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Witwenrente-Rechner 2026

Die große Witwenrente beträgt 55 % der Rente des Verstorbenen, die kleine 25 %. Verdienst du selbst, rechnet die Rentenversicherung dein Einkommen nach pauschalen Abzügen an, soweit es den Freibetrag von 1.122,53 € im Monat übersteigt, und zwar zu 40 %. Bei 1.500 € Rente des Partners, zwei Kindern und 2.500 € eigenem Lohn bleiben 801,56 € im Monat. Für Witwer gilt dasselbe.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Witwenrente-Rechner

Große Witwenrente im Monat

801,56 €

55 % der Rente plus Kinderzuschlag · nach Einkommensanrechnung

Die Witwenrente beträgt 952,55 €. Weil dein Einkommen den Freibetrag übersteigt, werden 150,99 € angerechnet. Es bleiben 801,56 € im Monat, vor Kranken- und Pflegeversicherung.

Erste 3 Monate
1.500,00 €
Vor Anrechnung
952,55 €
Angerechnet
150,99 €

Rechenweg

1.500,00 € × 55 %825,00 €
Kinderzuschlag: 5,454 Punkte × 55 % × 42,52 €127,55 €
= Witwenrente vor Anrechnung952,55 €
Einkommen nach Pauschalabzug (Lohn −40 %, Rente −14 %)1.500,00 €
− Freibetrag1.122,53 €
× 40 % angerechnet−150,99 €
= Witwenrente801,56 €

Brutto vor Kranken- und Pflegeversicherung. Beim Lohn nimmt die Rentenversicherung den Durchschnitt des Vorjahres und passt die Anrechnung jeweils zum 1. Juli an.

Sterbevierteljahr: In den drei Monaten nach dem Sterbemonat gibt es die volle Rente des Verstorbenen ohne Anrechnung. Hat er schon Rente bezogen, kannst du binnen 30 Tagen beim Renten Service der Deutschen Post einen Vorschuss beantragen.

Auf dieser Seite
  1. Werte 2026
  2. § 46 SGB VI: der Anspruch
  3. So wird gerechnet
  4. Einkommensanrechnung
  5. Hinzuverdienst und eigene Rente
  6. Sterbevierteljahr
  7. Wiederheirat und Abfindung
  8. Altes und neues Recht
  9. Steuer und Krankenversicherung
  10. Antrag stellen
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Witwenrente 2026 auf einen Blick

Wert2026Grundlage
Große Witwenrente, Anteil an der Rente des Verstorbenen55 %, altes Recht 60 %§ 67 Nr. 6, § 255 SGB VI
Kleine Witwenrente, nach neuem Recht höchstens 24 Monate25 %§ 67 Nr. 5, § 46 Abs. 1 SGB VI
Sterbevierteljahr: drei Monate nach dem Sterbemonat100 %§ 67 SGB VI
Altersgrenze der großen Witwenrente bei Tod im Jahr 202646 Jahre und 6 Monate§ 242a Abs. 5 SGB VI
Freibetrag für eigenes Einkommen im Monat (ab Juli 2026)1.122,53 €§ 97 Abs. 2 SGB VI
Zusätzlicher Freibetrag je Kind mit Waisenrente238,11 €§ 97 Abs. 2 SGB VI
Kinderzuschlag zur großen Witwenrente, erstes Kind85,03 € im Monat§ 78a SGB VI
Abfindung bei der ersten Wiederheirat24 Monatsbeträge§ 107 SGB VI

Freibetrag und Kinderzuschlag hängen am aktuellen Rentenwert und steigen mit jeder Rentenanpassung zum 1. Juli. Bis Juni 2026 lag der Freibetrag bei 1.076,86 €.

§ 46 SGB VI: Anspruch auf kleine und große Witwenrente

Wer eine Witwen- oder Witwerrente bekommt, regelt § 46 SGB VI, die Prozentsätze stehen als Rentenartfaktor in § 67. Die Absätze von § 46 im Überblick:

AbsatzWas drinsteht
Abs. 1Kleine Witwenrente, wenn der Verstorbene die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat und du nicht wieder geheiratet hast. Sie läuft längstens 24 Kalendermonate nach dem Sterbemonat.
Abs. 2Große Witwenrente, wenn du zusätzlich ein eigenes Kind oder ein Kind des Verstorbenen unter 18 erziehst, das 47. Lebensjahr vollendet hast oder erwerbsgemindert bist. Stief- und Pflegekinder zählen, wenn sie in deinem Haushalt leben, Enkel und Geschwister auch, wenn du sie überwiegend unterhältst. Die Sorge für ein behindertes Kind, das sich nicht selbst unterhalten kann, zählt auch nach dessen 18. Geburtstag.
Abs. 2aKeine Witwenrente, wenn die Ehe kein Jahr gedauert hat, außer die Umstände sprechen dagegen, dass ihr vor allem wegen der Versorgung geheiratet habt.
Abs. 2bKein Anspruch mehr ab dem Monat, zu dessen Beginn ein Rentensplitting unter Ehegatten durchgeführt ist.
Abs. 3Witwenrente nach dem vorletzten Ehegatten: Wird eine neue Ehe aufgelöst oder für nichtig erklärt, lebt der Anspruch aus der früheren Ehe wieder auf.
Abs. 4Eine eingetragene Lebenspartnerschaft zählt wie eine Ehe.

Die Altersgrenze von 47 Jahren gilt erst für Todesfälle ab 2029. Bis dahin hängt sie am Todesjahr deines Partners:

TodesjahrGroße Witwenrente ab
202446 Jahre und 2 Monate
202546 Jahre und 4 Monate
202646 Jahre und 6 Monate
202746 Jahre und 8 Monate
202846 Jahre und 10 Monate
ab 202947 Jahre

§ 242a Abs. 5 SGB VI. Für Todesfälle vor 2012 galt die Grenze von 45 Jahren (§ 242a Abs. 4).

Erziehst du ein Kind oder bist du erwerbsgemindert, spielt dein Alter keine Rolle. Die Voraussetzungen müssen nicht schon am Todestag vorliegen: Erreichst du die Altersgrenze später, steht dir ab dann die große Witwenrente zu, auch wenn die kleine schon ausgelaufen ist. Beantrage sie zügig, im Anschluss an die kleine mit dem Vordruck R0505, nach deren Wegfall mit R0506. Rückwirkend zahlt die Rentenversicherung höchstens zwölf Monate (§ 99 Abs. 2 Satz 3 SGB VI). Wird dein Kind 18, bevor du die Altersgrenze erreichst, fällst du auf die kleine Witwenrente zurück, nach neuem Recht aber nur bis 24 Monate nach dem Sterbemonat.

Witwenrente berechnen: so wird gerechnet

Grundlage ist die Rente des Verstorbenen. Die Rentenversicherung multipliziert seine persönlichen Entgeltpunkte mit dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert von 42,52 € (§ 64 SGB VI). Bei der großen Witwenrente beträgt der Rentenartfaktor 0,55, es kommen also 55 % seiner Rente heraus. Hatte er 35 Entgeltpunkte, sind das 35 × 0,55 × 42,52 € = 818,51 € im Monat.

Rechenweg Große Witwenrente aus 1.500 €, zwei Kinder, 2.500 € eigener Lohn

Neues Recht, zwei Kinder bis zum dritten Geburtstag erzogen, beide erwachsen und ohne Waisenrente. Gerechnet für die Zeit nach dem Sterbevierteljahr.

Rente des Verstorbenen 1.500 € × 55 %
825,00 €
Kinderzuschlag: 5,454 Punkte × 55 % × 42,52 €
127,55 €
Witwenrente vor Anrechnung
952,55 €
Eigener Lohn 2.500 € minus 40 % Pauschale
1.500,00 €
Freibetrag: 26,4 × 42,52 €
−1.122,53 €
Einkommen über dem Freibetrag
377,47 €
Davon 40 % angerechnet
−150,99 €
Witwenrente im Monat
801,56 €

In den ersten drei Monaten nach dem Sterbemonat gibt es stattdessen die volle Rente von 1.500 €, ohne Zuschlag und ohne Anrechnung. Von der Witwenrente gehen noch Kranken- und Pflegebeiträge ab, mehr dazu weiter unten.

Kinderzuschlag nach § 78a SGB VI

Nach neuem Recht bekommst du einen Zuschlag, wenn du Kinder bis zum dritten Geburtstag erzogen hast, egal wie alt sie heute sind. Für die ersten 36 Monate Erziehung gibt es je 0,1010 Entgeltpunkte, für jeden weiteren Monat 0,0505. Ein Kind bringt so 3,636 Punkte, jedes weitere die Hälfte. Die Punkte werden wie die Rente mit Rentenartfaktor und Rentenwert multipliziert:

Erzogene KinderEntgeltpunkteGroße WitwenrenteKleine Witwenrente
1 Kind3,63685,03 €38,65 €
2 Kinder5,454127,55 €57,98 €
3 Kinder7,272170,06 €77,30 €
4 Kinder9,090212,58 €96,63 €

Zuschlag im Monat mit dem Rentenwert ab Juli 2026, je Kind 36 Monate Erziehung.

Im Sterbevierteljahr gibt es den Zuschlag noch nicht (§ 78a Abs. 1 Satz 4), nach altem Recht gar nicht (§ 264c SGB VI). Witwenrente und Zuschlag dürfen zusammen nicht höher sein als die volle Rente des Verstorbenen, sonst wird der Zuschlag gekürzt (§ 88a SGB VI). Starb dein Partner vor dem dritten Geburtstag eines Kindes, zählt mindestens die Zeit bis zu diesem Geburtstag (§ 78a Abs. 2).

Wenn dein Partner noch nicht in Rente war

Dann rechnet die Rentenversicherung mit der Rente wegen voller Erwerbsminderung, die ihm am Todestag zugestanden hätte. Dazu kommt eine Zurechnungszeit, als hätte er bis zum Alter von 66 Jahren und 3 Monaten weiter eingezahlt (§ 59 Abs. 2 Nr. 3, § 253a Abs. 3 SGB VI, Todesjahr 2026). Für jeden Monat zwischen Tod und 65. Geburtstag gibt es 0,3 % Abschlag, höchstens 10,8 %, mit 40 Jahren Pflichtbeiträgen und gleichgestellten Zeiten gilt der 63. Geburtstag (§ 77 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4, Abs. 4 SGB VI). Einen Anhaltspunkt gibt seine letzte Renteninformation mit der Rente bei voller Erwerbsminderung. Bezog er schon Altersrente, gilt deren Betrag samt seinem Abschlag, ohne Zurechnungszeit (§ 59 Abs. 3, § 77 Abs. 3). Mehr beim Erwerbsminderungsrenten-Rechner.

Witwenrente nach Rente des Partners und eigenem Lohn

Rente des Verstorbenenohne Lohn2.000 € Lohn2.500 € Lohn3.000 € Lohn3.500 € LohnKleine Witwenrente
1.000 €550,00 €519,01 €399,01 €279,01 €159,01 €250,00 €
1.250 €687,50 €656,51 €536,51 €416,51 €296,51 €312,50 €
1.500 €825,00 €794,01 €674,01 €554,01 €434,01 €375,00 €
1.750 €962,50 €931,51 €811,51 €691,51 €571,51 €437,50 €
2.000 €1.100,00 €1.069,01 €949,01 €829,01 €709,01 €500,00 €
2.500 €1.375,00 €1.344,01 €1.224,01 €1.104,01 €984,01 €625,00 €

Große Witwenrente im Monat nach neuem Recht, ohne Kinderzuschlag, nach dem Sterbevierteljahr. Lohn brutto im Monat, kein Kind mit Waisenrente. Kleine Witwenrente ohne eigenes Einkommen. Nach altem Recht sind es 60 % statt 55 %.

Einkommensanrechnung nach § 97 SGB VI

Nach dem Sterbevierteljahr wird eigenes Einkommen auf die Witwenrente angerechnet (§ 97 Abs. 1 SGB VI). Die Rechnung hat vier Schritte:

  1. Einkommen feststellenWas zählt, regelt § 18a SGB IV: Lohn und Gewinn, Lohnersatz wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld, eigene Renten und Pensionen, Betriebs- und Privatrenten, Elterngeld, Zinsen, Dividenden und Mieten. Nach altem Recht ist es weniger, siehe unten.
  2. Pauschal kürzenStatt deines echten Nettos gelten feste Abzüge (§ 18b Abs. 5 SGB IV), siehe Tabelle.
  3. Freibetrag abziehenFrei bleibt das 26,4-Fache des aktuellen Rentenwerts, also 1.122,53 € im Monat. Für jedes Kind mit Anspruch auf Waisenrente kommt das 5,6-Fache dazu, 238,11 €, auch für dein Kind, das nur deshalb keine Waisenrente bekommt, weil es nicht vom Verstorbenen ist (§ 97 Abs. 2 Satz 1 und 2).
  4. 40 % anrechnenVom Rest gehen 40 % von der Witwenrente ab (§ 97 Abs. 2 Satz 3). Ist dieser Betrag höher als die Witwenrente, ruht sie ganz.
EinkommenPauschaler Abzug§ 18b Abs. 5 SGB IV
Arbeitslohn40 %Nr. 1
Beamtenbezüge27,5 %Nr. 1 Buchst. a
Lohn neben einer Altersvollrente nach der Regelaltersgrenze, ohne eigene Rentenbeiträge30,5 %Nr. 1 Buchst. b
Minijob mit Befreiung von der RentenversicherungspflichtkeinerNr. 1
Gewinn aus Gewerbe oder selbstständiger Arbeit39,8 %Nr. 2
Eigene gesetzliche Rente14 % (vor 2011: 13 %)Nr. 8
Beamtenpension25 % (vor 2011: 23,7 %)Nr. 4
Rente aus einem Versorgungswerk29,6 % (vor 2011: 27,5 %)Nr. 3
Betriebsrente, nachgelagert besteuert23 % (vor 2011: 21,2 %)Nr. 5
Private Rente12,7 %Nr. 6
Zinsen und Dividenden mit Abgeltungsteuer30 %Nr. 7
Mieteinnahmen nach Werbungskosten25 %Nr. 7
Elterngeld300 € bleiben frei, bei Elterngeld Plus 150 €Abs. 5a, § 10 BEEG

„Vor 2011“ meint den Beginn der Leistung. Zinsen und Dividenden zählen nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags (§ 18a Abs. 4 Nr. 1 SGB IV), private Veräußerungsgewinne erst ab 1.000 € im Jahr (Nr. 3).

Nicht angerechnet werden Riester-Renten und Lohn für die Pflege eines Angehörigen bis zur Höhe des Pflegegelds (§ 18a Abs. 1 Satz 2 SGB IV), außerdem andere Hinterbliebenenleistungen wie eine Witwenpension oder die Hinterbliebenenleistung aus der Betriebsrente des Verstorbenen, Grundsicherungsgeld, Wohngeld und BAföG. Nach altem Recht zählen nur Erwerbseinkommen und öffentlich-rechtlicher Lohnersatz wie gesetzliche Renten und Pensionen (§ 114 SGB IV), Zinsen, Mieten, Betriebs- und Privatrenten bleiben dann außen vor.

Welcher Zeitraum zählt

Bei Lohn und Gewinn zählt das Einkommen des Vorjahres, geteilt durch die Monate, in denen du es verdient hast (§ 18b Abs. 2 SGB IV), bei Renten und Pensionen der laufende Betrag (Abs. 4). Liegt dein laufendes Einkommen beim ersten Bescheid mindestens 10 % unter dem Vorjahr, zählt das laufende (Abs. 3). Später passt die Rentenversicherung die Anrechnung erst zum nächsten 1. Juli an (§ 18d Abs. 1). Sinkt dein Einkommen um mindestens 10 %, etwa weil du Stunden reduzierst, kann sie das sofort berücksichtigen (§ 18d Abs. 2).

Änderungen gleich melden

Änderungen beim Einkommen musst du der Rentenversicherung unverzüglich mitteilen (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 SGB I). Sinkt es, bekommst du dann früher mehr Witwenrente. Steigt es und du meldest es nicht, fordert sie die zu viel gezahlte Rente zurück (§§ 48, 50 SGB X).

Hinzuverdienst: so viel darfst du neben der Witwenrente verdienen

Eine feste Hinzuverdienstgrenze wie bei der Erwerbsminderungsrente gibt es nicht. Bis zum Freibetrag bleibt die Witwenrente ungekürzt, darüber kostet jeder Euro Bruttolohn 24 Cent Witwenrente: Vom Euro bleiben nach der Pauschale 60 Cent, davon werden 40 % angerechnet. Bei einer eigenen Rente sind es 34,4 Cent je Euro.

Kinder mit WaisenrenteFreibetragLohn brutto bisEigene Rente bis
keins1.122,53 €1.870,88 €1.305,27 €
11.360,64 €2.267,73 €1.582,14 €
21.598,75 €2.664,58 €1.859,01 €
31.836,86 €3.061,43 €2.135,88 €

Monatsbeträge, bis zu denen nichts angerechnet wird. Lohn aus Beschäftigung (minus 40 %), gesetzliche Rente mit Beginn nach 2010 (minus 14 %). Waisenrente gibt es bis 18, in Ausbildung bis 27 (§ 48 Abs. 4 SGB VI).

Ein Minijob bis 603 € kostet nie Witwenrente, selbst ungekürzt liegt er unter dem Freibetrag. Im Beispiel aus dem Rechenweg ruht die Witwenrente erst ab 5.840 € Lohn ganz, wie viel bei anderen Löhnen bleibt, zeigt die Tabelle oben.

Witwenrente und eigene Rente

Gehst du selbst in Rente, zählt deine Rente als Einkommen, gekürzt um 14 %. Deine eigene Rente bekommst du immer voll, gekürzt wird nur die Witwenrente. Bis 1.305,27 € eigener Rente bleibt sie unberührt:

Eigene RenteAngerechnetWitwenrente neues RechtWitwenrente altes Recht
1.000 €0,00 €990,00 €1.080,00 €
1.300 €0,00 €990,00 €1.080,00 €
1.500 €66,99 €923,01 €1.013,01 €
2.000 €238,99 €751,01 €841,01 €
2.500 €410,99 €579,01 €669,01 €

Rente des Verstorbenen 1.800 €, große Witwenrente ohne Kinderzuschlag, eigene gesetzliche Rente mit Beginn nach 2010, sonst kein Einkommen.

Punkte für Kindererziehung erhöhen deine eigene Rente und damit das angerechnete Einkommen. Was dir die Mütterrente dann noch bringt, rechnet der Mütterrente-Rechner.

Sterbevierteljahr: drei Monate volle Rente

Für die drei Kalendermonate nach dem Sterbemonat beträgt der Rentenartfaktor 1,0: Du bekommst die volle Rente des Verstorbenen (§ 67 Nr. 5 und 6 SGB VI), ohne Anrechnung deines Einkommens (§ 97 Abs. 1 Satz 2) und ohne Kinderzuschlag (§ 78a Abs. 1 Satz 4). Das gilt für die kleine wie die große Witwenrente. Starb dein Partner im Mai, betrifft es Juni, Juli und August, ab September gilt die normale Witwenrente.

Die Rente für den Sterbemonat steht noch dem Verstorbenen zu (§ 102 Abs. 5 SGB VI). Bezog er keine Rente, beginnt die Witwenrente schon mit dem Todestag (§ 99 Abs. 2 Satz 2).

Vorschuss nur binnen 30 Tagen

Bezog dein Partner schon Rente, kannst du innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod beim Renten Service der Deutschen Post einen Vorschuss beantragen. Die Rente für die drei Monate wird dann in einer Summe im Voraus gezahlt und später mit der Witwenrente verrechnet. Dein eigenes Einkommen spielt dabei keine Rolle.

Wiederheirat: Abfindung nach § 107 SGB VI

Heiratest du wieder, endet die Witwenrente mit Ablauf des Monats der Heirat (§ 100 Abs. 3 SGB VI). Bei der ersten Wiederheirat gibt es eine Abfindung von 24 Monatsbeträgen (§ 107 Abs. 1 SGB VI), formlos beantragt mit der Versicherungsnummer des Verstorbenen und der neuen Heiratsurkunde. Monatsbetrag ist der Durchschnitt der letzten zwölf Monate, nach Anrechnung deines Einkommens und vor Kranken- und Pflegebeitrag (§ 107 Abs. 2). Das Sterbevierteljahr zählt nicht mit: Heiratest du vor Ablauf des 15. Monats nach dem Tod, gilt der Durchschnitt der Monate danach.

Rechenbeispiel Abfindung bei Wiederheirat

Große Witwenrente aus dem Rechenweg oben, gleichbleibendes Einkommen, Heirat mehr als 15 Monate nach dem Tod.

Witwenrente in den letzten zwölf Monaten, nach Anrechnung
801,56 €
Abfindung: 24 Monatsbeträge
19.237,44 €

Die Abfindung ist steuerfrei (§ 3 Nr. 3 Buchst. a EStG).

Bei der kleinen Witwenrente nach neuem Recht gehen die Monate ab, für die du sie schon bekommen hast. Nach 10 Monaten bleiben 14 Monatsbeträge, im Beispiel mit kleiner Witwenrente von 281,99 € also 3.947,86 €. Nach altem Recht wird nichts abgezogen (§ 269b SGB VI). Eine neue Lebenspartnerschaft zählt wie eine Heirat (§ 107 Abs. 3).

Endet die neue Ehe durch Tod oder Scheidung, lebt die Witwenrente aus der früheren Ehe wieder auf (§ 46 Abs. 3). Witwenrente, Unterhalt und andere Ansprüche aus der letzten Ehe werden darauf angerechnet (§ 90 Abs. 1 SGB VI). Liegt das Ende innerhalb von 24 Monaten nach der Heirat, behält die Rentenversicherung für jeden Monat bis dahin ein Vierundzwanzigstel der Abfindung ein (§ 90 Abs. 2).

Altes und neues Recht: Ehe vor 2002

Für viele ältere Paare gilt das Hinterbliebenenrecht von vor 2002 weiter. Altes Recht gilt, wenn dein Partner vor 2002 gestorben ist oder wenn ihr vor 2002 geheiratet habt und einer von euch vor dem 2. Januar 1962 geboren ist (§ 242a Abs. 1, § 255 Abs. 1 SGB VI). Wählen kannst du nicht, es ergibt sich aus diesen Daten.

RegelAltes RechtNeues Recht
Große Witwenrente§ 255 Abs. 1, § 67 Nr. 660 %55 %
Kleine Witwenrente§ 242a Abs. 1, § 46 Abs. 1unbefristethöchstens 24 Monate
Kinderzuschlag§ 264c, § 78akeiner85,03 € für das erste Kind
Angerechnetes Einkommen§ 114, § 18a SGB IVnur Erwerbseinkommen und öffentlich-rechtlicher Lohnersatzauch Zinsen, Mieten, Betriebs- und Privatrenten
Ehe kürzer als ein Jahr§ 242a Abs. 3, § 46 Abs. 2atrotzdem AnspruchVersorgungsehe vermutet
Abfindung der kleinen Witwenrente§ 269b, § 107 Abs. 1volle 24 Monatsbeträgeminus bezogene Monate
Rentensplitting statt Witwenrente§ 120a Abs. 2nicht möglichmöglich

Paragrafen ohne Gesetz: SGB VI. Im Rechner stellst du das alte Recht mit dem Knopf „Altes Recht“ ein.

Steuer auf Rente und Witwenrente

Die Witwenrente wird versteuert wie eine eigene Rente: Steuerpflichtig ist ein Anteil, der vom Jahr des Rentenbeginns abhängt, für einen Beginn im Jahr 2026 sind es 84 % (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG). Bezog dein Partner schon Rente, ist die Witwenrente eine Folgerente: Die Laufzeit seiner Rente wird vom Beginnjahr abgezogen, mindestens gilt der Anteil für 2005 (Satz 8). Den Sterbemonat rechnet das Finanzamt noch ihm zu (Satz 9).

Rente des Partners liefGilt als BeginnSteuerpflichtigSteuerfrei bis
keine Rente vorher202684 %1.453 €
10 Jahre201672 %1.745 €
20 Jahre200652 %2.625 €
25 Jahre2005 (Mindestwert)50 %2.765 €

Witwenrente beginnt 2026. Steuerfrei bis: Witwenrente im Monat, bis zu der ohne andere Einkünfte keine Einkommensteuer anfällt, mit Pauschbeträgen, Kranken- und Pflegebeiträgen in der KVdR (Pflegebeitrag für Eltern) und Grundtarif 2026.

Der steuerfreie Teil wird im Jahr nach dem Rentenbeginn als Eurobetrag festgeschrieben (Sätze 4 und 5), spätere Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig. Ändert sich die Witwenrente, weil mehr oder weniger Einkommen angerechnet wird, passt das Finanzamt den Freibetrag im selben Verhältnis an (Satz 6).

Beispiel: eigene Rente und Witwenrente zusammen

Steuer im Jahr Eigene Rente 1.500 € plus Witwenrente

Altes Recht, Rente des Partners 1.800 €, die er 12 Jahre bezogen hat. Von deiner eigenen Rente werden 66,99 € angerechnet, es bleiben 1.013,01 € Witwenrente. Keine weiteren Einkünfte, keine Kirchensteuer.

Eigene Rente 1.500 € × 12, Beginn 2022, davon 82 %
14.760,00 €
Witwenrente 1.013,01 € × 12, Anteil für 2014: 68 %
8.266,16 €
Steuerpflichtiger Teil beider Renten
23.026,16 €
Werbungskosten-Pauschbetrag
−102,00 €
Sonderausgaben-Pauschbetrag
−36,00 €
Kranken- und Pflegebeiträge auf beide Renten
−3.724,28 €
Zu versteuerndes Einkommen, auf volle Euro abgerundet
19.163 €
Einkommensteuer im Jahr nach dem Grundtarif
1.365 €

Im Todesjahr könnt ihr noch zusammen veranlagt werden, im Jahr danach gilt für dich allein noch der Splittingtarif (§ 32a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG). Damit wären es hier 0 €. Deinen Fall rechnet der Rentenbesteuerungs-Rechner.

Arbeitest du noch, bekommst du im Jahr nach dem Tod Steuerklasse III (§ 38b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Buchst. b EStG), danach Klasse I oder mit Kind Klasse II.

Kranken- und Pflegeversicherung

In der Krankenversicherung der Rentner zahlst du auf die Witwenrente die Hälfte des allgemeinen Beitrags und des Zusatzbeitrags, 7,3 % plus im Durchschnitt 1,45 %, die andere Hälfte trägt die Rentenversicherung (§ 249a SGB V). Den Pflegebeitrag von 3,6 %, ohne Kinder 4,2 %, zahlst du allein (§ 59 Abs. 1 SGB XI). Die Vorversicherungszeit für die KVdR darf auch dein verstorbener Partner erfüllt haben (§ 5 Abs. 2 Satz 2 SGB V). Mit eigener Rente zahlst du auf beide Renten, zusammen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Mehr beim KVdR-Rechner.

So stellst du den Antrag

  1. Vorschuss sichernBezog dein Partner Rente, beantragst du binnen 30 Tagen den Vorschuss für das Sterbevierteljahr beim Renten Service der Deutschen Post.
  2. Die Rente beantragenDer eigentliche Antrag geht mit dem Formular R0500 oder online an die Rentenversicherung. Kostenlos helfen ihre Beratungsstellen, die ehrenamtlichen Versichertenberater und die Versicherungsämter der Gemeinden.
  3. Unterlagen bereitlegenSterbeurkunde, Heiratsurkunde, für Kinderzuschlag und Freibetrag die Geburtsurkunden der Kinder, Nachweise über dein Einkommen, bei einer Witwenrente nach dem vorletzten Ehegatten auch Unterlagen zur aufgelösten Ehe.
  4. Nicht zu lange wartenRückwirkend gibt es die Rente höchstens für zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat (§ 99 Abs. 2 Satz 3 SGB VI). Ein Rentensplitting statt der Witwenrente musst du binnen zwölf Monaten nach dem Sterbemonat erklären (§ 120d Abs. 1 SGB VI).

Häufige Fragen

Wie lange muss die Ehe gedauert haben?
Mindestens ein Jahr. Bei kürzeren Ehen vermutet das Gesetz, dass ihr vor allem zur Versorgung geheiratet habt, und es gibt keine Witwenrente (§ 46 Abs. 2a SGB VI). Die Vermutung lässt sich widerlegen. Gegen eine Versorgungsehe spricht vor allem ein plötzlicher, unerwarteter Tod ohne vorher bekanntes Gesundheitsrisiko, etwa durch einen Unfall (LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. Januar 2021, L 2 R 501/18). War dein Partner bei der Heirat schon erkennbar lebensbedrohlich krank, spricht das dagegen in der Regel für eine Versorgungsehe, entscheidend sind die Beweggründe von euch beiden (BSG, Urteil vom 5. Mai 2009, B 13 R 55/08 R). Für Ehen, die vor 2002 geschlossen wurden, gilt die Jahresgrenze nicht (§ 242a Abs. 3 SGB VI).
Welche Wartezeit muss der Verstorbene erfüllt haben?
Fünf Jahre, die allgemeine Wartezeit (§ 50 Abs. 1 SGB VI). Es zählen Beitragszeiten, auch aus Kindererziehung, und Ersatzzeiten (§ 51 SGB VI). Hat dein Partner bis zum Tod Rente bezogen, gilt sie als erfüllt. Nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit kann sie auch vorzeitig erfüllt sein (§ 53 SGB VI).
Bekommen Witwer dieselbe Rente wie Witwen?
Ja. Für Witwer gelten dieselben Prozentsätze, dieselbe Einkommensanrechnung und dieselbe Altersgrenze (§ 46 SGB VI), ebenso für gleichgeschlechtliche Ehen und eingetragene Lebenspartner (§ 46 Abs. 4).
Bekommen unverheiratete oder getrennt lebende Partner eine Witwenrente?
Unverheiratete Partner nicht, auch nicht nach vielen gemeinsamen Jahren. Wer ohne Trauschein zusammenlebt, kann sich nur privat absichern, etwa mit einer Risikolebensversicherung. Getrennt lebende Ehepartner haben dagegen Anspruch, solange die Ehe beim Tod noch bestand. Ob ihr zusammen gewohnt habt, spielt keine Rolle.
Was bekommen Geschiedene, wenn der frühere Partner stirbt?
Eine Witwenrente nur, wenn die Ehe vor dem 1. Juli 1977 geschieden wurde und der Verstorbene zuletzt Unterhalt zahlte oder schuldete (§ 243 SGB VI). Wer später geschieden wurde und ein Kind unter 18 erzieht, kann eine Erziehungsrente aus eigener Versicherung bekommen (§ 47 SGB VI), siehe Erziehungsrenten-Rechner. Die Rentenpunkte aus der Ehe wurden bei der Scheidung schon im Versorgungsausgleich geteilt.
Was bekommen die Kinder?
Halbwaisen bekommen 10 % der Rente des Verstorbenen plus einen Zuschlag, Vollwaisen 20 % (§ 67 Nr. 7 und 8, § 78 SGB VI). Die Waisenrente läuft bis 18, in Schule, Ausbildung, Studium oder Freiwilligendienst bis 27 (§ 48 Abs. 4 SGB VI). Einkommen der Kinder wird nicht angerechnet, § 97 SGB VI gilt nur für Witwen-, Witwer- und Erziehungsrenten.
Gibt es eine Alternative zur Witwenrente?
Das Rentensplitting unter Ehegatten (§ 120a SGB VI): Die in der Ehe erworbenen Rentenpunkte werden geteilt, wer weniger hat, bekommt die Hälfte des Unterschieds. Das geht, wenn ihr nach 2001 geheiratet habt oder beide nach dem 1. Januar 1962 geboren seid. Nach dem Tod wählst du es allein, sofern du 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten hast, und zwar binnen zwölf Monaten nach dem Sterbemonat (§ 120d Abs. 1). Die Punkte bleiben dir auch bei einer neuen Heirat, Einkommen wird nicht angerechnet. Dafür entfällt die Witwenrente endgültig (§ 46 Abs. 2b). Lass dir beide Wege von der Rentenversicherung durchrechnen.
Steigt die Witwenrente jedes Jahr?
In der Regel ja, mit der Rentenanpassung zum 1. Juli, 2026 um 4,24 %. Der Freibetrag stieg mit, von 1.076,86 € auf 1.122,53 €. Zum selben Stichtag wird dein Einkommen neu angerechnet (§ 18d SGB IV). Ist dein Lohn stärker gestiegen, kann die Witwenrente trotz Rentenerhöhung sinken.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
Eine feste Frist gibt es nicht, die ersten drei Monate überbrückt der Vorschuss. Entscheidet die Rentenversicherung ohne zureichenden Grund nicht binnen sechs Monaten, kannst du Untätigkeitsklage beim Sozialgericht erheben (§ 88 Abs. 1 SGG). Nachgezahlt wird ab Rentenbeginn.

Quellen

  1. § 46 SGB VI: Witwenrente und Witwerrente, Anspruch, Versorgungsehe gesetze-im-internet.de
  2. § 67 SGB VI: Rentenartfaktor, Sterbevierteljahr gesetze-im-internet.de
  3. § 78a SGB VI: Kinderzuschlag zur Witwenrente gesetze-im-internet.de
  4. § 97 SGB VI: Einkommensanrechnung, Freibetrag, 40 % gesetze-im-internet.de
  5. § 107 SGB VI: Rentenabfindung bei Wiederheirat gesetze-im-internet.de
  6. § 242a SGB VI: Altes Recht, Altersgrenze nach Todesjahr gesetze-im-internet.de
  7. § 18a SGB IV: Welches Einkommen angerechnet wird gesetze-im-internet.de
  8. § 18b SGB IV: Pauschale Kürzung des Einkommens gesetze-im-internet.de
  9. § 22 EStG: Besteuerungsanteil, Folgerenten gesetze-im-internet.de
  10. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. Januar 2021, L 2 R 501/18: Versorgungsehe, mit Verweis auf BSG B 13 R 55/08 R gerichtsentscheidungen.brandenburg.de
  11. DRV-Broschüre „Hinterbliebenenrente: Hilfe in schweren Zeiten“, 21. Auflage (7/2026): Kinderzuschlag, Einkommen, Abfindung deutsche-rentenversicherung.de
  12. DRV: Antrag auf Hinterbliebenenrente (R0500): Antragsformular deutsche-rentenversicherung.de
  13. DRV: Vorschuss im Sterbevierteljahr: Antrag binnen 30 Tagen deutsche-rentenversicherung.de

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