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So rechnet der Wohn-Riester-Rechner
Zulagenstelle und Finanzamt gehen in vier Schritten vor, der Rechner auch.
- Mindesteigenbeitrag4 % deines rentenversicherungspflichtigen Bruttos aus dem Vorjahr, höchstens 2.100 €, minus deine Zulagen. Mindestens sind es 60 € im Jahr. Zahlst du weniger, kürzt die Zulagenstelle die Zulage im selben Verhältnis (§ 86 EStG).
- Zulage oder SteuerabzugBeitrag und Zulage zusammen kannst du bis 2.100 € als Sonderausgaben abziehen. Das Finanzamt prüft von selbst, ob das mehr bringt als die Zulage, und erstattet dir nur den Unterschied (§ 10a Abs. 2 EStG).
- WohnförderkontoJede geförderte Tilgung und die Zulage dafür bucht die Zulagenstelle auf ein fiktives Konto. Nach jedem Jahr kommen 2 % dazu, zuletzt für das Jahr, in dem die Auszahlung beginnt (§ 92a Abs. 2 EStG).
- Steuer im AlterDie Auszahlung beginnt zwischen 60 und 68, ohne Vereinbarung mit 67. Ab dann versteuerst du jedes Jahr einen gleich großen Teil des Kontos, bis du 85 bist. Auf Antrag geht es auch auf einmal, dann zählen nur 70 % des Kontos.
Mindesteigenbeitrag = 4 % × Vorjahresbrutto (höchstens 2.100 €) − Zulagen
Jährlich zu versteuern = Wohnförderkonto ÷ Jahre bis zum 85. Geburtstag
Die Steuer rechnet der Rechner mit deinem Grenzsteuersatz, also dem Satz auf deinen letzten Euro. So hoch ist er 2026 bei typischen Einkommen:
| Zu versteuerndes Einkommen | Ledig | Verheiratet (Splitting) |
|---|---|---|
| 20.000 € | 24,7 % | 0 % |
| 30.000 € | 28,2 % | 18,9 % |
| 40.000 € | 31,7 % | 24,7 % |
| 60.000 € | 38,6 % | 28,2 % |
| 80.000 € | 42 % | 31,7 % |
Einkommensteuer ohne Soli und Kirchensteuer, bei Ehepaaren das gemeinsame Einkommen. Genauer geht es mit dem Einkommensteuer-Rechner.
Werte für Verträge bis 2026
| Förderung und Konto | Bis 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundzulage im Jahr | 175 € | § 84 EStG |
| Kinderzulage je Kind, geboren ab 2008 | 300 € | § 85 EStG |
| Kinderzulage je Kind, geboren vor 2008 | 185 € | § 85 EStG |
| Einmaliger Bonus, wenn du unter 25 bist | 200 € | § 84 EStG |
| Mindesteigenbeitrag | 4 % minus Zulagen | § 86 EStG |
| Sockelbetrag | 60 € | § 86 EStG |
| Höchstbetrag Sonderausgaben (Beitrag plus Zulage) | 2.100 € | § 10a EStG |
| Erhöhung des Wohnförderkontos | 2 % im Jahr | § 92a EStG |
| Beginn der Auszahlung | 60 bis 68 | § 92a EStG |
| Einmalbesteuerung | 70 % des Kontos | § 22 Nr. 5 EStG |
| Mindestbetrag einer Entnahme | 3.000 € | § 92a EStG |
Gilt für Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden. Was ab 2027 und 2028 gilt, steht im Abschnitt zur Reform.
Ab 52.500 € Vorjahresbrutto ist der Mindesteigenbeitrag gedeckelt, dann sind es 2.100 € minus Zulagen. Die Zulagen selbst hängen nicht vom Einkommen ab. Wer nur die Hälfte des Mindesteigenbeitrags zahlt, bekommt auch nur die Hälfte der Zulage.
Drei Beispiele: Zulage, Steuererstattung, Sockelbetrag
Das erste Beispiel sind die Startwerte des Rechners oben. Das zweite zeigt, wann das Finanzamt mehr bringt als die Zulage, das dritte, wie weit der Sockelbetrag bei kleinem Einkommen trägt.
Ehepaar, eine Person tilgt mit Riester, zwei Kinder ab 2008 mit Kindergeld, Grenzsteuersatz 30 %.
- 4 % von 45.000 € Vorjahresbrutto
- 1.800,00 €
- Grundzulage
- −175,00 €
- Kinderzulage, 2 × 300 €
- −600,00 €
- = Mindesteigenbeitrag
- 1.025,00 €
- Steuerersparnis: 1.800 € × 30 %
- 540,00 €
- Erstattung über die Zulage hinaus
- 0,00 €
- Förderung im Jahr
- 775,00 €
Die Steuerersparnis ist kleiner als die Zulage, also bleibt es bei der Zulage. Endet das Kindergeld, steigt der Mindesteigenbeitrag auf 1.625,00 €. Dann gibt es 175,00 € Zulage und 365,00 € vom Finanzamt, zusammen 540,00 €.
Grenzsteuersatz 35 %. Hier bringt der Steuerabzug mehr als die Zulage.
- 4 % von 60.000 €, höchstens 2.100 €
- 2.100,00 €
- Grundzulage
- −175,00 €
- = Mindesteigenbeitrag
- 1.925,00 €
- Steuerersparnis: 2.100 € × 35 %
- 735,00 €
- Davon schon als Zulage gezahlt
- −175,00 €
- = Erstattung vom Finanzamt
- 560,00 €
- Förderung im Jahr
- 735,00 €
Teilzeitstelle, zwei Kinder ab 2008 mit Kindergeld, praktisch keine Einkommensteuer.
- 4 % von 15.000 € Vorjahresbrutto
- 600,00 €
- Zulagen: 175 € + 2 × 300 €
- −775,00 €
- = weniger als der Sockelbetrag, also Mindesteigenbeitrag
- 60,00 €
- Zulage dafür
- 775,00 €
- Förderung im Jahr
- 775,00 €
Für 60 € eigene Tilgung im Jahr gibt es die volle Zulage von 775 €. Weniger darf es nicht sein: Der Sockelbetrag gilt auch dann, wenn die Zulagen den rechnerischen Mindesteigenbeitrag schon übersteigen (§ 86 Abs. 1 Sätze 4 und 5 EStG).
Wohnförderkonto berechnen: Beispielrechnung Jahr für Jahr
Das Wohnförderkonto ist kein Konto mit echtem Geld. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen hält darin fest, wie viel gefördertes Geld in deiner Wohnung steckt, damit es im Alter versteuert werden kann (§ 92a Abs. 2 EStG). Hinein kommen drei Arten von Beträgen:
- die geförderte Tilgung eines Riester-Darlehens und die Zulagen dafür,
- Riester-Kapital, das du für Kauf, Bau, Entschuldung oder Umbau entnimmst, der sogenannte Altersvorsorge-Eigenheimbetrag,
- bei einem Kombikredit die angesparten Beiträge samt Zulagen und Erträgen, sobald sie das Darlehen ablösen (§ 92a Abs. 2 Satz 2 EStG).
Nicht hinein kommen Zinsen, Gebühren und die Steuererstattung aus dem Sonderausgabenabzug. Gefördert ist jede Tilgung, die zusammen mit der Zulage 2.100 € im Jahr nicht übersteigt, nicht nur der Mindesteigenbeitrag (BMF-Schreiben vom 5. Oktober 2023, Rn. 133). Tilgst du mehr, landen im Konto also bis zu 2.100 € im Jahr. Im Rechner stellst du dafür den eigenen Beitrag auf deine Tilgung.
Stand am Jahresende = (Stand des Vorjahres + Einstellung des Jahres) × 1,02
Die 2 % kommen nach jedem Jahr dazu, egal in welchem Monat du getilgt hast, zum letzten Mal für das Jahr, in dem die Auszahlung beginnt (Rn. 173). So wächst das Konto der Beispielfamilie aus dem ersten Beispiel, die mit 38 anfängt und jedes Jahr 1.800 € einstellt:
Einstellung im Jahr: 1.025 € Tilgung plus 775 € Zulage. Auszahlung ab 67.
- Jahr 1, mit 38: (0 € + 1.800 €) × 1,02
- 1.836,00 €
- Jahr 2, mit 39: (1.836 € + 1.800 €) × 1,02
- 3.708,72 €
- Jahr 3, mit 40: (3.708,72 € + 1.800 €) × 1,02
- 5.618,89 €
- Jahr 25, mit 62: letzte Tilgung
- 58.807,63 €
- Jahr 30, mit 67: Beginn der Auszahlung, letzte Erhöhung
- 64.928,38 €
| Jahr (Alter) | Stand nach 2 % | Eingestellt bis dahin | Im Jahr eingestellt |
|---|---|---|---|
| 1 (38) | 1.836,00 € | 1.800 € | 1.800 € |
| 2 (39) | 3.708,72 € | 3.600 € | 1.800 € |
| 3 (40) | 5.618,89 € | 5.400 € | 1.800 € |
| 5 (42) | 9.554,62 € | 9.000 € | 1.800 € |
| 10 (47) | 20.103,69 € | 18.000 € | 1.800 € |
| 15 (52) | 31.750,71 € | 27.000 € | 1.800 € |
| 20 (57) | 44.609,97 € | 36.000 € | 1.800 € |
| 25 (62) | 58.807,63 € | 45.000 € | 1.800 € |
| 26 (63) | 59.983,78 € | 45.000 € | – |
| 30 (67) | 64.928,38 € | 45.000 € | – |
Gerechnet mit dem Rechenkern des Rechners. Ab Jahr 26 wird nicht mehr getilgt, das Konto wächst nur noch um 2 % im Jahr.
Mit 67 stehen 64.928,38 € im Konto, 44 % mehr als die 45.000 €, die eingestellt wurden. Daraus macht die Zulagenstelle den Verminderungsbetrag: 64.928,38 € ÷ 18 Jahre = 3.607,13 €, die du jedes Jahr bis 85 als Einkommen versteuerst (§ 92a Abs. 2 Satz 5 EStG). Beantragst du die Einmalbesteuerung, zählen 70 % des Stands, also 45.449,87 €. Hätte die Familie jedes Jahr den vollen Höchstbetrag gefördert bekommen, stünden mit 67 75.749,77 € im Konto.
Die Kinderzulage gibt es 15 der 25 Jahre. Für das Alter rechnet das Beispiel mit 20 % Grenzsteuersatz.
- Einstellung pro Jahr: Tilgung plus Zulage
- 1.800,00 €
- 25 Jahre Tilgung, zusammen
- 45.000 €
- Stand mit 67, mit 2 % pro Jahr
- 64.928,38 €
- Jährlich zu versteuern, 18 Jahre lang
- 3.607,13 €
- Steuer darauf bei 20 % Grenzsteuersatz
- 721,43 € im Jahr
- Steuer über alle Jahre
- 12.985,74 €
In den 25 Jahren fließen 17.025 € Förderung, mehr als die spätere Steuer, und das Jahrzehnte früher. Nicht eingerechnet ist der Zins, den die schnellere Tilgung beim Kredit spart.
Faustwerte: was aus 1.000 € im Konto wird
Jeder Euro wächst bis zum Beginn der Auszahlung mit 2 % im Jahr. Mit dieser Tabelle rechnest du jede Entnahme und jede Tilgung hoch: Betrag in Tausend Euro mal Wert aus der Tabelle.
| Ins Konto | Aus 1.000 € werden mit 67 | Erhöhungen |
|---|---|---|
| mit 30 | 2.122,30 € | 38 |
| mit 35 | 1.922,23 € | 33 |
| mit 40 | 1.741,02 € | 28 |
| mit 45 | 1.576,90 € | 23 |
| mit 50 | 1.428,25 € | 18 |
| mit 55 | 1.293,61 € | 13 |
| mit 60 | 1.171,66 € | 8 |
| mit 65 | 1.061,21 € | 3 |
„Mit 40“ heißt: im Jahr, in dem du 40 wirst. Auszahlung ab dem Jahr, in dem du 67 wirst, die Erhöhung für dieses Jahr ist mitgezählt.
Bausparvertrag und Entnahme: wann das Geld ins Konto kommt
Bei einem Riester-Bausparvertrag sind deine Einzahlungen in der Sparphase gewöhnliche Riester-Beiträge, das Wohnförderkonto bleibt leer. Lässt du dir das geförderte Guthaben bei der Zuteilung für den Kauf auszahlen, ist das eine Entnahme: Der ganze Betrag kommt auf einen Schlag ins Konto. Danach zählt die Tilgung des Bauspardarlehens wie bei jedem Riester-Darlehen (Rn. 33 und 169). Die Entnahme muss die Zulagenstelle vorher genehmigen (§ 92b EStG).
Das Guthaben bei der Zuteilung ist angenommen. Wie viel es bei dir ist, steht auf dem Kontoauszug deines Bausparvertrags.
- 15.000 € gefördertes Guthaben, mit 40 entnommen
- 26.115,36 €
- 12 Jahre Tilgung des Bauspardarlehens, je 2.100 € mit Zulage
- 38.665,04 €
- Stand mit 67
- 64.780,41 €
- Jährlich zu versteuern, 18 Jahre lang
- 3.598,91 €
- Oder auf einmal: 70 % des Stands
- 45.346,29 €
Die Entnahme liegt am längsten im Konto und wächst deshalb am stärksten. Wie Sparphase und Bauspardarlehen ohne Riester laufen, zeigt der Bausparrechner.
Nachgelagerte Besteuerung: jährlich oder auf einmal?
Zu Beginn der Auszahlung schickt dir die Zulagenstelle einen Bescheid mit dem Kontostand und dem Betrag, den du jedes Jahr als Einkommen angibst (§ 92b Abs. 3 EStG). Statt dieser Raten kannst du beantragen, das Konto auf einmal zu versteuern, schon vor Beginn der Auszahlung oder jederzeit danach für den Rest. Dann zählen nur 70 %, 30 % bleiben steuerfrei (§ 92a Abs. 2 Satz 6 und § 22 Nr. 5 Satz 5 EStG, BMF-Schreiben vom 5. Oktober 2023, Rn. 181).
Billiger ist die Einmalzahlung nicht automatisch, denn der ganze Betrag landet in einem Jahr und treibt den Steuersatz hoch. So sieht das für das Konto der Beispielfamilie mit 64.928 € aus:
| Übriges Einkommen im Alter | Jährlich, Summe | Auf einmal | Günstiger |
|---|---|---|---|
| ledig, 10.000 € | 3.420 € | 12.513 € | jährlich |
| ledig, 20.000 € | 16.470 € | 14.816 € | auf einmal |
| ledig, 30.000 € | 18.702 € | 16.335 € | auf einmal |
| verheiratet, 20.000 € | 0 € | 9.994 € | jährlich |
| verheiratet, 40.000 € | 16.272 € | 13.028 € | auf einmal |
Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 ohne Soli und Kirchensteuer, übriges zu versteuerndes Einkommen jedes Jahr gleich. Jährlich: 3.607,13 € über 18 Jahre. Auf einmal: 70 % von 64.928,38 €.
Liegen deine übrigen Einkünfte im Alter nahe am Grundfreibetrag, gewinnt die jährliche Variante klar. Darüber ist die Einmalbesteuerung trotz Progression oft billiger. Einen kleinen Vorsprung solltest du trotzdem nicht überbewerten: Die Einmalsteuer zahlst du sofort, die Raten verteilt über 18 Jahre.
In der Steuererklärung musst du den Betrag nicht selbst ausrechnen. Der Anbieter übermittelt die Daten elektronisch, in die Anlage R-AV/bAV trägst du nur etwas ein, wenn du von den übermittelten Werten abweichen willst (Finanzverwaltung NRW). Wie die übrige Rente versteuert wird, zeigt der Rentenbesteuerungs-Rechner.
Gibst du die Wohnung bis zum zehnten Jahr nach Beginn der Auszahlung auf, versteuerst du die 30 % nachträglich, und zwar das 1,5-Fache davon. Bis zum zwanzigsten Jahr ist es das Einfache (§ 22 Nr. 5 Satz 6 EStG). Bei der Beispielfamilie kämen im ersten Zeitraum 29.218 € Einkommen in einem Jahr dazu. Die Ausnahmen aus dem Abschnitt zum Auszug gelten auch hier, und beim Tod fällt die Nachversteuerung nicht an. Ziehst du noch im Jahr des Antrags aus, zählt das Konto voll statt zu 70 % (Rn. 182).
Sonderausgabenabzug: wann das Finanzamt mehr bringt als die Zulage
Zulage und Steuerabzug laufen getrennt. Die Zulage beantragst du beim Anbieter, spätestens bis zum Ende des zweiten Jahres nach dem Beitragsjahr. Bequemer ist eine Vollmacht, mit der der Anbieter sie jedes Jahr selbst beantragt (§ 89 Abs. 1 und 1a EStG). Den Steuerabzug holst du dir mit der Anlage AV in deiner Steuererklärung. Belege brauchst du keine, der Anbieter meldet deine Tilgung elektronisch (§ 10a Abs. 5 EStG).
Abziehen darfst du Tilgung und Zulage zusammen bis 2.100 € im Jahr (§ 10a Abs. 1 EStG). Ist nur einer von euch unmittelbar gefördert und der andere über ihn mittelbar, sind es 2.160 € (§ 10a Abs. 3 EStG). Das Finanzamt rechnet von selbst aus, ob der Abzug mehr bringt als die Zulage. Wenn ja, zieht es die Beiträge ab und schlägt die Zulage auf die Steuer wieder drauf, die hast du ja schon bekommen (§ 10a Abs. 2 EStG). Unterm Strich erstattet es nur den Teil der Ersparnis, der über die Zulage hinausgeht. Dieses Geld landet auf deinem Konto, nicht im Darlehen und nicht im Wohnförderkonto.
| Einkommen | Ledig | Paar | Paar, 1 Kind | Paar, 2 Kinder |
|---|---|---|---|---|
| 20.000 € | 336 € | – | – | – |
| 30.000 € | 410 € | 201 € | – | – |
| 40.000 € | 482 € | 339 € | 39 € | – |
| 60.000 € | 628 € | 413 € | 113 € | – |
| 80.000 € | 707 € | 485 € | 185 € | – |
| 100.000 € | 707 € | 559 € | 259 € | – |
Erstattung vom Finanzamt zusätzlich zur Zulage, wenn 2.100 € im Jahr gefördert werden (Tilgung plus Zulage). Einkommen: zu versteuerndes Einkommen vor dem Riester-Abzug. Paar: verheiratet und zusammen veranlagt, ein Riester-Vertrag im Haushalt, Kinder ab 2008 geboren. Tarif 2026 ohne Soli und Kirchensteuer. „–“ heißt: Die Zulage ist mehr wert.
Wird der volle Höchstbetrag gefördert, bekommt ein Single ohne Kind schon ab 13.600 € zu versteuerndem Einkommen etwas zurück. Bei 40.000 € spart der Abzug 657 € Steuer, nach Abzug der Zulage von 175 € bleiben 482 € Erstattung. Ein Ehepaar ohne Kind braucht dafür 26.000 €, mit zwei Kindern 111.400 €. Mit drei ab 2008 geborenen Kindern bringt der Abzug nie mehr als die Zulagen, nicht einmal beim Spitzensteuersatz. Für Familien ist die Zulage deshalb fast immer die ganze Förderung. Tilgung über den Mindesteigenbeitrag hinaus erhöht dann die Förderung nicht, landet aber bis zum Höchstbetrag trotzdem im Wohnförderkonto und wird im Alter versteuert.
Wofür du Wohn-Riester nutzen darfst
Riester-Geld darfst du bis zum Beginn der Auszahlung auf zwei Wegen in die eigene Wohnung stecken: als Entnahme aus einem Riester-Vertrag oder als geförderte Tilgung eines Riester-Darlehens. Eine Entnahme beantragst du bei der Zulagenstelle, spätestens zehn Monate vor Beginn der Auszahlung (§ 92b Abs. 1 EStG). Die Kosten müssen in engem zeitlichen Zusammenhang stehen: innerhalb von sechs Monaten vor dem Antrag bis zwölf Monate nach der Auszahlung (BMF-Schreiben vom 5. Oktober 2023, Rn. 258).
| Verwendung | Bedingung | Grundlage |
|---|---|---|
| Kauf oder Bau | Entnahme mindestens 3.000 € | § 92a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 |
| Kaufkredit ablösen | mindestens 3.000 €, nur Kredite für Kauf oder Bau, auch nach Umschuldung | § 92a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 |
| Genossenschaftsanteile | mindestens 3.000 € für die Pflichtanteile, um selbst in eine Genossenschaftswohnung zu ziehen | § 92a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 |
| Barrierereduzierender Umbau | 6.000 € innerhalb von drei Jahren nach Kauf oder Bau, sonst 20.000 €. Mindestens die Hälfte für Maßnahmen nach DIN 18040 Teil 2, ein Sachverständiger bestätigt das | § 92a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 |
| Energetische Sanierung | seit 2024, 6.000 € oder 20.000 € wie beim Umbau. Maßnahmen wie Heizung, Dämmung oder Fenster, ausgeführt von einem Fachunternehmen | § 92a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 |
| Laufende Tilgung | Riester-Darlehen, bis 68 abbezahlt | § 82 Abs. 1, § 1 Abs. 1a AltZertG |
Bei einer Teilentnahme müssen 3.000 € gefördertes Kapital im Vertrag bleiben. Für Umbau und Sanierung darfst du keine Zuschüsse und keine Steuerermäßigung nach § 35a oder § 35c EStG nutzen und die Kosten nicht absetzen, das bestätigst du schriftlich.
Gefördert wird eine Wohnung in deinem eigenen Haus, auch in einem Mehrfamilienhaus, eine Eigentumswohnung, eine Genossenschaftswohnung oder ein eigentumsähnliches oder lebenslanges Dauerwohnrecht nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Sie muss in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegen und deine Hauptwohnung sein (§ 92a Abs. 1 Sätze 5 und 6 EStG). Ein Miteigentumsanteil reicht, entnehmen darfst du dann höchstens die anteiligen Kosten (Rn. 273).
Riester-Darlehen, Bausparvertrag, Kombikredit
Als Riester-Vertrag gilt auch ein Vertrag mit Anspruch auf ein Darlehen für die eigene Wohnung (§ 1 Abs. 1a AltZertG). Beim Riester-Darlehen ist nur der Tilgungsanteil der Rate gefördert, Zinsen und Gebühren nicht, und die Zulage fließt direkt in die Tilgung (Rn. 32 und 35). Bei einem Annuitätendarlehen ist der Tilgungsanteil anfangs klein. Reicht er in einem Jahr nicht für den Mindesteigenbeitrag, kürzt die Zulagenstelle die Zulage im selben Verhältnis (§ 86 Abs. 1 Satz 6 EStG). Wie sich Zins und Tilgung in deiner Rate verteilen, zeigt der Tilgungsplan-Rechner.
Beim Kombikredit nimmst du ein Darlehen auf, das ein Riester-Sparvertrag später ablöst. Die Sparbeiträge gelten schon als Tilgung (§ 82 Abs. 1 Satz 3 EStG), ins Wohnförderkonto kommen sie aber erst bei der Ablösung. Der Bausparvertrag funktioniert wie oben im Rechenbeispiel beschrieben. Aus jedem anderen Riester-Vertrag, ob Banksparplan, Fondssparplan oder Rentenversicherung, kannst du ebenfalls für die Wohnung entnehmen: Der Vertrag muss dir die Auszahlung mit drei Monaten Frist zum Quartalsende erlauben (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 Buchst. c AltZertG). Gefördert wird die Tilgung nur, wenn die Wohnung nach 2007 gekauft oder gebaut wurde (§ 82 Abs. 1 Satz 5 EStG).
Verkaufen, vermieten, umziehen: Auflösung und schädliche Verwendung
Zwei Folgen solltest du auseinanderhalten. Ziehst du aus, wird das Wohnförderkonto aufgelöst und versteuert, die Zulagen darfst du behalten. Eine schädliche Verwendung ist etwas anderes: Dann musst du Zulagen und Steuervorteil zurückzahlen (§ 93 EStG).
| Was passiert | Folge | Grundlage |
|---|---|---|
| Du nutzt die Wohnung nicht mehr selbst | Das Konto gilt als Einkommen dieses Jahres, voll und ohne Abschlag. Die Zulagen bleiben. | § 92a Abs. 3, § 22 Nr. 5 Satz 4 |
| Entnahme nicht für die Wohnung verwendet, etwa für einen Modernisierungskredit | Schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteil zurück, die Erträge sind steuerpflichtig | § 93 Abs. 1, BMF Rn. 261 |
| Auszahlungsbeginn nach einer Entnahme über 68 hinaus verschoben | Schädliche Verwendung, auch rückwirkend | § 92a Abs. 2 Satz 5, BMF Rn. 179 |
Gefördert wird nur eine Wohnung, die dir gehört und in der du hauptsächlich lebst. Gibst du die Selbstnutzung auf, und zwar nicht nur vorübergehend, musst du das dem Anbieter melden, in der Auszahlungsphase der Zulagenstelle (§ 92a Abs. 3 EStG). Als vorübergehend sieht die Finanzverwaltung je nach Einzelfall bis zu ein Jahr an (Rn. 284). Auch wer das Eigentum abgibt, gibt die Selbstnutzung auf.
Was das kostet, zeigt die Beispielfamilie: Verkauft sie im 15. Jahr und kauft nicht neu, gelten 31.750,71 € in diesem Jahr als Einkommen. Bei 60.000 € übrigem zu versteuerndem Einkommen kostet das zusammen veranlagt 9.824 € Einkommensteuer auf einen Schlag (Tarif 2026, ohne Soli und Kirchensteuer). Zurückzahlen muss sie die Zulagen nicht. In diesen Fällen fällt die Steuer nicht an:
| Fall | Bedingung | Grundlage |
|---|---|---|
| Neue eigene Wohnung | Du steckst den offenen Betrag zwischen zwei Jahren vor und fünf Jahren nach dem Jahr des Auszugs in eine andere selbst genutzte Wohnung. | § 92a Abs. 3 Satz 9 Nr. 1 |
| Geld in einen Riester-Vertrag | Du zahlst den offenen Betrag bis zum Ende des Jahres nach dem Auszug in einen zertifizierten Vertrag auf deinen Namen ein. | § 92a Abs. 3 Satz 9 Nr. 2 |
| Rückkehr | Du ziehst innerhalb von fünf Jahren nach dem Jahr des Auszugs wieder ein. | § 92a Abs. 3 Satz 9 Nr. 5 |
| Umzug für den Job | Auf Antrag bei der Zulagenstelle, wenn du zurückkommen willst und spätestens mit 67 wieder einziehst. Das gilt laut Zulagenstelle auch, wenn du deinen Ehepartner zu dessen neuer Stelle begleitest. Vermieten darfst du nur befristet. | § 92a Abs. 4 |
| Pflege oder Krankheit | Die Wohnung gehört weiter dir, steht dir zur Verfügung und niemand außer deinem Ehepartner wohnt darin. | § 92a Abs. 3 Satz 9 Nr. 4 |
| Trennung | Ein Gericht weist die Ehewohnung deinem Ehepartner zu. Geht bei der Scheidung dein Eigentumsanteil auf ihn über, wandert der passende Teil des Kontos mit. | § 92a Abs. 2a und 3 |
| Tod | Erbt dein Ehepartner deinen Anteil, übernimmt er das Konto, wenn ihr nicht dauernd getrennt gelebt und in der EU oder im EWR gewohnt habt. Sonst wird der Rest aufgelöst und in deiner letzten Steuererklärung versteuert. | § 92a Abs. 2a und 3 |
Die Absicht, neu zu kaufen, einzuzahlen oder zurückzukehren, gibst du schon mit der Meldung des Auszugs an (§ 92a Abs. 3 Sätze 10 und 12 EStG). Du kannst auch aufteilen: einen Teil in einen Riester-Vertrag einzahlen und den Rest später in eine neue Wohnung stecken (Rn. 287).
Für die neue Wohnung nimmst du kein Geld aus dem Konto, es ist ja fiktiv. Es reicht, wenn deine Kosten für Kauf oder Bau, gerechnet auf deinen Eigentumsanteil, mindestens so hoch sind wie der Kontostand. Sind sie niedriger, wird nur der Rest aufgelöst und versteuert (Rn. 287). Wie sich ein Umzug in eine neue Finanzierung auswirkt, rechnet der Baufinanzierungsrechner.
Reform: Was sich 2027 und 2028 ändert
Das Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156) löst die Riester-Rente ab. Der Bundestag hat es am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Wohn-Riester gibt es weiter, die Regeln ändern sich aber in zwei Stufen.
Ab 2027: neue Zulagen für neue Verträge
Ab dem 1. Januar 2027 werden keine Riester-Verträge alter Art mehr abgeschlossen. Neue Verträge bekommen 50 % Zulage auf die ersten 360 € Eigenbeitrag und 25 % auf den Teil bis 1.800 €, zusammen höchstens 540 €. Die Kinderzulage beträgt 100 % des Eigenbeitrags, höchstens 300 € je Kind, egal wann es geboren ist. Zulagen gibt es erst ab 120 € Eigenbeitrag im Jahr, als Sonderausgaben zählen bis zu 1.800 € plus Zulage (§§ 10a, 84 bis 86 EStG in der Fassung ab 2027).
Verträge, die bis Ende 2026 abgeschlossen sind, behalten die bisherige Förderung bis zur Auszahlung. Mit einer unwiderruflichen Erklärung beim Anbieter kannst du ins neue Recht wechseln. Schließt du ab 2027 einen neuen Vertrag ab, auch ein Riester-Darlehen, gilt das neue Recht für alle deine Verträge (§ 52 Abs. 50a EStG in der Fassung ab 2027). So verändert sich die Zulage bei gleichem Beitrag:
| Fall | Eigenbeitrag | Zulage bisher | Zulage neu |
|---|---|---|---|
| Familie, zwei Kinder, 45.000 € brutto | 1.025 € | 775 € | 946,25 € |
| Familie, zwei Kinder, 15.000 € brutto | 60 € | 775 € | 0 € |
| Familie, zwei Kinder, 15.000 € brutto | 300 € | 775 € | 750 € |
| Single, 30.000 € brutto | 1.025 € | 175 € | 346,25 € |
| Single, 60.000 € brutto | 1.925 € | 175 € | 540 € |
Bisher: volle Zulage ab dem Mindesteigenbeitrag, darunter gekürzt. Neu: Zulage im Verhältnis zum Beitrag, unabhängig vom Einkommen.
Für Familien mit kleinem Einkommen ist das alte Recht günstiger, dort reicht der Sockelbetrag von 60 € für die volle Zulage. Ein Wechsel ins neue Recht oder ein zusätzlicher neuer Vertrag beendet diesen Vorteil für alle Verträge. Bei mittlerem Einkommen steigt die Zulage. Neue Verträge müssen die Entnahme für eine Wohnung nicht mehr anbieten, Verträge zur Tilgungsförderung gibt es aber weiter.
Ab 2028: neues Wohnförderkonto
Für Wohnungen, für die du ab dem 1. Januar 2028 Riester-Geld entnimmst oder ein Riester-Darlehen bekommst, wächst das Wohnförderkonto nicht mehr um 2 % im Jahr. Versteuert wird es verteilt auf 5 Jahre ab dem Jahr nach Beginn der Auszahlung, die Einmalbesteuerung zu 70 % fällt weg. Nach diesen 5 Jahren spielt es keine Rolle mehr, ob du in der Wohnung bleibst. Überlässt du die Ehewohnung nach einer Trennungs- oder Scheidungsvereinbarung deinem Ehepartner, kostet das keine Steuer mehr. Auch die Entnahme wird einfacher, wenn dein Vertrag sie vorsieht: Bei einer Teilentnahme müssen keine 3.000 € mehr im Vertrag bleiben, und für einen barrierereduzierenden Umbau oder eine energetische Sanierung reichen ebenfalls 3.000 € statt 6.000 € oder 20.000 € (§ 92a Abs. 1 EStG in der Fassung ab 2028). Für eine Entnahme oder ein Darlehen vor 2028 bleibt alles wie bisher (§ 52 Abs. 51a EStG in der Fassung ab 2028).
| Konto der Beispielfamilie | Darlehen bis 2027 | Darlehen ab 2028 |
|---|---|---|
| Kontostand mit 67 | 64.928 € | 45.000 € |
| Jährlich zu versteuern | 3.607 € × 18 | 9.000 € × 5 |
| Steuer insgesamt | 16.470 € | 11.830 € |
Gleiche Einstellungen von 45.000 €, ledig, 20.000 € übriges zu versteuerndes Einkommen, Tarif 2026 ohne Soli.
Häufige Fragen
Kann ich mit Riester-Geld eine Sondertilgung machen?
Wer bekommt die Wohn-Riester-Förderung?
Wer bekommt die Kinderzulage, wenn nur einer von uns tilgt?
Gilt Wohn-Riester auch für eine Wohnung im Ausland?
Kann ich einen laufenden Kredit auf ein Riester-Darlehen umschulden?
Wo sehe ich den Stand meines Wohnförderkontos?
Bis wann muss ein Riester-Darlehen abbezahlt sein?
Kann ich das Wohnförderkonto vorher zurückzahlen?
Was passiert, wenn ich einen Teil der Wohnung vermiete oder als Büro nutze?
Was passiert, wenn ich das Haus meinen Kindern übertrage und wohnen bleibe?
Lohnt sich Wohn-Riester?
Quellen
- § 92a EStG: Verwendung für eine selbst genutzte Wohnung, Wohnförderkonto, Aufgabe der Selbstnutzung gesetze-im-internet.de
- § 92b EStG: Antrag bei der Zulagenstelle, Feststellung des Wohnförderkontos gesetze-im-internet.de
- § 22 EStG: Nr. 5: Besteuerung des Wohnförderkontos, Einmalbesteuerung zu 70 %, Nachversteuerung gesetze-im-internet.de
- § 10a EStG: Sonderausgabenabzug bis 2.100 € und Günstigerprüfung gesetze-im-internet.de
- § 82 EStG: Tilgungsleistungen als Altersvorsorgebeiträge gesetze-im-internet.de
- § 85 und § 86 EStG: Kinderzulage, Mindesteigenbeitrag und Sockelbetrag gesetze-im-internet.de
- § 89 EStG: Antrag auf Zulage, Vollmacht für den Anbieter gesetze-im-internet.de
- § 93 EStG: Schädliche Verwendung und Rückzahlung der Förderung gesetze-im-internet.de
- § 1 AltZertG: Abs. 1a: Riester-Darlehen, Bausparvertrag, Kombikredit, Tilgung bis 68 gesetze-im-internet.de
- BMF-Schreiben vom 5. Oktober 2023: Steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge: Rn. 32 bis 35 (Tilgung, Umschuldung), 169 bis 189 (Wohnförderkonto), 257 bis 289 (Verwendung, Selbstnutzung) bundesfinanzministerium.de
- Zentrale Zulagenstelle: So geht Wohn-Riester: Entnahme, Nachweise, Wohnförderkonto riester.deutsche-rentenversicherung.de
- Finanzverwaltung NRW: Besteuerung Wohnriester: Bescheid der Zulagenstelle, Datenübermittlung, Anlage R-AV/bAV finanzamt.nrw.de
- Finanzverwaltung NRW: Zusätzlicher Sonderausgabenabzug: Anlage AV, Höchstbetrag 2.160 € mit mittelbar berechtigtem Ehepartner finanzamt.nrw.de
- Altersvorsorgereformgesetz vom 26.05.2026: BGBl. 2026 I Nr. 156, Neuregelung ab 2027 und 2028 recht.bund.de
- Bundesfinanzministerium: Fragen und Antworten zur Reform: Bestandsschutz, Eigenheimrente im neuen Recht bundesfinanzministerium.de
Passende Rechner
- Altersvorsorgedepot Die neue Förderung ab 2027
- Riester-Zulage Zulagen und Mindesteigenbeitrag im Detail
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- Riester kündigen Was nach der Rückzahlung der Förderung bleibt