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So rechnet die Fahrtenbuch-Methode
Statt der Pauschale setzt das Finanzamt die Kosten an, die auf die privaten Fahrten entfallen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG, für Arbeitnehmer § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG). Dafür teilst du alle Kosten des Autos durch die gefahrenen Kilometer und nimmst das mit den privaten Kilometern mal. Beim Dienstwagen zählen die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit.
Vorteil = Gesamtkosten ÷ Gesamtkilometer × (Privatkilometer + Kilometer zur Arbeit)
- Laufende Kosten
- 6.000 €
- Abschreibung oder Leasing
- +7.000 €
- Gesamtkosten
- 13.000 €
- geteilt durch 25.000 km
- 0,52 € je km
- mal 5.000 km privat und 6.000 km zur Arbeit
- 5.720 €
Nach der 1-%-Regel mit 0,03 % im Monat für den Arbeitsweg wären es 9.600 € im Jahr, mit Fahrtenbuch also 3.880 € weniger. Weil du nur an 150 Tagen zur Arbeit fährst, geht auf der pauschalen Seite auch die Einzelbewertung mit 0,002 % je Kilometer und Fahrt. Dann sind es 9.000 €, mit Fahrtenbuch versteuerst du immer noch 3.280 € weniger. Der Rechner vergleicht immer mit der günstigeren Pauschale.
Fahrtenbuch oder 1-%-Regel
| Privatkilometer | Fahrtenbuch | 1-%-Regel | günstiger |
|---|---|---|---|
| 2.000 km | 4.160 € | 9.000 € | Fahrtenbuch, 4.840 € weniger |
| 5.000 km | 5.720 € | 9.000 € | Fahrtenbuch, 3.280 € weniger |
| 8.000 km | 7.280 € | 9.000 € | Fahrtenbuch, 1.720 € weniger |
| 11.000 km | 8.840 € | 9.000 € | Fahrtenbuch, 160 € weniger |
| 14.000 km | 10.400 € | 9.000 € | 1-%-Regel, 1.400 € weniger |
Geldwerter Vorteil im Jahr, Dienstwagen mit 50.000 € Listenpreis, 25.000 km im Jahr, 13.000 € Kosten, 20 km zur Arbeit an 150 Tagen. 1-%-Regel mit Einzelbewertung des Arbeitswegs, weil das bei 150 Tagen günstiger ist.
Die 1-%-Regel hängt nur am Listenpreis, egal wie viel du privat fährst. Das Fahrtenbuch hängt an den Kilometern und den Kosten. Deshalb rechnet es sich vor allem bei einem teuren Auto, wenig Privatfahrten und einem kurzen Arbeitsweg, bei einem günstigen Gebrauchtwagen mit hohem Listenpreis sogar besonders. Den Aufwand spürst du jeden Tag: Jede Fahrt muss vollständig drinstehen.
E-Autos und Plug-in-Hybride
Auch mit Fahrtenbuch gibt es die Förderung für E-Autos, allerdings anders als bei der Pauschale: Nur die Abschreibung oder die Leasingraten zählen gekürzt, bei reinen E-Autos bis 100.000 € Listenpreis zu einem Viertel, sonst und bei förderfähigen Plug-in-Hybriden zur Hälfte (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG). Die Grenze von 100.000 € gilt für E-Autos, die ab Juli 2025 angeschafft wurden, davor lag sie bei 70.000 € (ab 2024) und 60.000 € (2019 bis 2023). Der Rechner nimmt die aktuelle Grenze. Kraftstoff, Strom, Versicherung und Wartung zählen voll.
Im Beispiel sinkt der Vorteil beim E-Auto auf 3.410 €, weil von der Abschreibung nur 1.750 € zählen. Nach der 1-%-Regel wären es 2.250 €, denn dort wird der ganze Listenpreis geviertelt. Beim Plug-in-Hybrid stehen 4.180 € mit Fahrtenbuch gegen 4.500 € pauschal. Weil die Pauschale bei E-Autos so stark sinkt, lohnt sich das Fahrtenbuch hier seltener.
Was ins Fahrtenbuch gehört
Für jede berufliche Fahrt brauchst du Datum, Kilometerstand zu Beginn und Ende, Reiseziel, Reisezweck und die aufgesuchten Geschäftspartner. Mehrere Stationen einer Tour dürfen in einem Eintrag stehen, wenn die Ziele in ihrer Reihenfolge genannt sind. Bei Privatfahrten reichen die Kilometer, beim Weg zur Arbeit ein kurzer Vermerk (R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR).
Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt werden, sodass sich nachträgliche Änderungen ausschließen lassen oder zumindest erkennbar sind (BFH, Urteil vom 16. November 2005, VI R 64/04). Bei elektronischen Fahrtenbüchern müssen Änderungen technisch ausgeschlossen oder in der Datei selbst dokumentiert sein. Müssen dafür erst weitere Listen angefordert oder Dritte gefragt werden, etwa ein Systemadministrator, reicht das nicht (BFH, Beschluss vom 12. Januar 2024, VI B 37/23).
Ob das Fahrtenbuch sich rechnet, weißt du erst nach einem Jahr mit echten Kilometern und Kosten. Führ es ab dem 1. Januar, dann siehst du am Jahresende, was es bringt, und kannst die Methode für das nächste Jahr festlegen.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Fahrtenbuch?
Muss ich das Fahrtenbuch von Hand führen?
Darf ich mitten im Jahr vom Fahrtenbuch zur 1-%-Regel wechseln?
Was passiert, wenn das Finanzamt mein Fahrtenbuch nicht anerkennt?
Reicht eine Excel-Tabelle als Fahrtenbuch?
Was muss ich bei Privatfahrten eintragen?
Welche Kosten gehören zu den Gesamtkosten?
Gilt das Fahrtenbuch auch für Selbstständige?
Quellen
- § 6 EStG: 1-%-Regel und Fahrtenbuch (Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3) gesetze-im-internet.de
- § 8 EStG: Dienstwagen bei Arbeitnehmern (Abs. 2) gesetze-im-internet.de
- BFH, Urteil vom 16.11.2005, VI R 64/04: Geschlossene Form, Änderungen am Computer dejure.org
- BFH, Beschluss vom 12.01.2024, VI B 37/23: Anforderungen an ein elektronisches Fahrtenbuch bundesfinanzhof.de
- BFH, Urteil vom 20.03.2014, VI R 35/12: Kein Wechsel der Methode im laufenden Jahr bundesfinanzhof.de
- Haufe: Fahrtenbuch, Grundsätze: Angaben nach R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR haufe.de