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Verlustverrechnungstopf: Aktientopf und allgemeiner Topf
- 1.000 €Sparer-Pauschbetrag, zusammen 2.000 €§ 20 Abs. 9 EStG
- 26,375 %Abgeltungsteuer mit Soli§ 32d Abs. 1 EStG
- 15. Dez.Antrag auf Verlustbescheinigung bis§ 43a Abs. 3 EStG
- unbegrenztVerlustvortrag, nur für Kapitalerträge§ 20 Abs. 6 EStG
Verluste aus Kapitalvermögen darfst du nur mit Kapitalerträgen verrechnen, nicht mit Lohn oder Miete (§ 20 Abs. 6 Satz 1 EStG). Innerhalb der Kapitalerträge gibt es eine Sonderregel: Verluste aus dem Verkauf von Aktien mindern nur Gewinne aus Aktienverkäufen (Satz 4). Deine Bank führt dafür zwei Verlustverrechnungstöpfe. In den Aktientopf kommen Verluste aus Aktienverkäufen, in den allgemeinen Topf, oft „Sonstige“ genannt, alle übrigen Verluste. Was im allgemeinen Topf liegt, mindert jeden Kapitalertrag, auch Aktiengewinne. Was übrig bleibt, wird ohne zeitliche Grenze vorgetragen, bleibt aber in seinem Topf (§ 43a Abs. 3 Sätze 2 und 3 EStG).
Daneben gibt es einen Quellensteuertopf. Behält ein ausländischer Staat Steuer auf Dividenden ein und kann die Bank sie gerade nicht anrechnen, weil etwa der Freistellungsauftrag greift, merkt sie sich den Betrag und rechnet ihn auf die Steuer späterer Erträge an (§ 43a Abs. 3 Satz 1 mit § 32d Abs. 5 EStG). Den Stand aller Töpfe weist deine Bank aus, zum Beispiel in der Erträgnisaufstellung zum Jahresende.
Was mit was verrechnet wird: Aktien, ETFs, Dividenden, Zinsen, Derivate
Die Frage ist immer, woher der Verlust stammt. Ein Aktienverlust ist wählerisch, alle anderen Verluste nicht. Die Tabelle zeigt, ob ein Verlust Aktiengewinne mindert und ob er die übrigen Erträge mindert, also ETF-Gewinne, Dividenden und Zinsen:
| Verlust aus | Aktiengewinne | übrige Erträge | Topf |
|---|---|---|---|
| Verkauf von Aktien, auch Hinterlegungsscheinen wie ADRs | ja | nein | Aktientopf |
| Aktie wertlos ausgebucht | ja | nein | Aktientopf |
| ETF oder anderer Investmentfonds | ja | ja | allgemeiner Topf |
| Anleihe, Zertifikat, gezahlte Stückzinsen | ja | ja | allgemeiner Topf |
| Optionen, Futures, CFDs | ja | ja | allgemeiner Topf |
| Kryptowährung, direkt gehalten | nein | nein | keiner (§ 23 EStG) |
Grundlage: § 20 Abs. 6 Satz 4 und § 43a Abs. 3 Satz 2 EStG, für ADRs und wertlose Aktien das BMF-Schreiben vom 14.05.2025 (Rn. 118, 123, 228). Fondsverluste zählen nach Teilfreistellung, bei Aktien-ETFs also zu 70 %.
Für die häufigste Frage heißt das: Aktienverluste kannst du nicht mit ETF-Gewinnen verrechnen, ETF-Verluste aber mit Aktiengewinnen. Dividenden sind Erträge, keine Verkaufsgewinne. Sie liegen im allgemeinen Topf und bleiben von Aktienverlusten unberührt. So wirkt derselbe Verlust von 3.000 € neben 4.000 € Gewinn mit einem Aktien-ETF, einmal aus einer Aktie, einmal aus einem anderen Aktien-ETF:
| 3.000 € Verlust aus | Aktie | Aktien-ETF |
|---|---|---|
| ETF-Gewinn, davon steuerpflichtig 70 % | 2.800 € | 2.800 € |
| Verlust, der steuerlich zählt | 3.000 € | 2.100 € |
| Mit dem ETF-Gewinn verrechnet | 0 € | 2.100 € |
| Steuerpflichtig nach Pauschbetrag | 1.800 € | 0 € |
| Abgeltungsteuer und Soli | 474,75 € | 0,00 € |
| Verlust für spätere Jahre | 3.000 € | 0 € |
Gerechnet mit dem Rechner oben, Sparer-Pauschbetrag 1.000 €, ohne Kirchensteuer. Beim Aktienverlust bleibt der Pauschbetrag voll beim ETF-Gewinn, beim ETF-Verlust wird er nicht ganz gebraucht.
Andersherum funktioniert es: Hast du 4.000 € Gewinn mit einer Aktie und 3.000 € Verlust mit einem Aktien-ETF, mindern die steuerlich zählenden 2.100 € den Aktiengewinn. Es bleiben 900 € steuerpflichtig und 237,38 € Steuer.
In welcher Reihenfolge verrechnet wird
Erst gleichst du Gewinne und Verluste des Jahres aus, dann kommen die Vorträge aus früheren Jahren. Der Rechner folgt dabei dem BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer vom 14. Mai 2025 (Rn. 118).
| Schritt | Rechnung | Zwischenstand |
|---|---|---|
| 1. Aktien des Jahres | 9.000 € Gewinne minus 2.000 € Verluste | 7.000 € |
| 2. Übrige des Jahres | 1.500 € Erträge minus 2.500 € Verluste; der Überhang von 1.000 € mindert die Aktiengewinne | 6.000 € |
| 3. Aktienverlustvortrag | 3.000 € aus dem Vorjahr, nur gegen die verbliebenen Aktiengewinne | 3.000 € |
| 4. Übriger Verlustvortrag | 500 € aus dem Vorjahr, gegen alle verbliebenen Kapitalerträge | 2.500 € |
| Sparer-Pauschbetrag | 1.000 € bleiben steuerfrei | 1.500 € |
| Steuer | Abgeltungsteuer und Soli, zusammen 26,375 % | 395,63 € |
Gerechnet mit dem Rechner oben, Sparer-Pauschbetrag 1.000 €, ohne Kirchensteuer.
Deine Bank geht etwas anders vor: Einen Aktiengewinn verrechnet sie zuerst mit ihrem Aktientopf, auch wenn der Verlust aus einem Vorjahr stammt. Die Steuer des Jahres ist auf beiden Wegen dieselbe, nur der Vortrag kann anders auf die Töpfe verteilt sein.
Drei Rechenbeispiele
Die Startwerte des Rechners: Der Aktienverlust findet keinen passenden Gewinn und darf die Dividenden nicht mindern. Sonst fiele gar keine Steuer an.
- Aktiengewinn minus Aktienverlust
- −2.000 €
- Dividenden und ETF-Erträge minus übriger Verlust
- 2.000 €
- steuerpflichtig nach Pauschbetrag
- 1.000 €
- Aktienverlust im Vortrag
- 2.000 €
- Steuer
- 263,75 €
Der übrige Verlust gleicht zuerst die Dividenden aus, den Rest zieht er vom Aktiengewinn ab.
- Aktiengewinn
- 6.000 €
- Dividenden
- 800 €
- Verlust mit einem Zertifikat
- −2.500 €
- steuerpflichtig nach Pauschbetrag
- 3.300 €
- Steuer (ohne den Verlust 1.529,75 €)
- 870,38 €
Der Aktienverlust aus dem Vorjahr mindert nur den Aktiengewinn. Die Zinsen und Dividenden bleiben dem Pauschbetrag.
- Aktienverlust aus dem Vorjahr
- 4.000 €
- Aktiengewinn in diesem Jahr
- 3.000 €
- Zinsen und Dividenden
- 1.500 €
- bleibt im Aktien-Vortrag
- 1.000 €
- Steuer
- 131,88 €
Was die Bank verrechnet
Deine Bank verrechnet Verluste schon beim Steuerabzug, laufend über das Kalenderjahr (§ 43a Abs. 3 Satz 2 EStG). Verkaufst du im Herbst eine Aktie mit Verlust, nachdem im Frühjahr auf einen Aktiengewinn Steuer abging, bekommst du diese Steuer zurück. Banken nennen das Liquiditätsoptimierung. Verluste gehen dem Freistellungsauftrag vor: Erst mindern sie den Ertrag, dann greift der freigestellte Betrag. Was am Jahresende übrig ist, trägt die Bank ins nächste Jahr vor (Satz 3).
Endgültig ist die Rechnung der Bank nicht. Mit der Steuererklärung kannst du beantragen, dass das Finanzamt nachrechnet, etwa um Verluste bei der einen mit Gewinnen bei einer anderen Bank zu verrechnen, einen Vortrag zu nutzen oder den Steuerabzug zu überprüfen (§ 32d Abs. 4 EStG). Hast du nur ein Depot und keine Kapitalerträge außerhalb davon, ist das nicht nötig: Der Verlust bleibt bei der Bank und wird mit späteren Gewinnen verrechnet.
Verlustbescheinigung bis 15. Dezember und Depotwechsel
Verluste, die dem Steuerabzug unterliegen, darf das Finanzamt nur berücksichtigen, wenn du eine Verlustbescheinigung der Bank vorlegst (§ 20 Abs. 6 Satz 5 EStG). Du brauchst sie also, wenn ein Verlust bei der einen Bank Gewinne bei einer anderen mindern soll. Was zum Jahresende sonst noch fällig ist, steht im Ratgeber Steuern sparen vor Jahresende.
| Punkt | Regel | Grundlage |
|---|---|---|
| Frist | Der Antrag muss bis 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank sein und ist unwiderruflich. | § 43a Abs. 3 Satz 5 |
| Folge bei der Bank | Ihr Verlustvortrag entfällt, der Verlust wird nicht ins nächste Jahr übertragen. | § 43a Abs. 3 Satz 4 |
| Frist verpasst | Der Verlust bleibt im Topf der Bank und wird dort vorgetragen. Im nächsten Jahr geht der Antrag wieder bis 15. Dezember. | § 43a Abs. 3 Satz 3 |
| Depot komplett übertragen | Auf deinen Wunsch meldet die alte Bank den Verlust an die neue, eine Bescheinigung gibt es dann nicht. | § 43a Abs. 3 Satz 6 |
| Nur einzelne Wertpapiere übertragen | Der Verlust bleibt bei der alten Bank. Willst du ihn woanders nutzen, beantragst du die Bescheinigung. | § 43a Abs. 3 Sätze 4 und 6 |
| In der Steuererklärung | Verluste aus der Bescheinigung in der Anlage KAP angeben, Aktienverluste getrennt von den übrigen. | § 32d Abs. 4 |
Der Antrag ist unwiderruflich. Mit der Bescheinigung ist der Verlust bei der Bank weg, du nutzt ihn nur noch über die Steuererklärung. Gibst du keine ab, bleibt er ungenutzt.
Verlustvortrag: Wie lange Aktienverluste gelten
Verluste verfallen nicht. Was im Jahr nicht aufgeht, mindert die Kapitalerträge der folgenden Jahre, ohne zeitliche Grenze (§ 20 Abs. 6 Satz 2 EStG). Aktienverluste bleiben dabei Aktienverluste und mindern auch später nur Aktiengewinne (Satz 4). Einen Rücktrag ins Vorjahr gibt es nicht (Satz 1). So läuft ein Aktienverlust von 5.000 € über drei Jahre, mit jedes Jahr 1.500 € Dividenden und Zinsen daneben:
| Jahr | Aktien im Jahr | Vortrag genutzt | Vortrag danach | Steuer |
|---|---|---|---|---|
| Jahr 1 | −5.000 € | 0 € | 5.000 € | 131,88 € |
| Jahr 2 | 2.000 € | 2.000 € | 3.000 € | 131,88 € |
| Jahr 3 | 4.000 € | 3.000 € | 0 € | 395,63 € |
Gerechnet mit dem Rechner oben, Sparer-Pauschbetrag 1.000 €, ohne Kirchensteuer. Die Dividenden werden jedes Jahr nach dem Pauschbetrag besteuert, der Aktienverlust darf sie nicht mindern.
Wer den Vortrag führt, hängt davon ab, wo verrechnet wird. Bleibt der Verlust bei der Bank, trägt sie ihn automatisch vor. Holst du ihn mit einer Verlustbescheinigung in die Steuererklärung, stellt das Finanzamt den verbleibenden Verlust am Jahresende gesondert fest, getrennt nach Aktien und Übrigem (§ 20 Abs. 6 Satz 3 mit § 10d Abs. 4 EStG). Solange ein solcher Vortrag besteht, gibst du deine Kapitalerträge jedes Jahr in der Anlage KAP an, sonst kann das Finanzamt sie nicht damit verrechnen.
Ehepaare: Verluste über beide verrechnen
Werdet ihr zusammen veranlagt, braucht ihr bei der Bank dafür einen gemeinsamen Freistellungsauftrag, notfalls über 0 €. Dann gleicht sie zum Jahresende die Verluste des einen mit den Gewinnen des anderen aus, die Töpfe bleiben dabei getrennt (§ 43a Abs. 3 Satz 2 EStG). Für eingetragene Lebenspartner gilt dasselbe (§ 2 Abs. 8 EStG). Den Sparer-Pauschbetrag von 2.000 € teilt ihr: Braucht einer seine Hälfte nicht, nutzt sie der andere (§ 20 Abs. 9 Satz 3 EStG). In der Steuererklärung gleicht das Finanzamt bei Zusammenveranlagung die Verluste beider aus, bevor es einen Vortrag feststellt (§ 20 Abs. 6 Satz 3 EStG). Für frühere Jahre hatte der BFH das noch abgelehnt (Urteil vom 23.11.2021, VIII R 22/18).
Er hat 4.000 € Aktienverlust, sie 3.000 € Aktiengewinn und 2.500 € Dividenden. Gemeinsamer Freistellungsauftrag über 2.000 €.
- Aktiengewinn und Dividenden der Frau, minus gemeinsamer Pauschbetrag
- 3.500 €
- Steuer ohne Verrechnung über beide
- 923,13 €
- Aktienverlust des Mannes mindert ihren Aktiengewinn
- −3.000 €
- Steuerpflichtig nur noch die Dividenden nach Pauschbetrag
- 500 €
- Aktienverlust, der übrig bleibt
- 1.000 €
- Steuer mit Verrechnung über beide
- 131,88 €
Auch zwischen Ehepartnern bleibt die Topftrennung: Sein Aktienverlust mindert nur ihren Aktiengewinn, nicht ihre Dividenden.
Termingeschäfte und Ausfälle: Grenzen gestrichen
Ab 2021 durften Verluste aus Termingeschäften wie Optionen, Futures oder CFDs nur mit Gewinnen aus Termingeschäften und Stillhalterprämien verrechnet werden, und nur bis 20.000 € im Jahr. Für Ausfälle, etwa wertlos ausgebuchte Wertpapiere oder uneinbringliche Forderungen, galt ab 2020 ebenfalls eine Grenze von 20.000 € im Jahr. Nachdem der BFH ernstliche Zweifel an der Termingeschäfte-Regel geäußert hatte (Beschluss vom 07.06.2024, VIII B 113/23), hat das Jahressteuergesetz 2024 beide Regeln gestrichen, und zwar für alle offenen Fälle (§ 52 Abs. 28 Sätze 25 und 26 EStG).
Heute sind das gewöhnliche Verluste im allgemeinen Topf. Banken mussten das spätestens ab 2026 im Steuerabzug umsetzen (BMF-Schreiben vom 14.05.2025). Verluste, die deine Bank vorher noch gesondert bescheinigt hat, machst du über die Steuererklärung geltend. Verluste aus wertlos ausgebuchten Aktien zählen allerdings zum Aktientopf.
| 30.000 € Optionsverlust | altes Recht | heute |
|---|---|---|
| Kapitalerträge | 35.000 € | 35.000 € |
| Verrechneter Optionsverlust | 0 € | 30.000 € |
| Steuerpflichtig nach Pauschbetrag | 34.000 € | 4.000 € |
| Abgeltungsteuer und Soli | 8.967,50 € | 1.055,00 € |
| Verlust für spätere Jahre | 30.000 € | 0 € |
Daneben Aktiengewinn und Zinsen oder Dividenden, keine Gewinne aus Termingeschäften. Sparer-Pauschbetrag 1.000 €.
Der Aktientopf vor dem Bundesverfassungsgericht
Der Bundesfinanzhof hält die Sonderregel für Aktienverluste für unvereinbar mit dem Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) und hat sie dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt (Beschluss vom 17.11.2020, VIII R 11/18). Aus seiner Sicht behandelt sie Anleger je nach Art der Kapitalanlage ungleich, ohne dass es dafür einen tragfähigen Grund gibt.
In Karlsruhe läuft das Verfahren unter dem Aktenzeichen 2 BvL 3/21. Der Zweite Senat führt es auf seiner Liste der Verfahren, die er 2026 entscheiden will. Am 30. September 2026 war es dort noch nicht als erledigt vermerkt. Das Gericht hat dazu Stellungnahmen eingeholt, die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat ihre im März 2026 veröffentlicht. Bis zu einer Entscheidung gilt die Regel weiter, Banken und Finanzämter wenden sie an.
Stellt das Finanzamt bei dir einen Aktienverlust fest, setzt es die Steuer in diesem Punkt vorläufig fest (§ 165 AO). Ein Einspruch nur wegen dieser Frage ist dann nicht nötig. Prüf im Bescheid, ob der Vermerk drinsteht. Liegt dein Aktienverlust nur im Topf der Bank, stellt das Finanzamt nichts fest, und es gibt keinen Bescheid, der in diesem Punkt offen bleibt.
Verluste gezielt nutzen
Steuerlich zählt ein Verlust erst, wenn du verkaufst. Ein Buchverlust im Depot mindert keine Steuer. Ein paar Dinge kannst du deshalb vor Jahresende prüfen:
- Aktientopf voll? Dann bleiben Aktiengewinne bis zur Höhe des Topfs steuerfrei. Verkaufst du eine Aktie mit Buchgewinn und kaufst sie wieder, steigt dein Einstandskurs und künftige Gewinne fallen kleiner aus. Im dritten Rechenbeispiel oben geht so ein Gewinn von 3.000 € ohne Steuer durch.
- Gewinne im passenden Topf? Hast du bei derselben Bank dieses Jahr Aktiengewinne versteuert, holt ein realisierter Aktienverlust die Steuer sofort zurück. Gegen ETF-Gewinne oder Dividenden hilft nur ein Verlust aus dem allgemeinen Topf. Im zweiten Rechenbeispiel spart ein Zertifikatsverlust so 659,37 € Steuer.
- Pauschbetrag übrig? Ein ungenutzter Sparer-Pauschbetrag verfällt am Jahresende. Gewinne bis zu seiner Höhe bleiben steuerfrei, auch wenn du die Papiere danach wieder kaufst.
- Kosten: Ordergebühren beim Verkauf mindern den Gewinn oder erhöhen den Verlust (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG). Bei Teilverkäufen gelten die zuerst gekauften Stücke als zuerst verkauft (Satz 7).
Liegen Gewinne und Verluste bei verschiedenen Banken, denk an den Antrag auf Verlustbescheinigung bis 15. Dezember. Was eine Umschichtung im Depot an Steuer kostet, rechnet der Rebalancing-Rechner, die Steuer auf einzelne Erträge der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Häufige Fragen
Kann ich Aktienverluste mit ETF-Gewinnen verrechnen?
Mindern Aktienverluste die Steuer auf Dividenden?
Kann ich Kapitalverluste mit Lohn, Rente oder Mieteinnahmen verrechnen?
Wie wirkt der Sparer-Pauschbetrag bei Verlusten?
Darf ich Aktien mit Verlust verkaufen und gleich zurückkaufen?
Was gilt für Aktien, die wertlos geworden sind?
Kann ich Krypto-Verluste mit Aktiengewinnen verrechnen?
Wie verrechne ich Verluste aus einem Depot im Ausland?
Gilt die Aktienregel auch für Aktien im Betriebsvermögen oder in einer GmbH?
Quellen
- § 20 EStG: Einkünfte aus Kapitalvermögen: Abs. 4: Gewinn, Kosten, Fifo; Abs. 6: Verlustverrechnung, Aktientopf, Vortrag, Ehegatten; Abs. 9: Sparer-Pauschbetrag. gesetze-im-internet.de
- § 43a EStG: Bemessung der Kapitalertragsteuer: Abs. 3: Verrechnung durch die Bank, gemeinsamer Ausgleich für Ehepaare, Verlustbescheinigung bis 15. Dezember, Depotübertrag. gesetze-im-internet.de
- § 32d EStG: Gesonderter Steuertarif: Abgeltungsteuer 25 %, ausländische Steuern, Antrag auf Veranlagung, Günstigerprüfung. gesetze-im-internet.de
- § 52 EStG: Anwendungsvorschriften: Abs. 28 Sätze 25 und 26: die alten Grenzen von 20.000 € gelten in keinem offenen Fall mehr. gesetze-im-internet.de
- § 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte: Abs. 3: eigener Verlustausgleich für Kryptowährungen und andere Wirtschaftsgüter. gesetze-im-internet.de
- Jahressteuergesetz 2024 vom 2. Dezember 2024: BGBl. 2024 I Nr. 387: Artikel 3: Aufhebung von § 20 Abs. 6 Sätze 5 und 6 EStG. recht.bund.de
- BFH: Vorlagebeschluss vom 17.11.2020, VIII R 11/18: Aktienverlust-Regel mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar, Vorlage an das Bundesverfassungsgericht. bundesfinanzhof.de
- BVerfG: Geplante Entscheidungen 2026, Zweiter Senat: Verfahren 2 BvL 3/21, am 30.09.2026 ohne Erledigungsvermerk. bundesverfassungsgericht.de
- DSW: Stellungnahme für das Bundesverfassungsgericht, 27.03.2026: Vom Gericht angefragte Stellungnahme zur Verlustverrechnungsbeschränkung. dsw-info.de
- BFH: Beschluss vom 07.06.2024, VIII B 113/23: Ernstliche Zweifel an der Verlustgrenze für Termingeschäfte. bundesfinanzhof.de
- BFH: Urteil vom 23.11.2021, VIII R 22/18: Ausländische Quellensteuer verfällt bei Verrechnung mit Verlusten; Ehegatten nach altem Recht. bundesfinanzhof.de
- BMF: Einzelfragen zur Abgeltungsteuer vom 14.05.2025: Verwaltungsanweisung; Rn. 118 zur Verlustverrechnung und zu wertlosen Aktien, Rn. 123 und 228 zu ADRs. bundesfinanzministerium.de
- Haufe: Vorläufigkeitsvermerk bei Aktienveräußerungsverlusten: BMF-Schreiben vom 31.01.2022: vorläufige Festsetzung ab 2009. haufe.de
- Finanzverwaltung NRW: Verluste aus Kapitalvermögen: Verlusttöpfe, kein Rücktrag, Verlustbescheinigung bis 15. Dezember, Wegfall der Grenzen. finanzamt.nrw.de
- DAB BNP Paribas: Hinweise zur Erträgnisaufstellung 2025: Beispiel einer Bank: Topfstände, Quellensteuertopf, Erstattung im laufenden Jahr, Verrechnung für Ehepaare. b2b.dab-bank.de
- § 20 und § 2 InvStG: Teilfreistellung, Aktienfonds: 30 % steuerfrei bei Aktienfonds für Privatanleger. gesetze-im-internet.de