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Firmenwagen-Rechner 2026

Darfst du den Dienstwagen privat nutzen, versteuerst du jeden Monat 1 % vom Bruttolistenpreis, dazu 0,03 % je Kilometer Arbeitsweg. Reine E-Autos bis 100.000 € zählen mit einem Viertel, Plug-in-Hybride mit der Hälfte. Ein Verbrenner für 45.000 € mit 25 km Arbeitsweg bringt 787,50 € geldwerten Vorteil im Monat, bei 5.000 € brutto kostet er dich 392,96 € netto.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Firmenwagen-Rechner

Geldwerter Vorteil pro Monat

800,00 €

1 % von 50.000 € Listenpreis · Bemessungsgrundlage 50.000 € · jährlich 9.600 €

Dein Dienstwagen erhöht das zu versteuernde Brutto um 800,00 € pro Monat, dieser Sachbezug ist lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Privatnutzung
500,00 €
Pendelpauschale
300,00 €
Pro Jahr
9.600 €

Hinweis · Der geldwerte Vorteil wird zum Bruttogehalt addiert und versteuert sowie sozialversichert. Fährst du an weniger als 180 Tagen im Jahr ins Büro, ist für den Arbeitsweg die Einzelbewertung mit 0,002 % je Kilometer und Fahrt günstiger. Bei wenigen Privatfahrten lohnt oft ein Fahrtenbuch.

Auf dieser Seite
  1. So funktioniert die 1-%-Regel
  2. § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG
  3. E-Auto und Plug-in-Hybrid
  4. Tabelle nach Listenpreis
  5. Was 2024 bis 2026 gilt
  6. Arbeitsweg: 0,03 % oder einzeln
  7. Kostendeckelung und Zuzahlung
  8. 1-%-Regel oder Fahrtenbuch
  9. Selbstständige
  10. Sonderfälle
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

So funktioniert die 1-%-Regel

Der Vorteil aus der privaten Nutzung wird pauschal bewertet, egal wie viel du tatsächlich privat fährst. Dein Arbeitgeber rechnet ihn jeden Monat zu deinem Gehalt, du zahlst darauf Lohnsteuer und Sozialbeiträge, ausgezahlt wird er aber nicht.

Wert2026Grundlage
Privatnutzung je Monat, vom Listenpreis1 %§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG
Arbeitsweg je Kilometer und Monat0,03 %§ 8 Abs. 2 Satz 3 EStG
Arbeitsweg einzeln je Kilometer und Fahrt, höchstens 180 Fahrten im Jahr0,002 %BMF 03.03.2022, Rn. 13
E-Auto bis 100.000 € Listenpreis, Anschaffung ab Juli 20250,25 %§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 EStG
Plug-in-Hybrid mit höchstens 50 g CO2/km oder 80 km elektrisch, E-Auto über der Grenze0,5 %§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 5 EStG
Pauschalsteuer des Arbeitgebers auf den Arbeitsweg15 %§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG
  1. Listenpreis feststellenInländischer Listenpreis bei Erstzulassung plus werkseitige Sonderausstattung, mit Umsatzsteuer. Rabatte zählen nicht, beim Gebrauchtwagen gilt der Neupreis.
  2. Bei E-Auto oder Plug-in-Hybrid kürzenEin Viertel oder die Hälfte, je nach Preis und Anschaffung.
  3. Auf volle 100 € abrundenBei E-Autos und Hybriden nach dem Kürzen.
  4. Privatnutzung und Arbeitsweg1 % des Betrags je Monat, dazu 0,03 % je Kilometer der einfachen Entfernung zur ersten Tätigkeitsstätte. Die Summe kommt zum Bruttogehalt dazu.
Rechenweg Verbrenner, 45.000 € Listenpreis, 25 km Arbeitsweg

Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert, Nordrhein-Westfalen.

Bruttolistenpreis, auf volle 100 € abgerundet
45.000 €
1 % Privatnutzung
450,00 €
0,03 % × 25 km Arbeitsweg
337,50 €
Geldwerter Vorteil im Monat
787,50 €
Netto bei 5.000 € brutto ohne Dienstwagen
3.130,09 €
Netto mit Dienstwagen
2.737,13 €
Der Dienstwagen kostet dich im Monat
392,96 €

Die Fahrten zur Arbeit setzt du in der Steuererklärung trotzdem wie jeder andere mit der Entfernungspauschale ab: 0,38 € je Kilometer und Arbeitstag (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG), bei 25 km und 220 Tagen 2.090 € im Jahr. Mit deinen Zahlen rechnet der Pendlerpauschale-Rechner.

§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG: was im Gesetz steht

Die 1-%-Regel steht in § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG, also eigentlich bei den Entnahmen von Unternehmern. Für Arbeitnehmer verweist § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG darauf. So ist die Vorschrift aufgebaut:

StelleInhalt
Satz 1Entnahmen werden grundsätzlich mit dem Teilwert angesetzt.
Satz 2Private Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird: je Kalendermonat 1 % des inländischen Listenpreises bei Erstzulassung zuzüglich Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer.
Satz 2 Nr. 1E-Autos und extern aufladbare Hybride, angeschafft vor 2023, wenn Nr. 2 bis 4 nicht greifen: Listenpreis minus Kosten des Batteriesystems.
Satz 2 Nr. 2Anschaffung 2019 bis 2021: die Hälfte, Hybride nur mit höchstens 50 g CO2/km oder 40 km elektrischer Reichweite (§ 3 Abs. 2 EmoG).
Satz 2 Nr. 3Anschaffung 2019 bis 2030, kein CO2-Ausstoß und Bruttolistenpreis bis 100.000 €: ein Viertel.
Satz 2 Nr. 4Anschaffung 2022 bis 2024: die Hälfte bei höchstens 50 g CO2/km oder 60 km elektrisch.
Satz 2 Nr. 5Anschaffung 2025 bis 2030: die Hälfte bei höchstens 50 g CO2/km oder 80 km elektrisch.
Satz 3Statt der Pauschale die Kosten, die auf die Privatfahrten entfallen, belegt mit einem ordnungsgemäßen Fahrtenbuch. Nr. 1 bis 5 kürzen dort Batteriekosten oder Anschaffungskosten nach denselben Regeln.

Zusammengefasst nach dem Wortlaut auf gesetze-im-internet.de, Stand 1. Oktober 2026. Die Sätze 4 bis 6 regeln Sachspenden und betriebliche Fahrräder.

Die 100.000 € im Gesetzestext gelten für Wagen, die nach dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden. Für ältere gilt die Fassung aus ihrem Anschaffungszeitraum: 70.000 € ab 2024, 60.000 € für Anschaffungen von 2019 bis 2023 (§ 52 Abs. 12 Satz 4 bis 6 EStG). CO2-Wert und elektrische Reichweite stehen in der Übereinstimmungsbescheinigung des Fahrzeugs.

Für Arbeitnehmer übernimmt § 8 Abs. 2 EStG die Regel: Satz 2 überträgt die Privatnutzung mit 1 %, Satz 3 ergänzt 0,03 % je Kilometer für den Arbeitsweg, Satz 4 erlaubt das Fahrtenbuch und Satz 5 setzt 0,002 % je Kilometer für Familienheimfahrten an. Selbstständige finden den Arbeitsweg in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG, mehr dazu weiter unten.

E-Auto und Plug-in-Hybrid als Dienstwagen

Reine E-Autos zählen mit einem Viertel des Listenpreises, also mit 0,25 % statt 1 % im Monat, solange der Bruttolistenpreis die Grenze nicht übersteigt. Darüber und bei Plug-in-Hybriden, die die Bedingungen schaffen, zählt die Hälfte (0,5 %). Welche Regel gilt, entscheidet das Anschaffungsdatum, nicht das Jahr der Nutzung:

AnschaffungReines E-AutoPlug-in-Hybrid
bis 2018Listenpreis minus Batterieabschlag (Nr. 1)Listenpreis minus Batterieabschlag (Nr. 1)
2019 bis 2021ein Viertel bis 60.000 € (Nr. 3), darüber die Hälfte (Nr. 2)die Hälfte mit höchstens 50 g CO2/km oder 40 km elektrisch (Nr. 2), sonst Batterieabschlag
2022ein Viertel bis 60.000 €, darüber die Hälfte (Nr. 4)die Hälfte mit 50 g oder 60 km (Nr. 4), sonst Batterieabschlag
2023ein Viertel bis 60.000 €, darüber die Hälftedie Hälfte mit 50 g oder 60 km, sonst voller Listenpreis
2024ein Viertel bis 70.000 €, darüber die Hälftedie Hälfte mit 50 g oder 60 km, sonst voller Listenpreis
Januar bis Juni 2025ein Viertel bis 70.000 €, darüber die Hälfte (Nr. 5)die Hälfte mit 50 g oder 80 km (Nr. 5), sonst voller Listenpreis
ab Juli 2025 bis 2030ein Viertel bis 100.000 €, darüber die Hälftedie Hälfte mit 50 g oder 80 km, sonst voller Listenpreis

Nummern aus § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG, Grenzen nach § 52 Abs. 12 EStG. Bei E-Autos aus 2019 gilt das Viertel seit 2020, im Jahr 2019 galt die Hälfte (BMF-Schreiben vom 5. November 2021). Für den Arbeitsweg gilt dieselbe Kürzung.

Rechenbeispiel E-Auto, 55.000 € Listenpreis, 25 km Arbeitsweg
Ein Viertel von 55.000 €, auf volle 100 € abgerundet
13.700 €
1 % davon plus 0,03 % × 25 km
239,75 €
Der Dienstwagen kostet dich im Monat (5.000 € brutto)
117,90 €

Ein Plug-in-Hybrid für 60.000 € mit derselben Strecke kommt auf 525,00 € geldwerten Vorteil im Monat, weil er mit dem halben Listenpreis zählt.

Sonderausstattung kann die Grenze kippen

Bei Anschaffung ab Juli 2025 und 20 km Arbeitsweg bringt ein E-Auto für 99.900 € 398,40 € geldwerten Vorteil im Monat, eins für 100.100 € schon 800,00 €, rund doppelt so viel. Werkseitige Sonderausstattung zählt zum Listenpreis, nachträglich eingebautes Zubehör nicht (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 17).

Batterieabschlag für ältere E-Autos und Hybride

Für E-Autos und Plug-in-Hybride, die vor 2023 angeschafft wurden und unter keine der Kürzungen fallen, mindert sich der Listenpreis um die Kosten des Batteriesystems (Satz 2 Nr. 1). Bei Anschaffung bis 2013 sind es 500 € je kWh Batteriekapazität, höchstens 10.000 €. Mit jedem späteren Jahr sinkt der Betrag um 50 € je kWh und der Höchstbetrag um 500 €, für 2022 also 50 € und 5.500 €. Bei Gebrauchtwagen zählt das Jahr der Erstzulassung, die Kapazität steht in Feld 22 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (BMF-Schreiben vom 5. November 2021, Rdnr. 7). Beispiel aus diesem Schreiben: Ein 2018 angeschafftes E-Auto mit 25,4 kWh und 45.000 € Listenpreis wird um 6.350 € gekürzt und auf 38.600 € abgerundet, die Privatnutzung beträgt 386 € im Monat.

Geldwerter Vorteil nach Listenpreis und Antrieb

Geldwerter Vorteil im Monat mit 20 km Arbeitsweg, gerechnet mit dem Rechner oben:

ListenpreisVerbrennerPlug-in-HybridE-Auto ab 7/2025E-Auto 2024 bis 6/2025E-Auto 2019 bis 2023
40.000 €640,00 €320,00 €160,00 €160,00 €160,00 €
50.000 €800,00 €400,00 €200,00 €200,00 €200,00 €
60.000 €960,00 €480,00 €240,00 €240,00 €240,00 €
70.000 €1.120,00 €560,00 €280,00 €280,00 €560,00 €
80.000 €1.280,00 €640,00 €320,00 €640,00 €640,00 €
100.000 €1.600,00 €800,00 €400,00 €800,00 €800,00 €
120.000 €1.920,00 €960,00 €960,00 €960,00 €960,00 €

E-Autos über der Preisgrenze ihres Anschaffungszeitraums zählen zur Hälfte wie ein Plug-in-Hybrid. Plug-in-Hybrid mit höchstens 50 g CO2/km oder 80 km elektrischer Reichweite.

Was dich der Dienstwagen netto kostet

Der geldwerte Vorteil erhöht Lohnsteuer und Sozialbeiträge. Bei 5.000 € brutto im Monat sinkt dein Netto um diese Beträge:

ListenpreisVerbrennerPlug-in-HybridE-Auto
40.000 €318,12 €157,69 €78,47 €
50.000 €399,34 €197,50 €98,25 €
60.000 €470,77 €237,57 €118,04 €
80.000 €614,44 €318,12 €157,69 €

Weniger Netto im Monat. Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert, Nordrhein-Westfalen, 20 km Arbeitsweg, E-Auto mit Anschaffung ab Juli 2025, ohne Pauschalsteuer des Arbeitgebers.

Mit deinem eigenen Gehalt rechnet der Brutto-Netto-Rechner, dort trägst du den geldwerten Vorteil aus dem Rechner oben ein.

Dienstwagenregelung 2024, 2025 und 2026

Die Sätze von 1 % für Privatfahrten und 0,03 % je Kilometer Arbeitsweg sind in diesen Jahren gleich geblieben. Geändert haben sich die Regeln für E-Autos und Hybride, die Entfernungspauschale und der Ladestrom:

Regel202420252026
E-Auto: Preisgrenze für das Viertel, bei Anschaffung im Jahr70.000 €70.000 € bis Juni, 100.000 € ab Juli100.000 €
Plug-in-Hybrid: elektrische Reichweite für die Hälfte, bei Anschaffung im Jahr60 km80 km80 km
Entfernungspauschale je km0,30 € bis 20 km, 0,38 € ab dem 21. km0,30 € bis 20 km, 0,38 € ab dem 21. km0,38 € ab dem 1. km
Ladestrom zu Hause, steuerfreie Erstattung für E-Autos30 € oder 70 € im Monat pauschal30 € oder 70 € im Monat pauschalnur gemessener Strom, 0,34 € je kWh

Grenzen und Reichweiten nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 und § 52 Abs. 12 EStG, Entfernungspauschale nach § 9 EStG, Ladestrom nach dem BMF-Schreiben vom 11. November 2025.

Für einen Wagen, den du schon fährst, bleibt die Grenze aus seinem Anschaffungszeitraum: Ein E-Auto aus 2024 mit 80.000 € Listenpreis zählt auch 2026 zur Hälfte, weil es über 70.000 € liegt.

Arbeitsweg: 0,03 % oder Einzelbewertung

Die 0,03 % gelten je Kilometer der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, abgerundet auf volle Kilometer, über die kürzeste benutzbare Straßenverbindung (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 9). Sie fallen in jedem Monat an, in dem du den Wagen auch für den Arbeitsweg nutzen darfst, auch wenn du wegen Homeoffice, Teilzeit oder Dienstreisen seltener ins Büro fährst (Rn. 12).

Fährst du wenig ins Büro, gibt es die Einzelbewertung: 0,002 % des Listenpreises je Kilometer und tatsächlicher Fahrt, höchstens für 180 Fahrten im Jahr (Rn. 13). 180 Fahrten zu 0,002 % ergeben genau so viel wie zwölf Monate zu 0,03 %, mit weniger Fahrten wird es billiger. Für 50.000 € Listenpreis und 20 km:

Bürotage im JahrEinzelbewertungPauschal mit 0,03 %
40800 €3.600 €
801.600 €3.600 €
1202.400 €3.600 €
1803.600 €3.600 €
2203.600 €3.600 €

Geldwerter Vorteil für den Arbeitsweg im Jahr, gerechnet mit dem Rechenkern dieses Rechners. Die Privatnutzung mit 1 % kommt in beiden Fällen dazu.

Dafür erklärst du deinem Arbeitgeber jeden Monat schriftlich, an welchen Tagen du mit dem Wagen ins Büro gefahren bist, mit Datum. Verlangst du die Einzelbewertung, muss er sie machen, wenn dein Arbeitsvertrag nichts anderes regelt. Die Methode gilt dann für das ganze Kalenderjahr und alle deine Dienstwagen (Rn. 13 Buchst. a, e und f).

Wenn der Arbeitgeber pauschal gerechnet hat

Hat er im Lohn mit 0,03 % gerechnet, kannst du in der Steuererklärung für das ganze Jahr zur Einzelbewertung wechseln. Du brauchst eine Aufstellung der Fahrttage mit Datum und einen Beleg, dass der Arbeitgeber die 0,03 % versteuert hat, etwa die Gehaltsabrechnung (Rn. 13 Buchst. g).

Pauschalsteuer für den Arbeitsweg

Den Vorteil für den Arbeitsweg darf der Arbeitgeber mit 15 % pauschal versteuern, höchstens bis zu dem Betrag, den du als Entfernungspauschale absetzen könntest (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG). Er darf dabei 15 Arbeitstage im Monat unterstellen, bei drei Bürotagen je Woche 9 (BMF-Schreiben vom 18. November 2021, Rz. 36 und 41). Bei 25 km sind das 25 × 0,38 € × 15 = 142,50 € im Monat, darauf zahlt der Arbeitgeber 21,38 € Lohnsteuer plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Versteuert er den Betrag mit der laufenden Lohnabrechnung pauschal, ist er für dich auch beitragsfrei (§ 1 Abs. 1 SvEV). Individuell versteuert werden im Beispiel nur noch 645,00 € statt 787,50 €, dein Netto steigt um 72,32 € im Monat. Dafür kannst du die pauschal versteuerten 1.710 € im Jahr nicht mehr als Entfernungspauschale absetzen. Das kostet dich nur etwas, wenn deine Werbungskosten sonst über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € liegen.

Kostendeckelung und Zuzahlungen

Die Pauschale kann höher sein als das, was der Wagen den Arbeitgeber tatsächlich kostet. Weist er die Kosten nach, wird der Vorteil auf die Gesamtkosten des Fahrzeugs begrenzt, die sogenannte Kostendeckelung (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 8). Ein Verbrenner mit 60.000 € Listenpreis und 30 km Arbeitsweg kommt nach der Pauschale auf 13.680 € im Jahr. Kostet er insgesamt nur 10.000 €, etwa ein älterer Wagen mit wenig laufenden Kosten, werden höchstens 10.000 € versteuert.

Zu den Gesamtkosten gehören Abschreibung oder Leasingraten, Kraftstoff, Wartung und Reparaturen, Kfz-Steuer, Haftpflicht- und Kaskoversicherung, Garage, Wagenpflege und nicht steuerfreier Ladestrom. Nicht dazu zählen Maut, Parkgebühren, Fähren, Insassen- und Unfallversicherungen, Bußgelder und die Ladestation (Rn. 32 und 33).

Zuzahlungen und Nutzungsentgelt

Zahlst du dem Arbeitgeber etwas für die private Nutzung, mindert das den geldwerten Vorteil: eine feste Monatspauschale, ein Betrag je privat gefahrenem Kilometer, übernommene Leasingraten oder Kosten, die du selbst trägst, etwa den Sprit (Rn. 52 und 53). Gemindert wird höchstens auf null. Zahlst du mehr, ist der Rest weder negativer Arbeitslohn noch Werbungskosten (Rn. 56). Ein Gehaltsverzicht im Rahmen einer Gehaltsumwandlung zählt nicht als Nutzungsentgelt (Rn. 55).

Für den Verbrenner aus dem Rechenweg mit 150,00 € Nutzungsentgelt im Monat: Der Vorteil sinkt von 787,50 € auf 637,50 €, dein Netto vor der Zahlung steigt um 76,13 €. Die Zuzahlung kostet dich unterm Strich also 73,87 €.

1-%-Regel oder Fahrtenbuch: was günstiger ist

Mit Fahrtenbuch versteuerst du statt der Pauschalen den Anteil der Privatfahrten und des Arbeitswegs an den tatsächlichen Gesamtkosten (§ 8 Abs. 2 Satz 4 EStG). Bei E-Autos und Plug-in-Hybriden zählen Abschreibung oder Leasingrate dabei nur zu einem Viertel oder zur Hälfte (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 Nr. 3 bis 5 EStG). Die Verwaltung setzt die Abschreibung mit 12,5 % der Anschaffungskosten im Jahr an, also mit acht Jahren Nutzungsdauer (Rn. 34). Angenommen, der Wagen fährt 25.000 km im Jahr, du hast 25 km zur Arbeit und die laufenden Kosten liegen bei 6.000 € im Jahr:

FallFahrtenbuch1-%-RegelGünstiger
Verbrenner 45.000 €, 12.000 km privat, 220 Bürotage10.695 €9.450 €1-%-Regel
Verbrenner 45.000 €, 2.000 km privat, 88 Bürotage2.976 €7.380 €Fahrtenbuch
E-Auto 55.000 €, 2.000 km privat, 88 Bürotage1.976 €2.247 €Fahrtenbuch

Geldwerter Vorteil im Jahr, gerechnet mit dem Rechenkern des Fahrtenbuch-Rechners. Bei 88 Bürotagen ist die 1-%-Seite schon mit der Einzelbewertung des Arbeitswegs gerechnet. Kosten und Kilometer sind angenommen, die Abschreibung mit 12,5 % des Listenpreises.

Je weniger du privat fährst und je teurer der Listenpreis im Verhältnis zu den echten Kosten, desto eher lohnt das Fahrtenbuch. Für denselben Wagen darfst du nicht mitten im Jahr wechseln (Rn. 41). Was ein Fahrtenbuch enthalten muss, steht in den Fragen unten, durchrechnen kannst du es mit dem Fahrtenbuch-Rechner.

1-%-Regel für Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende ist die 1-%-Regel die gesetzliche Grundregel aus § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG, mit einer Bedingung: Der Wagen muss zu mehr als 50 % betrieblich genutzt werden. Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb zählen dabei als betrieblich. Nachweisen lässt sich das mit Terminkalender, Reisekostenabrechnungen oder Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum, in der Regel drei Monate (BMF-Schreiben vom 18. November 2009, Rz. 1 und 4).

Die Privatnutzung ist dann eine Entnahme: 1 % des Listenpreises im Monat erhöht deinen Gewinn. Für den Weg zum Betrieb sind 0,03 % je Kilometer und Monat nicht als Betriebsausgabe abziehbar, soweit sie die Entfernungspauschale übersteigen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 3 EStG). Bei 50.000 € Listenpreis, 20 km und 220 Fahrten im Jahr:

AntriebEntnahme im Jahr0,03 % für den Wegdavon nicht abziehbarGewinn steigt um
Verbrenner6.000 €3.600 €1.928 €7.928 €
Plug-in-Hybrid3.000 €1.800 €128 €3.128 €
E-Auto1.500 €900 €0 €1.500 €

Entfernungspauschale: 20 km × 0,38 € × 220 Tage = 1.672 € im Jahr. Liegen die 0,03 % darunter, bleibt nichts Nichtabziehbares. E-Auto mit Anschaffung ab Juli 2025.

Zwischen Pauschale und Fahrtenbuch wählst du für jedes Wirtschaftsjahr, bis der Steuerbescheid bestandskräftig ist (Rz. 8). Die Kostendeckelung gilt auch hier, die Entfernungspauschale bleibt dir dabei (Rz. 18 und 20). Bei höchstens 50 % betrieblicher Nutzung zählt die Privatnutzung mit den anteiligen tatsächlichen Kosten (Rz. 31). Die Umsatzsteuer auf die Privatnutzung bildet dieser Rechner nicht ab.

Sonderfälle: Pool, Nutzungsverbot, Familienheimfahrt

Für ein paar typische Konstellationen hat die Finanzverwaltung eigene Regeln:

FallWas giltGrundlage
Fahrzeugpool1 % aller Listenpreise, geteilt durch die Zahl der Berechtigten; Arbeitsweg ebenso mit 0,03 %, mal deine KilometerRn. 14
Ein Wagen, mehrere Nutzer1 % geteilt durch die Zahl der Nutzer, 0,03 % mit der eigenen Entfernung, ebenfalls geteiltRn. 24
Mehrere Wagen für dich1 % für jeden Wagen, nur für einen, wenn Angehörige die anderen so gut wie nicht nutzen könnenRn. 25
Wechsel im MonatListenpreis des Wagens, der überwiegend zur Verfügung standRn. 15
Gelegentlich, bis 5 Tage im Monat0,001 % des Listenpreises je gefahrenem Kilometer statt der MonatswerteRn. 16
Nutzungsverbotkein Vorteil, wenn das Verbot schriftlich belegt istRn. 19, 20
Park and Ridedie ganze Entfernung, die Teilstrecke nur mit Nachweis für den Rest, etwa einer JahreskarteRn. 22, 23
Familienheimfahrteine Fahrt je Woche frei, jede weitere 0,002 % je Kilometer§ 8 Abs. 2 Satz 5 EStG

Randnummern aus dem BMF-Schreiben vom 3. März 2022.

Häufige Fragen

Was zählt zum Bruttolistenpreis?
Der inländische Listenpreis bei der Erstzulassung plus werkseitig eingebauter Sonderausstattung, einschließlich Umsatzsteuer. Rabatte zählen nicht, bei einem Gebrauchtwagen gilt der Neupreis. Nachträglich eingebautes Zubehör bleibt außen vor, bei Reimporten zählt der inländische Listenpreis (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 17 und 18). Abgerundet wird auf volle 100 €, bei E-Autos und Hybriden nach dem Kürzen (R 8.1 Abs. 9 Nr. 1 Satz 6 LStR, BMF-Schreiben vom 5. November 2021, Rdnr. 12).
Muss ich versteuern, wenn ich kaum privat fahre?
Ja, sobald dir der Arbeitgeber die private Nutzung erlaubt. Der Vorteil entsteht schon mit der Möglichkeit, den Wagen privat zu fahren, nicht erst mit der einzelnen Fahrt (BFH, Urteil vom 21. März 2013, VI R 31/10). Vermeiden lässt sich das nur mit einem Fahrtenbuch oder mit einem schriftlichen Nutzungsverbot, das der Arbeitgeber zum Lohnkonto nimmt (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 19).
Was gilt im Urlaub, bei Krankheit oder in Monaten ohne Auto?
Urlaub und Krankheit sind in der Pauschale schon eingerechnet, sie fällt trotzdem an (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 12). Nur für volle Kalendermonate, in denen dir kein Dienstwagen zur Verfügung steht, entfällt der Monatsbetrag (Rn. 16). Gibst du den Wagen etwa während der Elternzeit für ganze Monate ab, versteuerst du für diese Monate nichts.
Kann ich zwischen 1-%-Regel und Fahrtenbuch wechseln?
Nicht im laufenden Jahr für denselben Wagen (R 8.1 Abs. 9 Nr. 3 LStR, BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 41). Mit einem anderen Fahrzeug kannst du neu wählen. Rückwirkend für das ganze Kalenderjahr darf der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug ändern, solange er die Lohnsteuerbescheinigung noch nicht übermittelt hat (§ 41c EStG).
Wann erkennt das Finanzamt ein Fahrtenbuch an?
Wenn es zeitnah und laufend geführt ist und die beruflichen Fahrten nachprüfbar macht: Datum, Kilometerstand, Ziel, Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner (R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR). Ein elektronisches Fahrtenbuch zählt, wenn spätere Änderungen technisch ausgeschlossen oder dokumentiert sind. Den Anlass einer Dienstfahrt darfst du dort bis zu sieben Tage später nachtragen (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 28 und 29), für Vielfahrer wie Kundendienst oder Handelsvertreter gibt es Erleichterungen (Rn. 30).
Was passiert mit einer Zuzahlung zum Kaufpreis?
Eine Einmalzahlung zu den Anschaffungskosten oder zur Leasingsonderzahlung mindert den geldwerten Vorteil. Ist im Vertrag ein Zeitraum vereinbart, wird sie gleichmäßig darauf verteilt. Ohne Vereinbarung wird sie im Zahlungsjahr und in den Folgejahren angerechnet, bis der Vorteil jeweils auf null sinkt. Auf ein anderes Fahrzeug übertragen lässt sich ein Rest nicht (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 65 und 66).
Wie versteuert ein GmbH-Geschäftsführer den Dienstwagen?
Erlaubt der Anstellungsvertrag die Privatnutzung, ist sie Arbeitslohn wie bei jedem Arbeitnehmer, mit 1-%-Regel oder Fahrtenbuch. Fährt ein Gesellschafter-Geschäftsführer den Firmenwagen privat, ohne dass es erlaubt ist, kann statt Arbeitslohn eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegen. Die Abgrenzung regelt das BMF-Schreiben vom 3. April 2012, auf das die Verwaltung im Schreiben vom 3. März 2022 (Rn. 21) verweist. Eine klare schriftliche Vereinbarung vermeidet den Streit.
Gilt die halbe Bewertung auch für Hybride ohne Stecker?
Nein. Gekürzt wird nur bei reinen Elektroautos und extern aufladbaren Hybriden, also Plug-in-Hybriden (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG). Voll- und Mildhybride, die sich nicht an der Steckdose laden lassen, zählen wie Verbrenner mit 1 %. Auch ein Plug-in-Hybrid braucht für die Hälfte höchstens 50 g CO2 je Kilometer oder, bei Anschaffung ab 2025, 80 km elektrische Reichweite, sonst wählst du im Rechner „Verbrenner oder Hybrid“.
Darf mir der Arbeitgeber den Ladestrom erstatten?
Laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei (§ 3 Nr. 46 EStG, bis zum 31. Dezember 2030). Lädst du den Dienstwagen zu Hause, darf er dir seit 2026 nur den gemessenen Strom steuerfrei erstatten (§ 3 Nr. 50 EStG), mit deinem Tarif oder pauschal mit 0,34 € je kWh. Die alten Monatspauschalen von 30 € oder 70 € für E-Autos galten zuletzt für Dezember 2025 (BMF-Schreiben vom 11. November 2025). Mehr dazu beim E-Auto-Rechner.

Quellen

  1. § 6 EStG: Absatz 1 Nr. 4: 1-%-Regel, Satz 2 Nr. 1 bis 5 E-Autos und Hybride, Satz 3 Fahrtenbuch gesetze-im-internet.de
  2. § 8 EStG: Absatz 2 Sätze 2 bis 5: Dienstwagen bei Arbeitnehmern gesetze-im-internet.de
  3. § 4 EStG: Absatz 5 Satz 1 Nr. 6: Weg zum Betrieb bei Selbstständigen gesetze-im-internet.de
  4. § 52 EStG: Absatz 12 Sätze 4 bis 6: Preisgrenzen nach Anschaffung gesetze-im-internet.de
  5. § 9 EStG: Entfernungspauschale gesetze-im-internet.de
  6. § 40 EStG: Absatz 2 Satz 2 Nr. 1: Pauschalsteuer für den Arbeitsweg gesetze-im-internet.de
  7. § 3 EmoG: Plug-in-Hybride bei Anschaffung 2019 bis 2021 gesetze-im-internet.de
  8. § 1 SvEV: Pauschal versteuerte Fahrtkosten beitragsfrei gesetze-im-internet.de
  9. BMF-Schreiben vom 3. März 2022: Dienstwagen bei Arbeitnehmern (Lohnsteuer-Handbuch, Anhang 24 IV.1) lsth.bundesfinanzministerium.de
  10. BMF-Schreiben vom 5. November 2021: E-Autos und Hybride: Batterieabschlag, Abrundung lfst.bayern.de
  11. BMF-Schreiben vom 18. November 2009: Unternehmer: Nachweis der betrieblichen Nutzung, Kostendeckelung esth.bundesfinanzministerium.de
  12. BMF-Schreiben vom 18. November 2021: Entfernungspauschalen, 15 Arbeitstage bei der Pauschalsteuer lsth.bundesfinanzministerium.de
  13. BFH, Urteil vom 21. März 2013, VI R 31/10: Vorteil schon durch die Möglichkeit der Privatnutzung bundesfinanzhof.de

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