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Mütterrente-Rechner 2026

Für jedes Kind, das ab 1992 geboren ist, bekommt ein Elternteil 3 Rentenpunkte, für ältere Kinder bisher 2,5. Mit der Mütterrente III gelten ab 2027 auch für sie 3 Punkte. Ein Punkt ist seit Juli 2026 42,52 € Rente im Monat wert: Ein Kind ab 1992 bringt 127,56 €, der halbe Punkt der Mütterrente III 21,26 €. Ausgezahlt wird das Plus ab 2028, für 2027 rückwirkend.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Mütterrente-Rechner

Mütterrente künftig im Monat

255,12 €

6 Rentenpunkte × 42,52 € Rentenwert

Heute bringen deine Kinder 5 Rentenpunkte, das sind 212,60 € im Monat. Mit der Mütterrente III kommt 1 Punkt dazu, also 42,52 € mehr im Monat, ab 2028 ausgezahlt und rückwirkend ab Januar 2027 oder dem späteren Rentenbeginn.

Heute
212,60 €
Mütterrente III
+42,52 €
Punkte je Kind
2,5 bzw. 3

Rechenweg

2 Kinder vor 1992 × 2,5 Punkte5
0 Kinder ab 1992 × 3 Punkte0
= Punkte heute5
+ Mütterrente III: 2 × 0,5 Punkte1
= Punkte künftig6
× Rentenwert 42,52 €255,12 €

Brutto mit dem Rentenwert von heute. Auf die Mütterrente zahlst du wie auf die übrige Rente Kranken- und Pflegeversicherung, sie zählt auch bei der Steuer mit.

Kein Antrag nötig: Wer schon Rente bezieht, bekommt den Zuschlag der Mütterrente III nach Angaben der Rentenversicherung weitgehend automatisch. Voraussetzung ist, dass die Erziehungszeit für das Kind schon in deiner Rente steckt.

Auf dieser Seite
  1. Rechenweg in Euro
  2. Punkte je Kind
  3. Mütterrente I, II, III
  4. Mütterrente III
  5. Mutter oder Vater
  6. Beantragen und prüfen
  7. Kinder unter 10
  8. Rente ohne eigene Arbeit
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Mütterrente berechnen: Rechenweg in Euro

Die Mütterrente ist keine eigene Rente. Gemeint sind die Rentenpunkte, die dir die Rentenversicherung für die Erziehung eines Kindes gutschreibt. Sie erhöhen deine gesetzliche Rente und werden mit ihr ausgezahlt. Diese Werte gelten:

WertStand Oktober 2026Grundlage
Aktueller Rentenwert seit 1. Juli 202642,52 €§ 1 RWBestV 2026
Rentenwert bis 30. Juni 202640,79 €§ 1 RWBestV 2025
Rentenpunkte je Monat Kindererziehung0,0833§ 70 Abs. 2 SGB VI
Kindererziehungszeit für ein Kind ab 199236 Monate§ 56 Abs. 5 SGB VI
Kindererziehungszeit für ein Kind vor 199230 Monate, ab 2028: 36§ 249 Abs. 1 SGB VI
Zuschlag Mütterrente III je Kind vor 19920,5 Punkte§ 307d SGB VI ab 2027
Berücksichtigungszeit je Kindbis zum 10. Geburtstag§ 57 SGB VI
Mindestbeitrag für freiwillige Monate112,16 €§ 167 SGB VI

Die Rentenwerte gelten bundeseinheitlich, in Ost und West gleich.

  1. Monate zählen36 Monate je Kind ab 1992, 30 je Kind vor 1992, beginnend im Monat nach der Geburt.
  2. In Punkte umrechnenJe Monat 0,0833 Punkte, so viel wie ein Monat Arbeit mit Durchschnittsverdienst. Ein Jahr Erziehung ist rund ein Punkt.
  3. Mal RentenwertPunkte mal Rentenwert ergibt die Bruttorente im Monat, lebenslang. Sie steigt mit jeder Rentenanpassung am 1. Juli.

Mütterrente im Monat = Rentenpunkte für alle Kinder × 42,52 €

Rechenweg Zwei Kinder vor 1992, ein Kind ab 1992

Die Rente hat schon begonnen, du bist in der Krankenversicherung der Rentner, Zusatzbeitrag im Durchschnitt, Pflegebeitrag mit Kindern.

2 Kinder vor 1992: je 30 Monate, je 2,5 Punkte
5 Punkte
1 Kind ab 1992: 36 Monate
3 Punkte
Rentenpunkte heute
8 Punkte
× Rentenwert 42,52 €
340,16 €
Mütterrente III: 2 × 0,5 Punkte × 42,52 €
+42,52 €
Mütterrente brutto ab 2027
382,68 €
Kranken- und Pflegeversicherung (12,35 %)
−47,26 €
Bleibt im Monat vor Steuern
335,42 €

Den Zuschlag für 2027 gibt es ab 2028 als Nachzahlung. Ob auf die Rente Steuer anfällt, hängt von deinem übrigen Einkommen ab.

Genau gerechnet bringen 36 Monate 2,9988 Punkte. Die Rentenversicherung spricht von drei Punkten je Kind, so rechnet auch dieser Rechner, der Unterschied liegt bei 0,05 € im Monat.

Rentenpunkte je Kind vor und ab 1992

Entscheidend ist das Geburtsdatum des Kindes, nicht dein eigenes. Gezählt wird für jedes Kind einzeln:

KindMonatePunkteRente im Monat
Kind ab 1992363127,56 €
Kind vor 1992, heute302,5106,30 €
Kind vor 1992, mit Mütterrente III363127,56 €

Brutto mit dem Rentenwert von 42,52 € ab 1. Juli 2026. Beginnt die Rente vor 2028, kommt das Plus der Mütterrente III als Zuschlag von 0,5 Punkten statt als zusätzliche Monate.

Erziehst du in diesen Jahren ein weiteres Kind, verlängert sich die Erziehungszeit um die Monate, in denen sich beide überschneiden (§ 56 Abs. 5 SGB VI). Jedes Kind bringt so seine vollen Punkte, auch Zwillinge. Die Beiträge für diese Zeit zahlt der Bund (§ 177 SGB VI), du zahlst nichts.

Hast du in den Erziehungsjahren gearbeitet, kommen die Punkte für das Kind zu denen aus deinem Gehalt dazu, bis zur Beitragsbemessungsgrenze: 2026 sind das höchstens 1,9521 Punkte im Jahr (§ 70 Abs. 2 Satz 2 SGB VI). Nicht mehr voll angerechnet wird die Erziehungszeit also erst ab rund 4.123 € brutto im Monat.

Mütterrente nach Zahl der Kinder

Kinder vor 1992heuteMütterrente IIIPlus im Jahrkünftig
1 Kind106,30 €+21,26 €255,12 €127,56 €
2 Kinder212,60 €+42,52 €510,24 €255,12 €
3 Kinder318,90 €+63,78 €765,36 €382,68 €
4 Kinder425,20 €+85,04 €1.020,48 €510,24 €
5 Kinder531,50 €+106,30 €1.275,60 €637,80 €
6 Kinder637,80 €+127,56 €1.530,72 €765,36 €

Monatsrente brutto, Rentenwert ab 1. Juli 2026. Für Kinder ab 1992 gilt die Spalte „künftig“ schon heute. Gemischte Familien rechnest du oben im Rechner.

Mütterrente I, II und III im Überblick

Für Kinder ab 1992 gelten 36 Monate Kindererziehungszeit. Ältere Kinder brachten bis Juni 2014 nur 12 Monate, also einen Rentenpunkt. Der Gesetzgeber hat den Abstand in drei Schritten geschlossen, die als Mütterrente I, II und III bekannt sind:

ZeitraumRegelMonatePunkteheute wert
bis 30. Juni 2014vor der Mütterrente12142,52 €
1. Juli 2014 bis 31. Dezember 2018Mütterrente I24285,04 €
1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2027Mütterrente II302,5106,30 €
ab 1. Januar 2028Mütterrente III363127,56 €

Je Kind vor 1992, Rentenwert ab 1. Juli 2026. Mütterrente I: RV-Leistungsverbesserungsgesetz vom 23. Juni 2014 (BGBl. I S. 787). Mütterrente II: RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz vom 28. November 2018 (BGBl. I S. 2016). Mütterrente III: Gesetz vom 22. Dezember 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 362).

Wer schon Rente bezog, bekam die Verbesserungen jeweils als Zuschlag auf die laufende Rente: ab Juli 2014 einen Punkt je Kind, ab 2019 einen halben (§ 307d Abs. 1 und 1a SGB VI). Bei der Mütterrente III ist es wieder so. Wer später in Rente geht, bekommt die Monate direkt in seinen Versicherungsverlauf. Stehen dort für ein Kind vor 1992 noch 12 oder 24 Monate, prüft die Rentenversicherung die fehlenden Monate nach eigenen Angaben spätestens bei der nächsten Kontenklärung.

Mütterrente III: Gesetz, Start und Auszahlung

Die Mütterrente III ist beschlossen, mit dem Gesetz zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten vom 22. Dezember 2025, verkündet am 23. Dezember 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 362). Für jedes Kind, das vor 1992 geboren ist, gibt es sechs Monate Erziehungszeit mehr, also 0,5 Rentenpunkte oder heute 21,26 € im Monat. Wie das Plus kommt, hängt von deinem Rentenbeginn ab:

RentenbeginnWas du bekommstAusgezahltGrundlage
vor 2027Zuschlag von 0,5 Punkten je Kind ab 1. Januar 2027ab 2028, 2027 wird nachgezahlt§ 307d Abs. 1, 1a, 1b SGB VI
im Jahr 2027Zuschlag von 0,5 Punkten je Kind ab Rentenbeginnab 2028, mit Nachzahlung ab Rentenbeginn§ 307d Abs. 1c SGB VI
ab 202836 statt 30 Monate Kindererziehungszeitmit der ersten Rente§ 249 Abs. 1 SGB VI

§ 307d in der Fassung ab 1. Januar 2027 und § 249 Abs. 1 in der Fassung ab 1. Januar 2028 (Art. 3 Abs. 2 und 3 des Gesetzes).

Warum erst 2028? Einen Anspruch auf Prüfung des Zuschlags gibt es nicht vor Ablauf des 31. Dezember 2027 (§ 307d Abs. 6). Die Rentenversicherung nennt als Grund den sehr hohen technischen Aufwand bei der Umsetzung. Das Plus für 2027 zahlt sie nach.

Den Zuschlag bekommt, in dessen Rente für das Kind eine Berücksichtigungszeit für den 30. Monat nach der Geburt steckt, also der Elternteil, der das Kind mit zweieinhalb Jahren erzogen hat. Das ist meist die Mutter. Für Zeiten in der knappschaftlichen Rentenversicherung fällt er kleiner aus (§ 307d Abs. 2). Die Kosten trägt der Bund aus Steuermitteln (§ 291c SGB VI).

Was ein halber Punkt 2028 wert ist, steht noch nicht fest, weil die Rente am 1. Juli 2027 noch einmal angepasst wird. Die Beträge hier rechnen mit dem Rentenwert von heute.

Mutter oder Vater: wer die Punkte bekommt

Die Punkte bekommt immer nur ein Elternteil, und zwar der, der das Kind erzogen hat (§ 56 Abs. 2 SGB VI). Väter können die Mütterrente also genauso bekommen. Haben beide erzogen, gilt diese Reihenfolge:

  1. Gemeinsame ErklärungDie Eltern bestimmen übereinstimmend, wer die Zeit bekommt, auch nur für einen Teil davon. Die Erklärung wirkt für die Zukunft und höchstens zwei Kalendermonate zurück. Diese Rückwirkung entfällt, wenn mit den Zeiten schon eine Leistung bindend festgestellt oder ein Versorgungsausgleich oder Rentensplitting durchgeführt ist (Sätze 3 bis 6). Dafür gibt es das Formular V0820 der Rentenversicherung.
  2. Überwiegende ErziehungOhne Erklärung bekommt die Zeit, wer das Kind überwiegend erzogen hat (Satz 8).
  3. Sonst die MutterErziehen beide gleich viel, bekommt sie die Mutter. Bei gleichgeschlechtlichen Eltern geht sie an den Elternteil nach §§ 1591, 1592 BGB, sonst an den, der zuerst Elternteil wurde. Geht beides nicht, wird monatlich gewechselt, beginnend beim älteren Elternteil (Sätze 9 und 10).

Für die Berücksichtigungszeit bis zum zehnten Geburtstag gelten dieselben Regeln. Solange sie mit der Erziehungszeit zusammenfällt, bekommt sie nur, wer auch die Erziehungszeit hat. Stirbt ein Elternteil während der Erziehungszeit, bekommt die restlichen Monate in der Regel der andere, der das Kind dann allein erzieht. Ist die Mutter eines Kindes vor 1992 schon vor 1986 gestorben, gehört die ganze Zeit dem Vater (§ 249 Abs. 6 SGB VI).

Wann sich die Zuordnung zum Vater lohnt

Ein Punkt ist bei Mutter und Vater gleich viel wert. Einen Unterschied macht die Zuordnung vor allem hier:

  • Ein Elternteil verdient in den Erziehungsjahren sehr gut. Ab rund 4.123 € brutto im Monat stößt er mit den Erziehungspunkten an die Beitragsbemessungsgrenze, ein Teil verfällt. Dann ist die Zeit beim anderen Elternteil besser aufgehoben.
  • Ein Elternteil ist verbeamtet. Bei ihm zählt die Erziehung nicht in der Rente, sondern in der Beamtenversorgung (§ 56 Abs. 4 Nr. 3 SGB VI).
  • Einem Elternteil fehlen Monate für die 5 Jahre Wartezeit. Mit den Erziehungsmonaten bekommt er überhaupt erst eine Rente, siehe Rente ohne eigene Arbeit.
Die Erklärung wirkt nicht für die Vergangenheit

Wer die Zeit dem Vater zuordnen will, sollte das gleich nach der Geburt erklären. Jahre später lässt sich nur noch die Zukunft ändern, die Monate davor bleiben beim bisherigen Elternteil.

Kindererziehungszeiten beantragen und prüfen

Die Punkte gibt es nur, wenn die Erziehungszeiten in deinem Rentenkonto stehen. Bei Geburten in Deutschland melden die örtlichen Behörden die Geburt an die Rentenversicherung, die dann die Mutter anschreibt. Festgestellt werden die Zeiten auf Antrag, mit dem Formular V0800 online oder auf Papier, spätestens mit dem Rentenantrag.

  • Wann: Die Rentenversicherung empfiehlt den Antrag, wenn das Kind zehn Jahre alt ist, weil dann auch die Berücksichtigungszeit vollständig ist. Mit einem Riester-Vertrag stellst du ihn besser gleich nach dem dritten Geburtstag. Sonst kann die Zulagenstelle Kinderzulagen zurückfordern, weil sie dein Rentenkonto abgleicht.
  • Nachweise: Meist reichen deine Erklärung im Antrag und die Geburtsurkunde. Für ein Stiefkind kommen Heiratsurkunde und Meldebescheinigung dazu, für ein Pflegekind eine Erklärung des Jugendamts. Für Zeiten vor 1986 genügt es, die Erziehung glaubhaft zu machen (§ 249 Abs. 5 SGB VI).
  • Prüfen: Den Versicherungsverlauf schickt dir die Rentenversicherung regelmäßig zu (§ 149 Abs. 3 SGB VI), ab 55 steht er auch in der Rentenauskunft (§ 109 Abs. 4). Prüfen musst du ihn selbst (§ 149 Abs. 4). Fehlt ein Kind oder stehen für ein Kind vor 1992 weniger als 30 Monate drin, beantragst du eine Kontenklärung (Formular V0100).
  • Schon in Rente: Fehlen Kinder in deinem Rentenbescheid, kannst du die Überprüfung beantragen. Die Rente wird dann bis zu vier Jahre rückwirkend nachgezahlt, gerechnet ab dem Beginn des Jahres, in dem du den Antrag stellst (§ 44 Abs. 4 SGB X).

Kinder unter 10: Berücksichtigungszeit und Aufwertung

Vom Tag der Geburt bis zum zehnten Geburtstag ist die Erziehung eine Berücksichtigungszeit (§ 57 SGB VI). Sie bringt allein keine Punkte, zählt aber für Wartezeiten: für die 35 Jahre der Altersrente für langjährig Versicherte (§ 51 Abs. 3), für die 45 Jahre der Rente für besonders langjährig Versicherte (§ 51 Abs. 3a Satz 1 Nr. 2) und für die 33 Jahre der Grundrente (§ 76g Abs. 2). Warst du in der Zeit mehr als geringfügig selbstständig, zählt sie nur mit Pflichtbeiträgen (§ 57 Satz 2). Wann du mit 35 oder 45 Jahren in Rente gehen kannst, zeigt der Renteneintritt-Rechner.

Anders als die Kindererziehungszeit verlängert sich die Berücksichtigungszeit bei mehreren Kindern nicht. Sie läuft von der Geburt des ältesten bis zum zehnten Geburtstag des jüngsten Kindes: Zwei Kinder im Abstand von 3 Jahren bringen zusammen 13 Jahre, nicht 20. Liegen mehr als zehn Jahre zwischen den Geburten, beginnt mit dem zweiten Kind eine neue Berücksichtigungszeit.

Aufwertung für Eltern in Teilzeit

Hast du insgesamt mindestens 25 Jahre im Rentenkonto, gibt es für Monate nach 1991 mit Berücksichtigungszeit einen Aufschlag (§ 70 Abs. 3a SGB VI): Die Punkte aus deinem Gehalt werden um 50 % erhöht, höchstens um 0,0278 Punkte im Monat. Erziehst du zwei Kinder unter zehn gleichzeitig, bekommst du die 0,0278 Punkte auch ohne Job. Zusammen mit Gehalt und Kindererziehungszeit ist bei 0,0833 Punkten im Monat Schluss. In den ersten drei Jahren bringt der Aufschlag deshalb nichts, er wirkt vom dritten bis zum zehnten Geburtstag.

Ein Beispiel: Verdienst du in Teilzeit die Hälfte des Durchschnittsentgelts, 2026 rund 2.164 € im Monat, bekommst du dafür 0,5 Punkte im Jahr. Die Aufwertung legt 0,25 Punkte drauf. Über die 7 Jahre bis zum zehnten Geburtstag sind das 1,75 Punkte, also 74,41 € mehr Rente im Monat. Wie sich Teilzeit sonst auf die Rente auswirkt, zeigt der Teilzeit-Rechner.

Rente ohne eigene Arbeit: die fünf Jahre Wartezeit

Kindererziehungszeiten sind Pflichtbeitragszeiten (§ 3 Satz 1 Nr. 1, § 55 Abs. 1 SGB VI) und zählen voll für die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren (§ 50 Abs. 1, § 51 Abs. 1). Erst wenn sie erfüllt ist, gibt es eine Regelaltersrente. Mit zwei Kindern hast du die 60 Monate allein durch die Erziehung zusammen, auch wenn du nie gearbeitet hast.

KinderMonate Erziehungfehlen zu 5 Jahrenkostet zum Mindestbeitrag
1 Kind ab 19923624 Monate2.691,84 €
1 Kind vor 1992, Rente vor 20283030 Monate3.364,80 €
1 Kind vor 1992, Rente ab 20283624 Monate2.691,84 €
2 Kinder vor 199260keine–
2 Kinder ab 199272keine–

Mindestbeitrag 2026 für freiwillig Versicherte 112,16 € im Monat. Andere Beitragsmonate, etwa aus einem Minijob mit Rentenbeiträgen, zählen mit.

Rechenbeispiel Ein Kind ab 1992, sonst keine Beiträge

Mit 24 freiwilligen Monaten zum Mindestbeitrag sind die 5 Jahre voll. Gerechnet mit den Werten von 2026.

Kindererziehungszeit: 36 Monate
3 Punkte
Fehlende 24 Monate zum Mindestbeitrag von 112,16 €
2.691,84 €
Punkte aus den freiwilligen Beiträgen
+0,2786 Punkte
Rentenpunkte zusammen
3,2786 Punkte
Rente im Monat (× 42,52 €)
139,41 €

Nach rund 20 Monaten Rente sind die Beiträge brutto wieder drin. Ohne sie gäbe es aus der Erziehungszeit allein gar keine Rente.

Freiwillige Beiträge rechtzeitig zahlen

Freiwillige Beiträge für ein Jahr kannst du bis zum 31. März des Folgejahres zahlen (§ 197 Abs. 2 SGB VI). Ist eine Vollrente wegen Alters bewilligt und die Regelaltersgrenze erreicht, geht das nicht mehr (§ 7 Abs. 2 SGB VI). Wie viele Punkte du schon hast, zeigt der Rentenpunkte-Rechner.

Häufige Fragen

Muss ich die Mütterrente III beantragen?
In der Regel nicht. Wer vor 2028 in Rente ist, bekommt den Zuschlag nach Angaben der Rentenversicherung weitgehend automatisch. Hast du die Kindererziehungszeiten schon feststellen lassen, beziehst aber noch keine Rente, trägt die Rentenversicherung die zusätzlichen Monate 2028 von sich aus in dein Konto ein. Alle anderen müssen nur dafür sorgen, dass die Erziehungszeiten im Konto stehen, spätestens mit dem Rentenantrag (so geht es).
Bekommen auch Väter die Mütterrente?
Ja, wenn die Erziehungszeit ihnen zugeordnet ist. Die Punkte gehören dem Elternteil, der das Kind überwiegend erzogen hat. Haben beide gleich viel erzogen, bekommt sie die Mutter, außer die Eltern haben gemeinsam etwas anderes erklärt (§ 56 Abs. 2 SGB VI). Den Zuschlag der Mütterrente III bekommt ein Vater deshalb nur, wenn die Erziehungszeit für das Kind schon in seiner Rente steckt.
Zählen Adoptiv-, Stief- und Pflegekinder?
Ja. Als Elternteil gelten auch Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern (§ 56 Abs. 1 Satz 2 SGB VI). Kindererziehungszeit gibt es aber nur in den ersten drei Lebensjahren des Kindes: Kommt es mit zwei Jahren in die Familie, bleiben die restlichen Monate. Die Berücksichtigungszeit läuft bis zum zehnten Geburtstag. Großeltern und andere Verwandte bekommen die Zeiten nach Angaben der Rentenversicherung, wenn das Kind auf Dauer bei ihnen lebt und nicht mehr in der Obhut der leiblichen Eltern ist. Für ein Stiefkind brauchst du die Heiratsurkunde und eine Meldebescheinigung, für ein Pflegekind eine Erklärung des Jugendamts.
Bekommen Beamtinnen die Mütterrente?
Nicht aus der Rentenversicherung, wenn ihre Versorgung die Erziehung schon berücksichtigt (§ 56 Abs. 4 Nr. 3 SGB VI). Bundesbeamte bekommen stattdessen einen Kindererziehungszuschlag zum Ruhegehalt (§ 50a BeamtVG), Landesbeamte nach dem Versorgungsrecht ihres Landes. Für Kinder vor 1992 nennt § 50a BeamtVG weiterhin 30 Monate, das Gesetz zur Mütterrente III ändert nur das Renten- und Sozialversicherungsrecht. Wer erst nach der Erziehungszeit verbeamtet wurde, hat die Zeiten in der Rentenversicherung. Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärztinnen und Anwälte, bekommen sie dort ebenfalls angerechnet, weil ihr Versorgungswerk die Erziehung nicht gleichwertig berücksichtigt.
Gibt es die Mütterrente auch bei einer Erwerbsminderungsrente?
Ja. Kindererziehungszeiten zählen in jeder Rente aus eigener Versicherung. Den Zuschlag der Mütterrente III gibt es für jede Rente, die vor 2028 beginnt, die Rentenversicherung nennt ausdrücklich Alters- und Erwerbsminderungsrenten. Folgt auf die Erwerbsminderungsrente später die Altersrente, bleibt der Zuschlag erhalten (§ 307d Abs. 3 SGB VI).
Kürzt die Mütterrente meine Witwenrente?
Sie kann. Auf eine Witwen- oder Witwerrente wird eigenes Einkommen angerechnet, auch deine eigene Rente samt der Punkte für die Kinder. Die Rente zählt dabei um 14 % gekürzt, bei Rentenbeginn vor 2011 um 13 % (§ 18b Abs. 5 Nr. 8 SGB IV). Was über dem Freibetrag von 1.122,53 € im Monat liegt, mindert die Witwenrente zu 40 % (§ 97 SGB VI). Liegst du schon über dem Freibetrag, bringt dir ein halber Punkt Mütterrente III 21,26 € mehr eigene Rente und kostet 7,31 € Witwenrente, es bleiben 13,95 € Plus. Für 2027 gilt eine Ausnahme: Der Zuschlag für dieses Jahr wird bis Ende 2027 nicht angerechnet (§ 114 Abs. 7 SGB IV in der Fassung ab 2027), die Nachzahlung kürzt also keine Witwenrente für 2027. Wer Kinder bis zum dritten Geburtstag erzogen hat, bekommt zur Witwenrente nach neuem Recht einen Kinderzuschlag (§ 78a SGB VI), das rechnet der Witwenrenten-Rechner.
Zählt die Mütterrente bei Grundsicherung und Wohngeld?
Ja. Sie ist Teil deiner Rente und zählt bei der Grundsicherung im Alter und beim Wohngeld als Einkommen, darauf weist die Rentenversicherung auch bei der Mütterrente III hin. Wer mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten hat, behält bei der Grundsicherung einen Freibetrag: 100 € der Rente und 30 % des Rests, höchstens 281,50 € im Monat (§ 82a SGB XII). Beim Wohngeld gilt derselbe Freibetrag aufs Jahr gerechnet (§ 17a WoGG, Wohngeld-Rechner). Kindererziehungs- und Berücksichtigungszeiten zählen zu diesen Jahren.
Zählt die Kindererziehung für die Grundrente?
Ja. Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten bis zum zehnten Geburtstag sind Grundrentenzeiten (§ 76g Abs. 2 SGB VI mit § 51 Abs. 3a). Für den Zuschlag brauchst du mindestens 33 Jahre davon, Monate ohne eigene Arbeit zählen also mit. In den Durchschnitt, aus dem der Zuschlag berechnet wird, gehen die Monate der Kindererziehungszeit mit ihren 0,0833 Punkten ein (§ 76g Abs. 3 und 4). Auf den Zuschlag wird Einkommen angerechnet, dazu gehört die eigene Rente samt Mütterrente (§ 97a SGB VI). Was am Ende herauskommt, rechnet die Rentenversicherung für jeden Fall einzeln aus.
Muss ich auf die Mütterrente Steuern und Krankenkassenbeitrag zahlen?
Ja, wie auf die übrige gesetzliche Rente. Steuerpflichtig ist der Besteuerungsanteil deines Rentenbeginns, bei Beginn 2026 sind das 84 % (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG). Bei einer laufenden Rente ist der Zuschlag der Mütterrente III keine regelmäßige Rentenanpassung, deshalb wird der steuerfreie Teil deiner Rente im selben Verhältnis erhöht (Sätze 6 und 7 der Vorschrift). Ob Steuer anfällt, hängt von deinem gesamten Einkommen ab, das zeigt der Rentenbesteuerungs-Rechner. In der Krankenversicherung der Rentner gehen 12,35 % ab. Kinder helfen auch beim Zugang dorthin: Je Kind werden 3 Jahre auf die nötige Vorversicherungszeit angerechnet (§ 5 Abs. 2 Satz 3 SGB V, KVdR-Rechner).
Was gilt, wenn ich mein Kind im Ausland erzogen habe?
Dann zählt die Zeit in der Regel nicht. Eine Ausnahme gilt, wenn du oder dein Ehe- oder Lebenspartner während der Erziehung oder direkt vor der Geburt wegen einer Arbeit im Ausland deutsche Pflichtbeiträge hattet, etwa bei einer Entsendung durch den Arbeitgeber (§ 56 Abs. 3 SGB VI). Für die Erziehung in einem anderen EU-Staat und für Aussiedler gibt es weitere Ausnahmen, hier rät die Rentenversicherung zu einer Beratung im Einzelfall.

Quellen

  1. § 56 SGB VI: Kindererziehungszeiten: Zuordnung, Ausland, Ausschluss, Dauer gesetze-im-internet.de
  2. § 249 SGB VI: Kinder vor 1992, Glaubhaftmachung vor 1986 gesetze-im-internet.de
  3. § 70 SGB VI: Punkte je Monat (Abs. 2), Aufwertung für Eltern (Abs. 3a) gesetze-im-internet.de
  4. § 57 SGB VI: Berücksichtigungszeit bis zum zehnten Geburtstag gesetze-im-internet.de
  5. § 307d SGB VI: Zuschläge für laufende Renten, Fassung bis Ende 2026 gesetze-im-internet.de
  6. BGBl. 2025 I Nr. 362: Gesetz vom 22.12.2025 mit Mütterrente III, neuer § 307d und § 249 Abs. 1 recht.bund.de
  7. DRV: Mütterrente III: Auszahlung ab 2028, Nachzahlung, Antrag deutsche-rentenversicherung.de
  8. DRV: Kindererziehung, Ihr Plus für die Rente: Faltblatt, 20. Auflage 4/2026 deutsche-rentenversicherung.de
  9. § 76g SGB VI: Grundrentenzeiten gesetze-im-internet.de
  10. § 97 SGB VI: Einkommensanrechnung auf Witwenrenten gesetze-im-internet.de
  11. § 82a SGB XII: Freibetrag in der Grundsicherung gesetze-im-internet.de
  12. § 50a BeamtVG: Kindererziehungszuschlag für Bundesbeamte gesetze-im-internet.de

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