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Vorabpauschale-Rechner 2026

Für thesaurierende Fonds wird jedes Jahr eine Vorabpauschale versteuert. 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 %, davon zählen 70 %: Bei 50.000 € Depotwert am 1. Januar sind das 1.120,00 € Vorabpauschale, bei einem Aktien-ETF davon 784,00 € steuerpflichtig. Liegt das unter deinem freien Sparer-Pauschbetrag, zahlst du nichts, sonst bucht die Bank die Steuer Anfang 2027 ab.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Vorabpauschale-Rechner

Steuer auf die Vorabpauschale

0,00 €

Vorabpauschale 1.120,00 € · steuerpflichtig nach Teilfreistellung 784,00 €

Keine Steuer: Die steuerpflichtige Vorabpauschale von 784,00 € liegt innerhalb deines freien Sparer-Pauschbetrags.

Basisertrag
1.120,00 €
Vorabpauschale
1.120,00 €
zu versteuern
0,00 €

Geld aufs Verrechnungskonto: Die Bank darf die Steuer von deinem Konto einziehen. Reicht das Guthaben nicht, meldet sie das dem Finanzamt (§ 44 Abs. 1 EStG), verkauft wird dabei nichts. Beim späteren Verkauf wird die versteuerte Vorabpauschale vom Gewinn abgezogen.

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. § 18 InvStG Satz für Satz
  3. Basiszins 2026
  4. Deckel und Verlustjahr
  5. Tabelle nach Depotwert
  6. Kaufjahr und Sparplan
  7. Abbuchung und Freistellung
  8. Anrechnung beim Verkauf
  9. Ausschüttende Fonds
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Vorabpauschale berechnen: so wird gerechnet

Diese Werte gelten für die Vorabpauschale 2026:

Wert2026Grundlage
Basiszins 20263,20 %BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026
davon für den Basisertrag70 %, also 2,24 % des Werts§ 18 Abs. 1 Satz 2 InvStG
Teilfreistellung Aktienfonds30 %§ 20 Abs. 1 InvStG
Teilfreistellung Mischfonds15 %§ 20 Abs. 2 InvStG
Teilfreistellung Immobilienfonds60 %, Ausland 80 %§ 20 Abs. 3 InvStG
Sparer-Pauschbetrag1.000 €, Ehepaare 2.000 €§ 20 Abs. 9 EStG
Abgeltungsteuer mit Soli26,375 %§ 32d Abs. 1 EStG, SolzG
Vorabpauschale 2026 gilt als zugeflossen am4. Januar 2027§ 18 Abs. 3 InvStG
  1. BasisertragWert des Fonds am 1. Januar mal Basiszins mal 70 %, für 2026 also 2,24 % des Werts.
  2. DeckelHöchstens so viel, wie der Fonds im Jahr zugelegt hat, Ausschüttungen eingerechnet.
  3. Ausschüttungen abziehenWas der Fonds im Jahr ausgeschüttet hat, geht ab. Der Rest ist die Vorabpauschale.
  4. KaufjahrIm Jahr des Kaufs ein Zwölftel weniger für jeden vollen Monat vor dem Kauf.
  5. SteuerTeilfreistellung abziehen, dann den freien Sparer-Pauschbetrag, auf den Rest 25 % Abgeltungsteuer plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Vorabpauschale = Wert am 1. Januar × 3,20 % × 70 % − Ausschüttungen, höchstens der Wertzuwachs des Jahres

Rechenbeispiel Aktien-ETF, 50.000 € am 1. Januar, 56.000 € am 31. Dezember
Wert am 1. Januar
50.000 €
× 3,20 % Basiszins × 70 %
1.120,00 €
Obergrenze: Wertzuwachs im Jahr
6.000 €
Vorabpauschale
1.120,00 €
30 % Teilfreistellung
−336,00 €
steuerpflichtig
784,00 €
Steuer, wenn der Pauschbetrag schon verbraucht ist
206,78 €

Mit freiem Pauschbetrag von 1.000 € sind es 0,00 €. Die Vorabpauschale 2026 gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen, zählt also zum Steuerjahr 2027.

§ 18 InvStG Satz für Satz

Die Vorabpauschale steht in § 18 des Investmentsteuergesetzes, das seit 2018 gilt. Den Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de. Was jeder Satz regelt:

StelleWas drinstehtWas das für dich heißt
Abs. 1 Satz 1Vorabpauschale ist der Betrag, um den die Ausschüttungen eines Jahres den Basisertrag unterschreiten.Bei Thesaurierern ist der ganze Basisertrag die Vorabpauschale, bei ausschüttenden Fonds nur die Lücke.
Abs. 1 Satz 2Basisertrag = Rücknahmepreis zu Beginn des Jahres × 70 % des Basiszinses.Es zählt der Kurs am Jahresanfang, nicht dein Kaufkurs.
Abs. 1 Satz 3Der Basisertrag ist auf den Mehrbetrag zwischen erstem und letztem Rücknahmepreis des Jahres plus Ausschüttungen begrenzt.Ohne Wertzuwachs gibt es keine Vorabpauschale.
Abs. 1 Satz 4Gibt es keinen Rücknahmepreis, tritt der Börsen- oder Marktpreis an seine Stelle.Bei ETFs der Börsenkurs.
Abs. 2Im Jahr des Erwerbs ein Zwölftel weniger für jeden vollen Monat vor dem Erwerbsmonat.Kauf im Juli: 6/12 der Pauschale.
Abs. 3Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen.Die für 2026 am 4. Januar 2027, sie zählt zum Steuerjahr 2027.
Abs. 4 Satz 1 und 2Basiszins aus der langfristig erzielbaren Rendite öffentlicher Anleihen, errechnet von der Bundesbank auf den ersten Börsentag des Jahres.Er folgt der Rendite langlaufender Bundesanleihen.
Abs. 4 Satz 3Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht den Zinssatz im Bundessteuerblatt.Für 2026 mit Schreiben vom 13. Januar 2026.

Dazu gehören drei weitere Vorschriften: Die Vorabpauschale zählt zu den Erträgen aus Investmentfonds (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 InvStG), sie wird wie Ausschüttungen teilweise freigestellt (§ 20) und beim Verkauf vom Gewinn abgezogen (§ 19 Abs. 1).

Basiszins 2026: 3,20 % laut BMF

Den Basiszins für 2026 hat das Bundesfinanzministerium mit Schreiben vom 13. Januar 2026 bekanntgegeben (GZ IV C 1 - S 1980/00230/012/001): 3,20 %. Die Bundesbank hat ihn aus ihren Zinsstrukturdaten für den 2. Januar 2026 errechnet, für Bundeswertpapiere mit jährlichem Kupon und 15 Jahren Restlaufzeit. Im Vorjahr lag er bei 2,53 %. Für die Vorabpauschale zählen 70 % davon, also 2,24 % des Werts am Jahresanfang.

In den Jahren mit negativem Basiszins gab es gar keine Vorabpauschale: Ein negativer Basisertrag kann von den Ausschüttungen nicht unterschritten werden. Seit 2023 ist sie wieder ein Thema.

JahrBasiszinsVorabpauschale je 10.000 €Steuer darauf
20180,87 %60,90 €11,24 €
20190,52 %36,40 €6,72 €
20200,07 %4,90 €0,90 €
2021−0,45 %keine–
2022−0,05 %keine–
20232,55 %178,50 €32,96 €
20242,29 %160,30 €29,60 €
20252,53 %177,10 €32,70 €
20263,20 %224,00 €41,36 €

Aktien-ETF, 10.000 € am Jahresanfang, Wertzuwachs höher als die Pauschale, Sparer-Pauschbetrag schon verbraucht, ohne Kirchensteuer.

Wertzuwachs als Obergrenze: keine Vorabpauschale im Verlustjahr

Die Vorabpauschale kann nie höher sein als der Wertzuwachs des Fonds im Kalenderjahr, Ausschüttungen eingerechnet (§ 18 Abs. 1 Satz 3 InvStG). Verliert der Fonds, fällt keine an. Eine negative Vorabpauschale oder eine Erstattung gibt es aber auch nicht, den Verlust spürst du erst beim Verkauf. So wirkt der Deckel bei 50.000 € am 1. Januar:

Wert am 31. DezemberWertzuwachsVorabpauschaleSteuer
45.000 €−5.000 €keine–
50.000 €0 €keine–
50.500 €+500 €500,00 €92,31 €
51.000 €+1.000 €1.000,00 €184,63 €
51.500 €+1.500 €1.120,00 €206,78 €
55.000 €+5.000 €1.120,00 €206,78 €

Aktien-ETF ohne Ausschüttung, Pauschbetrag verbraucht, ohne Kirchensteuer. Ab 2,24 % Wertzuwachs greift der Deckel nicht mehr.

Vorabpauschale nach Depotwert: Tabelle 2026

Was bei typischen Depotwerten anfällt, wenn der ETF im Jahr mehr als 2,24 % zulegt. Die Spalten rechts zeigen die Steuer mit freiem Sparer-Pauschbetrag für Ledige und für Ehepaare mit gemeinsamem Freistellungsauftrag, wenn keine anderen Kapitalerträge dazukommen.

Wert am 1. JanuarVorabpauschalesteuerpflichtigSteuer ohne Pauschbetragledig, 1.000 € freiEhepaar, 2.000 € frei
10.000 €224,00 €156,80 €41,36 €0 €0 €
25.000 €560,00 €392,00 €103,39 €0 €0 €
50.000 €1.120,00 €784,00 €206,78 €0 €0 €
75.000 €1.680,00 €1.176,00 €310,17 €46,42 €0 €
100.000 €2.240,00 €1.568,00 €413,56 €149,81 €0 €
150.000 €3.360,00 €2.352,00 €620,34 €356,59 €92,84 €
200.000 €4.480,00 €3.136,00 €827,12 €563,37 €299,62 €
300.000 €6.720,00 €4.704,00 €1.240,68 €976,93 €713,18 €
500.000 €11.200,00 €7.840,00 €2.067,80 €1.804,05 €1.540,30 €

Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung, ohne Kirchensteuer. Ohne andere Kapitalerträge bleibt die Vorabpauschale 2026 bis rund 63.800 € Depotwert steuerfrei, bei Ehepaaren bis rund 127.600 €.

Teilfreistellung nach Fondsart

Wie viel von der Vorabpauschale steuerfrei bleibt, hängt von der Art des Fonds ab (§ 20 InvStG). Steuer auf die 1.120,00 € aus dem Beispiel oben:

FondsartsteuerfreiSteuerBelastungGrundlage
Aktienfonds (mehr als 50 % Aktien)30 %206,78 €18,46 %§ 20 Abs. 1
Mischfonds (mindestens 25 % Aktien)15 %251,09 €22,42 %§ 20 Abs. 2
Immobilienfonds60 %118,16 €10,55 %§ 20 Abs. 3 Satz 1
Auslands-Immobilienfonds80 %59,08 €5,28 %§ 20 Abs. 3 Satz 2
Anleihen- und Geldmarktfonds0 %295,40 €26,38 %keine Teilfreistellung

Pauschbetrag verbraucht, ohne Kirchensteuer. Die Bank wendet die Teilfreistellung schon beim Steuerabzug an (§ 43a Abs. 2 Satz 1 EStG).

Im Kaufjahr und beim ETF-Sparplan

Im Kaufjahr sinkt die Vorabpauschale um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Kauf (§ 18 Abs. 2 InvStG). Grundlage bleibt auch dann der Kurs vom 1. Januar, nicht dein Kaufkurs: Du nimmst deine Stückzahl mal den ersten Kurs des Jahres. Kaufst du im Juli, zählen Juli bis Dezember, aus dem Beispiel oben werden 560,00 €.

KaufmonatzähltVorabpauschale je 1.000 €
Januar12/1222,40 €
Februar11/1220,53 €
März10/1218,67 €
April9/1216,80 €
Mai8/1214,93 €
Juni7/1213,07 €
Juli6/1211,20 €
August5/129,33 €
September4/127,47 €
Oktober3/125,60 €
November2/123,73 €
Dezember1/121,87 €

Je 1.000 € Wert zum Kurs vom 1. Januar, Basiszins 3,20 %, Wertzuwachs höher als die Pauschale.

Beim Sparplan gilt das für jede einzelne Rate. Der Bestand vom 1. Januar zählt voll, jede Rate des laufenden Jahres nur mit den Monaten ab ihrem Kauf. Den Deckel rechnet das Gesetz je Anteil: Kursanstieg vom ersten bis zum letzten Kurs des Jahres, auch für Anteile, die du erst im Herbst gekauft hast.

Rechenbeispiel Sparplan mit 200 € im Monat, 20.000 € Bestand am 1. Januar

Aktien-ETF, Kurs beim Kauf jeweils wie am 1. Januar gerechnet, Wertzuwachs im Jahr höher als die Pauschale.

Bestand am 1. Januar: 20.000 € × 2,24 %
448,00 €
12 Raten zu 200 €, je Rate 12/12 bis 1/12
+29,12 €
Vorabpauschale für das Jahr
477,12 €
steuerpflichtig nach 30 % Teilfreistellung
333,98 €

Mit freiem Pauschbetrag von 1.000 € fällt darauf keine Steuer an. Wie sich Sparplan und Vorabpauschale über viele Jahre entwickeln, rechnet der ETF-Sparplan-Rechner.

Abbuchung im Januar und Freistellungsauftrag

Die Vorabpauschale für 2026 gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen, so steht es im Schreiben des Finanzministeriums. Ab dann zieht die Bank die Steuer ein. Weil der Zufluss im neuen Jahr liegt, verrechnet sie die Vorabpauschale mit deinem Freistellungsauftrag und Pauschbetrag für 2027, nicht mit dem für 2026.

  • Geld auf dem Verrechnungskonto: Die Vorabpauschale bringt kein Geld, die Steuer muss also von deinem Konto kommen. Die Bank darf sie dort ohne Rückfrage einziehen (§ 44 Abs. 1 Satz 8 EStG).
  • Konto leer: Dann darf die Bank einen eingeräumten Dispo nutzen, wenn du dem nicht vorher widersprochen hast (Satz 9). Sonst meldet sie den Fehlbetrag dem Finanzamt (Satz 10), das die Steuer mit deiner Veranlagung nachfordert, die Abgeltungswirkung entfällt dann (§ 43 Abs. 5 EStG). Fondsanteile verkauft sie dafür nicht.
  • Freistellungsauftrag: Bis zu deinem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, als Ehepaar 2.000 €, verzichtet die Bank auf den Abzug (§ 44a Abs. 1 und 2 EStG). Du kannst ihn auf mehrere Banken verteilen, zusammen aber nicht mehr als den Pauschbetrag.
  • NV-Bescheinigung: Wer insgesamt keine Einkommensteuer zahlt, etwa ein Kind mit eigenem Depot, kann sich vom Finanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung ausstellen lassen. Dann zieht die Bank gar nichts ab.
Freistellungsauftrag dort, wo die Fonds liegen

Die Bank verrechnet die Vorabpauschale nur mit einem Freistellungsauftrag, der bei ihr liegt. Steht er bei einer anderen Bank, zieht sie Steuer ab, die du erst über die Steuererklärung zurückbekommst.

Beim Verkauf wird die Vorabpauschale angerechnet

Doppelt zahlst du nicht: Beim Verkauf zieht die Bank alle Vorabpauschalen, die während deiner Besitzzeit angesetzt wurden, vom Gewinn ab (§ 19 Abs. 1 Satz 3 InvStG). Und zwar in voller Höhe, obwohl sie selbst nur zu 70 % steuerpflichtig waren (Satz 4). Die Bank führt die Vorabpauschalen dafür je Fonds mit und rechnet sie schon beim Steuerabzug ab (§ 43a Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG).

Rechenbeispiel ETF für 50.000 € gekauft, für 80.000 € verkauft
Verkaufserlös minus Kaufpreis
30.000 €
schon versteuerte Vorabpauschalen
−5.000 €
Gewinn fürs Finanzamt
25.000 €
Steuer darauf (30 % Teilfreistellung)
4.615,62 €

Ohne die Anrechnung wären es 5.538,75 €. Pauschbetrag ausgeschöpft, ohne Kirchensteuer.

Die Vorabpauschale verschiebt also Steuer nach vorn, sie erhöht sie nicht. Machst du beim Verkauf Verlust, vergrößern die schon angesetzten Vorabpauschalen diesen Verlust. Die Bank verrechnet ihn mit anderen Kapitalerträgen oder trägt ihn ins nächste Jahr vor, wie das geht, zeigt der Verlustverrechnungs-Rechner.

Ausschüttende Fonds

Schüttet ein Fonds im Jahr etwas aus, wird das vom Basisertrag abgezogen (§ 18 Abs. 1 Satz 1 InvStG). Bei 50.000 € Fondswert und 600 € Ausschüttungen bleiben im Beispiel oben noch 520,00 € Vorabpauschale. Schüttet der Fonds mindestens den Basisertrag aus, fällt keine an. Die Ausschüttungen selbst versteuerst du ganz normal, bei Aktienfonds sind 30 % davon steuerfrei.

Unterm Strich zahlst du bei beiden Varianten über die Jahre ähnlich viel Steuer. Thesaurierende Fonds verschieben mehr davon auf den Verkauf, weil die Vorabpauschale nur einen Teil des Ertrags erfasst. Das bringt einen kleinen Zinseszinsvorteil, solange der Basisertrag unter der tatsächlichen Rendite liegt.

Häufige Fragen

Warum muss ich Steuern zahlen, obwohl ich nichts verkauft habe?
Weil thesaurierende Fonds ihre Erträge nicht auszahlen. Damit trotzdem jedes Jahr etwas besteuert wird, gilt ein pauschaler Mindestertrag als zugeflossen, die Vorabpauschale. Sie zählt zu den Erträgen aus Investmentfonds (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 InvStG). Beim Verkauf wird sie vom Gewinn abgezogen, du zahlst also nicht doppelt, sondern früher.
Muss ich die Vorabpauschale in der Steuererklärung angeben?
Bei einer deutschen Bank nicht: Sie zieht die Steuer ab, damit ist sie abgegolten (§ 43 Abs. 5 EStG). Eintragen lohnt sich, wenn dein Sparer-Pauschbetrag nicht ausgeschöpft wurde, etwa weil der Freistellungsauftrag bei der falschen Bank lag, oder für die Günstigerprüfung (§ 32d Abs. 4 und 6 EStG). Hat die Bank die Steuer mangels Guthaben nicht einziehen können, fordert das Finanzamt sie nach.
Was gilt bei einem Depot im Ausland?
Eine ausländische Bank behält keine deutsche Steuer ein. Die Vorabpauschale musst du dann selbst ausrechnen und in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP-INV (§ 32d Abs. 3 EStG). Dafür brauchst du den Kurs am ersten und letzten Handelstag des Jahres und die Ausschüttungen. Das Finanzamt setzt die Steuer fest.
Lohnt sich die Günstigerprüfung bei der Vorabpauschale?
Nur wenn dein persönlicher Grenzsteuersatz unter 25 % liegt, etwa mit kleiner Rente oder im Studium. Dann rechnet das Finanzamt alle Kapitalerträge mit deinem Tarif, die Teilfreistellung bleibt (§ 32d Abs. 6 EStG). Den Antrag stellst du in der Anlage KAP, er gilt für alle Kapitalerträge des Jahres. Wann er sich lohnt, zeigt der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Wie vermeide ich die Steuer im Kinderdepot?
Kinder haben einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €. Hat ein Kind keine anderen Einkünfte, stellt das Finanzamt auf Antrag eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung aus, für höchstens 3 Jahre (§ 44a Abs. 2 EStG). Dann zieht die Bank gar keine Steuer ab. Steuerfrei bleiben so Kapitalerträge nach Teilfreistellung bis 13.384 € im Jahr: Grundfreibetrag plus Sparer-Pauschbetrag plus Sonderausgaben-Pauschbetrag.
Gilt die Vorabpauschale auch bei Riester, Rürup, Betriebsrente oder fondsgebundener Versicherung?
Nein. In zertifizierten Riester- und Rürup-Verträgen werden Fondserträge gar nicht angesetzt. In der betrieblichen Altersversorgung und in Versicherungsverträgen, etwa einer fondsgebundenen Rentenversicherung, entfällt die Vorabpauschale (§ 16 Abs. 2 InvStG). Besteuert wird dort erst die Auszahlung nach den Regeln des jeweiligen Vertrags.
Was passiert mit den Vorabpauschalen bei einem Depotwechsel?
Bei einem Übertrag zwischen deutschen Banken muss die alte Bank der neuen die Anschaffungsdaten mitteilen (§ 43a Abs. 2 Satz 3 EStG). Prüf danach, ob Kaufkurse und bisherige Vorabpauschalen angekommen sind. Fehlen die Anschaffungsdaten beim Verkauf, nimmt die Bank 30 % des Erlöses als Gewinn an (Satz 7). Zu viel gezahlte Steuer holst du dann mit der Steuererklärung zurück (§ 32d Abs. 4 EStG), die Jahressteuerbescheinigungen mit den Vorabpauschalen hebst du deshalb auf.
Welche ETFs gelten als Aktienfonds?
Fonds, die laut Anlagebedingungen fortlaufend mehr als 50 % in Aktien anlegen (§ 2 Abs. 6 InvStG). Das trifft auf die meisten Aktien-ETFs zu, etwa auf den MSCI World oder den DAX. Mindestens 25 % machen einen Mischfonds (§ 2 Abs. 7). Maßgeblich sind die Anlagebedingungen, nicht der tatsächliche Anteil an einem Stichtag. Hat ein Fonds die Quote tatsächlich durchgehend überschritten, ohne dass es in den Bedingungen steht, kannst du die Teilfreistellung in der Steuererklärung beantragen (§ 20 Abs. 4 InvStG).
Muss ich auf die Vorabpauschale Kirchensteuer zahlen?
Ja, wenn du Mitglied einer Kirche bist. Die Bank kennt das Merkmal vom Bundeszentralamt für Steuern und zieht die Kirchensteuer gleich mit ab. Bei 50.000 € Depotwert und 9 % Kirchensteuer sind es 219,48 € statt 206,78 €, wenn der Pauschbetrag verbraucht ist. Die Kirchensteuer senkt dabei die Abgeltungsteuer etwas, wie das geht, zeigt der Kirchensteuer-Rechner.
Wann gibt es den Basiszins für 2027?
Im Januar 2027. Maßgeblich ist der Zinssatz, den die Bundesbank auf den ersten Börsentag 2027 errechnet, das Bundesfinanzministerium veröffentlicht ihn danach (§ 18 Abs. 4 InvStG). Bis dahin rechnest du mit dem Wert für 2026 oder trägst im Rechner oben einen eigenen Basiszins ein.

Quellen

  1. § 18 InvStG: Vorabpauschale, Kaufjahr, Zufluss, Basiszins gesetze-im-internet.de
  2. § 19 InvStG: Abzug der Vorabpauschalen beim Verkauf gesetze-im-internet.de
  3. § 20 InvStG: Teilfreistellung gesetze-im-internet.de
  4. § 16 InvStG: Investmenterträge, Ausnahmen für Altersvorsorge gesetze-im-internet.de
  5. BMF-Schreiben vom 13.01.2026: Basiszins zum 2. Januar 2026, PDF beim BVI direkt.bvi.de
  6. § 44 EStG: Einzug der Steuer, Fehlbetrag (Abs. 1 Sätze 7 bis 10) gesetze-im-internet.de
  7. § 44a EStG: Freistellungsauftrag, NV-Bescheinigung gesetze-im-internet.de
  8. § 32d EStG: Abgeltungsteuer, Erklärung, Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de

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