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Lohnsteuer-Rechner 2026

Wie viel Lohnsteuer dein Arbeitgeber 2026 jeden Monat einbehält, für Steuerklasse I bis VI, mit Kindern, Kirchensteuer, Soli und Faktor. Bei 3.500 € brutto in Klasse I sind es 405,50 € im Monat. Gerechnet wird nach dem Programmablaufplan 2026 des Bundesfinanzministeriums, nach dem auch die Lohnprogramme der Arbeitgeber rechnen. Gegen die Prüfwerte des BMF ist der Rechner getestet, er trifft sie genau.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Lohnsteuer-Rechner

Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer pro Monat

405,50 €

11,6 % vom Brutto · im Jahr 4.866 €

Bei 3.500,00 € Brutto behält dein Arbeitgeber jeden Monat 405,50 € an Steuern ein und führt sie ans Finanzamt ab.

Lohnsteuer
405,50 €
Soli
0,00 €
Kirchen­steuer
0,00 €

So wurde gerechnet (Jahreswerte)

Jahresarbeitslohn (Monatslohn × 12)42.000 €
− Arbeitnehmer-Pauschbetrag1.230 €
− Sonderausgaben-Pauschbetrag36 €
− Vorsorgepauschale (Rente, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung)8.463 €
= zu versteuernder Jahresbetrag32.271 €
Jahreslohnsteuer4.866,00 €
Solidaritätszuschlag im Jahr0,00 €

Hinweis · Der Rechner zeigt nur die Steuern, gerechnet für gesetzlich Versicherte mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Dein Netto nach Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zeigt der Brutto-Netto-Rechner.

Auf dieser Seite
  1. So rechnet dein Arbeitgeber
  2. Programmablaufplan 2026
  3. Beträge und Sätze 2026
  4. Lohnsteuertabelle
  5. Grundfreibetrag und Steuerklassen
  6. Vorsorgepauschale 2026
  7. Soli und Kirchensteuer
  8. Ehepaare
  9. Drei Beispiele
  10. Freibetrag und Erklärung
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

So rechnet dein Arbeitgeber

Die Lohnsteuer ist die Einkommensteuer auf deinen Arbeitslohn. Der Arbeitgeber behält sie bei jeder Lohnzahlung ein (§ 38 EStG) und führt sie bis zum zehnten Tag nach Ende des Anmeldezeitraums ans Finanzamt ab (§ 41a EStG). Dafür rechnet das Lohnprogramm deinen Monatslohn aufs Jahr hoch, zieht Pauschbeträge und die Vorsorgepauschale ab, wendet den Tarif an und nimmt ein Zwölftel (§ 39b Abs. 2 EStG).

Rechenbeispiel 3.500 € brutto, Steuerklasse I, keine Kinder

Gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer.

Monatslohn × 12 = Jahresarbeitslohn
42.000 €
− Arbeitnehmer-Pauschbetrag
1.230 €
− Sonderausgaben-Pauschbetrag
36 €
− Vorsorgepauschale
8.463 €
= zu versteuernder Jahresbetrag
32.271 €
Steuer nach dem Tarif 2026
4.866 €
÷ 12 = Lohnsteuer im Monat
405,50 €

Vorsorgepauschale im Beispiel: Rentenversicherung 9,3 % = 3.906 €, Krankenversicherung 8,45 % = 3.549 € (ermäßigter Satz 7 % plus halber Durchschnitts-Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung ohne Kinder 2,4 % = 1.008 €, Arbeitslosenversicherung 0 €, weil Kranken- und Pflegeversicherung zusammen schon mehr als 1.900 € ausmachen.

Soli fällt im Beispiel nicht an, weil die Jahreslohnsteuer unter 20.350 € liegt. Den Rechenweg für deine eigenen Zahlen zeigt der Rechner oben unter „So wurde gerechnet“.

Programmablaufplan 2026: die Rechenvorschrift des BMF

Wie Lohnprogramme die Lohnsteuer berechnen, legt das Bundesfinanzministerium jedes Jahr im Programmablaufplan fest, kurz PAP. Dazu verpflichtet es § 39b Abs. 6 EStG, die Finanzbehörden der Länder müssen zustimmen. Der PAP darf vom Wortlaut des Gesetzes abweichen, wenn das Ergebnis dadurch näher an der späteren Einkommensteuer liegt.

Die Fassung für 2026 hat das BMF mit Schreiben vom 12. November 2025 bekannt gemacht. Sie besteht aus drei Plänen: für die maschinelle Berechnung von Lohnsteuer, Soli und Bemessungsgrundlage der Kirchensteuer, für die Erstellung von Lohnsteuertabellen zum Rechnen von Hand und für die Begrenzung der Lohnsteuer auf Versorgungsbezüge nach Doppelbesteuerungsabkommen. Der maschinelle PAP gilt für Lohnzahlungszeiträume, die 2026 enden. Eingearbeitet sind der Grundfreibetrag von 12.348 €, Freibeträge für Kinder von zusammen 4.878 € je Elternteil, die Soli-Freigrenze von 20.350 €, die Beitragsbemessungsgrenzen 2026 und die geänderte Vorsorgepauschale.

Lohnabrechnungsprogramme können den PAP als Unterprogramm einbinden, auch für den Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber (§ 42b EStG). Für Entwickler stellt das BMF ihn auf bmf-steuerrechner.de als XML-Pseudocode bereit, dazu eine Schnittstelle, mit der sich ein eigener Rechner automatisch gegen den des BMF prüfen lässt. Der Lohnsteuerrechner des BMF rechnet nach demselben PAP, ist aber ausdrücklich kein Brutto-Netto-Rechner.

So läuft der PAP ab

  1. EingabenLohnzahlungszeitraum (Jahr, Monat, Woche oder Tag), Arbeitslohn in Cent, Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Faktor, Freibeträge, Angaben zu Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung, Zusatzbeitrag der Krankenkasse, Zuschlag und Abschläge in der Pflegeversicherung, Religion.
  2. HochrechnenMonatslohn mal 12, Wochenlohn mal 360/7, Tageslohn mal 360. Davon gehen Versorgungsfreibetrag, Altersentlastungsbetrag und eingetragene Freibeträge ab.
  3. TabellenfreibeträgeArbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) und Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 €) in den Klassen I bis V, in Klasse II dazu der Entlastungsbetrag (4.260 €).
  4. Vorsorgepauschale und TarifNach Abzug der Vorsorgepauschale bleibt der zu versteuernde Jahresbetrag. Darauf wendet der PAP den Tarif an, in den Klassen V und VI die Sonderformel. Mit Faktor wird die Jahressteuer damit malgenommen.
  5. Anteil für den ZeitraumEin Zwölftel im Monat, 7/360 je Woche, 1/360 je Tag, Bruchteile eines Cents fallen weg.
  6. Soli und KirchensteuerDie Jahressteuer wird noch einmal mit Kinderfreibeträgen gerechnet. Das Ergebnis ist die Bemessungsgrundlage für Kirchensteuer und Soli.

Am Ende stehen Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer-Bemessungsgrundlage für den Zeitraum, im PAP heißen sie LSTLZZ, SOLZLZZ und BK. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld rechnet ein eigener Teil (§ 39b Abs. 3 EStG).

Steuerklasse I, III und IV im PAP

Klasse I und IV laufen gleich: Grundtarif auf den zu versteuernden Jahresbetrag. In Klasse IV kommt auf Antrag der Faktor dazu, den der PAP abbilden muss (§ 39f Abs. 4 EStG). In Klasse III halbiert der PAP den Betrag, wendet den Tarif an und verdoppelt die Steuer, das ist das Splitting nach § 32a Abs. 5 EStG. Für Soli und Kirchensteuer zieht er je Kinderfreibetrag mit Zähler 1,0 in den Klassen I bis III 9.756 € ab, in Klasse IV 4.878 €, in V und VI nichts.

So ist dieser Rechner geprüft

Der Rechner nutzt einen gemeinsamen Steuerkern, der den PAP nachbildet. Nach jeder Änderung am Kern läuft ein Test gegen 84 Fälle aus der Prüfschnittstelle des BMF-Steuerrechners: alle Steuerklassen, Jahreslöhne von 6.000 bis 300.000 €, mit und ohne Kinderfreibeträge, zusammen 168 Werte für Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer-Bemessungsgrundlage. Alle stimmen genau. Am 1. Oktober 2026 wurden zusätzlich die 258 Werte der Prüftabelle im PAP nachgerechnet, auch dort gibt es keinen Euro Abweichung. Ein Auszug:

JahreslohnIIIIIIIVVVI
20.000 €380 €0 €0 €380 €2.234 €2.766 €
30.000 €2.248 €1.230 €0 €2.248 €5.588 €6.120 €
40.000 €4.407 €3.293 €1.000 €4.407 €8.720 €9.218 €
50.000 €6.788 €5.580 €2.810 €6.788 €12.010 €12.542 €
60.000 €9.389 €8.091 €4.822 €9.389 €15.364 €15.895 €
80.000 €15.694 €14.188 €9.496 €15.694 €22.538 €23.070 €
100.000 €23.248 €21.634 €15.012 €23.248 €30.157 €30.689 €

Jahreslohnsteuer 2026 in Euro, gerechnet mit dem Kern dieses Rechners. Annahmen wie in der Prüftabelle des PAP: gesetzlich versichert in allen Zweigen, Zusatzbeitrag 2,9 %, Klasse II ohne und alle anderen Klassen mit Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung.

Nicht abgebildet sind Einmalzahlungen, Versorgungsbezüge, Altersentlastungsbetrag, private Krankenversicherung, eingetragene Freibeträge und Wochen- oder Tageslohn. Dafür bleibt der amtliche Rechner des BMF der richtige Ort.

Beträge und Sätze 2026

Wert2026Grundlage
Grundfreibetrag12.348 €§ 32a Abs. 1 EStG
Spitzensteuersatz 42 % ab (zu versteuernder Betrag)69.879 €§ 32a Abs. 1 EStG
Steuersatz 45 % ab (zu versteuernder Betrag)277.826 €§ 32a Abs. 1 EStG
Arbeitnehmer-Pauschbetrag (I bis V)1.230 €§ 9a Satz 1 Nr. 1 a EStG
Sonderausgaben-Pauschbetrag (I bis V)36 €§ 10c EStG
Entlastungsbetrag Alleinerziehende (II)4.260 €§ 24b Abs. 2 EStG
Vorsorgepauschale Rente9,3 % bis 101.400 €§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 a EStG
Vorsorgepauschale Krankenversicherung7 % + 1,45 % bis 69.750 €§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 b EStG
Vorsorgepauschale Pflege1,8 %, kinderlos 2,4 %§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 c EStG
Vorsorgepauschale Arbeitslosenversicherung (I bis V)1,3 %, mit Kranken und Pflege höchstens 1.900 €§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 e EStG
Mindeststeuer Klasse V und VI14 %§ 39b Abs. 2 Satz 7 EStG
Soli-Freigrenze (Jahreslohnsteuer)20.350 €, Klasse III 40.700 €§ 3 Abs. 3 und 4 SolzG
Freibeträge je Kind und Elternteil (nur Soli und Kirchensteuer)4.878 €§ 32 Abs. 6, § 51a Abs. 2a EStG
Kirchensteuer in Bayern und Baden-Württemberg, sonst8 % / 9 %Kirchensteuergesetze der Länder

Die Beiträge in der Vorsorgepauschale zählen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. In Sachsen ist der Pflegeanteil der Beschäftigten höher, der Rechner berücksichtigt das.

Lohnsteuertabelle 2026

Lohnsteuer im Monat nach Bruttolohn und Steuerklasse, gerechnet mit dem Rechner oben.

BruttoI und IVII, ein KindIIIVVI
1.500 €9,25 €0,00 €0,00 €152,83 €174,58 €
2.000 €88,16 €18,25 €0,00 €298,00 €342,33 €
2.500 €187,33 €102,50 €0,00 €465,66 €510,00 €
3.000 €293,08 €203,41 €35,33 €625,66 €665,00 €
3.500 €405,50 €311,00 €110,16 €779,33 €822,33 €
4.000 €524,50 €425,33 €201,83 €944,91 €989,25 €
4.500 €650,16 €546,41 €300,16 €1.112,58 €1.156,91 €
5.000 €782,41 €674,25 €401,83 €1.280,33 €1.324,58 €
6.000 €1.074,33 €956,91 €620,66 €1.624,25 €1.668,50 €
7.000 €1.430,33 €1.300,75 €879,50 €2.005,16 €2.049,50 €
8.000 €1.810,33 €1.675,83 €1.155,33 €2.386,08 €2.430,41 €
10.000 €2.632,75 €2.498,25 €1.809,00 €3.208,50 €3.252,83 €

Ohne Kinder (Klasse II mit einem Kind), gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer. Soli fällt in Klasse I erst ab rund 7.700 € Monatslohn an, in Klasse III ab rund 14.017 €.

Das ist eine allgemeine Lohnsteuertabelle für Beschäftigte, die in allen Zweigen der Sozialversicherung versichert sind. Für Beamte und andere, die in keinem Zweig versichert sind, gilt die besondere Lohnsteuertabelle mit einer anderen Vorsorgepauschale. Sie bildet der Rechner nicht ab.

Grundfreibetrag und Steuerklassen: ab wann Lohnsteuer anfällt

Der Grundfreibetrag von 12.348 € im Jahr, also 1.029 € im Monat, wird nicht als eigener Posten abgezogen. Er steckt im Tarif: Auf die ersten 12.348 € des zu versteuernden Betrags fällt keine Steuer an (§ 32a Abs. 1 EStG). Zusammen mit den beiden Pauschbeträgen sind 13.614 € im Jahr frei, der BMF-Steuerrechner führt diesen Betrag als Arbeitslohngrenze 2026 für die Klassen I und IV. Weil die Vorsorgepauschale noch dazukommt, beginnt die Lohnsteuer in Klasse I erst bei 1.427 € Monatslohn.

KlasseFür wenWas abgezogen wird
ILedige, Geschiedene, dauernd getrennt LebendeGrundfreibetrag, Pauschbeträge, Vorsorgepauschale
IIAlleinerziehende mit Entlastungsbetragwie I, dazu 4.260 € Entlastungsbetrag
IIIVerheiratete auf Antrag, Partner in V oder ohne Lohnwie I, aber Splittingtarif, also doppelter Grundfreibetrag
IVVerheiratete, automatisch nach der Hochzeitwie I, auf Antrag mit Faktor
VVerheiratete, Partner in IIIPauschbeträge und Vorsorgepauschale, kein Grundfreibetrag
VIzweiter und jeder weitere Jobnur Vorsorgepauschale

Ab diesem Monatsbrutto wird der erste Cent Lohnsteuer oder Soli fällig:

KlasseAnnahmeLohnsteuer abSoli ab
I und IVohne Kinder1.427 €7.700 €
IIein Kind1.853 €8.497 €
IIIohne Kinder2.712 €14.017 €
Vohne Kinder136 €6.189 €
VIohne Kinder1 €6.073 €

In Klasse VI fehlen Grundfreibetrag und Pauschbeträge, deshalb geht dort schon vom ersten Euro etwas ab. Mit Kindern beginnt der Soli später.

Vorsorgepauschale 2026

Die Vorsorgepauschale steht im Lohnsteuerabzug für deine Beiträge zur Sozialversicherung (§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 EStG). Sie setzt sich aus vier Teilen zusammen: 9,3 % für die Rente, 8,45 % für die Krankenversicherung (ermäßigter Satz plus halber Zusatzbeitrag), der Pflegeanteil und 1,3 % für die Arbeitslosenversicherung, dieser aber nur, soweit Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenteil zusammen 1.900 € im Jahr nicht übersteigen. Seit 2026 zählt die Arbeitslosenversicherung mit, die frühere Mindestvorsorgepauschale ist weggefallen.

MonatslohnZusammen im JahrRenteKrankenPflegeArbeitslosen
1.200 €3.089 €1.339 €1.217 €346 €187 €
2.000 €4.836 €2.232 €2.028 €576 €–
3.500 €8.463 €3.906 €3.549 €1.008 €–
6.000 €14.264 €6.696 €5.894 €1.674 €–
9.000 €16.998 €9.430 €5.894 €1.674 €–

Klasse I, kinderlos, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, Jahreswerte. Über 5.813 € Monatslohn wachsen Kranken- und Pflegeteil nicht mehr mit, über 8.450 € auch der Rententeil nicht.

Die Arbeitslosenversicherung zählt also nur bei kleinen Löhnen mit, kinderlos in Klasse I bis knapp 1.460 € im Monat. Dein Arbeitgeber rechnet mit dem Zusatzbeitrag deiner eigenen Krankenkasse, der Rechner mit dem Durchschnitt. Bist du privat versichert, nimmt er die Beiträge, die deine Versicherung als Lohnsteuerabzugsmerkmal gemeldet hat, abzüglich seines steuerfreien Zuschusses (§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 d EStG). In der Steuererklärung zählen am Ende deine tatsächlichen Beiträge.

Soli und Kirchensteuer auf die Lohnsteuer

Beide werden auf die Lohnsteuer aufgeschlagen, aber nach Abzug der Kinderfreibeträge (§ 51a Abs. 2a EStG). Der Soli fällt erst an, wenn diese Jahressteuer über 20.350 € liegt, in Klasse III über 40.700 €. Darüber beträgt er in der Milderungszone höchstens 11,9 % des Betrags über der Freigrenze, ab 37.839 € Jahressteuer die vollen 5,5 % (§§ 3, 4 SolzG). In Klasse I heißt das: Soli ab 7.700 € Monatslohn ohne Kind, ab 8.110 € mit einem Kind, der volle Satz ohne Kind ab 11.240 €.

MonatslohnLohnsteuerSoliKirchensteuer 9 %Kirchensteuer 8 %
6.000 €1.074,33 €–96,68 €85,94 €
7.000 €1.430,33 €–128,72 €114,42 €
8.000 €1.810,33 €13,62 €162,92 €144,82 €
10.000 €2.632,75 €111,49 €236,94 €210,62 €
12.000 €3.472,75 €191,00 €312,54 €277,82 €

Klasse I, keine Kinder, gesetzlich versichert. Kirchensteuer 8 % gilt in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Ländern.

Kirchensteuer zahlst du nur als Mitglied einer Kirche oder Religionsgemeinschaft, die sie erhebt. Deine Religionszugehörigkeit steht in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen, die dein Arbeitgeber beim Bundeszentralamt für Steuern abruft (§ 39e EStG). Wie viel Kirchensteuer bei dir anfällt, rechnet der Kirchensteuer-Rechner, den Soli allein der Soli-Rechner.

Ehepaare: III/V, IV/IV oder Faktor

Die Steuerklassen bestimmen nur, wie viel im Monat abgezogen wird. Die Steuer fürs Jahr steht erst mit der Steuererklärung fest, und die ist bei III/V und beim Faktor Pflicht (§ 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG). Beispiel: Partner A verdient 5.000 €, Partner B 2.500 € im Monat, keine Kinder, keine Kirchensteuer. Die gemeinsame Steuer nach dem Splittingtarif liegt bei 11.140 € im Jahr.

KombinationA im MonatB im MonatIm JahrMit der Erklärung
IV/IV782,41 €187,33 €11.637 €rund 497 € Erstattung
III/V401,83 €465,66 €10.410 €rund 730 € Nachzahlung
IV/IV, Faktor 0,957748,75 €179,25 €11.136 €passt fast genau

Mit III/V bleiben dem Paar im Monat 102,25 € mehr als mit IV/IV, dafür kommt eine Nachzahlung. Der Faktor ist die voraussichtliche Splittingsteuer geteilt durch die Summe der Lohnsteuer beider in Klasse IV, mit drei Nachkommastellen ohne Rundung (§ 39f Abs. 1 EStG). Er kürzt die Lohnsteuer beider im gleichen Verhältnis, trifft die Jahressteuer fast genau und gilt bis zum Ende des Jahres, das auf sein erstes Jahr folgt. Achtung: Elterngeld, Arbeitslosen- und Krankengeld hängen vom Netto ab und damit auch von der Steuerklasse.

Nach der Hochzeit bekommt ihr automatisch beide Klasse IV (§ 39e Abs. 3 EStG). Einen Wechsel beantragt ihr beim Finanzamt, er gilt ab dem Folgemonat. Für das laufende Jahr muss der Antrag bis 30. November dort sein (§ 39 Abs. 6 EStG). Zurück nach IV/IV reicht der Antrag eines Partners (§ 38b Abs. 3 EStG). Trennt ihr euch dauerhaft, müsst ihr das dem Finanzamt mitteilen, sobald eine ungünstigere Klasse gilt, sonst ändert es die Klassen von Amts wegen und fordert zu wenig gezahlte Lohnsteuer nach (§ 39 Abs. 5 EStG). Alles gilt genauso für eingetragene Lebenspartner (§ 2 Abs. 8 EStG). Eure eigenen Zahlen rechnet der Steuerklassen-Rechner.

Drei Beispiele

Rechenbeispiel 3.200 € brutto, alleinerziehend mit zwei Kindern

Bayern, Kirchensteuer 8 %. Klasse II enthält den Entlastungsbetrag von 4.260 €, allerdings nur für ein Kind.

Lohnsteuer in Klasse II
247,75 €
Kirchensteuer (8 %)
3,82 €
Lohnsteuer in Klasse I zum Vergleich
344,83 €
Klasse II spart im Jahr
1.165 €

Die 240 € für das zweite Kind gibt es auf Antrag als Freibetrag (§ 39a EStG), das spart weitere 64 € im Jahr. Die Kirchensteuer ist so niedrig, weil für sie die Kinderfreibeträge abgezogen werden.

Rechenbeispiel 3.200 € im Hauptjob, 1.000 € im Zweitjob

Nordrhein-Westfalen, keine Kinder. Im Zweitjob gilt Klasse VI ohne Grundfreibetrag, dort gehen 11,18 % des Zweitlohns als Lohnsteuer ab.

Lohnsteuer Hauptjob, Klasse I
337,25 €
Lohnsteuer Zweitjob, Klasse VI
111,75 €
Einbehalten im Jahr
5.388 €
Steuer, wenn man beide Löhne zusammenrechnet
6.887 €
Voraussichtliche Nachzahlung
1.499 €

Mit zwei Arbeitgebern ist die Steuererklärung Pflicht (§ 46 Abs. 2 Nr. 2 EStG). Einen Freibetrag im Zweitjob gibt es nur, wenn der Hauptjob im Jahr weniger als 13.614 € bringt (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG). Hier hilft nur, das Geld für die Nachzahlung zurückzulegen.

Rechenbeispiel 9.000 € brutto, Soli in der Milderungszone

Klasse I, keine Kinder, Kirchensteuer. Die Jahreslohnsteuer liegt mit 26.553 € über der Soli-Freigrenze von 20.350 €, aber unter 37.839 €. Deshalb gilt noch der gedeckelte Soli (§ 4 SolzG).

Lohnsteuer
2.212,75 €
Soli (voller Satz wären 121,70 €)
61,51 €
Kirchensteuer (9 %)
199,14 €
Steuern im Monat
2.473,40 €

Freibetrag und Steuererklärung

Hast du hohe Werbungskosten, trägt das Finanzamt auf Antrag einen Freibetrag ein (§ 39a EStG). Dann zieht dein Arbeitgeber schon im Monat weniger ab. Werbungskosten zählen nur über dem Pauschbetrag von 1.230 €, und alles zusammen muss über 600 € im Jahr liegen. Pauschbeträge für Menschen mit Behinderungen trägt das Finanzamt auch ohne diese Grenze ein (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG). Den Antrag kannst du ab 1. November für das Folgejahr stellen, spätestens bis 30. November des Jahres, für das er gelten soll (§ 39a Abs. 2 EStG).

Beispiel: 3.000 € brutto, Klasse I, 30 km zur Arbeit an 220 Tagen. Die Entfernungspauschale ergibt 2.508 €, also 1.278 € über dem Pauschbetrag. Als Freibetrag ab Januar senkt das die Lohnsteuer um 346 € im Jahr, rund 28,83 € im Monat.

Mit Freibetrag wird die Erklärung Pflicht

Liegt dein Arbeitslohn im Jahr über 13.614 € (Ehepaare 25.998 €), musst du dann eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG). Pflicht ist sie auch bei III/V oder Faktor, bei zwei Jobs und bei Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeiter- oder Elterngeld über 410 € im Jahr.

Pflicht-Erklärungen für 2026 sind bis 2. August 2027 fällig (der 31. Juli ist ein Samstag), mit Steuerberater bis 29. Februar 2028 (§ 149 Abs. 2 und 3, § 108 Abs. 3 AO). Freiwillig kannst du die Erklärung für 2026 bis 31. Dezember 2030 abgeben. Weißt du nicht, wie eine Vorschrift im Einzelfall anzuwenden ist, kannst du beim Betriebsstättenfinanzamt deines Arbeitgebers eine Anrufungsauskunft einholen (§ 42e EStG).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?
Die Lohnsteuer ist die Einkommensteuer auf deinen Arbeitslohn, erhoben an der Quelle: Dein Arbeitgeber behält sie bei jeder Lohnzahlung ein und führt sie ans Finanzamt ab (§ 38 Abs. 1 und § 41a EStG). Schuldner bist trotzdem du (§ 38 Abs. 2 EStG). Die Einkommensteuer setzt das Finanzamt erst mit der Steuererklärung fürs ganze Jahr fest, über alle Einkünfte und mit deinen tatsächlichen Ausgaben. Die einbehaltene Lohnsteuer wird darauf angerechnet (§ 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG). War der Abzug zu hoch, bekommst du Geld zurück, sonst zahlst du nach. Die Jahressteuer rechnet der Einkommensteuer-Rechner.
Wie viel Lohnsteuer zahle ich bei 3.000 € brutto?
In Steuerklasse I ohne Kinder 293,08 € im Monat, in II mit einem Kind 203,41 €, in III 35,33 €, in V 625,66 € und in VI 665,00 €. Soli fällt bei diesem Lohn in keiner Klasse an. Bist du in der Kirche, kommen 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % Kirchensteuer auf die Lohnsteuer dazu.
Warum ziehen Steuerklasse V und VI so viel ab?
In beiden Klassen fehlt der Grundfreibetrag: In V steckt er beim Partner in Klasse III, in VI beim ersten Job. Klasse VI bekommt außerdem weder Arbeitnehmer- noch Sonderausgaben-Pauschbetrag. Gerechnet wird mit einer eigenen Formel: das Doppelte der Differenz zwischen der Steuer auf das 1,25-Fache und auf das 0,75-Fache des Jahresbetrags, mindestens 14 % (§ 39b Abs. 2 Satz 7 EStG). Wer in V oder VI arbeitet, muss eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 2 und 3a EStG).
Wie wirken sich Kinder auf die Lohnsteuer aus?
Auf die Lohnsteuer selbst kaum: Mit Kind ist der Pflegebeitrag in der Vorsorgepauschale niedriger (1,8 % statt 2,4 %, ab dem zweiten Kind unter 25 je 0,25 Prozentpunkte weniger), die Lohnsteuer steigt dadurch sogar minimal. Alleinerziehende bekommen in Klasse II den Entlastungsbetrag. Die Kinderfreibeträge aus deinen Lohnsteuerabzugsmerkmalen senken nur Soli und Kirchensteuer (§ 51a Abs. 2a EStG). Ob der Kinderfreibetrag bei der Einkommensteuer mehr bringt als das Kindergeld, prüft das Finanzamt erst in der Steuererklärung (§ 31 EStG).
Was bedeutet die Zahl der Kinderfreibeträge auf der Lohnabrechnung?
Sie stammt aus deinen Lohnsteuerabzugsmerkmalen. Üblich ist 0,5 je Kind, wenn die Eltern nicht verheiratet sind oder getrennt leben, und 1,0 je Kind bei Verheirateten in Klasse III oder IV. Den Zähler 1,0 gibt es auch, wenn der andere Elternteil vor Jahresbeginn gestorben ist oder du das Kind allein angenommen hast (§ 38b Abs. 2 EStG). In den Klassen V und VI zählen keine Kinderfreibeträge. Für minderjährige Kinder werden sie automatisch gebildet, für ältere Kinder nur auf Antrag.
Warum weicht meine Lohnabrechnung vom Rechner ab?
Meist aus einem dieser Gründe: Deine Krankenkasse hat einen anderen Zusatzbeitrag als den Durchschnitt von 2,9 %, der PAP rechnet mit dem Satz deiner Kasse. Du bist privat versichert, dann zählen deine gemeldeten Beiträge statt der Pauschale. Du hast einen Freibetrag eingetragen, bekommst einen Dienstwagen, Sachbezüge oder eine Einmalzahlung. Der Rechner nimmt einen laufenden Monatslohn und gesetzliche Versicherung an.
Wird Weihnachtsgeld anders besteuert?
Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld sind sonstige Bezüge. Der Arbeitgeber rechnet die Jahreslohnsteuer einmal ohne und einmal mit der Zahlung und behält die Differenz ein (§ 39b Abs. 3 EStG), im PAP ist das ein eigener Teil. Weil die Zahlung oben auf den Jahreslohn kommt, geht davon prozentual meist mehr ab als vom Monatslohn. Dieser Rechner rechnet nur den laufenden Lohn, für Einmalzahlungen gibt es den Weihnachtsgeld-Rechner.
Wie wird die Lohnsteuer bei Wochen- oder Tageslohn berechnet?
Nach demselben Jahresprinzip. Der Arbeitgeber rechnet einen Wochenlohn mit 360/7 und einen Tageslohn mit 360 auf ein Jahr hoch, ermittelt die Jahreslohnsteuer und behält davon 7/360 je Woche oder 1/360 je Tag ein. Bruchteile eines Cents fallen weg (§ 39b Abs. 2 Satz 2, 9 und 10 EStG). Der PAP kennt deshalb vier Lohnzahlungszeiträume: Jahr, Monat, Woche und Tag. Der Rechner oben rechnet mit Monatslohn.
Wie bekomme ich zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück?
Mit der Steuererklärung. Auch wenn du keine abgeben musst, kannst du sie freiwillig einreichen, und zwar vier Jahre lang: für 2026 bis 31. Dezember 2030 (§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG, §§ 169, 170 AO). Arbeitgeber mit mindestens zehn Beschäftigten müssen außerdem einen Lohnsteuer-Jahresausgleich machen (§ 42b EStG). Der erstattet aber nur und ist unter anderem ausgeschlossen, wenn du in Klasse V oder VI warst, im Laufe des Jahres in II, III oder IV gewechselt bist, einen Faktor oder Freibetrag hattest, Kurzarbeitergeld bekommen hast oder sich der Zusatzbeitrag deiner Kasse im Jahr geändert hat.
Muss ich im Minijob Lohnsteuer zahlen?
Nicht unbedingt: Für Minijobs bis 603 € im Monat kann der Arbeitgeber pauschal 2 % abführen, darin sind Soli und Kirchensteuer schon enthalten (§ 40a Abs. 2 EStG). Verzichtet er darauf, rechnet er nach deinen Lohnsteuerabzugsmerkmalen ab, als Zweitjob also in Klasse VI. Mehr dazu im Minijob-Rechner.

Quellen

  1. BMF: Programmablaufpläne zur Lohnsteuer für 2026: BMF-Schreiben vom 12.11.2025 mit PAP und Prüftabelle bundesfinanzministerium.de
  2. BMF-Steuerrechner: Service für Entwickler: PAP als PDF und XML-Pseudocode, Prüfschnittstelle bmf-steuerrechner.de
  3. BMF-Steuerrechner: Lohnsteuer 2026: Amtlicher Lohnsteuerrechner zum Gegenprüfen bmf-steuerrechner.de
  4. BMF-Steuerrechner: Faktorverfahren 2026: Faktor für Ehepaare in Steuerklasse IV bmf-steuerrechner.de
  5. § 38 EStG: Erhebung der Lohnsteuer: Abzug vom Arbeitslohn, Arbeitnehmer als Schuldner gesetze-im-internet.de
  6. § 38b EStG: Lohnsteuerklassen: Wer in welche Klasse gehört, Zahl der Kinderfreibeträge gesetze-im-internet.de
  7. § 39 EStG: Lohnsteuerabzugsmerkmale: Steuerklassenwechsel (Abs. 6) gesetze-im-internet.de
  8. § 39a EStG: Freibetrag und Hinzurechnungsbetrag: Grenze, Antragsfrist, Geltungsdauer gesetze-im-internet.de
  9. § 39b EStG: Einbehaltung der Lohnsteuer: Rechenweg, Vorsorgepauschale, Klassen V und VI, PAP (Abs. 6) gesetze-im-internet.de
  10. § 39f EStG: Faktorverfahren: Berechnung und Geltungsdauer des Faktors gesetze-im-internet.de
  11. § 42b EStG: Lohnsteuer-Jahresausgleich: Pflicht ab zehn Beschäftigten, Ausschlussgründe gesetze-im-internet.de
  12. § 46 EStG: Veranlagung von Arbeitnehmern: Wann die Steuererklärung Pflicht ist gesetze-im-internet.de
  13. § 51a EStG: Zuschlagsteuern: Kinderfreibeträge bei Soli und Kirchensteuer gesetze-im-internet.de
  14. Solidaritätszuschlaggesetz 1995: Freigrenze (§ 3) und Milderungszone (§ 4) gesetze-im-internet.de

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