Auf dieser Seite
So rechnet die Kasse
Freiwillig Versicherte zahlen auf ihre gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, also auf den Gewinn und alle übrigen Einnahmen (§ 240 Abs. 1 SGB V). Nach unten gibt es eine Grenze: Je Kalendertag zählt mindestens ein Neunzigstel der monatlichen Bezugsgröße von 3.955 €, im Monat also 1.318,33 € (§ 240 Abs. 4). Nach oben endet die Rechnung an der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 €.
Der Satz beträgt 14,6 % mit Anspruch auf Krankengeld, sonst 14,0 % (§ 243 SGB V). Dazu kommen der Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Durchschnitt 2026 2,9 %, und die Pflegeversicherung. Einen Arbeitgeberanteil gibt es nicht, du trägst alles allein (§ 250 Abs. 2 SGB V).
- Gewinn im Monat
- 3.000 €
- Beitragspflichtig, weil zwischen Mindestbemessung und Beitragsbemessungsgrenze
- 3.000,00 €
- Krankenversicherung 14,6 % + 2,9 % Zusatzbeitrag
- 525,00 €
- Pflegeversicherung 4,2 %, kinderlos
- 126,00 €
- Beitrag im Monat
- 651,00 €
Mit Krankengeld und ohne Kinder. Im Jahr sind das 7.812 €, ohne Krankengeld 633,00 € im Monat.
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Monatliche Bezugsgröße | 3.955 € | § 18 SGB IV |
| Mindestbemessung im Monat (ein Neunzigstel der Bezugsgröße je Tag) | 1.318,33 € | § 240 Abs. 4 SGB V |
| Beitragsbemessungsgrenze im Monat | 5.812,50 € | § 223 SGB V |
| Allgemeiner Beitragssatz, mit Krankengeld | 14,6 % | § 241 SGB V |
| Ermäßigter Beitragssatz, ohne Krankengeld | 14,0 % | § 243 SGB V |
| Durchschnittlicher Zusatzbeitrag | 2,9 % | § 242a SGB V |
| Pflegeversicherung mit Kind / kinderlos ab 23 | 3,6 % / 4,2 % | § 55 SGB XI |
| Mindestbeitrag mit / ohne Krankengeld, kinderlos | 286,08 € / 278,17 € | § 240 SGB V, § 55 SGB XI |
| Höchstbeitrag mit / ohne Krankengeld, kinderlos | 1.261,32 € / 1.226,44 € | § 240 SGB V, § 55 SGB XI |
Mindest- und Höchstbeitrag mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag.
Für 2027 steht schon fest, dass die Beitragsbemessungsgrenze stärker steigt als üblich: Sie liegt dann 3.600 € im Jahr über der besonderen Versicherungspflichtgrenze (§ 223 Abs. 4 SGB V), im Monat also 300 € höher, als sie nach der bisherigen Regel läge. Wer mehr als die Grenze verdient, zahlt 2027 auch auf diese 300 € Beiträge.
Beiträge nach Einkommen
| Einkommen im Monat | Kranken | Pflege | zusammen | ohne Krankengeld | vom Einkommen |
|---|---|---|---|---|---|
| 800 € | 230,71 € | 55,37 € | 286,08 € | 278,17 € | 35,8 % |
| 1.318,33 €Mindestbemessung | 230,71 € | 55,37 € | 286,08 € | 278,17 € | 21,7 % |
| 2.000 € | 350,00 € | 84,00 € | 434,00 € | 422,00 € | 21,7 % |
| 3.000 € | 525,00 € | 126,00 € | 651,00 € | 633,00 € | 21,7 % |
| 4.000 € | 700,00 € | 168,00 € | 868,00 € | 844,00 € | 21,7 % |
| 5.000 € | 875,00 € | 210,00 € | 1.085,00 € | 1.055,00 € | 21,7 % |
| 5.812,50 €Beitragsbemessungsgrenze | 1.017,19 € | 244,13 € | 1.261,32 € | 1.226,44 € | 21,7 % |
| 7.500 € | 1.017,19 € | 244,13 € | 1.261,32 € | 1.226,44 € | 16,8 % |
Mit Krankengeld, durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 %, ohne Kinder. „Vom Einkommen“ bezieht sich auf den Beitrag mit Krankengeld.
Bei kleinem Gewinn wird es teuer: Wer nur 800 € im Monat verdient, zahlt trotzdem den Mindestbeitrag, das sind 36 % des Einkommens. Über der Beitragsbemessungsgrenze sinkt der Anteil dagegen mit jedem weiteren Euro.
§ 240 SGB V: was in den einzelnen Absätzen steht
§ 240 SGB V ist die zentrale Vorschrift für alle freiwillig Versicherten, also auch für Selbstständige. Die Einzelheiten regelt der GKV-Spitzenverband in seinen Beitragsverfahrensgrundsätzen Selbstzahler, an die alle Kassen gebunden sind.
| Absatz | Was drinsteht |
|---|---|
| Abs. 1 | Der Beitrag richtet sich nach der gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Legst du verlangte Nachweise nicht vor, zahlst du den Höchstbeitrag. Reichst du sie innerhalb von zwölf Monaten nach diesem Bescheid nach, setzt die Kasse neu fest. |
| Abs. 2 | Es zählen mindestens die Einnahmen, die bei einem vergleichbaren Beschäftigten beitragspflichtig wären. Familienstand und Zahl der Familienversicherten ändern nichts. Frei bleiben die 300 € des Gründungszuschusses für die soziale Absicherung und Pflegegeld, das du an eine Pflegeperson weitergibst. |
| Abs. 3 | Wer neben dem Arbeitsentgelt eine gesetzliche Rente bezieht, zahlt auf die Rente getrennt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. |
| Abs. 4 | Mindestbemessung: je Kalendertag ein Neunzigstel der Bezugsgröße, 2026 im Monat 1.318,33 €. Ausnahmen gelten für Rentenantragsteller, die die Vorversicherungszeit der Rentner erfüllen, und für einige Schüler und Studenten. |
| Abs. 4a | Arbeitseinkommen und Mieteinnahmen werden nach dem letzten Einkommensteuerbescheid vorläufig festgesetzt und nach dem Bescheid für das jeweilige Jahr endgültig. Ohne Nachweis innerhalb von drei Jahren gilt die Beitragsbemessungsgrenze. |
| Abs. 4b | Ruht der Leistungsanspruch, etwa bei einem beruflichen Auslandsaufenthalt, zählt nur ein Zehntel der Bezugsgröße. |
| Abs. 5 | Zählt das Einkommen eines privat versicherten Ehepartners mit, werden davon Beträge für gemeinsame Kinder abgezogen. |
Abs. 3a ist weggefallen. Wortlaut auf gesetze-im-internet.de, Stand 2. Oktober 2026.
Welche Einnahmen für den Beitrag zählen
Beitragspflichtig ist alles, was du zum Leben verbrauchen kannst, egal wie es steuerlich behandelt wird. Die Kasse rechnet in dieser Reihenfolge, bis die Beitragsbemessungsgrenze erreicht ist: zuerst das Arbeitseinkommen aus der Selbstständigkeit, dann Rente, Betriebsrenten, Arbeitslohn und schließlich die übrigen Einnahmen (§ 7 Abs. 3 der Beitragsverfahrensgrundsätze).
- Gewinn: Arbeitseinkommen ist der Gewinn nach den Regeln des Steuerrechts (§ 15 SGB IV), bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung also Einnahmen minus Betriebsausgaben.
- Mieten: Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung nach Abzug der Werbungskosten.
- Zinsen und Dividenden: Kapitalerträge nach Abzug von pauschal 51 € Werbungskosten im Jahr. Den Sparer-Pauschbetrag der Steuer zieht die Kasse nicht ab.
- Renten und Versorgungsbezüge mit ihrem Zahlbetrag.
Wenn dein Ehepartner privat versichert ist
Ist dein Ehepartner nicht gesetzlich versichert und verdienst du weniger als er und weniger als die halbe Beitragsbemessungsgrenze, zählt sein Einkommen mit: Beitragspflichtig ist die Hälfte eures gemeinsamen Einkommens, höchstens 2.906,25 € im Monat (§ 2 Abs. 4 der Beitragsverfahrensgrundsätze). Vorher werden vom Einkommen des Partners für jedes gemeinsame Kind 791,00 € abgezogen, ist das Kind nicht familienversichert, 1.318,33 € (§ 240 Abs. 5 SGB V).
Keine Kinder, mit Krankengeld, durchschnittlicher Zusatzbeitrag.
- Dein Gewinn im Monat
- 1.000 €
- Einkommen des privat versicherten Ehepartners
- 6.000 €
- Hälfte der Summe
- 3.500,00 €
- höchstens die halbe Beitragsbemessungsgrenze
- 2.906,25 €
- Beitragspflichtig
- 2.906,25 €
- Beitrag im Monat statt 286,08 €
- 630,65 €
Steuerbescheid, vorläufiger Beitrag und Nachzahlung
Weil dein Gewinn erst mit dem Steuerbescheid feststeht, setzt die Kasse den Beitrag in zwei Schritten fest (§ 240 Abs. 4a SGB V):
- VorläufigGrundlage ist der zuletzt erlassene Einkommensteuerbescheid, ab dem Monat nach seiner Ausfertigung. Gründest du gerade, schätzt du deine Einnahmen und belegst die Schätzung.
- EndgültigKommt der Steuerbescheid für das Jahr, rechnet die Kasse dieses Jahr mit dem tatsächlichen Gewinn ab. Zu wenig gezahlte Beiträge fordert sie nach, zu viel gezahlte bekommst du zurück.
- Ohne BescheidLegst du den Bescheid auf Verlangen nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Jahres vor, gilt die Beitragsbemessungsgrenze. Weist du nach, dass das Finanzamt noch keinen Bescheid erlassen hat, wartet die Kasse zwölf Monate.
Mit Krankengeld, kinderlos, durchschnittlicher Zusatzbeitrag.
- Vorläufig nach dem letzten Steuerbescheid, 2.000 € Gewinn im Monat
- 434,00 € im Monat
- Steuerbescheid für das Jahr: 3.500 € im Monat
- 759,50 € im Monat
- Unterschied je Monat
- 325,50 €
- Nachzahlung für zwölf Monate
- 3.906,00 €
Läuft das Geschäft besser als im letzten Steuerbescheid, kommt die Rechnung für ein ganzes Jahr auf einmal. Leg die Differenz jeden Monat zurück.
Bricht dein Gewinn ein, musst du nicht auf den nächsten Bescheid warten. Liegt er um mehr als 25 % unter dem Gewinn aus dem letzten Steuerbescheid, setzt die Kasse den Beitrag auf Antrag vorläufig nach deinem Vorauszahlungsbescheid vom Finanzamt fest (§ 6 Abs. 3a der Beitragsverfahrensgrundsätze). Fällig sind die Beiträge jeweils am 15. des Folgemonats. Gegen den Beitragsbescheid kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen (§ 84 SGG), eine Klage vor dem Sozialgericht kostet dich keine Gerichtsgebühren (§ 183 SGG).
Krankengeld: 14,6 oder 14,0 Prozent
Hauptberuflich Selbstständige haben zunächst keinen Anspruch auf Krankengeld. Den bekommst du nur, wenn du gegenüber deiner Kasse erklärst, dass deine Mitgliedschaft ihn umfassen soll (Wahlerklärung, § 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Dann zahlst du den allgemeinen Satz von 14,6 % statt 14,0 %, und das Krankengeld beginnt mit der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 Satz 4 SGB V). Es beträgt 70 % des Arbeitseinkommens, nach dem zuletzt deine Beiträge bemessen waren, umgerechnet auf den Kalendertag (§ 47 Abs. 1, 4 und 6 SGB V), höchstens 135,63 € am Tag. Mieten, Zinsen und andere Einnahmen zählen fürs Krankengeld nicht mit, obwohl du auf sie Beiträge zahlst.
| Gewinn im Monat | Aufpreis im Monat | Krankengeld am Tag | für 30 Tage |
|---|---|---|---|
| 1.318,33 €Mindestbemessung | 7,91 € | 30,76 € | 923 € |
| 2.000 € | 12,00 € | 46,67 € | 1.400 € |
| 3.000 € | 18,00 € | 70,00 € | 2.100 € |
| 4.000 € | 24,00 € | 93,33 € | 2.800 € |
| 5.000 € | 30,00 € | 116,67 € | 3.500 € |
| 5.812,50 €Beitragsbemessungsgrenze | 34,88 € | 135,63 € | 4.069 € |
Aufpreis: Unterschied zwischen allgemeinem und ermäßigtem Satz. Krankengeld vor Abzügen, ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit.
Der Aufpreis für ein ganzes Jahr entspricht bei jedem Gewinn dem Krankengeld für rund 3,1 Tage. Rechnen kann sich die Wahl also nur bei längerer Krankheit, denn die ersten sechs Wochen zahlst du selbst. Solange du Krankengeld bekommst, ist es beitragsfrei, und der Mindestbeitrag gilt in dieser Zeit nicht (§ 224 Abs. 1 SGB V). Auf Mieten und andere Einnahmen zahlst du weiter.
Bindung, Wartezeit und Wahltarif
An die Wahlerklärung bist du drei Jahre gebunden (§ 44 Abs. 2 Satz 2 mit § 53 Abs. 8 SGB V). Gibst du sie während einer Krankheit ab, wirkt sie erst ab deren Ende. Ab 1. Januar 2027 gilt dazu eine Wartezeit: Der Anspruch entsteht erst drei Monate nach der Erklärung. Sofort gilt er nur, wenn du erstmals freiwillig versichert bist oder gerade in die Selbstständigkeit wechselst und die Erklärung innerhalb von 14 Tagen bei der Kasse eingeht (BGBl. 2026 I Nr. 228). Wer gründet, sollte also gleich entscheiden.
Wer schon früher Geld braucht, kann bei seiner Kasse einen Wahltarif abschließen, der das Krankengeld früher beginnen lässt, gegen eine eigene Prämie. Die Prämie darf nicht von Alter, Geschlecht oder Gesundheit abhängen, die Bindung beträgt ebenfalls drei Jahre (§ 53 Abs. 6 und 8 SGB V).
Bis zur siebten Woche zahlt dir die Kasse nichts, wenn du krank bist, und einen Arbeitgeber, der weiterzahlt, gibt es nicht. Eine Rücklage für diese Zeit oder eine private Krankentagegeldversicherung schließt die Lücke. Vergleiche vorher, was die Kasse für einen früheren Beginn verlangt. Wie groß die Lücke ist, zeigt der Krankengeld-Rechner.
Pflegeversicherung mit und ohne Kinder
| Lage | Pflegebeitrag |
|---|---|
| Kinderlos ab 23 | 4,2 % |
| Eltern, 1 Kind unter 25 oder nur ältere Kinder | 3,6 % |
| Eltern, 2 Kinder unter 25 | 3,35 % |
| Eltern, 3 Kinder unter 25 | 3,1 % |
| Eltern, 5 oder mehr Kinder unter 25 | 2,6 % |
§ 55 Abs. 3 SGB XI. Der Abschlag gilt je Kind vom zweiten bis zum fünften, bis zum Monat, in dem es 25 wird.
Kinderlose zahlen ab dem Monat nach ihrem 23. Geburtstag 0,6 Prozentpunkte mehr. Eltern zahlen den Grundsatz und ab dem zweiten Kind unter 25 je 0,25 Prozentpunkte weniger. Die Kinder musst du der Pflegekasse nachweisen, sofern sie ihr nicht schon bekannt sind (§ 55 Abs. 3a SGB XI). Bemessen wird der Pflegebeitrag nach denselben Einnahmen wie der Krankenversicherungsbeitrag (§ 57 Abs. 4 SGB XI), du trägst ihn allein (§ 59 Abs. 4 SGB XI).
Gesetzlich oder privat versichert: der Vergleich
Für Selbstständige gibt es keine Einkommensgrenze, sie können sich jederzeit privat versichern. Was ein privater Tarif kostet, hängt von Eintrittsalter, Gesundheit und Leistungsumfang ab und steht erst nach der Gesundheitsprüfung fest. Eine Beitragsschätzung findest du deshalb hier nicht, aber die Unterschiede, die für die Entscheidung zählen:
| Gesetzlich, freiwillig | Privat | |
|---|---|---|
| Beitrag richtet sich nach | Einkommen, mindestens 286,08 €, höchstens 1.261,32 € im Monat | Eintrittsalter, Gesundheit und Tarif, nicht nach dem Einkommen |
| Kinder | beitragsfrei familienversichert, außer der privat versicherte Elternteil verdient mehr als 6.450 € im Monat und mehr als du (§ 10 Abs. 3 SGB V) | eigener Vertrag für jedes Kind |
| Ehepartner mit höchstens 565 € Einkommen | familienversichert, ab 2028 mit einem Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten auf deinen Beitragssatz, nicht bei einem Kind unter 12 (§ 242b SGB V ab 2028) | eigener Vertrag |
| Lohnersatz bei Krankheit | Krankengeld mit Wahlerklärung ab der siebten Woche | Krankentagegeld nach Vertrag, Beginn wählbar |
| Gesundheitsprüfung | keine | ja, im Basistarif nicht |
| Leistungen | gesetzlich festgelegt, der Gesetzgeber kann sie ändern | im Vertrag zugesagt |
| Vorsorge fürs Alter | keine Rückstellungen, der Beitrag folgt dem Einkommen | gesetzlicher Zuschlag von 10 % auf die Prämie bis zu dem Jahr, in dem du 60 wirst (§ 149 VAG) |
Den Zuschlag für Ehepartner gibt es außerdem nicht, wenn der Partner Angehörige pflegt oder die Regelaltersgrenze erreicht hat.
Eine Obergrenze gibt es auch in der privaten Versicherung: Der Basistarif, den jeder Versicherer anbieten muss, darf nicht mehr kosten als der höchste Krankenversicherungsbeitrag der gesetzlichen Kasse, 2026 also 1.017,18 € im Monat (§ 152 Abs. 3 VAG). Bei 3.000 € Gewinn würde der Zuschlag für einen familienversicherten Ehepartner ab 2028 mit den Zahlen von heute 75,00 € im Monat ausmachen. Was ein konkretes Angebot im Vergleich bedeutet, rechnet der PKV-Rechner.
Versichert bleiben, wechseln oder zurückkehren
Wer aus einem Job in die Selbstständigkeit wechselt, bleibt automatisch in seiner Kasse, als freiwilliges Mitglied. Den Austritt aus dieser Anschlussversicherung kannst du innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Kasse erklären, wirksam wird er nur, wenn du eine andere Absicherung nachweist (§ 188 Abs. 4 SGB V). Später kündigst du die freiwillige Mitgliedschaft zum Ende des übernächsten Monats, ebenfalls nur mit Nachweis einer anderen Absicherung (§ 175 Abs. 4, § 191 Nr. 3 SGB V). Eine Lücke ohne Versicherung entsteht so nicht.
Warst du vorher privat versichert, kommst du als Selbstständiger nicht in die gesetzliche Kasse. Freiwillig beitreten kann nur, wer zuvor gesetzlich versichert war, in den letzten fünf Jahren mindestens 24 Monate oder unmittelbar davor zwölf Monate am Stück (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).
Der Weg zurück aus der privaten Versicherung
Zurück führt fast nur eine neue Versicherungspflicht, etwa ein Job mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze oder Arbeitslosengeld. Die Selbstständigkeit darf dann nicht mehr die Hauptsache sein (§ 5 Abs. 5 SGB V). Ab 55 ist auch dieser Weg in der Regel zu: Wer in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte davon versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig, bleibt versicherungsfrei (§ 6 Abs. 3a SGB V). Die Familienversicherung beim gesetzlich versicherten Partner setzt voraus, dass du nicht hauptberuflich selbstständig bist und höchstens 565 € im Monat verdienst. Künstler und Publizisten sind über die Künstlersozialkasse gesetzlich versichert und zahlen nur die Hälfte.
Häufige Fragen
Kann ich als Selbstständiger familienversichert bleiben?
Zahle ich als Angestellter Beiträge auf den Gewinn aus einer Nebentätigkeit?
Zahlt mir jemand einen Zuschuss wie der Arbeitgeber?
Was gilt für Künstler und Publizisten?
Kann ich die Beiträge von der Steuer absetzen?
Kann ich die Krankenkasse wechseln?
Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht zahlen kann?
Was passiert mit meiner Krankenversicherung in der Rente?
Quellen
- § 240 SGB V: Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder, Mindestbemessung (Abs. 4), vorläufige Festsetzung (Abs. 4a) gesetze-im-internet.de
- GKV-Spitzenverband: Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler: Stand 01.01.2025: Einnahmen, Ehegatte, Nachweis, Fälligkeit gkv-spitzenverband.de
- § 243 SGB V: Ermäßigter Beitragssatz ohne Krankengeld gesetze-im-internet.de
- § 44 SGB V: Krankengeld für Selbstständige nur mit Wahlerklärung gesetze-im-internet.de
- § 46 SGB V: Krankengeld ab der siebten Woche gesetze-im-internet.de
- § 47 SGB V: Höhe des Krankengelds, Regelentgelt aus Arbeitseinkommen (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
- § 53 SGB V: Wahltarif Krankengeld (Abs. 6), drei Jahre Bindung (Abs. 8) gesetze-im-internet.de
- § 224 SGB V: Beitragsfreiheit während des Krankengelds gesetze-im-internet.de
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24.07.2026: BGBl. 2026 I Nr. 228: Wartezeit beim Krankengeld ab 2027, Zuschlag für Ehepartner ab 2028 recht.bund.de
- § 55 SGB XI: Pflegebeitrag, Zuschlag und Kinderabschläge gesetze-im-internet.de
- § 10 SGB V: Familienversicherung gesetze-im-internet.de
- § 5 SGB V: Versicherungspflicht, hauptberuflich Selbstständige (Abs. 5) gesetze-im-internet.de
- § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit ab 55 (Abs. 3a) gesetze-im-internet.de
- § 188 SGB V: Freiwillige Mitgliedschaft im Anschluss (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
- § 175 SGB V: Kassenwahl und Kündigung (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
- § 152 VAG: Basistarif der privaten Krankenversicherung gesetze-im-internet.de
- § 16 KSVG: Beitragsanteil der Künstler und Publizisten gesetze-im-internet.de
Passende Rechner
- Säumniszuschlag Was zu spätes Zahlen kostet
- Gründungszuschuss Förderung aus dem Arbeitslosengeld
- Private Krankenversicherung Beitrag und Wechsel
- Krankengeld Höhe und Dauer bei Krankheit
- KSK-Beitrag Künstlersozialkasse
- EÜR Gewinn für Finanzamt und Kasse
- Krankentagegeld Wie groß die Lücke bei langer Krankheit ist