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Voraussetzungen der KVdR: Vorversicherungszeit und 9/10-Regelung
Pflichtmitglied der KVdR wirst du, wenn du eine gesetzliche Rente beantragt hast, Anspruch darauf hast und die Vorversicherungszeit erfüllst (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Das gilt für Altersrenten ebenso wie für Erwerbsminderungs- und Witwenrenten. Für Waisenrenten gibt es seit 2017 eine eigene Versicherungspflicht ohne Vorversicherungszeit (§ 5 Abs. 1 Nr. 11b SGB V). Die Krankenkasse prüft in vier Schritten:
- RahmenfristSie beginnt mit deiner ersten Erwerbstätigkeit, auch einer Ausbildung oder einem Job im Ausland, und endet mit dem Tag des Rentenantrags. Wer nie gearbeitet hat, startet mit der Heirat oder dem 18. Geburtstag.
- Zweite HälfteGeprüft wird nur die zweite Hälfte dieser Zeit. Mindestens neun Zehntel davon musst du gesetzlich versichert gewesen sein.
- Was zähltPflichtversicherung, freiwillige Mitgliedschaft und Familienversicherung in einer gesetzlichen Kasse. Freiwillige Jahre, etwa mit einem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze, zählen voll. Bis Ende 1988 zählt auch die Ehe mit einem gesetzlich versicherten Partner, wenn du selbst höchstens geringfügig gearbeitet hast (§ 5 Abs. 2 SGB V). Zeiten in der Sozialversicherung der DDR bis Ende 1990 gelten wie Pflichtversicherung. Jahre in einer privaten Krankenversicherung zählen nicht.
- KinderFür jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind kommen 3 Jahre dazu, bei Mutter und Vater, egal wer das Kind betreut hat (§ 5 Abs. 2 Satz 3 SGB V). Das Kind muss spätestens am Tag des Rentenantrags geboren sein oder bis dahin als Adoptiv-, Stief- oder Pflegekind gelten. Nicht angerechnet werden Adoptiv- und Stiefkinder, die bei der Adoption oder Heirat schon zu alt für die Familienversicherung waren, und Stiefkinder, die nicht vorher in deinen Haushalt aufgenommen wurden (Satz 4).
Nötige Zeit in der zweiten Hälfte = (Rentenantrag − erste Arbeit) ÷ 2 × 0,9 − 3 Jahre je Kind
In der zweiten Hälfte 7 Jahre privat versichert, etwa während einer Selbstständigkeit.
- Rahmenfrist 1978 bis 2026
- 48 Jahre
- Zweite Hälfte ab 2002
- 24 Jahre
- davon neun Zehntel
- 21,6 Jahre
- − angerechnet für 2 Kinder
- 6 Jahre
- = nötige gesetzliche Versicherung
- 15,6 Jahre
- tatsächlich gesetzlich versichert
- 17 Jahre
- 9/10-Regel
- erfüllt
Ohne die Kinder hätten 4,6 Jahre gefehlt, dann bliebe nur die freiwillige Versicherung.
Ohne Kinder darfst du also nur ein Zehntel der zweiten Hälfte außerhalb der gesetzlichen Versicherung verbracht haben, jedes Kind erlaubt 3 Jahre mehr. Deine eigenen Jahre spielst du oben im Rechner unter „9/10-Regel prüfen“ durch. Auf den Tag genau rechnet deine Krankenkasse: Sie halbiert die Rahmenfrist in Jahren, Monaten und Tagen und zählt ab diesem Mittelpunkt. Reicht die Zeit nicht, führt sie dich als freiwilliges Mitglied weiter. Was das kostet, steht weiter unten.
Tabelle: so lange darfst du ohne gesetzliche Kasse sein
Die erlaubte Lücke hängt nur von der Länge der Rahmenfrist und der Zahl deiner Kinder ab. Liegen zwischen erster Arbeit und Rentenantrag 45 Jahre, umfasst die zweite Hälfte 22,5 Jahre. Ohne Kinder musst du davon 20,25 Jahre gesetzlich versichert gewesen sein.
| Rahmenfrist | ohne Kinder | 1 Kind | 2 Kinder | 3 Kinder |
|---|---|---|---|---|
| 40 Jahrezweite Hälfte 20 Jahre | 2 | 5 | 8 | 11 |
| 45 Jahrezweite Hälfte 22,5 Jahre | 2,25 | 5,25 | 8,25 | 11,25 |
| 50 Jahrezweite Hälfte 25 Jahre | 2,5 | 5,5 | 8,5 | 11,5 |
Jahre, die du in der zweiten Hälfte höchstens ohne gesetzliche Krankenversicherung gewesen sein darfst, etwa als Privatversicherter. Gerechnet mit dem Rechenkern des Rechners oben.
Der Gesetzestext: § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V
Versicherungspflichtig sind danach Personen, „die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllen und diese Rente beantragt haben, wenn sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied oder nach § 10 versichert waren“. Mitglied bist du als Pflicht- oder freiwillig Versicherter, § 10 ist die Familienversicherung. Dass freiwillige Jahre zählen, gilt seit dem 1. April 2002: Das Bundesverfassungsgericht hatte die Fassung von 1993, nach der nur Pflichtversicherung zählte, für unvereinbar mit dem Gleichheitssatz erklärt (Beschluss vom 15. März 2000, 1 BvL 16/96).
Die Ergänzungen stehen in § 5 Abs. 2: Satz 1 stellt bis Ende 1988 die Ehe mit einem Mitglied gleich, Satz 2 lässt bei Hinterbliebenenrenten die Vorversicherungszeit des Verstorbenen genügen, Satz 3 bringt die drei Jahre je Kind, Satz 4 die Ausnahmen für spät adoptierte Kinder und Stiefkinder. Bist du anderweitig pflichtversichert, etwa über einen Job, geht diese Versicherung vor (§ 5 Abs. 8 SGB V).
KVdR-Beitrag 2026: so viel geht von Rente und Betriebsrente ab
Auf die gesetzliche Rente zahlst du den halben Kassenbeitrag, die andere Hälfte übernimmt die Rentenversicherung (§ 249a SGB V). Geteilt werden der allgemeine Satz von 14,6 % und der Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Schnitt 2,9 %. Den Pflegebeitrag trägst du allein (§ 59 Abs. 1 SGB XI). Auf die Betriebsrente zahlst du beides voll, dort beteiligt sich niemand (§ 250 Abs. 1 SGB V).
Abzug von der Rente = Rente × (7,3 % + halber Zusatzbeitrag + 3,6 %)
Abzug von der Betriebsrente = (Betriebsrente − 197,75 €) × (14,6 % + Zusatzbeitrag) + Betriebsrente × 3,6 %
Mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag sind das 12,35 % der Rente, ohne Kinder 12,95 %. Die Rentenversicherung behält den Betrag gleich ein (§ 255 SGB V), bei der Betriebsrente macht das die Zahlstelle, also Versicherer, Pensionskasse oder früherer Arbeitgeber (§ 256 SGB V).
Für Betriebsrenten gibt es zwei Grenzen in derselben Höhe von 197,75 €, einem Zwanzigstel der Bezugsgröße (§ 226 Abs. 2 SGB V). Bis dahin fällt nichts an. Liegt die Betriebsrente darüber, zahlst du Krankenversicherung nur auf den Teil über 197,75 €, Pflegeversicherung aber auf den ganzen Betrag. Knapp über der Grenze merkst du das: Bei 200 € Betriebsrente sind es 0,39 € für die Krankenkasse, aber 7,20 € für die Pflege.
Beiträge gibt es höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat, zuerst aus der Rente, dann aus der Betriebsrente (§ 238 SGB V). Mieten, Zinsen und private Renten, auch Riester und Rürup, bleiben in der KVdR beitragsfrei (§ 237 SGB V).
Günstigere Krankenkasse: was ein niedrigerer Zusatzbeitrag bringt
Den Zusatzbeitrag legt jede Kasse selbst fest, 2,9 % ist nur der Durchschnitt. Jeder halbe Prozentpunkt weniger spart bei 1.500 € Rente und 600 € Betriebsrente 5,76 € im Monat, 69 € im Jahr: Auf die Rente zahlst du den halben Zusatzbeitrag, auf die Betriebsrente den ganzen. Wechseln kannst du nach zwölf Monaten in deiner Kasse, wirksam zum Ende des übernächsten Monats. Erhöht die Kasse ihren Zusatzbeitrag, darfst du bis zum Ende des Monats kündigen, für den der höhere Satz erstmals gilt (§ 175 Abs. 4 SGB V). Die KVdR bleibt dabei bestehen, die neue Kasse meldet den Wechsel der Rentenversicherung (§ 201 Abs. 2 SGB V).
Ändert deine Kasse den Zusatzbeitrag, gilt der neue Satz für Rente und Betriebsrente erst ab dem übernächsten Monat (§ 247 und § 248 SGB V). Eine Erhöhung zum 1. Januar siehst du also im März auf dem Konto.
KVdR in Excel nachrechnen
Für die 9/10-Regelung und den Beitrag reichen ein paar Zellen. Die Formeln nutzen die Werte 2026, als Beispiel das 9/10-Beispiel oben und die Startwerte des Rechners:
| Zelle | Ergebnis | Inhalt |
|---|---|---|
| B1 | 1978 | Jahr der ersten Arbeit |
| B2 | 2026 | Jahr des Rentenantrags |
| B3 | 2 | Zahl der Kinder |
| B4 | 15,6 Jahre | =MAX(0;(B2-B1)/2*0,9-3*B3) |
| B5 | 8,4 Jahre | =(B2-B1)/2-B4 |
| B7 | 1.500 € | Rente brutto im Monat |
| B8 | 600 € | Betriebsrente brutto im Monat |
| B9 | 2,9 | Zusatzbeitrag deiner Kasse in Prozent |
| B10 | 131,25 € | =B7*(14,6+B9)/200 |
| B11 | 54,00 € | =B7*0,036 |
| B12 | 70,39 € | =WENN(B8>197,75;(B8-197,75)*(14,6+B9)/100;0) |
| B13 | 21,60 € | =WENN(B8>197,75;B8*0,036;0) |
| B14 | 277,24 € | =SUMME(B10:B13) |
B4 sind die Jahre, die du in der zweiten Hälfte gesetzlich versichert sein musst, B5 die erlaubte Lücke. B10 bis B13: Kranken- und Pflegebeitrag auf Rente und Betriebsrente, B14 zusammen. Ohne Kinder setzt du in B11 und B13 0,042 statt 0,036 ein. Die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € ist nicht eingebaut.
KVdR-Beitragssatz 2026 und Grenzen
| Wert | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Allgemeiner Beitragssatz, dein Anteil auf die Rente | 14,6 % / 7,3 % | §§ 241, 249a SGB V |
| Durchschnittlicher Zusatzbeitrag, dein Anteil auf die Rente | 2,9 % / 1,45 % | § 242a SGB V |
| Krankenversicherung auf Betriebsrenten, mit Durchschnitt | 17,5 % | §§ 248, 250 SGB V |
| Pflegeversicherung, ohne Kinder ab 23 (nicht für vor 1940 Geborene) | 3,6 % / 4,2 % | §§ 55, 59 SGB XI, PBAV 2025 |
| Weniger Pflegebeitrag je Kind unter 25, ab dem zweiten bis zum fünften | 0,25 Punkte | § 55 Abs. 3 SGB XI |
| Freigrenze für Versorgungsbezüge, zugleich Freibetrag für Betriebsrenten | 197,75 € | § 226 Abs. 2 SGB V |
| Beitragsbemessungsgrenze im Monat | 5.812,50 € | Rechengrößen 2026 |
| Mindesteinnahmen freiwillig Versicherter im Monat | 1.318,33 € | § 240 Abs. 4 SGB V |
| Angerechnete Zeit je Kind für die 9/10-Regel | 3 Jahre | § 5 Abs. 2 SGB V |
| Familienversicherung bis Gesamteinkommen im Monat | 565 € | § 10 SGB V |
Bezugsgröße 2026: 3.955 € im Monat. Freigrenze und Freibetrag sind ein Zwanzigstel davon, die Mindesteinnahmen ein Drittel. Den Zusatzbeitrag legt jede Kasse selbst fest.
Was von der Rente bleibt
Gesetzliche Rente ohne Betriebsrente, Pflichtversicherung in der KVdR, Zusatzbeitrag 2,9 %. Wie hoch deine Rente selbst wird, rechnet der Rentenrechner.
| Rente brutto | Krankenversicherung | Pflegeversicherung | Auf dem Konto | Kinderlos |
|---|---|---|---|---|
| 800 € | 70,00 € | 28,80 € | 701,20 € | 696,40 € |
| 1.000 € | 87,50 € | 36,00 € | 876,50 € | 870,50 € |
| 1.200 € | 105,00 € | 43,20 € | 1.051,80 € | 1.044,60 € |
| 1.500 € | 131,25 € | 54,00 € | 1.314,75 € | 1.305,75 € |
| 1.800 € | 157,50 € | 64,80 € | 1.577,70 € | 1.566,90 € |
| 2.100 € | 183,75 € | 75,60 € | 1.840,65 € | 1.828,05 € |
| 2.500 € | 218,75 € | 90,00 € | 2.191,25 € | 2.176,25 € |
| 3.000 € | 262,50 € | 108,00 € | 2.629,50 € | 2.611,50 € |
Monatsbeträge vor Einkommensteuer. Die Rentenversicherung zahlt denselben Krankenkassenbeitrag noch einmal dazu. Kinderlose zahlen ab 23 einen Zuschlag von 0,6 Punkten zur Pflegeversicherung.
Die Startwerte des Rechners oben, mit Kindern und durchschnittlichem Zusatzbeitrag.
- Gesetzliche Rente brutto
- 1.500,00 €
- − Krankenversicherung 8,75 %
- 131,25 €
- − Pflegeversicherung 3,6 %
- 54,00 €
- = Rente auf dem Konto
- 1.314,75 €
- Betriebsrente brutto
- 600,00 €
- − Krankenversicherung 17,5 % auf 402,25 €
- 70,39 €
- − Pflegeversicherung 3,6 % auf 600,00 €
- 21,60 €
- = Betriebsrente auf dem Konto
- 508,01 €
- Deine Beiträge im Monat zusammen
- 277,24 €
Die Rentenversicherung zahlt zusätzlich 131,25 € an deine Kasse. Einen solchen Anteil gibt es auf die Betriebsrente nicht.
Betriebsrente, Direktversicherung und Kapitalauszahlung
Als Betriebsrente zählen Renten aus Direktzusage, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und aus der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst, etwa der VBL (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V). Hast du mehrere, rechnet die Kasse mit der Summe und zieht den Freibetrag einmal ab.
| Betriebsrente | Beitragspflichtig in der KV | Krankenversicherung | Pflegeversicherung | Bleibt |
|---|---|---|---|---|
| 150 € | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 150,00 € |
| 197,75 €genau die Grenze | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 197,75 € |
| 200 € | 2,25 € | 0,39 € | 7,20 € | 192,41 € |
| 300 € | 102,25 € | 17,89 € | 10,80 € | 271,31 € |
| 500 € | 302,25 € | 52,89 € | 18,00 € | 429,11 € |
| 1.000 € | 802,25 € | 140,39 € | 36,00 € | 823,61 € |
Pflichtversichert in der KVdR, mit Kindern, Zusatzbeitrag 2,9 %. Freiwillig Versicherte zahlen ab dem ersten Euro.
Den Freibetrag gibt es seit 2020 (GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz vom 21. Dezember 2019). Vorher galt auch in der Krankenversicherung nur die Freigrenze: Lag die Betriebsrente knapp darüber, war sie ganz beitragspflichtig. In der Pflegeversicherung ist das bis heute so.
Beitragsfrei bleiben betriebliche Riester-Renten und der Teil einer Direktversicherung oder Pensionskasse, den du nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses als alleiniger Versicherungsnehmer selbst bezahlt hast (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V).
Wird eine Direktversicherung oder Pensionskasse auf einmal ausgezahlt, gilt ein Hundertzwanzigstel davon 10 Jahre lang als monatliche Betriebsrente (§ 229 Abs. 1 Satz 3 SGB V). Beiträge fallen also auch dann an, nur verteilt.
- Kapitalauszahlung
- 60.000 €
- ÷ 120 Monate = Betriebsrente je Monat
- 500,00 €
- Krankenversicherung 17,5 % auf 302,25 €
- 52,89 €
- Pflegeversicherung 3,6 % auf 500,00 €
- 18,00 €
- Beitrag im Monat, 10 Jahre lang
- 70,89 €
Mit den Werten von 2026 sind das über die ganze Zeit rund 8.507 €. Die Rentenversicherung beteiligt sich daran nicht.
Pensionen aus einem Beamtenverhältnis und Renten aus berufsständischen Versorgungswerken sind ebenfalls Versorgungsbezüge. Für sie gilt nur die Freigrenze von 197,75 €, einen Freibetrag gibt es nicht. Gewinn aus selbstständiger Arbeit neben der Rente ist genauso beitragspflichtig, ebenfalls ohne Freibetrag.
Freiwillig versichert: Beiträge auf alle Einnahmen
Schaffst du die 9/10-Regel nicht, führt deine Kasse dich als freiwilliges Mitglied weiter (§ 188 Abs. 4 SGB V). Den Austritt kannst du innerhalb von zwei Wochen nach ihrem Hinweis erklären, später die Mitgliedschaft zum Ende des übernächsten Monats kündigen (§ 175 Abs. 4 SGB V). Beides wirkt nur mit Nachweis einer anderen Absicherung, etwa einer privaten Krankenversicherung. Für den Beitrag zählt alles, wovon du lebst (§ 240 SGB V):
- Rente und Betriebsrente mit 14,6 % plus Zusatzbeitrag. Einen Freibetrag gibt es nicht, das hat das Bundessozialgericht am 5. November 2024 bestätigt (B 12 KR 9/23 R).
- Mieten, Zinsen und private Renten mit dem ermäßigten Satz von 14 % plus Zusatzbeitrag.
- Mindestens 1.318,33 € im Monat, auch wenn du weniger hast, höchstens 5.812,50 €. Pflegeversicherung fällt auf alles an.
| Einnahmen im Monat | In der KVdR | Freiwillig, nach Zuschuss | Mehr |
|---|---|---|---|
| 1.500 € Rente, 600 € Betriebsrente, 500 € Mieteinkünfte | 277,24 € | 414,35 € | 137,11 € |
| 800 € Rente, sonst nichts | 98,80 € | 205,06 € | 106,26 € |
Kranken- und Pflegebeitrag im Monat, mit Kindern, Zusatzbeitrag 2,9 %. Gerechnet mit dem Rechner oben.
Kleine Renten trifft das besonders: Bei 800 € Rente wird so gerechnet, als hättest du 1.318,33 €. An die Kasse gehen 275,06 € im Monat, die Rentenversicherung zahlt dir 70,00 € Zuschuss.
Die Beiträge überweist du als freiwilliges Mitglied selbst. Den Zuschuss der Rentenversicherung, die Hälfte des Kassenbeitrags auf die Rente, gibt es nur auf Antrag (§ 106 SGB VI). Kreuz ihn am besten schon im Rentenantrag an. Stellst du ihn zu einer Rente aus eigener Versicherung nicht innerhalb von drei Kalendermonaten nach dem Monat des Rentenbeginns, zahlt die Rentenversicherung erst ab dem Monat des Antrags. Zu einer Witwen- oder Witwerrente gibt es ihn höchstens für zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat.
Privat versichert als Rentner: Befreiung, Zuschuss und Rückkehr ab 55
Erfüllst du die 9/10-Regelung, kannst du dich trotzdem von der KVdR befreien lassen und privat versichert bleiben. Den Antrag stellst du innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Kasse, die zuständig wäre (§ 8 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2 SGB V). Die Frist läuft schon ab dem Rentenantrag. Du musst eine andere Absicherung nachweisen, und die Befreiung lässt sich nicht widerrufen, sie gilt für die ganze Rentenzeit.
Als Privatversicherter bekommst du von der Rentenversicherung auf Antrag einen Zuschuss in Höhe von 8,75 % der Rente, höchstens aber die Hälfte deines tatsächlichen Beitrags zur Krankenversicherung (§ 106 Abs. 3 SGB VI). Bei 1.500 € Rente sind das bis zu 131,25 € im Monat. Der Zuschuss gilt nur für die Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung zahlt die Rentenversicherung nichts.
Zurück in die gesetzliche Kasse kommst du im Alter selten. Für die KVdR fehlen nach langen privaten Jahren meist die neun Zehntel: Wer 1979 zu arbeiten beginnt, 2026 die Rente beantragt und in der zweiten Hälfte, also ab Mitte 2002, 10,5 Jahre privat versichert war, kommt dort nur auf 13 Jahre gesetzliche Versicherung. Nötig wären 21,15 Jahre, mit zwei Kindern 15,15 Jahre. Erst mit drei Kindern würde es reichen.
Auch ein Job kurz vor der Rente hilft oft nicht: Wer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig wird, bleibt versicherungsfrei, wenn er in den 5 Jahren davor nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Für die Hälfte zählt es auch, wenn du mit jemandem verheiratet bist, der versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war (Satz 4). Was die private Versicherung im Alter kostet, rechnet der Rechner zur PKV ab 55.
Häufige Fragen
Muss ich die KVdR selbst beantragen?
Ich habe nur eine kleine Rente. Bleibe ich familienversichert?
Was gilt bei einer Witwen- oder Witwerrente?
Ich bin schon in Rente und freiwillig versichert. Kann ich noch in die KVdR wechseln?
Was zahle ich, wenn ich neben der Rente arbeite?
Zahle ich mit Kindern unter 25 weniger Pflegebeitrag?
Wird auf eine Rente aus dem Ausland auch Beitrag fällig?
Kann ich die Beiträge von der Steuer absetzen?
Quellen
- § 5 SGB V: Versicherungspflicht der Rentner, 9/10-Regel, drei Jahre je Kind gesetze-im-internet.de
- § 226 SGB V: Freigrenze und Freibetrag für Versorgungsbezüge gesetze-im-internet.de
- § 229 SGB V: Betriebsrenten, Kapitalauszahlung auf 120 Monate verteilt gesetze-im-internet.de
- § 249a SGB V: Rentenversicherung trägt die Hälfte des Beitrags auf die Rente gesetze-im-internet.de
- §§ 228, 247 SGB V: Beitragssatz auf die Rente, ausländische Renten, Zeitpunkt neuer Zusatzbeiträge gesetze-im-internet.de
- § 240 SGB V: Beiträge freiwilliger Mitglieder, Mindesteinnahmen gesetze-im-internet.de
- § 188 SGB V: Freiwillige Mitgliedschaft im Anschluss, Austritt (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
- § 175 SGB V: Kassenwechsel und Kündigung der Mitgliedschaft (Abs. 4) gesetze-im-internet.de
- § 8 SGB V: Befreiung von der Versicherungspflicht als Rentner gesetze-im-internet.de
- § 6 SGB V: Versicherungsfreiheit ab 55 (Abs. 3a) gesetze-im-internet.de
- § 55 SGB XI: Pflegebeitrag, Zuschlag für Kinderlose, Abschläge für Kinder unter 25 gesetze-im-internet.de
- Pflegeversicherungs-Beitragssatzanpassungsverordnung 2025 (PBAV 2025): Pflegebeitrag 3,6 % seit 1. Januar 2025 gesetze-im-internet.de
- § 57 SGB XI: Pflegeversicherung: Freigrenze ohne Freibetrag gesetze-im-internet.de
- § 106 SGB VI: Zuschuss zur Krankenversicherung gesetze-im-internet.de
- Deutsche Rentenversicherung: Merkblatt zur KVdR und Pflegeversicherung (R0815): Werte 2026, Befreiung, Zuschuss, Witwenrente deutsche-rentenversicherung.de
- Deutsche Rentenversicherung: Studientext Krankenversicherung der Rentner: 29. Auflage, Rechtsstand 1.1.2026, Rahmenfrist und Kinderjahre deutsche-rentenversicherung.de
- Deutsche Rentenversicherung: Wie von der freiwilligen KVdR in die Pflichtversicherung wechseln: Meldung vom 21.02.2022, Prüfung für Bestandsrentner deutsche-rentenversicherung.de
- BVerfG, Beschluss vom 15.03.2000, 1 BvL 16/96: freiwillige Mitgliedschaft zählt für die Vorversicherungszeit, ab 1. April 2002 bundesverfassungsgericht.de
- BSG, Urteil vom 05.11.2024, B 12 KR 9/23 R: kein Freibetrag für freiwillig versicherte Betriebsrentner bsg.bund.de
- Bundesgesundheitsministerium: Finanzierung der Pflegeversicherung: Beitragssatz, Zuschlag für Kinderlose bundesgesundheitsministerium.de
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