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KVdR-Rechner 2026

In die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) kommst du über die 9/10-Regelung: In der zweiten Hälfte der Zeit von deiner ersten Arbeit bis zum Rentenantrag musst du zu mindestens neun Zehnteln gesetzlich versichert gewesen sein. Für jedes Kind werden dir 3 Jahre dieser Vorversicherungszeit angerechnet. Von der gesetzlichen Rente gehen dann im Schnitt 8,75 % für die Krankenkasse und 3,6 % für die Pflegeversicherung ab, ohne Kinder 4,2 %. Auf eine Betriebsrente über 197,75 € zahlst du den vollen Kassenbeitrag von 17,5 %, aber nur für den Teil darüber, die Pflegeversicherung dagegen auf den ganzen Betrag. Bei 1.500 € Rente und 600 € Betriebsrente sind das zusammen 277,24 € im Monat.

Stand: So werden die Rechner geprüft

KVdR-Rechner

Kranken- und Pflegebeitrag im Monat

277,24 €

aus der Rente 185,25 € · aus der Betriebsrente 91,99 €

Die Rentenversicherung behält 185,25 € von deiner Rente ein, die Zahlstelle 91,99 € von der Betriebsrente. Auf dem Konto landen 1.314,75 € und 508,01 €.

Rente auf dem Konto
1.314,75 €
Betriebsrente netto
508,01 €
Zahlt die Rentenversicherung
131,25 €

So setzt sich der Beitrag zusammen

Gesetzliche Rente brutto
1.500,00 €
Krankenversicherung, dein halber Anteil (8,75 %)
− 131,25 €
Pflegeversicherung (3,6 %)
− 54,00 €
Rente auf dem Konto
1.314,75 €
Betriebsrente brutto
600,00 €
Krankenversicherung 17,5 % auf 402,25 €
− 70,39 €
Pflegeversicherung 3,6 % auf 600,00 €
− 21,60 €
Betriebsrente auf dem Konto
508,01 €

Die andere Hälfte des Kassenbeitrags auf die Rente, 131,25 €, zahlt die Rentenversicherung. Auf die Betriebsrente gibt es keinen solchen Anteil.

Zusatzbeitrag zählt · Jeder Prozentpunkt Zusatzbeitrag macht bei dir 11,52 € im Monat aus. Erhöht deine Kasse ihren Satz, darfst du auch vor Ablauf der zwölf Monate Bindung kündigen und in eine günstigere wechseln, und zwar bis zum Ende des Monats, für den die Erhöhung gilt.

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Auf dieser Seite
  1. Voraussetzungen und 9/10-Regelung
  2. Beitrag berechnen
  3. Beitragssatz 2026
  4. Was von der Rente bleibt
  5. Betriebsrente und Kapital
  6. Freiwillig versichert
  7. Privat versichert
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Voraussetzungen der KVdR: Vorversicherungszeit und 9/10-Regelung

Pflichtmitglied der KVdR wirst du, wenn du eine gesetzliche Rente beantragt hast, Anspruch darauf hast und die Vorversicherungszeit erfüllst (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Das gilt für Altersrenten ebenso wie für Erwerbsminderungs- und Witwenrenten. Für Waisenrenten gibt es seit 2017 eine eigene Versicherungspflicht ohne Vorversicherungszeit (§ 5 Abs. 1 Nr. 11b SGB V). Die Krankenkasse prüft in vier Schritten:

  1. RahmenfristSie beginnt mit deiner ersten Erwerbstätigkeit, auch einer Ausbildung oder einem Job im Ausland, und endet mit dem Tag des Rentenantrags. Wer nie gearbeitet hat, startet mit der Heirat oder dem 18. Geburtstag.
  2. Zweite HälfteGeprüft wird nur die zweite Hälfte dieser Zeit. Mindestens neun Zehntel davon musst du gesetzlich versichert gewesen sein.
  3. Was zähltPflichtversicherung, freiwillige Mitgliedschaft und Familienversicherung in einer gesetzlichen Kasse. Freiwillige Jahre, etwa mit einem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze, zählen voll. Bis Ende 1988 zählt auch die Ehe mit einem gesetzlich versicherten Partner, wenn du selbst höchstens geringfügig gearbeitet hast (§ 5 Abs. 2 SGB V). Zeiten in der Sozialversicherung der DDR bis Ende 1990 gelten wie Pflichtversicherung. Jahre in einer privaten Krankenversicherung zählen nicht.
  4. KinderFür jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind kommen 3 Jahre dazu, bei Mutter und Vater, egal wer das Kind betreut hat (§ 5 Abs. 2 Satz 3 SGB V). Das Kind muss spätestens am Tag des Rentenantrags geboren sein oder bis dahin als Adoptiv-, Stief- oder Pflegekind gelten. Nicht angerechnet werden Adoptiv- und Stiefkinder, die bei der Adoption oder Heirat schon zu alt für die Familienversicherung waren, und Stiefkinder, die nicht vorher in deinen Haushalt aufgenommen wurden (Satz 4).

Nötige Zeit in der zweiten Hälfte = (Rentenantrag − erste Arbeit) ÷ 2 × 0,9 − 3 Jahre je Kind

Rechenbeispiel Erste Arbeit 1978, Rentenantrag 2026, 2 Kinder

In der zweiten Hälfte 7 Jahre privat versichert, etwa während einer Selbstständigkeit.

Rahmenfrist 1978 bis 2026
48 Jahre
Zweite Hälfte ab 2002
24 Jahre
davon neun Zehntel
21,6 Jahre
− angerechnet für 2 Kinder
6 Jahre
= nötige gesetzliche Versicherung
15,6 Jahre
tatsächlich gesetzlich versichert
17 Jahre
9/10-Regel
erfüllt

Ohne die Kinder hätten 4,6 Jahre gefehlt, dann bliebe nur die freiwillige Versicherung.

Ohne Kinder darfst du also nur ein Zehntel der zweiten Hälfte außerhalb der gesetzlichen Versicherung verbracht haben, jedes Kind erlaubt 3 Jahre mehr. Deine eigenen Jahre spielst du oben im Rechner unter „9/10-Regel prüfen“ durch. Auf den Tag genau rechnet deine Krankenkasse: Sie halbiert die Rahmenfrist in Jahren, Monaten und Tagen und zählt ab diesem Mittelpunkt. Reicht die Zeit nicht, führt sie dich als freiwilliges Mitglied weiter. Was das kostet, steht weiter unten.

Tabelle: so lange darfst du ohne gesetzliche Kasse sein

Die erlaubte Lücke hängt nur von der Länge der Rahmenfrist und der Zahl deiner Kinder ab. Liegen zwischen erster Arbeit und Rentenantrag 45 Jahre, umfasst die zweite Hälfte 22,5 Jahre. Ohne Kinder musst du davon 20,25 Jahre gesetzlich versichert gewesen sein.

Rahmenfristohne Kinder1 Kind2 Kinder3 Kinder
40 Jahrezweite Hälfte 20 Jahre25811
45 Jahrezweite Hälfte 22,5 Jahre2,255,258,2511,25
50 Jahrezweite Hälfte 25 Jahre2,55,58,511,5

Jahre, die du in der zweiten Hälfte höchstens ohne gesetzliche Krankenversicherung gewesen sein darfst, etwa als Privatversicherter. Gerechnet mit dem Rechenkern des Rechners oben.

Der Gesetzestext: § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V

Versicherungspflichtig sind danach Personen, „die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllen und diese Rente beantragt haben, wenn sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied oder nach § 10 versichert waren“. Mitglied bist du als Pflicht- oder freiwillig Versicherter, § 10 ist die Familienversicherung. Dass freiwillige Jahre zählen, gilt seit dem 1. April 2002: Das Bundesverfassungsgericht hatte die Fassung von 1993, nach der nur Pflichtversicherung zählte, für unvereinbar mit dem Gleichheitssatz erklärt (Beschluss vom 15. März 2000, 1 BvL 16/96).

Die Ergänzungen stehen in § 5 Abs. 2: Satz 1 stellt bis Ende 1988 die Ehe mit einem Mitglied gleich, Satz 2 lässt bei Hinterbliebenenrenten die Vorversicherungszeit des Verstorbenen genügen, Satz 3 bringt die drei Jahre je Kind, Satz 4 die Ausnahmen für spät adoptierte Kinder und Stiefkinder. Bist du anderweitig pflichtversichert, etwa über einen Job, geht diese Versicherung vor (§ 5 Abs. 8 SGB V).

KVdR-Beitrag 2026: so viel geht von Rente und Betriebsrente ab

Auf die gesetzliche Rente zahlst du den halben Kassenbeitrag, die andere Hälfte übernimmt die Rentenversicherung (§ 249a SGB V). Geteilt werden der allgemeine Satz von 14,6 % und der Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Schnitt 2,9 %. Den Pflegebeitrag trägst du allein (§ 59 Abs. 1 SGB XI). Auf die Betriebsrente zahlst du beides voll, dort beteiligt sich niemand (§ 250 Abs. 1 SGB V).

Abzug von der Rente = Rente × (7,3 % + halber Zusatzbeitrag + 3,6 %)
Abzug von der Betriebsrente = (Betriebsrente − 197,75 €) × (14,6 % + Zusatzbeitrag) + Betriebsrente × 3,6 %

Mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag sind das 12,35 % der Rente, ohne Kinder 12,95 %. Die Rentenversicherung behält den Betrag gleich ein (§ 255 SGB V), bei der Betriebsrente macht das die Zahlstelle, also Versicherer, Pensionskasse oder früherer Arbeitgeber (§ 256 SGB V).

Für Betriebsrenten gibt es zwei Grenzen in derselben Höhe von 197,75 €, einem Zwanzigstel der Bezugsgröße (§ 226 Abs. 2 SGB V). Bis dahin fällt nichts an. Liegt die Betriebsrente darüber, zahlst du Krankenversicherung nur auf den Teil über 197,75 €, Pflegeversicherung aber auf den ganzen Betrag. Knapp über der Grenze merkst du das: Bei 200 € Betriebsrente sind es 0,39 € für die Krankenkasse, aber 7,20 € für die Pflege.

Beiträge gibt es höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat, zuerst aus der Rente, dann aus der Betriebsrente (§ 238 SGB V). Mieten, Zinsen und private Renten, auch Riester und Rürup, bleiben in der KVdR beitragsfrei (§ 237 SGB V).

Günstigere Krankenkasse: was ein niedrigerer Zusatzbeitrag bringt

Den Zusatzbeitrag legt jede Kasse selbst fest, 2,9 % ist nur der Durchschnitt. Jeder halbe Prozentpunkt weniger spart bei 1.500 € Rente und 600 € Betriebsrente 5,76 € im Monat, 69 € im Jahr: Auf die Rente zahlst du den halben Zusatzbeitrag, auf die Betriebsrente den ganzen. Wechseln kannst du nach zwölf Monaten in deiner Kasse, wirksam zum Ende des übernächsten Monats. Erhöht die Kasse ihren Zusatzbeitrag, darfst du bis zum Ende des Monats kündigen, für den der höhere Satz erstmals gilt (§ 175 Abs. 4 SGB V). Die KVdR bleibt dabei bestehen, die neue Kasse meldet den Wechsel der Rentenversicherung (§ 201 Abs. 2 SGB V).

Ändert deine Kasse den Zusatzbeitrag, gilt der neue Satz für Rente und Betriebsrente erst ab dem übernächsten Monat (§ 247 und § 248 SGB V). Eine Erhöhung zum 1. Januar siehst du also im März auf dem Konto.

KVdR in Excel nachrechnen

Für die 9/10-Regelung und den Beitrag reichen ein paar Zellen. Die Formeln nutzen die Werte 2026, als Beispiel das 9/10-Beispiel oben und die Startwerte des Rechners:

ZelleErgebnisInhalt
B11978Jahr der ersten Arbeit
B22026Jahr des Rentenantrags
B32Zahl der Kinder
B415,6 Jahre=MAX(0;(B2-B1)/2*0,9-3*B3)
B58,4 Jahre=(B2-B1)/2-B4
B71.500 €Rente brutto im Monat
B8600 €Betriebsrente brutto im Monat
B92,9Zusatzbeitrag deiner Kasse in Prozent
B10131,25 €=B7*(14,6+B9)/200
B1154,00 €=B7*0,036
B1270,39 €=WENN(B8>197,75;(B8-197,75)*(14,6+B9)/100;0)
B1321,60 €=WENN(B8>197,75;B8*0,036;0)
B14277,24 €=SUMME(B10:B13)

B4 sind die Jahre, die du in der zweiten Hälfte gesetzlich versichert sein musst, B5 die erlaubte Lücke. B10 bis B13: Kranken- und Pflegebeitrag auf Rente und Betriebsrente, B14 zusammen. Ohne Kinder setzt du in B11 und B13 0,042 statt 0,036 ein. Die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € ist nicht eingebaut.

KVdR-Beitragssatz 2026 und Grenzen

Wert2026Grundlage
Allgemeiner Beitragssatz, dein Anteil auf die Rente14,6 % / 7,3 %§§ 241, 249a SGB V
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag, dein Anteil auf die Rente2,9 % / 1,45 %§ 242a SGB V
Krankenversicherung auf Betriebsrenten, mit Durchschnitt17,5 %§§ 248, 250 SGB V
Pflegeversicherung, ohne Kinder ab 23 (nicht für vor 1940 Geborene)3,6 % / 4,2 %§§ 55, 59 SGB XI, PBAV 2025
Weniger Pflegebeitrag je Kind unter 25, ab dem zweiten bis zum fünften0,25 Punkte§ 55 Abs. 3 SGB XI
Freigrenze für Versorgungsbezüge, zugleich Freibetrag für Betriebsrenten197,75 €§ 226 Abs. 2 SGB V
Beitragsbemessungsgrenze im Monat5.812,50 €Rechengrößen 2026
Mindesteinnahmen freiwillig Versicherter im Monat1.318,33 €§ 240 Abs. 4 SGB V
Angerechnete Zeit je Kind für die 9/10-Regel3 Jahre§ 5 Abs. 2 SGB V
Familienversicherung bis Gesamteinkommen im Monat565 €§ 10 SGB V

Bezugsgröße 2026: 3.955 € im Monat. Freigrenze und Freibetrag sind ein Zwanzigstel davon, die Mindesteinnahmen ein Drittel. Den Zusatzbeitrag legt jede Kasse selbst fest.

Was von der Rente bleibt

Gesetzliche Rente ohne Betriebsrente, Pflichtversicherung in der KVdR, Zusatzbeitrag 2,9 %. Wie hoch deine Rente selbst wird, rechnet der Rentenrechner.

Rente bruttoKrankenversicherungPflegeversicherungAuf dem KontoKinderlos
800 €70,00 €28,80 €701,20 €696,40 €
1.000 €87,50 €36,00 €876,50 €870,50 €
1.200 €105,00 €43,20 €1.051,80 €1.044,60 €
1.500 €131,25 €54,00 €1.314,75 €1.305,75 €
1.800 €157,50 €64,80 €1.577,70 €1.566,90 €
2.100 €183,75 €75,60 €1.840,65 €1.828,05 €
2.500 €218,75 €90,00 €2.191,25 €2.176,25 €
3.000 €262,50 €108,00 €2.629,50 €2.611,50 €

Monatsbeträge vor Einkommensteuer. Die Rentenversicherung zahlt denselben Krankenkassenbeitrag noch einmal dazu. Kinderlose zahlen ab 23 einen Zuschlag von 0,6 Punkten zur Pflegeversicherung.

Rechenbeispiel 1.500 € Rente und 600 € Betriebsrente

Die Startwerte des Rechners oben, mit Kindern und durchschnittlichem Zusatzbeitrag.

Gesetzliche Rente brutto
1.500,00 €
− Krankenversicherung 8,75 %
131,25 €
− Pflegeversicherung 3,6 %
54,00 €
= Rente auf dem Konto
1.314,75 €
Betriebsrente brutto
600,00 €
− Krankenversicherung 17,5 % auf 402,25 €
70,39 €
− Pflegeversicherung 3,6 % auf 600,00 €
21,60 €
= Betriebsrente auf dem Konto
508,01 €
Deine Beiträge im Monat zusammen
277,24 €

Die Rentenversicherung zahlt zusätzlich 131,25 € an deine Kasse. Einen solchen Anteil gibt es auf die Betriebsrente nicht.

Betriebsrente, Direktversicherung und Kapitalauszahlung

Als Betriebsrente zählen Renten aus Direktzusage, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und aus der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst, etwa der VBL (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V). Hast du mehrere, rechnet die Kasse mit der Summe und zieht den Freibetrag einmal ab.

Kranken- und Pflegebeitrag auf eine Betriebsrente bis 800 € Bis 197,75 € fallen keine Beiträge an. Direkt darüber sind in der Pflegeversicherung sofort 7,12 € fällig, in der Krankenversicherung fast nichts, weil nur der Teil über der Grenze zählt. Bei 800 € Betriebsrente sind es 105,39 € Krankenversicherung und 28,80 € Pflegeversicherung. 0 €40 €80 €120 € 0 €200 €400 €600 €800 € Grenze 197,75 €
Krankenversicherung mit Freibetrag Pflegeversicherung mit Freigrenze waagerecht: Betriebsrente im Monat, senkrecht: Beitrag im Monat
BetriebsrenteBeitragspflichtig in der KVKrankenversicherungPflegeversicherungBleibt
150 €0,00 €0,00 €0,00 €150,00 €
197,75 €genau die Grenze0,00 €0,00 €0,00 €197,75 €
200 €2,25 €0,39 €7,20 €192,41 €
300 €102,25 €17,89 €10,80 €271,31 €
500 €302,25 €52,89 €18,00 €429,11 €
1.000 €802,25 €140,39 €36,00 €823,61 €

Pflichtversichert in der KVdR, mit Kindern, Zusatzbeitrag 2,9 %. Freiwillig Versicherte zahlen ab dem ersten Euro.

Den Freibetrag gibt es seit 2020 (GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz vom 21. Dezember 2019). Vorher galt auch in der Krankenversicherung nur die Freigrenze: Lag die Betriebsrente knapp darüber, war sie ganz beitragspflichtig. In der Pflegeversicherung ist das bis heute so.

Beitragsfrei bleiben betriebliche Riester-Renten und der Teil einer Direktversicherung oder Pensionskasse, den du nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses als alleiniger Versicherungsnehmer selbst bezahlt hast (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V).

Wird eine Direktversicherung oder Pensionskasse auf einmal ausgezahlt, gilt ein Hundertzwanzigstel davon 10 Jahre lang als monatliche Betriebsrente (§ 229 Abs. 1 Satz 3 SGB V). Beiträge fallen also auch dann an, nur verteilt.

Rechenbeispiel Direktversicherung: 60.000 € auf einmal
Kapitalauszahlung
60.000 €
÷ 120 Monate = Betriebsrente je Monat
500,00 €
Krankenversicherung 17,5 % auf 302,25 €
52,89 €
Pflegeversicherung 3,6 % auf 500,00 €
18,00 €
Beitrag im Monat, 10 Jahre lang
70,89 €

Mit den Werten von 2026 sind das über die ganze Zeit rund 8.507 €. Die Rentenversicherung beteiligt sich daran nicht.

Pensionen aus einem Beamtenverhältnis und Renten aus berufsständischen Versorgungswerken sind ebenfalls Versorgungsbezüge. Für sie gilt nur die Freigrenze von 197,75 €, einen Freibetrag gibt es nicht. Gewinn aus selbstständiger Arbeit neben der Rente ist genauso beitragspflichtig, ebenfalls ohne Freibetrag.

Freiwillig versichert: Beiträge auf alle Einnahmen

Schaffst du die 9/10-Regel nicht, führt deine Kasse dich als freiwilliges Mitglied weiter (§ 188 Abs. 4 SGB V). Den Austritt kannst du innerhalb von zwei Wochen nach ihrem Hinweis erklären, später die Mitgliedschaft zum Ende des übernächsten Monats kündigen (§ 175 Abs. 4 SGB V). Beides wirkt nur mit Nachweis einer anderen Absicherung, etwa einer privaten Krankenversicherung. Für den Beitrag zählt alles, wovon du lebst (§ 240 SGB V):

  • Rente und Betriebsrente mit 14,6 % plus Zusatzbeitrag. Einen Freibetrag gibt es nicht, das hat das Bundessozialgericht am 5. November 2024 bestätigt (B 12 KR 9/23 R).
  • Mieten, Zinsen und private Renten mit dem ermäßigten Satz von 14 % plus Zusatzbeitrag.
  • Mindestens 1.318,33 € im Monat, auch wenn du weniger hast, höchstens 5.812,50 €. Pflegeversicherung fällt auf alles an.
Einnahmen im MonatIn der KVdRFreiwillig, nach ZuschussMehr
1.500 € Rente, 600 € Betriebsrente, 500 € Mieteinkünfte277,24 €414,35 €137,11 €
800 € Rente, sonst nichts98,80 €205,06 €106,26 €

Kranken- und Pflegebeitrag im Monat, mit Kindern, Zusatzbeitrag 2,9 %. Gerechnet mit dem Rechner oben.

Kleine Renten trifft das besonders: Bei 800 € Rente wird so gerechnet, als hättest du 1.318,33 €. An die Kasse gehen 275,06 € im Monat, die Rentenversicherung zahlt dir 70,00 € Zuschuss.

Zuschuss gleich mitbeantragen

Die Beiträge überweist du als freiwilliges Mitglied selbst. Den Zuschuss der Rentenversicherung, die Hälfte des Kassenbeitrags auf die Rente, gibt es nur auf Antrag (§ 106 SGB VI). Kreuz ihn am besten schon im Rentenantrag an. Stellst du ihn zu einer Rente aus eigener Versicherung nicht innerhalb von drei Kalendermonaten nach dem Monat des Rentenbeginns, zahlt die Rentenversicherung erst ab dem Monat des Antrags. Zu einer Witwen- oder Witwerrente gibt es ihn höchstens für zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat.

Privat versichert als Rentner: Befreiung, Zuschuss und Rückkehr ab 55

Erfüllst du die 9/10-Regelung, kannst du dich trotzdem von der KVdR befreien lassen und privat versichert bleiben. Den Antrag stellst du innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Kasse, die zuständig wäre (§ 8 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2 SGB V). Die Frist läuft schon ab dem Rentenantrag. Du musst eine andere Absicherung nachweisen, und die Befreiung lässt sich nicht widerrufen, sie gilt für die ganze Rentenzeit.

Als Privatversicherter bekommst du von der Rentenversicherung auf Antrag einen Zuschuss in Höhe von 8,75 % der Rente, höchstens aber die Hälfte deines tatsächlichen Beitrags zur Krankenversicherung (§ 106 Abs. 3 SGB VI). Bei 1.500 € Rente sind das bis zu 131,25 € im Monat. Der Zuschuss gilt nur für die Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung zahlt die Rentenversicherung nichts.

Zurück in die gesetzliche Kasse kommst du im Alter selten. Für die KVdR fehlen nach langen privaten Jahren meist die neun Zehntel: Wer 1979 zu arbeiten beginnt, 2026 die Rente beantragt und in der zweiten Hälfte, also ab Mitte 2002, 10,5 Jahre privat versichert war, kommt dort nur auf 13 Jahre gesetzliche Versicherung. Nötig wären 21,15 Jahre, mit zwei Kindern 15,15 Jahre. Erst mit drei Kindern würde es reichen.

Auch ein Job kurz vor der Rente hilft oft nicht: Wer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig wird, bleibt versicherungsfrei, wenn er in den 5 Jahren davor nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Für die Hälfte zählt es auch, wenn du mit jemandem verheiratet bist, der versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war (Satz 4). Was die private Versicherung im Alter kostet, rechnet der Rechner zur PKV ab 55.

Häufige Fragen

Muss ich die KVdR selbst beantragen?
Nein. Mit dem Rentenantrag gibst du die Meldung zur Krankenversicherung der Rentner ab (Vordruck R0810, § 201 Abs. 1 SGB V), darin trägst du auch deine Kinder ein. Die Rentenversicherung leitet sie an deine Kasse weiter, und allein die Kasse entscheidet über die Pflichtmitgliedschaft. Erfüllst du die Voraussetzungen und bist nicht anderweitig pflichtversichert, etwa durch einen Job, bist du ab dem Tag des Rentenantrags in der KVdR, bis zum Rentenbescheid als Rentenantragsteller. Im selben Vordruck beantragen freiwillig und privat Versicherte den Zuschuss der Rentenversicherung.
Ich habe nur eine kleine Rente. Bleibe ich familienversichert?
Nur wenn du die 9/10-Regel nicht erfüllst. Erfüllst du sie, geht die KVdR vor, und du zahlst auch auf eine kleine Rente Beiträge. Eine Befreiung zugunsten der Familienversicherung gibt es nicht. Ohne KVdR bleibt die Familienversicherung über deinen Partner bestehen, solange dein Gesamteinkommen höchstens 565 € im Monat beträgt. Der Teil der Rente, der auf Kindererziehungszeiten beruht, zählt dabei nicht mit.
Was gilt bei einer Witwen- oder Witwerrente?
Die Vorversicherungszeit kannst du selbst erfüllen oder dein verstorbener Partner (§ 5 Abs. 2 Satz 2 SGB V). War er in der KVdR, oder nur deshalb nicht, weil er anderweitig gesetzlich pflichtversichert war, etwa durch seinen Job, gilt sie für dich als erfüllt. Bist du schon mit einer eigenen Rente in der KVdR, gilt das für jede weitere Rente ebenso. Beiträge zahlst du dann auf alle Renten, zusammen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Wie viel Witwenrente nach der Einkommensanrechnung bleibt, zeigt der Witwenrenten-Rechner.
Ich bin schon in Rente und freiwillig versichert. Kann ich noch in die KVdR wechseln?
Unter Umständen ja. Bei Neurentnern prüft die Krankenkasse die Vorversicherungszeit von selbst, bei Bestandsrentnern nicht. Glaubst du, die neun Zehntel zu erfüllen, etwa mit den drei Jahren je Kind, bitte deine Krankenkasse ausdrücklich um eine Prüfung. Bist du privat versichert, wendest du dich an deine letzte gesetzliche Kasse. So empfiehlt es die Deutsche Rentenversicherung in ihrer Meldung vom 21. Februar 2022.
Was zahle ich, wenn ich neben der Rente arbeite?
Arbeitest du als Arbeitnehmer mehr als in einem Minijob, bist du über den Job pflichtversichert, die KVdR tritt dahinter zurück (§ 5 Abs. 8 SGB V). Beiträge fallen dann auf Lohn und Rente an, auf die Rente weiter mit dem halben Satz. Beziehst du eine Vollrente wegen Alters, hast du keinen Anspruch auf Krankengeld (§ 50 Abs. 1 SGB V). Für den Lohn gilt deshalb der ermäßigte Satz von 14 % plus Zusatzbeitrag, den du dir mit dem Arbeitgeber teilst (§ 243 SGB V). Gewinn aus selbstständiger Arbeit ist in der KVdR ebenfalls beitragspflichtig (§ 237 SGB V).
Zahle ich mit Kindern unter 25 weniger Pflegebeitrag?
Ja. Ab dem zweiten Kind sinkt dein Satz für jedes Kind unter 25 um 0,25 Punkte, höchstens bis zum fünften Kind (§ 55 Abs. 3 SGB XI). Bei Rentnern kommt das selten vor, etwa bei einer Erwerbsminderungsrente. Die Kinder musst du der Stelle nachweisen, die den Beitrag abführt, bei der Rente also der Rentenversicherung, sofern sie ihr nicht schon bekannt sind (§ 55 Abs. 3a SGB XI). Der Rechner oben rechnet ohne diesen Abschlag.
Wird auf eine Rente aus dem Ausland auch Beitrag fällig?
Ja, wenn sie einer deutschen gesetzlichen Rente vergleichbar ist (§ 228 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Darauf gilt der halbe allgemeine Beitragssatz plus der halbe Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Schnitt also 8,75 %. Weil sich der ausländische Rententräger nicht beteiligt, trägst du das allein und überweist es selbst an deine Kasse (§ 247 Satz 2, § 249a Satz 3 SGB V). Pflegeversicherung kommt dazu (§ 57 Abs. 1 SGB XI).
Kann ich die Beiträge von der Steuer absetzen?
Ja. Deine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG). Weil du als Rentner keinen Anspruch auf Krankengeld hast, zählt der Krankenkassenbeitrag ohne die Kürzung um 4 %, die bei Arbeitnehmern gilt. Wie viel Steuer auf deine Rente fällt, rechnet der Rentenbesteuerungs-Rechner.

Quellen

  1. § 5 SGB V: Versicherungspflicht der Rentner, 9/10-Regel, drei Jahre je Kind gesetze-im-internet.de
  2. § 226 SGB V: Freigrenze und Freibetrag für Versorgungsbezüge gesetze-im-internet.de
  3. § 229 SGB V: Betriebsrenten, Kapitalauszahlung auf 120 Monate verteilt gesetze-im-internet.de
  4. § 249a SGB V: Rentenversicherung trägt die Hälfte des Beitrags auf die Rente gesetze-im-internet.de
  5. §§ 228, 247 SGB V: Beitragssatz auf die Rente, ausländische Renten, Zeitpunkt neuer Zusatzbeiträge gesetze-im-internet.de
  6. § 240 SGB V: Beiträge freiwilliger Mitglieder, Mindesteinnahmen gesetze-im-internet.de
  7. § 188 SGB V: Freiwillige Mitgliedschaft im Anschluss, Austritt (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  8. § 175 SGB V: Kassenwechsel und Kündigung der Mitgliedschaft (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
  9. § 8 SGB V: Befreiung von der Versicherungspflicht als Rentner gesetze-im-internet.de
  10. § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit ab 55 (Abs. 3a) gesetze-im-internet.de
  11. § 55 SGB XI: Pflegebeitrag, Zuschlag für Kinderlose, Abschläge für Kinder unter 25 gesetze-im-internet.de
  12. Pflegeversicherungs-Beitragssatzanpassungsverordnung 2025 (PBAV 2025): Pflegebeitrag 3,6 % seit 1. Januar 2025 gesetze-im-internet.de
  13. § 57 SGB XI: Pflegeversicherung: Freigrenze ohne Freibetrag gesetze-im-internet.de
  14. § 106 SGB VI: Zuschuss zur Krankenversicherung gesetze-im-internet.de
  15. Deutsche Rentenversicherung: Merkblatt zur KVdR und Pflegeversicherung (R0815): Werte 2026, Befreiung, Zuschuss, Witwenrente deutsche-rentenversicherung.de
  16. Deutsche Rentenversicherung: Studientext Krankenversicherung der Rentner: 29. Auflage, Rechtsstand 1.1.2026, Rahmenfrist und Kinderjahre deutsche-rentenversicherung.de
  17. Deutsche Rentenversicherung: Wie von der freiwilligen KVdR in die Pflichtversicherung wechseln: Meldung vom 21.02.2022, Prüfung für Bestandsrentner deutsche-rentenversicherung.de
  18. BVerfG, Beschluss vom 15.03.2000, 1 BvL 16/96: freiwillige Mitgliedschaft zählt für die Vorversicherungszeit, ab 1. April 2002 bundesverfassungsgericht.de
  19. BSG, Urteil vom 05.11.2024, B 12 KR 9/23 R: kein Freibetrag für freiwillig versicherte Betriebsrentner bsg.bund.de
  20. Bundesgesundheitsministerium: Finanzierung der Pflegeversicherung: Beitragssatz, Zuschlag für Kinderlose bundesgesundheitsministerium.de

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