen
- 13.212 €
- Höchstens zurückzuzahlen: 77 Raten zu 130 €
- 10.010 €
- Auf einmal abgelöst, 21,5 % Nachlass
- − 2.152,15 €
- Zahlung bei Ablösung
- 7.857,85 €
Den Nachlass gibt es nur auf Antrag beim Bundesverwaltungsamt (§ 18 Abs. 10 BAföG). Auch Teilbeträge ab 500 € bringen einen Nachlass, sie werden auf die letzten Raten angerechnet (§ 6 Abs. 3 DarlehensV).
Freistellung, Erlass und Fallen
Verdienst du wenig, lass dich freistellen. Übersteigt dein Einkommen nach Steuern und Sozialpauschale 1.690 € im Monat um weniger als 42 €, zahlst du nichts, liegt es darüber, nur den übersteigenden Teil bis zur vollen Rate. Mit Ehepartner steigt die Grenze um 850 €, für jedes Kind um 770 € (§ 18a Abs. 1 BAföG). Die Freistellung gilt ab dem Antragsmonat, beim ersten Mal in der Regel zwei Jahre, danach ein Jahr, und höchstens vier Monate rückwirkend (§ 18a Abs. 3). Solange du selbst noch BAföG bekommst, zahlst du auf Antrag ebenfalls nichts zurück (§ 18 Abs. 3).
Nach 20 Jahren wird eine Restschuld erlassen, wenn du deine Pflichten im Wesentlichen erfüllt hast (§ 18 Abs. 12). Mit dem Tod erlischt die Schuld (§ 18 Abs. 11). Teuer wird es, wenn du eine Rate um mehr als 45 Tage verpasst: Dann fallen 6 % Zinsen im Jahr auf die ganze Restschuld an (§ 18 Abs. 2), dazu 5 € Mahnkosten (§ 8 DarlehensV). Den früheren Teilerlass für gute Noten gibt es nur für Abschlussprüfungen, die bis Ende 2012 bestanden wurden (§ 18b Abs. 2).
Den Kinderbetreuungszuschlag bekommst du als Vollzuschuss, ebenso BAföG, das wegen Behinderung, Schwangerschaft oder Kindererziehung über die Förderungshöchstdauer hinaus läuft (§ 17 Abs. 2). Die Studienabschlusshilfe ist dagegen ein Volldarlehen. Für sie gilt die Obergrenze von 10.010 € nicht, du zahlst sie nach dem Studiendarlehen voll zurück (§ 18 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 6 BAföG).
Häufige Fragen
Ab wann zahlt das Amt, und was, wenn der Bescheid auf sich warten lässt?
Gibt es einen offiziellen BAföG-Rechner vom Ministerium?
Zählt das Einkommen meines Partners?
Bekomme ich neben BAföG Wohngeld oder Grundsicherungsgeld?
Wie lange bekomme ich BAföG?
Wann muss ich den Folgeantrag stellen, und was muss ich melden?
Was ist die Studienstarthilfe?
Was kann ich tun, wenn meine Eltern nicht zahlen?
Muss ich BAföG zurückzahlen, wenn ich das Studium abbreche?
Was kann ich gegen den Bescheid tun?
Quellen
- Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG): Voraussetzungen §§ 2 bis 10, Bedarf §§ 12 bis 14b, Einkommen §§ 21 bis 25, Vermögen §§ 26 bis 30, Rückzahlung §§ 18, 18a gesetze-im-internet.de
- Bekanntmachung des Freibetrags nach § 23 BAföG vom 18.11.2025: BGBl. 2025 I Nr. 279, 389 € ab 1. Januar 2026 recht.bund.de
- bafög.de: Welche Freibeträge werden gewährt?: Nebenjob, Eltern und Geschwister, Stand Dezember 2025 bafög.de
- bafög.de: Beispielrechnungen des Ministeriums: mit diesen Rechenwegen ist der Rechner abgeglichen bafög.de
- BAföG Digital: BAföG-Rechner: Schätzung, auf die bafög.de verweist bafoeg-digital.de
- BAföG-Verwaltungsvorschrift: Tz 25.3.3: Geschwisterfreibetrag bei getrennten Eltern verwaltungsvorschriften-im-internet.de
- Darlehensverordnung, Anlage zu § 6: Nachlass bei vorzeitiger Rückzahlung gesetze-im-internet.de
- BAföG-Auslandszuschlagsverordnung: Studiengebühren, Reisekosten, Krankenversicherung im Ausland gesetze-im-internet.de
- §§ 56 bis 61 SGB III: Berufsausbildungsbeihilfe gesetze-im-internet.de
- Bundesagentur für Arbeit: Berufsausbildungsbeihilfe: Antrag und BAB-Rechner arbeitsagentur.de
- BMFTR: Kabinettsbeschluss zur BAföG-Reform vom 12. August 2026: geplante Sätze ab April 2027 bmftr.bund.de
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