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Krankenversicherung für Selbstständige

Als Selbstständiger in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlst du den ganzen Beitrag selbst, bemessen an allem, was du einnimmst (§ 240 SGB V). 2026 sind das mindestens 286,08 € im Monat und höchstens 1.261,32 €, mit Krankengeld und dem Zuschlag für Kinderlose. Bei 3.000 € Gewinn im Monat kommen 651,00 € heraus. Der Rechner zeigt deinen Beitrag für deinen Gewinn.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Rechner Krankenversicherung für Selbstständige

Dein Beitrag im Monat

651,00 €

Krankenversicherung 525,00 € (17,5 %) · Pflege 126,00 € (4,2 %)

Die Kasse rechnet mit 3.000 € im Monat. Du zahlst 651,00 € im Monat und 7.812 € im Jahr, alles selbst.

Im Jahr
7.812 €
Vom Einkommen
21,7 %
Krankengeld am Tag
70,00 €

Krankengeld: Es kostet dich 18,00 € im Monat mehr als der ermäßigte Satz. Dafür bekommst du ab der 7. Woche einer Krankheit Krankengeld: 70 % des Gewinns, nach dem deine Beiträge bemessen sind, hier 70,00 € je Kalendertag, wenn der Betrag oben ganz Gewinn ist. Mieten und Zinsen zählen dafür nicht. An die Wahl bist du drei Jahre gebunden.

Auf dieser Seite
  1. So rechnet die Kasse
  2. Beiträge nach Einkommen
  3. § 240 SGB V erklärt
  4. Welche Einnahmen zählen
  5. Steuerbescheid und Nachzahlung
  6. Krankengeld
  7. Pflegeversicherung
  8. Gesetzlich oder privat
  9. Wechseln und zurückkehren
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

So rechnet die Kasse

Freiwillig Versicherte zahlen auf ihre gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, also auf den Gewinn und alle übrigen Einnahmen (§ 240 Abs. 1 SGB V). Nach unten gibt es eine Grenze: Je Kalendertag zählt mindestens ein Neunzigstel der monatlichen Bezugsgröße von 3.955 €, im Monat also 1.318,33 € (§ 240 Abs. 4). Nach oben endet die Rechnung an der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 €.

Der Satz beträgt 14,6 % mit Anspruch auf Krankengeld, sonst 14,0 % (§ 243 SGB V). Dazu kommen der Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Durchschnitt 2026 2,9 %, und die Pflegeversicherung. Einen Arbeitgeberanteil gibt es nicht, du trägst alles allein (§ 250 Abs. 2 SGB V).

Rechenbeispiel Beitrag bei 3.000 € Gewinn im Monat
Gewinn im Monat
3.000 €
Beitragspflichtig, weil zwischen Mindestbemessung und Beitragsbemessungsgrenze
3.000,00 €
Krankenversicherung 14,6 % + 2,9 % Zusatzbeitrag
525,00 €
Pflegeversicherung 4,2 %, kinderlos
126,00 €
Beitrag im Monat
651,00 €

Mit Krankengeld und ohne Kinder. Im Jahr sind das 7.812 €, ohne Krankengeld 633,00 € im Monat.

Wert2026Grundlage
Monatliche Bezugsgröße3.955 €§ 18 SGB IV
Mindestbemessung im Monat (ein Neunzigstel der Bezugsgröße je Tag)1.318,33 €§ 240 Abs. 4 SGB V
Beitragsbemessungsgrenze im Monat5.812,50 €§ 223 SGB V
Allgemeiner Beitragssatz, mit Krankengeld14,6 %§ 241 SGB V
Ermäßigter Beitragssatz, ohne Krankengeld14,0 %§ 243 SGB V
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag2,9 %§ 242a SGB V
Pflegeversicherung mit Kind / kinderlos ab 233,6 % / 4,2 %§ 55 SGB XI
Mindestbeitrag mit / ohne Krankengeld, kinderlos286,08 € / 278,17 €§ 240 SGB V, § 55 SGB XI
Höchstbeitrag mit / ohne Krankengeld, kinderlos1.261,32 € / 1.226,44 €§ 240 SGB V, § 55 SGB XI

Mindest- und Höchstbeitrag mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag.

Für 2027 steht schon fest, dass die Beitragsbemessungsgrenze stärker steigt als üblich: Sie liegt dann 3.600 € im Jahr über der besonderen Versicherungspflichtgrenze (§ 223 Abs. 4 SGB V), im Monat also 300 € höher, als sie nach der bisherigen Regel läge. Wer mehr als die Grenze verdient, zahlt 2027 auch auf diese 300 € Beiträge.

Beiträge nach Einkommen

Einkommen im MonatKrankenPflegezusammenohne Krankengeldvom Einkommen
800 €230,71 €55,37 €286,08 €278,17 €35,8 %
1.318,33 €Mindestbemessung230,71 €55,37 €286,08 €278,17 €21,7 %
2.000 €350,00 €84,00 €434,00 €422,00 €21,7 %
3.000 €525,00 €126,00 €651,00 €633,00 €21,7 %
4.000 €700,00 €168,00 €868,00 €844,00 €21,7 %
5.000 €875,00 €210,00 €1.085,00 €1.055,00 €21,7 %
5.812,50 €Beitragsbemessungsgrenze1.017,19 €244,13 €1.261,32 €1.226,44 €21,7 %
7.500 €1.017,19 €244,13 €1.261,32 €1.226,44 €16,8 %

Mit Krankengeld, durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 %, ohne Kinder. „Vom Einkommen“ bezieht sich auf den Beitrag mit Krankengeld.

Bei kleinem Gewinn wird es teuer: Wer nur 800 € im Monat verdient, zahlt trotzdem den Mindestbeitrag, das sind 36 % des Einkommens. Über der Beitragsbemessungsgrenze sinkt der Anteil dagegen mit jedem weiteren Euro.

§ 240 SGB V: was in den einzelnen Absätzen steht

§ 240 SGB V ist die zentrale Vorschrift für alle freiwillig Versicherten, also auch für Selbstständige. Die Einzelheiten regelt der GKV-Spitzenverband in seinen Beitragsverfahrensgrundsätzen Selbstzahler, an die alle Kassen gebunden sind.

AbsatzWas drinsteht
Abs. 1Der Beitrag richtet sich nach der gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Legst du verlangte Nachweise nicht vor, zahlst du den Höchstbeitrag. Reichst du sie innerhalb von zwölf Monaten nach diesem Bescheid nach, setzt die Kasse neu fest.
Abs. 2Es zählen mindestens die Einnahmen, die bei einem vergleichbaren Beschäftigten beitragspflichtig wären. Familienstand und Zahl der Familienversicherten ändern nichts. Frei bleiben die 300 € des Gründungszuschusses für die soziale Absicherung und Pflegegeld, das du an eine Pflegeperson weitergibst.
Abs. 3Wer neben dem Arbeitsentgelt eine gesetzliche Rente bezieht, zahlt auf die Rente getrennt bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Abs. 4Mindestbemessung: je Kalendertag ein Neunzigstel der Bezugsgröße, 2026 im Monat 1.318,33 €. Ausnahmen gelten für Rentenantragsteller, die die Vorversicherungszeit der Rentner erfüllen, und für einige Schüler und Studenten.
Abs. 4aArbeitseinkommen und Mieteinnahmen werden nach dem letzten Einkommensteuerbescheid vorläufig festgesetzt und nach dem Bescheid für das jeweilige Jahr endgültig. Ohne Nachweis innerhalb von drei Jahren gilt die Beitragsbemessungsgrenze.
Abs. 4bRuht der Leistungsanspruch, etwa bei einem beruflichen Auslandsaufenthalt, zählt nur ein Zehntel der Bezugsgröße.
Abs. 5Zählt das Einkommen eines privat versicherten Ehepartners mit, werden davon Beträge für gemeinsame Kinder abgezogen.

Abs. 3a ist weggefallen. Wortlaut auf gesetze-im-internet.de, Stand 2. Oktober 2026.

Welche Einnahmen für den Beitrag zählen

Beitragspflichtig ist alles, was du zum Leben verbrauchen kannst, egal wie es steuerlich behandelt wird. Die Kasse rechnet in dieser Reihenfolge, bis die Beitragsbemessungsgrenze erreicht ist: zuerst das Arbeitseinkommen aus der Selbstständigkeit, dann Rente, Betriebsrenten, Arbeitslohn und schließlich die übrigen Einnahmen (§ 7 Abs. 3 der Beitragsverfahrensgrundsätze).

  • Gewinn: Arbeitseinkommen ist der Gewinn nach den Regeln des Steuerrechts (§ 15 SGB IV), bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung also Einnahmen minus Betriebsausgaben.
  • Mieten: Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung nach Abzug der Werbungskosten.
  • Zinsen und Dividenden: Kapitalerträge nach Abzug von pauschal 51 € Werbungskosten im Jahr. Den Sparer-Pauschbetrag der Steuer zieht die Kasse nicht ab.
  • Renten und Versorgungsbezüge mit ihrem Zahlbetrag.

Wenn dein Ehepartner privat versichert ist

Ist dein Ehepartner nicht gesetzlich versichert und verdienst du weniger als er und weniger als die halbe Beitragsbemessungsgrenze, zählt sein Einkommen mit: Beitragspflichtig ist die Hälfte eures gemeinsamen Einkommens, höchstens 2.906,25 € im Monat (§ 2 Abs. 4 der Beitragsverfahrensgrundsätze). Vorher werden vom Einkommen des Partners für jedes gemeinsame Kind 791,00 € abgezogen, ist das Kind nicht familienversichert, 1.318,33 € (§ 240 Abs. 5 SGB V).

Rechenbeispiel Selbstständig mit kleinem Gewinn, Ehepartner privat versichert

Keine Kinder, mit Krankengeld, durchschnittlicher Zusatzbeitrag.

Dein Gewinn im Monat
1.000 €
Einkommen des privat versicherten Ehepartners
6.000 €
Hälfte der Summe
3.500,00 €
höchstens die halbe Beitragsbemessungsgrenze
2.906,25 €
Beitragspflichtig
2.906,25 €
Beitrag im Monat statt 286,08 €
630,65 €

Steuerbescheid, vorläufiger Beitrag und Nachzahlung

Weil dein Gewinn erst mit dem Steuerbescheid feststeht, setzt die Kasse den Beitrag in zwei Schritten fest (§ 240 Abs. 4a SGB V):

  1. VorläufigGrundlage ist der zuletzt erlassene Einkommensteuerbescheid, ab dem Monat nach seiner Ausfertigung. Gründest du gerade, schätzt du deine Einnahmen und belegst die Schätzung.
  2. EndgültigKommt der Steuerbescheid für das Jahr, rechnet die Kasse dieses Jahr mit dem tatsächlichen Gewinn ab. Zu wenig gezahlte Beiträge fordert sie nach, zu viel gezahlte bekommst du zurück.
  3. Ohne BescheidLegst du den Bescheid auf Verlangen nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Jahres vor, gilt die Beitragsbemessungsgrenze. Weist du nach, dass das Finanzamt noch keinen Bescheid erlassen hat, wartet die Kasse zwölf Monate.
Nachzahlung Der Gewinn ist gestiegen

Mit Krankengeld, kinderlos, durchschnittlicher Zusatzbeitrag.

Vorläufig nach dem letzten Steuerbescheid, 2.000 € Gewinn im Monat
434,00 € im Monat
Steuerbescheid für das Jahr: 3.500 € im Monat
759,50 € im Monat
Unterschied je Monat
325,50 €
Nachzahlung für zwölf Monate
3.906,00 €
Rücklage für die Nachzahlung

Läuft das Geschäft besser als im letzten Steuerbescheid, kommt die Rechnung für ein ganzes Jahr auf einmal. Leg die Differenz jeden Monat zurück.

Bricht dein Gewinn ein, musst du nicht auf den nächsten Bescheid warten. Liegt er um mehr als 25 % unter dem Gewinn aus dem letzten Steuerbescheid, setzt die Kasse den Beitrag auf Antrag vorläufig nach deinem Vorauszahlungsbescheid vom Finanzamt fest (§ 6 Abs. 3a der Beitragsverfahrensgrundsätze). Fällig sind die Beiträge jeweils am 15. des Folgemonats. Gegen den Beitragsbescheid kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen (§ 84 SGG), eine Klage vor dem Sozialgericht kostet dich keine Gerichtsgebühren (§ 183 SGG).

Krankengeld: 14,6 oder 14,0 Prozent

Hauptberuflich Selbstständige haben zunächst keinen Anspruch auf Krankengeld. Den bekommst du nur, wenn du gegenüber deiner Kasse erklärst, dass deine Mitgliedschaft ihn umfassen soll (Wahlerklärung, § 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Dann zahlst du den allgemeinen Satz von 14,6 % statt 14,0 %, und das Krankengeld beginnt mit der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 Satz 4 SGB V). Es beträgt 70 % des Arbeitseinkommens, nach dem zuletzt deine Beiträge bemessen waren, umgerechnet auf den Kalendertag (§ 47 Abs. 1, 4 und 6 SGB V), höchstens 135,63 € am Tag. Mieten, Zinsen und andere Einnahmen zählen fürs Krankengeld nicht mit, obwohl du auf sie Beiträge zahlst.

Gewinn im MonatAufpreis im MonatKrankengeld am Tagfür 30 Tage
1.318,33 €Mindestbemessung7,91 €30,76 €923 €
2.000 €12,00 €46,67 €1.400 €
3.000 €18,00 €70,00 €2.100 €
4.000 €24,00 €93,33 €2.800 €
5.000 €30,00 €116,67 €3.500 €
5.812,50 €Beitragsbemessungsgrenze34,88 €135,63 €4.069 €

Aufpreis: Unterschied zwischen allgemeinem und ermäßigtem Satz. Krankengeld vor Abzügen, ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit.

Der Aufpreis für ein ganzes Jahr entspricht bei jedem Gewinn dem Krankengeld für rund 3,1 Tage. Rechnen kann sich die Wahl also nur bei längerer Krankheit, denn die ersten sechs Wochen zahlst du selbst. Solange du Krankengeld bekommst, ist es beitragsfrei, und der Mindestbeitrag gilt in dieser Zeit nicht (§ 224 Abs. 1 SGB V). Auf Mieten und andere Einnahmen zahlst du weiter.

Bindung, Wartezeit und Wahltarif

An die Wahlerklärung bist du drei Jahre gebunden (§ 44 Abs. 2 Satz 2 mit § 53 Abs. 8 SGB V). Gibst du sie während einer Krankheit ab, wirkt sie erst ab deren Ende. Ab 1. Januar 2027 gilt dazu eine Wartezeit: Der Anspruch entsteht erst drei Monate nach der Erklärung. Sofort gilt er nur, wenn du erstmals freiwillig versichert bist oder gerade in die Selbstständigkeit wechselst und die Erklärung innerhalb von 14 Tagen bei der Kasse eingeht (BGBl. 2026 I Nr. 228). Wer gründet, sollte also gleich entscheiden.

Wer schon früher Geld braucht, kann bei seiner Kasse einen Wahltarif abschließen, der das Krankengeld früher beginnen lässt, gegen eine eigene Prämie. Die Prämie darf nicht von Alter, Geschlecht oder Gesundheit abhängen, die Bindung beträgt ebenfalls drei Jahre (§ 53 Abs. 6 und 8 SGB V).

Die ersten sechs Wochen

Bis zur siebten Woche zahlt dir die Kasse nichts, wenn du krank bist, und einen Arbeitgeber, der weiterzahlt, gibt es nicht. Eine Rücklage für diese Zeit oder eine private Krankentagegeldversicherung schließt die Lücke. Vergleiche vorher, was die Kasse für einen früheren Beginn verlangt. Wie groß die Lücke ist, zeigt der Krankengeld-Rechner.

Pflegeversicherung mit und ohne Kinder

LagePflegebeitrag
Kinderlos ab 234,2 %
Eltern, 1 Kind unter 25 oder nur ältere Kinder3,6 %
Eltern, 2 Kinder unter 253,35 %
Eltern, 3 Kinder unter 253,1 %
Eltern, 5 oder mehr Kinder unter 252,6 %

§ 55 Abs. 3 SGB XI. Der Abschlag gilt je Kind vom zweiten bis zum fünften, bis zum Monat, in dem es 25 wird.

Kinderlose zahlen ab dem Monat nach ihrem 23. Geburtstag 0,6 Prozentpunkte mehr. Eltern zahlen den Grundsatz und ab dem zweiten Kind unter 25 je 0,25 Prozentpunkte weniger. Die Kinder musst du der Pflegekasse nachweisen, sofern sie ihr nicht schon bekannt sind (§ 55 Abs. 3a SGB XI). Bemessen wird der Pflegebeitrag nach denselben Einnahmen wie der Krankenversicherungsbeitrag (§ 57 Abs. 4 SGB XI), du trägst ihn allein (§ 59 Abs. 4 SGB XI).

Gesetzlich oder privat versichert: der Vergleich

Für Selbstständige gibt es keine Einkommensgrenze, sie können sich jederzeit privat versichern. Was ein privater Tarif kostet, hängt von Eintrittsalter, Gesundheit und Leistungsumfang ab und steht erst nach der Gesundheitsprüfung fest. Eine Beitragsschätzung findest du deshalb hier nicht, aber die Unterschiede, die für die Entscheidung zählen:

Gesetzlich, freiwilligPrivat
Beitrag richtet sich nachEinkommen, mindestens 286,08 €, höchstens 1.261,32 € im MonatEintrittsalter, Gesundheit und Tarif, nicht nach dem Einkommen
Kinderbeitragsfrei familienversichert, außer der privat versicherte Elternteil verdient mehr als 6.450 € im Monat und mehr als du (§ 10 Abs. 3 SGB V)eigener Vertrag für jedes Kind
Ehepartner mit höchstens 565 € Einkommenfamilienversichert, ab 2028 mit einem Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten auf deinen Beitragssatz, nicht bei einem Kind unter 12 (§ 242b SGB V ab 2028)eigener Vertrag
Lohnersatz bei KrankheitKrankengeld mit Wahlerklärung ab der siebten WocheKrankentagegeld nach Vertrag, Beginn wählbar
Gesundheitsprüfungkeineja, im Basistarif nicht
Leistungengesetzlich festgelegt, der Gesetzgeber kann sie ändernim Vertrag zugesagt
Vorsorge fürs Alterkeine Rückstellungen, der Beitrag folgt dem Einkommengesetzlicher Zuschlag von 10 % auf die Prämie bis zu dem Jahr, in dem du 60 wirst (§ 149 VAG)

Den Zuschlag für Ehepartner gibt es außerdem nicht, wenn der Partner Angehörige pflegt oder die Regelaltersgrenze erreicht hat.

Eine Obergrenze gibt es auch in der privaten Versicherung: Der Basistarif, den jeder Versicherer anbieten muss, darf nicht mehr kosten als der höchste Krankenversicherungsbeitrag der gesetzlichen Kasse, 2026 also 1.017,18 € im Monat (§ 152 Abs. 3 VAG). Bei 3.000 € Gewinn würde der Zuschlag für einen familienversicherten Ehepartner ab 2028 mit den Zahlen von heute 75,00 € im Monat ausmachen. Was ein konkretes Angebot im Vergleich bedeutet, rechnet der PKV-Rechner.

Versichert bleiben, wechseln oder zurückkehren

Wer aus einem Job in die Selbstständigkeit wechselt, bleibt automatisch in seiner Kasse, als freiwilliges Mitglied. Den Austritt aus dieser Anschlussversicherung kannst du innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Kasse erklären, wirksam wird er nur, wenn du eine andere Absicherung nachweist (§ 188 Abs. 4 SGB V). Später kündigst du die freiwillige Mitgliedschaft zum Ende des übernächsten Monats, ebenfalls nur mit Nachweis einer anderen Absicherung (§ 175 Abs. 4, § 191 Nr. 3 SGB V). Eine Lücke ohne Versicherung entsteht so nicht.

Warst du vorher privat versichert, kommst du als Selbstständiger nicht in die gesetzliche Kasse. Freiwillig beitreten kann nur, wer zuvor gesetzlich versichert war, in den letzten fünf Jahren mindestens 24 Monate oder unmittelbar davor zwölf Monate am Stück (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).

Der Weg zurück aus der privaten Versicherung

Zurück führt fast nur eine neue Versicherungspflicht, etwa ein Job mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze oder Arbeitslosengeld. Die Selbstständigkeit darf dann nicht mehr die Hauptsache sein (§ 5 Abs. 5 SGB V). Ab 55 ist auch dieser Weg in der Regel zu: Wer in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte davon versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig, bleibt versicherungsfrei (§ 6 Abs. 3a SGB V). Die Familienversicherung beim gesetzlich versicherten Partner setzt voraus, dass du nicht hauptberuflich selbstständig bist und höchstens 565 € im Monat verdienst. Künstler und Publizisten sind über die Künstlersozialkasse gesetzlich versichert und zahlen nur die Hälfte.

Häufige Fragen

Kann ich als Selbstständiger familienversichert bleiben?
Nicht, wenn du hauptberuflich selbstständig bist, das schließt die Familienversicherung aus (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 SGB V). Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit geht es, solange dein Gesamteinkommen regelmäßig nicht mehr als 565 € im Monat beträgt (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V).
Zahle ich als Angestellter Beiträge auf den Gewinn aus einer Nebentätigkeit?
Nein, solange du über deinen Job pflichtversichert bist. Bei Beschäftigten zählt Arbeitseinkommen aus selbstständiger Arbeit nur, wenn es neben einer Rente oder Versorgungsbezügen erzielt wird (§ 226 Abs. 1 SGB V). Wird die Selbstständigkeit aber zur Hauptsache, endet die Versicherungspflicht als Arbeitnehmer (§ 5 Abs. 5 SGB V). Beschäftigst du regelmäßig mindestens einen Arbeitnehmer mehr als geringfügig, vermutet das Gesetz, dass du hauptberuflich selbstständig bist.
Zahlt mir jemand einen Zuschuss wie der Arbeitgeber?
Als Selbstständiger trägst du Kranken- und Pflegeversicherung allein (§ 250 Abs. 2 SGB V, § 59 Abs. 4 SGB XI). Gründest du aus der Arbeitslosigkeit, enthält der Gründungszuschuss 300 € im Monat für die soziale Absicherung (§ 94 SGB III), und dieser Betrag zählt bei der Beitragsbemessung nicht mit (§ 240 Abs. 2 Satz 3 SGB V). Was am Ende übrig bleibt, rechnet der Gründungszuschuss-Rechner.
Was gilt für Künstler und Publizisten?
Sie sind über die Künstlersozialkasse pflichtversichert, sobald ihr Arbeitseinkommen aus der künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit voraussichtlich mehr als 3.900 € im Jahr beträgt (§ 3 Abs. 1 KSVG). Sie zahlen nur die Hälfte des Beitrags, die andere Hälfte trägt die Kasse (§ 16 KSVG). Die Mindestbemessung ist niedriger: ein Hundertachtzigstel der Bezugsgröße je Tag, im Monat 659,17 € (§ 234 Abs. 1 SGB V). Krankengeld gibt es ab der siebten Woche auch ohne Wahlerklärung. Den Anteil rechnet der KSK-Rechner.
Kann ich die Beiträge von der Steuer absetzen?
Ja, die Beiträge zur Basisversorgung in Kranken- und Pflegeversicherung sind als Sonderausgaben voll absetzbar. Umfasst dein Beitrag einen Anspruch auf Krankengeld, wird der Krankenversicherungsbeitrag dafür um 4 % gekürzt (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a EStG). Prämien für einen Wahltarif oder eine private Krankentagegeldversicherung bringen dagegen meist nichts: Sie zählen zu einem Höchstbetrag von 2.800 € im Jahr, den schon der Mindestbeitrag von 3.433 € im Jahr ausschöpft (§ 10 Abs. 4 EStG).
Kann ich die Krankenkasse wechseln?
Ja, nach zwölf Monaten Mitgliedschaft, zum Ende des übernächsten Monats nach der Kündigung (§ 175 Abs. 4 SGB V). Die neue Kasse meldet den Wechsel, eine eigene Kündigung brauchst du dann nicht. Erhöht deine Kasse den Zusatzbeitrag, kannst du auch früher wechseln. Hast du einen Wahltarif für Krankengeld, bist du drei Jahre gebunden, und das Sonderkündigungsrecht bei einer Erhöhung gilt dann nicht (§ 53 Abs. 8 SGB V).
Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht zahlen kann?
Für jeden angefangenen Monat Rückstand kommt ein Säumniszuschlag von 1 % auf den auf 50 € abgerundeten Betrag dazu (§ 24 Abs. 1 SGB IV). Bist du mit zwei Monatsbeiträgen im Rückstand und zahlst trotz Mahnung nicht, ruht dein Leistungsanspruch bis auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzen, Vorsorgeuntersuchungen und Leistungen bei Schwangerschaft (§ 16 Abs. 3a SGB V). Eine Ratenzahlungsvereinbarung beendet das Ruhen, solange du die Raten zahlst. Sprich die Kasse früh an: Bei erheblichen Härten kann sie Beiträge stunden (§ 76 Abs. 2 SGB IV).
Was passiert mit meiner Krankenversicherung in der Rente?
Warst du in der zweiten Hälfte deines Erwerbslebens zu neun Zehnteln gesetzlich versichert, freiwillig oder familienversichert, kommst du in die Krankenversicherung der Rentner (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Dann zahlst du nur noch auf Rente, Betriebsrenten und Arbeitseinkommen, nicht mehr auf Mieten und Zinsen (§ 237 SGB V). Sonst bleibst du freiwillig versichert und zahlst weiter auf alle Einnahmen. Ob du die Zeit erfüllst, rechnet der KVdR-Rechner.

Quellen

  1. § 240 SGB V: Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder, Mindestbemessung (Abs. 4), vorläufige Festsetzung (Abs. 4a) gesetze-im-internet.de
  2. GKV-Spitzenverband: Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler: Stand 01.01.2025: Einnahmen, Ehegatte, Nachweis, Fälligkeit gkv-spitzenverband.de
  3. § 243 SGB V: Ermäßigter Beitragssatz ohne Krankengeld gesetze-im-internet.de
  4. § 44 SGB V: Krankengeld für Selbstständige nur mit Wahlerklärung gesetze-im-internet.de
  5. § 46 SGB V: Krankengeld ab der siebten Woche gesetze-im-internet.de
  6. § 47 SGB V: Höhe des Krankengelds, Regelentgelt aus Arbeitseinkommen (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  7. § 53 SGB V: Wahltarif Krankengeld (Abs. 6), drei Jahre Bindung (Abs. 8) gesetze-im-internet.de
  8. § 224 SGB V: Beitragsfreiheit während des Krankengelds gesetze-im-internet.de
  9. GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24.07.2026: BGBl. 2026 I Nr. 228: Wartezeit beim Krankengeld ab 2027, Zuschlag für Ehepartner ab 2028 recht.bund.de
  10. § 55 SGB XI: Pflegebeitrag, Zuschlag und Kinderabschläge gesetze-im-internet.de
  11. § 10 SGB V: Familienversicherung gesetze-im-internet.de
  12. § 5 SGB V: Versicherungspflicht, hauptberuflich Selbstständige (Abs. 5) gesetze-im-internet.de
  13. § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit ab 55 (Abs. 3a) gesetze-im-internet.de
  14. § 188 SGB V: Freiwillige Mitgliedschaft im Anschluss (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  15. § 175 SGB V: Kassenwahl und Kündigung (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  16. § 152 VAG: Basistarif der privaten Krankenversicherung gesetze-im-internet.de
  17. § 16 KSVG: Beitragsanteil der Künstler und Publizisten gesetze-im-internet.de

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