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So rechnet der Holding-Rechner
Der Rechner vergleicht zwei Wege für denselben Gewinn. Beide beginnen in deiner GmbH, getrennt wird erst bei der Ausschüttung: direkt an dich oder an eine Holding-GmbH, die dir gehört und ihrerseits die Anteile an deiner GmbH hält.
- Steuern der GmbHAuf den Gewinn zahlt die GmbH 15 % Körperschaftsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf und Gewerbesteuer, also 3,5 % Messzahl mal Hebesatz. Die Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgabe und senkt die Körperschaftsteuer nicht (§ 4 Abs. 5b EStG). Bei 400 % Hebesatz gehen 29,83 % des Gewinns an Steuern.
- Direkt an dichDu zahlst 25 % Abgeltungsteuer plus Soli, zusammen 26,375 %, auf alles über dem Sparer-Pauschbetrag. Auf Antrag gilt stattdessen das Teileinkünfteverfahren, dann versteuerst du 60 % der Ausschüttung mit deinem persönlichen Steuersatz.
- An die HoldingBei der Holding bleibt die Dividende außer Ansatz (§ 8b Abs. 1 KStG). 5 % davon gelten aber als Betriebsausgaben, die sie nicht abziehen darf (§ 8b Abs. 5 KStG). Auf diese 5 % zahlt die Holding Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer.
- Später an dichSchüttet die Holding an dich aus, zahlst du darauf dieselbe Steuer wie beim direkten Weg. Bis dahin kann sie das Geld anlegen oder in andere Firmen stecken.
Steuer der Holding = Dividende × 5 % × (15 % × 1,055 + 3,5 % × Hebesatz)
Bei 400 % Hebesatz sind das 1,49 % der Dividende. Im Rechner weicht das Ergebnis um ein paar Euro ab, weil Gewerbeertrag, Messbetrag und Körperschaftsteuer auf volle Beträge abgerundet werden.
Rechenweg: 100.000 € Gewinn direkt an dich oder an die Holding
| Schritt | direkt an dich | an die Holding |
|---|---|---|
| Gewinn der GmbH vor Steuern | 100.000 € | 100.000 € |
| − Körperschaftsteuer 15 % und Soli | 15.825 € | 15.825 € |
| − Gewerbesteuer der GmbH, Messbetrag 3.500 € × 400 % | 14.000 € | 14.000 € |
| = Gewinnausschüttung | 70.175 € | 70.175 € |
| davon steuerpflichtig | 70.175 € | 3.508,75 € |
| − 25 % Abgeltungsteuer oder 15 % Körperschaftsteuer | 17.543,75 € | 526 € |
| − Solidaritätszuschlag 5,5 % | 964,90 € | 28,93 € |
| − Gewerbesteuer der Holding, Messbetrag 122 € × 400 % | – | 488 € |
| = Es bleibt | 51.666,35 € | 69.132,07 € |
| Steuern zusammen | 48.333,65 € | 30.867,93 € |
Hebesatz 400 % für GmbH und Holding, die Holding hält alle Anteile. Ohne Sparer-Pauschbetrag und Kirchensteuer. Steuerpflichtig sind bei der Holding die 5 % aus § 8b Abs. 5 KStG, der Gewerbeertrag wird auf volle 100 € abgerundet.
Über die Holding bleiben 17.465,72 € mehr übrig, die sie anlegen oder in eine weitere Firma stecken kann. Bei dir angekommen ist davon aber noch nichts, das zeigt der Vergleich weiter unten.
Steuersätze und Grenzen 2026
| Regel | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Körperschaftsteuer | 15 % | § 23 Abs. 1 KStG |
| Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer, ohne Freigrenze | 5,5 % | §§ 3, 4 SolzG |
| Gewerbesteuer-Messzahl, kein Freibetrag für GmbH und UG | 3,5 % | § 11 GewStG |
| Mindesthebesatz der Gemeinde (ab 2027: 280 %) | 200 % | § 16 Abs. 4 GewStG |
| Durchschnittlicher Hebesatz aller Gemeinden 2024 | 409 % | Statistisches Bundesamt |
| Steuerfrei bei Dividenden und Veräußerungsgewinnen der Holding | 95 % | § 8b Abs. 1 bis 5 KStG |
| Dividende voll körperschaftsteuerpflichtig bei Beteiligung unter | 10 % | § 8b Abs. 4 KStG |
| Gewerbesteuer nur auf 5 % ab einer Beteiligung von | 15 % | § 9 Nr. 2a GewStG |
| Abgeltungsteuer, dazu Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer | 25 % | § 32d Abs. 1 EStG |
| Sparer-Pauschbetrag (zusammen veranlagt: 2.000 €) | 1.000 € | § 20 Abs. 9 EStG |
| Teileinkünfteverfahren: steuerpflichtiger Teil | 60 % | § 3 Nr. 40 EStG |
Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr um einen Prozentpunkt, ab 2032 beträgt sie 10 % (§ 23 Abs. 1 KStG in der Fassung des Gesetzes vom 14. Juli 2025).
§ 8b KStG: was die Holding steuerfrei bekommt
§ 8b KStG ist die Vorschrift, auf der jede Holding-Rechnung aufbaut. Sie gilt für Körperschaften, also für eine GmbH, UG oder AG als Gesellschafterin, nicht für dich als Privatperson. Was in den einzelnen Absätzen steht und was das für deine Holding bedeutet:
| Fundstelle | Was dort steht | Was das für die Holding heißt |
|---|---|---|
| Abs. 1 Satz 1 | Gewinnausschüttungen (Bezüge nach § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 Buchst. a EStG) bleiben bei der Ermittlung des Einkommens außer Ansatz. | Die Dividende deiner GmbH ist steuerfrei. Die Mindestbeteiligung steht erst in Absatz 4. |
| Abs. 1 Satz 2 | Das gilt nur, soweit die Bezüge das Einkommen der zahlenden Gesellschaft nicht gemindert haben. | Eine verdeckte Gewinnausschüttung, die bei der GmbH als Betriebsausgabe stehen bleibt, ist voll steuerpflichtig. |
| Abs. 2 | Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften bleiben außer Ansatz, auch aus Auflösung oder Kapitalherabsetzung (Satz 3). Nicht, soweit der Anteil früher steuerwirksam auf den Teilwert abgeschrieben wurde (Satz 4). | Der Verkauf der Tochter ist steuerfrei, ohne Mindestbeteiligung und ohne Haltefrist. |
| Abs. 3 Satz 1 und 2 | 5 % des Veräußerungsgewinns gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben, § 3c Abs. 1 EStG gilt nicht. | Vom Verkaufsgewinn sind effektiv 95 % frei. |
| Abs. 3 Satz 3 | Gewinnminderungen im Zusammenhang mit dem Anteil bleiben unberücksichtigt. | Verluste und Abschreibungen auf die Beteiligung senken die Steuer nicht. |
| Abs. 3 Satz 4 bis 8 | Ebenso unberücksichtigt bleiben Verluste aus Darlehen eines zu mehr als einem Viertel beteiligten Gesellschafters, außer ein fremder Dritter hätte das Darlehen genauso gegeben oder stehen lassen (Satz 7). | Fällt ein Darlehen der Holding an ihre Tochter aus, ist der Verlust meist steuerlich verloren. |
| Abs. 4 | Bezüge zählen voll, wenn die Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres unter 10 % lag (Satz 1). Der Erwerb von mindestens 10 % gilt als zu Jahresbeginn erfolgt (Satz 6). | Streubesitz, etwa Börsenaktien: volle Körperschaftsteuer auf die Dividende. |
| Abs. 5 | 5 % der steuerfreien Bezüge gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben, § 3c Abs. 1 EStG gilt nicht. | Effektiv sind 95 % der Dividende frei, echte Kosten bleiben voll abziehbar. |
| Abs. 6 | Die Absätze 1 bis 5 gelten auch für Beträge, die über eine Mitunternehmerschaft zugerechnet werden. | Hält eine GmbH ihre Beteiligung über eine KG, gilt die Befreiung für ihren Anteil. |
| Abs. 7 und 8 | Ausgenommen sind vor allem der Handelsbestand von Banken und Finanzdienstleistern und die Kapitalanlagen von Lebens- und Krankenversicherern. | Eine Holding, die ihre Beteiligungen hält, statt mit ihnen zu handeln, betrifft das nicht. |
Wortlaut auf gesetze-im-internet.de. Absatz 9 nimmt Dividenden nach der Mutter-Tochter-Richtlinie von den Absätzen 7 und 8 aus, Absatz 10 regelt die Wertpapierleihe, Absatz 11 Unterstützungskassen.
Warum nur 95 % steuerfrei sind
Die 5 % sind eine Pauschale: Ein Teil der steuerfreien Dividende gilt als Ausgabe, die die Holding nicht abziehen darf. Dafür sind ihre echten Kosten voll abziehbar, weil § 3c Abs. 1 EStG hier nicht gilt (§ 8b Abs. 5 Satz 2 KStG). Die Pauschale fällt auch an, wenn die Holding gar keine Kosten hat. Ganz steuerfrei ist eine Dividende an die Holding deshalb nie, bei 400 % Hebesatz kostet sie 1,49 %.
Streubesitz: Beteiligung unter 10 % oder 15 %
Zu 95 % steuerfrei sind Dividenden nur ab einer Mindestbeteiligung. Maßgeblich ist der Stand zu Beginn des Jahres, für die Körperschaftsteuer zu Beginn des Kalenderjahres, für die Gewerbesteuer zu Beginn des Erhebungszeitraums.
| Beteiligung zu Jahresbeginn | Körperschaftsteuer auf | Gewerbesteuer auf | Steuer auf 100.000 € Dividende | Anteil |
|---|---|---|---|---|
| ab 15 %§ 8b Abs. 1 und 5 KStG, § 9 Nr. 2a GewStG | 5 % | 5 % | 1.491,25 € | 1,49 % |
| 10 % bis unter 15 %§ 8 Nr. 5 GewStG | 5 % | ganze Dividende | 14.791,25 € | 14,79 % |
| unter 10 %§ 8b Abs. 4 KStG | ganze Dividende | ganze Dividende | 29.825,00 € | 29,83 % |
Hebesatz 400 %. Zwischen 10 % und 15 % rechnet § 8 Nr. 5 GewStG die steuerfreie Dividende für die Gewerbesteuer wieder hinzu. Veräußerungsgewinne bleiben unabhängig von der Beteiligung zu 95 % frei, die Grenzen gelten nur für Dividenden.
Hält die Holding ihre GmbH ganz, spielt das keine Rolle. Wichtig wird es, wenn die Holding Aktien börsennotierter Firmen kauft: Deren Dividenden sind fast immer Streubesitz. Ab einem Hebesatz von rund 301 % zahlt die Holding darauf mehr Steuern, als du privat mit der Abgeltungsteuer zahlen würdest.
Gewerbesteuer der Holding: Kürzung nach § 9 Nr. 2a GewStG
Als GmbH ist die Holding kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig, auch wenn sie nur Beteiligungen hält (§ 2 Abs. 2 GewStG), und einen Freibetrag bekommt sie nicht (§ 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG). Ausgangspunkt ist der Gewinn, wie er für die Körperschaftsteuer ermittelt wird (§ 7 Satz 1 GewStG). Die steuerfreien 95 % aus § 8b KStG sind darin schon nicht mehr enthalten. Danach kommt es auf die Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums an:
- Mindestens 15 %: Die Gewinnanteile werden gekürzt (§ 9 Nr. 2a Satz 1 GewStG). Gewerbesteuer fällt nur auf die pauschalen 5 % aus § 8b Abs. 5 KStG an, sie zählen nicht als Gewinne aus Anteilen (Satz 4).
- Unter 15 %: Die steuerfreie Dividende wird wieder hinzugerechnet (§ 8 Nr. 5 GewStG), Gewerbesteuer fällt auf die ganze Dividende an.
- Kosten der Beteiligung: Aufwendungen, die unmittelbar mit den Gewinnanteilen zusammenhängen, etwa Zinsen für den Kaufkredit, mindern den Kürzungsbetrag, eine Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 entfällt insoweit (§ 9 Nr. 2a Satz 3).
- Töchter im Ausland: dieselbe Kürzung ab 15 % nach § 9 Nr. 7 GewStG, bei einem Doppelbesteuerungsabkommen mit niedrigerer Mindestbeteiligung nach § 9 Nr. 8.
Wird die Beteiligung erst im Laufe des Jahres erworben, greift die Kürzung im ersten Jahr noch nicht, mehr dazu in den Fragen unten.
Hebesatz: was GmbH und Holding zahlen
Die Last der GmbH hängt fast nur am Hebesatz ihrer Gemeinde. Wo die Holding sitzt, macht dagegen wenig aus, weil sie Gewerbesteuer nur auf 5 % der Dividende zahlt. Im Schnitt aller Gemeinden lag der Hebesatz 2024 bei 409 % (Statistisches Bundesamt), der Wert 400 % auf dieser Seite ist eine runde Annahme.
| Hebesatz | Gewerbesteuer | Steuern der GmbH | Belastung 2026 | ab 2032 | Holding auf die Dividende |
|---|---|---|---|---|---|
| 200 %Mindesthebesatz 2026 | 7.000 € | 22.825 € | 22,83 % | 17,55 % | 1,13 % |
| 250 %Monheim am Rhein | 8.750 € | 24.575 € | 24,58 % | 19,30 % | 1,22 % |
| 280 %Mindesthebesatz ab 2027 | 9.800 € | 25.625 € | 25,63 % | 20,35 % | 1,28 % |
| 400 %Beispielwert dieser Seite | 14.000 € | 29.825 € | 29,83 % | 24,55 % | 1,49 % |
| 490 %München | 17.150 € | 32.975 € | 32,98 % | 27,70 % | 1,63 % |
Gewinn 100.000 €, ohne Hinzurechnungen und Kürzungen. Ab 2032 mit 10 % Körperschaftsteuer. Monheim am Rhein laut Hebesatzsatzung vom 19. Dezember 2024, München laut Stadt. Die Holding sitzt in derselben Gemeinde und hält mindestens 15 %.
Die Hebesätze der großen Städte und die Rechnung mit Hinzurechnungen findest du beim Gewerbesteuer-Rechner.
Mit oder ohne Holding: was von 100.000 € Gewinn bleibt
Die Tabelle rechnet 100.000 € Gewinn vor Steuern auf sechs Wegen durch, mit 400 % Hebesatz für GmbH und Holding, ohne Sparer-Pauschbetrag und Kirchensteuer.
| Weg des Gewinns | Steuern zusammen | Es bleiben | Belastung |
|---|---|---|---|
| Gewinn bleibt in der GmbHin der GmbH | 29.825 € | 70.175 € | 29,8 % |
| Ausschüttung direkt an dichbei dir, nach Abgeltungsteuer | 48.334 € | 51.666 € | 48,3 % |
| Ausschüttung an die Holding, Beteiligung ab 15 %in der Holding | 30.868 € | 69.132 € | 30,9 % |
| Über die Holding ganz an dich weitergereichtbei dir, nach Abgeltungsteuer | 49.102 € | 50.898 € | 49,1 % |
| An die Holding, Beteiligung 10 % bis unter 15 %in der Holding | 40.192 € | 59.808 € | 40,2 % |
| An die Holding, Beteiligung unter 10 %in der Holding | 50.742 € | 49.258 € | 50,7 % |
Belastung in Prozent des Gewinns vor Steuern. Wo nichts anderes steht, hält die Holding alle Anteile an der GmbH.
Die Holding spart nur, solange das Geld in ihr bleibt. Reicht sie alles an dich weiter, zahlst du 768 € mehr als bei der direkten Ausschüttung, weil die Dividende zweimal besteuert wird: erst in der Holding, dann bei dir. Der Vorteil ist also vor allem ein Aufschub. Er zählt, wenn die Holding das Geld anlegt oder damit eine weitere Firma kauft, ohne dass vorher Abgeltungsteuer abgeht.
Lässt du den Gewinn in der GmbH selbst stehen, fällt ebenfalls keine zweite Steuer an. Das Geld bleibt dann aber im Risiko des laufenden Geschäfts. In der Holding ist es rechtlich davon getrennt und lässt sich auf mehrere Firmen verteilen.
Verkauf der Beteiligung: 95 % steuerfrei
Den größten Unterschied macht die Holding, wenn sie Anteile an einer GmbH verkauft. Der Gewinn bleibt außer Ansatz (§ 8b Abs. 2 KStG), 5 % gelten wieder als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 3 KStG). Eine Mindestbeteiligung gibt es dafür nicht, und über § 7 GewStG gilt das auch für die Gewerbesteuer.
- Veräußerungsgewinn: Preis minus Kosten und Buchwert
- 1.000.000 €
- davon 5 % steuerpflichtig (§ 8b Abs. 3 KStG)
- 50.000 €
- − Körperschaftsteuer 15 % und Soli
- 7.912,50 €
- − Gewerbesteuer bei 400 % Hebesatz
- 7.000 €
- Bleibt in der Holding
- 985.087,50 €
Die Holding zahlt 14.912,50 €, das sind 1,49 % des Gewinns. Hättest du die Anteile privat gehalten, mit mindestens 1 % Beteiligung, wären 60 % des Gewinns mit deinem Steuersatz fällig (§ 17 und § 3 Nr. 40 EStG): ohne weitere Einkünfte 264.308 € Einkommensteuer und Soli, 26,43 % des Gewinns. Den Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG gibt es bei so hohen Gewinnen nicht mehr.
Verkaufsgewinn: Holding gegen Privatverkauf
| Veräußerungsgewinn | Steuer der Holding | Steuer privat | privat in % | Unterschied |
|---|---|---|---|---|
| 100.000 € | 1.491 € | 14.233 € | 14,2 % | 12.742 € |
| 250.000 € | 3.726 € | 54.717 € | 21,9 % | 50.990 € |
| 500.000 € | 7.456 € | 121.883 € | 24,4 % | 114.427 € |
| 1.000.000 € | 14.913 € | 264.308 € | 26,4 % | 249.396 € |
| 2.500.000 € | 37.281 € | 691.583 € | 27,7 % | 654.302 € |
Holding mit 400 % Hebesatz. Privat: Einkommensteuer und Soli auf 60 % des Gewinns, ohne weitere Einkünfte, allein veranlagt, ohne Kirchensteuer und ohne den Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG, der bei diesen Beträgen ohnehin entfällt.
Verluste zählen umgekehrt nicht. Verkauft die Holding mit Verlust oder schreibt sie eine Beteiligung ab, mindert das ihren Gewinn nicht (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG).
Der Vorteil setzt voraus, dass die Holding verkauft und das Geld behält. Verkaufst du deine Anteile an der Holding selbst, gilt für dich § 17 EStG mit dem Teileinkünfteverfahren wie beim direkten Verkauf der GmbH. Schüttet die Holding den Erlös an dich aus, fällt darauf die Abgeltungsteuer an.
Hast du deine GmbH-Anteile gegen neue Anteile an der Holding eingebracht und dabei weniger als den gemeinen Wert angesetzt, etwa den Buchwert, läuft eine Sperrfrist von 7 Jahren. Verkauft die Holding die eingebrachten Anteile vorher, versteuerst du rückwirkend die stillen Reserven vom Tag der Einbringung, für jedes abgelaufene Jahr ein Siebtel weniger (§ 22 Abs. 2 UmwStG). Bis zum 31. Mai jedes Jahres musst du dem Finanzamt nachweisen, wem die Anteile gehören, sonst gelten sie als verkauft (§ 22 Abs. 3 UmwStG).
Geld aus der Holding holen: Abgeltungsteuer oder Teileinkünfte
Für Ausschüttungen an dich gibt es zwei Verfahren. Standard ist die Abgeltungsteuer: 25 % plus Soli, der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € bleibt frei (§ 32d Abs. 1 und § 20 Abs. 9 EStG). Hältst du mindestens 25 %, oder mindestens 1 % und hast durch deine Arbeit für die Gesellschaft maßgeblichen Einfluss auf ihr Geschäft, kannst du das Teileinkünfteverfahren beantragen (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Dann sind 40 % der Ausschüttung steuerfrei, 60 % kommen zu deinem übrigen Einkommen.
| Dein übriges zu versteuerndes Einkommen | Abgeltungsteuer | Teileinkünfte | Günstiger |
|---|---|---|---|
| 0 € | 26.111 € | 14.233 € | Teileinkünfte |
| 30.000 € | 26.111 € | 23.198 € | Teileinkünfte |
| 60.000 € | 26.111 € | 27.191 € | Abgeltungsteuer |
| 100.000 € | 26.111 € | 27.032 € | Abgeltungsteuer |
| 250.000 € | 26.111 € | 27.604 € | Abgeltungsteuer |
Steuer mit Soli auf 100.000 € Ausschüttung, Einzelveranlagung, ohne Kirchensteuer. Abgeltungsteuer nach 1.000 € Sparer-Pauschbetrag, Teileinkünfte als Unterschied der Einkommensteuer mit und ohne Ausschüttung.
Rechnerisch lohnt sich das Teileinkünfteverfahren, solange dein Grenzsteuersatz unter 41,67 % liegt (25 % geteilt durch 60 %). Die Ausschüttung erhöht aber selbst dein Einkommen, und ab 69.879 € zu versteuerndem Einkommen liegt der Grenzsteuersatz bei 42 %. Bei hohen Ausschüttungen rechnet sich das Verfahren deshalb vor allem, wenn du sonst wenig verdienst. Dazu kommt der Soli: Auf die Abgeltungsteuer fällt er immer an, auf die Einkommensteuer erst über einer Freigrenze (§ 3 Abs. 3 SolzG).
Auch abseits des Satzes unterscheiden sich die Verfahren. Kosten wie Zinsen für einen Kredit, mit dem du die Anteile gekauft hast, ziehst du im Teileinkünfteverfahren zu 60 % ab (§ 3c Abs. 2 EStG), bei der Abgeltungsteuer gar nicht. Den Sparer-Pauschbetrag gibt es im Teileinkünfteverfahren nicht. Kirchensteuer rechnet sich dort auf die volle Ausschüttung, weil die Befreiung von 40 % für sie nicht gilt (§ 51a Abs. 2 Satz 2 EStG).
Den Antrag stellst du spätestens mit der Steuererklärung. Er gilt für dieses und die vier folgenden Jahre, solange du ihn nicht widerrufst. Nach einem Widerruf ist für diese Beteiligung kein neuer Antrag mehr möglich (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 4 bis 6 EStG). Deine eigene Rechnung machst du oben im Rechner unter „Deine Steuer auf Ausschüttungen", die Einkommensteuer allein zeigt der Einkommensteuer-Rechner.
Was eine Holding kostet und wann sie sich trägt
Die Holding ist eine zweite Gesellschaft mit allen Pflichten einer GmbH, auch wenn sie nur Anteile hält. Jedes Jahr kommt Folgendes dazu:
- Buchführung und Jahresabschluss: Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft und muss Bücher führen und bilanzieren (§ 13 Abs. 3 GmbHG, § 6, § 238 und § 242 HGB). Eine reine Beteiligungsholding, die nicht in die Verwaltung ihrer Töchter eingreift, ist nie Kleinstkapitalgesellschaft (§ 267a Abs. 3 Nr. 3 HGB). Sie braucht deshalb einen Anhang und muss Bilanz und Anhang im Unternehmensregister offenlegen, eine bloße Hinterlegung der Bilanz reicht ihr nicht (§ 264 Abs. 1, § 325 und § 326 HGB).
- Steuererklärungen: Körperschaftsteuer und die Feststellung des steuerlichen Einlagekontos (§ 31 Abs. 1a und § 27 Abs. 2 KStG), Gewerbesteuer (§ 14a GewStG), dazu die elektronische Bilanz (§ 5b EStG).
- Jede Ausschüttung an dich: Die Holding behält Kapitalertragsteuer ein, führt sie bis zum 10. des Folgemonats ab und meldet sie elektronisch an (§ 44 Abs. 1 Satz 5 und § 45a Abs. 1 EStG).
- Einmalig: Notar und Handelsregister für die Gründung. Bringst du bestehende GmbH-Anteile ein, muss auch deren Übertragung notariell beurkundet werden (§ 15 Abs. 3 GmbHG), die Gebühr richtet sich dann nach dem Wert der Anteile (§ 54 GNotKG).
Beträge stehen hier bewusst keine: Sie hängen an deiner Kanzlei und am Umfang der Buchhaltung, hol dir für beide Gesellschaften ein Angebot ein. Absetzen kann die Holding diese Kosten zwar. Hat sie außer Dividenden kaum Einnahmen, mindern sie aber nur die steuerpflichtigen 5 % der Dividende, was darüber liegt, wird zum Verlustvortrag. Dem steht der Vorsprung gegenüber, den die Holding auf Gewinne hat, die in ihr bleiben:
| Gewinnausschüttung, die im Jahr in der Holding bleibt | Steuer, wenn sie an dich ginge | Steuer in der Holding | Vorsprung im Jahr |
|---|---|---|---|
| 10.000 € | 2.638 € | 147 € | 2.490 € |
| 25.000 € | 6.594 € | 365 € | 6.228 € |
| 50.000 € | 13.188 € | 744 € | 12.444 € |
| 100.000 € | 26.375 € | 1.491 € | 24.884 € |
| 250.000 € | 65.938 € | 3.726 € | 62.211 € |
Abgeltungsteuer mit Soli ohne Sparer-Pauschbetrag und Kirchensteuer, Holding ab 15 % beteiligt, Hebesatz 400 %.
Faustregel: Je Euro, der in der Holding bleibt, spart sie rund 24,9 Cent. Teile deine jährlichen Mehrkosten durch 24,9 %, dann weißt du, wie viel Gewinn mindestens jedes Jahr in der Holding bleiben muss, damit sich die Struktur trägt. Und denk daran, dass der Vorsprung ein Aufschub ist: Holst du das Geld später doch privat, bleibt davon nur der Ertrag, den das Geld in der Zwischenzeit in der Holding erwirtschaftet hat.
Immobilien-GmbH: erweiterte Kürzung der Gewerbesteuer
Eine GmbH, die nur eigenen Grundbesitz verwaltet und vermietet, kann auf Antrag die erweiterte Kürzung nutzen: Der Teil des Gewerbeertrags, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entfällt, wird ganz gekürzt (§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG). Dann bleiben nur Körperschaftsteuer und Soli, zusammen 15,825 %.
- Mieteinnahmen
- 300.000 €
- − Abschreibung, Zinsen, Verwaltung
- 80.000 €
- = Gewinn
- 220.000 €
- Körperschaftsteuer 15 %
- 33.000 €
- Solidaritätszuschlag
- 1.815 €
- Gewerbesteuer nach erweiterter Kürzung
- 0 €
- Steuern der GmbH
- 34.815 €
Ohne die erweiterte Kürzung kämen bei 400 % Hebesatz 30.800 € Gewerbesteuer dazu, vor der einfachen Kürzung um die gezahlte Grundsteuer (§ 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG).
Die Kürzung hängt am Wort „ausschließlich". Was daneben erlaubt ist und was sie kostet:
| Tätigkeit neben der Vermietung | Folge | Grundlage |
|---|---|---|
| Eigenes Kapitalvermögen verwalten | unschädlich | § 9 Nr. 1 Satz 2 |
| Wohnungsbauten betreuen, Ein- und Zweifamilienhäuser oder Eigentumswohnungen bauen und verkaufen | unschädlich, wenn der Gewinn aus dem eigenen Grundbesitz gesondert ermittelt wird | § 9 Nr. 1 Satz 2 und 4 |
| Strom aus erneuerbaren Energien, etwa einer Solaranlage, oder aus Ladestationen verkaufen | unschädlich bis 20 % der Mieteinnahmen; Strom aus erneuerbaren Energien an Letztverbraucher nur, wenn sie Mieter der GmbH sind | § 9 Nr. 1 Satz 3 Buchst. b |
| Andere Leistungen an die Mieter aus eigenen Verträgen | unschädlich bis 5 % der Mieteinnahmen | § 9 Nr. 1 Satz 3 Buchst. c |
| Grundbesitz dient ganz oder teilweise dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters | Kürzung ausgeschlossen | § 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 1 |
| Grundbesitz in den letzten drei Jahren unter dem Teilwert in die GmbH übertragen, dann stille Reserven aufgedeckt | keine Kürzung für den Gewinn aus den mitgebrachten stillen Reserven | § 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 2 |
| Betriebsvorrichtungen mitvermieten, etwa Kühlanlagen eines Hotels | schädlich, auch in kleinem Umfang | BFH III R 36/15 |
Paragrafen des Gewerbesteuergesetzes. Fremden Grundbesitz zu verwalten ist nicht begünstigt, die Kürzung gilt nur für eigenen.
Wie streng das ist, zeigt ein Fall des Bundesfinanzhofs: Eine GmbH vermietete ein Hotel samt Bierkellerkühlanlage, Kühlräumen und Kühlmöbeln. Deren Anschaffungskosten machten nur 1,14 % der Gebäudekosten aus, trotzdem gab es keine erweiterte Kürzung (Urteil vom 11. April 2019, III R 36/15).
Holding gründen: GmbH, UG und Anteilstausch
Die Holding ist eine eigene Kapitalgesellschaft, meist eine GmbH oder UG. Für § 8b KStG reicht jede Kapitalgesellschaft mit Geschäftsleitung oder Sitz in Deutschland (§ 1 Abs. 1 KStG).
| Merkmal | GmbH | UG (haftungsbeschränkt) | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Stammkapital | mindestens 25.000 € | ab 1 €, unter 25.000 € | § 5 und § 5a GmbHG |
| Eingezahlt vor der Anmeldung | auf jeden Anteil 25 %, zusammen mindestens 12.500 € | alles | § 7 Abs. 2, § 5a Abs. 2 |
| Sacheinlage, etwa GmbH-Anteile | möglich | ausgeschlossen | § 5a Abs. 2 Satz 2 |
| Rücklage aus dem Gewinn | keine Pflicht | 25 % des Jahresüberschusses nach Verlustvortrag, bis das Kapital auf 25.000 € erhöht ist | § 5a Abs. 3 und 5 |
| 95 % steuerfrei nach § 8b KStG | ja | ja | § 1 KStG |
Hast du schon eine GmbH, kannst du die Anteile per Anteilstausch einbringen: Du gibst die GmbH-Anteile, die Holding gibt dir neue eigene Anteile (§ 21 UmwStG). Hat die Holding danach die Mehrheit der Stimmrechte, geht das auf Antrag zum Buchwert, du versteuerst also keine stillen Reserven. Bekommst du neben den neuen Anteilen noch etwas anderes, etwa Geld, bleibt es beim Buchwert nur, soweit diese Gegenleistung höchstens 25 % des Buchwerts oder 500.000 € beträgt, und nie mehr als den Buchwert. Danach läuft die Sperrfrist von 7 Jahren aus dem Abschnitt zum Verkauf.
Zwei Fallen dabei: Überträgst du die Anteile, ohne neue Anteile dafür zu bekommen, ist das eine verdeckte Einlage. Sie gilt als Verkauf (§ 17 Abs. 1 Satz 2 EStG), die stillen Reserven werden sofort versteuert. Und weil eine UG keine Sacheinlagen annehmen darf, lässt sich eine bestehende GmbH bei der Gründung einer UG nicht per Anteilstausch einbringen. Wegen der Anträge und Fristen gehört die Gründung in die Hände eines Steuerberaters.
Häufige Fragen
Ab welchem Gewinn lohnt sich eine Holding?
Kann ich Aktien und ETFs über die Holding kaufen?
Was gilt, wenn die Holding die Anteile erst im Laufe des Jahres bekommt?
Muss die Holding auf Dividenden Kapitalertragsteuer zahlen?
Holding oder Organschaft: was ist der Unterschied?
Kann ich mir aus der Holding ein Geschäftsführergehalt zahlen?
Was gilt für Zinsen, Miete oder Lizenzgebühren, die meine GmbH an die Holding zahlt?
Geht eine Holding auch als GmbH & Co. KG?
Was passiert mit der Holding, wenn ich ins Ausland ziehe?
Lohnt sich eine Holding im Ausland?
Quellen
- § 8b KStG: Beteiligungen an anderen Körperschaften: Dividenden, Veräußerungsgewinne, Streubesitz gesetze-im-internet.de
- § 23 KStG: Steuersatz, Senkung ab 2028 gesetze-im-internet.de
- BGBl. 2025 I Nr. 161: Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm vom 14. Juli 2025 recht.bund.de
- § 7 GewStG: Gewerbeertrag aus dem Gewinn nach dem KStG gesetze-im-internet.de
- § 8 GewStG: Hinzurechnungen: Finanzierungsanteile (Nr. 1), Streubesitzdividenden (Nr. 5) gesetze-im-internet.de
- § 9 GewStG: Erweiterte Kürzung (Nr. 1), Schachtelprivileg (Nr. 2a, 7 und 8) gesetze-im-internet.de
- § 32d EStG: Abgeltungsteuer, Antrag auf Teileinkünfteverfahren gesetze-im-internet.de
- § 3 EStG: Teileinkünfteverfahren (Nr. 40) gesetze-im-internet.de
- § 17 EStG: Verkauf privat gehaltener GmbH-Anteile, verdeckte Einlage gesetze-im-internet.de
- § 21 UmwStG: Anteilstausch gesetze-im-internet.de
- § 22 UmwStG: Sperrfrist und Nachweis bis 31. Mai gesetze-im-internet.de
- § 5a GmbHG: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gesetze-im-internet.de
- § 267a HGB: Beteiligungsgesellschaften sind keine Kleinstkapitalgesellschaften (Abs. 3 Nr. 3) gesetze-im-internet.de
- § 326 HGB: Offenlegung bei kleinen Kapitalgesellschaften gesetze-im-internet.de
- § 6 AStG: Wegzugsbesteuerung gesetze-im-internet.de
- § 1a KStG: Option zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften gesetze-im-internet.de
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 309 vom 21.08.2025: Durchschnittlicher Hebesatz 2024 destatis.de
- BFH, Urteil vom 11. April 2019, III R 36/15: Keine erweiterte Kürzung bei mitvermieteten Betriebsvorrichtungen bundesfinanzhof.de
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