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Fahrtenbuch-Rechner

Mit einem Fahrtenbuch versteuerst du die private Nutzung eines Dienst- oder Betriebswagens mit den tatsächlichen Kosten statt pauschal mit 1 % des Listenpreises. Das lohnt sich, wenn du wenig privat fährst oder das Auto teuer war. Der Rechner zeigt beide Wege nebeneinander.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Fahrtenbuch-Rechner

Geldwerter Vorteil mit Fahrtenbuch

5.720 €

im Jahr · 0,52 € je Kilometer · 44 % der Kilometer

Nach der 1-%-Regel wären es 9.000 € im Jahr. Mit Fahrtenbuch versteuerst du 3.280 € weniger.

Fahrtenbuch im Monat
477 €
1-%-Regel im Monat
750 €
Kosten je km
0,52 €

Arbeitsweg: Im Fahrtenbuch zählen die 6.000 km zur Arbeit mit ihren tatsächlichen Kosten. Nach der 1-%-Regel kommen pauschal 0,03 % des Listenpreises je Entfernungskilometer und Monat dazu, bei weniger als 180 Fahrten im Jahr wahlweise 0,002 % je Kilometer und Fahrt. Bei deinen 150 Tagen ist das günstiger, der Vergleich rechnet deshalb damit.

Auf dieser Seite
  1. So rechnet das Fahrtenbuch
  2. Fahrtenbuch oder 1-%-Regel
  3. E-Autos und Plug-in-Hybride
  4. Was ins Fahrtenbuch gehört
  5. Häufige Fragen
  6. Quellen

So rechnet die Fahrtenbuch-Methode

Statt der Pauschale setzt das Finanzamt die Kosten an, die auf die privaten Fahrten entfallen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG, für Arbeitnehmer § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG). Dafür teilst du alle Kosten des Autos durch die gefahrenen Kilometer und nimmst das mit den privaten Kilometern mal. Beim Dienstwagen zählen die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit.

Vorteil = Gesamtkosten ÷ Gesamtkilometer × (Privatkilometer + Kilometer zur Arbeit)

Rechenbeispiel Dienstwagen mit 50.000 € Listenpreis
Laufende Kosten
6.000 €
Abschreibung oder Leasing
+7.000 €
Gesamtkosten
13.000 €
geteilt durch 25.000 km
0,52 € je km
mal 5.000 km privat und 6.000 km zur Arbeit
5.720 €

Nach der 1-%-Regel mit 0,03 % im Monat für den Arbeitsweg wären es 9.600 € im Jahr, mit Fahrtenbuch also 3.880 € weniger. Weil du nur an 150 Tagen zur Arbeit fährst, geht auf der pauschalen Seite auch die Einzelbewertung mit 0,002 % je Kilometer und Fahrt. Dann sind es 9.000 €, mit Fahrtenbuch versteuerst du immer noch 3.280 € weniger. Der Rechner vergleicht immer mit der günstigeren Pauschale.

Fahrtenbuch oder 1-%-Regel

PrivatkilometerFahrtenbuch1-%-Regelgünstiger
2.000 km4.160 €9.000 €Fahrtenbuch, 4.840 € weniger
5.000 km5.720 €9.000 €Fahrtenbuch, 3.280 € weniger
8.000 km7.280 €9.000 €Fahrtenbuch, 1.720 € weniger
11.000 km8.840 €9.000 €Fahrtenbuch, 160 € weniger
14.000 km10.400 €9.000 €1-%-Regel, 1.400 € weniger

Geldwerter Vorteil im Jahr, Dienstwagen mit 50.000 € Listenpreis, 25.000 km im Jahr, 13.000 € Kosten, 20 km zur Arbeit an 150 Tagen. 1-%-Regel mit Einzelbewertung des Arbeitswegs, weil das bei 150 Tagen günstiger ist.

Die 1-%-Regel hängt nur am Listenpreis, egal wie viel du privat fährst. Das Fahrtenbuch hängt an den Kilometern und den Kosten. Deshalb rechnet es sich vor allem bei einem teuren Auto, wenig Privatfahrten und einem kurzen Arbeitsweg, bei einem günstigen Gebrauchtwagen mit hohem Listenpreis sogar besonders. Den Aufwand spürst du jeden Tag: Jede Fahrt muss vollständig drinstehen.

E-Autos und Plug-in-Hybride

Auch mit Fahrtenbuch gibt es die Förderung für E-Autos, allerdings anders als bei der Pauschale: Nur die Abschreibung oder die Leasingraten zählen gekürzt, bei reinen E-Autos bis 100.000 € Listenpreis zu einem Viertel, sonst und bei förderfähigen Plug-in-Hybriden zur Hälfte (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG). Die Grenze von 100.000 € gilt für E-Autos, die ab Juli 2025 angeschafft wurden, davor lag sie bei 70.000 € (ab 2024) und 60.000 € (2019 bis 2023). Der Rechner nimmt die aktuelle Grenze. Kraftstoff, Strom, Versicherung und Wartung zählen voll.

Im Beispiel sinkt der Vorteil beim E-Auto auf 3.410 €, weil von der Abschreibung nur 1.750 € zählen. Nach der 1-%-Regel wären es 2.250 €, denn dort wird der ganze Listenpreis geviertelt. Beim Plug-in-Hybrid stehen 4.180 € mit Fahrtenbuch gegen 4.500 € pauschal. Weil die Pauschale bei E-Autos so stark sinkt, lohnt sich das Fahrtenbuch hier seltener.

Was ins Fahrtenbuch gehört

Für jede berufliche Fahrt brauchst du Datum, Kilometerstand zu Beginn und Ende, Reiseziel, Reisezweck und die aufgesuchten Geschäftspartner. Mehrere Stationen einer Tour dürfen in einem Eintrag stehen, wenn die Ziele in ihrer Reihenfolge genannt sind. Bei Privatfahrten reichen die Kilometer, beim Weg zur Arbeit ein kurzer Vermerk (R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR).

Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt werden, sodass sich nachträgliche Änderungen ausschließen lassen oder zumindest erkennbar sind (BFH, Urteil vom 16. November 2005, VI R 64/04). Bei elektronischen Fahrtenbüchern müssen Änderungen technisch ausgeschlossen oder in der Datei selbst dokumentiert sein. Müssen dafür erst weitere Listen angefordert oder Dritte gefragt werden, etwa ein Systemadministrator, reicht das nicht (BFH, Beschluss vom 12. Januar 2024, VI B 37/23).

Ein Probejahr lohnt sich

Ob das Fahrtenbuch sich rechnet, weißt du erst nach einem Jahr mit echten Kilometern und Kosten. Führ es ab dem 1. Januar, dann siehst du am Jahresende, was es bringt, und kannst die Methode für das nächste Jahr festlegen.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Fahrtenbuch?
Vor allem bei einem Auto mit hohem Listenpreis, wenig Privatfahrten und kurzem Arbeitsweg. Im Beispiel oben mit 50.000 € Listenpreis und 5.000 km privat sind es 5.720 € Vorteil im Jahr statt 9.000 € nach der 1-%-Regel. Bei E-Autos lohnt es sich seltener, weil die Pauschale dort schon stark gekürzt ist. Trag deine Werte in den Rechner ein.
Muss ich das Fahrtenbuch von Hand führen?
Nein. Ein gebundenes Heft ist die einfachste Form, ein elektronisches Fahrtenbuch geht auch. Es muss aber nachträgliche Änderungen technisch ausschließen oder in der Datei selbst sichtbar machen (BFH, Beschluss vom 12. Januar 2024, VI B 37/23). Lose Blätter oder eine Tabelle, die du jederzeit ändern kannst, reichen nicht.
Darf ich mitten im Jahr vom Fahrtenbuch zur 1-%-Regel wechseln?
Nein, nicht für dasselbe Auto. Die Methode gilt für das ganze Kalenderjahr (R 8.1 Abs. 9 Nr. 3 LStR), das hat der Bundesfinanzhof bestätigt (Urteil vom 20. März 2014, VI R 35/12). Wechseln kannst du zum neuen Jahr oder wenn du im Lauf des Jahres ein anderes Auto bekommst.
Was passiert, wenn das Finanzamt mein Fahrtenbuch nicht anerkennt?
Dann gilt für das ganze Jahr die 1-%-Regel, bei einem Dienstwagen samt 0,03 % für den Arbeitsweg. Kleinere Mängel führen aber nicht dazu, solange die Angaben insgesamt plausibel sind (BFH, Urteil vom 10. April 2008, VI R 38/06).
Reicht eine Excel-Tabelle als Fahrtenbuch?
In der Regel nicht. Ein am Computer geführtes Fahrtenbuch taugt nur, wenn spätere Änderungen technisch ausgeschlossen sind oder in der Datei selbst dokumentiert werden (BFH, Urteil vom 16. November 2005, VI R 64/04). Eine normale Tabelle kannst du jederzeit unbemerkt ändern.
Was muss ich bei Privatfahrten eintragen?
Bei Privatfahrten reichen die gefahrenen Kilometer, bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein kurzer Vermerk (R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR). Ausführlich wird es nur bei beruflichen Fahrten.
Welche Kosten gehören zu den Gesamtkosten?
Alles, was das Auto im Jahr kostet: Kraftstoff oder Strom, Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparaturen, Reifen und die Abschreibung oder die Leasingraten. Du musst sie mit Belegen nachweisen, beim Dienstwagen bekommst du die Zahlen vom Arbeitgeber.
Gilt das Fahrtenbuch auch für Selbstständige?
Ja, für Autos im Betriebsvermögen. Die Privatfahrten sind dann eine Entnahme, die den Gewinn erhöht. Für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb darfst du nur die Entfernungspauschale absetzen. Was diese Fahrten tatsächlich mehr kosten, mindert den Gewinn nicht (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG).

Quellen

  1. § 6 EStG: 1-%-Regel und Fahrtenbuch (Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3) gesetze-im-internet.de
  2. § 8 EStG: Dienstwagen bei Arbeitnehmern (Abs. 2) gesetze-im-internet.de
  3. BFH, Urteil vom 16.11.2005, VI R 64/04: Geschlossene Form, Änderungen am Computer dejure.org
  4. BFH, Beschluss vom 12.01.2024, VI B 37/23: Anforderungen an ein elektronisches Fahrtenbuch bundesfinanzhof.de
  5. BFH, Urteil vom 20.03.2014, VI R 35/12: Kein Wechsel der Methode im laufenden Jahr bundesfinanzhof.de
  6. Haufe: Fahrtenbuch, Grundsätze: Angaben nach R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR haufe.de

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