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ETF-Kosten im Überblick: was du wofür zahlst
Bei einem ETF zahlst du an zwei Stellen. Die Kosten im Fonds gehen vom Fondsvermögen ab und stecken im Kurs. Die Gebühren deiner Bank für Order und Depot werden vom Verrechnungskonto abgebucht. Beides zusammen entscheidet, was von der Rendite übrig bleibt.
| Kostenart | Wie du zahlst | Wo du sie findest |
|---|---|---|
| Laufende Kosten (TER) | laufend aus dem Fondsvermögen, steckt im Kurs | Basisinformationsblatt, Factsheet |
| Transaktionskosten im Fonds | aus dem Fondsvermögen, wenn der Fonds Wertpapiere kauft oder verkauft | Basisinformationsblatt, eigene Zeile |
| Ordergebühr, Sparplan-Gebühr | bei jedem Kauf und Verkauf vom Verrechnungskonto | Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank, Kosteninformation vor der Order |
| Handelsplatzentgelt | mit der Order, je nach Bank schon in der Ordergebühr enthalten | Wertpapierabrechnung |
| Spread | im Kurs: Du kaufst zum höheren Brief- und verkaufst zum niedrigeren Geldkurs | Ordermaske |
| Depotgebühr | regelmäßig vom Verrechnungskonto, falls deine Bank eine verlangt | Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank |
| Ausgabeaufschlag | einmalig beim Kauf außerhalb der Börse, über die Börse fällt keiner an | Basisinformationsblatt unter „Einstiegskosten“ |
Die ersten beiden Zeilen sind Kosten des Fonds, der Rest kommt von Bank und Börse.
Steuern stehen nicht in dieser Liste. Die Vorabpauschale und die Abgeltungsteuer beim Verkauf hängen von deinem Gewinn ab und gehen ans Finanzamt, nicht an Fonds oder Bank. Wie sie sich auswirken, steht in den Fragen unten.
TER: die laufenden Kosten eines ETF
TER steht für Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote. Sie sagt, wie viel Prozent des Fondsvermögens im vergangenen Geschäftsjahr für den Betrieb des Fonds draufgegangen sind. Für Fonds aus Deutschland beschreibt das Gesetz sie als eine einzige Zahl auf Basis des Vorjahres, im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettoinventarwert und unter dem Namen „laufende Kosten“ als Prozentsatz ausgewiesen (§ 166 Abs. 5 KAGB). Im Factsheet heißt sie meist TER, im Basisinformationsblatt stehen die laufenden Kosten in zwei Zeilen.
Drin stecken laut BaFin die Verwaltungsvergütung für das Fondsmanagement, die Vergütung der Verwahrstelle, die das Fondsvermögen aufbewahrt, und die Aufwendungen für Wirtschafts- und Steuerprüfungen. Die Kosten für Käufe und Verkäufe im Fonds weist das Basisinformationsblatt in einer eigenen Zeile aus. Alles, was deine Bank verlangt, fehlt in der TER.
Jahreskosten eines ETF in Euro
Kosten im Jahr ≈ durchschnittlicher Depotwert × TER
| Depotwert | 0,1 % | 0,2 % | 0,5 % | 1 % | 1,5 % |
|---|---|---|---|---|---|
| 5.000 € | 5 € | 10 € | 25 € | 50 € | 75 € |
| 10.000 € | 10 € | 20 € | 50 € | 100 € | 150 € |
| 25.000 € | 25 € | 50 € | 125 € | 250 € | 375 € |
| 50.000 € | 50 € | 100 € | 250 € | 500 € | 750 € |
| 100.000 € | 100 € | 200 € | 500 € | 1.000 € | 1.500 € |
| 250.000 € | 250 € | 500 € | 1.250 € | 2.500 € | 3.750 € |
Kosten im Jahr nach TER, gerundet. Der Fonds rechnet mit dem durchschnittlichen Wert über das Jahr, steigt dein Depot, zahlst du etwas mehr.
Die TER deines ETF findest du im Basisinformationsblatt und im Factsheet des Anbieters. Vergleiche Fonds auf denselben Index, dann sagt der Unterschied etwas. Ein Welt-ETF und ein Branchen-ETF unterscheiden sich auch im Risiko, ein reiner Kostenvergleich führt da in die Irre.
So wird die Verwaltungsgebühr abgerechnet
Eine Rechnung über die Verwaltungsgebühr bekommst du nicht, und von deinem Konto geht dafür nichts ab. Die laufenden Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt und mindern den Anteilswert (BaFin). ETFs werden täglich bewertet: Der Anteilswert ist das Fondsvermögen abzüglich der Verbindlichkeiten, geteilt durch die Zahl der Anteile (§ 168 Abs. 1 KAGB für Fonds aus Deutschland). Die aufgelaufene Vergütung ist damit schon abgezogen, bevor der Anteilswert feststeht. Du zahlst die TER, indem dein Anteil jeden Tag ein kleines Stück weniger wert ist, als er ohne Kosten wäre. Bei 0,2 % und 10.000 € sind das rund 0,05 € am Tag.
So rechnet der Rechner, hier ohne Sparrate:
- Anteile im Wert von
- 10.000,00 €
- Wertzuwachs vor Kosten (6 %)
- +600,00 €
- Wert ohne Kosten nach einem Jahr
- 10.600,00 €
- Laufende Kosten (0,2 %), aus dem Fondsvermögen
- −21,20 €
- Wert nach Kosten
- 10.578,80 €
Aus 6 % Rendite werden 5,79 %. Der Abstand zum Depot ohne Kosten beträgt 21,20 € und damit etwas mehr als 20 €: Die Gebühr fällt auch auf den Wertzuwachs an, und was entnommen ist, wächst nicht mehr mit.
Wert am Monatsende = Wert am Monatsanfang × (1 + Rendite)1/12 × (1 − TER)1/12 + Sparrate − Gebühr je Ausführung
Der Rechner geht so Monat für Monat durch die Laufzeit. Er nimmt die Kosten wie der Fonds laufend vom wachsenden Vermögen und nicht einmal im Jahr von deinen Einzahlungen.
Die Verwaltungsgebühr in der Kostenaufstellung der Bank
In Euro siehst du die Fondskosten trotzdem, und zwar bei deiner Bank. Sie muss dir alle Kosten zusammengefasst darstellen, damit du die Gesamtkosten und ihre Wirkung auf die Rendite verstehst: vor der Order und danach regelmäßig, mindestens einmal im Jahr (§ 63 Abs. 7 WpHG). Dazu gehören die Kosten der Finanzinstrumente, also auch die laufenden Kosten deines ETF, jeweils als Geldbetrag und als Prozentsatz (Art. 50 Abs. 2 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565).
Die Euro-Beträge für Verwaltung und Transaktionen des Fonds in der jährlichen Kostenaufstellung wurden nicht zusätzlich abgebucht. Sie zeigen, was im Kurs schon enthalten war. Vom Konto abgegangen sind nur die Posten der Bank, etwa Order- und Depotgebühren.
Was laufende Kosten über 10, 20 und 30 Jahre ausmachen
Kosten wirken wie Zinseszins in die falsche Richtung. Was der Fonds entnimmt, fehlt dir samt der Rendite, die es noch gebracht hätte. Deshalb wächst der Abstand schneller als die Laufzeit: Bei 0,5 % TER fehlen nach 10 Jahren 3,1 % des Endkapitals, nach 30 Jahren 9,6 %.
| TER im Jahr | nach 10 Jahren | nach 20 Jahren | nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| 0,1 % | 619 € (0,6 %) | 3.306 € (1,3 %) | 10.916 € (2 %) |
| 0,2 % | 1.234 € (1,2 %) | 6.564 € (2,5 %) | 21.587 € (4 %) |
| 0,5 % | 3.053 € (3,1 %) | 16.058 € (6,2 %) | 52.188 € (9,6 %) |
| 1 % | 6.004 € (6,1 %) | 30.992 € (12 %) | 98.801 € (18,1 %) |
| 1,5 % | 8.855 € (8,9 %) | 44.882 € (17,3 %) | 140.454 € (25,8 %) |
| 2 % | 11.610 € (11,7 %) | 57.803 € (22,3 %) | 177.693 € (32,6 %) |
| Depot ohne Kosten | 99.145 € | 258.791 € | 544.691 € |
| eingezahlt | 70.000 € | 130.000 € | 190.000 € |
Kosten = Abstand zum gleichen Depot ganz ohne Kosten, also die entnommenen Gebühren plus die Rendite, die sie nicht mehr bringen. In Klammern der Anteil am Depot ohne Kosten. 10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 % Rendite vor Kosten, ohne Steuern und Bankgebühren.
Nach 30 Jahren stehen bei 0,2 % TER 523.105 € im Depot, bei 1,5 % sind es 404.237 €. Ein Fonds mit 1 % Kosten im Jahr hat nach 30 Jahren 18,1 % weniger als ein Depot ohne Kosten. Den Unterschied für deine eigenen Zahlen zeigt der Rechner oben, was nach Steuern bleibt, der ETF-Sparplan-Rechner.
Basisinformationsblatt: laufende Kosten, Transaktionskosten, Gesamtkosten
Für jeden ETF gibt es ein Basisinformationsblatt nach der EU-Verordnung über Basisinformationsblätter, kurz PRIIPs. Im Abschnitt „Welche Kosten entstehen?“ müssen die direkten und indirekten Kosten stehen, einmalige und laufende, zusammengefasst als Gesamtkosten in Euro und in Prozent (Art. 8 Abs. 3 Buchst. f PRIIPs-Verordnung). Wie die Tabellen aussehen, schreibt Anhang VII der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653 vor:
| Zeile im Blatt | Was drinsteht |
|---|---|
| Kosten insgesamt | alle Kosten des Fonds in Euro für 10.000 € Anlage, wenn du nach einem Jahr oder nach der empfohlenen Haltedauer aussteigst |
| Jährliche Auswirkungen der Kosten | dieselben Kosten als Prozent pro Jahr |
| Einstiegskosten, Ausstiegskosten | einmalige Kosten beim Kauf und Verkauf, etwa ein Ausgabeaufschlag |
| Verwaltungsgebühren und sonstige Verwaltungs- oder Betriebskosten | Prozent des Anlagewerts pro Jahr, geschätzt aus den tatsächlichen Kosten des letzten Jahres; meist dieselbe Zahl wie die TER im Factsheet |
| Transaktionskosten | geschätzte Kosten für Käufe und Verkäufe im Fonds, Prozent pro Jahr |
| Erfolgsgebühren | nur bei Fonds, die eine erfolgsabhängige Vergütung vereinbart haben |
Die ersten beiden Zeilen stehen unter „Kosten im Zeitverlauf“, die übrigen unter „Zusammensetzung der Kosten“.
Für den Vergleich zweier ETFs zählen hier die jährlichen Auswirkungen der Kosten, weil darin Verwaltung und Transaktionen des Fonds zusammen stecken. Für das erste Jahr rechnet die Tabelle mit 0 % Rendite, für längere Zeiträume mit dem mittleren Szenario. Die Gebühren deiner Bank fehlen. Darauf weist das Blatt mit einem vorgeschriebenen Satz hin: Wer dir das Produkt verkauft oder dich berät, kann weitere Kosten berechnen.
Kosteninformation der Bank: die Gesamtkosten für deinen Betrag
Die Bankgebühren stehen in der Ex-ante-Kosteninformation, die du vor dem Kauf eines ETF bekommst, mit oder ohne Beratung (BaFin). Sie fasst die Kosten der Dienstleistung, etwa die Ordergebühr, und die Kosten des ETF für deinen Betrag zusammen (§ 63 Abs. 7 Satz 3 Nr. 2 und Satz 4 WpHG). Eine Aufstellung nach einzelnen Posten bekommst du auf Verlangen (Satz 5).
| Regel | Vorgabe | Grundlage |
|---|---|---|
| Basisinformationsblatt für ETFs und andere OGAW-Fonds | seit 1. Januar 2023 | Art. 32 Abs. 1 PRIIPs-Verordnung |
| Umfang | höchstens 3 Seiten A4 | Art. 6 Abs. 4 PRIIPs-Verordnung |
| Wann du es bekommst | rechtzeitig vor dem Kauf | Art. 13 Abs. 1 PRIIPs-Verordnung |
| Anlagebetrag in der Kostentabelle | 10.000 € | Anhang VII VO (EU) 2017/653 |
| Überprüfung durch den Anbieter | mindestens alle 12 Monate | Art. 15 Abs. 1 VO (EU) 2017/653 |
| Kosteninformation deiner Bank | vor der Order und mindestens jährlich | § 63 Abs. 7 WpHG |
Tracking Difference: wie weit der ETF hinter dem Index liegt
Die TER sagt, was der Fonds im Vorjahr an laufenden Kosten hatte. Was dir am Ende wirklich fehlt, zeigt die Tracking Difference: die Differenz zwischen der Jahresrendite des ETF und der seines Index. So definiert sie die europäische Wertpapieraufsicht ESMA in ihren Leitlinien für ETFs. Davon zu unterscheiden ist der Tracking Error, die Schwankung dieser Differenz.
Theoretisch entspricht die Tracking Difference etwa den laufenden Kosten, in der Praxis liegt sie mal darüber, mal darunter. Die Verbraucherzentralen nennen dafür diese Gründe:
- Steuern im Fonds: Der Index rechnet Dividenden mit einem angenommenen Steuerabzug, der Fonds zahlt tatsächlich mehr oder weniger.
- Bargeld im Fonds, etwa nach Dividendenzahlungen. Bei steigenden Kursen bremst es.
- Wertpapierleihe: Verleiht der Fonds Aktien, sollen die Erträge abzüglich der Kosten an den Fonds fließen (ESMA-Leitlinien Nr. 29).
- Indexanpassungen: Tauscht der Index Aktien aus, kann der Fonds nicht auf die Sekunde mitziehen.
Die Tracking Difference eines Jahres steht im Jahresbericht des Fonds, er soll sie nach den ESMA-Leitlinien angeben und erklären (Nr. 11). Einfacher geht es über das Factsheet: Vergleiche die Rendite des Fonds mit der des Index für die letzten Kalenderjahre, beide in derselben Währung.
Zwei ETFs auf denselben Index, beide mit 0,2 % TER. 10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 % Indexrendite, 30 Jahre.
- ETF A, liegt im Schnitt 0,1 % hinter dem Index
- 533.776 €
- ETF B, liegt im Schnitt 0,35 % hinter dem Index
- 507.544 €
- Unterschied nach 30 Jahren
- 26.231 €
Die Tracking Difference schwankt von Jahr zu Jahr, ein Schnitt über mehrere Jahre sagt mehr als ein einzelnes. Kennst du ihn, trag ihn im Rechner oben statt der TER ein.
ETF-Gebühren beim Kauf: Ordergebühr, Sparplan und Spread
Für eine Order verlangt deine Bank je nach Preismodell nichts, einen festen Betrag, einen Prozentsatz oder beides. Die Verbraucherzentralen nennen für den Kauf von ETFs je nach Direktbank oder Broker in der Regel 0 bis 1 % der Anlagesumme (Stand 12. März 2026). Die aktuellen Preise stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank und vor jeder Order in der Kosteninformation.
Gebühr je Sparplan-Ausführung
Manche Banken führen ETF-Sparpläne ohne Gebühr aus, andere verlangen einen festen Betrag oder einen Prozentsatz je Ausführung. Bei 1,50 € pro Monat fehlen nach 25 Jahren rund 984 €, weil jeder Euro Gebühr nicht mehr mitwächst (10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 %, 0,2 % TER). Bei kleinen Raten fällt eine feste Gebühr stärker ins Gewicht:
| Sparrate | 1,50 € Gebühr entsprechen |
|---|---|
| 25 € | 6 % |
| 50 € | 3 % |
| 100 € | 1,5 % |
| 250 € | 0,6 % |
| 500 € | 0,3 % |
Anteil der Gebühr an jeder einzelnen Einzahlung.
Eine prozentuale Gebühr trifft jede Rate gleich. Mit 1 % je Ausführung, dem oberen Ende der Spanne der Verbraucherzentralen, kosten 200 € im Monat über 30 Jahre 1.876 € Endkapital (6 % Rendite, 0,2 % TER).
Spread: der Preis im Kurs
An der Börse gibt es zwei Kurse. Zum höheren Briefkurs kaufst du, zum niedrigeren Geldkurs verkaufst du, die Spanne dazwischen ist der Spread. Die Kurse stellen Market Maker, die dafür sorgen sollen, dass der Börsenpreis dem Wert der Anteile folgt (BaFin). Kannst du die Anteile nicht direkt an den Fonds zurückgeben, sehen die ESMA-Leitlinien einen Warnhinweis vor: An der Börse zahlst du beim Kauf unter Umständen mehr als den aktuellen Nettoinventarwert und bekommst beim Verkauf weniger (Nr. 21 und 22).
Angenommen, der Spread beträgt 0,1 %: Dann zahlst du beim Kauf für 10.000 € gegenüber dem Mittelkurs etwa 5 € drauf und bekommst beim Verkauf noch einmal so viel weniger. Sieh dir Geld- und Briefkurs vor der Order an und setz bei größeren Beträgen ein Limit, damit die Order nicht zu einem schlechten Kurs ausgeführt wird. Wo der Anbieter einen indikativen Nettoinventarwert veröffentlicht, kannst du den Börsenkurs daran messen (ESMA-Leitlinien Nr. 17).
Depotgebühren und Depotwechsel
Manche Banken führen das Depot kostenlos, andere verlangen eine feste Gebühr im Jahr oder einen Prozentsatz vom Depotwert. Eine prozentuale Depotgebühr wirkt wie eine höhere TER. Angenommen, deine Bank nimmt 0,1 % des Depotwerts im Jahr: Zusammen mit 0,2 % TER fehlen nach 30 Jahren 10.432 € gegenüber einem kostenlosen Depot (10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 %).
Ist dir das Depot zu teuer, zieh mit deinen ETFs um. Verkaufen musst du dafür nichts. Für den Übertrag in ein anderes Depot darf die Bank kein Entgelt verlangen, Klauseln, die dafür Geld fordern, sind unwirksam (BGH, Urteil vom 30. November 2004, XI ZR 200/03). Die alte Bank muss der neuen die Anschaffungsdaten mitteilen (§ 43a Abs. 2 Satz 3 EStG). Fehlen sie, nimmt die Bank beim Verkauf 30 % des Erlöses als Gewinn an (Satz 7). Das korrigierst du über die Steuererklärung.
Was ein aktiver Fonds leisten muss
Höhere Kosten muss ein Fonds durch bessere Ergebnisse wieder hereinholen. Mit 1,5 % laufenden Kosten braucht er jedes Jahr 1,4 Prozentpunkte mehr Rendite vor Kosten als ein ETF mit 0,2 %, nur um nach 25 Jahren gleichauf zu liegen. Bei 2 % Kosten sind es 1,95 Prozentpunkte, Jahr für Jahr.
Beim Kauf über die Bank kommt bei aktiven Fonds meist ein Ausgabeaufschlag dazu. Die Verbraucherzentralen nennen in der Regel 5 % Aufschlag und im Schnitt gut 1,5 % Verwaltungsgebühr im Jahr (Stand 12. März 2026).
10.000 € Start und 500 € im Monat, 6 % Rendite vor Kosten, 25 Jahre. Der Aufschlag kommt auf den Anteilswert obendrauf (§ 71 Abs. 2 KAGB): Von 500 € kommen 476,19 € im Fonds an.
- ETF-Sparplan, 0,2 % TER, ohne Gebühren
- 368.739 €
- Fondssparplan, 1,5 % laufende Kosten, 5 % Ausgabeaufschlag
- 284.615 €
- Mehr im ETF nach 25 Jahren
- 84.124 €
Um mit dem ETF gleichzuziehen, müsste der aktive Fonds jedes Jahr 1,72 Prozentpunkte mehr Rendite vor Kosten erzielen. Ob ein Fondsmanager das schafft, weißt du vorher nicht.
Wer sich für einen aktiven Fonds entscheidet, sollte das bewusst tun, etwa für eine bestimmte Strategie, und die Kosten vorher im Basisinformationsblatt nachlesen.
Lohnt der Wechsel in einen günstigeren ETF?
Ein günstigerer ETF spart jedes Jahr Kosten. Wer dafür den alten verkauft, zahlt aber sofort Steuer auf die aufgelaufenen Gewinne. Die fiele beim späteren Verkauf zwar ohnehin an, doch ab jetzt fehlt das Geld im Depot und bringt keine Rendite mehr:
- Steuer beim Verkauf auf 20.000 € Gewinn
- 3.693 €
- Kosten im Jahr, alter ETF (0,5 % von 50.000 €)
- 250 €
- Kosten im Jahr, neuer ETF (0,2 % vom Rest nach Steuer)
- 93 €
- Ersparnis an Kosten im Jahr
- 157 €
- Entgangene Rendite auf die gezahlte Steuer (6 %)
- −222 €
- Unterm Strich im Jahr
- −64 €
Grobe Rechnung mit 6 % Rendite, Teilfreistellung 30 % und ausgeschöpftem Pauschbetrag. Mit kleinerem Gewinn oder größerem Kostenunterschied kann der Wechsel sich lohnen.
Meist besser: Den alten ETF behalten und nur den Sparplan auf den günstigeren umstellen. So fallen keine Steuern an, und alles Neue läuft zu niedrigeren Kosten. Verkaufen lohnt sich eher, wenn der Gewinn klein ist oder der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € noch frei ist.
Häufige Fragen
Kann ich ETF-Kosten von der Steuer absetzen?
Gibt es bei ETFs einen Ausgabeaufschlag?
Ist ein physischer oder ein synthetischer ETF günstiger?
Zählt die Vorabpauschale zu den Kosten?
Was passiert, wenn ein ETF geschlossen oder zusammengelegt wird?
Wie aktuell sind die Kostenangaben im Basisinformationsblatt?
Warum zeigt meine Kostenaufstellung andere Beträge als TER mal Depotwert?
Was kostet der Verkauf eines ETF?
Quellen
- BaFin: ETFs im Überblick: Market Maker, Kauf ohne Ausgabeaufschlag, Ex-ante-Kosteninformation bafin.de
- BaFin: Wertpapierfonds: laufende Kosten aus dem Fondsvermögen, Verwaltungsvergütung, Transaktionskosten bafin.de
- Verbraucherzentrale: ETF-Kauf: Kaufkosten, Ausgabeaufschlag, Tracking Differenz, Fondsvolumen (Stand 12. März 2026) verbraucherzentrale.de
- PRIIPs-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014: Basisinformationsblatt, Art. 6, 8, 13 und 32 eur-lex.europa.eu
- Delegierte Verordnung (EU) 2017/653: Kostentabellen im Basisinformationsblatt (Anhang VII), Überprüfung (Art. 15) eur-lex.europa.eu
- § 63 WpHG: Kosteninformation der Bank vor der Order und jährlich gesetze-im-internet.de
- Delegierte Verordnung (EU) 2017/565, Art. 50: Ex-ante- und Ex-post-Kosteninformation eur-lex.europa.eu
- § 166 KAGB: Gesamtkostenquote als „laufende Kosten“ gesetze-im-internet.de
- § 168 KAGB: Nettoinventarwert je Anteil gesetze-im-internet.de
- ESMA-Leitlinien zu ETF und anderen OGAW-Themen: Tracking Difference im Jahresbericht (Nr. 11), Erträge aus Wertpapierleihe (Nr. 29) esma.europa.eu
- § 20 EStG: Gewinn bei Veräußerung, Sparer-Pauschbetrag gesetze-im-internet.de
- Investmentsteuergesetz: § 2 Abs. 13, § 19, § 20 und § 23 InvStG gesetze-im-internet.de
- BGH, Urteil vom 30. November 2004, XI ZR 200/03: kein Entgelt für den Depotübertrag lexetius.com
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