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Rebalancing-Rechner

Ein Depot aus 70 % Aktien und 30 % Sicherem verschiebt sich, sobald die Kurse laufen. Stehen die Aktien bei 85.000 € und der Rest bei 25.000 €, sind es schon 77,3 %. Zurück auf 70 % kommst du, wenn du 8.000 € Aktien verkaufst, das kostet rund 170,65 € Steuer. Oder du legst 11.429 € frisches Geld in den sicheren Teil.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Rebalancing-Rechner

8.000,00 € umschichten

170,65 €

Steuer auf den Verkauf · Gewinn darin 2.352,94 €

Verkaufe Aktien für 8.000,00 € und kaufe Sicheres für 8.000,00 €. Das kostet rund 170,65 € Steuer. Ohne Verkauf bräuchtest du insgesamt 11.429 € frisches Geld.

Aktienquote heute
77,3 %
Ziel
70 %
Depot danach
110.000,00 €

Steuer eher höher als hier: Der Rechner nimmt den durchschnittlichen Gewinnanteil. Die Bank verkauft aber zuerst die ältesten Anteile (Fifo), und die haben bei einem langen Sparplan meist den größten Gewinn.

Auf dieser Seite
  1. Was Umschichten kostet
  2. Wann ausgleichen
  3. Steuern sparen
  4. Ausgleich über den Sparplan
  5. Rebalancing im Ruhestand
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Was Umschichten kostet

Je weiter die Quote wegläuft, desto mehr musst du verkaufen und desto teurer wird es. Frisches Geld wird schnell zu viel, wer spät reagiert, kommt um einen Verkauf kaum herum.

AktienquoteverkaufenSteueroder frisches Geld
75 %5.000 €13,18 €7.100 €
80 %10.000 €290,12 €14.300 €
85 %15.000 €567,06 €21.400 €
90 %20.000 €844 €28.600 €

Depot 100.000 €, Ziel 70 % Aktien-ETF, davon 30 % Kursgewinn, Pauschbetrag 1.000 € frei, ohne Kirchensteuer.

Wann ausgleichen?

Zwei Regeln sind verbreitet: ein fester Termin, etwa einmal im Jahr, oder eine Schwelle, etwa wenn die Quote mehr als fünf Prozentpunkte vom Ziel abweicht. Welche besser abschneidet, hängt vom Börsenverlauf ab und lässt sich vorher nicht sagen. Entscheidend ist, dass du die Regel vorher festlegst. Wer nach Gefühl umschichtet, verkauft gern nach dem Crash statt davor.

Die Stiftung Warentest rät bei ihren Pantoffel-Portfolios zu einer Mischung aus beidem: einmal im Jahr nachsehen und umschichten, wenn ein Baustein mehr als 10 Prozentpunkte vom Ziel abweicht. Bei 70 % Aktien wäre das eine Quote über 80 % oder unter 60 %. So handelst du selten und nur dann, wenn die Abweichung groß ist.

Steuern sparen beim Ausgleich

  • Erst frisches Geld: Sparrate oder Zuzahlung in den untergewichteten Teil kostet keine Steuer.
  • Pauschbetrag nutzen: Musst du verkaufen, verteil den Verkauf lieber auf zwei Kalenderjahre, wenn dein Pauschbetrag dann zweimal greift. Zinsen, Dividenden und die Vorabpauschale verbrauchen ihn mit.
  • Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30 % des Gewinns steuerfrei, bei Einzelaktien nicht.
Mischfonds gleichen selbst aus

Ein Mischfonds mit fester Aktienquote schichtet innerhalb des Fonds um. Bei dir fällt dadurch keine Steuer an, du zahlst dafür die laufenden Kosten des Fonds.

Ausgleich über den Sparplan

Ohne Verkauf geht es, wenn du die monatliche Rate eine Zeit lang nur in den untergewichteten Teil lenkst. Ein Depot mit 80.000 € in Aktien und 20.000 € Sicherem braucht für 70 % Aktien 14.286 € frisches Geld im sicheren Teil. Mit 500 € im Monat dauert das 29 Monate, sofern die Kurse in der Zeit stillhalten.

Das spart Steuern, dauert aber. Bei großen Abweichungen kann eine Kombination sinnvoll sein: Den Rest der Lücke schließt ein kleiner Verkauf, der innerhalb deines Pauschbetrags bleibt.

Rebalancing im Ruhestand

Wer von seinem Depot lebt, kann die Entnahmen zum Ausgleich nutzen: Das Geld kommt aus dem Teil, der gerade übergewichtet ist. Nach guten Börsenjahren verkaufst du Aktien, nach schlechten nimmst du aus dem sicheren Teil und gibst den Aktien Zeit, sich zu erholen. Wie lange das Vermögen reicht, zeigt der Entnahmeplan-Rechner.

Häufige Fragen

Zählt Tagesgeld zum sicheren Teil?
Wenn du es als Teil deiner Geldanlage siehst, ja. Den Notgroschen für kaputte Waschmaschinen rechnest du besser nicht mit, der soll nicht an der Börse landen, nur weil die Quote es verlangt.
Kann ich über den Sparplan ausgleichen?
Ja, das ist der einfachste Weg. Du lenkst die monatliche Rate so lange in den untergewichteten Teil, bis die Quote wieder stimmt. Das dauert bei großen Depots länger, kostet aber keine Steuer.
Was bringt Rebalancing überhaupt?
Es hält dein Risiko auf dem Niveau, das du einmal gewählt hast. Ohne Ausgleich wächst der Aktienanteil in guten Jahren immer weiter, und ein Crash trifft dich dann härter als geplant. Mehr Rendite ist damit nicht versprochen.
Hilft ein Verlustvortrag bei der Bank?
Ja. Hast du im allgemeinen Verlusttopf noch Verluste, verrechnet die Bank sie mit dem Gewinn aus dem Verkauf. Verluste aus Einzelaktien helfen bei ETF-Gewinnen aber nicht, die liegen in einem eigenen Topf.
Wie viel Steuer kostet ein Verkauf beim Rebalancing?
Steuer zahlst du nur auf den Gewinn, der im verkauften Betrag steckt, nicht auf den ganzen Erlös. Darauf behält die Bank 25 % Abgeltungsteuer plus Soli ein, zusammen 26,375 %, mit Kirchensteuer etwas mehr (§ 32d Abs. 1 EStG). Ist dein persönlicher Steuersatz niedriger, zum Beispiel bei kleinem Einkommen, kann sich die Günstigerprüfung in der Steuererklärung lohnen. Dann rechnet das Finanzamt die Kapitalerträge mit deinem Tarif ab (§ 32d Abs. 6 EStG).
Welche Anteile verkauft die Bank zuerst?
Verkaufst du nur einen Teil eines ETFs, gelten in aller Regel die zuerst gekauften Anteile als zuerst verkauft (Fifo, § 20 Abs. 4 Satz 7 EStG). Hast du die ältesten Anteile am günstigsten gekauft, steckt im Verkauf mehr Gewinn, als der Rechner mit dem durchschnittlichen Kaufpreis ansetzt. Hast du im Aktienteil mehrere ETFs, verkauf zuerst den mit dem kleinsten Gewinn oder einem Verlust, das drückt die Steuer.
Muss ich nach einem Crash Aktien nachkaufen?
Wenn du deiner Regel folgst, ja. Fallen in einem Depot aus 70.000 € Aktien und 30.000 € Tagesgeld die Aktien um 40 %, bleiben 42.000 € übrig, die Quote liegt nur noch bei 58,3 %. Zurück auf 70 % kommst du, wenn du 8.400 € vom Tagesgeld in Aktien umschichtest. Steuer kostet das nicht. Leicht fällt es trotzdem niemandem, genau deshalb hilft eine Regel, die du vorher festgelegt hast.
Welche Aktienquote passt zu mir?
Das hängt davon ab, wann du das Geld brauchst und wie viel Minus du aushältst, ohne in Panik zu verkaufen. Die Stiftung Warentest baut ihre Pantoffel-Portfolios mit 25 %, 50 % oder 75 % Aktien, je nachdem, ob jemand defensiv, ausgewogen oder offensiv anlegen will. Rechne dir vorher aus, was ein Einbruch bedeutet: Halbiert sich der Aktienteil, verliert ein Depot mit 75 % Aktien 37,5 %, eins mit 25 % Aktien 12,5 %.

Quellen

  1. § 20 EStG: Veräußerungsgewinne, Fifo bei Sammelverwahrung (Abs. 4 Satz 7) gesetze-im-internet.de
  2. § 20 InvStG: Teilfreistellung bei Aktienfonds gesetze-im-internet.de
  3. § 32d EStG: Abgeltungsteuer (Abs. 1), Günstigerprüfung (Abs. 6) gesetze-im-internet.de
  4. Stiftung Warentest: Pantoffel-Portfolio umschichten: Schwelle 10 Prozentpunkte, antizyklisch umschichten test.de
  5. Stiftung Warentest: Depot umschichten, antizyklisch handeln: Einmal im Jahr prüfen, 25, 50 oder 75 % Aktien test.de

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