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Riester-Rechner 2026

Für die volle Riester-Förderung zahlst du 4 % deines Vorjahresbruttos ein, abzüglich der Zulagen, mindestens 60 € im Jahr. Bei 40.000 € Brutto und zwei Kindern sind das 825 € im Jahr, also 68,75 € im Monat, und der Staat legt 775 € Zulagen dazu. Bei höherem Einkommen kommt ein Steuervorteil hinzu. Der Rechner zeigt Beitrag, Förderung und Kapital bis zur Rente für Verträge nach dem Recht bis Ende 2026.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Riester-Rechner

Mindestbeitrag im Monat

68,75 €

825,00 € im Jahr · Zulage 775,00 €

Zahlst du 825,00 € im Jahr ein, also 68,75 € im Monat, gibt der Staat 775,00 € dazu, solange es Kindergeld gibt, danach 463,00 €. In 30 Jahren sind das 18.570 € Förderung, 39 % von allem, was du anlegst.

Kapital zur Rente
76.121 €
Förderung gesamt
18.570 €
Förderquote
39 %

Bis zur Rente

Deine Beiträge33.750 €
+ Zulagen in den Vertrag14.250 €
+ Erträge bei 3 % im Jahr28.121 €
= Kapital zu Rentenbeginn76.121 €
Steuererstattungen an dich4.320 €
Davon höchstens 30 % auf einmal22.836 €

Nominal, ohne Inflation. Im Alter wird die Auszahlung voll versteuert. Wie viel Monatsrente das Kapital bringt, legt dein Vertrag mit dem Rentenfaktor fest.

Neue Verträge ab 2027: Riester-Verträge alter Art gibt es nur noch bis Ende 2026. Für neue Verträge ab 2027 richten sich die Zulagen nur nach dem Beitrag, nicht mehr nach dem Einkommen. Den Vergleich zeigt der Riester-Zulagen-Rechner.

Auf dieser Seite
  1. Riester-Beitrag berechnen
  2. Zulagen 2026
  3. Steuervorteil
  4. Wer gefördert wird
  5. Für wen sich Riester lohnt
  6. Auszahlung
  7. Steuer im Alter
  8. Kündigen oder ruhen lassen
  9. Wohn-Riester
  10. Reform ab 2027
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Riester-Beitrag berechnen: der Mindesteigenbeitrag

Den Betrag, den du selbst einzahlen musst, nennt das Gesetz Mindesteigenbeitrag (§ 86 Abs. 1 EStG). Er hängt nur von deinem Einkommen im Vorjahr und den Zulagen ab, die dir zustehen. Gerechnet wird in vier Schritten:

  1. 4 % vom VorjahresbruttoMaßgeblich sind deine beitragspflichtigen Einnahmen in der Rentenversicherung, bei Beamten die Besoldung, bei voller Erwerbsminderung die Rente. Für Beiträge im Jahr 2026 zählt das Brutto aus 2025.
  2. Höchstens 2.100 €Mehr als den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs verlangt das Gesetz nie. Ab 52.500 € Vorjahresbrutto steigt der Beitrag deshalb nicht weiter.
  3. Zulagen abziehenGrundzulage und Kinderzulagen zählen zum Beitrag, du musst sie nicht selbst aufbringen.
  4. Mindestens 60 €Bleibt weniger übrig, zahlst du den Sockelbetrag (§ 86 Abs. 1 Satz 4 und 5).
Rechenweg Mindesteigenbeitrag bei 40.000 € Brutto und zwei Kindern

Beide Kinder sind ab 2008 geboren, für beide gibt es Kindergeld. Genauso rechnet der Rechner oben.

Rentenversicherungspflichtiges Brutto im Vorjahr
40.000,00 €
4 % davon, höchstens 2.100 €
1.600,00 €
Grundzulage
−175,00 €
Kinderzulage, 2 × 300 €
−600,00 €
Mindesteigenbeitrag im Jahr
825,00 €
Im Monat
68,75 €

In den Vertrag fließen 1.600 € im Jahr: 825 € von dir und 775 € vom Staat.

Mindestbeitrag im Monat nach Brutto und Kinderzahl

Brutto im Vorjahrohne Kind1 Kind2 Kinder3 Kinder
20.000 €52,08 €27,08 €5,00 €5,00 €
25.000 €68,75 €43,75 €18,75 €5,00 €
30.000 €85,42 €60,42 €35,42 €10,42 €
35.000 €102,08 €77,08 €52,08 €27,08 €
40.000 €118,75 €93,75 €68,75 €43,75 €
45.000 €135,42 €110,42 €85,42 €60,42 €
50.000 €152,08 €127,08 €102,08 €77,08 €
ab 52.500 €160,42 €135,42 €110,42 €85,42 €

Jahresbetrag geteilt durch zwölf, Kinder ab 2008 geboren, ohne Berufseinsteiger-Bonus. Für ein Kind, das vor 2008 geboren ist, gibt es 185 € statt 300 € Zulage, dein Beitrag steigt dann um die Differenz, solange er über dem Sockelbetrag liegt.

Was als Vorjahresbrutto zählt

Als Arbeitnehmer ist es das rentenversicherungspflichtige Gehalt, das in der Meldebescheinigung zur Sozialversicherung steht, die du von deinem Arbeitgeber bekommst. Hast du Arbeitslosen- oder Krankengeld bezogen, zählt der tatsächlich ausgezahlte Betrag, nicht das höhere Entgelt, nach dem die Rentenbeiträge bemessen werden (§ 86 Abs. 2 Satz 2). Für die Pflege von Angehörigen, durch die du rentenversichert bist, setzt das Gesetz 0 € an (Satz 3). Hattest du im Vorjahr gar kein rentenversicherungspflichtiges Einkommen, etwa im ersten Jahr nach dem Studium, reicht der Sockelbetrag von 60 €.

Zahlst du weniger als den Mindesteigenbeitrag, kürzt die Zulagenstelle die Zulage im selben Verhältnis (§ 86 Abs. 1 Satz 6). Im Beispiel oben bringen 412,50 € statt 825,00 € nur 387,50 € Zulage statt 775,00 €. Zahlst du mehr ein, steigt die Zulage nicht, nur der Sonderausgabenabzug bis 2.100 €. Weil sich dein Brutto ändert, gehört der Beitrag jedes Jahr auf den Prüfstand, am besten gleich nach einer Gehaltserhöhung.

Riester-Zulagen 2026: Grundzulage, Kinderzulage, Bonus

Wert2026Grundlage
Grundzulage im Jahr175 €§ 84 Satz 1 EStG
Kinderzulage je Kind, geboren ab 2008300 €§ 85 Abs. 1 Satz 2 EStG
Kinderzulage je Kind, geboren vor 2008185 €§ 85 Abs. 1 Satz 1 EStG
Berufseinsteiger-Bonus, einmalig, unter 25200 €§ 84 Satz 2 EStG
Mindesteigenbeitrag4 % des Vorjahresbruttos minus Zulagen§ 86 Abs. 1 EStG
Sockelbetrag, mindestens im Jahr60 €§ 86 Abs. 1 Satz 4 EStG
Sonderausgaben, Beiträge plus Zulage höchstens2.100 €§ 10a Abs. 1 EStG
Abfindung als Kleinbetragsrente bis zu einer Monatsrente von59,32 €§ 93 Abs. 3 EStG

Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund berechnet die Zulagen und überweist sie direkt in den Vertrag (§§ 81, 90 EStG). Auf dein Konto kommt davon nichts, versteuert wird erst die Auszahlung im Alter. Beantragen musst du sie über deinen Anbieter, am einfachsten einmal mit dem Dauerzulageantrag: Mit dieser Vollmacht beantragt er sie jedes Jahr für dich (§ 89 Abs. 1a). Ohne sie hast du bis zum Ende des zweiten Jahres nach dem Beitragsjahr Zeit, für 2026 also bis zum 31. Dezember 2028 (§ 89 Abs. 1). Ein neues Kind, das Ende des Kindergelds oder ein Wechsel in die Selbstständigkeit ändern den Anspruch, melde das dem Anbieter. Stellt die Zulagenstelle später fest, dass zu viel gezahlt wurde, bucht sie die Zulage wieder aus dem Vertrag (§ 90 Abs. 3).

Kinderzulage: wer sie bekommt und wie lange

Die Kinderzulage gibt es für jedes Kind, für das dir Kindergeld festgesetzt ist (§ 85 Abs. 1 EStG). Nach Monaten gekürzt wird sie nicht: Gab es im Beitragsjahr auch nur einen Monat Kindergeld, steht dir die volle Kinderzulage für dieses Jahr zu. Bei verheirateten Eltern, die zusammenleben, bekommt sie die Mutter, auf gemeinsamen Antrag der Vater. Für ein abgelaufenes Jahr lässt sich dieser Antrag nicht mehr zurücknehmen (§ 85 Abs. 2). Ab 2028 bekommt sie bei Ehepaaren der Elternteil, der das Kindergeld bekommt, der andere nur auf übereinstimmende Erklärung beider (Art. 3 Altersvorsorgereformgesetz).

Endet das Kindergeld, fällt die Kinderzulage ab dem folgenden Jahr weg. Dein Mindesteigenbeitrag steigt dann um die weggefallene Zulage, bei einem Kind ab 2008 um 300 € im Jahr. Passt du den Beitrag nicht an, wird die übrige Zulage gekürzt.

Berufseinsteiger-Bonus

Bist du zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25, steigt die Grundzulage einmalig um 200 € (§ 84 Satz 2 EStG). Es zählt das erste Beitragsjahr, für das du überhaupt eine Zulage beantragst, nicht das Datum des Vertrags (Satz 3). Den Bonus bekommen nur unmittelbar Geförderte, nicht ein Ehepartner, der über den anderen gefördert wird. Wie jede Zulage senkt er den Mindesteigenbeitrag: Wer als Azubi im Vorjahr 12.000 € verdient hat, zahlt im ersten Jahr 105 € ein und bekommt 375 € Zulage.

Steuervorteil: Sonderausgabenabzug und Günstigerprüfung

Zusätzlich zu den Zulagen kannst du Beiträge und Zulage zusammen bis 2.100 € im Jahr als Sonderausgaben absetzen (§ 10a Abs. 1 EStG). Ob das mehr bringt als die Zulage, prüft das Finanzamt von Amts wegen (Abs. 2). Ist der Abzug günstiger, zieht es ihn ab und rechnet die Zulage, die schon im Vertrag steckt, wieder zur Steuer hinzu. Unterm Strich bekommst du die Differenz mit dem Steuerbescheid zurück. Dafür gibst du die Anlage AV ab, deine Beiträge übermittelt der Anbieter elektronisch (Abs. 5).

Rechenweg Günstigerprüfung bei 70.000 € Brutto ohne Kinder

Alleinstehend, zu versteuerndes Einkommen 60.000 €, Steuer nach dem Tarif 2026 ohne Soli und Kirchensteuer. Gezahlt wird der Mindesteigenbeitrag, also 2.100 € minus Grundzulage.

Dein Eigenbeitrag
1.925,00 €
Grundzulage
175,00 €
Sonderausgaben, höchstens 2.100 €
2.100,00 €
Steuerersparnis durch den Abzug
803,00 €
Davon schon als Zulage im Vertrag
−175,00 €
Erstattung mit dem Steuerbescheid
628,00 €

Zusammen gibt der Staat 803 € im Jahr dazu, 38 % von allem, was in den Vertrag fließt. Die Erstattung landet auf deinem Konto, nicht im Vertrag.

Die Zulage ist fest, die Steuerersparnis wächst mit deinem Steuersatz. Schöpfst du den Höchstbetrag aus, bringt der Abzug ohne Kinder schon ab rund 13.600 € zu versteuerndem Einkommen mehr als die Zulage, mit zwei Kindern erst ab rund 56.300 € (alleinstehend, Tarif 2026). Die Erstattung stellt das Finanzamt gesondert fest und meldet sie der Zulagenstelle (§ 10a Abs. 4). Das wird wichtig, wenn du den Vertrag später kündigst, denn dann musst du auch sie zurückzahlen.

Ehepaare

Bei Zusammenveranlagung steht jedem von euch der Abzug bis 2.100 € zu (§ 10a Abs. 3 Satz 1 EStG). Ist einer nur über den anderen gefördert, zählen die Beiträge von beiden beim unmittelbar Geförderten, und der Höchstbetrag steigt um 60 € auf 2.160 € (Satz 2 bis 4). Ein einzelnes Beitragsjahr mit deinen eigenen Zahlen rechnet der Riester-Zulagen-Rechner durch.

Wer Riester-Förderung bekommt

Unmittelbar gefördert wirst du, wenn du in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert bist oder zu einer gleichgestellten Gruppe gehörst (§ 10a Abs. 1 EStG). Es zählt dein Status im jeweiligen Beitragsjahr, nicht der Beruf. Gefördert werden unter anderem:

  • Arbeitnehmer und Auszubildende, auch Minijobber ohne Befreiung von der Rentenversicherungspflicht
  • rentenversicherungspflichtige Selbstständige, etwa über die Künstlersozialkasse, selbstständige Lehrer, Hebammen und eingetragene Handwerker (§ 2 SGB VI)
  • Eltern in den ersten drei Lebensjahren des Kindes und Pflegepersonen, die durch die Pflege rentenversichert sind (§ 3 Satz 1 Nr. 1 und 1a SGB VI)
  • wer Arbeitslosen- oder Krankengeld bezieht (§ 3 Satz 1 Nr. 3 SGB VI)
  • Beamte, Richter und Soldaten, die bis zum Ende des Beitragsjahres der Datenmeldung durch ihre Besoldungsstelle zugestimmt haben
  • versicherungspflichtige Landwirte
  • wer Grundsicherungsgeld bezieht oder arbeitslos gemeldet ist und nur wegen anzurechnenden Einkommens nichts bekommt, wenn er vorher gefördert war (§ 10a Abs. 1 Satz 3)
  • wer eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit bezieht und vorher gefördert war, bis 67 (Satz 4)

Nicht gefördert werden freiwillig Versicherte, Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht und Angestellte, die als Mitglied eines Versorgungswerks von der Rentenversicherung befreit sind, etwa angestellte Ärzte oder Anwälte. Für sie bleibt nach bisherigem Recht nur der Weg über einen geförderten Ehepartner.

Ehepartner ohne eigene Förderung

Gehört nur einer von euch zu den Geförderten, bekommt der andere die Zulage trotzdem, wenn ihr nicht dauernd getrennt lebt, beide in der EU oder im EWR wohnt, er einen eigenen Vertrag hat, darauf mindestens 60 € im Jahr einzahlt und dessen Auszahlung noch nicht begonnen hat (§ 79 Satz 2 EStG). Gefördert wird bei ihm nur ein Vertrag (§ 87 Abs. 2). Seine Zulage ist ungekürzt, wenn der unmittelbar geförderte Partner seinen Mindesteigenbeitrag zahlt, und der wird mit den Zulagen von euch beiden berechnet (§ 86 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2).

Rechenbeispiel Ehepaar: sie pflichtversichert, er über sie gefördert

Er ist selbstständig ohne Rentenversicherungspflicht. Die beiden Kinder sind ab 2008 geboren, die Kinderzulage geht an sie.

4 % von ihren 40.000 € Vorjahresbrutto
1.600,00 €
Ihre Grundzulage und zwei Kinderzulagen
−775,00 €
Seine Grundzulage
−175,00 €
Ihr Mindesteigenbeitrag
650,00 €
Sein Mindestbeitrag
60,00 €
Zulagen für beide Verträge
950,00 €

Für 710 € eigenes Geld kommen 950 € Zulagen in die beiden Verträge. Ohne seinen Vertrag müsste sie 825 € zahlen und bekäme 775 €.

Für wen sich Riester lohnt

Die Förderquote zeigt, welcher Anteil des angelegten Geldes vom Staat kommt. Am höchsten ist sie bei kleinen Einkommen mit Kindern, weil die festen Zulagen dort einen großen Teil des Beitrags ausmachen. Bei hohem Einkommen ohne Kinder bringt vor allem der Steuerabzug etwas.

LebenslageEigenbeitragFörderungFörderquote
Geringverdiener, 2 Kinder60 €775 €58 %
Durchschnitt, 2 Kinder825 €775 €39 %
Durchschnitt, ohne Kinder1.425 €463 €29 %
Gutverdiener, ohne Kinder1.925 €803 €38 %

Pro Jahr mit Mindesteigenbeitrag, Steuer nach dem Tarif 2026 für Alleinstehende. Förderquote über 30 Jahre, Kinderzulage 15 Jahre lang. Brutto im Vorjahr: 20.000 €, 40.000 €, 40.000 € und 70.000 €.

Was bis zur Rente zusammenkommt

Wie viel am Ende im Vertrag steht, entscheidet neben der Förderung die Rendite nach Kosten. Für die Familie aus dem Rechenweg oben, mit Kindergeld noch 15 Jahre lang und danach ohne Kinderzulage:

JahreDeine BeiträgeZulagenKapital ohne Renditebei 2 %bei 4 %
108.250 €7.750 €16.000 €17.500 €19.200 €
2019.500 €12.500 €32.000 €38.900 €47.600 €
3033.750 €14.250 €48.000 €64.900 €89.700 €
4048.000 €16.000 €64.000 €96.600 €152.000 €

Rendite nach Kosten als Annahme, nominal ohne Inflation, Kapital mit Rendite auf 100 € gerundet. Ohne Rendite steht genau das im Vertrag, was der Anbieter zu Rentenbeginn mindestens garantieren muss.

Jeder Vertrag, der bis Ende 2026 abgeschlossen wird, muss zu Beginn der Auszahlung mindestens die eingezahlten Beiträge samt Zulagen bereitstellen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AltZertG). Diese Garantie kostet Rendite, weil der Anbieter einen großen Teil sicher anlegen muss. Dazu kommen Kosten: Abschluss- und Vertriebskosten werden auf mindestens die ersten 5 Vertragsjahre verteilt, wenn sie nicht als Prozentsatz der Beiträge abgezogen werden (Nr. 8). Riester gibt es als Rentenversicherung, Bank- und Fondssparplan, Bausparvertrag oder Darlehen (§ 1 Abs. 1 und 1a AltZertG). Zulagen und Garantie sind bei allen gleich, die Unterschiede liegen in Anlage und Kosten.

Die Rendite nach Kosten zählt

Vergleiche Verträge anhand des Produktinformationsblatts, das dir jeder Anbieter vor dem Abschluss geben muss. Darin sind alle Kosten aufgeschlüsselt, und Kosten, die dort fehlen, schuldest du nicht (§ 7 AltZertG). Bei gleicher Förderung machen niedrigere laufende Kosten über 30 Jahre einen großen Unterschied beim Kapital, wie die Spalten mit 2 % und 4 % zeigen.

Auszahlung: ab wann und in welcher Form

Bei Verträgen, die von 2012 bis Ende 2026 abgeschlossen werden, beginnt die Auszahlung frühestens mit 62 oder mit einer früher beginnenden gesetzlichen Altersrente (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AltZertG), bei älteren Verträgen mit 60 (§ 14 Abs. 2 AltZertG). Ausgezahlt wird monatlich, gleichbleibend oder steigend (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4):

  • Lebenslange Rente: Der Anbieter rechnet dein Kapital mit dem im Vertrag festgelegten Rentenfaktor in eine Monatsrente um.
  • Auszahlungsplan: Du bekommst Raten aus dem Kapital, spätestens ab 85 geht ein Teil in eine lebenslange Rente über.
  • Teilkapital: Bis zu 30 % des Kapitals kannst du zu Beginn auf einmal nehmen. Von den rund 76.100 € aus dem Rechner-Beispiel wären das bis zu 22.800 €.
  • Kleinbetragsrente: Ergibt das ganze Kapital eine Monatsrente von höchstens 1,5 % der Bezugsgröße, 2026 also bis 59,32 €, darf der Anbieter es auf einmal abfinden (§ 93 Abs. 3 EStG). Diese Abfindung wird mit der Fünftelregelung ermäßigt besteuert (§ 22 Nr. 5 Satz 13 mit § 34 Abs. 1 EStG). Bis vier Wochen nach der Mitteilung des Anbieters kannst du den Beginn auf den 1. Januar des Folgejahres verschieben, etwa in ein Jahr mit weniger Einkommen.

Frühestens zwei Jahre vor dem vereinbarten Beginn teilt dir der Anbieter mit, welche Auszahlungen er vorsieht und was sie in der Auszahlungsphase kosten. Kosten, die dort nicht genannt sind, schuldest du nicht (§ 7b AltZertG). Für Verträge ab 2027 gelten andere Altersgrenzen, mehr dazu bei der Reform weiter unten.

Steuer auf die Riester-Rente

Was auf geförderten Beiträgen, Zulagen und den Erträgen daraus beruht, ist im Alter voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 Satz 1 EStG). Einen steuerfreien Anteil wie bei der gesetzlichen Rente gibt es nicht. Dafür wurden die Beiträge über Zulage und Sonderausgabenabzug gefördert. Hast du mehr eingezahlt als gefördert wurde, ist der Teil der Rente, der darauf beruht, nur mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig, bei Rentenbeginn mit 67 sind das 17 % (Satz 2 Buchst. a). Das Teilkapital versteuerst du im Jahr der Auszahlung, was bei einer großen Summe den Steuersatz dieses Jahres deutlich anhebt.

Wie viel Steuer eine Riester-Rente kostet, hängt von deinem übrigen Einkommen im Alter ab:

Übriges zu versteuerndes EinkommenSteuer alleinSteuer zusammen veranlagt
10.000 €0 €0 €
12.000 €125 €0 €
15.000 €239 €0 €
20.000 €300 €0 €
25.000 €320 €178 €
30.000 €340 €232 €

Zusätzliche Einkommensteuer im Jahr auf 100 € Riester-Rente im Monat, Tarif 2026 ohne Soli und Kirchensteuer. Der Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € gilt für alle Renten zusammen und ist meist schon durch die gesetzliche Rente verbraucht (§ 9a Satz 1 Nr. 3 EStG).

Der Anbieter meldet die Auszahlungen der Finanzverwaltung (§ 22a EStG) und schickt dir im ersten Jahr und bei jeder Änderung eine Bescheinigung über die Beträge (§ 22 Nr. 5 Satz 7). Wie die Riester-Rente mit deiner gesetzlichen Rente zusammen besteuert wird, rechnet der Rentenbesteuerungs-Rechner.

Riester kündigen, ruhen lassen oder wechseln

Lässt du dir das Geld vor oder statt der vorgesehenen Rente auszahlen, ist das eine schädliche Verwendung (§ 93 Abs. 1 EStG). Dann musst du alle Zulagen und die gesondert festgestellte Steuerersparnis zurückzahlen, der Anbieter behält sie gleich ein. Die Erträge versteuerst du zusätzlich mit deinem persönlichen Steuersatz (§ 22 Nr. 5 Satz 3). Für deinen eigenen Vertrag rechnet das der Riester-kündigen-Rechner. So sieht das nach zehn Jahren aus:

Kündigung nach 10 Jahren2 Kinderohne Kinder
Von dir eingezahlt8.250 €14.250 €
Zulagen7.750 €1.750 €
Kapital nach 10 Jahren bei 3 %18.342 €18.342 €
Zulagen zurück−7.750 €−1.750 €
Steuerersparnis zurück0 €−2.880 €
Auszahlung vor Steuer10.592 €13.712 €
Davon als Erträge zu versteuern2.342 €2.342 €

40.000 € Brutto im Vorjahr, Mindesteigenbeitrag, zu versteuerndes Einkommen 33.000 €, Rendite nach Kosten als Annahme. Kosten, die dein Vertrag für die Kündigung vorsieht, kommen dazu.

Kündigen ist fast immer die teuerste Lösung

Im Beispiel mit zwei Kindern gehen 42 % des Kapitals an den Staat zurück, bevor überhaupt Steuer auf die Erträge anfällt. Wenn du nicht mehr einzahlen willst oder kannst, lass den Vertrag lieber ruhen.

  • Ruhen lassen: Bis zur Auszahlung hast du Anspruch darauf, den Vertrag beitragsfrei zu stellen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 Buchst. a AltZertG). Die Förderung bleibt im Vertrag, Verwaltungskosten können aber weiter anfallen.
  • Anbieter wechseln: Du kannst mit drei Monaten Frist zum Quartalsende kündigen und das Kapital auf einen anderen Riester-Vertrag übertragen lassen (Buchst. b). Das ist keine schädliche Verwendung (§ 93 Abs. 2 EStG). Der bisherige Anbieter darf dafür höchstens 150 € berechnen, der neue bei seinen Abschlusskosten höchstens 50 % des übertragenen geförderten Kapitals ansetzen (§ 1 Abs. 1 Satz 3 und 4 AltZertG).
  • Für eine Wohnung entnehmen: Kauf, Bau oder Entschuldung einer selbst genutzten Wohnung sind ohne Rückzahlung möglich, dazu unten mehr.

Ziehst du ab 2027 in einen neuen Vertrag um, gilt für alle deine Verträge das neue Recht. Ob dir das schadet oder nützt, zeigt der Vergleich bei der Reform weiter unten.

Wohn-Riester: Kapital für die eigene Wohnung

Das geförderte Kapital kannst du bis zum Beginn der Auszahlung für eine selbst genutzte Wohnung einsetzen: für Kauf oder Bau, für die Tilgung eines Darlehens dafür oder für Genossenschaftsanteile, jeweils ab 3.000 €, außerdem für einen barrierereduzierenden Umbau oder eine energetische Sanierung ab 20.000 €, in den ersten drei Jahren nach dem Kauf schon ab 6.000 € (§ 92a Abs. 1 EStG). Auch die Tilgung eines Riester-Darlehens wird gefördert.

Die entnommenen Beträge und geförderten Tilgungen sammelt ein Wohnförderkonto, das bis zum Beginn der Auszahlung jedes Jahr um 2 % wächst (§ 92a Abs. 2). Im Alter versteuerst du es entweder in gleichen Raten bis 85 oder zu Beginn auf einmal zu 70 % (§ 22 Nr. 5 Satz 4 und 5). Für Verwendungen ab 2028 entfällt die jährliche Erhöhung, der Stand wird dann auf 5 Jahre verteilt versteuert, die Einmalbesteuerung fällt weg (Art. 3 Altersvorsorgereformgesetz). Was das für deine Finanzierung bedeutet, rechnet der Wohn-Riester-Rechner.

Reform der privaten Altersvorsorge: was ab 2027 gilt

Das Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge vom 26. Mai 2026 ist am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet worden (BGBl. 2026 I Nr. 156). Die neuen Zulagen und Vertragsarten gelten ab dem 1. Januar 2027, die Änderungen beim Wohn-Riester ab dem 1. Januar 2028 (Art. 14). Die höhere Grenze für die Kleinbetragsrente gilt schon seit dem 30. Mai 2026. Zulagen, Steuervorteil und Depotwert nach dem neuen Recht rechnet der Altersvorsorgedepot-Rechner.

Was mit bestehenden Verträgen passiert

Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, bleiben bis zum Beginn der Auszahlung im alten Recht, mit Zulagen, Mindesteigenbeitrag und Sonderausgabenabzug wie auf dieser Seite (§ 52 Abs. 50a Satz 1 EStG n. F.). Verträge alter Art dürfen ab 2027 nicht mehr verkauft werden (§ 14 Abs. 7 AltZertG n. F.). Du kannst gegenüber deinem Anbieter unwiderruflich erklären, dass für alle deine Verträge das neue Recht gelten soll, ab dem Beitragsjahr, in dem die Erklärung vorliegt (§ 52 Abs. 50a Satz 4 und 5). Schließt du ab 2027 einen neuen geförderten Vertrag ab, gilt das neue Recht automatisch für alle deine Verträge (Satz 6). Für Ehepaare gibt es eine Falle: Hat der unmittelbar geförderte Partner einen alten Vertrag und schließt der mittelbar geförderte einen neuen ab, bekommt dieser keine Zulage (§ 90 Abs. 2 EStG n. F.).

Altes und neues Recht im Vergleich

RegelVerträge bis 2026Verträge ab 2027
Grundzulage175 € ab dem Mindesteigenbeitrag50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 €, höchstens 540 €
Kinderzulage je Kind300 €, vor 2008 geboren 185 €100 % des Beitrags, höchstens 300 €
Eigenbeitrag für die Zulagen4 % des Vorjahresbruttos minus Zulagen, mindestens 60 €, sonst Kürzungmindestens 120 €, die Zulage folgt dem Beitrag
SonderausgabenabzugBeiträge plus Zulage bis 2.100 €Beiträge bis 1.800 € plus Zulage
Ehepartner ohne eigene Förderungmindestens 60 € Beitrag, volle Grundzulagemindestens 120 € Beitrag, Grundzulage höchstens 175 €
GefördertPflichtversicherte, Beamte und Gleichgestelltezusätzlich Selbstständige und angestellte Mitglieder von Versorgungswerken, jeweils unter 67
Garantie zu RentenbeginnBeiträge und Zulagen80 % oder 100 %, im Altersvorsorgedepot keine
Auszahlungab 62, Verträge vor 2012 ab 60ab 65, Beginn spätestens mit 70
Auszahlungsplanab 85 Verrentung eines Teilsbis mindestens 85, keine Verrentung nötig

§§ 10a, 84 bis 86 EStG und § 1 AltZertG, jeweils in der Fassung bis 2026 und ab 2027 (Art. 2 und 6 Altersvorsorgereformgesetz).

Neu ist das Altersvorsorgedepot mit Fonds bis Risikoklasse 5 und öffentlichen Anleihen, ohne Garantie (§ 1 Abs. 1b AltZertG n. F.). Wer Garantieprodukte oder Depots anbietet, muss auch ein Standarddepot haben, dessen Kosten die Rendite um höchstens 1 % im Jahr mindern dürfen (§ 1 Abs. 1c und Abs. 3, § 2a Abs. 2 AltZertG n. F.). Einzahlen darfst du höchstens 6.840 € im Jahr, gefördert werden höchstens zwei neue Verträge (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 AltZertG n. F., § 82 Abs. 5 EStG n. F.). Ein Anbieterwechsel kostet in den ersten 5 Jahren höchstens 150 €, danach nichts (§ 1 Abs. 1 Satz 3 AltZertG n. F.).

Alten Vertrag behalten oder wechseln?

Was es für denselben Eigenbeitrag nach altem und neuem Recht gibt, mit den Fällen aus der Förderquote-Tabelle:

LebenslageEigenbeitragZulage altFörderung alt mit SteuerZulage neu
Geringverdiener, 2 Kinder60 €775,00 €775,00 €0,00 €
Durchschnitt, 2 Kinder825 €775,00 €775,00 €896,25 €
Durchschnitt, ohne Kinder1.425 €175,00 €463,00 €446,25 €
Gutverdiener, ohne Kinder1.925 €175,00 €803,00 €540,00 €

Im Jahr, Steuer nach dem Tarif 2026 für Alleinstehende. Nach neuem Recht kommt bei höherem Einkommen ebenfalls ein Steuervorteil dazu, dann mit Beiträgen bis 1.800 € plus Zulage. Er ist in der letzten Spalte nicht eingerechnet.

Mit dem Sockelbetrag bekommt eine Familie mit kleinem Einkommen nach altem Recht die volle Zulage. Nach neuem Recht müsste sie mindestens 120 € zahlen und bekäme dafür 300 €. Bei mittlerem Einkommen mit Kindern bringt das neue Recht für denselben Beitrag etwas mehr. Ohne Kinder ist die neue Zulage deutlich höher, im alten Recht gleicht der Steuerabzug das aber ganz oder zum Teil aus. Weil die Erklärung unwiderruflich ist und für alle Verträge gilt, rechne vorher beide Varianten durch, etwa mit dem Riester-Zulagen-Rechner.

Häufige Fragen

Was passiert mit dem Vertrag, wenn ich sterbe?
Wird das Kapital nach deinem Tod an die Erben ausgezahlt, gilt das als schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteile werden zurückgefordert (§ 93 Abs. 1 Satz 2 EStG). Das lässt sich vermeiden, wenn das Kapital auf einen Riester-Vertrag deines Ehepartners übertragen wird und ihr zuletzt nicht dauernd getrennt gelebt und in der EU oder im EWR gewohnt habt (Satz 4 Buchst. c). Ausgenommen ist auch eine im Vertrag vereinbarte Hinterbliebenenrente an den Ehepartner oder an Kinder, für die dir Kindergeld zustand (Buchst. a).
Ist mein Riester-Vermögen vor Pfändung geschützt?
Das geförderte Vermögen samt Erträgen, die geförderten Beiträge und der Anspruch auf die Zulage sind nicht übertragbar (§ 97 EStG) und deshalb auch nicht pfändbar (§ 851 Abs. 1 ZPO). Der Schutz gilt nur für den geförderten Teil. Was du über den Höchstbetrag hinaus einzahlst, ist nicht geschützt.
Lohnt sich ein neuer Riester-Vertrag 2026 noch?
Für Familien mit kleinem Einkommen spricht viel dafür: Mit dem Sockelbetrag von 60 € gibt es die volle Zulage, nach neuem Recht gibt es Zulagen erst ab 120 € Eigenbeitrag. Ohne Kinder bringt das neue Recht mehr Zulage, sobald du mehr als 350 € im Jahr einzahlst. Ein Vertrag, den du bis zum 31. Dezember 2026 abschließt, bleibt im alten Recht, solange du nicht wechselst und ab 2027 keinen neuen geförderten Vertrag abschließt.
Was gilt in der Elternzeit, bei Arbeitslosigkeit oder im Minijob?
In den ersten drei Lebensjahren deines Kindes bist du über die Kindererziehungszeit in der Rentenversicherung pflichtversichert und damit gefördert, auch ohne Job (§ 3 Satz 1 Nr. 1, § 56 SGB VI). Mit Arbeitslosengeld bist du es ebenfalls (§ 3 Satz 1 Nr. 3 SGB VI). Für den Mindesteigenbeitrag zählt dann der tatsächlich ausgezahlte Betrag, nicht das höhere Entgelt, nach dem die Rentenbeiträge bemessen werden (§ 86 Abs. 2 Satz 2 EStG). Im Minijob bist du gefördert, solange du nicht von der Rentenversicherungspflicht befreit bist. Weil der Mindesteigenbeitrag am Vorjahresbrutto hängt, kann er im ersten Jahr ohne Gehalt trotzdem hoch sein.
Muss ich auf die Riester-Rente Kranken- und Pflegebeiträge zahlen?
Als Pflichtmitglied in der Krankenversicherung der Rentner nicht. Eine private Riester-Rente zählt nicht zu den Versorgungsbezügen, und auch Riester-Leistungen aus einer Betriebsrente bleiben ausdrücklich beitragsfrei (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V). Freiwillig Versicherte zahlen dagegen Beiträge nach ihrer gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, also auch auf die Riester-Rente (§ 240 SGB V). Ob du in die Krankenversicherung der Rentner kommst, hängt von deinen Versicherungszeiten ab.
Kann ich mehrere Riester-Verträge haben?
Ja, aber die Zulage gibt es für höchstens zwei Verträge (§ 87 Abs. 1 EStG). Welche zwei, bestimmst du im Zulageantrag (§ 89 Abs. 1). Den Mindesteigenbeitrag kannst du auf beide verteilen, die Zulage wird im Verhältnis der Beiträge aufgeteilt. Nach neuem Recht werden ab dem dritten Vertrag, den du ab 2027 abschließt, die Beiträge gar nicht mehr gefördert (§ 82 Abs. 5 EStG n. F.).
Was passiert mit Riester bei einer Scheidung?
Riester-Anrechte gehören zum Versorgungsausgleich. Wird der Vertrag dabei geteilt, ist das keine schädliche Verwendung (§ 93 Abs. 1a EStG). Geht der Anteil deines Ex-Partners in einen eigenen Riester-Vertrag oder eine Betriebsrente, nimmt er die Förderung darauf mit. Eine mittelbare Förderung über den Ex-Partner endet mit dem ersten Kalenderjahr, das ihr vollständig getrennt lebt (§ 79 Satz 2 Nr. 1 mit § 26 Abs. 1 EStG).
Was passiert, wenn ich ins Ausland ziehe?
Innerhalb von EU und EWR bleibt die Förderung erhalten. Wohnst du ab Beginn der Auszahlung außerhalb, etwa in der Schweiz, müssen Zulagen und Steuervorteile zurück (§ 95 EStG), außer du wohnst schon seit dem 22. Juni 2016 in Großbritannien und hast den Vertrag vorher abgeschlossen. Neue Zulagen gibt es im Ausland nur, solange du weiter zu den Geförderten gehörst.
Wird die Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet?
Nur zum Teil. Von einer Rente aus zusätzlicher Altersvorsorge, dazu zählt Riester, bleiben 100 € im Monat frei, vom Rest 30 %, zusammen höchstens 281,50 € (§ 82 Abs. 4 und 5 SGB XII). Bei 200 € Riester-Rente sind das 130 €. Riestern kann sich deshalb auch lohnen, wenn deine gesetzliche Rente voraussichtlich nicht über der Grundsicherung liegt.
Ich bin selbstständig: Kann ich riestern?
Bis Ende 2026 nur, wenn du rentenversicherungspflichtig bist, etwa über die Künstlersozialkasse, oder über deinen geförderten Ehepartner. Ab 2027 werden Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit gefördert, solange sie unter 67 sind und eine Steuererklärung abgeben (§ 10a Abs. 1 Satz 5 EStG n. F.), aber nur nach neuem Recht. Für den reinen Steuerabzug gibt es die Rürup-Rente.

Quellen

  1. § 10a EStG: Wer gefördert wird, Sonderausgabenabzug, Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
  2. § 79 EStG: Mittelbar geförderter Ehepartner gesetze-im-internet.de
  3. § 84 EStG: Grundzulage und Berufseinsteiger-Bonus gesetze-im-internet.de
  4. § 85 EStG: Kinderzulage und Zuordnung bei Eltern gesetze-im-internet.de
  5. § 86 EStG: Mindesteigenbeitrag, Sockelbetrag, Kürzung gesetze-im-internet.de
  6. § 89 EStG: Zulageantrag, Frist, Dauerzulageantrag gesetze-im-internet.de
  7. § 92a EStG: Wohn-Riester und Wohnförderkonto gesetze-im-internet.de
  8. § 93 EStG: Schädliche Verwendung, Kleinbetragsrente gesetze-im-internet.de
  9. § 95 EStG: Wohnsitz außerhalb von EU und EWR gesetze-im-internet.de
  10. § 22 EStG: Besteuerung der Leistungen (Nr. 5) gesetze-im-internet.de
  11. § 1 AltZertG: Garantie, Auszahlung ab 62, Teilkapital, Wechsel gesetze-im-internet.de
  12. § 82 SGB XII: Freibetrag in der Grundsicherung im Alter gesetze-im-internet.de
  13. Altersvorsorgereformgesetz vom 26.05.2026: BGBl. 2026 I Nr. 156, neues Recht ab 2027 recht.bund.de

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