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ETF-Kosten-Rechner

Ein ETF kostet laufend die TER: Die Fondsgesellschaft nimmt sie aus dem Fondsvermögen, auf deinem Konto taucht sie nie auf. Bei 0,2 % sind das 20 € im Jahr je 10.000 € im Depot. Dazu kommen die Gebühren deiner Bank für Order und Depot und an der Börse der Spread. Über 25 Jahre mit 500 € Sparrate und 10.000 € Start machen 1,5 % statt 0,2 % TER bei 6 % Rendite vor Kosten 69.893 € aus: 368.739 € gegen 298.846 €.

Stand: So werden die Rechner geprüft

ETF-Kosten-Rechner

Fonds A bringt nach 25 Jahren mehr

69.893 €

Fonds A 368.739 € · Fonds B 298.846 € · eingezahlt 160.000 €

Bei 0,2 % statt 1,5 % laufenden Kosten liegt das Depot am Ende um 69.893 € höher, das sind 18,95 % des höheren Endkapitals.

Fonds A
368.739 €
Fonds B
298.846 €
Ganz ohne Kosten
381.063 €

Kosten wirken wie eine niedrigere Rendite: Was der Fonds jedes Jahr an Kosten entnimmt, fehlt dir samt Zinseszins bis zum Ende. Deshalb wächst der Unterschied mit der Laufzeit überproportional.

Auf dieser Seite
  1. ETF-Kosten im Überblick
  2. TER und Jahreskosten
  3. Abrechnung der Verwaltungsgebühr
  4. Kosten über 10, 20 und 30 Jahre
  5. Basisinformationsblatt
  6. Tracking Difference
  7. Ordergebühr, Sparplan, Spread
  8. Depotgebühr und Depotwechsel
  9. Aktive Fonds
  10. Wechsel in einen günstigeren ETF
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

ETF-Kosten im Überblick: was du wofür zahlst

Bei einem ETF zahlst du an zwei Stellen. Die Kosten im Fonds gehen vom Fondsvermögen ab und stecken im Kurs. Die Gebühren deiner Bank für Order und Depot werden vom Verrechnungskonto abgebucht. Beides zusammen entscheidet, was von der Rendite übrig bleibt.

KostenartWie du zahlstWo du sie findest
Laufende Kosten (TER)laufend aus dem Fondsvermögen, steckt im KursBasisinformationsblatt, Factsheet
Transaktionskosten im Fondsaus dem Fondsvermögen, wenn der Fonds Wertpapiere kauft oder verkauftBasisinformationsblatt, eigene Zeile
Ordergebühr, Sparplan-Gebührbei jedem Kauf und Verkauf vom VerrechnungskontoPreis- und Leistungsverzeichnis der Bank, Kosteninformation vor der Order
Handelsplatzentgeltmit der Order, je nach Bank schon in der Ordergebühr enthaltenWertpapierabrechnung
Spreadim Kurs: Du kaufst zum höheren Brief- und verkaufst zum niedrigeren GeldkursOrdermaske
Depotgebührregelmäßig vom Verrechnungskonto, falls deine Bank eine verlangtPreis- und Leistungsverzeichnis der Bank
Ausgabeaufschlageinmalig beim Kauf außerhalb der Börse, über die Börse fällt keiner anBasisinformationsblatt unter „Einstiegskosten“

Die ersten beiden Zeilen sind Kosten des Fonds, der Rest kommt von Bank und Börse.

Steuern stehen nicht in dieser Liste. Die Vorabpauschale und die Abgeltungsteuer beim Verkauf hängen von deinem Gewinn ab und gehen ans Finanzamt, nicht an Fonds oder Bank. Wie sie sich auswirken, steht in den Fragen unten.

TER: die laufenden Kosten eines ETF

TER steht für Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote. Sie sagt, wie viel Prozent des Fondsvermögens im vergangenen Geschäftsjahr für den Betrieb des Fonds draufgegangen sind. Für Fonds aus Deutschland beschreibt das Gesetz sie als eine einzige Zahl auf Basis des Vorjahres, im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettoinventarwert und unter dem Namen „laufende Kosten“ als Prozentsatz ausgewiesen (§ 166 Abs. 5 KAGB). Im Factsheet heißt sie meist TER, im Basisinformationsblatt stehen die laufenden Kosten in zwei Zeilen.

Drin stecken laut BaFin die Verwaltungsvergütung für das Fondsmanagement, die Vergütung der Verwahrstelle, die das Fondsvermögen aufbewahrt, und die Aufwendungen für Wirtschafts- und Steuerprüfungen. Die Kosten für Käufe und Verkäufe im Fonds weist das Basisinformationsblatt in einer eigenen Zeile aus. Alles, was deine Bank verlangt, fehlt in der TER.

Jahreskosten eines ETF in Euro

Kosten im Jahr ≈ durchschnittlicher Depotwert × TER

Depotwert0,1 %0,2 %0,5 %1 %1,5 %
5.000 €5 €10 €25 €50 €75 €
10.000 €10 €20 €50 €100 €150 €
25.000 €25 €50 €125 €250 €375 €
50.000 €50 €100 €250 €500 €750 €
100.000 €100 €200 €500 €1.000 €1.500 €
250.000 €250 €500 €1.250 €2.500 €3.750 €

Kosten im Jahr nach TER, gerundet. Der Fonds rechnet mit dem durchschnittlichen Wert über das Jahr, steigt dein Depot, zahlst du etwas mehr.

Die TER deines ETF findest du im Basisinformationsblatt und im Factsheet des Anbieters. Vergleiche Fonds auf denselben Index, dann sagt der Unterschied etwas. Ein Welt-ETF und ein Branchen-ETF unterscheiden sich auch im Risiko, ein reiner Kostenvergleich führt da in die Irre.

So wird die Verwaltungsgebühr abgerechnet

Eine Rechnung über die Verwaltungsgebühr bekommst du nicht, und von deinem Konto geht dafür nichts ab. Die laufenden Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt und mindern den Anteilswert (BaFin). ETFs werden täglich bewertet: Der Anteilswert ist das Fondsvermögen abzüglich der Verbindlichkeiten, geteilt durch die Zahl der Anteile (§ 168 Abs. 1 KAGB für Fonds aus Deutschland). Die aufgelaufene Vergütung ist damit schon abgezogen, bevor der Anteilswert feststeht. Du zahlst die TER, indem dein Anteil jeden Tag ein kleines Stück weniger wert ist, als er ohne Kosten wäre. Bei 0,2 % und 10.000 € sind das rund 0,05 € am Tag.

Rechenweg 10.000 € im ETF, 6 % Rendite vor Kosten, 0,2 % TER, ein Jahr

So rechnet der Rechner, hier ohne Sparrate:

Anteile im Wert von
10.000,00 €
Wertzuwachs vor Kosten (6 %)
+600,00 €
Wert ohne Kosten nach einem Jahr
10.600,00 €
Laufende Kosten (0,2 %), aus dem Fondsvermögen
−21,20 €
Wert nach Kosten
10.578,80 €

Aus 6 % Rendite werden 5,79 %. Der Abstand zum Depot ohne Kosten beträgt 21,20 € und damit etwas mehr als 20 €: Die Gebühr fällt auch auf den Wertzuwachs an, und was entnommen ist, wächst nicht mehr mit.

Wert am Monatsende = Wert am Monatsanfang × (1 + Rendite)1/12 × (1 − TER)1/12 + Sparrate − Gebühr je Ausführung

Der Rechner geht so Monat für Monat durch die Laufzeit. Er nimmt die Kosten wie der Fonds laufend vom wachsenden Vermögen und nicht einmal im Jahr von deinen Einzahlungen.

Die Verwaltungsgebühr in der Kostenaufstellung der Bank

In Euro siehst du die Fondskosten trotzdem, und zwar bei deiner Bank. Sie muss dir alle Kosten zusammengefasst darstellen, damit du die Gesamtkosten und ihre Wirkung auf die Rendite verstehst: vor der Order und danach regelmäßig, mindestens einmal im Jahr (§ 63 Abs. 7 WpHG). Dazu gehören die Kosten der Finanzinstrumente, also auch die laufenden Kosten deines ETF, jeweils als Geldbetrag und als Prozentsatz (Art. 50 Abs. 2 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565).

Nicht doppelt bezahlt

Die Euro-Beträge für Verwaltung und Transaktionen des Fonds in der jährlichen Kostenaufstellung wurden nicht zusätzlich abgebucht. Sie zeigen, was im Kurs schon enthalten war. Vom Konto abgegangen sind nur die Posten der Bank, etwa Order- und Depotgebühren.

Was laufende Kosten über 10, 20 und 30 Jahre ausmachen

Kosten wirken wie Zinseszins in die falsche Richtung. Was der Fonds entnimmt, fehlt dir samt der Rendite, die es noch gebracht hätte. Deshalb wächst der Abstand schneller als die Laufzeit: Bei 0,5 % TER fehlen nach 10 Jahren 3,1 % des Endkapitals, nach 30 Jahren 9,6 %.

TER im Jahrnach 10 Jahrennach 20 Jahrennach 30 Jahren
0,1 %619 € (0,6 %)3.306 € (1,3 %)10.916 € (2 %)
0,2 %1.234 € (1,2 %)6.564 € (2,5 %)21.587 € (4 %)
0,5 %3.053 € (3,1 %)16.058 € (6,2 %)52.188 € (9,6 %)
1 %6.004 € (6,1 %)30.992 € (12 %)98.801 € (18,1 %)
1,5 %8.855 € (8,9 %)44.882 € (17,3 %)140.454 € (25,8 %)
2 %11.610 € (11,7 %)57.803 € (22,3 %)177.693 € (32,6 %)
Depot ohne Kosten99.145 €258.791 €544.691 €
eingezahlt70.000 €130.000 €190.000 €

Kosten = Abstand zum gleichen Depot ganz ohne Kosten, also die entnommenen Gebühren plus die Rendite, die sie nicht mehr bringen. In Klammern der Anteil am Depot ohne Kosten. 10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 % Rendite vor Kosten, ohne Steuern und Bankgebühren.

Nach 30 Jahren stehen bei 0,2 % TER 523.105 € im Depot, bei 1,5 % sind es 404.237 €. Ein Fonds mit 1 % Kosten im Jahr hat nach 30 Jahren 18,1 % weniger als ein Depot ohne Kosten. Den Unterschied für deine eigenen Zahlen zeigt der Rechner oben, was nach Steuern bleibt, der ETF-Sparplan-Rechner.

Basisinformationsblatt: laufende Kosten, Transaktionskosten, Gesamtkosten

Für jeden ETF gibt es ein Basisinformationsblatt nach der EU-Verordnung über Basisinformationsblätter, kurz PRIIPs. Im Abschnitt „Welche Kosten entstehen?“ müssen die direkten und indirekten Kosten stehen, einmalige und laufende, zusammengefasst als Gesamtkosten in Euro und in Prozent (Art. 8 Abs. 3 Buchst. f PRIIPs-Verordnung). Wie die Tabellen aussehen, schreibt Anhang VII der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653 vor:

Zeile im BlattWas drinsteht
Kosten insgesamtalle Kosten des Fonds in Euro für 10.000 € Anlage, wenn du nach einem Jahr oder nach der empfohlenen Haltedauer aussteigst
Jährliche Auswirkungen der Kostendieselben Kosten als Prozent pro Jahr
Einstiegskosten, Ausstiegskosteneinmalige Kosten beim Kauf und Verkauf, etwa ein Ausgabeaufschlag
Verwaltungsgebühren und sonstige Verwaltungs- oder BetriebskostenProzent des Anlagewerts pro Jahr, geschätzt aus den tatsächlichen Kosten des letzten Jahres; meist dieselbe Zahl wie die TER im Factsheet
Transaktionskostengeschätzte Kosten für Käufe und Verkäufe im Fonds, Prozent pro Jahr
Erfolgsgebührennur bei Fonds, die eine erfolgsabhängige Vergütung vereinbart haben

Die ersten beiden Zeilen stehen unter „Kosten im Zeitverlauf“, die übrigen unter „Zusammensetzung der Kosten“.

Für den Vergleich zweier ETFs zählen hier die jährlichen Auswirkungen der Kosten, weil darin Verwaltung und Transaktionen des Fonds zusammen stecken. Für das erste Jahr rechnet die Tabelle mit 0 % Rendite, für längere Zeiträume mit dem mittleren Szenario. Die Gebühren deiner Bank fehlen. Darauf weist das Blatt mit einem vorgeschriebenen Satz hin: Wer dir das Produkt verkauft oder dich berät, kann weitere Kosten berechnen.

Kosteninformation der Bank: die Gesamtkosten für deinen Betrag

Die Bankgebühren stehen in der Ex-ante-Kosteninformation, die du vor dem Kauf eines ETF bekommst, mit oder ohne Beratung (BaFin). Sie fasst die Kosten der Dienstleistung, etwa die Ordergebühr, und die Kosten des ETF für deinen Betrag zusammen (§ 63 Abs. 7 Satz 3 Nr. 2 und Satz 4 WpHG). Eine Aufstellung nach einzelnen Posten bekommst du auf Verlangen (Satz 5).

RegelVorgabeGrundlage
Basisinformationsblatt für ETFs und andere OGAW-Fondsseit 1. Januar 2023Art. 32 Abs. 1 PRIIPs-Verordnung
Umfanghöchstens 3 Seiten A4Art. 6 Abs. 4 PRIIPs-Verordnung
Wann du es bekommstrechtzeitig vor dem KaufArt. 13 Abs. 1 PRIIPs-Verordnung
Anlagebetrag in der Kostentabelle10.000 €Anhang VII VO (EU) 2017/653
Überprüfung durch den Anbietermindestens alle 12 MonateArt. 15 Abs. 1 VO (EU) 2017/653
Kosteninformation deiner Bankvor der Order und mindestens jährlich§ 63 Abs. 7 WpHG

Tracking Difference: wie weit der ETF hinter dem Index liegt

Die TER sagt, was der Fonds im Vorjahr an laufenden Kosten hatte. Was dir am Ende wirklich fehlt, zeigt die Tracking Difference: die Differenz zwischen der Jahresrendite des ETF und der seines Index. So definiert sie die europäische Wertpapieraufsicht ESMA in ihren Leitlinien für ETFs. Davon zu unterscheiden ist der Tracking Error, die Schwankung dieser Differenz.

Theoretisch entspricht die Tracking Difference etwa den laufenden Kosten, in der Praxis liegt sie mal darüber, mal darunter. Die Verbraucherzentralen nennen dafür diese Gründe:

  • Steuern im Fonds: Der Index rechnet Dividenden mit einem angenommenen Steuerabzug, der Fonds zahlt tatsächlich mehr oder weniger.
  • Bargeld im Fonds, etwa nach Dividendenzahlungen. Bei steigenden Kursen bremst es.
  • Wertpapierleihe: Verleiht der Fonds Aktien, sollen die Erträge abzüglich der Kosten an den Fonds fließen (ESMA-Leitlinien Nr. 29).
  • Indexanpassungen: Tauscht der Index Aktien aus, kann der Fonds nicht auf die Sekunde mitziehen.

Die Tracking Difference eines Jahres steht im Jahresbericht des Fonds, er soll sie nach den ESMA-Leitlinien angeben und erklären (Nr. 11). Einfacher geht es über das Factsheet: Vergleiche die Rendite des Fonds mit der des Index für die letzten Kalenderjahre, beide in derselben Währung.

Rechenbeispiel Gleiche TER, unterschiedliche Tracking Difference

Zwei ETFs auf denselben Index, beide mit 0,2 % TER. 10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 % Indexrendite, 30 Jahre.

ETF A, liegt im Schnitt 0,1 % hinter dem Index
533.776 €
ETF B, liegt im Schnitt 0,35 % hinter dem Index
507.544 €
Unterschied nach 30 Jahren
26.231 €

Die Tracking Difference schwankt von Jahr zu Jahr, ein Schnitt über mehrere Jahre sagt mehr als ein einzelnes. Kennst du ihn, trag ihn im Rechner oben statt der TER ein.

ETF-Gebühren beim Kauf: Ordergebühr, Sparplan und Spread

Für eine Order verlangt deine Bank je nach Preismodell nichts, einen festen Betrag, einen Prozentsatz oder beides. Die Verbraucherzentralen nennen für den Kauf von ETFs je nach Direktbank oder Broker in der Regel 0 bis 1 % der Anlagesumme (Stand 12. März 2026). Die aktuellen Preise stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank und vor jeder Order in der Kosteninformation.

Gebühr je Sparplan-Ausführung

Manche Banken führen ETF-Sparpläne ohne Gebühr aus, andere verlangen einen festen Betrag oder einen Prozentsatz je Ausführung. Bei 1,50 € pro Monat fehlen nach 25 Jahren rund 984 €, weil jeder Euro Gebühr nicht mehr mitwächst (10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 %, 0,2 % TER). Bei kleinen Raten fällt eine feste Gebühr stärker ins Gewicht:

Sparrate1,50 € Gebühr entsprechen
25 €6 %
50 €3 %
100 €1,5 %
250 €0,6 %
500 €0,3 %

Anteil der Gebühr an jeder einzelnen Einzahlung.

Eine prozentuale Gebühr trifft jede Rate gleich. Mit 1 % je Ausführung, dem oberen Ende der Spanne der Verbraucherzentralen, kosten 200 € im Monat über 30 Jahre 1.876 € Endkapital (6 % Rendite, 0,2 % TER).

Spread: der Preis im Kurs

An der Börse gibt es zwei Kurse. Zum höheren Briefkurs kaufst du, zum niedrigeren Geldkurs verkaufst du, die Spanne dazwischen ist der Spread. Die Kurse stellen Market Maker, die dafür sorgen sollen, dass der Börsenpreis dem Wert der Anteile folgt (BaFin). Kannst du die Anteile nicht direkt an den Fonds zurückgeben, sehen die ESMA-Leitlinien einen Warnhinweis vor: An der Börse zahlst du beim Kauf unter Umständen mehr als den aktuellen Nettoinventarwert und bekommst beim Verkauf weniger (Nr. 21 und 22).

Angenommen, der Spread beträgt 0,1 %: Dann zahlst du beim Kauf für 10.000 € gegenüber dem Mittelkurs etwa 5 € drauf und bekommst beim Verkauf noch einmal so viel weniger. Sieh dir Geld- und Briefkurs vor der Order an und setz bei größeren Beträgen ein Limit, damit die Order nicht zu einem schlechten Kurs ausgeführt wird. Wo der Anbieter einen indikativen Nettoinventarwert veröffentlicht, kannst du den Börsenkurs daran messen (ESMA-Leitlinien Nr. 17).

Depotgebühren und Depotwechsel

Manche Banken führen das Depot kostenlos, andere verlangen eine feste Gebühr im Jahr oder einen Prozentsatz vom Depotwert. Eine prozentuale Depotgebühr wirkt wie eine höhere TER. Angenommen, deine Bank nimmt 0,1 % des Depotwerts im Jahr: Zusammen mit 0,2 % TER fehlen nach 30 Jahren 10.432 € gegenüber einem kostenlosen Depot (10.000 € Start, 500 € im Monat, 6 %).

Ist dir das Depot zu teuer, zieh mit deinen ETFs um. Verkaufen musst du dafür nichts. Für den Übertrag in ein anderes Depot darf die Bank kein Entgelt verlangen, Klauseln, die dafür Geld fordern, sind unwirksam (BGH, Urteil vom 30. November 2004, XI ZR 200/03). Die alte Bank muss der neuen die Anschaffungsdaten mitteilen (§ 43a Abs. 2 Satz 3 EStG). Fehlen sie, nimmt die Bank beim Verkauf 30 % des Erlöses als Gewinn an (Satz 7). Das korrigierst du über die Steuererklärung.

Was ein aktiver Fonds leisten muss

Höhere Kosten muss ein Fonds durch bessere Ergebnisse wieder hereinholen. Mit 1,5 % laufenden Kosten braucht er jedes Jahr 1,4 Prozentpunkte mehr Rendite vor Kosten als ein ETF mit 0,2 %, nur um nach 25 Jahren gleichauf zu liegen. Bei 2 % Kosten sind es 1,95 Prozentpunkte, Jahr für Jahr.

Beim Kauf über die Bank kommt bei aktiven Fonds meist ein Ausgabeaufschlag dazu. Die Verbraucherzentralen nennen in der Regel 5 % Aufschlag und im Schnitt gut 1,5 % Verwaltungsgebühr im Jahr (Stand 12. März 2026).

Rechenbeispiel Fondssparplan mit Ausgabeaufschlag gegen ETF-Sparplan

10.000 € Start und 500 € im Monat, 6 % Rendite vor Kosten, 25 Jahre. Der Aufschlag kommt auf den Anteilswert obendrauf (§ 71 Abs. 2 KAGB): Von 500 € kommen 476,19 € im Fonds an.

ETF-Sparplan, 0,2 % TER, ohne Gebühren
368.739 €
Fondssparplan, 1,5 % laufende Kosten, 5 % Ausgabeaufschlag
284.615 €
Mehr im ETF nach 25 Jahren
84.124 €

Um mit dem ETF gleichzuziehen, müsste der aktive Fonds jedes Jahr 1,72 Prozentpunkte mehr Rendite vor Kosten erzielen. Ob ein Fondsmanager das schafft, weißt du vorher nicht.

Wer sich für einen aktiven Fonds entscheidet, sollte das bewusst tun, etwa für eine bestimmte Strategie, und die Kosten vorher im Basisinformationsblatt nachlesen.

Lohnt der Wechsel in einen günstigeren ETF?

Ein günstigerer ETF spart jedes Jahr Kosten. Wer dafür den alten verkauft, zahlt aber sofort Steuer auf die aufgelaufenen Gewinne. Die fiele beim späteren Verkauf zwar ohnehin an, doch ab jetzt fehlt das Geld im Depot und bringt keine Rendite mehr:

Rechenbeispiel 50.000 € im ETF mit 0,5 % TER, Wechsel in einen mit 0,2 %
Steuer beim Verkauf auf 20.000 € Gewinn
3.693 €
Kosten im Jahr, alter ETF (0,5 % von 50.000 €)
250 €
Kosten im Jahr, neuer ETF (0,2 % vom Rest nach Steuer)
93 €
Ersparnis an Kosten im Jahr
157 €
Entgangene Rendite auf die gezahlte Steuer (6 %)
−222 €
Unterm Strich im Jahr
−64 €

Grobe Rechnung mit 6 % Rendite, Teilfreistellung 30 % und ausgeschöpftem Pauschbetrag. Mit kleinerem Gewinn oder größerem Kostenunterschied kann der Wechsel sich lohnen.

Meist besser: Den alten ETF behalten und nur den Sparplan auf den günstigeren umstellen. So fallen keine Steuern an, und alles Neue läuft zu niedrigeren Kosten. Verkaufen lohnt sich eher, wenn der Gewinn klein ist oder der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € noch frei ist.

Häufige Fragen

Kann ich ETF-Kosten von der Steuer absetzen?
Nur die Kosten beim Kauf und Verkauf, und die rechnet die Bank selbst ein. Ordergebühren beim Kauf zählen zu den Anschaffungskosten, Gebühren beim Verkauf mindern den Erlös. Beides senkt den steuerpflichtigen Gewinn (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG, für Fonds über § 19 Abs. 1 InvStG). Depotgebühren kannst du nicht absetzen: Bei Kapitalerträgen ist der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ausgeschlossen, dafür gibt es den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG). Die TER drückt ohnehin den Kurs und damit deinen Gewinn.
Gibt es bei ETFs einen Ausgabeaufschlag?
Über die Börse nicht. Dort zahlst du den Kurs, die Ordergebühr und den Spread, einen Ausgabeaufschlag gibt es nicht (BaFin). Kaufst du Fondsanteile außerhalb der Börse, über die Fondsgesellschaft oder einen Vermittler, kann einer anfallen. Er steht im Basisinformationsblatt unter „Einstiegskosten“ und in der Kosteninformation deiner Bank. Bei aktiv verwalteten Fonds sind nach den Verbraucherzentralen in der Regel 5 % üblich.
Ist ein physischer oder ein synthetischer ETF günstiger?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Ein physischer ETF kauft die Aktien des Index, alle oder eine Auswahl, ein synthetischer bildet ihn über ein Tauschgeschäft mit einer Bank nach (Swap). Die Verbraucherzentralen halten vollständige, optimierte und synthetische Nachbildung für gleichwertig. Für die Kosten zählt, was beim Anleger ankommt: Vergleiche die Tracking Difference über mehrere Jahre statt nur die TER. Mehr zur Nachbildung beim ETF-Sparplan-Rechner.
Zählt die Vorabpauschale zu den Kosten?
Nein, sie ist eine vorgezogene Steuer bei thesaurierenden Fonds. 2026 gilt ein Basiszins von 3,2 %. Bei 10.000 € Depotwert zu Jahresbeginn und ausreichend Kursgewinn zahlst du für einen Aktien-ETF höchstens 41,36 €, wenn dein Sparer-Pauschbetrag schon verbraucht ist (ohne Kirchensteuer). Beim Verkauf wird die Vorabpauschale vom Gewinn abgezogen (§ 19 Abs. 1 Satz 3 InvStG), du zahlst also nicht doppelt. Was das für dein Depot heißt, rechnet der Vorabpauschale-Rechner.
Was passiert, wenn ein ETF geschlossen oder zusammengelegt wird?
Bei einer Schließung wird der Fonds abgewickelt, du bekommst den Gegenwert ausgezahlt. Steuerlich gilt die beendete Abwicklung als Verkauf (§ 2 Abs. 13 InvStG): Gewinne seit dem Kauf werden versteuert, soweit der Pauschbetrag nicht reicht, und für die Wiederanlage zahlst du neue Ordergebühren. Wird der ETF mit einem Fonds aus demselben Staat verschmolzen, bleibt das steuerneutral, die neuen Anteile treten an die Stelle der alten (§ 23 Abs. 3 und 4 InvStG). Bei einer Verschmelzung über die Grenze, etwa von Luxemburg nach Irland, gilt das nicht. Kleine Fonds trifft beides eher, die Verbraucherzentralen raten als Faustformel zu mindestens rund 500 Millionen Euro Fondsvolumen.
Wie aktuell sind die Kostenangaben im Basisinformationsblatt?
Die laufenden Kosten sind eine Schätzung auf Grundlage der tatsächlichen Kosten des letzten Jahres, die Transaktionskosten ebenfalls eine Schätzung (Anhang VII der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653). Der Anbieter muss das Blatt mindestens alle 12 Monate überprüfen und außerdem bei jeder Änderung, die sich erheblich auf den Inhalt auswirkt (Art. 15 Abs. 1). Was im abgelaufenen Geschäftsjahr wirklich anfiel, steht im Jahresbericht des Fonds, bei Fonds aus Deutschland als Gesamtkostenquote (§ 101 Abs. 2 Nr. 1 KAGB).
Warum zeigt meine Kostenaufstellung andere Beträge als TER mal Depotwert?
Die jährliche Aufstellung deiner Bank beruht auf den tatsächlich angefallenen Kosten und ist auf dich zugeschnitten (Art. 50 Abs. 9 Delegierte Verordnung (EU) 2017/565). Sie rechnet also mit dem schwankenden Wert deiner Anteile über das Jahr und nur für die Zeit, in der du sie hattest. Neben der Verwaltungsvergütung enthält sie die Transaktionskosten des Fonds und die Gebühren der Bank, etwa für Orders und Depot. Die Beträge für den Fonds wurden nicht zusätzlich abgebucht, sie stecken schon im Kurs.
Was kostet der Verkauf eines ETF?
Wie beim Kauf zahlst du die Ordergebühr deiner Bank und den halben Spread, eine Gebühr des Fonds fällt über die Börse nicht an. Dazu kommt die Abgeltungsteuer auf den Gewinn: 25 % plus Solidaritätszuschlag, bei Aktien-ETFs nur auf 70 % des Gewinns (Teilfreistellung, § 20 Abs. 1 InvStG) und erst oberhalb deines Sparer-Pauschbetrags. Von 10.000 € Gewinn gehen so ohne Kirchensteuer 1.846 € ab, wenn der Pauschbetrag schon verbraucht ist. Für deine Zahlen gibt es den Kapitalertragsteuer-Rechner.

Quellen

  1. BaFin: ETFs im Überblick: Market Maker, Kauf ohne Ausgabeaufschlag, Ex-ante-Kosteninformation bafin.de
  2. BaFin: Wertpapierfonds: laufende Kosten aus dem Fondsvermögen, Verwaltungsvergütung, Transaktionskosten bafin.de
  3. Verbraucherzentrale: ETF-Kauf: Kaufkosten, Ausgabeaufschlag, Tracking Differenz, Fondsvolumen (Stand 12. März 2026) verbraucherzentrale.de
  4. PRIIPs-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014: Basisinformationsblatt, Art. 6, 8, 13 und 32 eur-lex.europa.eu
  5. Delegierte Verordnung (EU) 2017/653: Kostentabellen im Basisinformationsblatt (Anhang VII), Überprüfung (Art. 15) eur-lex.europa.eu
  6. § 63 WpHG: Kosteninformation der Bank vor der Order und jährlich gesetze-im-internet.de
  7. Delegierte Verordnung (EU) 2017/565, Art. 50: Ex-ante- und Ex-post-Kosteninformation eur-lex.europa.eu
  8. § 166 KAGB: Gesamtkostenquote als „laufende Kosten“ gesetze-im-internet.de
  9. § 168 KAGB: Nettoinventarwert je Anteil gesetze-im-internet.de
  10. ESMA-Leitlinien zu ETF und anderen OGAW-Themen: Tracking Difference im Jahresbericht (Nr. 11), Erträge aus Wertpapierleihe (Nr. 29) esma.europa.eu
  11. § 20 EStG: Gewinn bei Veräußerung, Sparer-Pauschbetrag gesetze-im-internet.de
  12. Investmentsteuergesetz: § 2 Abs. 13, § 19, § 20 und § 23 InvStG gesetze-im-internet.de
  13. BGH, Urteil vom 30. November 2004, XI ZR 200/03: kein Entgelt für den Depotübertrag lexetius.com

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