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Holding-Rechner 2026

Eine Holding lohnt sich, wenn der Gewinn deiner GmbH die Firma verlassen soll, ohne bei dir privat anzukommen. Schüttet die GmbH an eine Holding-GmbH aus, bleiben dort nach § 8b KStG 95 % der Dividende steuerfrei. Bei 400 % Hebesatz zahlt die Holding 1,49 % Steuern, an dich privat wären es 26,375 %. Holst du das Geld später aus der Holding, fällt die Abgeltungsteuer doch an. Der Rechner zeigt beide Wege mit deinen Zahlen.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Holding-Rechner

Steuervorteil der Holding

34.664 €

Steuer auf 140.350 € Ausschüttung: direkt an dich 36.754 €, über die Holding 2.090 €

Die Holding zahlt auf die Dividende 2.089,86 € (1,49 %). Direkt an dich gingen 36.753,56 € ab (26,19 %). Der Vorteil hält, solange das Geld in der Holding bleibt.

Steuern der GmbH
59.650 €
Direkt an dich
36.754 €
Über die Holding
2.090 €

In der GmbH

Gewinn vor Steuern200.000,00 €
Körperschaftsteuer 15 % und Soli−31.650,00 €
Gewerbesteuer bei 400 %−28.000,00 €
Gewinn nach Steuern140.350,00 €
davon ausgeschüttet140.350,00 €

Weg 1: direkt an dich

Ausschüttung140.350,00 €
Abgeltungsteuer−34.837,50 €
Soli−1.916,06 €
bei dir103.596,44 €

Weg 2: über die Holding

Dividende an die Holding140.350,00 €
Körperschaftsteuer und Soli auf 7.017,50 €−1.109,86 €
Gewerbesteuer bei 400 % auf 7.017,50 €−980,00 €
in der Holding138.260,14 €

Kapitalertragsteuer: Auf die Dividende an die Holding behält die GmbH zunächst 37.017,31 € Kapitalertragsteuer und Soli ein. Die Holding bekommt das auf ihre Körperschaftsteuer angerechnet, den Rest erstattet das Finanzamt nach ihrer Steuererklärung.

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. § 8b KStG Absatz für Absatz
  3. Gewerbesteuer der Holding
  4. Mit oder ohne Holding
  5. Verkauf der Beteiligung
  6. Abgeltung oder Teileinkünfte
  7. Was eine Holding kostet
  8. Immobilien-GmbH
  9. Holding gründen
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

So rechnet der Holding-Rechner

Der Rechner vergleicht zwei Wege für denselben Gewinn. Beide beginnen in deiner GmbH, getrennt wird erst bei der Ausschüttung: direkt an dich oder an eine Holding-GmbH, die dir gehört und ihrerseits die Anteile an deiner GmbH hält.

  1. Steuern der GmbHAuf den Gewinn zahlt die GmbH 15 % Körperschaftsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf und Gewerbesteuer, also 3,5 % Messzahl mal Hebesatz. Die Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgabe und senkt die Körperschaftsteuer nicht (§ 4 Abs. 5b EStG). Bei 400 % Hebesatz gehen 29,83 % des Gewinns an Steuern.
  2. Direkt an dichDu zahlst 25 % Abgeltungsteuer plus Soli, zusammen 26,375 %, auf alles über dem Sparer-Pauschbetrag. Auf Antrag gilt stattdessen das Teileinkünfteverfahren, dann versteuerst du 60 % der Ausschüttung mit deinem persönlichen Steuersatz.
  3. An die HoldingBei der Holding bleibt die Dividende außer Ansatz (§ 8b Abs. 1 KStG). 5 % davon gelten aber als Betriebsausgaben, die sie nicht abziehen darf (§ 8b Abs. 5 KStG). Auf diese 5 % zahlt die Holding Körperschaftsteuer, Soli und Gewerbesteuer.
  4. Später an dichSchüttet die Holding an dich aus, zahlst du darauf dieselbe Steuer wie beim direkten Weg. Bis dahin kann sie das Geld anlegen oder in andere Firmen stecken.

Steuer der Holding = Dividende × 5 % × (15 % × 1,055 + 3,5 % × Hebesatz)

Bei 400 % Hebesatz sind das 1,49 % der Dividende. Im Rechner weicht das Ergebnis um ein paar Euro ab, weil Gewerbeertrag, Messbetrag und Körperschaftsteuer auf volle Beträge abgerundet werden.

Rechenweg: 100.000 € Gewinn direkt an dich oder an die Holding

Schrittdirekt an dichan die Holding
Gewinn der GmbH vor Steuern100.000 €100.000 €
− Körperschaftsteuer 15 % und Soli15.825 €15.825 €
− Gewerbesteuer der GmbH, Messbetrag 3.500 € × 400 %14.000 €14.000 €
= Gewinnausschüttung70.175 €70.175 €
davon steuerpflichtig70.175 €3.508,75 €
− 25 % Abgeltungsteuer oder 15 % Körperschaftsteuer17.543,75 €526 €
− Solidaritätszuschlag 5,5 %964,90 €28,93 €
− Gewerbesteuer der Holding, Messbetrag 122 € × 400 %–488 €
= Es bleibt51.666,35 €69.132,07 €
Steuern zusammen48.333,65 €30.867,93 €

Hebesatz 400 % für GmbH und Holding, die Holding hält alle Anteile. Ohne Sparer-Pauschbetrag und Kirchensteuer. Steuerpflichtig sind bei der Holding die 5 % aus § 8b Abs. 5 KStG, der Gewerbeertrag wird auf volle 100 € abgerundet.

Über die Holding bleiben 17.465,72 € mehr übrig, die sie anlegen oder in eine weitere Firma stecken kann. Bei dir angekommen ist davon aber noch nichts, das zeigt der Vergleich weiter unten.

Steuersätze und Grenzen 2026

Regel2026Grundlage
Körperschaftsteuer15 %§ 23 Abs. 1 KStG
Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer, ohne Freigrenze5,5 %§§ 3, 4 SolzG
Gewerbesteuer-Messzahl, kein Freibetrag für GmbH und UG3,5 %§ 11 GewStG
Mindesthebesatz der Gemeinde (ab 2027: 280 %)200 %§ 16 Abs. 4 GewStG
Durchschnittlicher Hebesatz aller Gemeinden 2024409 %Statistisches Bundesamt
Steuerfrei bei Dividenden und Veräußerungsgewinnen der Holding95 %§ 8b Abs. 1 bis 5 KStG
Dividende voll körperschaftsteuerpflichtig bei Beteiligung unter10 %§ 8b Abs. 4 KStG
Gewerbesteuer nur auf 5 % ab einer Beteiligung von15 %§ 9 Nr. 2a GewStG
Abgeltungsteuer, dazu Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer25 %§ 32d Abs. 1 EStG
Sparer-Pauschbetrag (zusammen veranlagt: 2.000 €)1.000 €§ 20 Abs. 9 EStG
Teileinkünfteverfahren: steuerpflichtiger Teil60 %§ 3 Nr. 40 EStG

Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr um einen Prozentpunkt, ab 2032 beträgt sie 10 % (§ 23 Abs. 1 KStG in der Fassung des Gesetzes vom 14. Juli 2025).

§ 8b KStG: was die Holding steuerfrei bekommt

§ 8b KStG ist die Vorschrift, auf der jede Holding-Rechnung aufbaut. Sie gilt für Körperschaften, also für eine GmbH, UG oder AG als Gesellschafterin, nicht für dich als Privatperson. Was in den einzelnen Absätzen steht und was das für deine Holding bedeutet:

FundstelleWas dort stehtWas das für die Holding heißt
Abs. 1 Satz 1Gewinnausschüttungen (Bezüge nach § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 Buchst. a EStG) bleiben bei der Ermittlung des Einkommens außer Ansatz.Die Dividende deiner GmbH ist steuerfrei. Die Mindestbeteiligung steht erst in Absatz 4.
Abs. 1 Satz 2Das gilt nur, soweit die Bezüge das Einkommen der zahlenden Gesellschaft nicht gemindert haben.Eine verdeckte Gewinnausschüttung, die bei der GmbH als Betriebsausgabe stehen bleibt, ist voll steuerpflichtig.
Abs. 2Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften bleiben außer Ansatz, auch aus Auflösung oder Kapitalherabsetzung (Satz 3). Nicht, soweit der Anteil früher steuerwirksam auf den Teilwert abgeschrieben wurde (Satz 4).Der Verkauf der Tochter ist steuerfrei, ohne Mindestbeteiligung und ohne Haltefrist.
Abs. 3 Satz 1 und 25 % des Veräußerungsgewinns gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben, § 3c Abs. 1 EStG gilt nicht.Vom Verkaufsgewinn sind effektiv 95 % frei.
Abs. 3 Satz 3Gewinnminderungen im Zusammenhang mit dem Anteil bleiben unberücksichtigt.Verluste und Abschreibungen auf die Beteiligung senken die Steuer nicht.
Abs. 3 Satz 4 bis 8Ebenso unberücksichtigt bleiben Verluste aus Darlehen eines zu mehr als einem Viertel beteiligten Gesellschafters, außer ein fremder Dritter hätte das Darlehen genauso gegeben oder stehen lassen (Satz 7).Fällt ein Darlehen der Holding an ihre Tochter aus, ist der Verlust meist steuerlich verloren.
Abs. 4Bezüge zählen voll, wenn die Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres unter 10 % lag (Satz 1). Der Erwerb von mindestens 10 % gilt als zu Jahresbeginn erfolgt (Satz 6).Streubesitz, etwa Börsenaktien: volle Körperschaftsteuer auf die Dividende.
Abs. 55 % der steuerfreien Bezüge gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben, § 3c Abs. 1 EStG gilt nicht.Effektiv sind 95 % der Dividende frei, echte Kosten bleiben voll abziehbar.
Abs. 6Die Absätze 1 bis 5 gelten auch für Beträge, die über eine Mitunternehmerschaft zugerechnet werden.Hält eine GmbH ihre Beteiligung über eine KG, gilt die Befreiung für ihren Anteil.
Abs. 7 und 8Ausgenommen sind vor allem der Handelsbestand von Banken und Finanzdienstleistern und die Kapitalanlagen von Lebens- und Krankenversicherern.Eine Holding, die ihre Beteiligungen hält, statt mit ihnen zu handeln, betrifft das nicht.

Wortlaut auf gesetze-im-internet.de. Absatz 9 nimmt Dividenden nach der Mutter-Tochter-Richtlinie von den Absätzen 7 und 8 aus, Absatz 10 regelt die Wertpapierleihe, Absatz 11 Unterstützungskassen.

Warum nur 95 % steuerfrei sind

Die 5 % sind eine Pauschale: Ein Teil der steuerfreien Dividende gilt als Ausgabe, die die Holding nicht abziehen darf. Dafür sind ihre echten Kosten voll abziehbar, weil § 3c Abs. 1 EStG hier nicht gilt (§ 8b Abs. 5 Satz 2 KStG). Die Pauschale fällt auch an, wenn die Holding gar keine Kosten hat. Ganz steuerfrei ist eine Dividende an die Holding deshalb nie, bei 400 % Hebesatz kostet sie 1,49 %.

Streubesitz: Beteiligung unter 10 % oder 15 %

Zu 95 % steuerfrei sind Dividenden nur ab einer Mindestbeteiligung. Maßgeblich ist der Stand zu Beginn des Jahres, für die Körperschaftsteuer zu Beginn des Kalenderjahres, für die Gewerbesteuer zu Beginn des Erhebungszeitraums.

Beteiligung zu JahresbeginnKörperschaftsteuer aufGewerbesteuer aufSteuer auf 100.000 € DividendeAnteil
ab 15 %§ 8b Abs. 1 und 5 KStG, § 9 Nr. 2a GewStG5 %5 %1.491,25 €1,49 %
10 % bis unter 15 %§ 8 Nr. 5 GewStG5 %ganze Dividende14.791,25 €14,79 %
unter 10 %§ 8b Abs. 4 KStGganze Dividendeganze Dividende29.825,00 €29,83 %

Hebesatz 400 %. Zwischen 10 % und 15 % rechnet § 8 Nr. 5 GewStG die steuerfreie Dividende für die Gewerbesteuer wieder hinzu. Veräußerungsgewinne bleiben unabhängig von der Beteiligung zu 95 % frei, die Grenzen gelten nur für Dividenden.

Hält die Holding ihre GmbH ganz, spielt das keine Rolle. Wichtig wird es, wenn die Holding Aktien börsennotierter Firmen kauft: Deren Dividenden sind fast immer Streubesitz. Ab einem Hebesatz von rund 301 % zahlt die Holding darauf mehr Steuern, als du privat mit der Abgeltungsteuer zahlen würdest.

Gewerbesteuer der Holding: Kürzung nach § 9 Nr. 2a GewStG

Als GmbH ist die Holding kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig, auch wenn sie nur Beteiligungen hält (§ 2 Abs. 2 GewStG), und einen Freibetrag bekommt sie nicht (§ 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG). Ausgangspunkt ist der Gewinn, wie er für die Körperschaftsteuer ermittelt wird (§ 7 Satz 1 GewStG). Die steuerfreien 95 % aus § 8b KStG sind darin schon nicht mehr enthalten. Danach kommt es auf die Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums an:

  • Mindestens 15 %: Die Gewinnanteile werden gekürzt (§ 9 Nr. 2a Satz 1 GewStG). Gewerbesteuer fällt nur auf die pauschalen 5 % aus § 8b Abs. 5 KStG an, sie zählen nicht als Gewinne aus Anteilen (Satz 4).
  • Unter 15 %: Die steuerfreie Dividende wird wieder hinzugerechnet (§ 8 Nr. 5 GewStG), Gewerbesteuer fällt auf die ganze Dividende an.
  • Kosten der Beteiligung: Aufwendungen, die unmittelbar mit den Gewinnanteilen zusammenhängen, etwa Zinsen für den Kaufkredit, mindern den Kürzungsbetrag, eine Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 entfällt insoweit (§ 9 Nr. 2a Satz 3).
  • Töchter im Ausland: dieselbe Kürzung ab 15 % nach § 9 Nr. 7 GewStG, bei einem Doppelbesteuerungsabkommen mit niedrigerer Mindestbeteiligung nach § 9 Nr. 8.

Wird die Beteiligung erst im Laufe des Jahres erworben, greift die Kürzung im ersten Jahr noch nicht, mehr dazu in den Fragen unten.

Hebesatz: was GmbH und Holding zahlen

Die Last der GmbH hängt fast nur am Hebesatz ihrer Gemeinde. Wo die Holding sitzt, macht dagegen wenig aus, weil sie Gewerbesteuer nur auf 5 % der Dividende zahlt. Im Schnitt aller Gemeinden lag der Hebesatz 2024 bei 409 % (Statistisches Bundesamt), der Wert 400 % auf dieser Seite ist eine runde Annahme.

HebesatzGewerbesteuerSteuern der GmbHBelastung 2026ab 2032Holding auf die Dividende
200 %Mindesthebesatz 20267.000 €22.825 €22,83 %17,55 %1,13 %
250 %Monheim am Rhein8.750 €24.575 €24,58 %19,30 %1,22 %
280 %Mindesthebesatz ab 20279.800 €25.625 €25,63 %20,35 %1,28 %
400 %Beispielwert dieser Seite14.000 €29.825 €29,83 %24,55 %1,49 %
490 %München17.150 €32.975 €32,98 %27,70 %1,63 %

Gewinn 100.000 €, ohne Hinzurechnungen und Kürzungen. Ab 2032 mit 10 % Körperschaftsteuer. Monheim am Rhein laut Hebesatzsatzung vom 19. Dezember 2024, München laut Stadt. Die Holding sitzt in derselben Gemeinde und hält mindestens 15 %.

Die Hebesätze der großen Städte und die Rechnung mit Hinzurechnungen findest du beim Gewerbesteuer-Rechner.

Mit oder ohne Holding: was von 100.000 € Gewinn bleibt

Die Tabelle rechnet 100.000 € Gewinn vor Steuern auf sechs Wegen durch, mit 400 % Hebesatz für GmbH und Holding, ohne Sparer-Pauschbetrag und Kirchensteuer.

Weg des GewinnsSteuern zusammenEs bleibenBelastung
Gewinn bleibt in der GmbHin der GmbH29.825 €70.175 €29,8 %
Ausschüttung direkt an dichbei dir, nach Abgeltungsteuer48.334 €51.666 €48,3 %
Ausschüttung an die Holding, Beteiligung ab 15 %in der Holding30.868 €69.132 €30,9 %
Über die Holding ganz an dich weitergereichtbei dir, nach Abgeltungsteuer49.102 €50.898 €49,1 %
An die Holding, Beteiligung 10 % bis unter 15 %in der Holding40.192 €59.808 €40,2 %
An die Holding, Beteiligung unter 10 %in der Holding50.742 €49.258 €50,7 %

Belastung in Prozent des Gewinns vor Steuern. Wo nichts anderes steht, hält die Holding alle Anteile an der GmbH.

Die Holding spart nur, solange das Geld in ihr bleibt. Reicht sie alles an dich weiter, zahlst du 768 € mehr als bei der direkten Ausschüttung, weil die Dividende zweimal besteuert wird: erst in der Holding, dann bei dir. Der Vorteil ist also vor allem ein Aufschub. Er zählt, wenn die Holding das Geld anlegt oder damit eine weitere Firma kauft, ohne dass vorher Abgeltungsteuer abgeht.

Lässt du den Gewinn in der GmbH selbst stehen, fällt ebenfalls keine zweite Steuer an. Das Geld bleibt dann aber im Risiko des laufenden Geschäfts. In der Holding ist es rechtlich davon getrennt und lässt sich auf mehrere Firmen verteilen.

Verkauf der Beteiligung: 95 % steuerfrei

Den größten Unterschied macht die Holding, wenn sie Anteile an einer GmbH verkauft. Der Gewinn bleibt außer Ansatz (§ 8b Abs. 2 KStG), 5 % gelten wieder als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 3 KStG). Eine Mindestbeteiligung gibt es dafür nicht, und über § 7 GewStG gilt das auch für die Gewerbesteuer.

Rechenbeispiel Die Holding verkauft ihre Tochter mit 1.000.000 € Gewinn
Veräußerungsgewinn: Preis minus Kosten und Buchwert
1.000.000 €
davon 5 % steuerpflichtig (§ 8b Abs. 3 KStG)
50.000 €
− Körperschaftsteuer 15 % und Soli
7.912,50 €
− Gewerbesteuer bei 400 % Hebesatz
7.000 €
Bleibt in der Holding
985.087,50 €

Die Holding zahlt 14.912,50 €, das sind 1,49 % des Gewinns. Hättest du die Anteile privat gehalten, mit mindestens 1 % Beteiligung, wären 60 % des Gewinns mit deinem Steuersatz fällig (§ 17 und § 3 Nr. 40 EStG): ohne weitere Einkünfte 264.308 € Einkommensteuer und Soli, 26,43 % des Gewinns. Den Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG gibt es bei so hohen Gewinnen nicht mehr.

Verkaufsgewinn: Holding gegen Privatverkauf

VeräußerungsgewinnSteuer der HoldingSteuer privatprivat in %Unterschied
100.000 €1.491 €14.233 €14,2 %12.742 €
250.000 €3.726 €54.717 €21,9 %50.990 €
500.000 €7.456 €121.883 €24,4 %114.427 €
1.000.000 €14.913 €264.308 €26,4 %249.396 €
2.500.000 €37.281 €691.583 €27,7 %654.302 €

Holding mit 400 % Hebesatz. Privat: Einkommensteuer und Soli auf 60 % des Gewinns, ohne weitere Einkünfte, allein veranlagt, ohne Kirchensteuer und ohne den Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG, der bei diesen Beträgen ohnehin entfällt.

Verluste zählen umgekehrt nicht. Verkauft die Holding mit Verlust oder schreibt sie eine Beteiligung ab, mindert das ihren Gewinn nicht (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG).

Der Vorteil setzt voraus, dass die Holding verkauft und das Geld behält. Verkaufst du deine Anteile an der Holding selbst, gilt für dich § 17 EStG mit dem Teileinkünfteverfahren wie beim direkten Verkauf der GmbH. Schüttet die Holding den Erlös an dich aus, fällt darauf die Abgeltungsteuer an.

Sperrfrist nach dem Anteilstausch

Hast du deine GmbH-Anteile gegen neue Anteile an der Holding eingebracht und dabei weniger als den gemeinen Wert angesetzt, etwa den Buchwert, läuft eine Sperrfrist von 7 Jahren. Verkauft die Holding die eingebrachten Anteile vorher, versteuerst du rückwirkend die stillen Reserven vom Tag der Einbringung, für jedes abgelaufene Jahr ein Siebtel weniger (§ 22 Abs. 2 UmwStG). Bis zum 31. Mai jedes Jahres musst du dem Finanzamt nachweisen, wem die Anteile gehören, sonst gelten sie als verkauft (§ 22 Abs. 3 UmwStG).

Geld aus der Holding holen: Abgeltungsteuer oder Teileinkünfte

Für Ausschüttungen an dich gibt es zwei Verfahren. Standard ist die Abgeltungsteuer: 25 % plus Soli, der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € bleibt frei (§ 32d Abs. 1 und § 20 Abs. 9 EStG). Hältst du mindestens 25 %, oder mindestens 1 % und hast durch deine Arbeit für die Gesellschaft maßgeblichen Einfluss auf ihr Geschäft, kannst du das Teileinkünfteverfahren beantragen (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Dann sind 40 % der Ausschüttung steuerfrei, 60 % kommen zu deinem übrigen Einkommen.

Dein übriges zu versteuerndes EinkommenAbgeltungsteuerTeileinkünfteGünstiger
0 €26.111 €14.233 €Teileinkünfte
30.000 €26.111 €23.198 €Teileinkünfte
60.000 €26.111 €27.191 €Abgeltungsteuer
100.000 €26.111 €27.032 €Abgeltungsteuer
250.000 €26.111 €27.604 €Abgeltungsteuer

Steuer mit Soli auf 100.000 € Ausschüttung, Einzelveranlagung, ohne Kirchensteuer. Abgeltungsteuer nach 1.000 € Sparer-Pauschbetrag, Teileinkünfte als Unterschied der Einkommensteuer mit und ohne Ausschüttung.

Rechnerisch lohnt sich das Teileinkünfteverfahren, solange dein Grenzsteuersatz unter 41,67 % liegt (25 % geteilt durch 60 %). Die Ausschüttung erhöht aber selbst dein Einkommen, und ab 69.879 € zu versteuerndem Einkommen liegt der Grenzsteuersatz bei 42 %. Bei hohen Ausschüttungen rechnet sich das Verfahren deshalb vor allem, wenn du sonst wenig verdienst. Dazu kommt der Soli: Auf die Abgeltungsteuer fällt er immer an, auf die Einkommensteuer erst über einer Freigrenze (§ 3 Abs. 3 SolzG).

Auch abseits des Satzes unterscheiden sich die Verfahren. Kosten wie Zinsen für einen Kredit, mit dem du die Anteile gekauft hast, ziehst du im Teileinkünfteverfahren zu 60 % ab (§ 3c Abs. 2 EStG), bei der Abgeltungsteuer gar nicht. Den Sparer-Pauschbetrag gibt es im Teileinkünfteverfahren nicht. Kirchensteuer rechnet sich dort auf die volle Ausschüttung, weil die Befreiung von 40 % für sie nicht gilt (§ 51a Abs. 2 Satz 2 EStG).

Den Antrag stellst du spätestens mit der Steuererklärung. Er gilt für dieses und die vier folgenden Jahre, solange du ihn nicht widerrufst. Nach einem Widerruf ist für diese Beteiligung kein neuer Antrag mehr möglich (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 4 bis 6 EStG). Deine eigene Rechnung machst du oben im Rechner unter „Deine Steuer auf Ausschüttungen", die Einkommensteuer allein zeigt der Einkommensteuer-Rechner.

Was eine Holding kostet und wann sie sich trägt

Die Holding ist eine zweite Gesellschaft mit allen Pflichten einer GmbH, auch wenn sie nur Anteile hält. Jedes Jahr kommt Folgendes dazu:

  • Buchführung und Jahresabschluss: Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft und muss Bücher führen und bilanzieren (§ 13 Abs. 3 GmbHG, § 6, § 238 und § 242 HGB). Eine reine Beteiligungsholding, die nicht in die Verwaltung ihrer Töchter eingreift, ist nie Kleinstkapitalgesellschaft (§ 267a Abs. 3 Nr. 3 HGB). Sie braucht deshalb einen Anhang und muss Bilanz und Anhang im Unternehmensregister offenlegen, eine bloße Hinterlegung der Bilanz reicht ihr nicht (§ 264 Abs. 1, § 325 und § 326 HGB).
  • Steuererklärungen: Körperschaftsteuer und die Feststellung des steuerlichen Einlagekontos (§ 31 Abs. 1a und § 27 Abs. 2 KStG), Gewerbesteuer (§ 14a GewStG), dazu die elektronische Bilanz (§ 5b EStG).
  • Jede Ausschüttung an dich: Die Holding behält Kapitalertragsteuer ein, führt sie bis zum 10. des Folgemonats ab und meldet sie elektronisch an (§ 44 Abs. 1 Satz 5 und § 45a Abs. 1 EStG).
  • Einmalig: Notar und Handelsregister für die Gründung. Bringst du bestehende GmbH-Anteile ein, muss auch deren Übertragung notariell beurkundet werden (§ 15 Abs. 3 GmbHG), die Gebühr richtet sich dann nach dem Wert der Anteile (§ 54 GNotKG).

Beträge stehen hier bewusst keine: Sie hängen an deiner Kanzlei und am Umfang der Buchhaltung, hol dir für beide Gesellschaften ein Angebot ein. Absetzen kann die Holding diese Kosten zwar. Hat sie außer Dividenden kaum Einnahmen, mindern sie aber nur die steuerpflichtigen 5 % der Dividende, was darüber liegt, wird zum Verlustvortrag. Dem steht der Vorsprung gegenüber, den die Holding auf Gewinne hat, die in ihr bleiben:

Gewinnausschüttung, die im Jahr in der Holding bleibtSteuer, wenn sie an dich gingeSteuer in der HoldingVorsprung im Jahr
10.000 €2.638 €147 €2.490 €
25.000 €6.594 €365 €6.228 €
50.000 €13.188 €744 €12.444 €
100.000 €26.375 €1.491 €24.884 €
250.000 €65.938 €3.726 €62.211 €

Abgeltungsteuer mit Soli ohne Sparer-Pauschbetrag und Kirchensteuer, Holding ab 15 % beteiligt, Hebesatz 400 %.

Faustregel: Je Euro, der in der Holding bleibt, spart sie rund 24,9 Cent. Teile deine jährlichen Mehrkosten durch 24,9 %, dann weißt du, wie viel Gewinn mindestens jedes Jahr in der Holding bleiben muss, damit sich die Struktur trägt. Und denk daran, dass der Vorsprung ein Aufschub ist: Holst du das Geld später doch privat, bleibt davon nur der Ertrag, den das Geld in der Zwischenzeit in der Holding erwirtschaftet hat.

Immobilien-GmbH: erweiterte Kürzung der Gewerbesteuer

Eine GmbH, die nur eigenen Grundbesitz verwaltet und vermietet, kann auf Antrag die erweiterte Kürzung nutzen: Der Teil des Gewerbeertrags, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entfällt, wird ganz gekürzt (§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG). Dann bleiben nur Körperschaftsteuer und Soli, zusammen 15,825 %.

Rechenbeispiel Vermietete Wohnungen, 220.000 € Gewinn
Mieteinnahmen
300.000 €
− Abschreibung, Zinsen, Verwaltung
80.000 €
= Gewinn
220.000 €
Körperschaftsteuer 15 %
33.000 €
Solidaritätszuschlag
1.815 €
Gewerbesteuer nach erweiterter Kürzung
0 €
Steuern der GmbH
34.815 €

Ohne die erweiterte Kürzung kämen bei 400 % Hebesatz 30.800 € Gewerbesteuer dazu, vor der einfachen Kürzung um die gezahlte Grundsteuer (§ 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG).

Die Kürzung hängt am Wort „ausschließlich". Was daneben erlaubt ist und was sie kostet:

Tätigkeit neben der VermietungFolgeGrundlage
Eigenes Kapitalvermögen verwaltenunschädlich§ 9 Nr. 1 Satz 2
Wohnungsbauten betreuen, Ein- und Zweifamilienhäuser oder Eigentumswohnungen bauen und verkaufenunschädlich, wenn der Gewinn aus dem eigenen Grundbesitz gesondert ermittelt wird§ 9 Nr. 1 Satz 2 und 4
Strom aus erneuerbaren Energien, etwa einer Solaranlage, oder aus Ladestationen verkaufenunschädlich bis 20 % der Mieteinnahmen; Strom aus erneuerbaren Energien an Letztverbraucher nur, wenn sie Mieter der GmbH sind§ 9 Nr. 1 Satz 3 Buchst. b
Andere Leistungen an die Mieter aus eigenen Verträgenunschädlich bis 5 % der Mieteinnahmen§ 9 Nr. 1 Satz 3 Buchst. c
Grundbesitz dient ganz oder teilweise dem Gewerbebetrieb eines GesellschaftersKürzung ausgeschlossen§ 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 1
Grundbesitz in den letzten drei Jahren unter dem Teilwert in die GmbH übertragen, dann stille Reserven aufgedecktkeine Kürzung für den Gewinn aus den mitgebrachten stillen Reserven§ 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 2
Betriebsvorrichtungen mitvermieten, etwa Kühlanlagen eines Hotelsschädlich, auch in kleinem UmfangBFH III R 36/15

Paragrafen des Gewerbesteuergesetzes. Fremden Grundbesitz zu verwalten ist nicht begünstigt, die Kürzung gilt nur für eigenen.

Wie streng das ist, zeigt ein Fall des Bundesfinanzhofs: Eine GmbH vermietete ein Hotel samt Bierkellerkühlanlage, Kühlräumen und Kühlmöbeln. Deren Anschaffungskosten machten nur 1,14 % der Gebäudekosten aus, trotzdem gab es keine erweiterte Kürzung (Urteil vom 11. April 2019, III R 36/15).

Holding gründen: GmbH, UG und Anteilstausch

Die Holding ist eine eigene Kapitalgesellschaft, meist eine GmbH oder UG. Für § 8b KStG reicht jede Kapitalgesellschaft mit Geschäftsleitung oder Sitz in Deutschland (§ 1 Abs. 1 KStG).

MerkmalGmbHUG (haftungsbeschränkt)Grundlage
Stammkapitalmindestens 25.000 €ab 1 €, unter 25.000 €§ 5 und § 5a GmbHG
Eingezahlt vor der Anmeldungauf jeden Anteil 25 %, zusammen mindestens 12.500 €alles§ 7 Abs. 2, § 5a Abs. 2
Sacheinlage, etwa GmbH-Anteilemöglichausgeschlossen§ 5a Abs. 2 Satz 2
Rücklage aus dem Gewinnkeine Pflicht25 % des Jahresüberschusses nach Verlustvortrag, bis das Kapital auf 25.000 € erhöht ist§ 5a Abs. 3 und 5
95 % steuerfrei nach § 8b KStGjaja§ 1 KStG

Hast du schon eine GmbH, kannst du die Anteile per Anteilstausch einbringen: Du gibst die GmbH-Anteile, die Holding gibt dir neue eigene Anteile (§ 21 UmwStG). Hat die Holding danach die Mehrheit der Stimmrechte, geht das auf Antrag zum Buchwert, du versteuerst also keine stillen Reserven. Bekommst du neben den neuen Anteilen noch etwas anderes, etwa Geld, bleibt es beim Buchwert nur, soweit diese Gegenleistung höchstens 25 % des Buchwerts oder 500.000 € beträgt, und nie mehr als den Buchwert. Danach läuft die Sperrfrist von 7 Jahren aus dem Abschnitt zum Verkauf.

Zwei Fallen dabei: Überträgst du die Anteile, ohne neue Anteile dafür zu bekommen, ist das eine verdeckte Einlage. Sie gilt als Verkauf (§ 17 Abs. 1 Satz 2 EStG), die stillen Reserven werden sofort versteuert. Und weil eine UG keine Sacheinlagen annehmen darf, lässt sich eine bestehende GmbH bei der Gründung einer UG nicht per Anteilstausch einbringen. Wegen der Anträge und Fristen gehört die Gründung in die Hände eines Steuerberaters.

Häufige Fragen

Ab welchem Gewinn lohnt sich eine Holding?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend ist, wie viel Gewinn jedes Jahr in der Holding bleibt und was die zweite Gesellschaft kostet. Bei 400 % Hebesatz spart jeder Euro, der an die Holding statt an dich geht, rund 24,9 Cent Steuern. Die Tabelle im Abschnitt Was eine Holding kostet zeigt den Vorsprung für verschiedene Beträge. Planst du, deine GmbH irgendwann zu verkaufen, zählt außerdem der einmalige Vorteil beim Verkauf, der bei großen Gewinnen ein Vielfaches davon ausmacht.
Kann ich Aktien und ETFs über die Holding kaufen?
Ja, aber die Befreiung zu 95 % gilt dort nur zum Teil. Dividenden aus Aktien, von denen die Holding weniger als 10 % hält, sind voll steuerpflichtig: bei 400 % Hebesatz 29,83 % der Dividende, mehr als die 26,375 % privat. Kursgewinne aus Aktien bleiben dagegen zu 95 % frei, die Holding zahlt darauf 1,49 %. Bei Aktienfonds und ETFs sind für die Holding 80 % der Erträge von der Körperschaftsteuer frei, bei der Gewerbesteuer nur die Hälfte davon (§ 20 Abs. 1 und 5 InvStG), zusammen rund 11,57 % Steuern. Verluste aus Aktienverkäufen zählen in der Holding nicht (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG).
Was gilt, wenn die Holding die Anteile erst im Laufe des Jahres bekommt?
Für die Körperschaftsteuer gilt der Erwerb einer Beteiligung von mindestens 10 % als zu Beginn des Jahres erfolgt (§ 8b Abs. 4 Satz 6 KStG). Die Dividende bleibt also schon im ersten Jahr zu 95 % frei. Für die Gewerbesteuer gibt es diese Regel nicht: Dort zählt, ob die Holding zu Beginn des Erhebungszeitraums mit mindestens 15 % beteiligt war (§ 9 Nr. 2a GewStG). Eine Ausschüttung im Jahr des Erwerbs kann deshalb voll gewerbesteuerpflichtig sein. Wer sie ins nächste Jahr legt, vermeidet das.
Muss die Holding auf Dividenden Kapitalertragsteuer zahlen?
Zunächst ja. Die ausschüttende GmbH behält 25 % Kapitalertragsteuer und Soli ein, auch wenn eine GmbH die Dividende bekommt (§ 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG). Bei 70.175 € Dividende sind das 18.508,65 €. Die Holding bekommt den Betrag auf ihre Körperschaftsteuer angerechnet (§ 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG mit § 31 KStG), den Rest erstattet das Finanzamt nach ihrer Steuererklärung. Bis dahin fehlt ihr das Geld.
Holding oder Organschaft: was ist der Unterschied?
Bei einer Organschaft schließt die Tochter mit der Holding einen Gewinnabführungsvertrag über mindestens fünf Jahre, und die Holding hält vom Beginn des Wirtschaftsjahres an die Mehrheit der Stimmrechte (§ 14 und § 17 KStG). Dann wird das Einkommen der Tochter der Holding zugerechnet und dort voll versteuert, die Befreiung zu 95 % greift nicht. Dafür verrechnen sich Gewinne und Verluste, und für die Gewerbesteuer gilt die Tochter als Betriebsstätte der Holding (§ 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG). Im Gegenzug muss die Holding Verluste der Tochter übernehmen. Ohne Organschaft bleibt ein Verlust in der Gesellschaft, in der er entsteht.
Kann ich mir aus der Holding ein Geschäftsführergehalt zahlen?
Ja. Bei dir ist das Gehalt Arbeitslohn, bei der Holding eine Betriebsausgabe, solange es angemessen ist. Ein überhöhter Teil gilt als verdeckte Gewinnausschüttung und mindert den Gewinn nicht (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Steuern spart das Gehalt vor allem dort, wo der Gewinn voll besteuert wird. In der Holding sind die Dividenden ohnehin zu 95 % frei, das Gehalt drückt dort nur die übrigen 5 % und führt schnell zu einem Verlust. In der operativen GmbH senkt es dagegen einen Gewinn, auf den sonst 29,83 % Steuern fallen (bei 400 % Hebesatz).
Was gilt für Zinsen, Miete oder Lizenzgebühren, die meine GmbH an die Holding zahlt?
Das sind keine Gewinnausschüttungen, § 8b KStG hilft hier nicht: Bei der Holding sind die Einnahmen voll steuerpflichtig. Bei der GmbH mindern sie den Gewinn, für die Gewerbesteuer kommt aber ein Teil zurück: Zinsen zählen voll, Miete für Grundstücke und Gebäude zu 50 %, Lizenzen zu 25 %. Übersteigt die Summe 200.000 €, werden vom übersteigenden Betrag 25 % hinzugerechnet (§ 8 Nr. 1 GewStG). Zahlt die GmbH mehr, als ein Fremder bekäme, ist der überhöhte Teil eine verdeckte Gewinnausschüttung und mindert ihren Gewinn nicht (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Bei der Holding ist dieser Teil dann wie eine Dividende zu 95 % frei (§ 8b Abs. 1 Satz 2 KStG).
Geht eine Holding auch als GmbH & Co. KG?
Ja, aber ohne den Vorteil aus § 8b KStG für dich. Die Gewinne einer KG werden ihren Gesellschaftern zugerechnet, auch wenn das Geld in der Gesellschaft bleibt (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Als Person versteuerst du deinen Anteil an den Dividenden deshalb sofort im Teileinkünfteverfahren, 60 % mit deinem Steuersatz (§ 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. d EStG). Zu 95 % frei ist nur der Anteil einer Kapitalgesellschaft, die selbst Gesellschafterin der KG ist (§ 8b Abs. 6 KStG). Wie eine GmbH besteuert wird die KG erst, wenn sie zur Körperschaftsteuer optiert, auf Antrag spätestens einen Monat vor Beginn des Wirtschaftsjahres (§ 1a Abs. 1 KStG).
Was passiert mit der Holding, wenn ich ins Ausland ziehe?
Dann greift in der Regel die Wegzugsbesteuerung. Anteile ab 1 % Beteiligung gelten mit dem Wegzug als zum gemeinen Wert verkauft, wenn du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig warst (§ 6 Abs. 1 und 2 AStG). Das trifft deine Holding-Anteile. Versteuert wird wie bei einem Verkauf nach § 17 EStG, obwohl kein Geld fließt. Gewinne, die in der Holding liegen, erhöhen ihren Wert und damit diese Steuer. Auf Antrag zahlst du in sieben Jahresraten, meist gegen Sicherheit (Abs. 4). Kommst du nach einer nur vorübergehenden Abwesenheit innerhalb von sieben Jahren zurück, entfällt die Steuer, wenn du die Anteile behalten und dir nicht mehr als ein Viertel ihres Werts hast ausschütten lassen (Abs. 3). Mehr beim Rechner für Auslandseinkünfte.
Lohnt sich eine Holding im Ausland?
Selten. Liegt die Geschäftsleitung einer ausländischen Holding tatsächlich in Deutschland, ist sie hier ohnehin unbeschränkt steuerpflichtig (§ 1 Abs. 1 KStG). Ohne eigene Wirtschaftstätigkeit bekommt sie keine Entlastung von der deutschen Kapitalertragsteuer (§ 50d Abs. 3 EStG). Beherrschst du sie und werden ihre passiven Einkünfte mit weniger als 15 % besteuert, rechnet das Finanzamt diese Einkünfte dir zu (Hinzurechnungsbesteuerung, § 7 und § 8 Abs. 5 AStG). Umgekehrt ist eine deutsche Holding mit Töchtern in anderen EU-Staaten gut gestellt: Ab 10 % Beteiligung darf der andere Staat nach der Mutter-Tochter-Richtlinie in der Regel keine Quellensteuer auf die Dividende erheben, in Deutschland bleibt sie zu 95 % frei, und für die Gewerbesteuer gilt ab 15 % § 9 Nr. 7 GewStG.

Quellen

  1. § 8b KStG: Beteiligungen an anderen Körperschaften: Dividenden, Veräußerungsgewinne, Streubesitz gesetze-im-internet.de
  2. § 23 KStG: Steuersatz, Senkung ab 2028 gesetze-im-internet.de
  3. BGBl. 2025 I Nr. 161: Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm vom 14. Juli 2025 recht.bund.de
  4. § 7 GewStG: Gewerbeertrag aus dem Gewinn nach dem KStG gesetze-im-internet.de
  5. § 8 GewStG: Hinzurechnungen: Finanzierungsanteile (Nr. 1), Streubesitzdividenden (Nr. 5) gesetze-im-internet.de
  6. § 9 GewStG: Erweiterte Kürzung (Nr. 1), Schachtelprivileg (Nr. 2a, 7 und 8) gesetze-im-internet.de
  7. § 32d EStG: Abgeltungsteuer, Antrag auf Teileinkünfteverfahren gesetze-im-internet.de
  8. § 3 EStG: Teileinkünfteverfahren (Nr. 40) gesetze-im-internet.de
  9. § 17 EStG: Verkauf privat gehaltener GmbH-Anteile, verdeckte Einlage gesetze-im-internet.de
  10. § 21 UmwStG: Anteilstausch gesetze-im-internet.de
  11. § 22 UmwStG: Sperrfrist und Nachweis bis 31. Mai gesetze-im-internet.de
  12. § 5a GmbHG: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gesetze-im-internet.de
  13. § 267a HGB: Beteiligungsgesellschaften sind keine Kleinstkapitalgesellschaften (Abs. 3 Nr. 3) gesetze-im-internet.de
  14. § 326 HGB: Offenlegung bei kleinen Kapitalgesellschaften gesetze-im-internet.de
  15. § 6 AStG: Wegzugsbesteuerung gesetze-im-internet.de
  16. § 1a KStG: Option zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften gesetze-im-internet.de
  17. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 309 vom 21.08.2025: Durchschnittlicher Hebesatz 2024 destatis.de
  18. BFH, Urteil vom 11. April 2019, III R 36/15: Keine erweiterte Kürzung bei mitvermieteten Betriebsvorrichtungen bundesfinanzhof.de

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