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Arbeitslosengeld-Rechner 2026

Arbeitslosengeld I sind 60 % deines pauschalierten Nettos, mit Kind 67 %. Bei 3.500 € brutto im Monat in Steuerklasse I ohne Kind zahlt die Arbeitsagentur 1.416,90 € für einen vollen Monat. Mehr als 2.811 € gibt es in dieser Klasse nicht, weil Brutto über 8.450 € nicht zählt. Der Rechner geht vor wie die Agentur: Bemessungsentgelt, Pauschale für die Sozialversicherung, Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse, davon 60 % oder 67 %.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Arbeitslosengeld-Rechner

Voraussichtliches ALG I pro Monat

1.416,90 €

60 % vom Leistungsentgelt · 47,23 € pro Tag · im Jahr rund 17.003 €

Die Agentur zahlt dir 60 % deines pauschalierten Nettos, für einen vollen Monat also 1.416,90 €. Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt sie zusätzlich.

Bemessungs­entgelt / Tag
115,07 €
Leistungs­entgelt / Tag
78,72 €
ALG I / Tag
47,23 €

So rechnet die Agentur (pro Kalendertag)

Bemessungsentgelt (Jahresbrutto ÷ 365)115,07 €
Sozialversicherungspauschale 20 %−23,01 €
Lohnsteuer Steuerklasse I−13,34 €
Leistungsentgelt78,72 €
davon 60 % = Arbeitslosengeld pro Tag47,23 €
× 30 Tage = voller Monat1.416,90 €

Kirchensteuer zieht die Agentur nicht ab, eingetragene Freibeträge und Kinderfreibeträge berücksichtigt sie nicht (§ 153 Abs. 1 SGB III).

Wie lange? Unter 50 bekommst du ALG I je nach Versicherungszeit 6 bis 12 Monate. Ab 50 sind bis zu 15 Monate drin, ab 55 bis zu 18, ab 58 bis zu 24 Monate (§ 147 SGB III).

Auf dieser Seite
  1. Werte 2026
  2. So wird gerechnet
  3. Arbeitslosengeld-Tabelle
  4. Fiktive Bemessung
  5. Anwartschaftszeit
  6. Anspruchsdauer
  7. Sperrzeit
  8. Abfindung und Ruhen
  9. Nebenjob
  10. Pflichten und Versicherung
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Arbeitslosengeld 2026: die Werte auf einen Blick

Wert2026Grundlage
Leistungssatz ohne Kind60 %§ 149 Nr. 2 SGB III
Leistungssatz mit Kind67 %§ 149 Nr. 1 SGB III
Pauschale für die Sozialversicherung20 %§ 153 Abs. 1 SGB III
Brutto zählt im Monat höchstens bis8.450 €§ 341 Abs. 4 SGB III
Höchstes Bemessungsentgelt je Tag277,81 €§ 151 SGB III
Höchstbetrag im Monat, Klasse I ohne Kind2.811 €§§ 149 bis 154 SGB III
Höchstbetrag im Monat, Klasse III mit Kind3.621,30 €§§ 149 bis 154 SGB III
Bezugsgröße im Jahr, Grundlage der fiktiven Bemessung47.460 €§ 18 SGB IV
Anrechnungsfrei im Nebenjob, je Monat165 €§ 155 SGB III
Steuererklärung Pflicht bei Lohnersatz im Jahr über410 €§ 46 Abs. 2 EStG

Den Satz von 67 % bekommst du mit einem Kind im Sinne des Einkommensteuergesetzes, auch mit einem Kind deines Ehe- oder Lebenspartners, wenn ihr nicht dauernd getrennt lebt und beide in Deutschland steuerpflichtig seid (§ 149 Nr. 1 SGB III). Kinder zählen bis 18, in Ausbildung bis 25, mit einer Behinderung, die vor dem 25. eingetreten ist, ohne Altersgrenze. Wird dein Kind während des Bezugs geboren, gilt der höhere Satz schon im ganzen Geburtsmonat (Fachliche Weisungen der Bundesagentur zu § 149).

So berechnet die Arbeitsagentur dein Arbeitslosengeld

Gerechnet wird mit einem pauschalen Netto. Kirchensteuer, der Zusatzbeitrag deiner Kasse oder ein Steuerfreibetrag zählen nicht, deshalb bekommt jeder mit gleichem Brutto und gleicher Steuerklasse dasselbe.

  1. BemessungsentgeltDein beitragspflichtiges Brutto aus den abgerechneten Monaten des letzten Jahres vor dem Jobende, geteilt durch die Kalendertage, bei zwölf vollen Monaten durch 365 (§§ 150, 151 SGB III). Mehr als 8.450 € im Monat zählt nicht.
  2. Sozialversicherung20 % gehen pauschal ab, unabhängig von deinen tatsächlichen Beiträgen (§ 153 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1).
  3. Lohnsteuer und SoliNach dem Programmablaufplan des Finanzministeriums und der Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres galt, in dem der Anspruch entsteht (§ 153 Abs. 2). Soli fällt erst an, wenn die Lohnsteuer über 56,52 € am Tag liegt, in Klasse I ab etwa 7.775 € brutto im Monat.
  4. Leistungssatz60 % des Leistungsentgelts, mit Kind 67 % (§ 149).
  5. MonatsbetragGezahlt wird je Kalendertag, ein voller Monat zählt 30 Tage (§ 154).

Arbeitslosengeld je Tag = (Bemessungsentgelt − 20 % Pauschale − Lohnsteuer − Soli) × 60 % oder 67 %

Rechenweg Arbeitslosengeld bei 3.500 € brutto, Schritt für Schritt

Steuerklasse I, kein Kind, zwölf volle Monate mit gleichem Gehalt vor dem Jobende.

Brutto der letzten zwölf Monate (12 × 3.500 €)
42.000 €
Bemessungsentgelt je Tag (÷ 365)
115,07 €
Pauschale für die Sozialversicherung (20 %)
−23,01 €
Lohnsteuer Klasse I je Tag
−13,34 €
Leistungsentgelt je Tag
78,72 €
Arbeitslosengeld je Tag (60 %)
47,23 €
Arbeitslosengeld im Monat (× 30 Tage)
1.416,90 €

Mit Kind wären es 1.582,20 € im Monat, in Klasse III mit Kind 1.779,00 €. Die Lohnsteuer rechnet die Agentur aufs Jahr hoch, mit 360 Tagen, und teilt das Ergebnis wieder durch 360.

Was ins Bemessungsentgelt zählt

  • Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen mit, eine Abfindung nicht (§ 151 Abs. 2 Nr. 1 SGB III).
  • Für Monate mit Kurzarbeit zählt das Entgelt ohne den Arbeitsausfall, im Midijob das volle Brutto (§ 151 Abs. 1 und 3).
  • Lohn, den der Arbeitgeber wegen Zahlungsunfähigkeit schuldig blieb, gilt als erzielt (§ 151 Abs. 1 Satz 2).
  • Zeiten mit Elterngeld oder mit weniger Lohn wegen eines Kindes unter drei oder wegen Pflege bleiben außen vor, ebenso eine Teilzeitphase, wenn du in den dreieinhalb Jahren davor mindestens sechs Monate am Stück mehr gearbeitet hast (§ 150 Abs. 2).

Hast du im letzten Jahr deutlich weniger verdient als im Jahr davor, kannst du verlangen, dass die Agentur zwei Jahre ansetzt, wenn das Ergebnis sonst unbillig hart wäre (§ 150 Abs. 3 Nr. 3). Hattest du in den zwei Jahren davor schon Arbeitslosengeld, ist das damalige Bemessungsentgelt die Untergrenze (§ 151 Abs. 4). Willst du künftig weniger Stunden arbeiten, sinkt es im selben Verhältnis (§ 151 Abs. 5).

Steuerklasse und Steuerklassenwechsel

Bei 3.500 € brutto ohne Kind zahlt die Agentur in Klasse I und IV 1.416,90 €, in III 1.593,30 € und in V 1.193,70 € im Monat. Tauscht ihr als Ehepaar vor der Arbeitslosigkeit die Klassen, erkennt die Agentur das nur an, wenn die neuen Klassen zum Verhältnis eurer Gehälter passen oder dein Arbeitslosengeld dadurch sinkt (§ 153 Abs. 3 SGB III). III/V passt laut ihren Fachlichen Weisungen immer, wenn der Partner mit dem kleineren Gehalt höchstens 40 % des gemeinsamen Bruttos verdient. Ein Faktor nach § 39f EStG zählt mit, den kennt der Rechner nicht. Welche Kombination passt, zeigt der Steuerklassenwechsel-Rechner.

Arbeitslosengeld-Tabelle 2026 nach Steuerklasse

So viel Arbeitslosengeld gibt es für typische Gehälter, gerechnet mit dem Rechner oben. Ab 8.450 € brutto steigt nichts mehr.

Ohne Kind (60 %)

Brutto im MonatKlasse I und IVKlasse IIIKlasse V
1.500 €706 €710 €620 €
2.000 €896 €947 €771 €
2.500 €1.073 €1.184 €908 €
3.000 €1.247 €1.401 €1.048 €
3.500 €1.417 €1.593 €1.194 €
4.000 €1.583 €1.776 €1.332 €
4.500 €1.745 €1.954 €1.469 €
5.000 €1.903 €2.130 €1.605 €
6.000 €2.205 €2.475 €1.876 €
7.000 €2.469 €2.796 €2.104 €
8.450 €2.811 €3.243 €2.424 €

Mit Kind (67 %)

Brutto im MonatKlasse I und IVKlasse IIKlasse IIIKlasse V
1.500 €788 €793 €793 €692 €
2.000 €1.000 €1.048 €1.057 €860 €
2.500 €1.199 €1.258 €1.322 €1.013 €
3.000 €1.392 €1.455 €1.564 €1.171 €
3.500 €1.582 €1.649 €1.779 €1.333 €
4.000 €1.768 €1.838 €1.983 €1.487 €
4.500 €1.948 €2.023 €2.182 €1.640 €
5.000 €2.125 €2.204 €2.378 €1.793 €
6.000 €2.462 €2.549 €2.764 €2.095 €
7.000 €2.757 €2.852 €3.122 €2.349 €
8.450 €3.139 €3.251 €3.621 €2.707 €

Arbeitslosengeld für einen vollen Monat (30 Tage), auf volle Euro gerundet. Brutto im Schnitt der letzten zwölf Monate mit Einmalzahlungen. Klasse IV ohne Faktor rechnet wie Klasse I, Klasse II setzt ein Kind im Haushalt voraus.

Fiktive Bemessung 2026: Arbeitslosengeld nach Qualifikation

Hattest du in den zwei Jahren vor dem Ende deiner letzten Versicherungspflicht weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt, rechnet die Agentur mit einem fiktiven Entgelt nach deiner Qualifikation (§ 152 SGB III), bei verkürzter Anwartschaft unter 90 Tagen. Das betrifft etwa Eltern oder Pflegende nach mehr als zwei Jahren ohne Lohn und Selbstständige, die länger als zwei Jahre freiwillig arbeitslosenversichert waren.

Qualifikation, die die Stelle verlangtEntgelt je TagKlasse IKlasse I mit KindKlasse III mit Kind
Hochschule oder FachhochschuleGruppe 1, 1/300 der Bezugsgröße158,20 €1.843,80 €2.058,90 €2.304,60 €
Fachschule, Meisterin oder MeisterGruppe 2, 1/360 der Bezugsgröße131,83 €1.586,10 €1.770,90 €1.986,60 €
abgeschlossene BerufsausbildungGruppe 3, 1/450 der Bezugsgröße105,47 €1.318,20 €1.471,80 €1.655,10 €
keine AusbildungGruppe 4, 1/600 der Bezugsgröße79,10 €1.040,10 €1.161,30 €1.272,00 €

Bezugsgröße 2026: 47.460 € im Jahr (§ 18 SGB IV). Arbeitslosengeld für einen vollen Monat, gerechnet mit dem Rechner oben aus dem fiktiven Tagesentgelt.

Welche Gruppe gilt, entscheidet nicht dein höchster Abschluss, sondern die Stelle, auf die die Agentur ihre Vermittlung in erster Linie richtet (§ 152 Abs. 2). Kommen mehrere Gruppen in Frage, nimmt sie laut ihren Fachlichen Weisungen die höchste. Gruppe 4 hat eine Untergrenze aus Mindestlohn und Wochenarbeitszeit im öffentlichen Dienst des Bundes, 2026 sind das 77,44 € am Tag und damit weniger als der Betrag aus der Bezugsgröße.

Es gilt die Bezugsgröße des Jahres, in dem dein Anspruch entsteht. Suchst du nur Teilzeit, kürzt die Agentur im Verhältnis deiner Stunden zu 39 Wochenstunden (§ 151 Abs. 5): Mit 20 Stunden in Gruppe 3 bleiben 54,09 € am Tag und 762,60 € Arbeitslosengeld im Monat in Klasse I. Passt die Gruppe im Bescheid nicht zu den Stellen, die man dir anbietet, lohnt ein Widerspruch.

Wer Arbeitslosengeld bekommt: Anwartschaftszeit und Voraussetzungen

Anspruch hast du, wenn drei Dinge zusammenkommen (§ 137 SGB III):

  • Arbeitslos: weniger als 15 Stunden Arbeit pro Woche, eigene Bemühungen um Arbeit, verfügbar für die Vermittlung (§ 138).
  • Arbeitslos gemeldet: online oder persönlich, frühestens drei Monate vorher, spätestens am ersten Tag ohne Job (§ 141). Für Tage vor der Meldung gibt es kein Geld.
  • Anwartschaftszeit erfüllt: mindestens 12 Monate Versicherungspflicht in den letzten 30 Monaten (§§ 142, 143).

Anwartschaftszeit: 12 Monate in 30 Monaten

Gezählt wird in Tagen, ein Monat hat 30 Tage. Du brauchst also 360 Tage, auch aus mehreren Jobs zusammen (§ 339 SGB III). Die Rahmenfrist beginnt am Tag vor dem ersten Tag, an dem du arbeitslos und gemeldet bist, und reicht 30 Monate zurück (§ 143 Abs. 1): Wer sich zum 1. Oktober 2026 arbeitslos meldet, zählt die Zeit vom 1. April 2024 bis 30. September 2026. In eine frühere Rahmenfrist, in der du schon einmal eine Anwartschaft erfüllt hast, reicht sie nicht hinein. Diese Zeiten zählen:

ZeitZähltGrundlage
Job mit Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung, auch Ausbildung und duales Studiumja§ 25 SGB III
Krankengeld, Verletztengeld, Mutterschaftsgeld, Übergangsgeldja, wenn du direkt davor versicherungspflichtig warst§ 26 Abs. 2 Nr. 1
Krankentagegeld der privaten Krankenversicherungja, ebenso§ 26 Abs. 2 Nr. 2
Erziehung eines Kindes unter drei Jahrenja, ebenso§ 26 Abs. 2a
Pflege ab Pflegegrad 2, mindestens zehn Stunden an zwei Tagen pro Wocheja, ebenso§ 26 Abs. 2b
Wehrdienstja§ 26 Abs. 1 Nr. 2
Selbstständigkeit mit freiwilliger Arbeitslosenversicherungja§ 28a
Minijobnein§ 27 Abs. 2
Job neben dem Studium als ordentlich Studierendenein§ 27 Abs. 4
Beamtenverhältnisnein§ 27 Abs. 1
Zeiten, in denen du Arbeitslosengeld bekommstnein§§ 24 bis 26

Verkürzte Anwartschaft: 6 Monate

Wer überwiegend kurz befristet arbeitet, etwa als Saisonkraft, braucht nur 6 Monate. Die Beschäftigungstage müssen überwiegend aus Jobs stammen, die von vornherein auf höchstens 14 Wochen befristet waren, und das Entgelt der letzten zwölf Monate darf 71.190 € nicht übersteigen, das 1,5-Fache der Bezugsgröße (§ 142 Abs. 2). Die Anspruchsdauer ist dann kürzer und hängt nicht vom Alter ab (§ 147 Abs. 3):

Versicherungspflicht in der RahmenfristAnspruchsdauer
6 Monate3 Monate
8 Monate4 Monate
10 Monate5 Monate

Anspruchsdauer: wie lange es Arbeitslosengeld gibt

Wie lange du Geld bekommst, hängt davon ab, wie viele Monate du in den letzten fünf Jahren versicherungspflichtig warst und wie alt du bei Entstehung des Anspruchs bist (§ 147 SGB III).

Versicherungspflicht in fünf JahrenAlterAnspruchsdauerin Tagen
12 Monatejedes Alter6 Monate180 Tage
16 Monatejedes Alter8 Monate240 Tage
20 Monatejedes Alter10 Monate300 Tage
24 Monatejedes Alter12 Monate360 Tage
30 Monateab 5015 Monate450 Tage
36 Monateab 5518 Monate540 Tage
48 Monateab 5824 Monate720 Tage

§ 147 Abs. 2 SGB III. Es zählt das vollendete Lebensjahr bei Entstehung des Anspruchs, ein Monat hat 30 Tage (§ 339 SGB III).

Unter 50 sind also höchstens zwölf Monate drin. Einen nicht verbrauchten Rest kannst du bis vier Jahre nach seiner Entstehung wieder aufleben lassen (§ 161 Abs. 2). Entsteht durch einen neuen Job ein neuer Anspruch, wird der Rest angehängt, wenn seit seiner Entstehung keine fünf Jahre vergangen sind, höchstens bis zur Höchstdauer für dein Alter (§ 147 Abs. 4). Kürzer wird der Anspruch durch Sperrzeiten, durch Tage mit Gründungszuschuss und zur Hälfte durch Weiterbildung mit Arbeitslosengeld (§ 148). Mit dem Monat nach Erreichen der Regelaltersgrenze endet er (§ 136 Abs. 2).

Sperrzeit: wann sie droht und was sie kostet

Wer sich ohne wichtigen Grund versicherungswidrig verhält, bekommt eine Sperrzeit: Der Anspruch ruht, und die Anspruchsdauer wird kürzer (§§ 148, 159 SGB III).

AnlassSperrzeitGrundlage
Eigene Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Kündigung wegen deines Verhaltens12 Wochenverkürzt auf 3 oder 6 Wochen§ 159 Abs. 3
Zumutbare Arbeit oder eine Maßnahme abgelehnt, Maßnahme abgebrochen3 Wochenbeim zweiten Mal 6, danach 12 Wochen§ 159 Abs. 4
Geforderte Eigenbemühungen nicht nachgewiesen2 Wochen§ 159 Abs. 5
Meldetermin versäumt oder zu spät arbeitsuchend gemeldet1 Wocheje Versäumnis§ 159 Abs. 6

Nach einer Arbeitsaufgabe verkürzt sich die Sperrzeit auf 3 Wochen, wenn der Job ohnehin innerhalb von sechs Wochen geendet hätte, und auf 6 Wochen, wenn er innerhalb von zwölf Wochen geendet hätte oder zwölf Wochen eine besondere Härte wären (§ 159 Abs. 3). Sperrzeiten von zusammen 21 Wochen lassen den Anspruch erlöschen (§ 161). Krankenversichert bleibst du, ab dem zweiten Monat über die Agentur, im ersten in der Regel über den nachgehenden Anspruch deiner Kasse (§ 5 Abs. 1 Nr. 2, § 232a Abs. 1 und § 19 Abs. 2 SGB V).

Was zwölf Wochen Sperrzeit kosten

Die Anspruchsdauer sinkt um die 84 Tage der Sperrzeit, mindestens aber um ein Viertel (§ 148 Abs. 1 Nr. 4). Wer zwei Jahre Anspruch hat, verliert ein halbes Jahr.

AnspruchsdauerMinderungWeniger Arbeitslosengeld
6 Monate84 Tage3.967 €
12 Monate90 Tage4.251 €
24 Monate180 Tage8.501 €

Bei 3.500 € brutto, Klasse I ohne Kind, 47,23 € Arbeitslosengeld je Tag. Liegt das Jobende bei Entstehung des Anspruchs mehr als ein Jahr zurück, entfällt die Minderung (§ 148 Abs. 2).

Wichtiger Grund: wann keine Sperrzeit eintritt

Laut den Fachlichen Weisungen der Bundesagentur zu § 159 zum Beispiel, wenn

  • die Arbeit gegen Gesetz oder Tarif verstößt oder der Lohn mindestens 20 % unter Tarif oder ortsüblichem Lohn liegt,
  • du gemobbt, sexuell belästigt oder unter erheblichen psychischen Druck gesetzt wurdest,
  • dir die Arbeit gesundheitlich nicht mehr zumutbar ist,
  • du zu deinem Ehe- oder Lebenspartner ziehst,
  • dein Arbeitgeber insolvent ist.

Meist musst du vorher versucht haben, das Problem zu lösen, etwa über den Betriebsrat. Gründe aus deinem Bereich musst du belegen (§ 159 Abs. 1 Satz 3), gesundheitliche etwa mit einem Attest.

Aufhebungsvertrag ohne Sperrzeit

Ein Aufhebungsvertrag gilt als Arbeitsaufgabe. Ohne Sperrzeit bleibt er, wenn dir der Arbeitgeber eine betriebs- oder personenbedingte Kündigung mit Bestimmtheit angekündigt hat, die zum selben Termin oder früher gewirkt hätte, die Kündigungsfrist gewahrt ist und du nicht unkündbar warst. Bei einer Abfindung bis 0,5 Monatsgehälter je Beschäftigungsjahr prüft die Agentur dann nicht einmal, ob die Kündigung rechtmäßig gewesen wäre (Fachliche Weisungen zu § 159, Nr. 159.1.2.1.1).

Erst klären, dann unterschreiben

Fehlt eine dieser Voraussetzungen, rechne mit zwölf Wochen Sperrzeit. Halte im Vertrag fest, dass er eine angekündigte betriebsbedingte Kündigung zum selben Termin ersetzt, und lass dich vor der Unterschrift beraten.

Abfindung und Urlaubsabgeltung: wann der Anspruch ruht

Die Abfindung wird nicht aufs Arbeitslosengeld angerechnet. Endet das Arbeitsverhältnis aber früher, als es die ordentliche Kündigungsfrist des Arbeitgebers erlaubt hätte, ruht der Anspruch bis zum Ende dieser Frist (§ 158 SGB III), höchstens ein Jahr und nie länger, als du mit deinem bisherigen Verdienst je Kalendertag 60 % der Abfindung verdient hättest. Der Anteil sinkt je fünf Jahre im Betrieb und je fünf Lebensjahre nach dem 35. um 5 Punkte, auf mindestens 25 %.

Ruhen nach § 158 Abfindung von 20.000 € bei verkürzter Kündigungsfrist

45 Jahre alt, 10 Jahre im Betrieb, 3.500 € brutto im Monat. Das Arbeitsverhältnis endet vier Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist.

Abfindung
20.000 €
Ausgangswert
60 %
je fünf Jahre im Betrieb (10 Jahre)
−10 Punkte
je fünf Lebensjahre nach dem 35. (Alter 45)
−10 Punkte
Davon zählen 40 %
8.000 €
Verdienst je Kalendertag (42.000 € ÷ 365)
115,07 €
Anspruch ruht höchstens
70 Tage

Statt vier Monaten ruht der Anspruch 70 Tage. Die Anspruchsdauer wird dadurch nicht kürzer, das Geld kommt nur später. Ob zusätzlich eine Sperrzeit eintritt, prüft die Agentur getrennt.

Während dieses Ruhens zahlt die Agentur keine Krankenversicherung, anders als bei Sperrzeit und Urlaubsabgeltung (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Deine Kasse führt dich in der Regel freiwillig weiter, die Beiträge zahlst du selbst (§ 188 Abs. 4 SGB V). Die Steuer auf die Abfindung rechnet der Abfindungsrechner.

Ausgezahlter Resturlaub lässt den Anspruch für die Zeit dieses Urlaubs ruhen, gerechnet ab dem Ende des Arbeitsverhältnisses (§ 157 Abs. 2 SGB III). Zahlt der Arbeitgeber Lohn, Abfindung oder Urlaubsabgeltung nicht, springt die Agentur ein und holt sich das Geld bei ihm zurück (§ 157 Abs. 3, § 158 Abs. 4 SGB III, § 115 SGB X).

Nebenjob: was du zum Arbeitslosengeld dazuverdienen darfst

Arbeiten darfst du weniger als 15 Stunden pro Woche, mehrere Jobs zusammengerechnet (§ 138 Abs. 3 SGB III). Ab 15 Stunden bist du nicht mehr arbeitslos, auch bei kleinem Verdienst. Vom Nebeneinkommen zieht die Agentur Steuern, Sozialbeiträge und Werbungskosten ab und lässt 165 € im Monat frei. Den Rest rechnet sie im Monat der Arbeit an (§ 155 Abs. 1).

Minijob bruttoNettoAngerechnetArbeitslosengeldZusammen
200 €192,80 €27,80 €1.389,10 €1.581,90 €
400 €385,60 €220,60 €1.196,30 €1.581,90 €
603 €581,29 €416,29 €1.000,61 €1.581,90 €

Arbeitslosengeld bei 3.500 € brutto, Klasse I ohne Kind. Minijob mit eigenem Rentenbeitrag von 3,6 %, ohne Werbungskosten.

Mehr als 165 € netto lohnen sich also nicht, jeder Euro darüber geht vom Arbeitslosengeld ab. Bei selbstständiger Arbeit gelten 30 % der Einnahmen pauschal als Betriebsausgaben, höhere musst du nachweisen: Aus 600 € Einnahmen werden 420 €, angerechnet werden 255 €.

Hattest du den Nebenjob schon mindestens zwölf Monate in den 18 Monaten vor dem Anspruch neben deiner Hauptstelle, bleibt dein bisheriger Durchschnittsverdienst daraus frei, mindestens 165 € (§ 155 Abs. 2). Melde den Nebenjob vor dem ersten Arbeitstag, verschwiegener Verdienst wird zurückgefordert (§§ 48, 50 SGB X).

Melden, Pflichten, Versicherung: so läuft der Bezug

  1. Arbeitsuchend meldenSpätestens drei Monate vor dem Jobende, erfährst du später davon, innerhalb von drei Tagen (§ 38 Abs. 1 SGB III). Das gilt auch, wenn du gegen die Kündigung klagst.
  2. Arbeitslos meldenSpätestens am ersten Tag ohne Job, online oder persönlich (§ 141).
  3. UnterlagenDie Arbeitsbescheinigung stellt dein Arbeitgeber aus, meist elektronisch (§ 312).
  4. Während des BezugsTermine wahrnehmen (§ 309), selbst Arbeit suchen und Änderungen wie Nebenjob, Krankheit oder Umzug sofort melden.
Früh arbeitsuchend melden

Wer sich zu spät arbeitsuchend meldet oder einen Termin ohne wichtigen Grund versäumt, bekommt jeweils eine Woche Sperrzeit (§ 159 Abs. 6). Melden kannst du dich online, telefonisch oder vor Ort.

Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung im Bezug

VersicherungWas giltGrundlage
Kranken- und PflegeversicherungDie Agentur zahlt die Beiträge, aus 80 % des Bemessungsentgelts.§§ 5, 232a, 251 SGB V, § 59 SGB XI
RentenversicherungDie Agentur zahlt die Beiträge, ebenfalls aus 80 % des Bemessungsentgelts.§§ 3, 166, 170 SGB VI
UnfallversicherungVersichert auf dem Weg zu Terminen, zu denen dich die Agentur auffordert.§ 2 Abs. 1 Nr. 14 SGB VII
ArbeitslosenversicherungKeine Beiträge, der Bezug begründet keinen neuen Anspruch.§§ 24 bis 26 SGB III

Ein Jahr Arbeitslosengeld bringt dir deshalb etwa 80 % der Rentenpunkte, die dir dasselbe Jahr im Job gebracht hätte. Warst du privat krankenversichert, wirst du mit dem Arbeitslosengeld in der Regel wieder gesetzlich versichert. Warst du die fünf Jahre davor nicht gesetzlich versichert, kannst du dich befreien lassen, ab 55 bleibst du dann meist ohnehin privat (§ 6 Abs. 3a, § 8 Abs. 1 Nr. 1a SGB V). Die Agentur übernimmt dann deine Beiträge bis zur Höhe des gesetzlichen Beitrags (§ 174 SGB III).

Häufige Fragen

Wie viel Prozent vom Netto ist das Arbeitslosengeld?
60 % oder 67 %, aber vom pauschal gerechneten Leistungsentgelt, nicht von deinem echten Netto. Weil die Pauschale von 20 % ungefähr deinen tatsächlichen Sozialbeiträgen entspricht, liegt das Ergebnis nah dran: Bei 3.500 € brutto in Klasse I sind 1.416,90 € rund 61 % deines Nettos von 2.333,25 € ohne Kirchensteuer.
Wann wird das Arbeitslosengeld ausgezahlt?
Monatlich im Nachhinein, das Geld für einen Monat kommt nach dessen Ende (§ 337 Abs. 2 SGB III). Angebrochene Monate rechnet die Agentur tageweise ab. Zieht sich die Bearbeitung hin und gerätst du in eine Notlage, kann sie einen Abschlag zahlen (§ 337 Abs. 4 SGB III).
Muss ich Arbeitslosengeld versteuern?
Nein, es ist steuerfrei (§ 3 Nr. 2 EStG), erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf dein übriges Einkommen (§ 32b EStG). Bei 16.000 € zu versteuerndem Einkommen aus dem Job und sechs Monaten Arbeitslosengeld wie oben, zusammen 8.501,40 €, steigt die Einkommensteuer von 633 € auf 1.775 €. Bei mehr als 410 € Arbeitslosengeld im Jahr ist die Steuererklärung Pflicht (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG).
Was passiert, wenn ich während des Arbeitslosengeldes krank werde?
Melde die Krankheit sofort der Agentur, die Bescheinigung schickt die Praxis meist elektronisch an deine Kasse (§ 311 SGB III). Das Arbeitslosengeld läuft bis zu sechs Wochen weiter (§ 146 SGB III), danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld in gleicher Höhe (§ 47b SGB V). Ist dein Kind unter zwölf krank und kann es niemand sonst im Haushalt betreuen, gibt es auf deinen Wunsch weiter Geld, 2026 bis zu 15 Tage je Kind, allein erziehend 30, insgesamt höchstens 35 bzw. 70 Tage (§ 421d Abs. 3 SGB III). Nach der Grundregel sind es 10 und 20 Tage je Kind (§ 146 Abs. 2 SGB III). Mehr dazu beim Kinderkrankengeld-Rechner.
Darf ich während des Arbeitslosengeldes in den Urlaub fahren?
Ja, bis zu drei Wochen im Kalenderjahr, wenn die Agentur vorher zustimmt (§ 3 Erreichbarkeits-Anordnung). Ohne Zustimmung bist du nicht verfügbar und bekommst für diese Tage kein Geld. Sonst musst du an jedem Werktag unter deiner Anschrift erreichbar sein.
Welche Arbeit muss ich annehmen?
Jede, die du gesundheitlich leisten kannst, auch befristet oder fachfremd (§ 140 SGB III). Der Lohn darf in den ersten drei Monaten höchstens 20 % unter dem Brutto liegen, nach dem dein Arbeitslosengeld bemessen wurde, in den drei Monaten danach 30 %. Bei 3.500 € heißt das: nicht unter 2.800 € und 2.450 €. Ab dem siebten Monat muss dir netto nur mehr bleiben als das Arbeitslosengeld. Pendelzeiten über 2,5 Stunden am Tag, bei höchstens sechs Stunden Arbeit über zwei Stunden, gelten in der Regel als zu lang.
Was kann ich gegen einen falschen Bescheid tun?
Innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen, schriftlich, elektronisch oder zur Niederschrift bei deiner Agentur (§ 84 SGG). Prüf vor allem Bemessungsentgelt, Steuerklasse, Leistungssatz und bei fiktiver Bemessung die Qualifikationsgruppe. Gegen den Widerspruchsbescheid kannst du vor dem Sozialgericht klagen, für dich gerichtskostenfrei (§ 183 SGG).
Was kommt, wenn das Arbeitslosengeld ausläuft?
Grundsicherungsgeld vom Jobcenter, so heißt das frühere Bürgergeld seit dem 1. Juli 2026. Es hängt von Einkommen und Vermögen deines Haushalts ab. Der Antrag wirkt nur auf den Ersten des Monats zurück, in dem du ihn stellst (§ 37 Abs. 2 SGB II), stell ihn also spätestens im letzten Monat mit Arbeitslosengeld. Fehlt nur wenig, kommen Wohngeld und Kinderzuschlag in Frage. Deinen Anspruch rechnet der Grundsicherungsgeld-Rechner.
Gibt es Arbeitslosengeld, wenn ich mich selbstständig mache?
Nicht, wenn du 15 Stunden oder mehr in der Woche selbstständig arbeitest. Mit mindestens 150 Tagen Restanspruch kannst du einen Gründungszuschuss beantragen, dafür brauchst du die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle wie der IHK (§ 93 SGB III). Für später versicherst du dich innerhalb von drei Monaten nach der Gründung freiwillig weiter, wenn du in den 30 Monaten davor mindestens 12 Monate versicherungspflichtig warst oder direkt davor Arbeitslosengeld hattest (§ 28a SGB III). Das kostet 2026 102,83 € im Monat, im Gründungsjahr und im Jahr danach 51,42 € (§ 345b SGB III). Was der Zuschuss bringt, zeigt der Gründungszuschuss-Rechner.
Was gilt kurz vor der Rente?
Arbeitslosengeld gibt es höchstens bis zum Ende des Monats, in dem du die Regelaltersgrenze erreichst (§ 136 Abs. 2 SGB III). Mit Altersrente oder voller Erwerbsminderungsrente ruht es (§ 156 SGB III). Für die Rente zählen die Monate als Beitragszeit, für die 45 Jahre der Rente für besonders langjährig Versicherte aber nicht in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn, außer bei Insolvenz oder Betriebsaufgabe des Arbeitgebers (§ 51 Abs. 3a SGB VI). Wann du gehen kannst, zeigt der Rentenrechner.

Quellen

  1. §§ 137 und 138 SGB III: Voraussetzungen, Arbeitslosigkeit, 15-Stunden-Grenze gesetze-im-internet.de
  2. §§ 142 und 143 SGB III: Anwartschaftszeit und Rahmenfrist gesetze-im-internet.de
  3. §§ 147 und 148 SGB III: Anspruchsdauer und ihre Minderung gesetze-im-internet.de
  4. § 149 SGB III: Leistungssatz 60 und 67 % gesetze-im-internet.de
  5. §§ 150 und 151 SGB III: Bemessungsrahmen und Bemessungsentgelt gesetze-im-internet.de
  6. § 152 SGB III: Fiktive Bemessung nach Qualifikationsgruppen gesetze-im-internet.de
  7. § 153 SGB III: Leistungsentgelt mit Sozialversicherungspauschale gesetze-im-internet.de
  8. § 155 SGB III: Anrechnung von Nebeneinkommen gesetze-im-internet.de
  9. §§ 157 und 158 SGB III: Ruhen bei Urlaubsabgeltung und Abfindung gesetze-im-internet.de
  10. § 159 SGB III: Sperrzeit gesetze-im-internet.de
  11. Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen zu § 152 SGB III: Zuordnung zur Qualifikationsgruppe, maßgebliche Bezugsgröße arbeitsagentur.de
  12. Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen zu § 153 SGB III: Rechenweg, Soli-Freigrenze je Tag, Steuerklassenwechsel arbeitsagentur.de
  13. Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen zu § 159 SGB III: wichtiger Grund, Aufhebungsvertrag, Stand Juli 2026 arbeitsagentur.de
  14. Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen zu § 138 SGB III: Verfügbarkeit, Erreichbarkeits-Anordnung arbeitsagentur.de
  15. § 32b EStG: Progressionsvorbehalt gesetze-im-internet.de

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