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Solidaritätszuschlag berechnen 2026

Der Soli beträgt 5,5 % der Einkommensteuer, fällt seit 2021 aber erst an, wenn die Steuer über 20.350 € liegt, bei Ehepaaren über 40.700 €. Alleinstehende ohne Kinder erreichen das ab 74.969 € zu versteuerndem Einkommen, als Arbeitnehmer in Steuerklasse I ab 7.700 € brutto im Monat. Auf Zinsen, Dividenden und die Körperschaftsteuer fällt er weiter voll an.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Soli-Rechner

Solidaritätszuschlag im Jahr

751,36 €

Einkommensteuer 26.664 € · Soli-Grundlage 26.664 €

Du liegst in der Milderungszone: Statt 5,5 % zahlst du 2,82 % deiner Steuer. 1.000 € mehr Einkommen kosten hier 49,98 € Soli zusätzlich, die vollen 5,5 % gelten ab 116.607 €.

Soli ab zvE
74.969 €
voller Soli ab
116.607 €
im Monat
62,61 €

Kinder zählen immer: Für den Soli wird die Steuer mit Kinderfreibeträgen gerechnet, auch wenn du Kindergeld bekommst und die Freibeträge sonst nichts bringen. Mit Kindern beginnt der Soli deshalb erst bei höherem Einkommen.

Auf dieser Seite
  1. Freigrenze und Satz 2026
  2. Soli berechnen
  3. Soli-Tabelle nach Einkommen
  4. Ab welchem Einkommen
  5. Ab welchem Bruttogehalt
  6. Soli auf Kapitalerträge
  7. Soli für GmbH und Co.
  8. Freigrenze seit 2021
  9. Ist der Soli verfassungsgemäß?
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Freigrenze 2026, Milderungszone und Soli-Satz

Regel2026Grundlage
Soli-Satz5,5 % der Steuer§ 4 Satz 1 SolzG
Freigrenze Einkommensteuer, allein20.350 €§ 3 Abs. 3 Nr. 2 SolzG
Freigrenze Einkommensteuer, zusammen veranlagt40.700 €§ 3 Abs. 3 Nr. 1 SolzG
Milderungszone: höchstens dieser Anteil der Steuer über der Freigrenze11,9 %§ 4 Satz 2 SolzG
Voller Soli ab einer Einkommensteuer von, allein37.839 €§ 4 SolzG
Voller Soli ab einer Einkommensteuer von, zusammen75.677 €§ 4 SolzG
Lohnabzug: Soli ab einer Lohnsteuer im Monat über (Klasse III)1.695,83 € (3.391,67 €)§ 3 Abs. 4 SolzG
Kapitalerträge und Körperschaftsteuer5,5 %, ohne Freigrenze§ 3 Abs. 3, § 4 SolzG
Die Freigrenze gilt für die Steuer, nicht für das Einkommen

Die 20.350 € beziehen sich auf deine Einkommensteuer. Wie hoch dein Einkommen dafür sein muss, hängt von Veranlagung und Kindern ab, siehe die Tabelle zu den Einkommensgrenzen.

Soli berechnen: der Rechenweg

  1. Einkommensteuer ermittelnAus dem zu versteuernden Einkommen nach dem Tarif, bei Ehepaaren mit Splitting. Für den Soli zählt die Steuer mit den Freibeträgen für Kinder, auch wenn du Kindergeld bekommst (§ 3 Abs. 2 SolzG).
  2. Freigrenze prüfenLiegt die Steuer bei höchstens 20.350 €, zusammen veranlagt 40.700 €, gibt es keinen Soli (§ 3 Abs. 3 SolzG).
  3. Zwei Beträge rechnen5,5 % der ganzen Steuer und 11,9 % des Betrags über der Freigrenze (§ 4 Sätze 1 und 2 SolzG).
  4. Den kleineren nehmenDas ist dein Soli. Bruchteile eines Cents fallen weg (§ 4 Satz 3 SolzG).

Soli = der kleinere Wert aus 5,5 % × Steuer und 11,9 % × (Steuer − Freigrenze)

Rechenweg Soli bei 90.000 € zu versteuerndem Einkommen

Allein veranlagt, keine Kinder. Der Soli macht hier 2,82 % der Steuer aus.

Zu versteuerndes Einkommen
90.000,00 €
Einkommensteuer nach dem Grundtarif
26.664,00 €
Freigrenze
−20.350,00 €
Steuer über der Freigrenze
6.314,00 €
Milderungszone: 11,9 % davon
751,36 €
Zum Vergleich: 5,5 % der ganzen Steuer
1.466,52 €
Soli, der kleinere Betrag
751,36 €

Bei 150.000 € Einkommen liegt die Steuer mit 51.864 € über 37.839 €. Ab dort ist 5,5 % der kleinere Betrag, der Soli beträgt 2.852,52 €. Knapp unter dieser Grenze erreichen 11,9 % des Überschusses genau 5,5 % der ganzen Steuer, deshalb endet die Milderungszone dort. Weil die Steuer in vollen Euro festgesetzt wird, gilt der volle Satz ab 37.839 €.

Die Milderungszone ist teuer: Jeder Euro Einkommensteuer über der Freigrenze kostet 11,9 Cent Soli. Bei 90.000 € Einkommen bringen 1.000 € mehr 49,98 € zusätzlichen Soli, bei 150.000 € nur 23,10 €, obwohl dort schon der volle Satz gilt.

Soli-Tabelle 2026 nach Einkommen

So viel Soli fällt im Jahr an, gerechnet mit dem Rechner oben. Unter rund 74.969 € zu versteuerndem Einkommen zahlen Alleinstehende ohne Kinder nichts.

zu versteuerndes EinkommenEinkommensteuer alleinSoli alleinEinkommensteuer EhepaarSoli Ehepaar
60.000 €14.233 €0 €8.434 €0 €
70.000 €18.264 €0 €11.340 €0 €
75.000 €20.364 €1,66 €12.858 €0 €
80.000 €22.464 €251,56 €14.418 €0 €
90.000 €26.664 €751,36 €17.670 €0 €
100.000 €30.864 €1.251,16 €21.096 €0 €
110.000 €35.064 €1.750,96 €24.694 €0 €
120.000 €39.264 €2.159,52 €28.466 €0 €
150.000 €51.864 €2.852,52 €40.728 €3,33 €
160.000 €56.064 €3.083,52 €44.928 €503,13 €
200.000 €72.864 €4.007,52 €61.728 €2.502,33 €
250.000 €93.864 €5.162,52 €82.728 €4.550,04 €
300.000 €115.529 €6.354,09 €103.728 €5.705,04 €

Tarif 2026, ohne Kinder, Ehepaar mit Splitting. Das zu versteuernde Einkommen steht in deinem Steuerbescheid, es liegt meist deutlich unter dem Bruttoeinkommen.

Ab welchem Einkommen Soli anfällt

WerSoli ab zvEvolle 5,5 % ab zvE
allein, ohne Kinder74.969 €116.607 €
allein, ein Kind (Zähler 0,5)79.847 €121.485 €
allein, ein Kind (Zähler 1)84.725 €126.363 €
Ehepaar, ohne Kinder149.938 €233.214 €
Ehepaar, ein Kind159.694 €242.970 €
Ehepaar, zwei Kinder169.450 €252.726 €
Ehepaar, drei Kinder179.206 €262.482 €

zvE = zu versteuerndes Einkommen, in Euro-Schritten im Rechenkern gesucht. Zähler 1 je Kind bei Ehepaaren, 0,5 je Kind und Elternteil bei getrennten Eltern.

Kinder verschieben beide Grenzen nach oben, weil die Freibeträge für Kinder beim Soli immer abgezogen werden. Zwischen der ersten und der zweiten Spalte liegt die Milderungszone.

Rechenbeispiel Ehepaar mit zwei Kindern und 200.000 € Einkommen
Zu versteuerndes Einkommen
200.000,00 €
Freibeträge für zwei Kinder
−19.512,00 €
Einkommen für die Soli-Berechnung
180.488,00 €
Einkommensteuer darauf, Splitting
53.532,00 €
Steuer über der Freigrenze von 40.700 €
12.832,00 €
Soli mit Kindern (11,9 % davon, weniger als 5,5 % der Steuer)
1.527,00 €

Ohne Kinder zahlte dasselbe Paar 2.502,33 € Soli. Die Freibeträge für Kinder zählen beim Soli immer, auch wenn bei der Einkommensteuer das Kindergeld günstiger ist (§ 3 Abs. 2 SolzG).

Ab welchem Bruttogehalt Soli anfällt

Arbeitnehmern zieht der Arbeitgeber den Soli mit der Lohnsteuer ab. Das passiert erst, wenn die Lohnsteuer im Monat ein Zwölftel der Freigrenze übersteigt, also 1.695,83 €, in Steuerklasse III 3.391,67 € (§ 3 Abs. 4 SolzG). Freibeträge für Kinder zählen schon im Lohnabzug mit (§ 3 Abs. 2a).

SteuerklasseSoli ab Monatsbruttovolle 5,5 % ab
I oder IV, ohne Kinder7.700 €11.240 €
I, ein Kind8.110 €11.611 €
II, ein Kind8.497 €11.966 €
III, ohne Kinder14.017 €20.957 €
III, zwei Kinder15.594 €22.534 €
V6.189 €9.869 €
VI6.073 €9.763 €

Gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, keine Kirchensteuer, Nordrhein-Westfalen, in Euro-Schritten mit dem Brutto-Netto-Rechner gesucht.

Soli im Monat auf der Gehaltsabrechnung

MonatsbruttoLohnsteuerSoli im MonatSoli im Jahr
7.500 €1.619,83 €0,00 €0 €
8.000 €1.810,33 €13,62 €163 €
9.000 €2.212,75 €61,51 €738 €
10.000 €2.632,75 €111,49 €1.338 €
11.000 €3.052,75 €161,47 €1.938 €
12.000 €3.472,75 €191,00 €2.292 €
15.000 €4.732,75 €260,30 €3.124 €
20.000 €6.832,75 €375,80 €4.510 €

Steuerklasse I, keine Kinder, sonst wie oben. Ab 11.240 € brutto sind es volle 5,5 % der Lohnsteuer.

In Steuerklasse V und VI beginnt der Soli schon bei kleinerem Gehalt, weil die Lohnsteuer dort höher ist. Was im Monat abgezogen wird, ist eine Vorauszahlung: In der Steuererklärung rechnet das Finanzamt den Soli auf deine tatsächliche Einkommensteuer neu, bei Ehepaaren mit der doppelten Freigrenze. Zu viel gezahlter Soli kommt zurück, etwa bei hohen Werbungskosten oder wenn du nicht das ganze Jahr gearbeitet hast.

Soli auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne

Auf die Abgeltungsteuer von 25 % kommen 5,5 % Soli, ohne Freigrenze und ohne Milderungszone (§ 3 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 3 Satz 2 und § 4 Satz 4 SolzG). Die Bank zieht beides gleich ab. Zusammen sind das 26,375 % auf jeden Euro über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €, für Ehepaare 2.000 €.

Auf 1.000 € Kapitalertragohne Kirchensteuer8 % Kirchensteuer9 % Kirchensteuer
Kapitalertragsteuer250,00 €245,10 €244,50 €
Solidaritätszuschlag13,75 €13,48 €13,44 €
Kirchensteuer0,00 €19,61 €22,00 €
Zusammen263,75 €278,19 €279,94 €

Ertrag über dem Sparer-Pauschbetrag. Mit Kirchensteuer sinkt die Kapitalertragsteuer etwas (§ 32d Abs. 1 EStG), damit auch der Soli.

Diesen Soli zahlst du auch dann, wenn du auf dein übriges Einkommen keinen zahlst. Zurück bekommst du ihn nur über die Günstigerprüfung (§ 32d Abs. 6 EStG): Auf Antrag besteuert das Finanzamt die Kapitalerträge wie dein übriges Einkommen, wenn das samt Soli und Kirchensteuer günstiger ist. Dann gilt auch für sie die Freigrenze. Das lohnt sich bei niedrigem Einkommen. Wie viel Steuer auf deine Erträge fällt, rechnet der Kapitalertragsteuer-Rechner.

Soli für GmbH und andere Körperschaften

Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG zahlen Soli auf ihre Körperschaftsteuer (§ 2 Nr. 3, § 3 Abs. 1 Nr. 1 SolzG). Eine Freigrenze gibt es für sie nicht, die gilt nur für einkommensteuerpflichtige Menschen (§ 3 Abs. 3). Aus 15 % Körperschaftsteuer werden so 15,825 %. Bei 100.000 € Gewinn sind das 15.000 € Körperschaftsteuer und 825 € Soli, dazu kommt die Gewerbesteuer.

Der Körperschaftsteuersatz sinkt ab 2028 jedes Jahr um einen Punkt, ab 2032 beträgt er 10 % (§ 23 Abs. 1 KStG). Der Soli sinkt mit, zusammen sind es dann 10,55 %. Personengesellschaften und Einzelunternehmer zahlen keine Körperschaftsteuer, bei ihnen hängt der Soli an der Einkommensteuer der Inhaber, mit Freigrenze. Was sich mit einer GmbH oder Holding ändert, zeigt der Holding-Rechner.

Freigrenze seit 2021: was sich geändert hat

Mit dem Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags vom 10. Dezember 2019 stieg die Freigrenze ab 2021 von 972 € auf 16.956 € Einkommensteuer, für Ehepaare von 1.944 € auf 33.912 €. Die Milderungszone wurde flacher, 11,9 % statt 20 %. Die Bundesregierung rechnete damit, dass rund 90 % der Zahler von Lohnsteuer und veranlagter Einkommensteuer keinen Soli mehr zahlen, bei rund 10,9 Milliarden Euro weniger Einnahmen im Jahr (BT-Drucksache 19/14103).

JahrFreigrenze alleinFreigrenze zusammenMilderungszone
2020972 €1.944 €20 %
202116.956 €33.912 €11,9 %
202216.956 €33.912 €11,9 %
202317.543 €35.086 €11,9 %
202418.130 €36.260 €11,9 %
202519.950 €39.900 €11,9 %
202620.350 €40.700 €11,9 %

Grenzen für die Einkommensteuer, § 3 Abs. 3 und § 4 SolzG in der jeweils geltenden Fassung.

Automatisch steigt die Freigrenze nicht, jede Anhebung steht als fester Betrag im Gesetz. Der Regierungsentwurf für das Einkommensteuerreformgesetz 2027 (BT-Drucksache 21/8235) lässt das Solidaritätszuschlaggesetz unverändert, beschlossen ist er noch nicht. So viel spart jemand ohne Kinder heute gegenüber der alten Regel:

zu versteuerndes EinkommenSoli nach Regel bis 2020Soli 2026
40.000 €396,49 €0 €
60.000 €782,81 €0 €
80.000 €1.235,52 €251,56 €
100.000 €1.697,52 €1.251,16 €
120.000 €2.159,52 €2.159,52 €

Allein, ohne Kinder, Einkommensteuer nach dem Tarif 2026, einmal mit Freigrenze und Milderungszone von bis 2020 gerechnet.

Ist der Soli verfassungsgemäß?

Ja. Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde von sechs FDP-Politikern gegen den Soli in der Fassung ab 2021 am 26. März 2025 zurückgewiesen (2 BvR 1505/20). Eine Ergänzungsabgabe wie der Soli setzt einen besonderen Finanzbedarf des Bundes voraus. Den sah das Gericht für 2020 und 2021 weiter, etwa bei den Zuschüssen an die Rentenversicherung und den Zahlungen für übergeleitete Renten aus der DDR. Befristet werden muss die Abgabe nicht, und dass seit 2021 nur noch höhere Einkommen zahlen, ist als soziale Staffelung erlaubt.

Ganz frei ist der Gesetzgeber nicht: Fällt der Mehrbedarf erkennbar weg, muss er den Soli aufheben oder anpassen, und er muss in Abständen prüfen, ob der Bedarf noch besteht. Eingeführt wurde der heutige Soli 1995 mit 7,5 %, seit 1998 beträgt er 5,5 %. Die Kläger hielten ihn für überholt, weil der Solidarpakt II für die ostdeutschen Länder Ende 2019 ausgelaufen war.

Häufige Fragen

Ist der Soli abgeschafft?
Für die meisten ja, ganz aber nicht. Seit 2021 zahlst du Soli nur, wenn deine Einkommensteuer über 20.350 € liegt, als Ehepaar über 40.700 €. Weiter zahlen Spitzenverdiener, Kapitalgesellschaften wie die GmbH und alle, deren Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag übersteigen.
Warum zahle ich mit Kindern weniger Soli?
Weil der Soli immer von der Steuer mit Freibeträgen für Kinder ausgeht, auch wenn du Kindergeld bekommst und die Freibeträge bei der Einkommensteuer nichts bringen (§ 3 Abs. 2 SolzG). Allein mit einem Kind beginnt der Soli deshalb erst bei 84.725 € zu versteuerndem Einkommen statt bei 74.969 €.
Wie zahlen Selbstständige den Soli?
Mit den Vorauszahlungen zur Einkommensteuer, im selben Takt (§ 1 Abs. 4 SolzG), endgültig über den Steuerbescheid. Es gelten dieselben Freigrenzen wie für Angestellte. Gewerbetreibende zahlen weniger Soli, wenn die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet wird (§ 35 EStG), weil der Soli an der festzusetzenden Einkommensteuer hängt.
Zahle ich Soli auf Weihnachtsgeld, Boni oder eine Abfindung?
Auf Einmalzahlungen behält der Arbeitgeber Soli nur ein, wenn deine Jahreslohnsteuer mit der Zahlung über der Freigrenze liegt, dann aber volle 5,5 % auf die Lohnsteuer der Zahlung, ohne Milderungszone (§ 3 Abs. 4a, § 4 Satz 4 SolzG). Zu viel einbehaltenen Soli bekommst du mit der Steuererklärung zurück. Was von einer Einmalzahlung übrig bleibt, zeigt der Weihnachtsgeld-Rechner.
Zahle ich Soli auf Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld?
Nicht direkt, diese Leistungen sind steuerfrei. Über den Progressionsvorbehalt erhöhen sie aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen (§ 32b EStG). Auf diese höhere Einkommensteuer fällt Soli an, wenn sie über der Freigrenze liegt.
Was ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag?
Ein Freibetrag bleibt immer steuerfrei. Bei einer Freigrenze dagegen zählt, sobald du darüber liegst, die ganze Steuer: Ohne Ausgleich würde der Soli an der Grenze von null auf 5,5 % der vollen Steuer springen. Diesen Sprung fängt die Milderungszone ab, in der höchstens 11,9 % des Betrags über der Freigrenze anfallen.
Warum zieht mir der Arbeitgeber in Steuerklasse V schon Soli ab?
In Klasse V ist die Lohnsteuer hoch, die monatliche Freigrenze aber dieselbe wie in Klasse I (§ 3 Abs. 4 SolzG). Deshalb beginnt der Soli dort schon ab 6.189 € brutto im Monat. Abgerechnet wird in der gemeinsamen Steuererklärung mit der doppelten Freigrenze von 40.700 €, zu viel einbehaltener Soli kommt dann zurück. Ob III/V oder IV/IV besser passt, zeigt der Steuerklassen-Rechner.
Wird auf die Kirchensteuer auch Soli erhoben?
Nein. Soli und Kirchensteuer sind beide Zuschläge zur Einkommensteuer und werden getrennt aus derselben Bemessungsgrundlage berechnet (§ 3 SolzG, § 51a EStG). Der eine erhöht den anderen nicht. Bei der Abgeltungsteuer senkt die Kirchensteuer allerdings die Kapitalertragsteuer etwas und damit auch den Soli.
Kann ich gegen den Soli Einspruch einlegen?
Ja, er wird zusammen mit der Einkommensteuer festgesetzt, der Einspruch muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids eingehen (§ 355 AO). Fehler beim Einkommen oder bei der Steuer musst du aber über die Einkommensteuer angreifen, ein Einspruch gegen den Soli reicht dafür nicht (§ 1 Abs. 5 SolzG). Ändert sich die Steuer, ändert sich der Soli automatisch mit.

Quellen

  1. § 3 SolzG: Bemessungsgrundlage, Freigrenzen, Lohnabzug gesetze-im-internet.de
  2. § 4 SolzG: 5,5 % und Milderungszone gesetze-im-internet.de
  3. § 1 SolzG: Erhebung, Vorauszahlungen, Rechtsbehelf gesetze-im-internet.de
  4. § 6 SolzG: ab wann welche Freigrenze gilt gesetze-im-internet.de
  5. § 32d EStG: Abgeltungsteuer und Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
  6. § 23 KStG: Körperschaftsteuersatz bis 2032 gesetze-im-internet.de
  7. § 355 AO: Einspruchsfrist gesetze-im-internet.de
  8. BVerfG, Urteil vom 26.03.2025, 2 BvR 1505/20: Solidaritätszuschlag 2020/2021 ist verfassungsgemäß bundesverfassungsgericht.de
  9. BT-Drucksache 19/14103: Gesetzentwurf zur Rückführung des Solidaritätszuschlags, 2019 dserver.bundestag.de
  10. Lohn- und Einkommensteuerrechner des BMF: amtlicher Rechner zum Gegenprüfen bmf-steuerrechner.de

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