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Die wichtigsten Werte 2026
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundfreibetrag, einzeln / zusammen veranlagt | 12.348 € / 24.696 € | § 32a Abs. 1 EStG |
| Steuererklärung Pflicht, wenn Einkünfte mit Progressionsvorbehalt höher sind als | 410 € | § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG |
| Solidaritätszuschlag erst bei Einkommensteuer über (einzeln) | 20.350 € | § 3 Abs. 3 SolzG |
| 183-Tage-Regel für Arbeitslohn: Aufenthalt im Tätigkeitsstaat höchstens | 183 Tage | Art. 15 Abs. 2 OECD-Musterabkommen |
| Schweizer Quellensteuer bei Grenzgängern höchstens | 4,5 % | Art. 15a DBA-Schweiz |
| Anrechenbare ausländische Steuer auf Kapitalerträge höchstens | 25 % | § 32d Abs. 5 EStG |
| Auf Antrag unbeschränkt steuerpflichtig, wenn aus Deutschland mindestens | 90 % der Einkünfte | § 1 Abs. 3 EStG |
Progressionsvorbehalt: steuerfrei, aber mit höherem Steuersatz
Stellt ein Abkommen deine Auslandseinkünfte frei, zahlst du darauf in Deutschland keine Steuer, sie erhöhen aber den Steuersatz (§ 32b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG): Auf dein deutsches Einkommen gilt der Durchschnittssatz, der für das gesamte Einkommen gelten würde.
- Einkommen für den Steuersatz bildenZu versteuerndes Einkommen plus die steuerfreien Auslandseinkünfte.
- Besonderen Steuersatz ermittelnDie Einkommensteuer auf diese Summe, geteilt durch die Summe. Das Finanzamt rechnet ihn auf vier Nachkommastellen, ohne zu runden (H 32b EStH).
- Satz anwendenDer besondere Steuersatz gilt nur für das zu versteuernde Einkommen, die Steuer wird auf volle Euro abgerundet.
Einkommensteuer = zvE × Steuer auf (zvE + Auslandseinkünfte) ÷ (zvE + Auslandseinkünfte)
Ledig, ohne Kirchensteuer, zum Beispiel Lohn für ein halbes Jahr Arbeit in einem Staat, der ihn nach dem Abkommen besteuern darf.
- Zu versteuerndes Einkommen in Deutschland
- 30.000 €
- + Einkünfte aus dem Ausland, nur für den Steuersatz
- 20.000 €
- = Einkommen für den Steuersatz
- 50.000 €
- Einkommensteuer darauf, Grundtarif
- 10.548 €
- Besonderer Steuersatz: 10.548 € ÷ 50.000 €
- 21,0960 %
- Einkommensteuer: 21,0960 % von 30.000 €
- 6.328 €
Ohne die Auslandseinkünfte wären es 4.217 €. Der Progressionsvorbehalt kostet hier also 2.111 €, das sind 10,6 % der steuerfreien Einkünfte.
Dieselben 20.000 € bei anderem Einkommen in Deutschland:
| Zu versteuerndes Einkommen | Steuer ohne | Besonderer Steuersatz | Steuer mit | Mehr |
|---|---|---|---|---|
| 10.000 € | 0 € | 14,0566 % | 1.405 € | 1.405 € |
| 20.000 € | 1.570 € | 18,0225 % | 3.604 € | 2.034 € |
| 30.000 € | 4.217 € | 21,0960 % | 6.328 € | 2.111 € |
| 50.000 € | 10.548 € | 26,0914 % | 13.045 € | 2.497 € |
| 80.000 € | 22.715,56 € | 30,8640 % | 25.207,57 € | 2.492,01 € |
| 150.000 € | 54.716,52 € | 35,4494 % | 56.098,57 € | 1.382,05 € |
Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag 2026, ledig, ohne Kirchensteuer.
Bei 10.000 € fällt ohne die Auslandseinkünfte wegen des Grundfreibetrags keine Steuer an, mit ihnen gilt der besondere Satz ab dem ersten Euro. In Euro trifft es mittlere Einkommen am stärksten.
Beim Arbeitslohn aus dem Ausland zieht das Finanzamt den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € nur ab, soweit er nicht schon beim deutschen Lohn berücksichtigt ist (§ 32b Abs. 2 Satz 2 EStG). Dieselbe Rechnung gilt im Jahr des Zuzugs oder Wegzugs für ausländische Einkünfte aus der Zeit ohne Wohnsitz in Deutschland (§ 32b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) und für Grenzpendler, die auf Antrag wie Inländer besteuert werden (Nr. 5).
Stellt das Abkommen Mieteinkünfte aus einer Immobilie in einem anderen EU- oder EWR-Staat frei, bleiben sie auch beim Steuersatz außen vor (§ 32b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 EStG). Dasselbe gilt für land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten dort und für gewerbliche ohne aktive Tätigkeit im Sinne des § 2a Abs. 2 EStG. Sieht das Abkommen die Anrechnung vor, versteuerst du die Miete ganz normal. Im Rechner schaltest du den Progressionsvorbehalt dafür aus.
Anrechnung ausländischer Steuer nach § 34c EStG
Besteuert Deutschland die Auslandseinkünfte mit, zieht das Finanzamt die dort gezahlte Steuer von der deutschen Einkommensteuer ab. Das gilt für Staaten ohne Abkommen (§ 34c Abs. 1 EStG) und für Einkünfte, bei denen ein Abkommen die Anrechnung vorsieht (§ 34c Abs. 6 Satz 2). Angerechnet wird höchstens die deutsche Steuer, die auf diese Einkünfte entfällt: dein durchschnittlicher Steuersatz mal die Auslandseinkünfte.
Höchstbetrag = Einkommensteuer ÷ zu versteuerndes Einkommen × Auslandseinkünfte
Ledig, ohne Kirchensteuer, Auslandseinkünfte nach deutschem Recht ermittelt, also nach Werbungskosten.
- Zu versteuerndes Einkommen in Deutschland
- 40.000 €
- + Einkünfte aus dem Ausland
- 10.000 €
- = zu versteuerndes Einkommen
- 50.000 €
- Einkommensteuer, Grundtarif
- 10.548 €
- Höchstbetrag: 21,096 % von 10.000 €
- 2.109,60 €
- − angerechnete ausländische Steuer
- −2.109,60 €
- = Einkommensteuer in Deutschland
- 8.438,40 €
Von den 3.000 € ausländischer Steuer bleiben 890,40 € ungenutzt, weil in Deutschland auf die 10.000 € im Schnitt nur 21,096 % Steuer entfallen.
Höchstbetrag für jeden Staat einzeln
Stammen Einkünfte aus mehreren Staaten, rechnet das Finanzamt den Höchstbetrag für jeden Staat gesondert (§ 68a EStDV). Beispiel bei 40.000 € Einkommen: je 5.000 € aus Staat A mit 1.500 € Steuer und aus Staat B mit 500 €. Der Höchstbetrag liegt je Staat bei 1.054,80 €, so verfallen aus Staat A 445,20 €, obwohl bei Staat B noch Spielraum wäre.
Freistellung oder Anrechnung im Vergleich
Welche Methode gilt, bestimmt das Abkommen. Dieselben Zahlen wie im ersten Beispiel:
| Steuer im Ausland | Freistellung | Anrechnung |
|---|---|---|
| 10 % (2.000 €) | 8.328 € | 10.548 € |
| 20 % (4.000 €) | 10.328 € | 10.548 € |
| 30 % (6.000 €) | 12.328 € | 12.329 € |
Deutsche Einkommensteuer und Soli plus ausländische Steuer, ledig, ohne Kirchensteuer.
Bei der Freistellung zahlst du in Deutschland immer 6.328 €, bei der Anrechnung in beiden Staaten zusammen mindestens die deutsche Steuer auf das ganze Einkommen, hier 10.548 €. Liegt der Satz im Ausland über deinem deutschen Durchschnittssatz, kommt beides auf dasselbe hinaus.
Abzug statt Anrechnung
Auf Antrag ziehst du die ausländische Steuer stattdessen wie Werbungskosten von den Einkünften ab (§ 34c Abs. 2 EStG). Das lohnt sich, wenn auf die Auslandseinkünfte in Deutschland wenig Steuer entfällt, etwa weil der andere Staat die Bruttomiete besteuert, Deutschland nur die Einkünfte nach Kosten. Beispiel: 60.000 € Einkommen plus 3.000 € Mieteinkünfte aus einem Staat ohne Abkommen, der 2.500 € Steuer erhebt. Mit Anrechnung beträgt die Einkommensteuer 14.672,39 €, mit Abzug 14.426 €, also 246,39 € weniger. Den Antrag stellst du in der Anlage AUS je Staat, der Rechner vergleicht beide Wege.
Welche ausländische Steuer angerechnet wird
Anrechenbar ist nur eine Steuer, die der deutschen Einkommensteuer entspricht, festgesetzt und gezahlt ist und dir im anderen Staat nicht mehr erstattet werden müsste (§ 34c Abs. 1 Satz 1 EStG). Was du dort zurückbekommen könntest, rechnet das Finanzamt nicht an, auch wenn du den Antrag nie stellst. Einkünfte, die der andere Staat gar nicht besteuert, zählen beim Höchstbetrag nicht mit (Satz 3). Andere Steuern ziehst du bei den Einkünften ab (Abs. 3). Nachweisen musst du die Steuer mit Bescheid und Zahlungsbeleg (§ 68b EStDV), bei Auslandsfällen gilt eine erhöhte Mitwirkungspflicht (§ 90 Abs. 2 AO).
Abkommen zu den Steuern vom Einkommen hat Deutschland mit rund 95 Staaten (Übersicht des Finanzministeriums zum 1. Januar 2026). Keins gibt es mit Brasilien und seit 2022 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, das mit Belarus ist seit 2025 ausgesetzt. Für Einkünfte von dort gilt § 34c Abs. 1 EStG.
Quellensteuer auf Dividenden und Zinsen aus dem Ausland
Bei Dividenden und Zinsen im deutschen Depot erledigt die Bank die Anrechnung. Die Abgeltungsteuer von 25 % sinkt um die anrechenbare ausländische Quellensteuer, höchstens um 25 % des einzelnen Ertrags (§ 32d Abs. 1 und 5 EStG). Wie viel anrechenbar ist, legt das Abkommen fest, bei Dividenden an Privatanleger meist 15 %.
Depot bei einer deutschen Bank, das Formular W-8BEN liegt dem US-Verwahrer vor.
- Dividende brutto
- 5.000 €
- − US-Quellensteuer, 15 % mit Formular W-8BEN
- −750 €
- Abgeltungsteuer 25 %
- 1.250 €
- − angerechnete US-Steuer
- −750 €
- = Abgeltungsteuer in Deutschland
- 500 €
- + Solidaritätszuschlag 5,5 %
- 27,50 €
- Steuer in beiden Ländern
- 1.277,50 €
Das sind 25,55 % der Dividende. Eine deutsche Dividende kostet 26,375 %, weil der Soli dort auf die volle Abgeltungsteuer fällt. Sparer-Pauschbetrag schon ausgeschöpft, ohne Kirchensteuer.
Behält der andere Staat mehr ein, als das Abkommen erlaubt, holst du den Rest nur dort zurück:
| Sitz der Firma | Quellensteuer vor Ort | In Deutschland anrechenbar | Im Ausland zurückholen |
|---|---|---|---|
| Schweiz | 35 % | 15 % | 20 % |
| Österreich | 27,5 % | 15 % | 12,5 % |
| Italien | 26 % | 15 % | 11 % |
| Spanien | 19 % | 15 % | 4 % |
| Frankreich | 12,8 % | 12,8 % | – |
| USA | 15 % mit W-8BEN, sonst 30 % | 15 % | – |
Dividenden an Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland. Bundeszentralamt für Steuern, Anrechenbarkeit der Quellensteuer, Stand 1. Januar 2026.
Von 1.000 € Schweizer Dividende behält die Schweiz 350 € ein. 150 € rechnet deine Bank an, die übrigen 200 € holst du bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung zurück, spätestens drei Jahre nach Ende des Jahres, in dem die Dividende fällig wurde. Für andere Staaten verlinkt das Bundeszentralamt für Steuern die zuständigen Stellen und Formulare.
Anrechnen lässt sich Quellensteuer nur auf deutsche Steuer. Fällt die Dividende unter deinen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, sammelt die Bank die Quellensteuer bis zum Jahresende für spätere Abgeltungsteuer. Bleiben deine Kapitalerträge das ganze Jahr darunter, verfällt sie. Bei einem Depot im Ausland trägst du Erträge und Quellensteuer in die Anlage KAP ein. Die Netto-Dividende je Land rechnet der Dividenden-Rechner.
Doppelbesteuerungsabkommen, 183-Tage-Regel und Grenzgänger
Welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf, steht im Abkommen. Die meisten deutschen Abkommen folgen dem OECD-Musterabkommen, das die doppelte Steuer durch Befreiung (Art. 23 A) oder Anrechnung (Art. 23 B) vermeidet. Grob gilt:
| Einkünfte | Besteuerungsrecht | In Deutschland meist |
|---|---|---|
| Lohn für Arbeit im Ausland | der Tätigkeitsstaat, außer die 183-Tage-Regel greift | Freistellung mit Progressionsvorbehalt |
| Miete aus einer Immobilie im Ausland | der Staat, in dem die Immobilie liegt | je nach Abkommen Freistellung oder Anrechnung |
| Gewinn einer Betriebsstätte im Ausland | der Staat der Betriebsstätte | Freistellung, oft nur für aktive Tätigkeiten |
| Dividenden und Zinsen | der Wohnsitzstaat, der Quellenstaat mit begrenzter Quellensteuer | Anrechnung der Quellensteuer |
Übersicht nach dem OECD-Musterabkommen (Art. 6, 7, 10, 11, 15 und 23). Verbindlich ist das Abkommen mit dem jeweiligen Staat.
183-Tage-Regel
Arbeitest du vorübergehend im Ausland, bleibt Deutschland für den Lohn zuständig, wenn du höchstens 183 Tage im Tätigkeitsstaat bist, dein Arbeitgeber nicht dort sitzt und keine Betriebsstätte dort deinen Lohn trägt (Art. 15 Abs. 2 OECD-Musterabkommen). Sonst darf der Tätigkeitsstaat besteuern, und Deutschland stellt den Lohn in der Regel mit Progressionsvorbehalt frei.
Gezählt werden nach dem BMF-Schreiben vom 12. Dezember 2023 alle Tage, an denen du körperlich im Tätigkeitsstaat bist, samt Ankunfts- und Abreisetag, Wochenenden, Feiertagen und Urlaub vor Ort. Ob das Kalenderjahr, das Steuerjahr oder jeder Zeitraum von zwölf Monaten gilt, regelt das Abkommen.
Freigestellten Arbeitslohn lässt das Finanzamt nur steuerfrei, wenn du nachweist, dass der andere Staat ihn besteuert hat und die Steuer bezahlt ist oder dass er darauf verzichtet (§ 50d Abs. 8 EStG). Kommt der Nachweis später, wird der Bescheid geändert. Das Bundesverfassungsgericht hat dieses Übergehen des Abkommens gebilligt (Beschluss vom 15. Dezember 2015, 2 BvL 1/12). Stellt der andere Staat die Einkünfte selbst frei, weil er das Abkommen anders auslegt, entfällt die Freistellung auch hier (§ 50d Abs. 9 Nr. 1).
Grenzgänger in die Schweiz
Wer in Deutschland wohnt, in der Schweiz arbeitet und regelmäßig heimkehrt, ist Grenzgänger (Art. 15a DBA-Schweiz) und versteuert den Lohn in Deutschland. Die Schweiz behält höchstens 4,5 % ein, wenn dein Arbeitgeber die Ansässigkeitsbescheinigung Gre-1 vom deutschen Finanzamt hat. Den Status behältst du, solange du an höchstens 60 Arbeitstagen im Jahr beruflich nicht heimkehrst. Mit viel Homeoffice gilt seit 2026: Du musst an mindestens 20 % der vereinbarten Arbeitstage pendeln, ganz zu Hause verbrachte Tage zählen nicht als Nichtrückkehrtage.
Die Schweizer Steuer rechnet das Finanzamt wie Lohnsteuer auf die Einkommensteuer an, ohne den Höchstbetrag des § 34c EStG (Art. 15a Abs. 3 DBA-Schweiz). Den Rest zahlst du über vierteljährliche Vorauszahlungen.
Bruttolohn umgerechnet 70.000 €, nach Werbungskosten und Sonderausgaben 60.000 € zu versteuern. Ledig, ohne weitere Einkünfte und Kirchensteuer.
- Zu versteuerndes Einkommen
- 60.000 €
- Einkommensteuer, Grundtarif
- 14.233 €
- − Schweizer Quellensteuer: 4,5 % von 70.000 €
- −3.150 €
- = Steuer in Deutschland
- 11.083 €
Zusammen mit der Schweizer Steuer sind es 14.233 €, so viel Einkommensteuer wie bei demselben zu versteuernden Einkommen aus Deutschland.
Verlierst du den Status, besteuert die Schweiz den Lohn für Arbeitstage dort, Deutschland stellt ihn mit Progressionsvorbehalt frei und besteuert die Homeoffice-Tage. Als Grenzgänger erklärst du den Lohn in Baden-Württemberg in der Anlage N-Gre.
Grenzgänger nach Frankreich und Österreich
Mit Frankreich gilt die Regel für alle, die im Grenzgebiet des einen Landes wohnen, in dem des anderen arbeiten und in der Regel täglich heimkehren (Art. 13 Abs. 5 DBA-Frankreich), bei Wohnsitz in Deutschland bis 20 km von der Grenze. Besteuert wird nur im Wohnsitzstaat, mit Ansässigkeitsbescheinigung zieht der Arbeitgeber in Frankreich nichts ab. Bis zu 45 Tage ohne Rückkehr oder außerhalb der Zone schaden nicht. Mit Österreich gilt seit 2024: Wohnsitz und Arbeitsort jeweils höchstens 30 km von der Grenze, keine tägliche Rückkehr, außerhalb der Zone höchstens 45 Arbeitstage und 20 % der Arbeitstage (Art. 15 Abs. 6 DBA-Österreich). Dann besteuert nur der Wohnsitzstaat.
Wegzugsbesteuerung und Auslandsgesellschaften: das Außensteuergesetz
Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG
Ziehst du ins Ausland und warst in den letzten fünf Jahren zu mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft beteiligt, behandelt das Finanzamt den Wegzug wie einen Verkauf der Anteile zum gemeinen Wert (§ 6 AStG mit § 17 EStG). Das gilt, wenn du in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre unbeschränkt steuerpflichtig warst. Versteuert wird der Wertzuwachs seit dem Kauf, nach dem Teileinkünfteverfahren zu 60 %.
Die Steuer kannst du auf Antrag in sieben gleichen Jahresraten zahlen, ohne Zinsen, in der Regel aber gegen Sicherheit (§ 6 Abs. 4 AStG). Kehrst du binnen sieben Jahren zurück, entfällt sie, wenn du die Anteile bis dahin nicht verkauft hast und keine Ausschüttungen über einem Viertel ihres Werts geflossen sind. Die Frist lässt sich um bis zu fünf Jahre verlängern (§ 6 Abs. 3). So gilt es für Wegzüge seit 2022. Für einen früheren Wegzug in die Schweiz musste die Steuer laut Bundesfinanzhof dauerhaft und zinslos gestundet werden (Urteil vom 6. September 2023, I R 35/20).
Hinzurechnungsbesteuerung
Gehört dir allein oder mit nahestehenden Personen mehr als die Hälfte einer ausländischen Gesellschaft, rechnet dir das Finanzamt deren passive Einkünfte anteilig zu, wenn sie dort mit weniger als 15 % besteuert werden (§§ 7 und 8 AStG; für Wirtschaftsjahre, die bis Ende 2023 enden, galten 25 %). Passiv ist, was nicht im Katalog aktiver Tätigkeiten in § 8 Abs. 1 AStG steht. Bei Einkünften mit Kapitalanlagecharakter reichen 10 % Beteiligung (§ 13 AStG). Den Hinzurechnungsbetrag stellt das Finanzamt gesondert fest, in der Steuererklärung gehört er in die Anlage AUS.
Häufige Fragen
Wann bin ich in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig?
Ich wohne im Ausland und arbeite in Deutschland. Was gilt für Grenzpendler?
Wann brauche ich die Anlage AUS und welche Anlagen noch?
Welchen Wechselkurs nehme ich für Einkünfte in fremder Währung?
Gilt der Progressionsvorbehalt auch für Elterngeld und Arbeitslosengeld?
Was passiert mit Verlusten aus dem Ausland?
Was kann ich tun, wenn trotz Abkommen doppelt besteuert wird?
Gibt es Doppelbesteuerungsabkommen auch für Erbschaften?
Quellen
- § 32b EStG: Progressionsvorbehalt, besonderer Steuersatz gesetze-im-internet.de
- § 34c EStG: Anrechnung und Abzug ausländischer Steuern gesetze-im-internet.de
- § 68a EStDV: Höchstbetrag je Staat gesetze-im-internet.de
- § 32d EStG: Anrechnung auf die Abgeltungsteuer gesetze-im-internet.de
- § 1 EStG: Steuerpflicht, Grenzpendler (Abs. 3) gesetze-im-internet.de
- § 50d EStG: Nachweis der Besteuerung im Ausland gesetze-im-internet.de
- § 6 AStG: Wegzugsbesteuerung gesetze-im-internet.de
- BMF-Schreiben vom 12.12.2023: Arbeitslohn nach den Doppelbesteuerungsabkommen: 183-Tage-Regel bundesfinanzministerium.de
- BMF: Stand der Doppelbesteuerungsabkommen am 1. Januar 2026: geltende Abkommen bundesfinanzministerium.de
- BZSt: Anrechenbarkeit der Quellensteuer 2026: Quellensteuer je Staat bzst.de
- BZSt: Verständigungsverfahren: Antrag und Schiedsverfahren bzst.de
- Finanzämter Baden-Württemberg: Grenzgänger: Schweiz, Frankreich, Österreich finanzamt-bw.fv-bwl.de
- Eidgenössische Steuerverwaltung: Verjährungsfristen bei der Rückerstattung: Antragsfrist estv.admin.ch
- BVerfG, Beschluss vom 15.12.2015, 2 BvL 1/12: § 50d Abs. 8 EStG ist zulässig bundesverfassungsgericht.de
- BFH, Urteil vom 06.09.2023, I R 35/20: Wegzug in die Schweiz, Stundung bundesfinanzhof.de
- ELSTER: Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2025: Anlagen AUS, N-AUS und N-Gre elster.de