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Dividenden-Rechner 2026

Auf Dividenden zahlst du 2026 Abgeltungsteuer: 25 % plus Soli, zusammen 26,375 %, mit Kirchensteuer bis 27,995 %. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr, für Ehepaare 2.000 €, bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Von 3.000 € Dividende einer deutschen Aktie bleiben so 2.472,50 €. Bei ausländischen Aktien behält zuerst das Heimatland der Firma Quellensteuer ein, die teilweise angerechnet wird: Von 1.000 € Dividende einer US-Firma bleiben 744,50 €.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Dividenden-Rechner

Netto-Dividende im Jahr

250,00 €

Brutto 250,00 € · Quellensteuer 0,00 € · Steuer in Deutschland 0,00 €

Von 250,00 € Dividende bleiben dir 250,00 €, im Monat im Schnitt 20,83 €.

Dividendenrendite
3,13 %
nach Steuern
3,13 %
Steuern gesamt
0,00 €

Rendite ist nicht Gewinn: Am Ex-Tag wird die Dividende vom Kurs abgezogen, bei deutschen Aktien am Tag nach der Hauptversammlung. Dein Depot ist danach um ungefähr den ausgezahlten Betrag weniger wert, reicher wirst du durch die Ausschüttung allein nicht.

Auf dieser Seite
  1. Steuersätze 2026
  2. § 20 EStG
  3. Dividendensteuer berechnen
  4. Netto-Tabelle
  5. Quellensteuer anrechnen
  6. Quellensteuer nach Land
  7. Teileinkünfteverfahren
  8. ETF oder Einzelaktien
  9. Dividendenrendite
  10. Ex-Tag und Zahltag
  11. Freistellung und Günstigerprüfung
  12. Häufige Fragen
  13. Quellen

Steuersätze und Freibeträge 2026

Wert2026Grundlage
Abgeltungsteuer auf Dividenden25 %§ 32d Abs. 1 EStG
Solidaritätszuschlag darauf, ohne Freigrenze5,5 %§§ 3, 4 SolzG
Belastung zusammen ohne Kirchensteuer26,375 %§ 32d Abs. 1 EStG
mit 8 % oder 9 % Kirchensteuer27,819 % / 27,995 %§ 32d Abs. 1 Satz 4 EStG
Sparer-Pauschbetrag, allein / zusammen veranlagt1.000 € / 2.000 €§ 20 Abs. 9 EStG
Anrechenbare ausländische Quellensteuer höchstens25 % je Ertrag§ 32d Abs. 5 EStG
Steuerfrei bei Ausschüttungen von Aktienfonds30 %§ 20 Abs. 1 InvStG
Steuerpflichtiger Teil im Betriebsvermögen60 %§ 3 Nr. 40 EStG
Fällig nach der Hauptversammlung am3. Geschäftstag§ 58 Abs. 4 AktG

§ 20 EStG: Was als Dividende zählt

Dass Dividenden steuerpflichtig sind, steht in § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Der Paragraf regelt alle Einkünfte aus Kapitalvermögen, für Aktionäre zählen vor allem diese Teile:

StelleWas drinsteht
Abs. 1 Nr. 1Gewinnanteile (Dividenden) und sonstige Bezüge aus Aktien, Genussrechten, GmbH-Anteilen und Genossenschaften sind Einkünfte aus Kapitalvermögen, auch verdeckte Gewinnausschüttungen (Satz 2). Ausschüttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto (§ 27 KStG) sind keine Einnahmen (Satz 3).
Abs. 1 Nr. 3Ausschüttungen von Fonds und ETFs sind Investmenterträge nach § 16 InvStG, keine Dividenden. Für sie gilt die Teilfreistellung.
Abs. 2 Satz 1 Nr. 1Auch Gewinne aus dem Verkauf von Aktien sind Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Abs. 5Die Dividende versteuert, wem die Aktien beim Gewinnverteilungsbeschluss zuzurechnen sind.
Abs. 6Verluste aus Kapitalvermögen mindern nur Kapitaleinkünfte. Verluste aus Aktienverkäufen gleichen nur Gewinne aus Aktienverkäufen aus, keine Dividenden (Satz 4).
Abs. 8Gehören die Aktien zu einem Betrieb, zählt die Dividende zu dessen Gewinn, und statt der Abgeltungsteuer gilt das Teileinkünfteverfahren.
Abs. 9Sparer-Pauschbetrag 1.000 €, für zusammen veranlagte Ehepaare 2.000 €. Tatsächliche Kosten wie Depotgebühren darfst du nicht abziehen.

Wie hoch die Steuer ist, regelt § 32d EStG, wie die Bank sie einbehält, regeln die §§ 43 bis 44a EStG. Die Bank zieht sie bei jeder Gutschrift ab, für Privatanleger ist die Sache damit erledigt (§ 43 Abs. 5 EStG).

2026 gilt § 20 in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2024, seitdem wurde er nicht mehr geändert. Der Sparer-Pauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 €. Mit dem Jahressteuergesetz 2024 fiel in Absatz 6 die frühere Grenze von 20.000 € im Jahr für Verluste aus Termingeschäften und aus wertlos gewordenen Wertpapieren weg, auch für alle noch offenen Fälle (§ 52 Abs. 28 Sätze 25 und 26 EStG).

Dividendensteuer berechnen: der Rechenweg

  1. Dividende bruttoAnzahl der Aktien mal Dividende je Aktie.
  2. QuellensteuerBei ausländischen Aktien behält der Staat der Firma zuerst Steuer ein. Anrechenbar ist höchstens der Satz aus dem Doppelbesteuerungsabkommen.
  3. Sparer-PauschbetragWas davon in diesem Jahr noch frei ist, bleibt steuerfrei.
  4. AbgeltungsteuerAuf den Rest 25 %, abzüglich der anrechenbaren Quellensteuer, mit Kirchensteuer etwas weniger.
  5. Soli und Kirchensteuer5,5 % und 8 oder 9 % der Abgeltungsteuer.

Abgeltungsteuer = (e − 4 × q) ÷ (4 + k)

So steht es in § 32d Abs. 1 Satz 4 EStG: e ist die steuerpflichtige Dividende, q die anrechenbare ausländische Steuer und k der Kirchensteuersatz, also 0,08 oder 0,09. Ohne Kirchensteuer und Quellensteuer bleiben genau 25 %. Mit 9 % Kirchensteuer sinkt die Abgeltungsteuer auf 24,45 %, weil sie um ein Viertel der Kirchensteuer ermäßigt wird (Satz 3). Mit Soli und Kirchensteuer sind es dann zusammen 27,995 %.

Rechenweg 3.000 € Dividende einer deutschen Aktie, mit Kirchensteuer

Sparer-Pauschbetrag noch ganz frei, 9 % Kirchensteuer, keine Quellensteuer.

Dividende brutto
3.000,00 €
− Sparer-Pauschbetrag
−1.000,00 €
= steuerpflichtig
2.000,00 €
Abgeltungsteuer: 2.000 € ÷ (4 + 0,09)
489,00 €
+ Solidaritätszuschlag 5,5 %
26,89 €
+ Kirchensteuer 9 %
44,01 €
= Steuer zusammen
559,90 €
Netto-Dividende
2.440,10 €

Ohne Kirchensteuer wären es 527,50 € Steuer und 2.472,50 € netto. Die Bank zieht alles bei der Gutschrift ab.

Netto-Dividende 2026: Tabelle

So viel bleibt von einer Dividende deutscher Aktien, gerechnet mit dem Rechner oben. Bis 1.000 € ist sie steuerfrei, darüber nähert sich der Abzug den 26,375 %.

Dividende im JahrNettoSteuerAnteilNetto mit 9 % KirchensteuerNetto als Ehepaar
500 €500,00 €0,00 €0 %500,00 €500,00 €
1.000 €1.000,00 €0,00 €0 %1.000,00 €1.000,00 €
1.500 €1.368,13 €131,87 €8,8 %1.360,03 €1.500,00 €
2.000 €1.736,25 €263,75 €13,2 %1.720,06 €2.000,00 €
3.000 €2.472,50 €527,50 €17,6 %2.440,10 €2.736,25 €
5.000 €3.945,00 €1.055,00 €21,1 %3.880,20 €4.208,75 €
10.000 €7.626,25 €2.373,75 €23,7 %7.480,45 €7.890,00 €
20.000 €14.988,75 €5.011,25 €25,1 %14.680,93 €15.252,50 €

Sparer-Pauschbetrag 1.000 € noch frei, als Ehepaar mit gemeinsamem Freistellungsauftrag 2.000 €. Steuer und Anteil ohne Kirchensteuer. Bei ausländischen Aktien kommt nicht anrechenbare Quellensteuer dazu.

Quellensteuer: Anrechnung bei ausländischen Aktien

Bei Aktien aus dem Ausland behält zuerst der Staat der Firma Quellensteuer ein. Deutschland rechnet sie auf die Abgeltungsteuer an, aber nur bis zum Satz aus dem Doppelbesteuerungsabkommen und höchstens 25 % je Ertrag (§ 32d Abs. 5 EStG). Bei einer deutschen Bank geschieht das automatisch (§ 43a Abs. 3 EStG).

Rechenweg 1.000 € Dividende einer US-Aktie

Sparer-Pauschbetrag schon ausgeschöpft, keine Kirchensteuer.

Dividende brutto
1.000,00 €
− US-Quellensteuer 15 % (mit Formular W-8BEN)
−150,00 €
Abgeltungsteuer: (1.000 € − 4 × 150 €) ÷ 4
100,00 €
+ Solidaritätszuschlag 5,5 %
5,50 €
Netto-Dividende
744,50 €

Zusammen zahlst du 255,50 € Steuer, etwas weniger als die 263,75 € auf eine deutsche Dividende, weil der Soli nur auf die deutsche Steuer nach der Anrechnung fällt.

Dieselbe Rechnung für Deutschland, die USA und die Schweiz:

Sitz der FirmaQuellensteuerSteuer in Deutschlandnetto
Deutschland–263,75 €736,25 €
USA150 €105,50 €744,50 €
Schweiz350 €105,50 €544,50 €
nach Erstattung 744,50 €

1.000 € Dividende brutto, Pauschbetrag schon ausgeschöpft, ohne Kirchensteuer. USA mit Formular W-8BEN.

Die Schweiz behält 35 % ein, angerechnet werden 15 %. Die übrigen 20 % bekommst du nur mit einem Antrag in der Schweiz zurück, wie das geht, steht unten bei den Fragen.

Wann Quellensteuer verfällt

Anrechnen lässt sich Quellensteuer nur auf deutsche Steuer. Deckt dein Pauschbetrag die Dividende ab oder gleichen Verluste sie aus, fällt keine an, und die Quellensteuer bleibt hängen. Bei 500 € US-Dividende und freiem Pauschbetrag sind das 75 €.

Der Quellensteuertopf

Die Bank merkt sich nicht angerechnete Quellensteuer bis zum Jahresende. Zahlst du im selben Jahr noch auf andere Kapitalerträge Steuer, rechnet sie die Quellensteuer darauf an (§ 43a Abs. 3 EStG). Was Ende Dezember übrig ist, steht in der Steuerbescheinigung. Anrechnen lässt es sich dann nur noch in der Steuererklärung, auf Steuer, die im selben Jahr auf andere Kapitalerträge anfällt, etwa bei einer anderen Bank. Ins nächste Jahr übertragen lässt es sich nicht.

Quellensteuer nach Land 2026

Wie viel Quellensteuer du in Deutschland anrechnen kannst, legt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen fest. Behält ein Land mehr ein, holst du den Rest nur mit einem Antrag im Ausland zurück:

LandQuellensteuer vor Ortin Deutschland anrechenbar
USA30 % (15 % mit W-8BEN)15 %
Großbritannien0 %0 %
Frankreich12,8 %12,8 %
Niederlande15 %15 %
Spanien19 %15 %
Italien26 %15 %
Österreich27,5 %15 %
Schweiz35 %15 %
Dänemark15 % oder 27 %15 %
Schweden30 %15 %
Finnland30 % oder 35 %15 %
Kanada25 %15 %
Japan15 % oder 20 %15 %

Dividenden an Privatanleger, Bundeszentralamt für Steuern, Stand 1. Januar 2026. Wo zwei Sätze stehen, hängt der Satz vom Einzelfall ab, etwa in Finnland davon, ob deine Depotbank dort registriert ist.

Großbritannien erhebt keine Quellensteuer auf Dividenden, Frankreich behält genau so viel ein, wie sich anrechnen lässt. Wo der Satz vor Ort höher ist als der anrechenbare, bleibt die Differenz ohne Antrag im Ausland hängen, in der Schweiz zum Beispiel 20 % der Dividende.

Dividenden im Betriebsvermögen: Teileinkünfteverfahren

Gehören die Aktien zu deinem Betrieb, etwa als Gewerbetreibender oder Freiberufler, gilt die Abgeltungsteuer nicht (§ 20 Abs. 8, § 32d Abs. 1 EStG). Die Dividende zählt zum Gewinn, aber nur zu 60 %: Der Rest ist steuerfrei (§ 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. d EStG). Kosten, die damit zusammenhängen, etwa Zinsen für einen Kredit zum Aktienkauf, darfst du im Gegenzug nur zu 60 % abziehen (§ 3c Abs. 2 EStG). Die Bank behält trotzdem Kapitalertragsteuer ein. Sie ist dann aber nicht abgegolten, das Finanzamt rechnet sie auf deine Einkommensteuer an (§ 43 Abs. 5 Satz 2, § 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG).

Zu versteuerndes Einkommen ohne DividendeEinkommensteuer auf 10.000 € DividendeAnteil
30.000 €1.754 €17,5 %
50.000 €2.169 €21,7 %
70.000 €2.520 €25,2 %
300.000 €2.700 €27 %

Steuer nach dem Tarif 2026 auf die steuerpflichtigen 6.000 €, allein veranlagt, ohne Soli, Kirchensteuer und Gewerbesteuer. Privat wären es 25 % Abgeltungsteuer.

Teurer als die Abgeltungsteuer wird es erst beim Spitzensteuersatz von 42 %, weil 60 % davon 25,2 % sind. Privat gehaltene Anteile kannst du auf Antrag ebenfalls so besteuern lassen, wenn du mit mindestens 25 % an der Gesellschaft beteiligt bist oder mit mindestens 1 % und beruflich für sie tätig (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Für Börsenanleger spielt das kaum eine Rolle. Was gilt, wenn eine GmbH die Aktien hält, steht unten bei den Fragen.

Dividenden-ETF oder Einzelaktien

Ausschüttungen eines Aktien-ETF sind zu 30 % steuerfrei (Teilfreistellung, § 20 InvStG). Dafür wird die Quellensteuer auf die Dividenden im Fonds bezahlt und lässt sich bei dir nicht anrechnen. Die Teilfreistellung gleicht das pauschal aus.

Rechenbeispiel Je 1.000 € Dividende oder Ausschüttung
Einzelaktie aus Deutschland: Steuer auf 1.000 €
263,75 €
Aktien-ETF: 30 % steuerfrei, Steuer auf 700 €
184,62 €
Unterschied
79,13 €

Abgeltungsteuer mit Soli, ohne Kirchensteuer, Pauschbetrag schon ausgeschöpft. Beim ETF ist die Quellensteuer schon vorher im Fonds abgezogen.

Dividendenrendite berechnen

Dividendenrendite = Dividende je Aktie ÷ Kurs × 100

Zahlt eine Aktie zum Kurs von 80 € eine Dividende von 2,50 €, sind das 3,13 %. Nach 26,375 % Steuer bleiben 2,3 %, wenn dein Pauschbetrag schon verbraucht ist. Bei ausländischen Aktien zieht nicht anrechenbare Quellensteuer die Rendite weiter herunter.

Eine hohe Rendite ist kein Gütesiegel. Sie steigt von allein, wenn der Kurs fällt, und die Dividende des Vorjahres muss nicht wieder gezahlt werden. Firmen können sie kürzen oder streichen, gerade in Krisenjahren. Außerdem ist die Dividende kein Geschenk obendrauf: Die Firma zahlt Geld aus, das vorher in ihrem Wert steckte, und der Kurs sinkt am Ex-Tag um ungefähr diesen Betrag. Für deine Rendite zählt, was Kurs und Ausschüttungen zusammen bringen. Über dem Pauschbetrag kosten Ausschüttungen jedes Jahr Steuer, auch wenn du das Geld wieder anlegst, während thesaurierende Fonds einen Teil der Steuer auf später verschieben. Wer nur nach hoher Rendite kauft, landet oft in wenigen Branchen.

Wie viel Depot für eine Monatsdividende?

netto im MonatDividende brutto im JahrDepot bei 3 % Renditebei 4 %
250 €3.716 €124.000 €93.000 €
500 €7.791 €260.000 €195.000 €
1.000 €15.941 €531.000 €399.000 €

Deutsche Aktien, Pauschbetrag 1.000 € frei, ohne Kirchensteuer. Depotwerte auf 1.000 € gerundet.

Ex-Tag, Record-Tag und Zahltag

Deutsche Aktiengesellschaften zahlen die Dividende meist einmal im Jahr, nachdem die Hauptversammlung über den Bilanzgewinn beschlossen hat (§ 174 AktG). Danach läuft es nach festen Regeln:

  1. HauptversammlungSie beschließt die Dividende. Wer bis zum Ende dieses Handelstages kauft, bekommt sie noch.
  2. Ex-TagAm 1. Geschäftstag danach wird die Aktie ohne Dividende gehandelt, der Kurs sinkt rechnerisch um ihren Betrag.
  3. Record-TagAm 2. Geschäftstag danach zählt, wer die Aktien im Depot hat. Weil Börsengeschäfte zwei Geschäftstage nach dem Handel abgewickelt werden, sind das alle, die bis zur Hauptversammlung gekauft haben.
  4. ZahltagFrühestens am 3. Geschäftstag nach der Hauptversammlung, wenn Beschluss oder Satzung keinen späteren Tag nennen (§ 58 Abs. 4 AktG). Die Bank schreibt die Dividende abzüglich Steuer gut.

Wer am Ex-Tag verkauft, bekommt die Dividende also trotzdem. Steuerlich fließt sie dir am Zahltag zu (§ 44 Abs. 2 EStG), danach richtet sich, in welchem Jahr sie zählt. Viele US-Firmen zahlen vierteljährlich, mit eigenen Terminen.

Freistellungsauftrag und Günstigerprüfung

Damit die Bank bis zum Pauschbetrag nichts abzieht, gibst du ihr einen Freistellungsauftrag (§ 44a EStG). Verteilst du ihn auf mehrere Banken, dürfen die Aufträge zusammen nicht mehr als 1.000 € ausmachen, als Ehepaar 2.000 €. Die Banken melden die freigestellten Beträge ans Bundeszentralamt für Steuern (§ 45d EStG). Wer so wenig verdient, dass keine Einkommensteuer anfällt, bekommt beim Finanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung, dann bleibt alles ohne Abzug.

Günstigerprüfung bei kleinem Einkommen

Liegt dein persönlicher Steuersatz unter 25 %, beantragst du in der Steuererklärung die Günstigerprüfung. Dann werden deine Kapitalerträge nach dem normalen Tarif besteuert, wenn das weniger kostet (§ 32d Abs. 6 EStG). Der Antrag gilt für alle Kapitalerträge des Jahres, bei Ehepaaren für beide.

Günstigerprüfung 4.000 € Dividende bei 15.000 € Einkommen

Allein veranlagt, 15.000 € zu versteuerndes Einkommen ohne die Dividenden, deutsche Aktien, keine Kirchensteuer.

Dividenden nach Sparer-Pauschbetrag
3.000 €
Abgeltungsteuer und Soli, von der Bank abgezogen
791,25 €
Einkommensteuer ohne Dividenden
435 €
Einkommensteuer mit Dividenden
1.083 €
Mehr Steuer nach dem Tarif
648,00 €
Erstattung über die Steuererklärung
143,25 €

Bei 3.000 € steuerpflichtigen Kapitalerträgen lohnt sich der Antrag als Single bis zu einem zu versteuernden Einkommen von etwa 23.000 € ohne die Kapitalerträge, gerechnet mit dem Tarif 2026.

Häufige Fragen

Muss ich Dividenden in der Steuererklärung angeben?
Nein, wenn deine Bank in Deutschland sitzt und die Steuer abgezogen hat. Die Einkommensteuer ist damit abgegolten (§ 43 Abs. 5 EStG). Angeben musst du Dividenden in der Anlage KAP, wenn keine Kapitalertragsteuer einbehalten wurde, etwa bei einem Depot im Ausland (§ 32d Abs. 3 EStG), oder wenn du für die Kirchensteuer einen Sperrvermerk gesetzt hast. Freiwillig lohnt es sich, um einen nicht genutzten Pauschbetrag, Verluste bei einer anderen Bank oder noch nicht angerechnete Quellensteuer zu berücksichtigen (§ 32d Abs. 4 EStG), und für die Günstigerprüfung.
Ist jede Dividende steuerpflichtig?
Fast jede. Ausnahme: Zahlt eine deutsche Firma aus dem steuerlichen Einlagekonto, also aus eingezahltem Kapital statt aus Gewinn, gilt das nicht als Einnahme (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Die Bank zieht dann keine Steuer ab.
Ausschüttend oder thesaurierend, was ist steuerlich besser?
Über die Jahre ist der Unterschied klein. Beim ausschüttenden Fonds zahlst du jedes Jahr Steuer auf die Ausschüttung, beim thesaurierenden auf die Vorabpauschale und den Rest beim Verkauf. Thesaurierend verschiebt Steuer also eher nach hinten, was den Zinseszins etwas stärkt. Mehr dazu beim Vorabpauschale-Rechner.
Wie hole ich die Schweizer Quellensteuer zurück?
Bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Für Dividenden, die seit 2020 fällig wurden, stellen in Deutschland Ansässige den Antrag nur noch online (Formular 85 im ePortal der ESTV). Zurück gibt es die 20 % über dem Satz aus dem Doppelbesteuerungsabkommen, und zwar spätestens 3 Jahre nach Ende des Jahres, in dem die Dividende fällig wurde. Manche Banken übernehmen den Antrag gegen Gebühr, bei kleinen Beträgen lohnt er sich oft nicht.
Warum wurden von meiner US-Dividende 30 % abgezogen?
Weil deiner Bank kein Formular W-8BEN vorlag. Damit bestätigst du der Stelle, die die Dividende auszahlt, dass du im Ausland ansässig bist und den Satz aus dem Doppelbesteuerungsabkommen beanspruchst. Dann behalten die USA statt 30 % nur 15 % ein. Angerechnet werden in Deutschland in jedem Fall nur 15 %, den Rest kannst du nur in den USA zurückfordern (BZSt). Gib das Formular deshalb vor der ersten US-Dividende bei deiner Bank ab.
Kann ich Kursverluste mit Dividenden verrechnen?
Verluste aus Aktienverkäufen nicht. Sie gleichen nur Gewinne aus Aktienverkäufen aus (§ 20 Abs. 6 Satz 4 EStG). Andere Verluste, etwa aus Fonds, Anleihen oder Zertifikaten, verrechnet die Bank dagegen auch mit Dividenden (§ 43a Abs. 3 EStG). Liegen Gewinne und Verluste bei verschiedenen Banken, beantragst du bis 15. Dezember eine Verlustbescheinigung und verrechnest in der Steuererklärung. Einzelheiten zeigt der Verlustverrechnungs-Rechner.
Wie viel Dividende darf ein Kind steuerfrei bekommen?
Kinder haben einen eigenen Grundfreibetrag und einen eigenen Sparer-Pauschbetrag. Ohne andere Einkünfte bleiben Kapitalerträge bis 13.384 € im Jahr steuerfrei: 12.348 € Grundfreibetrag, 1.000 € Pauschbetrag und 36 € Sonderausgaben-Pauschbetrag. Damit die Bank über den Pauschbetrag hinaus nichts abzieht, beantragst du beim Finanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung für das Kind, die höchstens 3 Jahre gilt (§ 44a Abs. 2 EStG). Ohne sie holt die Steuererklärung mit Günstigerprüfung das Geld zurück.
Wie werden Dividenden in einer GmbH besteuert?
Bei der Körperschaftsteuer bleiben sie außer Ansatz, 5 % gelten aber als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 1 und 5 KStG). Im Ergebnis sind also 5 % der Dividende steuerpflichtig. Das gilt nur, wenn die GmbH zu Beginn des Jahres mit mindestens 10 % beteiligt war, darunter ist die Dividende voll steuerpflichtig (§ 8b Abs. 4 KStG). Von der Gewerbesteuer befreit ist sie erst ab 15 % Beteiligung (§ 9 Nr. 2a GewStG). Für Börsenanleger mit kleinen Anteilen bringt eine GmbH bei Dividenden also nichts. Wann sie sich lohnt, rechnet der Holding-Rechner.
Warum zieht die Bank Kirchensteuer ab?
Weil sie einmal im Jahr beim Bundeszentralamt für Steuern abfragt, ob du am 31. August kirchensteuerpflichtig warst, und dann 8 % oder 9 % der Abgeltungsteuer gleich mit einbehält (§ 51a Abs. 2c EStG). Die Abfrage kannst du beim BZSt sperren lassen, für die Regelabfrage bis 30. Juni. Dann musst du aber für jedes Jahr, in dem Kapitalertragsteuer einbehalten wurde, eine Steuererklärung abgeben, und das Finanzamt setzt die Kirchensteuer fest (§ 51a Abs. 2e EStG).

Quellen

  1. § 20 EStG: Dividenden als Einkünfte aus Kapitalvermögen, Verluste, Sparer-Pauschbetrag gesetze-im-internet.de
  2. buzer.de: Fassungen von § 20 EStG: letzte Änderung durch das Jahressteuergesetz 2024, abgerufen am 4. Oktober 2026 buzer.de
  3. § 32d EStG: Abgeltungsteuer, Formel mit Kirchensteuer, Anrechnung, Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
  4. § 43a EStG: Steuerabzug der Bank, Verlust- und Quellensteuertopf gesetze-im-internet.de
  5. § 44 EStG: Zufluss der Dividende am Zahltag (Abs. 2) gesetze-im-internet.de
  6. § 44a EStG: Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungs-Bescheinigung gesetze-im-internet.de
  7. § 3 EStG: Teileinkünfteverfahren nach Nr. 40 gesetze-im-internet.de
  8. § 51a EStG: Kirchensteuer auf Kapitalerträge, Sperrvermerk gesetze-im-internet.de
  9. § 20 InvStG: Teilfreistellung für Aktienfonds gesetze-im-internet.de
  10. § 8b KStG: Dividenden bei Kapitalgesellschaften gesetze-im-internet.de
  11. § 58 AktG: Fälligkeit der Dividende gesetze-im-internet.de
  12. BZSt: Anrechenbarkeit der Quellensteuer, Stand 1.1.2026: Sätze je Doppelbesteuerungsabkommen bzst.de
  13. Eidgenössische Steuerverwaltung: Deutschland: Rückerstattung der Verrechnungssteuer, Formular 85 online estv.admin.ch
  14. IRS: About Form W-8 BEN: Nachweis für den ermäßigten US-Steuersatz irs.gov
  15. Clearstream: Zeitschiene für den Dividendenprozess (D17014): Ex-Tag, Record-Tag und Zahltag bei deutschen Aktien clearstream.com

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