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EÜR-Rechner 2026

Mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, kurz EÜR oder 4/3-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG, ermitteln Freiberufler und kleinere Gewerbetreibende ihren Gewinn: Einnahmen minus Ausgaben, gezählt wird, wann das Geld fließt. Der Rechner macht das mit den Sonderregeln für Bewirtung und Homeoffice und schätzt, was nach Steuer und Krankenversicherung übrig bleibt.

Stand: So werden die Rechner geprüft

EÜR-Rechner

Dein Gewinn

65.480 €

Einnahmen 80.000 € minus Ausgaben 14.520 €

Nach Kranken- und Pflegeversicherung und Steuern bleiben dir grob 40.124 € im Jahr, rund 3.344 € im Monat.

Steuern
11.147 €
Krankenversicherung
14.209 €
Bleibt im Monat
3.344 €

Bewirtung: Von 600,00 € Bewirtungskosten zählen 70 %, 180,00 € mindern den Gewinn nicht. Halte auf jedem Beleg Anlass und Teilnehmer fest.

Vom Gewinn zu dem, was bleibt

Gewinn65.480,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung−14.209,20 €
Einkommensteuer−11.147,00 €
Solidaritätszuschlag−0,00 €
Bleibt im Jahr40.123,80 €

Grobe Schätzung: allein veranlagt, keine weiteren Einkünfte, ohne Altersvorsorge und Kirchensteuer, Krankenversicherung mit Krankengeld, ohne Kinder und mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Zu versteuern sind hier 51.693 €.

Auf dieser Seite
  1. So rechnest du die EÜR
  2. EÜR oder Bilanz?
  3. Zufluss und 10-Tage-Regel
  4. Umsatzsteuer in der EÜR
  5. Abschreibungen und GWG
  6. Bewirtung, Geschenke, Homeoffice
  7. Anlage EÜR 2026
  8. Steuer auf den Gewinn
  9. Abgabe und Aufbewahrung
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

So rechnest du die EÜR (4/3-Rechnung)

Die Formel ist schlicht: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben ergibt den Gewinn (§ 4 Abs. 3 Satz 1 EStG). Der Name 4/3-Rechnung kommt von genau diesem Paragrafen. Anders als bei einer Bilanz zählen keine offenen Rechnungen und keine Vorräte, sondern das, was im Jahr tatsächlich auf deinem Konto ein- und ausgeht.

Gewinn = Betriebseinnahmen − Betriebsausgaben

EÜR-Eckwert2026Grundlage
Buchführungspflicht für Gewerbe, Umsatz über800.000 €§ 141 Abs. 1 Nr. 1 AO
Buchführungspflicht für Gewerbe, Gewinn über80.000 €§ 141 Abs. 1 Nr. 4 AO
Geringwertige Wirtschaftsgüter, sofort abziehbar bis800 €§ 6 Abs. 2 EStG
Sammelposten über 250 € bis1.000 €§ 6 Abs. 2a EStG
Bewirtung aus geschäftlichem Anlass, abziehbar70 %§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG
Geschenke je Empfänger und Jahr, höchstens50 €§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG
Homeoffice je Tag, höchstens 1.260 € im Jahr6 €§ 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG
Investitionsabzugsbetrag bei Gewinn bis 200.000 €50 %§ 7g Abs. 1 EStG
Kleinunternehmer, Umsatz im Vorjahr höchstens25.000 €§ 19 Abs. 1 UStG

Die Grenzen für Wirtschaftsgüter gelten immer ohne Umsatzsteuer, auch wenn du keine Vorsteuer abziehen kannst (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG).

Zwei Ausnahmen vom reinen Geldfluss solltest du kennen. Geld, das du im Namen und für Rechnung eines anderen einnimmst und weitergibst, bleibt ganz außen vor (durchlaufende Posten, § 4 Abs. 3 Satz 2). Und Anschaffungen, die du mehrere Jahre nutzt, ziehst du nicht beim Bezahlen ab, sondern über die Abschreibung (Satz 3). Wer die EÜR überhaupt machen darf, zeigt der Entscheidungsfinder weiter unten.

Rechenbeispiel Freiberufler mit 80.000 € Einnahmen
Betriebseinnahmen, netto
80.000 €
Büromiete
−3.600 €
Fahrzeug und Reisen
−2.500 €
Büro, Software, Telefon
−1.800 €
Betriebliche Versicherungen
−1.200 €
Werbung
−1.000 €
Steuerberatung
−2.000 €
Abschreibungen
−1.500 €
Sonstiges
−500 €
Bewirtung 600 €, davon 70 %
−420 €
Gewinn
65.480 €

Das sind die Voreinstellungen im Rechner. Was davon nach Krankenversicherung und Steuer bleibt, rechnet der Abschnitt Steuer auf den Gewinn vor.

EÜR oder Bilanz? Der Entscheidungsfinder

Ob du die einfache 4/3-Rechnung nehmen darfst, entscheiden zwei Fragen: Musst du nach Handelsrecht Bücher führen? Und liegst du als Gewerbetreibender über einer Grenze des § 141 AO? Ist beides nein, darfst du die EÜR machen (§ 4 Abs. 3 Satz 1 EStG). Eine Bilanz bleibt freiwillig möglich.

Du bistGewinnermittlungGrundlage
Freiberufler, etwa Ärztin, Architekt, Übersetzerin oder JournalistEÜR, egal wie hoch Umsatz und Gewinn sind§ 18 EStG; § 141 AO gilt nur für Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft
GbR oder Partnerschaft von FreiberuflernEÜRkeine Buchführungspflicht nach HGB
Gewerbetreibender ohne Eintrag im HandelsregisterEÜR bis 800.000 € Umsatz und 80.000 € Gewinn§ 141 Abs. 1 AO
Eingetragener Kaufmann (e. K.)EÜR, wenn an zwei Stichtagen in Folge höchstens 800.000 € Umsatz und 80.000 € Jahresüberschuss§ 241a HGB, § 141 AO
Gewerbetreibender über einer der GrenzenBilanz ab dem Wirtschaftsjahr nach der Mitteilung des Finanzamts§ 141 Abs. 2 AO
OHG, KG, GmbH, UGimmer Bilanz§§ 6, 238 HGB, § 140 AO

Ob du Freiberufler oder Gewerbetreibender bist, folgt aus deiner Tätigkeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 und § 15 Abs. 2 EStG), nicht aus deiner Wahl. Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer, außer sie arbeiten als GmbH (§ 2 Abs. 2 GewStG).

Die Bilanzpflicht beginnt nicht schon mit dem Überschreiten einer Grenze. Erst teilt dir das Finanzamt mit, dass du Bücher führen musst, dann gilt die Pflicht ab dem folgenden Wirtschaftsjahr (§ 141 Abs. 2 AO). Beim Umsatz zählt der Gesamtumsatz im Kalenderjahr, beim Gewinn der des Wirtschaftsjahres. Die Pflicht endet erst mit Ablauf des Wirtschaftsjahres, das auf die Feststellung des Finanzamts folgt, dass du wieder darunter liegst.

Mit der Bilanz ändert sich der Blick auf das Jahr: Statt der Zahlung zählt, wann du eine Leistung erbracht hast. Eine Rechnung vom Dezember gehört dann ins alte Jahr, auch wenn der Kunde im Januar zahlt. Dazu kommen Inventur und Jahresabschluss nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (§ 141 Abs. 1 Satz 2 AO). Beim Wechsel werden offene Forderungen und Verbindlichkeiten einmal nachgeholt, damit kein Betrag doppelt oder gar nicht versteuert wird.

Zufluss und Abfluss: § 11 EStG und die 10-Tage-Regel

In der EÜR zählt das Datum der Zahlung, nicht das der Rechnung. Einnahmen gehören in das Jahr, in dem sie dir zufließen, Ausgaben in das Jahr, in dem du sie leistest (§ 11 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 EStG). Damit kannst du den Gewinn etwas steuern, etwa indem du eine geplante Ausgabe noch im Dezember bezahlst.

Eine Ausnahme gilt für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen wie Miete, Versicherungsbeiträge oder die Umsatzsteuer-Vorauszahlung. Fließen sie kurze Zeit vor oder nach dem Jahreswechsel, zählen sie zu dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören (§ 11 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Satz 2). Kurze Zeit heißt höchstens 10 Tage, also vom 22. Dezember bis zum 10. Januar. Und nicht nur die Zahlung, auch die Fälligkeit muss in diesen Zeitraum fallen (BFH, Urteil vom 16. Februar 2022, X R 2/21).

Zahlunggehört inwarum
Rechnung vom Dezember 2026, der Kunde zahlt am 5. Januar 20272027einmalige Zahlung, es zählt der Zufluss
Anzahlung eines Kunden im Dezember 2026 für einen Auftrag im Jahr 20272026Zufluss im Dezember
Büromiete für Januar 2027, fällig am 1. Januar, bezahlt am 28. Dezember 20262027wiederkehrend, Zahlung und Fälligkeit in der kurzen Zeit
Umsatzsteuer-Vorauszahlung für Dezember 2026, fällig am 10. Januar 2027, bezahlt am 8. Januar2026wiederkehrend, Zahlung und Fälligkeit in der kurzen Zeit
Dieselbe Vorauszahlung mit Dauerfristverlängerung, bezahlt am 8. Januar 20272027erst einen Monat später fällig (§ 46 UStDV)
Schrank für 1.400 € netto, bezahlt im Dezember 2026verteilt ab 2026Anlagegut, Abschreibung (§ 4 Abs. 3 Satz 3)

Die Zeile zur Dauerfristverlängerung folgt dem BFH-Urteil vom 21. Juni 2022, VIII R 25/20. Eine einmalige Kundenzahlung ist nie regelmäßig wiederkehrend, auch wenn sie nur Tage nach Silvester kommt.

Umsatzsteuer in der EÜR

Bist du nicht Kleinunternehmer, läuft die Umsatzsteuer durch deine EÜR: Die Umsatzsteuer, die dir Kunden zahlen, ist eine Betriebseinnahme. Die Vorsteuer auf deine Einkäufe und die Zahlungen ans Finanzamt sind Betriebsausgaben, Erstattungen vom Finanzamt wieder Einnahmen. Fließt alles im selben Jahr, gleicht sich das aus, deshalb rechnet der Rechner einfach mit Nettobeträgen. Über den Jahreswechsel gilt für die Vorauszahlung die 10-Tage-Regel aus dem Abschnitt davor.

Als Kleinunternehmer stellst du keine Umsatzsteuer in Rechnung und ziehst keine Vorsteuer ab, deine Ausgaben zählen dann mit dem Bruttobetrag. Das geht, wenn dein Umsatz im Vorjahr nicht mehr als 25.000 € betrug und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt. Ob sich das lohnt, zeigt der Kleinunternehmer-Rechner.

Abschreibungen, GWG und Sammelposten

Was du mehrere Jahre nutzt, ist Anlagevermögen. Seine Kosten ziehst du in der EÜR nach denselben Regeln ab wie in einer Bilanz (§ 4 Abs. 3 Satz 3 EStG). Bei beweglichen Wirtschaftsgütern, die du für sich allein nutzen kannst, hängt der Abzug im Kaufjahr am Nettopreis: bis 250 € sofort, bis 800 € als geringwertiges Wirtschaftsgut ebenfalls sofort, aber mit Eintrag ins Verzeichnis (§ 6 Abs. 2). Über 250 € bis 1.000 € kannst du stattdessen einen Sammelposten bilden, der über 5 Jahre je zu einem Fünftel abgeschrieben wird (§ 6 Abs. 2a). Alles Teurere verteilst du über die Nutzungsdauer (§ 7). Nicht für sich allein nutzbar ist ein Teil, das nur zusammen mit anderen, technisch darauf abgestimmten Geräten funktioniert (§ 6 Abs. 2 Satz 2).

Kauf im Oktober 2026, nettogünstigster WegAbzug 2026anderer Weg
Regal für 220 €sofort abziehbar220,00 €–
Bürostuhl für 650 €geringwertiges Wirtschaftsgut650,00 €Sammelposten: 130,00 €
Schreibtisch für 950 €Sammelposten190,00 €AfA degressiv: 54,81 €
Schrank für 1.400 €AfA degressiv80,77 €AfA linear: 26,92 €

Mit dem GWG-Rechner gerechnet: Büromöbel, Nutzungsdauer laut amtlicher AfA-Tabelle 13 Jahre. Die AfA zählt im Kaufjahr nur ab dem Kaufmonat, degressiv geht für Käufe von Juli 2025 bis Dezember 2027.

Beim Sammelposten gilt eine Falle: Die Wahl gilt einheitlich für alle Käufe eines Jahres über 250 € bis 1.000 € (§ 6 Abs. 2a Satz 5). Kommt der Schreibtisch in den Sammelposten, muss der Bürostuhl mit hinein. Mit allen vier Käufen aus der Tabelle ziehst du 2026 ohne Sammelposten 1.005,58 € ab, mit Sammelposten 620,77 €. Dafür ist der Sammelposten nach 5 Jahren erledigt, als Anlagegut wird der Schreibtisch über 13 Jahre abgeschrieben. Mehr Varianten rechnen der GWG-Rechner und der AfA-Rechner.

Planst du eine größere Anschaffung, kannst du bis zu 50 % der erwarteten Kosten schon vorher als Investitionsabzugsbetrag abziehen, wenn dein Gewinn im Abzugsjahr nicht über 200.000 € liegt (§ 7g EStG). Kaufst du nicht innerhalb der 3 folgenden Wirtschaftsjahre, wird der Abzug rückgängig gemacht und die Steuer verzinst nachgefordert. Was das bringt, zeigt der IAB-Rechner.

Was nur teilweise zählt: Bewirtung, Geschenke, Homeoffice

AusgabeRegelNorm
Bewirtung aus geschäftlichem Anlass70 % abziehbar, Anlass und Teilnehmer notieren§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG
Geschenke an Geschäftspartnernur bis 50 € je Empfänger und Jahr§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG
Arbeit von zu Hause6 € je Tag, höchstens 1.260 € im Jahr§ 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG
Arbeitszimmer als Mittelpunkt der ganzen Arbeittatsächliche Kosten oder 1.260 € pauschal§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG
Verpflegung auf Geschäftsreisennur die Pauschalen§ 4 Abs. 5 Nr. 5 EStG
Fahrten zwischen Wohnung und Betriebwie die Entfernungspauschale§ 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG

Beträge ohne Umsatzsteuer, wenn du zum Vorsteuerabzug berechtigt bist. Die Pauschalen für Geschäftsreisen rechnet der Verpflegungspauschale-Rechner.

Bewirtung: 70 % zählen, die Vorsteuer ganz

Von einem Geschäftsessen für 600 € netto ziehst du 420 € ab, 180 € erhöhen den Gewinn. Die Vorsteuer auf die ganze Rechnung bekommst du trotzdem zurück, für angemessene und belegte Bewirtungen gilt das Abzugsverbot nicht (§ 15 Abs. 1a Satz 2 UStG). Schriftlich festhalten musst du Ort, Tag, Teilnehmer, Anlass und Höhe; im Restaurant genügen Anlass und Teilnehmer, die Rechnung legst du bei (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 und 3 EStG). In der Anlage EÜR trägst du beide Teile in Zeile 64 ein.

Homeoffice: Tagespauschale oder Arbeitszimmer

Die Tagespauschale gibt es für jeden Tag, an dem du überwiegend zu Hause arbeitest und keine erste Tätigkeitsstätte außerhalb aufsuchst. Steht dir dauerhaft kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, zählt der Tag auch dann, wenn du zusätzlich auswärts bei Kunden bist (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c Satz 2 EStG). Den Höchstbetrag erreichst du mit 210 Tagen. Ist das Arbeitszimmer der Mittelpunkt deiner gesamten Arbeit, darfst du stattdessen die tatsächlichen Kosten oder 1.260 € pauschal ansetzen (Nr. 6b); beides zusammen geht nicht.

Bei den Voreinstellungen des Rechners senken 210 Tage Homeoffice den Gewinn um 1.260 €, die Einkommensteuer um 354 € und den geschätzten Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung um 273 €, denn der richtet sich bei Selbstständigen nach dem Gewinn. Details zur Pauschale stehen beim Homeoffice-Rechner.

Anlage EÜR 2026: welche Zeile wofür

Die EÜR schickst du nicht als formlose Aufstellung, sondern als Anlage EÜR mit dem amtlichen Datensatz über Elster (§ 60 Abs. 4 EStDV). Den Vordruck für 2026 hat das Bundesfinanzministerium am 1. September 2026 bekannt gemacht. Für Selbstständige ohne Personal sind meist diese Zeilen wichtig:

ZeileWas hineingehört
12Einnahmen als Kleinunternehmer
15umsatzsteuerpflichtige Einnahmen, netto
17vereinnahmte Umsatzsteuer
20private Nutzung des Betriebs-Kfz
34Abschreibung beweglicher Wirtschaftsgüter, aus der Anlage AVEÜR
37geringwertige Wirtschaftsgüter
40Miete für Geschäftsräume
47Rechts- und Steuerberatung, Buchführung
52Arbeitsmittel wie Bürobedarf, Porto, Fachliteratur
55Werbekosten
58gezahlte Vorsteuer
59an das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer
63Geschenke, getrennt nach abziehbar und nicht abziehbar
64Bewirtung, ebenso getrennt
67Tagespauschale für die Arbeit zu Hause
89Investitionsabzugsbetrag
98steuerpflichtiger Gewinn

Nummern laut amtlichem Vordruck Anlage EÜR 2026. In der Anlage EÜR 2025, mit der du die Erklärung für 2025 machst, stehen die Einnahmen in denselben Zeilen, die meisten Ausgaben eine Nummer niedriger, die Bewirtung etwa in Zeile 63.

Dazu gehört die Anlage AVEÜR, das Verzeichnis deines Anlagevermögens mit Kaufdatum, Kosten und Abschreibung (§ 4 Abs. 3 Satz 5 EStG). Das Ministerium nennt sie ausdrücklich einen notwendigen Bestandteil der EÜR. Aus ihr kommen die Beträge für die Abschreibung in Zeile 34.

Steuer auf den Gewinn: was am Ende bleibt

Vom Gewinn gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung, Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und bei Gewerbetreibenden die Gewerbesteuer ab. Der Rechner schätzt das grob über den Tarif: Er zieht die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben ab, den Krankenversicherungsanteil mit Krankengeld um 4 % gekürzt (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a Satz 4 EStG), dazu den Sonderausgaben-Pauschbetrag. Auf den Rest wendet er den Grundtarif an (§ 32a EStG).

Rechenbeispiel Vom Gewinn zur Steuer, 65.480 € Gewinn
Gewinn
65.480,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgabe
−13.750,84 €
Sonderausgaben-Pauschbetrag
−36,00 €
Zu versteuerndes Einkommen, abgerundet
51.693 €
Einkommensteuer nach dem Grundtarif
11.147 €
Solidaritätszuschlag
0,00 €
Steuer im Jahr
11.147,00 €

Nach 14.209,20 € Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung und der Steuer bleiben vom Gewinn 40.123,80 €, rund 3.344 € im Monat. Jeder weitere Euro Gewinn kostet hier 36 % Einkommensteuer, im Schnitt nimmt sie 17 % des Gewinns. Genauer rechnet der Einkommensteuer-Rechner.

GewinnKranken- und PflegeversicherungSteuer freiberuflichbleibt freiberuflichbleibt gewerblich
30.000 €6.510 €2.500 €20.990 €20.894 €
50.000 €10.850 €7.040 €32.110 €31.664 €
80.000 €15.136 €16.333 €48.531 €47.560 €
120.000 €15.136 €34.614 €70.250 €70.096 €

Grobe Schätzung: allein veranlagt, gesetzlich versichert mit Krankengeld, ohne Kinder, keine weiteren Einkünfte, ohne Altersvorsorge und Kirchensteuer. Gewerblich mit 450 % Hebesatz.

Gewerbetreibende: Gewerbesteuer und § 35 EStG

Die Gewerbesteuer wird zu einem großen Teil auf die Einkommensteuer angerechnet: Die Einkommensteuer sinkt um das 4-fache des Messbetrags (§ 35 EStG). Bis zu einem Hebesatz von 400 % gleicht das die Gewerbesteuer weitgehend aus, darüber bleibt ein Rest. Mit denselben Zahlen wie oben, nur als Gewerbe:

Rechenbeispiel Gewerbe mit 65.480 € Gewinn, Hebesatz 450 %
Gewerbeertrag, auf volle 100 € abgerundet
65.400 €
Freibetrag
−24.500 €
Steuermessbetrag (3,5 %)
1.431 €
Gewerbesteuer bei 450 % Hebesatz
6.439,50 €
Einkommensteuer nach dem Tarif
11.147 €
Anrechnung: 4 × Messbetrag (§ 35 EStG)
−5.724 €
Einkommensteuer nach Anrechnung
5.423 €
Mehr als freiberuflich
715,50 €

Wie viel es in deiner Gemeinde ist, rechnet der Gewerbesteuer-Rechner.

Die Rentenversicherung fehlt noch

Wer nicht in der Rentenversicherung pflichtversichert ist, muss selbst fürs Alter vorsorgen. Beiträge zur Basisrente oder freiwillig zur Rentenversicherung senken die Steuer, kosten aber Geld. Plane dafür einen festen Teil des Gewinns ein, siehe Rürup-Rechner.

Abgabe, Belege und Aufbewahrung

Die EÜR übermittelst du elektronisch mit dem amtlichen Datensatz, der Anlage EÜR (§ 60 Abs. 4 Satz 1 EStDV). Nur in Härtefällen verzichtet das Finanzamt auf Antrag darauf, dann nimmst du den Papiervordruck (Satz 2). Jede Einnahme und Ausgabe sollte ein Beleg nachweisen, bei Bewirtungen mit den Angaben von oben.

Aufbewahren musst du Bücher und Aufzeichnungen 10 Jahre, Buchungsbelege wie Rechnungen und Kontoauszüge 8 Jahre und Geschäftsbriefe 6 Jahre (§ 147 Abs. 3 AO). Die Frist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Beleg entstanden oder die letzte Eintragung gemacht worden ist (Abs. 4).

Häufige Fragen

Ist die EÜR dasselbe wie die 4/3-Rechnung?
Ja. Beide Namen meinen die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben. Im Steuerformular heißt sie Anlage EÜR. Wer stattdessen bilanziert, ermittelt den Gewinn durch einen Vergleich des Betriebsvermögens am Anfang und am Ende des Jahres (§ 4 Abs. 1 und § 5 EStG).
Muss ich als Kleinunternehmer auch eine EÜR abgeben?
Ja. Die Kleinunternehmerregelung befreit nur von der Umsatzsteuer. Wer seinen Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelt, übermittelt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung elektronisch mit dem amtlichen Datensatz (§ 60 Abs. 4 EStDV), unabhängig vom Umsatz. Deine Einnahmen gehören dann in Zeile 12 der Anlage EÜR.
Muss ich die EÜR auch für eine Nebentätigkeit machen?
Ja, sobald du eine Steuererklärung abgibst. Als Arbeitnehmer musst du das, wenn deine Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug, also etwa der Gewinn aus der Nebentätigkeit, im Jahr mehr als 410 € betragen (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Den Gewinn aus der EÜR trägst du zusätzlich in die Anlage S (freiberuflich) oder die Anlage G (Gewerbe) deiner Einkommensteuererklärung ein.
Was passiert mit einem Verlust?
Ein Verlust aus der Selbstständigkeit wird mit deinen anderen Einkünften im selben Jahr verrechnet, etwa mit dem Lohn aus einem Job. Was dann noch übrig ist, kannst du in andere Jahre übertragen (§ 10d EStG).
Brauche ich ein eigenes Geschäftskonto?
Als Einzelunternehmer schreibt dir das kein Gesetz vor. Ein eigenes Konto macht die EÜR aber viel einfacher, weil du betriebliche und private Zahlungen nicht auseinandersortieren musst.
Wie behandle ich private Nutzung, etwa beim Auto oder Handy?
Nutzt du Betriebliches auch privat, setzt du dafür eine Entnahme an, die den Gewinn erhöht. Fährst du das Auto zu mehr als 50 % betrieblich, geht das pauschal mit 1 % des Listenpreises im Monat (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG) oder über ein Fahrtenbuch, siehe Firmenwagen-Rechner. Liegt der betriebliche Anteil darunter, zählt der private Anteil an den tatsächlichen Kosten. In der Anlage EÜR steht die private Kfz-Nutzung in Zeile 20.
Muss ich Steuern vorauszahlen?
Ja, wenn das Finanzamt mit einer Einkommensteuer rechnet. Es setzt dann Vorauszahlungen fest, fällig am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember, bemessen grundsätzlich nach der letzten Veranlagung (§ 37 Abs. 1 und 3 EStG). Festgesetzt werden sie nur ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin (§ 37 Abs. 5 EStG). Leg deshalb vom ersten Monat an einen Teil jeder Einnahme zurück, die Zahlen im Abschnitt zur Steuer geben dir eine Größenordnung.
Bis wann muss die EÜR beim Finanzamt sein?
Zusammen mit der Steuererklärung, spätestens 7 Monate nach Ende des Jahres, also bis Ende Juli (§ 149 Abs. 2 AO). Macht ein Steuerberater die Erklärung, gilt eine längere Frist (§ 149 Abs. 3 AO). Kommt sie später als 14 Monate nach Jahresende, setzt das Finanzamt einen Verspätungszuschlag fest: 0,25 % der Steuer nach Abzug der Vorauszahlungen für jeden angefangenen Monat, mindestens 25 € (§ 152 Abs. 2 und 5 AO).

Quellen

  1. § 4 EStG: Gewinn als Überschuss (Abs. 3), nicht abziehbare Ausgaben (Abs. 5) gesetze-im-internet.de
  2. § 11 EStG: Zufluss und Abfluss, regelmäßig wiederkehrende Zahlungen gesetze-im-internet.de
  3. § 6 EStG: Geringwertige Wirtschaftsgüter und Sammelposten (Abs. 2, 2a) gesetze-im-internet.de
  4. § 7g EStG: Investitionsabzugsbetrag gesetze-im-internet.de
  5. § 35 EStG: Anrechnung der Gewerbesteuer, Vierfaches des Messbetrags gesetze-im-internet.de
  6. § 141 AO: Buchführungspflicht bei mehr als 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn gesetze-im-internet.de
  7. § 241a HGB: Befreiung kleiner Einzelkaufleute von der Buchführung gesetze-im-internet.de
  8. § 147 AO: Aufbewahrungsfristen (Abs. 3 und 4) gesetze-im-internet.de
  9. § 60 EStDV: Elektronische Übermittlung der EÜR (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  10. BMF: Anlage EÜR 2026: Schreiben vom 1. September 2026 mit dem amtlichen Vordruck bundesfinanzministerium.de
  11. BFH, Urteil vom 16.02.2022, X R 2/21: Zehn-Tage-Regel: auch die Fälligkeit muss in der kurzen Zeit liegen bundesfinanzhof.de
  12. BFH, Urteil vom 21.06.2022, VIII R 25/20: Umsatzsteuer-Vorauszahlung mit Dauerfristverlängerung zählt im Jahr der Zahlung bundesfinanzhof.de

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