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So funktioniert die 1-%-Regel
Der Vorteil aus der privaten Nutzung wird pauschal bewertet, egal wie viel du tatsächlich privat fährst. Dein Arbeitgeber rechnet ihn jeden Monat zu deinem Gehalt, du zahlst darauf Lohnsteuer und Sozialbeiträge, ausgezahlt wird er aber nicht.
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Privatnutzung je Monat, vom Listenpreis | 1 % | § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG |
| Arbeitsweg je Kilometer und Monat | 0,03 % | § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG |
| Arbeitsweg einzeln je Kilometer und Fahrt, höchstens 180 Fahrten im Jahr | 0,002 % | BMF 03.03.2022, Rn. 13 |
| E-Auto bis 100.000 € Listenpreis, Anschaffung ab Juli 2025 | 0,25 % | § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 EStG |
| Plug-in-Hybrid mit höchstens 50 g CO2/km oder 80 km elektrisch, E-Auto über der Grenze | 0,5 % | § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 5 EStG |
| Pauschalsteuer des Arbeitgebers auf den Arbeitsweg | 15 % | § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG |
- Listenpreis feststellenInländischer Listenpreis bei Erstzulassung plus werkseitige Sonderausstattung, mit Umsatzsteuer. Rabatte zählen nicht, beim Gebrauchtwagen gilt der Neupreis.
- Bei E-Auto oder Plug-in-Hybrid kürzenEin Viertel oder die Hälfte, je nach Preis und Anschaffung.
- Auf volle 100 € abrundenBei E-Autos und Hybriden nach dem Kürzen.
- Privatnutzung und Arbeitsweg1 % des Betrags je Monat, dazu 0,03 % je Kilometer der einfachen Entfernung zur ersten Tätigkeitsstätte. Die Summe kommt zum Bruttogehalt dazu.
Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert, Nordrhein-Westfalen.
- Bruttolistenpreis, auf volle 100 € abgerundet
- 45.000 €
- 1 % Privatnutzung
- 450,00 €
- 0,03 % × 25 km Arbeitsweg
- 337,50 €
- Geldwerter Vorteil im Monat
- 787,50 €
- Netto bei 5.000 € brutto ohne Dienstwagen
- 3.130,09 €
- Netto mit Dienstwagen
- 2.737,13 €
- Der Dienstwagen kostet dich im Monat
- 392,96 €
Die Fahrten zur Arbeit setzt du in der Steuererklärung trotzdem wie jeder andere mit der Entfernungspauschale ab: 0,38 € je Kilometer und Arbeitstag (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG), bei 25 km und 220 Tagen 2.090 € im Jahr. Mit deinen Zahlen rechnet der Pendlerpauschale-Rechner.
§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG: was im Gesetz steht
Die 1-%-Regel steht in § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG, also eigentlich bei den Entnahmen von Unternehmern. Für Arbeitnehmer verweist § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG darauf. So ist die Vorschrift aufgebaut:
| Stelle | Inhalt |
|---|---|
| Satz 1 | Entnahmen werden grundsätzlich mit dem Teilwert angesetzt. |
| Satz 2 | Private Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird: je Kalendermonat 1 % des inländischen Listenpreises bei Erstzulassung zuzüglich Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer. |
| Satz 2 Nr. 1 | E-Autos und extern aufladbare Hybride, angeschafft vor 2023, wenn Nr. 2 bis 4 nicht greifen: Listenpreis minus Kosten des Batteriesystems. |
| Satz 2 Nr. 2 | Anschaffung 2019 bis 2021: die Hälfte, Hybride nur mit höchstens 50 g CO2/km oder 40 km elektrischer Reichweite (§ 3 Abs. 2 EmoG). |
| Satz 2 Nr. 3 | Anschaffung 2019 bis 2030, kein CO2-Ausstoß und Bruttolistenpreis bis 100.000 €: ein Viertel. |
| Satz 2 Nr. 4 | Anschaffung 2022 bis 2024: die Hälfte bei höchstens 50 g CO2/km oder 60 km elektrisch. |
| Satz 2 Nr. 5 | Anschaffung 2025 bis 2030: die Hälfte bei höchstens 50 g CO2/km oder 80 km elektrisch. |
| Satz 3 | Statt der Pauschale die Kosten, die auf die Privatfahrten entfallen, belegt mit einem ordnungsgemäßen Fahrtenbuch. Nr. 1 bis 5 kürzen dort Batteriekosten oder Anschaffungskosten nach denselben Regeln. |
Zusammengefasst nach dem Wortlaut auf gesetze-im-internet.de, Stand 1. Oktober 2026. Die Sätze 4 bis 6 regeln Sachspenden und betriebliche Fahrräder.
Die 100.000 € im Gesetzestext gelten für Wagen, die nach dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden. Für ältere gilt die Fassung aus ihrem Anschaffungszeitraum: 70.000 € ab 2024, 60.000 € für Anschaffungen von 2019 bis 2023 (§ 52 Abs. 12 Satz 4 bis 6 EStG). CO2-Wert und elektrische Reichweite stehen in der Übereinstimmungsbescheinigung des Fahrzeugs.
Für Arbeitnehmer übernimmt § 8 Abs. 2 EStG die Regel: Satz 2 überträgt die Privatnutzung mit 1 %, Satz 3 ergänzt 0,03 % je Kilometer für den Arbeitsweg, Satz 4 erlaubt das Fahrtenbuch und Satz 5 setzt 0,002 % je Kilometer für Familienheimfahrten an. Selbstständige finden den Arbeitsweg in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG, mehr dazu weiter unten.
E-Auto und Plug-in-Hybrid als Dienstwagen
Reine E-Autos zählen mit einem Viertel des Listenpreises, also mit 0,25 % statt 1 % im Monat, solange der Bruttolistenpreis die Grenze nicht übersteigt. Darüber und bei Plug-in-Hybriden, die die Bedingungen schaffen, zählt die Hälfte (0,5 %). Welche Regel gilt, entscheidet das Anschaffungsdatum, nicht das Jahr der Nutzung:
| Anschaffung | Reines E-Auto | Plug-in-Hybrid |
|---|---|---|
| bis 2018 | Listenpreis minus Batterieabschlag (Nr. 1) | Listenpreis minus Batterieabschlag (Nr. 1) |
| 2019 bis 2021 | ein Viertel bis 60.000 € (Nr. 3), darüber die Hälfte (Nr. 2) | die Hälfte mit höchstens 50 g CO2/km oder 40 km elektrisch (Nr. 2), sonst Batterieabschlag |
| 2022 | ein Viertel bis 60.000 €, darüber die Hälfte (Nr. 4) | die Hälfte mit 50 g oder 60 km (Nr. 4), sonst Batterieabschlag |
| 2023 | ein Viertel bis 60.000 €, darüber die Hälfte | die Hälfte mit 50 g oder 60 km, sonst voller Listenpreis |
| 2024 | ein Viertel bis 70.000 €, darüber die Hälfte | die Hälfte mit 50 g oder 60 km, sonst voller Listenpreis |
| Januar bis Juni 2025 | ein Viertel bis 70.000 €, darüber die Hälfte (Nr. 5) | die Hälfte mit 50 g oder 80 km (Nr. 5), sonst voller Listenpreis |
| ab Juli 2025 bis 2030 | ein Viertel bis 100.000 €, darüber die Hälfte | die Hälfte mit 50 g oder 80 km, sonst voller Listenpreis |
Nummern aus § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG, Grenzen nach § 52 Abs. 12 EStG. Bei E-Autos aus 2019 gilt das Viertel seit 2020, im Jahr 2019 galt die Hälfte (BMF-Schreiben vom 5. November 2021). Für den Arbeitsweg gilt dieselbe Kürzung.
- Ein Viertel von 55.000 €, auf volle 100 € abgerundet
- 13.700 €
- 1 % davon plus 0,03 % × 25 km
- 239,75 €
- Der Dienstwagen kostet dich im Monat (5.000 € brutto)
- 117,90 €
Ein Plug-in-Hybrid für 60.000 € mit derselben Strecke kommt auf 525,00 € geldwerten Vorteil im Monat, weil er mit dem halben Listenpreis zählt.
Bei Anschaffung ab Juli 2025 und 20 km Arbeitsweg bringt ein E-Auto für 99.900 € 398,40 € geldwerten Vorteil im Monat, eins für 100.100 € schon 800,00 €, rund doppelt so viel. Werkseitige Sonderausstattung zählt zum Listenpreis, nachträglich eingebautes Zubehör nicht (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 17).
Batterieabschlag für ältere E-Autos und Hybride
Für E-Autos und Plug-in-Hybride, die vor 2023 angeschafft wurden und unter keine der Kürzungen fallen, mindert sich der Listenpreis um die Kosten des Batteriesystems (Satz 2 Nr. 1). Bei Anschaffung bis 2013 sind es 500 € je kWh Batteriekapazität, höchstens 10.000 €. Mit jedem späteren Jahr sinkt der Betrag um 50 € je kWh und der Höchstbetrag um 500 €, für 2022 also 50 € und 5.500 €. Bei Gebrauchtwagen zählt das Jahr der Erstzulassung, die Kapazität steht in Feld 22 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (BMF-Schreiben vom 5. November 2021, Rdnr. 7). Beispiel aus diesem Schreiben: Ein 2018 angeschafftes E-Auto mit 25,4 kWh und 45.000 € Listenpreis wird um 6.350 € gekürzt und auf 38.600 € abgerundet, die Privatnutzung beträgt 386 € im Monat.
Geldwerter Vorteil nach Listenpreis und Antrieb
Geldwerter Vorteil im Monat mit 20 km Arbeitsweg, gerechnet mit dem Rechner oben:
| Listenpreis | Verbrenner | Plug-in-Hybrid | E-Auto ab 7/2025 | E-Auto 2024 bis 6/2025 | E-Auto 2019 bis 2023 |
|---|---|---|---|---|---|
| 40.000 € | 640,00 € | 320,00 € | 160,00 € | 160,00 € | 160,00 € |
| 50.000 € | 800,00 € | 400,00 € | 200,00 € | 200,00 € | 200,00 € |
| 60.000 € | 960,00 € | 480,00 € | 240,00 € | 240,00 € | 240,00 € |
| 70.000 € | 1.120,00 € | 560,00 € | 280,00 € | 280,00 € | 560,00 € |
| 80.000 € | 1.280,00 € | 640,00 € | 320,00 € | 640,00 € | 640,00 € |
| 100.000 € | 1.600,00 € | 800,00 € | 400,00 € | 800,00 € | 800,00 € |
| 120.000 € | 1.920,00 € | 960,00 € | 960,00 € | 960,00 € | 960,00 € |
E-Autos über der Preisgrenze ihres Anschaffungszeitraums zählen zur Hälfte wie ein Plug-in-Hybrid. Plug-in-Hybrid mit höchstens 50 g CO2/km oder 80 km elektrischer Reichweite.
Was dich der Dienstwagen netto kostet
Der geldwerte Vorteil erhöht Lohnsteuer und Sozialbeiträge. Bei 5.000 € brutto im Monat sinkt dein Netto um diese Beträge:
| Listenpreis | Verbrenner | Plug-in-Hybrid | E-Auto |
|---|---|---|---|
| 40.000 € | 318,12 € | 157,69 € | 78,47 € |
| 50.000 € | 399,34 € | 197,50 € | 98,25 € |
| 60.000 € | 470,77 € | 237,57 € | 118,04 € |
| 80.000 € | 614,44 € | 318,12 € | 157,69 € |
Weniger Netto im Monat. Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert, Nordrhein-Westfalen, 20 km Arbeitsweg, E-Auto mit Anschaffung ab Juli 2025, ohne Pauschalsteuer des Arbeitgebers.
Mit deinem eigenen Gehalt rechnet der Brutto-Netto-Rechner, dort trägst du den geldwerten Vorteil aus dem Rechner oben ein.
Dienstwagenregelung 2024, 2025 und 2026
Die Sätze von 1 % für Privatfahrten und 0,03 % je Kilometer Arbeitsweg sind in diesen Jahren gleich geblieben. Geändert haben sich die Regeln für E-Autos und Hybride, die Entfernungspauschale und der Ladestrom:
| Regel | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|
| E-Auto: Preisgrenze für das Viertel, bei Anschaffung im Jahr | 70.000 € | 70.000 € bis Juni, 100.000 € ab Juli | 100.000 € |
| Plug-in-Hybrid: elektrische Reichweite für die Hälfte, bei Anschaffung im Jahr | 60 km | 80 km | 80 km |
| Entfernungspauschale je km | 0,30 € bis 20 km, 0,38 € ab dem 21. km | 0,30 € bis 20 km, 0,38 € ab dem 21. km | 0,38 € ab dem 1. km |
| Ladestrom zu Hause, steuerfreie Erstattung für E-Autos | 30 € oder 70 € im Monat pauschal | 30 € oder 70 € im Monat pauschal | nur gemessener Strom, 0,34 € je kWh |
Grenzen und Reichweiten nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 und § 52 Abs. 12 EStG, Entfernungspauschale nach § 9 EStG, Ladestrom nach dem BMF-Schreiben vom 11. November 2025.
Für einen Wagen, den du schon fährst, bleibt die Grenze aus seinem Anschaffungszeitraum: Ein E-Auto aus 2024 mit 80.000 € Listenpreis zählt auch 2026 zur Hälfte, weil es über 70.000 € liegt.
Arbeitsweg: 0,03 % oder Einzelbewertung
Die 0,03 % gelten je Kilometer der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, abgerundet auf volle Kilometer, über die kürzeste benutzbare Straßenverbindung (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 9). Sie fallen in jedem Monat an, in dem du den Wagen auch für den Arbeitsweg nutzen darfst, auch wenn du wegen Homeoffice, Teilzeit oder Dienstreisen seltener ins Büro fährst (Rn. 12).
Fährst du wenig ins Büro, gibt es die Einzelbewertung: 0,002 % des Listenpreises je Kilometer und tatsächlicher Fahrt, höchstens für 180 Fahrten im Jahr (Rn. 13). 180 Fahrten zu 0,002 % ergeben genau so viel wie zwölf Monate zu 0,03 %, mit weniger Fahrten wird es billiger. Für 50.000 € Listenpreis und 20 km:
| Bürotage im Jahr | Einzelbewertung | Pauschal mit 0,03 % |
|---|---|---|
| 40 | 800 € | 3.600 € |
| 80 | 1.600 € | 3.600 € |
| 120 | 2.400 € | 3.600 € |
| 180 | 3.600 € | 3.600 € |
| 220 | 3.600 € | 3.600 € |
Geldwerter Vorteil für den Arbeitsweg im Jahr, gerechnet mit dem Rechenkern dieses Rechners. Die Privatnutzung mit 1 % kommt in beiden Fällen dazu.
Dafür erklärst du deinem Arbeitgeber jeden Monat schriftlich, an welchen Tagen du mit dem Wagen ins Büro gefahren bist, mit Datum. Verlangst du die Einzelbewertung, muss er sie machen, wenn dein Arbeitsvertrag nichts anderes regelt. Die Methode gilt dann für das ganze Kalenderjahr und alle deine Dienstwagen (Rn. 13 Buchst. a, e und f).
Hat er im Lohn mit 0,03 % gerechnet, kannst du in der Steuererklärung für das ganze Jahr zur Einzelbewertung wechseln. Du brauchst eine Aufstellung der Fahrttage mit Datum und einen Beleg, dass der Arbeitgeber die 0,03 % versteuert hat, etwa die Gehaltsabrechnung (Rn. 13 Buchst. g).
Pauschalsteuer für den Arbeitsweg
Den Vorteil für den Arbeitsweg darf der Arbeitgeber mit 15 % pauschal versteuern, höchstens bis zu dem Betrag, den du als Entfernungspauschale absetzen könntest (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG). Er darf dabei 15 Arbeitstage im Monat unterstellen, bei drei Bürotagen je Woche 9 (BMF-Schreiben vom 18. November 2021, Rz. 36 und 41). Bei 25 km sind das 25 × 0,38 € × 15 = 142,50 € im Monat, darauf zahlt der Arbeitgeber 21,38 € Lohnsteuer plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Versteuert er den Betrag mit der laufenden Lohnabrechnung pauschal, ist er für dich auch beitragsfrei (§ 1 Abs. 1 SvEV). Individuell versteuert werden im Beispiel nur noch 645,00 € statt 787,50 €, dein Netto steigt um 72,32 € im Monat. Dafür kannst du die pauschal versteuerten 1.710 € im Jahr nicht mehr als Entfernungspauschale absetzen. Das kostet dich nur etwas, wenn deine Werbungskosten sonst über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € liegen.
Kostendeckelung und Zuzahlungen
Die Pauschale kann höher sein als das, was der Wagen den Arbeitgeber tatsächlich kostet. Weist er die Kosten nach, wird der Vorteil auf die Gesamtkosten des Fahrzeugs begrenzt, die sogenannte Kostendeckelung (BMF-Schreiben vom 3. März 2022, Rn. 8). Ein Verbrenner mit 60.000 € Listenpreis und 30 km Arbeitsweg kommt nach der Pauschale auf 13.680 € im Jahr. Kostet er insgesamt nur 10.000 €, etwa ein älterer Wagen mit wenig laufenden Kosten, werden höchstens 10.000 € versteuert.
Zu den Gesamtkosten gehören Abschreibung oder Leasingraten, Kraftstoff, Wartung und Reparaturen, Kfz-Steuer, Haftpflicht- und Kaskoversicherung, Garage, Wagenpflege und nicht steuerfreier Ladestrom. Nicht dazu zählen Maut, Parkgebühren, Fähren, Insassen- und Unfallversicherungen, Bußgelder und die Ladestation (Rn. 32 und 33).
Zuzahlungen und Nutzungsentgelt
Zahlst du dem Arbeitgeber etwas für die private Nutzung, mindert das den geldwerten Vorteil: eine feste Monatspauschale, ein Betrag je privat gefahrenem Kilometer, übernommene Leasingraten oder Kosten, die du selbst trägst, etwa den Sprit (Rn. 52 und 53). Gemindert wird höchstens auf null. Zahlst du mehr, ist der Rest weder negativer Arbeitslohn noch Werbungskosten (Rn. 56). Ein Gehaltsverzicht im Rahmen einer Gehaltsumwandlung zählt nicht als Nutzungsentgelt (Rn. 55).
Für den Verbrenner aus dem Rechenweg mit 150,00 € Nutzungsentgelt im Monat: Der Vorteil sinkt von 787,50 € auf 637,50 €, dein Netto vor der Zahlung steigt um 76,13 €. Die Zuzahlung kostet dich unterm Strich also 73,87 €.
1-%-Regel oder Fahrtenbuch: was günstiger ist
Mit Fahrtenbuch versteuerst du statt der Pauschalen den Anteil der Privatfahrten und des Arbeitswegs an den tatsächlichen Gesamtkosten (§ 8 Abs. 2 Satz 4 EStG). Bei E-Autos und Plug-in-Hybriden zählen Abschreibung oder Leasingrate dabei nur zu einem Viertel oder zur Hälfte (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 Nr. 3 bis 5 EStG). Die Verwaltung setzt die Abschreibung mit 12,5 % der Anschaffungskosten im Jahr an, also mit acht Jahren Nutzungsdauer (Rn. 34). Angenommen, der Wagen fährt 25.000 km im Jahr, du hast 25 km zur Arbeit und die laufenden Kosten liegen bei 6.000 € im Jahr:
| Fall | Fahrtenbuch | 1-%-Regel | Günstiger |
|---|---|---|---|
| Verbrenner 45.000 €, 12.000 km privat, 220 Bürotage | 10.695 € | 9.450 € | 1-%-Regel |
| Verbrenner 45.000 €, 2.000 km privat, 88 Bürotage | 2.976 € | 7.380 € | Fahrtenbuch |
| E-Auto 55.000 €, 2.000 km privat, 88 Bürotage | 1.976 € | 2.247 € | Fahrtenbuch |
Geldwerter Vorteil im Jahr, gerechnet mit dem Rechenkern des Fahrtenbuch-Rechners. Bei 88 Bürotagen ist die 1-%-Seite schon mit der Einzelbewertung des Arbeitswegs gerechnet. Kosten und Kilometer sind angenommen, die Abschreibung mit 12,5 % des Listenpreises.
Je weniger du privat fährst und je teurer der Listenpreis im Verhältnis zu den echten Kosten, desto eher lohnt das Fahrtenbuch. Für denselben Wagen darfst du nicht mitten im Jahr wechseln (Rn. 41). Was ein Fahrtenbuch enthalten muss, steht in den Fragen unten, durchrechnen kannst du es mit dem Fahrtenbuch-Rechner.
1-%-Regel für Selbstständige und Unternehmer
Für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende ist die 1-%-Regel die gesetzliche Grundregel aus § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG, mit einer Bedingung: Der Wagen muss zu mehr als 50 % betrieblich genutzt werden. Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb zählen dabei als betrieblich. Nachweisen lässt sich das mit Terminkalender, Reisekostenabrechnungen oder Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum, in der Regel drei Monate (BMF-Schreiben vom 18. November 2009, Rz. 1 und 4).
Die Privatnutzung ist dann eine Entnahme: 1 % des Listenpreises im Monat erhöht deinen Gewinn. Für den Weg zum Betrieb sind 0,03 % je Kilometer und Monat nicht als Betriebsausgabe abziehbar, soweit sie die Entfernungspauschale übersteigen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 3 EStG). Bei 50.000 € Listenpreis, 20 km und 220 Fahrten im Jahr:
| Antrieb | Entnahme im Jahr | 0,03 % für den Weg | davon nicht abziehbar | Gewinn steigt um |
|---|---|---|---|---|
| Verbrenner | 6.000 € | 3.600 € | 1.928 € | 7.928 € |
| Plug-in-Hybrid | 3.000 € | 1.800 € | 128 € | 3.128 € |
| E-Auto | 1.500 € | 900 € | 0 € | 1.500 € |
Entfernungspauschale: 20 km × 0,38 € × 220 Tage = 1.672 € im Jahr. Liegen die 0,03 % darunter, bleibt nichts Nichtabziehbares. E-Auto mit Anschaffung ab Juli 2025.
Zwischen Pauschale und Fahrtenbuch wählst du für jedes Wirtschaftsjahr, bis der Steuerbescheid bestandskräftig ist (Rz. 8). Die Kostendeckelung gilt auch hier, die Entfernungspauschale bleibt dir dabei (Rz. 18 und 20). Bei höchstens 50 % betrieblicher Nutzung zählt die Privatnutzung mit den anteiligen tatsächlichen Kosten (Rz. 31). Die Umsatzsteuer auf die Privatnutzung bildet dieser Rechner nicht ab.
Sonderfälle: Pool, Nutzungsverbot, Familienheimfahrt
Für ein paar typische Konstellationen hat die Finanzverwaltung eigene Regeln:
| Fall | Was gilt | Grundlage |
|---|---|---|
| Fahrzeugpool | 1 % aller Listenpreise, geteilt durch die Zahl der Berechtigten; Arbeitsweg ebenso mit 0,03 %, mal deine Kilometer | Rn. 14 |
| Ein Wagen, mehrere Nutzer | 1 % geteilt durch die Zahl der Nutzer, 0,03 % mit der eigenen Entfernung, ebenfalls geteilt | Rn. 24 |
| Mehrere Wagen für dich | 1 % für jeden Wagen, nur für einen, wenn Angehörige die anderen so gut wie nicht nutzen können | Rn. 25 |
| Wechsel im Monat | Listenpreis des Wagens, der überwiegend zur Verfügung stand | Rn. 15 |
| Gelegentlich, bis 5 Tage im Monat | 0,001 % des Listenpreises je gefahrenem Kilometer statt der Monatswerte | Rn. 16 |
| Nutzungsverbot | kein Vorteil, wenn das Verbot schriftlich belegt ist | Rn. 19, 20 |
| Park and Ride | die ganze Entfernung, die Teilstrecke nur mit Nachweis für den Rest, etwa einer Jahreskarte | Rn. 22, 23 |
| Familienheimfahrt | eine Fahrt je Woche frei, jede weitere 0,002 % je Kilometer | § 8 Abs. 2 Satz 5 EStG |
Randnummern aus dem BMF-Schreiben vom 3. März 2022.
Häufige Fragen
Was zählt zum Bruttolistenpreis?
Muss ich versteuern, wenn ich kaum privat fahre?
Was gilt im Urlaub, bei Krankheit oder in Monaten ohne Auto?
Kann ich zwischen 1-%-Regel und Fahrtenbuch wechseln?
Wann erkennt das Finanzamt ein Fahrtenbuch an?
Was passiert mit einer Zuzahlung zum Kaufpreis?
Wie versteuert ein GmbH-Geschäftsführer den Dienstwagen?
Gilt die halbe Bewertung auch für Hybride ohne Stecker?
Darf mir der Arbeitgeber den Ladestrom erstatten?
Quellen
- § 6 EStG: Absatz 1 Nr. 4: 1-%-Regel, Satz 2 Nr. 1 bis 5 E-Autos und Hybride, Satz 3 Fahrtenbuch gesetze-im-internet.de
- § 8 EStG: Absatz 2 Sätze 2 bis 5: Dienstwagen bei Arbeitnehmern gesetze-im-internet.de
- § 4 EStG: Absatz 5 Satz 1 Nr. 6: Weg zum Betrieb bei Selbstständigen gesetze-im-internet.de
- § 52 EStG: Absatz 12 Sätze 4 bis 6: Preisgrenzen nach Anschaffung gesetze-im-internet.de
- § 9 EStG: Entfernungspauschale gesetze-im-internet.de
- § 40 EStG: Absatz 2 Satz 2 Nr. 1: Pauschalsteuer für den Arbeitsweg gesetze-im-internet.de
- § 3 EmoG: Plug-in-Hybride bei Anschaffung 2019 bis 2021 gesetze-im-internet.de
- § 1 SvEV: Pauschal versteuerte Fahrtkosten beitragsfrei gesetze-im-internet.de
- BMF-Schreiben vom 3. März 2022: Dienstwagen bei Arbeitnehmern (Lohnsteuer-Handbuch, Anhang 24 IV.1) lsth.bundesfinanzministerium.de
- BMF-Schreiben vom 5. November 2021: E-Autos und Hybride: Batterieabschlag, Abrundung lfst.bayern.de
- BMF-Schreiben vom 18. November 2009: Unternehmer: Nachweis der betrieblichen Nutzung, Kostendeckelung esth.bundesfinanzministerium.de
- BMF-Schreiben vom 18. November 2021: Entfernungspauschalen, 15 Arbeitstage bei der Pauschalsteuer lsth.bundesfinanzministerium.de
- BFH, Urteil vom 21. März 2013, VI R 31/10: Vorteil schon durch die Möglichkeit der Privatnutzung bundesfinanzhof.de