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Rürup-Rechner 2026

Den Steuervorteil der Rürup-Rente bekommst du über die Sonderausgaben: Beiträge zählen seit 2023 voll, 2026 bis 30.826 € im Jahr, für zusammen veranlagte Ehepaare bis 61.652 €. Bei 60.000 € zu versteuerndem Einkommen spart ein Beitrag von 6.000 € rund 2.253 € Steuer. Im Alter wird die Rente dafür versteuert, je nach Rentenbeginn zu 84 bis 100 %.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Rürup-Rechner

Steuerersparnis im Jahr

2.253,00 €

38 % des Beitrags · absetzbar 6.000,00 €

Von 6.000,00 € Beitrag holst du 2.253,00 € über die Steuer zurück, also 38 %. Selbst zahlst du 3.747,00 €. Im Alter sind bei einem Rentenbeginn 2051 96,5 % der Rente steuerpflichtig.

Dein Aufwand
3.747,00 €
Noch frei
30.826 €
Steuerpflichtig ab 2051
96,5 %

Rechenweg

Höchstbetrag für Ledige30.826,00 €
− schon belegt durch andere Basisvorsorge−0,00 €
= frei für Rürup30.826,00 €
Absetzbar von deinem Beitrag6.000,00 €
Steuer ohne und mit Abzug, Unterschied2.253,00 €
= dein Aufwand nach Steuer3.747,00 €

Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 mit Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer.

Beitrag verteilen: Der Abzug wirkt im Jahr der Zahlung. Bei schwankendem Gewinn zahlst du in guten Jahren mehr ein, dann spart jeder Euro mehr Steuer.

Auf dieser Seite
  1. Werte 2026
  2. Was die Rürup-Rente ist
  3. Höchstbetrag mit Rechenweg
  4. Steuerersparnis nach Einkommen
  5. Einmalzahlung und Abfindung
  6. Steuer auf die Rente im Alter
  7. Für wen sich Rürup lohnt
  8. Kosten und Rentenfaktor
  9. Berufsunfähigkeit und Hinterbliebene
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Rürup-Werte 2026 auf einen Blick

Wert2026Grundlage
Höchstbetrag für Alleinstehende30.826 €§ 10 Abs. 3 Satz 1 EStG
Höchstbetrag für zusammen veranlagte Ehepaare61.652 €§ 10 Abs. 3 Satz 2 EStG
Davon als Sonderausgabe abziehbar100 %§ 10 Abs. 3 Satz 6 EStG
Frühester Rentenbeginn für Verträge ab 201262 Jahre§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG
Steuerpflichtiger Teil der Rente bei Beginn 202684 %§ 22 Nr. 1 Satz 3 EStG
Kleinbetragsrente im Monat, die auf einmal ausgezahlt werden darfbis 59,32 €§ 93 Abs. 3 EStG
Pfändungsschutz beim Ansparen mit 28 bis 67 Jahren, im Jahr7.000 €§ 851c Abs. 2 ZPO
Garantiezins klassischer Neuverträge höchstens1 %§ 2 Abs. 1 DeckRV

Was die Rürup-Rente ist

Die Rürup-Rente, amtlich Basisrente, ist ein privater Vertrag, den das Steuerrecht wie die gesetzliche Rente behandelt (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG). Er darf nur eine monatliche, lebenslange Rente vorsehen, frühestens ab 62, bei Verträgen von vor 2012 ab 60 (§ 10 Abs. 6). Die Ansprüche sind nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar.

Abschließen und absetzen kann jeder, der Steuern zahlt, ob angestellt, selbstständig oder verbeamtet. Gedacht ist sie vor allem für Selbstständige, die weder gesetzlich rentenversichert sind noch Riester bekommen. Steuerlich zählt nur ein Vertrag, der nach § 5a des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes zertifiziert ist (§ 10 Abs. 2 Satz 2 EStG).

Angeboten wird sie als klassische Rentenversicherung mit Garantiezins, als Fondspolice und als Mischform. Für klassische Neuverträge liegt der Garantiezins seit dem 1. Januar 2025 bei höchstens 1 % (§ 2 Abs. 1 DeckRV). Fonds bieten mehr Renditechancen, schwanken aber bis zum Rentenbeginn.

Höchstbetrag 2026: so wird er berechnet

Wie viel du absetzen kannst, hängt nicht am Rürup-Vertrag allein. Der Höchstbetrag gilt für alle Beiträge zur Basisversorgung zusammen: gesetzliche Rentenversicherung mit Arbeitgeberanteil, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskasse und Rürup (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Er entspricht dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf volle Euro (§ 10 Abs. 3 Satz 1).

Rechenweg Höchstbetrag 2026
Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung
124.800 €
Beitragssatz der knappschaftlichen Rentenversicherung
24,7 %
Höchstbeitrag
30.825,60 €
Höchstbetrag, aufgerundet auf volle Euro
30.826 €

Für zusammen veranlagte Ehepaare verdoppelt sich der Betrag auf 61.652 € (§ 10 Abs. 3 Satz 2). Er gilt dann für die Beiträge von euch beiden.

Für Rürup bleibt, was die anderen Beiträge übrig lassen. Bei Angestellten zählt der ganze Rentenbeitrag von 18,6 % mit, auch der Anteil des Arbeitgebers (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 6). Diesen steuerfreien Arbeitgeberanteil zieht das Finanzamt am Ende wieder ab (§ 10 Abs. 3 Satz 5). Er belegt also Platz im Höchstbetrag, ohne selbst abziehbar zu sein:

Rechenweg Angestellt, 60.000 € Brutto, 5.000 € Rürup-Beitrag
Höchstbetrag
30.826 €
Rentenbeitrag von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, 18,6 %
−11.160 €
Platz für Rürup
19.666 €
Altersvorsorgebeiträge mit 5.000 € Rürup
16.160 €
Steuerfreier Arbeitgeberanteil, 9,3 %
−5.580 €
Als Sonderausgaben abziehbar
10.580 €

Der Rürup-Beitrag zählt voll, ohne ihn wären nur 5.580 € abziehbar. Bei 45.000 € zu versteuerndem Einkommen spart er 1.626 € Steuer.

So viel Platz bleibt Angestellten bei verschiedenen Gehältern:

Brutto im JahrRentenbeitrag gesamtfrei für Rürup
30.000 €5.580 €25.246 €
45.000 €8.370 €22.456 €
60.000 €11.160 €19.666 €
80.000 €14.880 €15.946 €
101.400 €18.860 €11.966 €

Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen 18,6 % bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 €, alleinstehend.

Beamte, Richter und Soldaten zahlen keine Rentenbeiträge, bekommen aber eine Pension. Deshalb kürzt das Finanzamt ihren Höchstbetrag um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung auf die Besoldung (§ 10 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Für sie bleibt ungefähr so viel frei wie für Angestellte mit demselben Brutto. Gekürzt wird auch bei Arbeitnehmern ohne Rentenversicherungspflicht, die über ihren Vertrag eine Altersversorgung erwerben, etwa manchen Gesellschafter-Geschäftsführern mit Pensionszusage (Buchst. b). Ärzte, Anwälte und andere Kammerberufe füllen den Höchstbetrag mit ihren Beiträgen ans Versorgungswerk. Trag sie im Rechner oben als andere Beiträge ein.

Seit 2023 voll absetzbar

2005 zählten 60 % der Altersvorsorgebeiträge, jedes Jahr kamen 2 Prozentpunkte dazu, 2022 waren es 94 %. Mit dem Jahressteuergesetz 2022 wurde der volle Abzug auf 2023 vorgezogen (§ 10 Abs. 3 Satz 6 EStG). Seitdem zählt jeder Euro bis zum Höchstbetrag.

Steuerersparnis nach Einkommen: die Tabelle

Wie viel du sparst, hängt von deinem Grenzsteuersatz ab, also dem Steuersatz auf die letzten Euros deines Einkommens. Je höher das Einkommen, desto mehr bringt jeder Euro Beitrag. Die Tabelle rechnet mit dem Tarif 2026 und dem Solidaritätszuschlag, für Alleinstehende ohne andere Basisvorsorge, also etwa Selbstständige:

zu versteuerndes EinkommenGrenzsteuersatz2.400 € Beitrag6.000 € Beitrag12.000 € Beitrag30.826 € Beitrag
25.000 €26 %625 € (26 %)1.525 € (25 %)2.755 € (23 %)2.850 € (9 %)
30.000 €28 %667 € (28 %)1.630 € (27 %)3.134 € (26 %)4.217 € (14 %)
40.000 €32 %750 € (31 %)1.837 € (31 %)3.549 € (30 %)7.209 € (23 %)
50.000 €35 %833 € (35 %)2.045 € (34 %)3.965 € (33 %)9.181 € (30 %)
60.000 €39 %916 € (38 %)2.253 € (38 %)4.381 € (37 %)10.248 € (33 %)
70.000 €42 %999 € (42 %)2.460 € (41 %)4.796 € (40 %)11.315 € (37 %)
80.000 €42 %1.128 € (47 %)2.772 € (46 %)5.286 € (44 %)12.457 € (40 %)
100.000 €42 %1.128 € (47 %)2.820 € (47 %)5.640 € (47 %)14.197 € (46 %)
150.000 €42 %1.063 € (44 %)2.659 € (44 %)5.317 € (44 %)13.659 € (44 %)

Steuerersparnis im Jahr, in Klammern der Anteil am Beitrag. Grenzsteuersatz ohne Soli. 30.826 € ist der volle Höchstbetrag. Ohne Kirchensteuer.

Bei 100.000 € spart ein Beitrag von 6.000 € anteilig mehr als bei 150.000 €, 47 % statt 44 %. Das ist kein Rechenfehler: In diesem Bereich steigt der Solidaritätszuschlag gerade an (Milderungszone, § 4 SolzG), jeder abgesetzte Euro spart deshalb auch besonders viel Soli. Bei kleinem Einkommen bringt der volle Höchstbetrag dagegen wenig: Sinkt das Einkommen durch den Abzug unter den Grundfreibetrag von 12.348 €, verfällt der Rest, vortragen lässt er sich nicht.

Für zusammen veranlagte Ehepaare mit Splittingtarif:

zu versteuerndes Einkommen6.000 € Beitrag12.000 € Beitrag30.000 € Beitrag61.652 € Beitrag
60.000 €1.662 € (28 %)3.260 € (27 %)7.564 € (25 %)8.434 € (14 %)
80.000 €1.868 € (31 %)3.674 € (31 %)8.718 € (29 %)14.418 € (23 %)
100.000 €2.076 € (35 %)4.090 € (34 %)9.756 € (33 %)18.362 € (30 %)
150.000 €2.523 € (42 %)5.041 € (42 %)12.265 € (41 %)23.609 € (38 %)
200.000 €2.820 € (47 %)5.640 € (47 %)14.099 € (47 %)28.394 € (46 %)

Steuerersparnis im Jahr, in Klammern der Anteil am Beitrag. Beide ohne andere Basisvorsorge, ohne Kirchensteuer.

Rechenbeispiel Selbstständig mit 60.000 € zu versteuerndem Einkommen
Beitrag im Jahr
6.000 €
Höchstbetrag, nichts belegt
30.826 €
Steuer gespart bei 60.000 € zu versteuerndem Einkommen
−2.253 €
Aufwand nach Steuer
3.747 €

Ein Ehepaar mit 100.000 € zu versteuerndem Einkommen spart mit 12.000 € Beitrag 4.090 €. Deine eigene Zahl rechnet der Rechner oben, das zu versteuernde Einkommen steht in deinem letzten Steuerbescheid.

Einmalzahlung und Zuzahlung: wann der Abzug zählt

Absetzen kannst du einen Beitrag in dem Jahr, in dem du ihn zahlst (§ 11 Abs. 2 Satz 1 EStG). Eine Zuzahlung im Dezember senkt also noch die Steuer des laufenden Jahres. Laufende Beiträge, die kurz vor oder nach dem Jahreswechsel fließen, zählen zu dem Jahr, zu dem sie gehören (Satz 2). Ob dein Vertrag Zuzahlungen erlaubt, steht in den Bedingungen.

Über den Höchstbetrag hinaus bringt eine Einmalzahlung im selben Jahr nichts. Und weil der Steuersatz mit jedem abgezogenen Euro sinkt, lohnt es sich oft, eine große Summe auf mehrere Jahre zu verteilen:

Rechenbeispiel 30.000 € auf einmal oder in drei Jahren
Zu versteuerndes Einkommen in jedem Jahr
80.000 €
30.000 € in einem Jahr: Steuer gespart
12.168 €
3 × 10.000 € in drei Jahren: Steuer gespart
13.355 €
Vorteil durch Verteilen
1.187 €

Alleinstehend, ohne andere Basisvorsorge, Tarif 2026 mit Soli in allen drei Jahren.

Rürup im Jahr einer Abfindung

Besonders viel bringt eine Einzahlung im Jahr einer Abfindung. Die Fünftelregelung rechnet mit deinem übrigen Einkommen ohne die Abfindung (§ 34 Abs. 1 EStG). Ein Rürup-Beitrag senkt genau dieses Einkommen, damit sinkt auch die Steuer auf die Abfindung. Bei 50.000 € Abfindung, 45.000 € übrigem zu versteuernden Einkommen und 15.000 € Rürup-Beitrag spart der Beitrag 7.937 €, also 53 %. Ohne Abfindung wären es 4.618 €. Voraussetzung ist, dass im Höchstbetrag noch so viel Platz ist. Wie die Fünftelregelung rechnet, zeigt der Abfindungsrechner.

Kurz vor der Rente

Auch kurz vor dem Rentenbeginn kann sich eine Einmalzahlung lohnen. Sie zählt voll als Sonderausgabe, die Rente daraus ist bei einem Beginn 2027 aber nur zu 84,5 % steuerpflichtig, oft zu einem niedrigeren Satz als heute. Ob sich das rechnet, entscheidet der garantierte Rentenfaktor, also wie viel Monatsrente der Anbieter für dein Geld zahlt.

Besteuerung der Rürup-Rente im Alter

Die Rürup-Rente wird im Alter wie die gesetzliche Rente besteuert: Steuerpflichtig ist ein Anteil, der vom Jahr des Rentenbeginns abhängt (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG). Wer später in Rente geht, versteuert mehr, ab 2058 alles.

Rentenbeginnsteuerpflichtigsteuerfrei
202684 %16 %
203086 %14 %
203588,5 %11,5 %
204091 %9 %
204593,5 %6,5 %
205096 %4 %
2058100 %0 %

Der steuerfreie Teil wird ab dem Jahr nach dem Rentenbeginn als fester Euro-Betrag festgeschrieben, spätere Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig.

Ein Beispiel nach dem Tarif von 2026: Du gehst 2051 in Rente und bekommst 1.600 € gesetzliche Rente und 400 € aus dem Rürup-Vertrag im Monat. Von der Rürup-Rente sind dann 96,5 % steuerpflichtig. Sie erhöht deine Einkommensteuer um rund 1.096 € im Jahr, das sind 23 % der Rürup-Rente. Gerechnet ohne Kirchensteuer, mit den Kranken- und Pflegebeiträgen der Rentner auf die gesetzliche Rente. Wie der Tarif in 2051 aussieht, weiß heute niemand, die Rechnung zeigt nur die Größenordnung.

Ob sich die Rürup-Rente rechnet, hängt also vom Steuersatz heute und im Alter ab. Im Berufsleben sparst du mit dem Grenzsteuersatz, im Alter zahlst du meist einen niedrigeren Satz, weil das Einkommen sinkt und der Grundfreibetrag greift. Wer im Alter hohe andere Einkünfte hat, etwa Mieten, profitiert weniger. Die Steuer auf deine ganze Rente rechnet der Rentenbesteuerungs-Rechner.

Für wen sich Rürup lohnt und für wen nicht

Rürup passt, wenn dein Steuersatz heute deutlich über dem liegt, den du im Alter erwartest, und du das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchst. Am meisten bringt die Rürup-Rente Selbstständigen ohne Pflichtversicherung mit gutem Gewinn: Sie brauchen ohnehin eine Basisversorgung, haben den vollen Höchstbetrag und sind mit dem Vertrag vor Gläubigern geschützt (§ 851c ZPO). Gute Gelegenheiten sind auch Jahre mit Sondereinnahmen wie einer Abfindung oder einem Firmenverkauf.

Bei kleinem Einkommen passt sie oft nicht. Bei 25.000 € zu versteuerndem Einkommen kommen von 6.000 € Beitrag nur 1.525 € zurück, im Alter zahlst du auf die Rente womöglich einen ähnlichen Satz. Wer flexibel bleiben will, fährt mit einem ETF-Sparplan besser: An den Rürup-Vertrag kommst du vor 62 nicht heran, kündigen kannst du nicht, und stirbst du früh, bekommen Erben ohne Hinterbliebenenschutz nichts. Bei teuren Verträgen frisst der Kostenunterschied über die Jahre einen großen Teil der Steuerersparnis.

Kosten, Rentenfaktor und Vertragswahl

Die Steuerersparnis ist sicher, die Rendite des Vertrags nicht. Deshalb zählen die Kosten. Jeder Anbieter muss dir vor dem Abschluss ein individuelles Produktinformationsblatt geben, in dem alle Kosten einzeln aufgeführt sind. Kosten, die dort fehlen, schuldest du nicht (§ 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 AltZertG).

So stark wirken laufende Kosten bei 6.000 € im Jahr über 30 Jahre und 5 % Rendite vor Kosten, eingezahlt sind 180.000 €:

Kosten im JahrKapital zum Rentenbeginnweniger als mit 0,5 %
0,5 %366.042 €–
1 %336.510 €29.533 €
1,5 %309.736 €56.306 €
2 %285.452 €80.590 €

Modellrechnung mit gleichbleibender Rendite und Zahlung am Jahresende, keine Prognose.

Verträge ohne Provision gegen ein Honorar für die Beratung können günstiger sein, auch wenn das Honorar erst einmal auffällt. Achte außerdem auf den Rentenfaktor: Er sagt, wie viel Monatsrente du je 10.000 € Kapital bekommst. Bei einem Faktor von 25 sind das 25 € im Monat, bis die Rente das Kapital wieder ausgezahlt hat, vergehen 400 Monate, gut 33 Jahre. Entscheidend ist der garantierte Faktor, nicht der in Aussicht gestellte.

Berufsunfähigkeit und Hinterbliebene

Ein Rürup-Vertrag darf zusätzlich eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente und eine Rente für Hinterbliebene absichern (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b Doppelbuchst. aa EStG). Hinterbliebene sind nur der Ehepartner und Kinder, für die du Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag bekommst, eine Waisenrente nur so lange, wie das Kind steuerlich als Kind zählt. Die Beiträge dafür sind ebenfalls absetzbar.

Seit 2014 gibt es auch eine reine Basis-Berufsunfähigkeitsversicherung (Doppelbuchst. bb). Sie zahlt eine lebenslange Rente, wenn die Berufsunfähigkeit bis zum 67. Geburtstag eintritt, und ihre Beiträge zählen zum selben Höchstbetrag. Der Nachteil: Im Leistungsfall ist die BU-Rente dann wie eine Rürup-Rente steuerpflichtig. Was ein normaler BU-Schutz kostet, zeigt der BU-Rechner.

Häufige Fragen

Ist die Rürup-Rente vererbbar?
Nein. Das Gesetz verlangt, dass die Ansprüche nicht vererblich sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Stirbst du, geht das Kapital an die Versichertengemeinschaft, es sei denn, der Vertrag enthält eine Hinterbliebenenrente. Die dürfen nur dein Ehepartner und Kinder bekommen, für die es Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag gibt.
Kann ich mir das Geld auf einmal auszahlen lassen?
Nein, nur als lebenslange Rente. Zwei Ausnahmen lässt das Gesetz zu: Der Anbieter darf bis zu zwölf Monatsrenten in einer Zahlung zusammenfassen, und er darf eine Kleinbetragsrente auf einmal abfinden (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 EStG). Klein ist eine Rente, die 1,5 % der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt, 2026 also höchstens 59,32 € im Monat (§ 93 Abs. 3 Satz 2). Beleihen, verkaufen oder verschenken lässt sich der Vertrag nicht.
Kann ich einen Rürup-Vertrag kündigen?
Nicht mit Auszahlung. Das Kündigungsrecht anderer Lebensversicherungen gilt für Basisrentenverträge ausdrücklich nicht (§ 168 Abs. 3 Nr. 1 VVG). Du kannst die Beiträge aber aussetzen und den Vertrag zum Ende der laufenden Versicherungsperiode beitragsfrei stellen, sofern die vereinbarte Mindestleistung erreicht ist (§ 165 Abs. 1 VVG). Das Geld bleibt dann bis zum Rentenbeginn angelegt, die Kosten laufen weiter. Je nach Vertrag kannst du später wieder einsteigen oder Zuzahlungen leisten.
Kann ich den Anbieter wechseln?
Steuerlich ja: Überträgt der Anbieter dein Kapital auf einen anderen zertifizierten Basisrentenvertrag auf deinen Namen, bleibt das steuerfrei (§ 3 Nr. 55d EStG). Anders als bei Riester schreibt das Gesetz einen Wechsel aber nicht vor. Ob und zu welchen Kosten dein Anbieter überträgt, steht im Vertrag und im Produktinformationsblatt (§ 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 AltZertG). Frag beim neuen Anbieter, welche Abschlusskosten er auf das übertragene Kapital berechnet.
Rürup oder Riester, was ist besser?
Das hängt von deiner Lage ab. Riester fördert über Zulagen und lohnt sich vor allem mit Kindern und kleinem Einkommen, bis zu 30 % lassen sich zu Rentenbeginn auszahlen. Rürup fördert nur über die Steuer, das hilft vor allem bei hohem Steuersatz und bei Selbstständigen, die kein Riester bekommen. Ab 2027 können auch Selbstständige einen Vertrag nach dem neuen Riester-Recht mit Zulagen abschließen (Altersvorsorgereformgesetz). Die Rürup-Rente ist dafür nicht kapitalisierbar und nicht vererblich. Den Vergleich zur Riester-Förderung zeigt der Riester-Rechner.
Ist die Rürup-Rente vor Pfändung geschützt?
Weitgehend. Renten aus Verträgen, die lebenslang und nicht vor 60 zahlen und über die du nicht verfügen kannst, dürfen nur wie Arbeitseinkommen gepfändet werden (§ 851c Abs. 1 ZPO). In der Ansparphase sind vom 18. bis zum 27. Lebensjahr 6.000 € im Jahr geschützt, vom 28. bis zum 67. Lebensjahr 7.000 €, insgesamt bis 340.000 € (§ 851c Abs. 2 ZPO). Das ist vor allem für Selbstständige wichtig.
Zahle ich im Alter Krankenversicherung auf die Rürup-Rente?
Als Pflichtmitglied in der Krankenversicherung der Rentner nicht: Die Rürup-Rente ist weder gesetzliche Rente noch Versorgungsbezug, in der Liste des § 229 SGB V kommt sie nicht vor. Freiwillig Versicherte zahlen dagegen auf alle Einnahmen Beiträge, also auch auf die Rürup-Rente (§ 240 SGB V). Privat Versicherte zahlen ihre Prämie unabhängig vom Einkommen.
Wird die Rürup-Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet?
Ja, aber nicht voll. Sie zählt als zusätzliche Altersvorsorge (§ 82 Abs. 5 Satz 2 Nr. 3 SGB XII). Davon bleiben 100 € im Monat frei und 30 % des Rests, höchstens 281,50 € (§ 82 Abs. 4 SGB XII). Eine kleine Rürup-Rente erhöht dein Geld im Alter also auch dann, wenn du auf Grundsicherung angewiesen bist.
Lohnt sich Rürup für Angestellte?
Möglich, aber der Spielraum ist kleiner. Deine Rentenbeiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber füllen den Höchstbetrag zuerst. Bei 60.000 € Brutto bleiben 19.666 € im Jahr für Rürup. Für Angestellte lohnt meist zuerst ein Blick auf die Betriebsrente, weil dort der Arbeitgeber etwas dazugibt.
Wie setze ich die Beiträge in der Steuererklärung ab?
In der Anlage Vorsorgeaufwand. Der Anbieter meldet deine Beiträge selbst elektronisch an die Finanzverwaltung (§ 10 Abs. 2a EStG), du prüfst sie nur gegen seine Jahresbescheinigung. Als Angestellter merkst du die Ersparnis erst mit dem Steuerbescheid, denn als Freibetrag für den Lohnsteuerabzug lassen sich Altersvorsorgebeiträge nicht eintragen (§ 39a Abs. 1 Nr. 2 EStG nennt sie nicht). Selbstständige können beim Finanzamt beantragen, ihre Vorauszahlungen anzupassen (§ 37 Abs. 3 EStG).

Quellen

  1. § 10 EStG: Basisrente (Abs. 1 Nr. 2 b), Zertifizierung und Datenübermittlung (Abs. 2, 2a), Höchstbetrag (Abs. 3) gesetze-im-internet.de
  2. § 22 EStG: Besteuerungsanteil der Basisrenten nach dem Jahr des Rentenbeginns gesetze-im-internet.de
  3. § 11 EStG: Abzug im Jahr der Zahlung gesetze-im-internet.de
  4. § 34 EStG: Fünftelregelung im Jahr einer Abfindung gesetze-im-internet.de
  5. § 3 EStG: Nr. 55d: steuerfreie Übertragung auf einen anderen Basisrentenvertrag gesetze-im-internet.de
  6. SV-Rechengrößenverordnung 2026, § 4: Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung gesetze-im-internet.de
  7. Bekanntmachung der Beitragssätze 2026: Beitragssatz der knappschaftlichen Rentenversicherung gesetze-im-internet.de
  8. § 7 AltZertG: Produktinformationsblatt mit allen Kosten gesetze-im-internet.de
  9. § 168 VVG: kein Kündigungsrecht bei Basisrentenverträgen gesetze-im-internet.de
  10. § 851c ZPO: Pfändungsschutz bei der Altersvorsorge gesetze-im-internet.de
  11. § 82 SGB XII: Freibetrag für zusätzliche Altersvorsorge in der Grundsicherung gesetze-im-internet.de
  12. § 2 DeckRV: Höchstrechnungszins für klassische Verträge gesetze-im-internet.de

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