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Kapitalertragsteuer-Rechner 2026

Auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne zieht die Bank 25 % Kapitalertragsteuer ab, dazu 5,5 % Soli darauf und gegebenenfalls Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer sind das 26,375 %. Die ersten 1.000 € im Jahr bleiben steuerfrei, bei Ehepaaren 2.000 €. Bei 5.000 € Zinsen sind es 1.055 € Steuer, bei 5.000 € Gewinn mit einem Aktien-ETF nur 659,37 €.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Kapitalertragsteuer-Rechner

Steuer auf deine Kapitalerträge

1.055,00 €

Netto 3.945,00 € · das sind 21,1 % Steuer auf den Ertrag

1.000,00 € deckt der Pauschbetrag. Auf die restlichen 4.000,00 € zieht die Bank 1.055,00 € ab.

Abgeltungsteuer
1.000,00 €
Soli
55,00 €
Kirchensteuer
0,00 €
steuerfrei
1.000,00 €

Pauschbetrag nutzen: Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank vom ersten Euro an Steuer ab. Das Geld bekommst du zwar über die Steuererklärung zurück, aber erst im Folgejahr. Den Auftrag kannst du auf mehrere Banken aufteilen, zusammen höchstens 1.000 € oder 2.000 €.

Auf dieser Seite
  1. So rechnet die Bank
  2. Tabelle: Steuer nach Ertrag
  3. § 32d EStG Satz für Satz
  4. Steuersätze mit Soli und Kirchensteuer
  5. Sparer-Pauschbetrag
  6. Teilfreistellung bei Fonds
  7. Vorabpauschale
  8. Ausländische Quellensteuer
  9. Verlusttöpfe
  10. Günstigerprüfung und Steuererklärung
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Kapitalertragsteuer berechnen: so rechnet die Bank

Die Bank behält die Steuer direkt ein und führt sie ans Finanzamt ab. Für dich ist die Einkommensteuer auf diese Erträge damit erledigt (§ 43 Abs. 5 EStG). Gerechnet wird immer in derselben Reihenfolge:

  1. VerrechnenGewinne und Verluste des Jahres gleicht die Bank in zwei Töpfen aus, einem für Aktien und einem für alles andere (§ 43a Abs. 3 EStG).
  2. TeilfreistellungBei Fonds bleibt ein Teil steuerfrei, bei Aktien-ETFs 30 % (§ 20 InvStG).
  3. PauschbetragBis 1.000 € im Jahr bleiben frei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt (§ 20 Abs. 9, § 44a EStG).
  4. Steuer25 % vom Rest, mit Kirchensteuer etwas weniger (§ 32d Abs. 1 EStG).
  5. Zuschläge5,5 % Soli und gegebenenfalls 8 % oder 9 % Kirchensteuer, beides auf die Steuer, nicht auf den Ertrag.

Steuer = (Ertrag − Teilfreistellung − Pauschbetrag) × 25 %, plus 5,5 % Soli darauf

Rechenbeispiel Aktien-ETF, 5.000 € Gewinn, Pauschbetrag frei, keine Kirchensteuer
Kursgewinn beim Verkauf
5.000 €
30 % Teilfreistellung
− 1.500,00 €
Sparer-Pauschbetrag
− 1.000,00 €
zu versteuern
2.500,00 €
25 % Kapitalertragsteuer
625,00 €
5,5 % Solidaritätszuschlag
34,37 €
Steuer gesamt
659,37 €

Beim Verkauf zieht die Bank die Vorabpauschalen der Vorjahre vom Gewinn ab, die schon versteuert sind.

Wert2026Grundlage
Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer)25 %§ 32d Abs. 1 EStG
Solidaritätszuschlag auf die Steuer5,5 %§ 4 SolzG
Kirchensteuer auf die Steuer, Bayern und Baden-Württemberg / sonst8 % / 9 %§ 51a EStG, KiStG
Zusammen ohne Kirchensteuer26,375 %§ 32d EStG, SolzG
Sparer-Pauschbetrag, Ehepaare zusammen1.000 € / 2.000 €§ 20 Abs. 9 EStG
Teilfreistellung Aktienfonds und Aktien-ETFs30 %§ 20 Abs. 1 InvStG
Basiszins für die Vorabpauschale3,20 %§ 18 InvStG

Die Kirchensteuer richtet sich nach deinem Wohnsitz, die Bank erfährt den Satz vom Bundeszentralamt für Steuern.

Kapitalertragsteuer-Tabelle 2026: Steuer nach Ertrag

So viel Steuer zieht die Bank im Jahr ab, gerechnet mit dem Rechner oben. Der Sparer-Pauschbetrag ist jeweils noch frei, bei Singles 1.000 €, bei Ehepaaren 2.000 €.

Kapitalertrag im JahrSingleEhepaarSingle, 9 % KirchensteuerAktien-ETF, Single
500 €0,00 €0,00 €0,00 €0,00 €
1.000 €0,00 €0,00 €0,00 €0,00 €
1.500 €131,87 €0,00 €139,97 €13,18 €
2.000 €263,75 €0,00 €279,94 €105,50 €
3.000 €527,50 €263,75 €559,90 €290,12 €
5.000 €1.055,00 €791,25 €1.119,80 €659,37 €
10.000 €2.373,75 €2.110,00 €2.519,55 €1.582,50 €
20.000 €5.011,25 €4.747,50 €5.319,07 €3.428,75 €
50.000 €12.923,75 €12.660,00 €13.717,60 €8.967,50 €

Zinsen, Dividenden und Kursgewinne aus Aktien, Steuer einschließlich Soli. Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung. Ohne Kirchensteuer, wo nicht anders angegeben.

Weil der Pauschbetrag frei bleibt, liegt die Belastung unter dem vollen Satz: Von 10.000 € Zinsen gehen 2.373,75 € ab, das sind 23,7 % des Ertrags. Erst bei sehr hohen Erträgen nähert sich der Anteil den 26,375 %.

§ 32d Abs. 1 EStG: der Steuersatz Satz für Satz

§ 32d EStG ist der gesonderte Steuertarif für Kapitalerträge. Absatz 1 legt in fünf Sätzen fest, wie hoch die Steuer ist:

§ 32d Abs. 1Was drinsteht
Satz 1Die Einkommensteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen beträgt 25 %. Ausgenommen sind Erträge, die nach § 20 Abs. 8 EStG zu anderen Einkünften gehören, etwa im Betriebsvermögen oder bei Vermietung. Dort gilt der persönliche Steuersatz.
Satz 2Ausländische Steuer, die nach Absatz 5 anrechenbar ist, mindert die Steuer.
Satz 3Zahlst du Kirchensteuer, sinkt die Steuer um 25 % der Kirchensteuer, die auf die Kapitalerträge entfällt. Das ersetzt den Abzug als Sonderausgabe, den es für diese Kirchensteuer nicht gibt (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG).
Satz 4Daraus folgt die Formel: Einkommensteuer = (e − 4q) ÷ (4 + k).
Satz 5e sind die Einkünfte nach § 20 EStG, also nach dem Sparer-Pauschbetrag, q die anrechenbare ausländische Steuer, k der Kirchensteuersatz als Dezimalzahl, 0,08 oder 0,09.

Die Formel (e − 4q) ÷ (4 + k) Schritt für Schritt

Die Formel löst einen Zirkel auf: Die Kirchensteuer hängt von der Steuer ab, die Steuer wegen Satz 3 aber auch von der Kirchensteuer. Schreibst du die Sätze 1 bis 3 als Gleichung und stellst um, bleibt die Formel aus Satz 4 übrig:

Steuer = e × 25 % − q − 25 % × Kirchensteuer, mit Kirchensteuer = k × Steuer

Steuer = (e − 4q) ÷ (4 + k)

Ohne Kirchensteuer und ausländische Steuer steht da e ÷ 4, also genau 25 %. So rechnet die Bank mit 9 % Kirchensteuer, wenn in den Erträgen eine US-Dividende von 1.000 € mit 15 % anrechenbarer Quellensteuer steckt:

Rechenweg § 32d Abs. 1 Satz 4 10.000 € Kapitalerträge mit Kirchensteuer und US-Dividende
e: Kapitaleinkünfte nach dem Pauschbetrag
10.000,00 €
q: anrechenbare Quellensteuer aus den USA
150,00 €
e − 4 × q
9.400,00 €
4 + k bei 9 % Kirchensteuer
4,09
Einkommensteuer (e − 4q) ÷ (4 + k)
2.298,29 €
Kirchensteuer 9 % davon
206,85 €
Solidaritätszuschlag 5,5 % davon
126,40 €
Steuer in Deutschland
2.631,54 €

Dazu kommen die 150 € Quellensteuer, die schon in den USA abgezogen wurden. Ohne Kirchensteuer läge die deutsche Steuer bei 2.479,25 €. Die Kirchensteuer von 206,85 € kostet dich unterm Strich also nur 152,29 € mehr, weil sie die Kapitalertragsteuer senkt.

Die übrigen Absätze von § 32d EStG

AbsatzWas drinsteht
Abs. 2Kein Sondertarif, sondern dein persönlicher Steuersatz für Zinsen aus Darlehen an nahestehende Personen oder an eine Gesellschaft, an der du mit mindestens 10 % beteiligt bist, wenn der Schuldner sie als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzt (Nr. 1), für Lebensversicherungen, deren Ertrag nur zur Hälfte zählt (Nr. 2), auf Antrag für Dividenden bei einer Beteiligung ab 25 % oder ab 1 % mit beruflicher Tätigkeit für die Gesellschaft (Nr. 3) und für bestimmte verdeckte Gewinnausschüttungen (Nr. 4).
Abs. 3Kapitalerträge, von denen niemand Steuer abgezogen hat, gibst du in der Steuererklärung an. Sie werden dort ebenfalls mit 25 % besteuert.
Abs. 4Auf Antrag prüft das Finanzamt den Steuerabzug der Bank nach, etwa bei nicht ausgeschöpftem Pauschbetrag, offenen Verlusten oder fehlender Anrechnung ausländischer Steuer.
Abs. 5Ausländische Steuer wird angerechnet, höchstens 25 % des einzelnen Ertrags.
Abs. 6Günstigerprüfung: Auf Antrag gilt dein persönlicher Steuersatz, wenn er zu weniger Steuer führt.

Den vollen Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de, verlinkt unten bei den Quellen.

Steuersätze 2026 mit Soli und Kirchensteuer

Soli und Kirchensteuer rechnet die Bank auf die Kapitalertragsteuer, nicht auf den Ertrag. Mit Kirchensteuer sinkt die Kapitalertragsteuer nach der Formel aus Absatz 1, deshalb steigt die Gesamtlast nur leicht. Die Kirchensteuer beträgt 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, in den anderen Ländern 9 %.

KonstellationKapitalertragsteuerSoliKirchensteuerzusammen
ohne Kirchensteuer25 %1,375 %–26,375 %
8 % Kirchensteuer (Bayern, Baden-Württemberg)24,51 %1,348 %1,961 %27,819 %
9 % Kirchensteuer24,45 %1,345 %2,2 %27,995 %

Je Euro steuerpflichtigem Ertrag nach dem Sparer-Pauschbetrag.

Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag

Die ersten 1.000 € Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Der Pauschbetrag ersetzt alle Werbungskosten: Depotgebühren oder Zinsen für einen Wertpapierkredit setzt du nicht zusätzlich ab. Ehepaare teilen ihn: Hat einer weniger als 1.000 € Erträge, nutzt der andere den Rest. Höher als die Erträge nach der Verlustverrechnung kann er nicht sein (Satz 4). Voll ausgeschöpft spart er 263,75 € Steuer im Jahr, bei Ehepaaren 527,50 €.

Damit die Bank ihn berücksichtigt, brauchst du einen Freistellungsauftrag mit deiner Steuer-ID (§ 44a Abs. 2 und 2a EStG). Du kannst ihn auf mehrere Banken verteilen, zusammen höchstens 1.000 € oder 2.000 €. Jede Bank meldet die freigestellten Erträge an das Bundeszentralamt für Steuern, das sie auch Sozialleistungsträgern mitteilen darf (§ 45d EStG). Leg den Auftrag dorthin, wo die Erträge anfallen, und pass ihn an, wenn sich das ändert.

Teilfreistellung bei Fonds und ETFs

Fonds zahlen auf manche Erträge schon selbst Steuern, etwa auf deutsche Dividenden. Zum Ausgleich ist bei dir ein Teil der Fondserträge steuerfrei. Wie viel, hängt davon ab, was der Fonds laut Anlagebedingungen dauerhaft hält (§ 2 und § 20 InvStG). Die Bank zieht die Teilfreistellung schon beim Steuerabzug ab (§ 43a Abs. 2 Satz 1 EStG).

AnlagesteuerfreiSteuer auf 10.000 €vom Ertrag
Aktienfonds und Aktien-ETFs (mehr als 50 % Aktien)30 %1.582,50 €15,8 %
Mischfonds (mindestens 25 % Aktien)15 %1.978,12 €19,8 %
Immobilienfonds (mehr als 50 % Immobilien)60 %791,25 €7,9 %
Auslands-Immobilienfonds (mehr als 50 % Immobilien im Ausland)80 %263,75 €2,6 %
Zinsen, Aktien, Anleihen, andere Fonds0 %2.373,75 €23,7 %

Single, Pauschbetrag frei, ohne Kirchensteuer, Steuer mit Soli.

Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Schüttet ein Fonds nichts aus, versteuerst du trotzdem jedes Jahr einen Mindestertrag, die Vorabpauschale: Wert am Jahresanfang × 70 % des Basiszinses, höchstens der Wertzuwachs des Jahres (§ 18 Abs. 1 InvStG). Für 2026 liegt der Basiszins bei 3,20 %. Im Kaufjahr zählt ein Zwölftel weniger für jeden vollen Monat vor dem Kauf (Abs. 2). Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen (Abs. 3), dann zieht die Bank die Steuer vom Verrechnungskonto ein.

Rechenbeispiel Aktien-ETF mit 50.000 € Wert, Pauschbetrag schon ausgeschöpft
Fondswert am 1. Januar
50.000 €
× Basiszins 3,20 % × 70 %
1.120,00 €
30 % Teilfreistellung
− 336,00 €
steuerpflichtig
784,00 €
Kapitalertragsteuer und Soli
206,78 €

Ohne Kirchensteuer. Liegt der Pauschbetrag noch frei, bleibt die Vorabpauschale bis zu seiner Höhe steuerfrei. Beim Verkauf wird sie vom Gewinn abgezogen, du zahlst also nicht doppelt. Eigene Werte rechnet der Vorabpauschale-Rechner.

Ausländische Quellensteuer auf Dividenden

Viele Staaten ziehen auf Dividenden eine eigene Steuer ab, bevor das Geld in Deutschland ankommt. Die Bank rechnet sie auf die deutsche Steuer an, höchstens in der Höhe, die das Doppelbesteuerungsabkommen vorsieht, und nie mehr als 25 % (§ 32d Abs. 5 EStG). In der Formel aus Absatz 1 ist das das q.

Rechenbeispiel 1.000 € Dividende aus den USA
Dividende brutto
1.000 €
US-Quellensteuer 15 %
− 150,00 €
Deutsche Steuer nach Anrechnung: (e − 4q) ÷ 4
100,00 €
Soli darauf
5,50 €
Steuer insgesamt
255,50 €

Ohne Pauschbetrag und Kirchensteuer. Die 15 % gelten für Privatanleger nach dem Abkommen mit den USA, wenn der Broker die nötigen Angaben hat. Die Schweiz behält 35 % ein, angerechnet werden 15 %, den Rest forderst du in der Schweiz zurück. Mehr dazu im Dividenden-Rechner.

Verlusttöpfe: Aktien und alles andere

Die Bank verrechnet Verluste und Gewinne im selben Jahr automatisch und trägt, was übrig bleibt, ins nächste Jahr vor (§ 43a Abs. 3 EStG). Sie führt dafür zwei Töpfe: einen für Aktien und einen allgemeinen für alles andere, also Zinsen, Dividenden, Fonds, Anleihen und Zertifikate. Verluste aus dem Verkauf von Aktien dürfen nur Gewinne aus Aktien mindern (§ 20 Abs. 6 Satz 4 EStG), Verluste aus dem allgemeinen Topf dagegen auch Aktiengewinne.

Im selben JahrSteuerohne den VerlustVerlust fürs Folgejahr
5.000 € Aktiengewinn, 3.000 € Aktienverlust263,75 €1.055,00 €0 €
5.000 € Zinsen, 3.000 € Aktienverlust1.055,00 €1.055,00 €3.000 €

Single, Pauschbetrag frei, ohne Kirchensteuer, gerechnet mit dem Rechner zur Verlustverrechnung.

Im zweiten Fall bringt der Aktienverlust in diesem Jahr nichts, er wartet auf künftige Aktiengewinne. Ob diese Trennung verfassungsgemäß ist, prüft das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 3/21). Die frühere Grenze von 20.000 € im Jahr für Verluste aus Termingeschäften steht nicht mehr im Gesetz.

Verluste bei mehreren Banken

Hast du bei einer Bank Verluste und bei einer anderen Gewinne, beantragst du bei der ersten eine Verlustbescheinigung. Der Antrag muss bis zum 15. Dezember dort sein (§ 43a Abs. 3 Satz 5 EStG), verrechnet wird dann über die Steuererklärung. Mehr dazu im Rechner zur Verlustverrechnung.

Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG

Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 %, rechnet das Finanzamt auf Antrag mit deinem Tarif (§ 32d Abs. 6 EStG). Den Antrag stellst du in der Anlage KAP. Das Finanzamt nimmt den Tarif nur, wenn er zu weniger Steuer führt, schlechter stellen kannst du dich damit nicht. Der Antrag gilt für alle Kapitalerträge des Jahres, bei zusammen veranlagten Ehepaaren für die Erträge beider (Satz 3 und 4).

Der Grenzsteuersatz im Grundtarif 2026 erreicht 25 % bei einem zu versteuernden Einkommen von 20.775 €. Was die Prüfung bei 3.000 € Kapitalerträgen nach dem Pauschbetrag bringt, zeigt die Tabelle:

Übriges zu versteuerndes EinkommenSteuer nach TarifAbgeltungsteuergünstiger
8.000 €0 €791 €Tarif, 791 € weniger
12.000 €435 €791 €Tarif, 356 € weniger
16.000 €692 €791 €Tarif, 99 € weniger
20.000 €758 €791 €Tarif, 33 € weniger
24.000 €799 €791 €Abgeltungsteuer
30.000 €861 €791 €Abgeltungsteuer

Zusätzliche Einkommensteuer und Soli auf 3.000 € Kapitalerträge, ledig, Grundtarif 2026, ohne Kirchensteuer.

Bei 3.000 € Kapitalerträgen lohnt sich der Antrag also bis zu einem übrigen zu versteuernden Einkommen von rund 23.250 €, typisch etwa für Studierende oder Rentner mit kleiner Rente. Deinen Steuersatz rechnet der Einkommensteuer-Rechner aus. Bedenke: Mit der Günstigerprüfung zählen die Kapitalerträge zum zu versteuernden Einkommen, ohne sie nicht (§ 2 Abs. 5b EStG). Das kann bei Leistungen den Ausschlag geben, die daran hängen, etwa der E-Auto-Förderung.

Wann die Steuererklärung sonst Geld zurückbringt

Die Abgeltungsteuer ist für die meisten endgültig. Mit der Anlage KAP holst du dir trotzdem Geld zurück, wenn der Freistellungsauftrag bei der falschen Bank lag und der Pauschbetrag nicht ausgeschöpft wurde, wenn Verluste bei einer Bank und Gewinne bei einer anderen angefallen sind, wenn die Bank mangels Kaufdaten 30 % des Erlöses angesetzt hat oder ausländische Steuer nicht angerechnet wurde (§ 32d Abs. 4 EStG).

Häufige Fragen

Ist Kapitalertragsteuer dasselbe wie Abgeltungsteuer?
Es ist dieselbe Steuer von zwei Seiten gesehen. Kapitalertragsteuer heißt der Abzug, den Bank oder Unternehmen an der Quelle einbehalten (§§ 43 bis 45e EStG). Abgeltungsteuer beschreibt die Wirkung: Mit dem Abzug ist deine Einkommensteuer auf diese Erträge erledigt (§ 43 Abs. 5 EStG), berechnet nach dem Sondertarif von 25 % in § 32d EStG.
Muss ich Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben?
Nicht, wenn die Bank die Steuer schon abgezogen hat, dann ist sie abgegolten. Angeben musst du Erträge, von denen niemand Steuer einbehalten hat, etwa bei einem ausländischen Broker ohne deutsche Niederlassung (§ 32d Abs. 3 EStG). Dafür gibt es die Anlage KAP. Freiwillig lohnt sie sich in den Fällen, die unten bei der Günstigerprüfung stehen.
Woher weiß die Bank, ob ich Kirchensteuer zahle?
Sie fragt beim Bundeszentralamt für Steuern nach, wenn du Kunde wirst, und danach einmal im Jahr zwischen 1. September und 31. Oktober, ob du am 31. August kirchensteuerpflichtig warst (§ 51a Abs. 2c EStG). Du kannst der Abfrage widersprechen, für die Abfrage im laufenden Jahr bis zum 30. Juni. Dann musst du für jedes Jahr mit Kapitalertragsteuer eine Steuererklärung abgeben, damit das Finanzamt die Kirchensteuer festsetzt (§ 51a Abs. 2e EStG).
Was ist eine NV-Bescheinigung?
Eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung vom Finanzamt. Du bekommst sie, wenn mit deinem gesamten Einkommen voraussichtlich keine Einkommensteuer anfällt, auch nicht über die Günstigerprüfung. Die Bank zahlt dann alle Kapitalerträge ohne Abzug aus, auch über den Pauschbetrag hinaus (§ 44a Abs. 1 Satz 4 EStG). Die Bescheinigung gilt höchstens drei Jahre (Abs. 2 Satz 3). Typisch ist sie für Studierende oder Rentner mit kleiner Rente.
Warum zahle ich auf Kapitalerträge immer Solidaritätszuschlag?
Die Freigrenze beim Soli gilt nur für die Einkommensteuer nach dem normalen Tarif. Auf die Kapitalertragsteuer und die Steuer nach § 32d EStG wird er ohne Freigrenze erhoben (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 und Abs. 3 Satz 2 SolzG), immer mit 5,5 % (§ 4 SolzG). Nur wenn du über die Günstigerprüfung in den Tarif wechselst, kann er entfallen.
Was passiert ohne Freistellungsauftrag?
Dann zieht die Bank vom ersten Euro an Steuer ab. Den Pauschbetrag bekommst du trotzdem: Gib die Anlage KAP ab, dann erstattet das Finanzamt die zu viel gezahlte Steuer mit dem Bescheid (§ 32d Abs. 4 EStG).
Welche Unterlagen bekomme ich von der Bank?
Eine Steuerbescheinigung über das Vorjahr mit Erträgen, einbehaltener Steuer, genutztem Pauschbetrag und Verlusten. Viele Banken schicken sie zum Jahresanfang von selbst, sonst stellt die Bank sie auf Verlangen aus (§ 45a Abs. 2 EStG). Du brauchst sie für die Anlage KAP, falls du etwas zurückholen willst.
Warum hat die Bank Steuer auf 30 % des Verkaufserlöses abgezogen?
Weil ihr die Kaufdaten fehlen, meist nach einem Depotwechsel aus dem Ausland. Dann bemisst sie den Steuerabzug nach 30 % des Erlöses (Ersatzbemessungsgrundlage, § 43a Abs. 2 Satz 7 EStG). War dein Gewinn kleiner, holst du die Differenz mit der Anlage KAP zurück und weist den Kaufpreis dort nach (§ 32d Abs. 4 EStG).
Sind Aktien und Fonds von vor 2009 steuerfrei?
Gewinne aus Aktien im Privatvermögen, die du vor dem 1. Januar 2009 gekauft hast, sind steuerfrei (§ 52 Abs. 28 Satz 11 EStG). Dividenden darauf sind trotzdem steuerpflichtig. Für Fondsanteile aus dieser Zeit gilt eine Sonderregel: Wertzuwächse bis zum 31. Dezember 2017 bleiben frei, spätere sind steuerpflichtig, soweit der Gewinn insgesamt 100.000 € übersteigt (§ 56 Abs. 6 InvStG).
Gilt die Abgeltungsteuer auch für Bitcoin?
Nein. Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten sind private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Sie sind steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Davor zählen sie mit deinem persönlichen Steuersatz, bleiben aber frei, wenn alle privaten Veräußerungsgewinne im Jahr unter 1.000 € liegen (§ 23 Abs. 3 Satz 5). Mehr im Bitcoin-Steuer-Rechner.

Quellen

  1. § 32d EStG: Steuersatz, Kirchensteuer-Formel, Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
  2. § 20 EStG: Sparer-Pauschbetrag, Verlustverrechnung gesetze-im-internet.de
  3. § 2 EStG: Abs. 5b: Kapitalerträge im zu versteuernden Einkommen gesetze-im-internet.de
  4. § 43 EStG: Abs. 5: Abgeltungswirkung gesetze-im-internet.de
  5. § 43a EStG: Verlusttopf, Ersatzbemessungsgrundlage gesetze-im-internet.de
  6. § 44a EStG: Freistellungsauftrag, NV-Bescheinigung gesetze-im-internet.de
  7. § 45d EStG: Meldung an das Bundeszentralamt gesetze-im-internet.de
  8. § 51a EStG: Kirchensteuer auf Kapitalerträge gesetze-im-internet.de
  9. § 23 EStG: private Veräußerungsgeschäfte gesetze-im-internet.de
  10. § 52 EStG: Abs. 28: Altbestand vor 2009 gesetze-im-internet.de
  11. § 20 InvStG: Teilfreistellung gesetze-im-internet.de
  12. § 2 InvStG: Aktien-, Misch- und Immobilienfonds gesetze-im-internet.de
  13. § 18 InvStG: Vorabpauschale gesetze-im-internet.de
  14. § 56 InvStG: Abs. 6: Fonds-Alt-Anteile gesetze-im-internet.de
  15. § 3 SolzG: Soli auf Kapitalerträge ohne Freigrenze gesetze-im-internet.de
  16. § 4 SolzG: Satz von 5,5 % gesetze-im-internet.de
  17. BVerfG: Geplante Entscheidungen 2026, Zweiter Senat: Verfahren 2 BvL 3/21 zum Aktientopf bundesverfassungsgericht.de

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