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Leasingfaktor berechnen und bewerten
Der Leasingfaktor setzt die Monatsrate ins Verhältnis zum Bruttolistenpreis, also dem Neupreis laut Hersteller mit Ausstattung und Umsatzsteuer. Weil der Listenpreis bei jedem Händler gleich ist, kannst du damit Angebote für verschieden teure Autos vergleichen. Einen Nachlass, den der Händler einrechnet, siehst du am niedrigeren Faktor. Nimm bei allen Angeboten denselben Listenpreis mit derselben Ausstattung.
Leasingfaktor = Monatsrate ÷ Bruttolistenpreis × 100
Gesamtkostenfaktor = (Monatsrate + Sonderzahlung ÷ Laufzeit) ÷ Bruttolistenpreis × 100
Verlangt das Angebot eine Sonderzahlung, sagt der Leasingfaktor allein wenig. Dann zählt der Gesamtkostenfaktor, der die Sonderzahlung auf die Monate verteilt. Überführung und Zulassung rechnet der Rechner ebenfalls ein, weil du sie genauso zahlst. Der ADAC rechnet An-, Sonder- und Schlusszahlungen in seinen Faktor ein und sieht Angebote bis 1,0 als gut an. Das entspricht hier dem Gesamtkostenfaktor.
Ein Faktor von 1,0 heißt: Du zahlst jeden Monat 1 % des Listenpreises, über 36 Monate also 36 % des Neupreises, über 48 Monate 48 %. Dafür gibst du das Auto am Ende zurück.
| Angebot | Rate | Sonderzahlung | Leasingfaktor | Gesamtkostenfaktor | Kosten gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Angebot A | 299 € | 5.000 € | 0,75 | 1,09 | 15.764 € |
| Angebot B | 369 € | 2.000 € | 0,92 | 1,06 | 15.284 € |
| Angebot C | 429 € | 0 € | 1,07 | 1,07 | 15.444 € |
Dasselbe Auto mit 40.000 € Listenpreis, 36 Monate Laufzeit, gleiche Freikilometer.
Angebot A hat die niedrigste Rate, am günstigsten ist aber Angebot B. Genau das zeigt der Gesamtkostenfaktor. Vergleichbar sind die Faktoren nur bei gleicher Laufzeit und gleichen Freikilometern.
Leasingrate aus dem Faktor
Kennst du den Faktor, rechnest du die Rate zurück: Listenpreis mal Faktor, geteilt durch 100. So siehst du schnell, ob ein beworbener Faktor zur genannten Rate passt.
| Listenpreis | Faktor 0,6 | Faktor 0,8 | Faktor 1,0 | Faktor 1,2 |
|---|---|---|---|---|
| 20.000 € | 120 € | 160 € | 200 € | 240 € |
| 30.000 € | 180 € | 240 € | 300 € | 360 € |
| 40.000 € | 240 € | 320 € | 400 € | 480 € |
| 50.000 € | 300 € | 400 € | 500 € | 600 € |
| 60.000 € | 360 € | 480 € | 600 € | 720 € |
Monatsrate. Gibt es eine Sonderzahlung, lies die Spalte als Gesamtkostenfaktor: Rate plus Sonderzahlung geteilt durch die Monate.
Leasingrate berechnen: so rechnet der Leasinggeber
Hinter jeder Leasingrate steckt eine einfache Rechnung. Der Leasinggeber kauft das Auto, bekommt es am Ende zum Restwert zurück und verkauft es weiter. Die Raten müssen den Wertverlust dazwischen decken und dazu Zinsen für das Geld, das im Auto steckt.
Keine Sonderzahlung, 36 Monate, Zins wie der durchschnittliche Effektivzins neuer Konsumentenkredite mit über einem bis fünf Jahren Zinsbindung laut Bundesbank (August 2026).
- Bruttolistenpreis
- 40.000 €
- Nachlass 10 %
- −4.000 €
- Kaufpreis des Leasinggebers
- 36.000 €
- Restwert nach 36 Monaten, 55 % vom Listenpreis
- −22.000 €
- Wertverlust
- 14.000 €
- Zinsen bei 7,53 % effektiv
- +6.310 €
- 36 Raten zusammen
- 20.310 €
- Leasingrate im Monat
- 564,17 €
Der Leasingfaktor liegt hier bei 1,41.
Genau rechnet der Rechner mit dem Barwert, wie eine Bank bei einem Kredit mit Schlussrate. Die Raten sind zu Monatsbeginn fällig:
Rate = (K − S − R × vⁿ) × (1 − v) ÷ (1 − vⁿ), mit v = 1 ÷ (1 + Effektivzins) hoch 1/12
K ist der Kaufpreis nach Nachlass, S die Sonderzahlung, R der Restwert in Euro und n die Zahl der Monate. Liegt ein Angebot für dasselbe Auto deutlich unter dem Ergebnis, rechnet der Leasinggeber mit einem höheren Restwert, einem niedrigeren Zins oder einem größeren Nachlass.
| Restwert | in Euro | Rate | Leasingfaktor |
|---|---|---|---|
| 45 % | 18.000 € | 663,32 € | 1,66 |
| 50 % | 20.000 € | 613,74 € | 1,53 |
| 55 % | 22.000 € | 564,17 € | 1,41 |
| 60 % | 24.000 € | 514,59 € | 1,29 |
| 65 % | 26.000 € | 465,02 € | 1,16 |
Kaufpreis 36.000 €, keine Sonderzahlung, 36 Monate, 7,53 % Zins.
Der Restwert ist der größte Hebel: Zwischen 50 und 60 % liegen 99,15 € im Monat. Autos, die ihren Wert gut halten, lassen sich deshalb günstiger leasen. Eine längere Laufzeit verteilt den Wertverlust auf mehr Monate. Die Rate sinkt, die Summe aller Raten steigt, weil das Auto weiter an Wert verliert und länger Zinsen anfallen.
Kilometerleasing oder Restwertleasing
Beim Kilometerleasing vereinbarst du, wie viele Kilometer du im Jahr fährst. Was das Auto am Ende am Markt noch bringt, ist das Risiko des Leasinggebers. Beim Restwertleasing steht im Vertrag ein Restwert, für den du geradestehst. Bringt das Auto bei der Verwertung weniger, zahlst du die Differenz nach. Das Risiko liegt also bei dir, obwohl du auf die Verwertung kaum Einfluss hast.
| Kilometerleasing | Restwertleasing | |
|---|---|---|
| Am Ende abgerechnet | Mehr- und Minderkilometer, Schäden über normale Abnutzung | Restwert gegen Verkaufserlös |
| Risiko, dass das Auto weniger bringt | Leasinggeber | du |
| Widerrufsrecht | keins | 14 Tage |
| Umsatzsteuer auf den Ausgleich | nicht auf den Minderwert | auf den Restwertausgleich |
Daneben gibt es Verträge mit Erwerbspflicht und mit Andienungsrecht. Beim Andienungsrecht kann der Leasinggeber verlangen, dass du das Auto am Ende zu einem fest vereinbarten Preis kaufst. Du selbst hast kein Recht darauf, und bringt das Auto am Markt mehr, verkauft er es anderweitig. Rechtlich zählen beide Formen wie das Restwertleasing als Finanzierungshilfe (§ 506 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und 2 BGB).
Kilometerleasing: Mehr- und Minderkilometer berechnen
Beim Kilometerleasing vergleicht der Leasinggeber am Ende den Tachostand mit der vereinbarten Fahrleistung über die ganze Laufzeit. Jeder Kilometer darüber kostet den Satz aus dem Vertrag.
Mehrkilometer = gefahrene Kilometer − Kilometer pro Jahr laut Vertrag × Laufzeit in Jahren
Nachzahlung = Mehrkilometer × Satz je Kilometer
| Im Jahr zu viel | nach 36 Monaten | bei 5 Cent | bei 10 Cent | bei 15 Cent |
|---|---|---|---|---|
| 1.000 km | 3.000 km | 150 € | 300 € | 450 € |
| 2.500 km | 7.500 km | 375 € | 750 € | 1.125 € |
| 5.000 km | 15.000 km | 750 € | 1.500 € | 2.250 € |
Nachzahlung am Ende der Laufzeit. Der Satz je Kilometer steht in deinem Vertrag, hier drei Beispielsätze.
Fährst du weniger, bekommst du nur dann Geld zurück, wenn der Vertrag Minderkilometer vergütet. Prüf, ob dieser Satz niedriger ist als der für Mehrkilometer und ob erst ab einer Grenze erstattet wird. Dann lohnt es sich nicht, ein zu großes Paket zu buchen.
Ob ein größeres Kilometerpaket billiger ist als die Nachzahlung, rechnest du so: Aufpreis der Rate mal Laufzeit, geteilt durch die zusätzlichen Kilometer. Liegt das Ergebnis unter dem Mehrkilometersatz, nimm das größere Paket. Im Rechner oben trägst du im Modus „Angebot prüfen“ deine erwarteten Kilometer ein, dann zeigt er die Nachzahlung gleich mit.
Leasing-Restwert berechnen
Der Restwert ist der Betrag, den das Auto am Ende der Laufzeit nach der Kalkulation des Leasinggebers noch wert ist. In Euro ist das der Listenpreis mal dem Restwert in Prozent, bei 40.000 € und 55 % also 22.000 €. Beim Restwertleasing steht der Betrag im Vertrag. Beim Kilometerleasing rechnet der Leasinggeber intern damit, ohne ihn zu nennen.
Welcher Restwert in einem Angebot steckt
Aus Rate, Sonderzahlung und Kaufpreis lässt sich der Restwert zurückrechnen, wenn du einen Zins annimmst. Für das Angebot mit 369 € Rate und 2.000 € Sonderzahlung aus dem Kaufvergleich weiter unten ergibt der Rechenkern bei 7,53 % Zins und 10 % Nachlass einen Restwert von 27.387 €, das sind 68 % des Listenpreises. Rechnet der Leasinggeber nicht mit weniger Zins oder mehr Nachlass, muss er das Auto nach 36 Monaten so teuer verkaufen können. Beim Kilometerleasing ist das sein Risiko. Beim Restwertleasing würdest du für diesen Betrag geradestehen.
Abrechnung am Ende des Restwertleasings
Nach der Rückgabe verkauft der Leasinggeber das Auto. Bringt es weniger als den vereinbarten Restwert, zahlst du die Differenz. Bringt es mehr, regelt dein Vertrag, ob du etwas abbekommst. Der Leasing-Erlass des Finanzministeriums für solche Verträge sieht 75 % des Mehrerlöses für dich und 25 % für den Leasinggeber vor (BMF-Schreiben vom 22.12.1975).
| Erlös in % vom Listenpreis | Erlös | Abrechnung |
|---|---|---|
| 45 % | 18.000 € | du zahlst 4.000 € |
| 50 % | 20.000 € | du zahlst 2.000 € |
| 55 % | 22.000 € | kein Ausgleich |
| 60 % | 24.000 € | du bekommst 1.500 € |
| 65 % | 26.000 € | du bekommst 3.000 € |
Vereinbarter Restwert 22.000 € (55 % von 40.000 €), Beträge mit Umsatzsteuer. Mehrerlös zu 75 % an dich, wenn dein Vertrag das so regelt.
Der BGH hält solche Restwertgarantien in Verbraucherverträgen für wirksam. Auf den Ausgleich kommt Umsatzsteuer, weil er Teil des Entgelts für die Nutzung ist (Urteile vom 28.05.2014, VIII ZR 179/13 und VIII ZR 241/13). Frag deshalb vor der Unterschrift, welchen Verkaufspreis der Händler nach der Laufzeit für realistisch hält, und vergleiche ihn mit dem Restwert im Vertrag.
Sonderzahlung: niedrigere Rate, kaum geringere Kosten
Eine Sonderzahlung senkt die Rate, weil der Leasinggeber weniger finanzieren muss. Sparen kannst du damit nur die Zinsen, die er auf diesen Betrag sonst über die Laufzeit berechnet hätte.
| Sonderzahlung | Rate | Leasingfaktor | Gesamtkostenfaktor | Sonderzahlung und Raten |
|---|---|---|---|---|
| 0 € | 564,17 € | 1,41 | 1,41 | 20.310 € |
| 2.000 € | 502,53 € | 1,26 | 1,40 | 20.091 € |
| 5.000 € | 410,07 € | 1,03 | 1,37 | 19.763 € |
| 8.000 € | 317,61 € | 0,79 | 1,35 | 19.434 € |
Listenpreis 40.000 €, Kaufpreis 36.000 €, 55 % Restwert, 36 Monate, 7,53 % Zins.
Mit 5.000 € vorab sinkt die Rate um 154,10 € und der Leasingfaktor von 1,41 auf 1,03. Der Gesamtkostenfaktor fällt nur von 1,41 auf 1,37. Unterm Strich sparst du 547 €, die Zinsen auf diese 5.000 €. Eine hohe Sonderzahlung lohnt sich also nur, wenn dein Geld sonst weniger bringt, als der Leasinggeber an Zinsen verlangt.
Dazu kommt ein Risiko: Endet der Vertrag früher, etwa nach einem Totalschaden oder Diebstahl, hängt es vom Vertrag ab, was du von der Sonderzahlung wiedersiehst.
Leasing, Kredit oder Barkauf
Beim Kauf gehört dir das Auto am Ende, beim Leasing gibst du es zurück. Vergleichbar werden die Wege, wenn du rechnest, was dich die Nutzung kostet: beim Leasing Sonderzahlung und Raten, beim Kauf die Zinsen und der Wertverlust bis zum Verkauf.
| Über 36 Monate | Leasing | Kredit | Barkauf |
|---|---|---|---|
| Sonderzahlung und Raten oder Kaufpreis | 15.284 € | 36.000 € | 36.000 € |
| Zinsen | in den Raten | +3.952 € | +1.427 € entgangen |
| Wert des Autos am Ende | – | −22.000 € | −22.000 € |
| Kosten der Nutzung | 15.284 € | 17.952 € | 15.427 € |
Listenpreis 40.000 €, Leasing mit 2.000 € Sonderzahlung und 369 € Rate. Kauf mit 10 % Nachlass für 36.000 €, 2.000 € sofort, den Rest über einen Kredit zu 7,53 % effektiv oder aus eigenem Geld. Wert am Ende 55 % vom Listenpreis. Die entgangenen Zinsen beim Barkauf zählen wie Kreditzinsen, zum durchschnittlichen Festgeldzins von 2,72 % (Laufzeit über zwei Jahre, Bundesbank), weil das Geld beim Leasing nach und nach abfließt.
Mit Kredit kostet der Kauf hier 2.668 € mehr als das Leasing. Die Kreditrate liegt bei 1.054,21 €, weil du das ganze Auto abbezahlst, dafür gehört es dir am Ende. Ohne entgangene Zinsen kostet der Barkauf nur den Wertverlust von 14.000 €. Beim Kauf zählt vor allem, was das Auto am Ende noch wert ist, und das weiß heute niemand genau:
| Wert am Ende | Kauf mit Kredit zusammen | günstiger ist |
|---|---|---|
| 45 % | 21.952 € | Leasing 6.668 € |
| 50 % | 19.952 € | Leasing 4.668 € |
| 55 % | 17.952 € | Leasing 2.668 € |
| 60 % | 15.952 € | Leasing 668 € |
| 65 % | 13.952 € | Kauf 1.332 € |
Leasing zum Vergleich: 15.284 €. Wert am Ende in Prozent des Listenpreises.
In diesem Beispiel lohnt sich der Kauf mit Kredit erst ab 62 % des Listenpreises. Beim Kilometerleasing trägt dieses Risiko der Leasinggeber. Dafür zahlst du beim Leasing Mehrkilometer und Schäden, und der Vertrag verlangt in der Regel eine Vollkasko. Wer die höhere Kreditrate nicht stemmen will, kann den Kauf auch mit einer Schlussrate finanzieren. Wie das rechnet, zeigt der Autokredit-Rechner.
Rückgabe: Schäden, Minderwert und Gutachten
Bei der Rückgabe wird der Zustand des Autos festgestellt, im Protokoll oder mit einem Gutachten. Normale Gebrauchsspuren sind mit den Raten bezahlt. Für Schäden, die darüber hinausgehen, verlangt der Leasinggeber beim Kilometerleasing einen Minderwertausgleich.
Wie hoch der sein darf, hat der BGH geklärt: Es zählt, um wie viel das Auto wegen der Schäden weniger wert ist als in vertragsgemäßem Zustand. Der intern kalkulierte Restwert und der Preis, den der Leasinggeber später beim Verkauf erzielt, spielen dafür keine Rolle (Urteil vom 24.04.2013, VIII ZR 336/12). Umsatzsteuer darf er auf den Minderwertausgleich nicht aufschlagen, weil ihm keine Leistung gegenübersteht (Urteil vom 18.05.2011, VIII ZR 260/10).
Der Anspruch verjährt nicht nach sechs Monaten wie die Ersatzansprüche eines Vermieters (§ 548 BGB), sondern erst in der regelmäßigen Frist von 3 Jahren ab dem Ende des Jahres, in dem er entstanden ist (§§ 195, 199 BGB; BGH, Urteil vom 14.11.2012, VIII ZR 22/12). Eine Forderung kann also noch lange nach der Rückgabe kommen. Heb Protokoll, Fotos und Gutachten so lange auf.
Mach bei Übernahme und Rückgabe Fotos von allen Seiten, von Felgen, Scheiben und Innenraum. Unterschreib kein Protokoll, dessen Mängel du nicht nachvollziehen kannst. Sieht der Vertrag bei Streit einen unabhängigen Sachverständigen vor, bestehe darauf.
Widerrufsrecht beim Leasing
Ein Leasingvertrag mit Restwertgarantie, Erwerbspflicht oder Andienungsrecht gilt als Finanzierungshilfe (§ 506 Abs. 2 Satz 1 BGB). Für ihn gelten die Regeln für Verbraucherkredite, du kannst ihn also 14 Tage lang ohne Begründung widerrufen (§§ 495, 355 BGB). Die Frist beginnt erst, wenn du den Vertrag oder eine Abschrift hast. Fehlen Pflichtangaben, beginnt sie erst mit deren Nachholung und dauert dann einen Monat (§ 356b BGB).
Beim Kilometerleasing gibt es dieses Widerrufsrecht nicht (BGH, Urteil vom 24.02.2021, VIII ZR 36/20). Auch ein Abschluss im Internet oder außerhalb der Geschäftsräume ändert daran nichts: Ein Kilometerleasingvertrag zählt als Kraftfahrzeugvermietung für einen festen Zeitraum, und dafür ist das Widerrufsrecht ausgeschlossen (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB; EuGH, Urteil vom 21.12.2023, C-38/21 u. a.; BGH, Urteil vom 25.09.2024, VIII ZR 58/23). Steht trotzdem eine Widerrufsbelehrung im Vertrag, räumt sie dir laut BGH kein eigenes Widerrufsrecht ein.
Für Verträge ab dem 20. November 2026 kommt ein Fall dazu: Hast du das Recht, das Auto am Ende zu kaufen, gilt auch dieser Vertrag als Finanzierungshilfe, mit Widerrufsrecht (§ 506 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1a BGB in der Fassung des Gesetzes vom 12.05.2026, BGBl. 2026 I Nr. 139). Für Verträge, die vorher geschlossen wurden, bleibt es beim bisherigen Recht (Art. 229 § 71 EGBGB).
E-Auto leasen: Förderung und Steuer
Die E-Auto-Förderung 2026 gibt es auch für Leasing, bis zu 6.000 € für ein reines E-Auto. Gefördert werden Neuwagen, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen sind, Anträge nimmt das BAFA seit dem 19. Mai 2026 an. Den Antrag stellst du als Leasingnehmer selbst, du musst Halter des Autos sein. Das Auto muss 36 Monate ab der Erstzulassung bei dir bleiben, ein Vertrag über 24 Monate reicht dafür nicht.
Wie viel du bekommst, hängt vom Haushaltseinkommen und der Zahl der Kinder ab, das rechnet der E-Auto-Rechner aus. Reine E-Autos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035 (§ 3d KraftStG). Für die THG-Prämie zählt, auf wen das Auto zugelassen ist, nachgewiesen mit der Zulassungsbescheinigung Teil I (§ 7 Abs. 1 und 2 der 38. BImSchV). Steht dort beim Leasing dein Name, kannst du sie beantragen, sofern der Vertrag sie nicht dem Leasinggeber zuschreibt.
Leasing steuerlich: Selbstständige und Firmenwagen
Nutzt du das Auto zu mehr als 50 % für dein Unternehmen, setzt du Raten, Sonderzahlung und laufende Kosten als Betriebsausgaben ab (§ 4 Abs. 4 EStG) und versteuerst die Privatfahrten mit 1 % des Bruttolistenpreises im Monat oder nach Fahrtenbuch (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3 EStG). Bei weniger betrieblicher Nutzung zählt nur der betriebliche Anteil der Kosten. Für reine E-Autos gelten 0,25 %, bei Anschaffung seit Juli 2025 bis zu einem Listenpreis von 100.000 €. Das gilt genauso für Arbeitnehmer, deren Firmenwagen der Arbeitgeber least. Was das netto kostet, zeigt der Firmenwagen-Rechner.
Steuerlich gehört das Auto dem Leasinggeber, solange der Vertrag den Leasing-Erlassen des Finanzministeriums entspricht. Eine Bedingung: Die unkündbare Grundmietzeit liegt über 40 % und höchstens bei 90 % der Nutzungsdauer. Beim Pkw mit 6 Jahren Nutzungsdauer sind das mehr als 28,8 und höchstens 64,8 Monate, Laufzeiten von 36 oder 48 Monaten liegen darin. Bei Verträgen mit Aufteilung des Mehrerlöses muss der Leasinggeber mindestens 25 % davon behalten (BMF-Schreiben vom 22.12.1975). Sonst rechnet das Finanzamt dir das Auto zu, und du schreibst es ab wie ein gekauftes.
Die Sonderzahlung setzt du bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung im Jahr der Zahlung ab, nur Vorauszahlungen für mehr als fünf Jahre werden verteilt (§ 11 Abs. 2 EStG). Wer bilanziert, verteilt sie über einen Rechnungsabgrenzungsposten auf die Laufzeit (§ 5 Abs. 5 EStG). Für die Kostendeckelung, bei der die Privatnutzung höchstens mit den tatsächlichen Kosten angesetzt wird, darf das Finanzamt die Sonderzahlung auch bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung auf die Laufzeit verteilen (BFH, Urteil vom 17.05.2022, VIII R 26/20).
Ein Unterschied zum Kauf: Ein reines E-Auto, das nach dem 30. Juni 2025 und vor 2028 für den Betrieb angeschafft wird, kannst du im ersten Jahr mit 75 % abschreiben (§ 7 Abs. 2a EStG). Beim Leasing gibt es keine Abschreibung, das Auto gehört dem Leasinggeber. Was beim Kauf abzuschreiben ist, rechnet der AfA-Rechner für Pkw.
Für die Gewerbesteuer zählen Leasingraten für bewegliche Wirtschaftsgüter zu 20 % zu den Finanzierungsanteilen, für E-Autos bis 2030 zu 10 %. Hinzugerechnet werden 25 % dessen, was alle Finanzierungsanteile zusammen über 200.000 € im Jahr liegt (§ 8 Nr. 1 GewStG). Allein mit Leasingraten erreichst du diese Grenze erst bei 1.000.000 € Raten im Jahr. Bist du zum Vorsteuerabzug berechtigt, bekommst du die Umsatzsteuer auf Leasingraten für dein Unternehmen als Vorsteuer zurück (§ 15 Abs. 1 UStG). Vergleiche Angebote dann mit den Nettobeträgen.
Häufige Fragen
Kann ich einen Leasingvertrag vorzeitig beenden?
Was passiert bei Totalschaden oder Diebstahl?
Welche Versicherung brauche ich für ein Leasingauto?
Wer zahlt Wartung, Reifen und Reparaturen?
Was kann ich tun, wenn das Leasingauto einen Mangel hat?
Kann ich das Auto am Ende kaufen?
Prüft der Leasinggeber meine Kreditwürdigkeit?
Kann ich mein Leasingauto als Arbeitnehmer von der Steuer absetzen?
Wem gehört das Leasingauto, und wer zahlt die Kfz-Steuer?
Quellen
- ADAC: Was ist der Leasingfaktor?: Faktor bis 1,0 gilt als gutes Angebot (30.01.2024) adac.de
- § 506 BGB: Leasing mit Restwertgarantie, Erwerbspflicht oder Andienungsrecht als Finanzierungshilfe gesetze-im-internet.de
- § 312g BGB: kein Widerruf bei Kraftfahrzeugvermietung für einen festen Zeitraum (Abs. 2 Nr. 9) gesetze-im-internet.de
- BGH, Urteil vom 24.02.2021, VIII ZR 36/20: Kein Widerrufsrecht beim Kilometerleasing bundesgerichtshof.de
- EuGH, Urteil vom 21.12.2023, C-38/21, C-47/21 und C-232/21: Leasing ohne Kaufpflicht, Ausnahme vom Widerrufsrecht wie bei Mietwagen op.europa.eu
- BGH, Urteil vom 25.09.2024, VIII ZR 58/23: Kein Widerrufsrecht beim Kilometerleasing, auch nicht über das Fernabsatzrecht dejure.org
- Gesetz vom 12.05.2026 zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie: BGBl. 2026 I Nr. 139, Leasing mit Kaufoption ab 20.11.2026 recht.bund.de
- BGH, Urteile vom 28.05.2014, VIII ZR 179/13 und VIII ZR 241/13: Restwertgarantie wirksam, Ausgleich mit Umsatzsteuer bundesgerichtshof.de
- BGH, Urteil vom 24.04.2013, VIII ZR 336/12: Minderwert bemisst sich am Zustand, nicht am Restwert oder Erlös dejure.org
- BGH, Urteil vom 14.11.2012, VIII ZR 22/12: Minderwertausgleich verjährt in der regelmäßigen Frist dejure.org
- BGH, Urteil vom 18.05.2011, VIII ZR 260/10: Minderwertausgleich ohne Umsatzsteuer lexetius.com
- BGH, Urteil vom 16.06.2010, VIII ZR 317/09: Leasingraten bei Mängeln erst nach Klage gegen den Händler zurückhalten bundesgerichtshof.de
- BMF-Schreiben vom 22.12.1975 (Teilamortisationserlass): Grundmietzeit über 40 % bis 90 % der Nutzungsdauer, Mehrerlös 75 % zu 25 % steuerschroeder.de
- BFH, Urteil vom 17.05.2022, VIII R 26/20: Sonderzahlung bei der Kostendeckelung auf die Laufzeit verteilt bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 21.11.2024, VI R 9/22: Sonderzahlung bei Dienstfahrten auf die Laufzeit verteilt bundesfinanzhof.de
- § 11 EStG: Sonderzahlung bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung gesetze-im-internet.de
- § 8 GewStG: Hinzurechnung von Leasingraten (Nr. 1 Buchst. d) gesetze-im-internet.de
- ADAC: E-Auto-Förderung 2026: Auch für Leasing, Halter, 36 Monate Haltedauer (15.07.2026) adac.de
- Bundesbank: MFI-Zinsstatistik: Effektivzinsen neuer Konsumentenkredite und Festgeldzinsen, Stand August 2026 bundesbank.de