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So rechnet dein Arbeitgeber
Die Lohnsteuer ist die Einkommensteuer auf deinen Arbeitslohn. Der Arbeitgeber behält sie bei jeder Lohnzahlung ein (§ 38 EStG) und führt sie bis zum zehnten Tag nach Ende des Anmeldezeitraums ans Finanzamt ab (§ 41a EStG). Dafür rechnet das Lohnprogramm deinen Monatslohn aufs Jahr hoch, zieht Pauschbeträge und die Vorsorgepauschale ab, wendet den Tarif an und nimmt ein Zwölftel (§ 39b Abs. 2 EStG).
Gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer.
- Monatslohn × 12 = Jahresarbeitslohn
- 42.000 €
- − Arbeitnehmer-Pauschbetrag
- 1.230 €
- − Sonderausgaben-Pauschbetrag
- 36 €
- − Vorsorgepauschale
- 8.463 €
- = zu versteuernder Jahresbetrag
- 32.271 €
- Steuer nach dem Tarif 2026
- 4.866 €
- ÷ 12 = Lohnsteuer im Monat
- 405,50 €
Vorsorgepauschale im Beispiel: Rentenversicherung 9,3 % = 3.906 €, Krankenversicherung 8,45 % = 3.549 € (ermäßigter Satz 7 % plus halber Durchschnitts-Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung ohne Kinder 2,4 % = 1.008 €, Arbeitslosenversicherung 0 €, weil Kranken- und Pflegeversicherung zusammen schon mehr als 1.900 € ausmachen.
Soli fällt im Beispiel nicht an, weil die Jahreslohnsteuer unter 20.350 € liegt. Den Rechenweg für deine eigenen Zahlen zeigt der Rechner oben unter „So wurde gerechnet“.
Programmablaufplan 2026: die Rechenvorschrift des BMF
Wie Lohnprogramme die Lohnsteuer berechnen, legt das Bundesfinanzministerium jedes Jahr im Programmablaufplan fest, kurz PAP. Dazu verpflichtet es § 39b Abs. 6 EStG, die Finanzbehörden der Länder müssen zustimmen. Der PAP darf vom Wortlaut des Gesetzes abweichen, wenn das Ergebnis dadurch näher an der späteren Einkommensteuer liegt.
Die Fassung für 2026 hat das BMF mit Schreiben vom 12. November 2025 bekannt gemacht. Sie besteht aus drei Plänen: für die maschinelle Berechnung von Lohnsteuer, Soli und Bemessungsgrundlage der Kirchensteuer, für die Erstellung von Lohnsteuertabellen zum Rechnen von Hand und für die Begrenzung der Lohnsteuer auf Versorgungsbezüge nach Doppelbesteuerungsabkommen. Der maschinelle PAP gilt für Lohnzahlungszeiträume, die 2026 enden. Eingearbeitet sind der Grundfreibetrag von 12.348 €, Freibeträge für Kinder von zusammen 4.878 € je Elternteil, die Soli-Freigrenze von 20.350 €, die Beitragsbemessungsgrenzen 2026 und die geänderte Vorsorgepauschale.
Lohnabrechnungsprogramme können den PAP als Unterprogramm einbinden, auch für den Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber (§ 42b EStG). Für Entwickler stellt das BMF ihn auf bmf-steuerrechner.de als XML-Pseudocode bereit, dazu eine Schnittstelle, mit der sich ein eigener Rechner automatisch gegen den des BMF prüfen lässt. Der Lohnsteuerrechner des BMF rechnet nach demselben PAP, ist aber ausdrücklich kein Brutto-Netto-Rechner.
So läuft der PAP ab
- EingabenLohnzahlungszeitraum (Jahr, Monat, Woche oder Tag), Arbeitslohn in Cent, Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Faktor, Freibeträge, Angaben zu Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung, Zusatzbeitrag der Krankenkasse, Zuschlag und Abschläge in der Pflegeversicherung, Religion.
- HochrechnenMonatslohn mal 12, Wochenlohn mal 360/7, Tageslohn mal 360. Davon gehen Versorgungsfreibetrag, Altersentlastungsbetrag und eingetragene Freibeträge ab.
- TabellenfreibeträgeArbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) und Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 €) in den Klassen I bis V, in Klasse II dazu der Entlastungsbetrag (4.260 €).
- Vorsorgepauschale und TarifNach Abzug der Vorsorgepauschale bleibt der zu versteuernde Jahresbetrag. Darauf wendet der PAP den Tarif an, in den Klassen V und VI die Sonderformel. Mit Faktor wird die Jahressteuer damit malgenommen.
- Anteil für den ZeitraumEin Zwölftel im Monat, 7/360 je Woche, 1/360 je Tag, Bruchteile eines Cents fallen weg.
- Soli und KirchensteuerDie Jahressteuer wird noch einmal mit Kinderfreibeträgen gerechnet. Das Ergebnis ist die Bemessungsgrundlage für Kirchensteuer und Soli.
Am Ende stehen Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer-Bemessungsgrundlage für den Zeitraum, im PAP heißen sie LSTLZZ, SOLZLZZ und BK. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld rechnet ein eigener Teil (§ 39b Abs. 3 EStG).
Steuerklasse I, III und IV im PAP
Klasse I und IV laufen gleich: Grundtarif auf den zu versteuernden Jahresbetrag. In Klasse IV kommt auf Antrag der Faktor dazu, den der PAP abbilden muss (§ 39f Abs. 4 EStG). In Klasse III halbiert der PAP den Betrag, wendet den Tarif an und verdoppelt die Steuer, das ist das Splitting nach § 32a Abs. 5 EStG. Für Soli und Kirchensteuer zieht er je Kinderfreibetrag mit Zähler 1,0 in den Klassen I bis III 9.756 € ab, in Klasse IV 4.878 €, in V und VI nichts.
So ist dieser Rechner geprüft
Der Rechner nutzt einen gemeinsamen Steuerkern, der den PAP nachbildet. Nach jeder Änderung am Kern läuft ein Test gegen 84 Fälle aus der Prüfschnittstelle des BMF-Steuerrechners: alle Steuerklassen, Jahreslöhne von 6.000 bis 300.000 €, mit und ohne Kinderfreibeträge, zusammen 168 Werte für Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer-Bemessungsgrundlage. Alle stimmen genau. Am 1. Oktober 2026 wurden zusätzlich die 258 Werte der Prüftabelle im PAP nachgerechnet, auch dort gibt es keinen Euro Abweichung. Ein Auszug:
| Jahreslohn | I | II | III | IV | V | VI |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 20.000 € | 380 € | 0 € | 0 € | 380 € | 2.234 € | 2.766 € |
| 30.000 € | 2.248 € | 1.230 € | 0 € | 2.248 € | 5.588 € | 6.120 € |
| 40.000 € | 4.407 € | 3.293 € | 1.000 € | 4.407 € | 8.720 € | 9.218 € |
| 50.000 € | 6.788 € | 5.580 € | 2.810 € | 6.788 € | 12.010 € | 12.542 € |
| 60.000 € | 9.389 € | 8.091 € | 4.822 € | 9.389 € | 15.364 € | 15.895 € |
| 80.000 € | 15.694 € | 14.188 € | 9.496 € | 15.694 € | 22.538 € | 23.070 € |
| 100.000 € | 23.248 € | 21.634 € | 15.012 € | 23.248 € | 30.157 € | 30.689 € |
Jahreslohnsteuer 2026 in Euro, gerechnet mit dem Kern dieses Rechners. Annahmen wie in der Prüftabelle des PAP: gesetzlich versichert in allen Zweigen, Zusatzbeitrag 2,9 %, Klasse II ohne und alle anderen Klassen mit Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung.
Nicht abgebildet sind Einmalzahlungen, Versorgungsbezüge, Altersentlastungsbetrag, private Krankenversicherung, eingetragene Freibeträge und Wochen- oder Tageslohn. Dafür bleibt der amtliche Rechner des BMF der richtige Ort.
Beträge und Sätze 2026
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundfreibetrag | 12.348 € | § 32a Abs. 1 EStG |
| Spitzensteuersatz 42 % ab (zu versteuernder Betrag) | 69.879 € | § 32a Abs. 1 EStG |
| Steuersatz 45 % ab (zu versteuernder Betrag) | 277.826 € | § 32a Abs. 1 EStG |
| Arbeitnehmer-Pauschbetrag (I bis V) | 1.230 € | § 9a Satz 1 Nr. 1 a EStG |
| Sonderausgaben-Pauschbetrag (I bis V) | 36 € | § 10c EStG |
| Entlastungsbetrag Alleinerziehende (II) | 4.260 € | § 24b Abs. 2 EStG |
| Vorsorgepauschale Rente | 9,3 % bis 101.400 € | § 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 a EStG |
| Vorsorgepauschale Krankenversicherung | 7 % + 1,45 % bis 69.750 € | § 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 b EStG |
| Vorsorgepauschale Pflege | 1,8 %, kinderlos 2,4 % | § 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 c EStG |
| Vorsorgepauschale Arbeitslosenversicherung (I bis V) | 1,3 %, mit Kranken und Pflege höchstens 1.900 € | § 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 e EStG |
| Mindeststeuer Klasse V und VI | 14 % | § 39b Abs. 2 Satz 7 EStG |
| Soli-Freigrenze (Jahreslohnsteuer) | 20.350 €, Klasse III 40.700 € | § 3 Abs. 3 und 4 SolzG |
| Freibeträge je Kind und Elternteil (nur Soli und Kirchensteuer) | 4.878 € | § 32 Abs. 6, § 51a Abs. 2a EStG |
| Kirchensteuer in Bayern und Baden-Württemberg, sonst | 8 % / 9 % | Kirchensteuergesetze der Länder |
Die Beiträge in der Vorsorgepauschale zählen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. In Sachsen ist der Pflegeanteil der Beschäftigten höher, der Rechner berücksichtigt das.
Lohnsteuertabelle 2026
Lohnsteuer im Monat nach Bruttolohn und Steuerklasse, gerechnet mit dem Rechner oben.
| Brutto | I und IV | II, ein Kind | III | V | VI |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.500 € | 9,25 € | 0,00 € | 0,00 € | 152,83 € | 174,58 € |
| 2.000 € | 88,16 € | 18,25 € | 0,00 € | 298,00 € | 342,33 € |
| 2.500 € | 187,33 € | 102,50 € | 0,00 € | 465,66 € | 510,00 € |
| 3.000 € | 293,08 € | 203,41 € | 35,33 € | 625,66 € | 665,00 € |
| 3.500 € | 405,50 € | 311,00 € | 110,16 € | 779,33 € | 822,33 € |
| 4.000 € | 524,50 € | 425,33 € | 201,83 € | 944,91 € | 989,25 € |
| 4.500 € | 650,16 € | 546,41 € | 300,16 € | 1.112,58 € | 1.156,91 € |
| 5.000 € | 782,41 € | 674,25 € | 401,83 € | 1.280,33 € | 1.324,58 € |
| 6.000 € | 1.074,33 € | 956,91 € | 620,66 € | 1.624,25 € | 1.668,50 € |
| 7.000 € | 1.430,33 € | 1.300,75 € | 879,50 € | 2.005,16 € | 2.049,50 € |
| 8.000 € | 1.810,33 € | 1.675,83 € | 1.155,33 € | 2.386,08 € | 2.430,41 € |
| 10.000 € | 2.632,75 € | 2.498,25 € | 1.809,00 € | 3.208,50 € | 3.252,83 € |
Ohne Kinder (Klasse II mit einem Kind), gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer. Soli fällt in Klasse I erst ab rund 7.700 € Monatslohn an, in Klasse III ab rund 14.017 €.
Das ist eine allgemeine Lohnsteuertabelle für Beschäftigte, die in allen Zweigen der Sozialversicherung versichert sind. Für Beamte und andere, die in keinem Zweig versichert sind, gilt die besondere Lohnsteuertabelle mit einer anderen Vorsorgepauschale. Sie bildet der Rechner nicht ab.
Grundfreibetrag und Steuerklassen: ab wann Lohnsteuer anfällt
Der Grundfreibetrag von 12.348 € im Jahr, also 1.029 € im Monat, wird nicht als eigener Posten abgezogen. Er steckt im Tarif: Auf die ersten 12.348 € des zu versteuernden Betrags fällt keine Steuer an (§ 32a Abs. 1 EStG). Zusammen mit den beiden Pauschbeträgen sind 13.614 € im Jahr frei, der BMF-Steuerrechner führt diesen Betrag als Arbeitslohngrenze 2026 für die Klassen I und IV. Weil die Vorsorgepauschale noch dazukommt, beginnt die Lohnsteuer in Klasse I erst bei 1.427 € Monatslohn.
| Klasse | Für wen | Was abgezogen wird |
|---|---|---|
| I | Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt Lebende | Grundfreibetrag, Pauschbeträge, Vorsorgepauschale |
| II | Alleinerziehende mit Entlastungsbetrag | wie I, dazu 4.260 € Entlastungsbetrag |
| III | Verheiratete auf Antrag, Partner in V oder ohne Lohn | wie I, aber Splittingtarif, also doppelter Grundfreibetrag |
| IV | Verheiratete, automatisch nach der Hochzeit | wie I, auf Antrag mit Faktor |
| V | Verheiratete, Partner in III | Pauschbeträge und Vorsorgepauschale, kein Grundfreibetrag |
| VI | zweiter und jeder weitere Job | nur Vorsorgepauschale |
Ab diesem Monatsbrutto wird der erste Cent Lohnsteuer oder Soli fällig:
| Klasse | Annahme | Lohnsteuer ab | Soli ab |
|---|---|---|---|
| I und IV | ohne Kinder | 1.427 € | 7.700 € |
| II | ein Kind | 1.853 € | 8.497 € |
| III | ohne Kinder | 2.712 € | 14.017 € |
| V | ohne Kinder | 136 € | 6.189 € |
| VI | ohne Kinder | 1 € | 6.073 € |
In Klasse VI fehlen Grundfreibetrag und Pauschbeträge, deshalb geht dort schon vom ersten Euro etwas ab. Mit Kindern beginnt der Soli später.
Vorsorgepauschale 2026
Die Vorsorgepauschale steht im Lohnsteuerabzug für deine Beiträge zur Sozialversicherung (§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 EStG). Sie setzt sich aus vier Teilen zusammen: 9,3 % für die Rente, 8,45 % für die Krankenversicherung (ermäßigter Satz plus halber Zusatzbeitrag), der Pflegeanteil und 1,3 % für die Arbeitslosenversicherung, dieser aber nur, soweit Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenteil zusammen 1.900 € im Jahr nicht übersteigen. Seit 2026 zählt die Arbeitslosenversicherung mit, die frühere Mindestvorsorgepauschale ist weggefallen.
| Monatslohn | Zusammen im Jahr | Rente | Kranken | Pflege | Arbeitslosen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.200 € | 3.089 € | 1.339 € | 1.217 € | 346 € | 187 € |
| 2.000 € | 4.836 € | 2.232 € | 2.028 € | 576 € | – |
| 3.500 € | 8.463 € | 3.906 € | 3.549 € | 1.008 € | – |
| 6.000 € | 14.264 € | 6.696 € | 5.894 € | 1.674 € | – |
| 9.000 € | 16.998 € | 9.430 € | 5.894 € | 1.674 € | – |
Klasse I, kinderlos, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, Jahreswerte. Über 5.813 € Monatslohn wachsen Kranken- und Pflegeteil nicht mehr mit, über 8.450 € auch der Rententeil nicht.
Die Arbeitslosenversicherung zählt also nur bei kleinen Löhnen mit, kinderlos in Klasse I bis knapp 1.460 € im Monat. Dein Arbeitgeber rechnet mit dem Zusatzbeitrag deiner eigenen Krankenkasse, der Rechner mit dem Durchschnitt. Bist du privat versichert, nimmt er die Beiträge, die deine Versicherung als Lohnsteuerabzugsmerkmal gemeldet hat, abzüglich seines steuerfreien Zuschusses (§ 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 d EStG). In der Steuererklärung zählen am Ende deine tatsächlichen Beiträge.
Soli und Kirchensteuer auf die Lohnsteuer
Beide werden auf die Lohnsteuer aufgeschlagen, aber nach Abzug der Kinderfreibeträge (§ 51a Abs. 2a EStG). Der Soli fällt erst an, wenn diese Jahressteuer über 20.350 € liegt, in Klasse III über 40.700 €. Darüber beträgt er in der Milderungszone höchstens 11,9 % des Betrags über der Freigrenze, ab 37.839 € Jahressteuer die vollen 5,5 % (§§ 3, 4 SolzG). In Klasse I heißt das: Soli ab 7.700 € Monatslohn ohne Kind, ab 8.110 € mit einem Kind, der volle Satz ohne Kind ab 11.240 €.
| Monatslohn | Lohnsteuer | Soli | Kirchensteuer 9 % | Kirchensteuer 8 % |
|---|---|---|---|---|
| 6.000 € | 1.074,33 € | – | 96,68 € | 85,94 € |
| 7.000 € | 1.430,33 € | – | 128,72 € | 114,42 € |
| 8.000 € | 1.810,33 € | 13,62 € | 162,92 € | 144,82 € |
| 10.000 € | 2.632,75 € | 111,49 € | 236,94 € | 210,62 € |
| 12.000 € | 3.472,75 € | 191,00 € | 312,54 € | 277,82 € |
Klasse I, keine Kinder, gesetzlich versichert. Kirchensteuer 8 % gilt in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Ländern.
Kirchensteuer zahlst du nur als Mitglied einer Kirche oder Religionsgemeinschaft, die sie erhebt. Deine Religionszugehörigkeit steht in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen, die dein Arbeitgeber beim Bundeszentralamt für Steuern abruft (§ 39e EStG). Wie viel Kirchensteuer bei dir anfällt, rechnet der Kirchensteuer-Rechner, den Soli allein der Soli-Rechner.
Ehepaare: III/V, IV/IV oder Faktor
Die Steuerklassen bestimmen nur, wie viel im Monat abgezogen wird. Die Steuer fürs Jahr steht erst mit der Steuererklärung fest, und die ist bei III/V und beim Faktor Pflicht (§ 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG). Beispiel: Partner A verdient 5.000 €, Partner B 2.500 € im Monat, keine Kinder, keine Kirchensteuer. Die gemeinsame Steuer nach dem Splittingtarif liegt bei 11.140 € im Jahr.
| Kombination | A im Monat | B im Monat | Im Jahr | Mit der Erklärung |
|---|---|---|---|---|
| IV/IV | 782,41 € | 187,33 € | 11.637 € | rund 497 € Erstattung |
| III/V | 401,83 € | 465,66 € | 10.410 € | rund 730 € Nachzahlung |
| IV/IV, Faktor 0,957 | 748,75 € | 179,25 € | 11.136 € | passt fast genau |
Mit III/V bleiben dem Paar im Monat 102,25 € mehr als mit IV/IV, dafür kommt eine Nachzahlung. Der Faktor ist die voraussichtliche Splittingsteuer geteilt durch die Summe der Lohnsteuer beider in Klasse IV, mit drei Nachkommastellen ohne Rundung (§ 39f Abs. 1 EStG). Er kürzt die Lohnsteuer beider im gleichen Verhältnis, trifft die Jahressteuer fast genau und gilt bis zum Ende des Jahres, das auf sein erstes Jahr folgt. Achtung: Elterngeld, Arbeitslosen- und Krankengeld hängen vom Netto ab und damit auch von der Steuerklasse.
Nach der Hochzeit bekommt ihr automatisch beide Klasse IV (§ 39e Abs. 3 EStG). Einen Wechsel beantragt ihr beim Finanzamt, er gilt ab dem Folgemonat. Für das laufende Jahr muss der Antrag bis 30. November dort sein (§ 39 Abs. 6 EStG). Zurück nach IV/IV reicht der Antrag eines Partners (§ 38b Abs. 3 EStG). Trennt ihr euch dauerhaft, müsst ihr das dem Finanzamt mitteilen, sobald eine ungünstigere Klasse gilt, sonst ändert es die Klassen von Amts wegen und fordert zu wenig gezahlte Lohnsteuer nach (§ 39 Abs. 5 EStG). Alles gilt genauso für eingetragene Lebenspartner (§ 2 Abs. 8 EStG). Eure eigenen Zahlen rechnet der Steuerklassen-Rechner.
Drei Beispiele
Bayern, Kirchensteuer 8 %. Klasse II enthält den Entlastungsbetrag von 4.260 €, allerdings nur für ein Kind.
- Lohnsteuer in Klasse II
- 247,75 €
- Kirchensteuer (8 %)
- 3,82 €
- Lohnsteuer in Klasse I zum Vergleich
- 344,83 €
- Klasse II spart im Jahr
- 1.165 €
Die 240 € für das zweite Kind gibt es auf Antrag als Freibetrag (§ 39a EStG), das spart weitere 64 € im Jahr. Die Kirchensteuer ist so niedrig, weil für sie die Kinderfreibeträge abgezogen werden.
Nordrhein-Westfalen, keine Kinder. Im Zweitjob gilt Klasse VI ohne Grundfreibetrag, dort gehen 11,18 % des Zweitlohns als Lohnsteuer ab.
- Lohnsteuer Hauptjob, Klasse I
- 337,25 €
- Lohnsteuer Zweitjob, Klasse VI
- 111,75 €
- Einbehalten im Jahr
- 5.388 €
- Steuer, wenn man beide Löhne zusammenrechnet
- 6.887 €
- Voraussichtliche Nachzahlung
- 1.499 €
Mit zwei Arbeitgebern ist die Steuererklärung Pflicht (§ 46 Abs. 2 Nr. 2 EStG). Einen Freibetrag im Zweitjob gibt es nur, wenn der Hauptjob im Jahr weniger als 13.614 € bringt (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG). Hier hilft nur, das Geld für die Nachzahlung zurückzulegen.
Klasse I, keine Kinder, Kirchensteuer. Die Jahreslohnsteuer liegt mit 26.553 € über der Soli-Freigrenze von 20.350 €, aber unter 37.839 €. Deshalb gilt noch der gedeckelte Soli (§ 4 SolzG).
- Lohnsteuer
- 2.212,75 €
- Soli (voller Satz wären 121,70 €)
- 61,51 €
- Kirchensteuer (9 %)
- 199,14 €
- Steuern im Monat
- 2.473,40 €
Freibetrag und Steuererklärung
Hast du hohe Werbungskosten, trägt das Finanzamt auf Antrag einen Freibetrag ein (§ 39a EStG). Dann zieht dein Arbeitgeber schon im Monat weniger ab. Werbungskosten zählen nur über dem Pauschbetrag von 1.230 €, und alles zusammen muss über 600 € im Jahr liegen. Pauschbeträge für Menschen mit Behinderungen trägt das Finanzamt auch ohne diese Grenze ein (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG). Den Antrag kannst du ab 1. November für das Folgejahr stellen, spätestens bis 30. November des Jahres, für das er gelten soll (§ 39a Abs. 2 EStG).
Beispiel: 3.000 € brutto, Klasse I, 30 km zur Arbeit an 220 Tagen. Die Entfernungspauschale ergibt 2.508 €, also 1.278 € über dem Pauschbetrag. Als Freibetrag ab Januar senkt das die Lohnsteuer um 346 € im Jahr, rund 28,83 € im Monat.
Liegt dein Arbeitslohn im Jahr über 13.614 € (Ehepaare 25.998 €), musst du dann eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG). Pflicht ist sie auch bei III/V oder Faktor, bei zwei Jobs und bei Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeiter- oder Elterngeld über 410 € im Jahr.
Pflicht-Erklärungen für 2026 sind bis 2. August 2027 fällig (der 31. Juli ist ein Samstag), mit Steuerberater bis 29. Februar 2028 (§ 149 Abs. 2 und 3, § 108 Abs. 3 AO). Freiwillig kannst du die Erklärung für 2026 bis 31. Dezember 2030 abgeben. Weißt du nicht, wie eine Vorschrift im Einzelfall anzuwenden ist, kannst du beim Betriebsstättenfinanzamt deines Arbeitgebers eine Anrufungsauskunft einholen (§ 42e EStG).
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?
Wie viel Lohnsteuer zahle ich bei 3.000 € brutto?
Warum ziehen Steuerklasse V und VI so viel ab?
Wie wirken sich Kinder auf die Lohnsteuer aus?
Was bedeutet die Zahl der Kinderfreibeträge auf der Lohnabrechnung?
Warum weicht meine Lohnabrechnung vom Rechner ab?
Wird Weihnachtsgeld anders besteuert?
Wie wird die Lohnsteuer bei Wochen- oder Tageslohn berechnet?
Wie bekomme ich zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück?
Muss ich im Minijob Lohnsteuer zahlen?
Quellen
- BMF: Programmablaufpläne zur Lohnsteuer für 2026: BMF-Schreiben vom 12.11.2025 mit PAP und Prüftabelle bundesfinanzministerium.de
- BMF-Steuerrechner: Service für Entwickler: PAP als PDF und XML-Pseudocode, Prüfschnittstelle bmf-steuerrechner.de
- BMF-Steuerrechner: Lohnsteuer 2026: Amtlicher Lohnsteuerrechner zum Gegenprüfen bmf-steuerrechner.de
- BMF-Steuerrechner: Faktorverfahren 2026: Faktor für Ehepaare in Steuerklasse IV bmf-steuerrechner.de
- § 38 EStG: Erhebung der Lohnsteuer: Abzug vom Arbeitslohn, Arbeitnehmer als Schuldner gesetze-im-internet.de
- § 38b EStG: Lohnsteuerklassen: Wer in welche Klasse gehört, Zahl der Kinderfreibeträge gesetze-im-internet.de
- § 39 EStG: Lohnsteuerabzugsmerkmale: Steuerklassenwechsel (Abs. 6) gesetze-im-internet.de
- § 39a EStG: Freibetrag und Hinzurechnungsbetrag: Grenze, Antragsfrist, Geltungsdauer gesetze-im-internet.de
- § 39b EStG: Einbehaltung der Lohnsteuer: Rechenweg, Vorsorgepauschale, Klassen V und VI, PAP (Abs. 6) gesetze-im-internet.de
- § 39f EStG: Faktorverfahren: Berechnung und Geltungsdauer des Faktors gesetze-im-internet.de
- § 42b EStG: Lohnsteuer-Jahresausgleich: Pflicht ab zehn Beschäftigten, Ausschlussgründe gesetze-im-internet.de
- § 46 EStG: Veranlagung von Arbeitnehmern: Wann die Steuererklärung Pflicht ist gesetze-im-internet.de
- § 51a EStG: Zuschlagsteuern: Kinderfreibeträge bei Soli und Kirchensteuer gesetze-im-internet.de
- Solidaritätszuschlaggesetz 1995: Freigrenze (§ 3) und Milderungszone (§ 4) gesetze-im-internet.de
Passende Rechner
- Brutto-Netto Netto mit allen Sozialabgaben
- Steuerklassenwechsel III/V, IV/IV oder Faktor für Paare
- Einkommensteuer Jahressteuer nach dem Tarif
- Soli Solidaritätszuschlag mit Freigrenze
- Kirchensteuer 8 % oder 9 % je nach Bundesland
- Pendlerpauschale Fahrtkosten für den Freibetrag
- Brutto-Netto erklärt Steuer und Sozialabgaben im Zusammenhang