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Krankengeld berechnen: so rechnet die Krankenkasse
Die Kasse rechnet in Kalendertagen. Grundlage ist dein Gehalt aus dem letzten abgerechneten Monat vor der Krankschreibung, nicht der Durchschnitt des Jahres.
- RegelentgeltBrutto des letzten abgerechneten Monats ohne Einmalzahlungen, geteilt durch 30 (§ 47 Abs. 2 SGB V). Bekommst du Stundenlohn, rechnet die Kasse über die bezahlten Stunden und deine vereinbarte Wochenarbeitszeit.
- EinmalzahlungenWeihnachts- und Urlaubsgeld aus den letzten zwölf Monaten kommen mit einem 360stel je Tag dazu, soweit Beiträge darauf gezahlt wurden. Mehr als die Beitragsbemessungsgrenze von 193,75 € am Tag zählt nicht.
- Die zwei GrenzenDas Krankengeld beträgt 70 % des Regelentgelts, höchstens aber 90 % des Nettos. Mit Einmalzahlungen rechnet die Kasse das Netto anteilig hoch, mehr als dein laufendes Netto gibt es trotzdem nie.
- Deine BeiträgeVom Krankengeld gehen 9,3 % für die Rente, 1,3 % für die Arbeitslosenversicherung und 1,8 % für die Pflege ab, ohne Kinder dazu der Zuschlag von 0,6 %. Krankenversicherung zahlst du auf Krankengeld nicht (§ 224 SGB V).
Krankengeld je Tag = der kleinste Wert aus 70 % des Regelentgelts, 90 % des Nettos und dem laufenden Netto
Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, ohne Einmalzahlungen. Netto im Monat bisher: 2.333 €.
- Regelentgelt: 3.500 € ÷ 30
- 116,67 €
- 70 % davon
- 81,67 €
- 90 % des Nettos: 2.333 € ÷ 30 × 90 %
- 70,00 €
- Krankengeld je Kalendertag, der kleinere Wert
- 70,00 €
- Krankengeld für 30 Tage
- 2.100,00 €
- Rentenversicherung 9,3 %
- −195,30 €
- Arbeitslosenversicherung 1,3 %
- −27,30 €
- Pflegeversicherung mit Zuschlag für Kinderlose
- −54,60 €
- Auszahlung im Monat
- 1.822,80 €
§ 47 SGB V: 70 Prozent vom Brutto, höchstens 90 Prozent vom Netto
Die Höhe regelt § 47 SGB V, „Höhe und Berechnung des Krankengeldes“, in sechs Absätzen. Den Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de. Was in den Absätzen und Sätzen steht und was das für dich heißt:
| Vorschrift | Was drinsteht | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Abs. 1 Satz 1 | Das Krankengeld beträgt 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts und Arbeitseinkommens, soweit Beiträge darauf anfallen (Regelentgelt). | Ausgangswert sind 70 % deines Bruttos. |
| Abs. 1 Satz 2 | Das aus Arbeitsentgelt berechnete Krankengeld darf 90 % des Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen. | Die zweite Grenze für Arbeitnehmer. Sie greift, sobald dein Netto unter 77,8 % des Bruttos liegt. |
| Abs. 1 Satz 3 | Der Anteil der Einmalzahlungen wird im Verhältnis von Netto zu Brutto ins Netto eingerechnet. | Weihnachtsgeld hebt beide Grenzen an. |
| Abs. 1 Satz 4 | Das Krankengeld darf das laufende Netto je Kalendertag nicht übersteigen. | Auch mit Einmalzahlungen höchstens 100 % deines laufenden Nettos. |
| Abs. 1 Satz 6 und 7 | Gezahlt wird für Kalendertage, ein ganzer Monat zählt 30 Tage. | Auch der Februar bringt 30 Tage, angebrochene Monate rechnet die Kasse taggenau. |
| Abs. 1 Satz 8 | Die Besonderheiten des Übergangsbereichs gelten nicht. | Bis 2.000 € brutto rechnet die Kasse mit vollen Sozialbeiträgen, dein Netto fällt dadurch etwas kleiner aus als auf der Abrechnung. |
| Abs. 2 Satz 1, 2 und 5 | Stundenlohn: Entgelt des letzten abgerechneten Zeitraums, mindestens der letzten vier Wochen, geteilt durch die bezahlten Stunden, mal regelmäßige Wochenstunden, geteilt durch sieben. | Bei Stundenlohn zählt dein Stundenverdienst mal deiner üblichen Arbeitszeit. |
| Abs. 2 Satz 3 | Monatsgehalt: ein Dreißigstel des letzten abgerechneten Kalendermonats ohne Einmalzahlungen. | Es zählt der letzte Monat vor der Krankheit, kein Jahresschnitt. |
| Abs. 2 Satz 6 | Ein 360stel der beitragspflichtigen Einmalzahlungen der letzten zwölf Kalendermonate kommt hinzu. | Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen anteilig. |
| Abs. 3 | Die Satzung der Kasse kann bei nicht durchgehender Arbeit abweichende Regeln vorsehen. | Etwa bei stark wechselnden Einsätzen. |
| Abs. 4 | Für Selbstständige zählt das Arbeitseinkommen, nach dem die Beiträge bemessen sind, für Versicherte der Künstlersozialkasse ein 360stel des Einkommens der letzten zwölf Monate. | Keine Netto-Grenze, mehr im Abschnitt zu Selbstständigen. |
| Abs. 5 | Wer im Ausland ansässig ist und das Krankengeld dort versteuert, für den zählt statt des Nettos das Regelentgelt minus Sozialbeiträge. | Betrifft vor allem Grenzgänger, die Steuer wird dann nicht abgezogen. |
| Abs. 6 | Das Regelentgelt zählt höchstens bis zur kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze. | 2026 sind das 193,75 € am Tag, also höchstens 135,63 € Krankengeld. |
Krankengeld-Tabelle 2026: 70 % vom Brutto gegen 90 % vom Netto
Für typische Gehälter, gerechnet mit dem Rechner oben. Die kleinere der beiden Grenzen ist dein Krankengeld.
| Brutto | Netto | 70 % vom Brutto | 90 % vom Netto | Krankengeld | Auszahlung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.500 € | 1.165 € | 1.050 € | 1.048 € | 1.048 € | 911 € |
| 2.000 € | 1.477 € | 1.400 € | 1.329 € | 1.329 € | 1.155 € |
| 2.500 € | 1.769 € | 1.750 € | 1.592 € | 1.592 € | 1.382 € |
| 3.000 € | 2.054 € | 2.100 € | 1.849 € | 1.849 € | 1.605 € |
| 3.500 € | 2.333 € | 2.450 € | 2.100 € | 2.100 € | 1.823 € |
| 4.000 € | 2.606 € | 2.800 € | 2.345 € | 2.345 € | 2.035 € |
| 4.500 € | 2.871 € | 3.150 € | 2.584 € | 2.584 € | 2.242 € |
| 5.000 € | 3.130 € | 3.500 € | 2.817 € | 2.817 € | 2.444 € |
| 6.000 € | 3.642 € | 4.069 € | 3.278 € | 3.278 € | 2.843 € |
| 7.000 € | 4.180 € | 4.069 € | 3.762 € | 3.762 € | 3.267 € |
| 8.000 € | 4.680 € | 4.069 € | 4.212 € | 4.069 € | 3.537 € |
Beträge im Monat für 30 Tage. Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, durchschnittlicher Zusatzbeitrag, ohne Einmalzahlungen. 70 % vom Brutto höchstens aus der Beitragsbemessungsgrenze. Auszahlung nach Renten-, Arbeitslosen- und Pflegebeitrag.
In Klasse I entscheidet fast immer das Netto, bei 3.500 € bleiben netto 66,7 % des Bruttos. In Klasse III ist das Netto höher, dort zählen bis etwa 2.820 € brutto die 70 % vom Brutto. Den Höchstbetrag erreichst du in Klasse I ab etwa 7.700 € brutto, in Klasse III ab etwa 6.700 €.
Höchstkrankengeld 2026 und Abzüge vom Krankengeld
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Krankengeld vom Regelentgelt (Brutto) | 70 % | § 47 Abs. 1 SGB V |
| höchstens vom Nettoarbeitsentgelt | 90 % | § 47 Abs. 1 SGB V |
| Regelentgelt höchstens je Kalendertag | 193,75 € | 69.750 € ÷ 360, § 47 Abs. 6 SGB V |
| Höchstes Krankengeld je Kalendertag | 135,63 € | 70 % von 193,75 € |
| Höchstes Krankengeld im Monat, brutto | 4.068,90 € | 30 Tage |
| Dein Beitrag Renten- und Arbeitslosenversicherung | 9,3 % + 1,3 % | § 170 SGB VI, § 347 SGB III |
| Dein Beitrag Pflegeversicherung, Zuschlag ohne Kinder | 1,8 % + 0,6 % | §§ 57, 59 SGB XI |
| Lohnfortzahlung vorher | 6 Wochen | § 3 EFZG |
| Höchstdauer wegen derselben Krankheit, in drei Jahren | 78 Wochen | § 48 SGB V |
| Steuererklärung Pflicht bei Krankengeld im Jahr über | 410 € | § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG |
Mehr als 135,63 € am Tag zahlt keine Kasse, im Monat also höchstens 4.068,90 € brutto. Nach den Beiträgen bleiben davon ohne Kinder 3.536,70 €, mit Kind 3.564,60 €.
Abzüge vom Krankengeld
Krankenversicherung zahlst du auf Krankengeld nicht (§ 224 SGB V). Renten-, Arbeitslosen- und Pflegebeiträge fallen weiter an, bemessen aus 80 % deines bisherigen Bruttos. Den Teil, der auf das Krankengeld entfällt, teilst du dir mit der Kasse, den Rest zahlt sie allein (§ 170 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI, § 347 Nr. 5 SGB III, § 59 Abs. 2 SGB XI). So viel geht bei 3.500 € brutto im Monat ab:
| Kinder | Rente | Arbeitslosenversicherung | Pflege | Auszahlung |
|---|---|---|---|---|
| keine, ab 23 Jahren | 195,30 € | 27,30 € | 54,60 € | 1.822,80 € |
| 1 Kind | 196,50 € | 27,60 € | 38,10 € | 1.851,00 € |
| 2 Kinder unter 25 | 197,10 € | 27,60 € | 32,70 € | 1.861,50 € |
| 3 Kinder unter 25 | 197,70 € | 27,60 € | 27,60 € | 1.871,70 € |
| 5 und mehr unter 25 | 197,70 € | 27,60 € | 17,10 € | 1.882,20 € |
Beträge für 30 Tage, Steuerklasse I. Den Zuschlag für Kinderlose zahlst du allein, berechnet aus 80 % des Regelentgelts. Ab dem zweiten Kind unter 25 sinkt der Pflegebeitrag je Kind um 0,25 %, höchstens bis zum fünften (§ 55 Abs. 3 SGB XI). Mit Kindern steigt auch das geschätzte Netto etwas und damit das Krankengeld.
Beispiele: mit Weihnachtsgeld und über der Bemessungsgrenze
Wie im Rechenweg oben, dazu 3.500 € Weihnachtsgeld in den zwölf Monaten vor der Krankheit.
- Regelentgelt aus dem Monatsgehalt
- 116,67 €
- plus Weihnachtsgeld: 3.500 € ÷ 360
- 9,72 €
- 70 % des Regelentgelts
- 88,47 €
- 90 % des Nettos, anteilig mit Weihnachtsgeld
- 75,83 €
- Krankengeld je Kalendertag
- 75,83 €
- Krankengeld für 30 Tage
- 2.274,90 €
- Beiträge zu Rente, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung
- −300,30 €
- Auszahlung im Monat
- 1.974,60 €
Das Weihnachtsgeld bringt 151,80 € mehr im Monat. Es zählt nur, wenn es vor Beginn der Krankschreibung abgerechnet wurde.
Netto im Monat bisher: 4.680 €. Das Krankengeld ersetzt davon nur noch 76 %.
- Regelentgelt: 8.000 € ÷ 30
- 266,67 €
- gekürzt auf die Beitragsbemessungsgrenze
- 193,75 €
- 70 % davon
- 135,63 €
- 90 % des Nettos: 4.680 € ÷ 30 × 90 %
- 140,40 €
- Krankengeld je Kalendertag, der Höchstbetrag
- 135,63 €
- Krankengeld für 30 Tage
- 4.068,90 €
- Beiträge zu Rente, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung
- −532,20 €
- Auszahlung im Monat
- 3.536,70 €
Rechts von der gestrichelten Linie steigt nur noch dein Netto, das Krankengeld nicht mehr. Mit Kindern fällt die Auszahlung etwas höher aus, weil der Zuschlag in der Pflegeversicherung wegfällt.
Ab wann und wie lange du Krankengeld bekommst
Die ersten 6 Wochen zahlt dein Arbeitgeber den vollen Lohn weiter (§ 3 EFZG), wenn du schon vier Wochen bei ihm beschäftigt bist. So lange ruht das Krankengeld. Ab der 7. Woche zahlt die Krankenkasse.
| Zeitraum | Wer zahlt | Grundlage |
|---|---|---|
| Woche 1 bis 6 | Arbeitgeber, voller Lohn | § 3 EFZG |
| ab Woche 7 | Krankenkasse, Krankengeld | §§ 46, 47 SGB V |
| bis Woche 78 | Krankenkasse, die Wochen mit Lohnfortzahlung zählen mit | § 48 SGB V |
| danach | Arbeitslosengeld über die Nahtlosigkeitsregel oder Erwerbsminderungsrente | § 145 SGB III, § 43 SGB VI |
Bei durchgehender Krankheit mit voller Lohnfortzahlung bleiben höchstens 72 Wochen Krankengeld.
Der Anspruch beginnt an dem Tag, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit feststellt (§ 46 SGB V). Die Praxis schickt die Krankschreibung elektronisch an deine Kasse, einreichen musst du in der Regel nichts. Wichtig ist die Kette: Die nächste Bescheinigung muss spätestens am Werktag nach dem letzten bescheinigten Tag ausgestellt sein, Samstage zählen dabei nicht. Endet die Krankschreibung an einem Freitag, reicht also der Montag. Kommt sie später, fehlen dir die Tage dazwischen. Heikel wird es, wenn dein Job schon geendet hat und deine Mitgliedschaft nur noch am Krankengeld hängt: Dann muss die neue Bescheinigung spätestens einen Monat nach dem letzten bescheinigten Tag vorliegen, sonst ist der Anspruch weg (§ 46 Satz 3, § 49 Abs. 1 Nr. 8 SGB V).
Wegen derselben Krankheit gibt es höchstens 78 Wochen Krankengeld innerhalb von drei Jahren, gerechnet ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Kommt während der Krankschreibung eine weitere Krankheit dazu, verlängert das die Frist nicht. Einen neuen Anspruch für dieselbe Krankheit gibt es erst im nächsten Dreijahreszeitraum und nur, wenn du dazwischen mindestens sechs Monate nicht wegen ihr arbeitsunfähig warst und gearbeitet oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden hast (§ 48 Abs. 2 SGB V).
Wirst du wegen derselben Krankheit erneut krank, rechnet dein Arbeitgeber die früheren Krankheitstage auf die 6 Wochen an. Neue 6 Wochen gibt es erst, wenn du dazwischen sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig warst oder seit Beginn der ersten Krankschreibung zwölf Monate vergangen sind (§ 3 Abs. 1 EFZG). Sind die Wochen verbraucht, zahlt die Kasse vom ersten Tag an. Dauert der Bezug länger, passt sie die Berechnungsgrundlage ein Jahr nach dem Bemessungszeitraum an die Lohnentwicklung an (§ 70 SGB IX). Zweifelt sie an der Arbeitsunfähigkeit, kann sie den Medizinischen Dienst einschalten (§ 275 SGB V).
Hält ein ärztliches Gutachten deine Erwerbsfähigkeit für erheblich gefährdet, kann die Kasse dir eine Frist von 10 Wochen setzen, eine Reha zu beantragen (§ 51 SGB V). Lässt du sie verstreichen, fällt das Krankengeld weg, bis du den Antrag nachholst. Endet das Krankengeld nach 78 Wochen, spricht man von Aussteuerung. Bist du dann noch nicht arbeitsfähig, hilft die Nahtlosigkeitsregel: Die Arbeitsagentur zahlt Arbeitslosengeld, bis die Rentenversicherung über eine Erwerbsminderung entschieden hat (§ 145 SGB III). Den genauen Tag rechnet der Aussteuerung-Rechner, auch mit früheren Krankschreibungen.
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026 ändert einige Regeln. Ab 1. Januar 2027: Endet dein Arbeitsverhältnis während der Krankschreibung, gibt es ab dem nächsten Tag nur noch 60 % des Nettos, mit Kind 67 %, also die Sätze des Arbeitslosengelds (§ 47 Abs. 2a SGB V neu). Die Frist für den Reha-Antrag sinkt von 10 Wochen auf 4 Wochen. Ab 2028 kommt die Teilkrankschreibung mit anteiligem Krankengeld. Die Grundregel von 70 % und 90 % bleibt. Weitere Änderungen für 2027 stehen im Überblick zu 2027.
Die Lücke zum Netto und das Krankentagegeld
Das Krankengeld ersetzt nach den Abzügen nur einen Teil deines Nettos, bei 3.500 € brutto in Klasse I 78 %. Die Differenz ist die Lücke, die eine private Krankentagegeld-Versicherung schließen kann. Gesetzlich Versicherte schließen sie mit einer Zusatzversicherung, für privat Versicherte ist das Krankentagegeld der einzige Lohnersatz.
Der Rechenweg: Netto im Monat minus das ausgezahlte Krankengeld aus dem Rechner oben ergibt die Lücke. Geteilt durch 30 ist das der Tagessatz, denn Krankentagegeld wird als Betrag je Tag versichert. Als Angestellter bekommst du die ersten 6 Wochen vollen Lohn, für die Lücke reicht deshalb ein Tagegeld ab dem 43. Tag. Für Selbstständige und privat Versicherte rechnet der Krankentagegeld-Rechner die Lücke mit.
Steuerklasse I, keine Kinder, gesetzlich versichert.
- Netto im Monat
- 2.333,25 €
- Krankengeld, ausgezahlt
- −1.822,80 €
- Lücke im Monat
- 510,45 €
- Krankentagegeld, das die Lücke schließt (÷ 30)
- 17,02 €
| Brutto | Lücke im Monat | Krankentagegeld je Tag |
|---|---|---|
| 2.500 € | 386,52 € | 12,88 € |
| 3.000 € | 449,12 € | 14,97 € |
| 3.500 € | 510,45 € | 17,02 € |
| 4.000 € | 570,90 € | 19,03 € |
| 5.000 € | 685,99 € | 22,87 € |
| 6.000 € | 798,48 € | 26,62 € |
| 7.000 € | 912,28 € | 30,41 € |
| 8.000 € | 1.143,26 € | 38,11 € |
Netto minus ausgezahltes Krankengeld, Steuerklasse I, keine Kinder, ohne Einmalzahlungen. Über der Beitragsbemessungsgrenze wächst die Lücke schneller, weil das Krankengeld nicht mehr steigt.
Mehr als die Lücke zahlt eine Versicherung in der Regel nicht: Nach den Musterbedingungen des PKV-Verbands darf das Krankentagegeld zusammen mit dem Krankengeld dein Nettoeinkommen je Kalendertag nicht übersteigen, gerechnet aus dem Durchschnitt der letzten zwölf Monate (§ 4 Abs. 2 MB/KT). Ob dabei das Krankengeld vor oder nach deinen Beiträgen zählt und wie das Netto genau ermittelt wird, regeln die Tarifbedingungen. Sinkt dein Einkommen dauerhaft, kann der Versicherer Tagegeld und Beitrag herabsetzen (§ 4 Abs. 4 MB/KT).
Bist du privat krankenversichert, fällt das gesetzliche Krankengeld ganz weg. Das Tagegeld muss dann dein ganzes Netto abdecken, also Netto im Monat geteilt durch 30. Privates Krankentagegeld ist steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG) und erhöht anders als das Krankengeld der Kasse nicht deinen Steuersatz, denn § 32b EStG nennt nur gesetzliche Leistungen. Was der Schutz kostet, hängt von Alter, Beruf, Gesundheit und Leistungsbeginn ab. Beiträge rechnet diese Seite bewusst nicht.
Krankengeld für Selbstständige: Wahlerklärung oder Wahltarif
Hauptberuflich Selbstständige haben in der gesetzlichen Krankenversicherung nur Anspruch auf Krankengeld, wenn sie es mit einer Wahlerklärung gegenüber ihrer Kasse wählen (§ 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Dann gilt statt des ermäßigten Beitragssatzes von 14 % der allgemeine von 14,6 % (§§ 241, 243 SGB V). Das Krankengeld gibt es ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 Satz 4), in Höhe von 70 % des Arbeitseinkommens, nach dem deine Beiträge bemessen sind (§ 47 Abs. 4). Die Grenze von 90 % des Nettos gilt hier nicht, der Höchstbetrag von 135,63 € am Tag schon.
Freiwillig gesetzlich versichert, kinderlos, durchschnittlicher Zusatzbeitrag.
- Beitrag Kranken- und Pflegeversicherung ohne Krankengeld
- 633,00 €
- mit Wahlerklärung, allgemeiner statt ermäßigter Satz
- 651,00 €
- Mehrbeitrag für den Krankengeldanspruch
- 18,00 €
- Krankengeld je Kalendertag ab der siebten Woche (70 % von 3.000 € ÷ 30)
- 70,00 €
- Krankengeld für 30 Tage
- 2.100,00 €
Mit dem Mindestbeitrag, bemessen aus 1.318,33 € im Monat (§ 240 Abs. 4 SGB V), sind es 30,76 € Krankengeld am Tag.
An die Wahlerklärung bist du drei Jahre gebunden (§ 44 Abs. 2 Satz 2 mit § 53 Abs. 8 SGB V). Gibst du sie während einer Krankheit ab, wirkt sie erst ab deren Ende. Brauchst du früher Geld, bietet deine Kasse Wahltarife mit früherem Beginn an, gegen eine eigene Prämie und ebenfalls mit drei Jahren Bindung (§ 53 Abs. 6 und 8). Ab 1. Januar 2027 beginnt der Anspruch nach einer neuen Wahlerklärung erst nach drei Monaten Wartezeit. Sofort gilt er nur, wenn du erstmals freiwillig versichert bist oder gerade in die Selbstständigkeit wechselst und die Erklärung innerhalb von 14 Tagen bei der Kasse eingeht. Nach einem Unfall in der Wartezeit zahlt die Kasse ab dem ersten Tag.
Für Versicherte der Künstlersozialkasse beginnt das Krankengeld ebenfalls mit der siebten Woche, mit einem Wahltarif spätestens ab der dritten (§ 46 Satz 4 und 5). Grundlage ist ein 360stel des Arbeitseinkommens der letzten zwölf Monate. Deine Beiträge mit und ohne Krankengeld rechnet der Rechner für die Krankenversicherung Selbstständiger, für die Künstlersozialkasse der KSK-Rechner.
Steuer: steuerfrei, aber mit Progressionsvorbehalt
Krankengeld ist steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Das Finanzamt rechnet es aber in deinen Steuersatz ein (§ 32b EStG): Es ermittelt den Satz so, als hättest du das Krankengeld versteuert, und wendet ihn auf dein übriges Einkommen an. Maßgeblich ist das Krankengeld brutto, also vor deinen Beiträgen. Die Kasse meldet den Betrag bis Ende Februar des Folgejahres ans Finanzamt. Liegt dein Krankengeld im Jahr über 410 €, musst du eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG).
Das Gehalt aus dem Rechenweg, 3.500 € brutto in Steuerklasse I. Das zu versteuernde Einkommen ist wie im Lohnsteuerabzug gerechnet, ohne weitere Werbungskosten.
- Lohn für 9 Monate, darin die Lohnfortzahlung
- 31.500 €
- Zu versteuerndes Einkommen daraus
- 23.886 €
- Einkommensteuer ohne Krankengeld
- 2.558 €
- Krankengeld für 3 Monate, brutto
- 6.300 €
- Steuersatz, gerechnet mit 30.186 €
- 14,14 %
- Einkommensteuer: 23.886 € × 14,14 %
- 3.378 €
Das Krankengeld erhöht die Einkommensteuer in diesem Fall um 820 €.
Eine Nachzahlung heißt das nicht automatisch. Dein Arbeitgeber hat in den 9 Lohnmonaten 405,50 € Lohnsteuer im Monat einbehalten, als würdest du das ganze Jahr arbeiten, zusammen 3.649,50 €. Das ist mehr als die 3.378 € Einkommensteuer. Du bekommst also noch 272 € zurück. Ohne Krankengeld wären es 1.092 € gewesen. Nachzahlen musst du eher, wenn schon vorher zu wenig Lohnsteuer abging, etwa mit Steuerklasse III und V oder mit Nebeneinkünften.
Kinderkrankengeld 2026
Ist dein Kind krank und jünger als zwölf, oder behindert und auf Hilfe angewiesen, bekommst du Kinderkrankengeld. Ein Arzt muss bescheinigen, dass du zu Hause bleiben musst, und niemand sonst in deinem Haushalt darf die Betreuung übernehmen können. Du selbst musst mit Anspruch auf Krankengeld gesetzlich versichert sein, dein Kind ebenfalls gesetzlich (§ 45 Abs. 1 SGB V).
| Arbeitstage im Jahr | je Kind | höchstens insgesamt |
|---|---|---|
| je Elternteil | 15 | 35 |
| alleinerziehend | 30 | 70 |
Werte für 2026 nach § 45 Abs. 2a SGB V. Ab 2027 gelten wieder 10 und 20 Tage je Kind, sofern der Gesetzgeber nicht verlängert.
Das Kinderkrankengeld beträgt 90 % des Nettos, das dir an diesen Tagen entgeht. Hast du in den zwölf Monaten davor Weihnachts- oder Urlaubsgeld bekommen, sind es 100 %. Höchstens gibt es 135,63 € am Tag. Auch hier gehen deine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. Deinen Betrag und die übrigen Tage rechnet der Kinderkrankengeld-Rechner.
Dein Arbeitgeber muss dich für diese Tage freistellen, notfalls unbezahlt, und kann das vertraglich nicht ausschließen (§ 45 Abs. 3 SGB V). Zahlt er den Lohn für die Tage ohnehin weiter, etwa nach Tarifvertrag, geht das vor. Musst du dein Kind im Krankenhaus begleiten, weil es medizinisch nötig ist, gibt es für einen Elternteil Krankengeld für die Dauer der Mitaufnahme. Diese Tage werden nicht auf die Kinderkrankentage angerechnet (§ 45 Abs. 1a SGB V).
Häufige Fragen
Bekomme ich Krankengeld weiter, wenn mir gekündigt wird?
Wer bekommt kein Krankengeld?
Was passiert, wenn ich während des Arbeitslosengeldes krank werde?
Kann ich im Krankengeld stundenweise wieder anfangen?
Zahlt mein Arbeitgeber etwas zum Krankengeld dazu?
Wird Weihnachtsgeld während des Krankengeldes angerechnet?
Bekomme ich in der Elternzeit Krankengeld?
Was passiert mit dem Krankengeld, wenn ich Rente bekomme?
Zählt Krankengeld für die Rente?
Was tun, wenn die Kasse das Krankengeld ablehnt oder einstellt?
Quellen
- § 47 SGB V: Höhe und Berechnung des Krankengeldes gesetze-im-internet.de
- § 44 SGB V: Anspruch, Ausschlüsse und Wahlerklärung gesetze-im-internet.de
- § 46 SGB V: Beginn und lückenlose Feststellung gesetze-im-internet.de
- § 48 SGB V: Höchstdauer in drei Jahren gesetze-im-internet.de
- §§ 49 und 50 SGB V: Ruhen, Ende und Kürzung bei Rente gesetze-im-internet.de
- § 53 SGB V: Wahltarife, Bindung drei Jahre gesetze-im-internet.de
- § 45 SGB V: Kinderkrankengeld, Tage für 2026 gesetze-im-internet.de
- § 3 EFZG: Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gesetze-im-internet.de
- Knappschaft: Berechnungsgrößen der Krankenversicherung ab 1. Januar 2026: Höchstregelentgelt 193,75 €, Höchstkrankengeld 135,63 € knappschaft.de
- GKV-Spitzenverband: Hinweise zur Beitragssatzdifferenzierung in der Pflegeversicherung vom 31.03.2025: Pflegebeitrag der Krankengeldbezieher, Abschnitt 3.3 gkv-spitzenverband.de
- PKV-Verband: Musterbedingungen Krankentagegeld (MB/KT 2009), Stand Juni 2024: Obergrenze Nettoeinkommen, § 4 pkv.de
- § 32b EStG: Progressionsvorbehalt gesetze-im-internet.de
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 228: Änderungen beim Krankengeld ab 2027 und 2028 recht.bund.de
Passende Rechner
- Brutto-Netto Das Netto, mit dem die Kasse rechnet
- Aussteuerung Wann das Krankengeld nach 78 Wochen endet
- Arbeitslosengeld I Wenn der Job endet oder das Krankengeld ausläuft
- Krankenversicherung Selbstständige Beitrag mit und ohne Krankengeld
- Erwerbsminderungsrente Wenn die Arbeitsfähigkeit nicht zurückkommt
- Übergangsgeld Was die Rentenversicherung während der Reha zahlt
- Verletztengeld Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall
- Einkommensteuer Tarif 2026 und Steuersatz
- Lohnfortzahlung Wann die sechs Wochen Lohn enden
- Kinderkrankengeld Geld und freie Tage, wenn dein Kind krank ist
- Krankentagegeld Wie groß die Lücke bei langer Krankheit ist