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Erziehungsrente-Rechner 2026

Stirbt dein geschiedener Ehepartner, während du ein Kind unter 18 erziehst, bekommst du nach § 47 SGB VI die Erziehungsrente. Sie kommt aus deiner eigenen Rentenversicherung, nicht aus der des Verstorbenen, und ist so hoch wie deine Rente wegen voller Erwerbsminderung: Beginnt sie mit 38 Jahren und du hast 15 Entgeltpunkte aus 18 Beitragsjahren, sind es etwa 1.461,80 € brutto im Monat. Verdienst du selbst, wird dein Einkommen nach einem Pauschalabzug teilweise angerechnet, soweit es 1.122,53 € im Monat übersteigt.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Erziehungsrente-Rechner

Erziehungsrente im Monat

1.100,00 €

Vor Anrechnung 1.100,00 € · Freibetrag 1.360,64 €

Dein Einkommen liegt nach dem Pauschalabzug nicht über dem Freibetrag von 1.360,64 €. Du bekommst die volle Erziehungsrente von 1.100,00 € im Monat, vor Kranken- und Pflegeversicherung.

Vor Anrechnung
1.100,00 €
Einkommen nach Abzug
1.320,00 €
Angerechnet
0,00 €

Rechenweg

Erziehungsrente vor Anrechnung1.100,00 €
Dein Einkommen nach Pauschalabzug1.320,00 €
− Freibetrag (26,4 × 42,52 € plus Kinder)1.360,64 €
× 40 % angerechnet−0,00 €
= Erziehungsrente1.100,00 €

Voraussetzungen: Ihr wart geschieden, dein früherer Partner ist gestorben, du erziehst ein Kind, hast nicht wieder geheiratet und selbst mindestens fünf Jahre im Rentenkonto. Die Rente läuft, solange du ein Kind unter 18 erziehst, längstens bis zu deiner Regelaltersgrenze.

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Kopier den Code an die Stelle deiner Seite, an der der Rechner stehen soll. Er läuft dann bei dir, kostenlos, ohne Werbung und ohne Statistik, und rechnet immer mit den aktuellen Werten. Der Link zu RechnerCheck unter dem Rechner muss drinbleiben. Alle Rechner zum Einbinden

Auf dieser Seite
  1. Werte 2026
  2. § 47 SGB VI erklärt
  3. Wie hoch sie ist
  4. Einkommensanrechnung
  5. Witwen- und Waisenrente
  6. Versorgungsausgleich
  7. Antrag und Beginn
  8. Wann sie endet
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Erziehungsrente 2026: die wichtigsten Werte

Wert2026Grundlage
Rentenartfaktor der Erziehungsrente1,0§ 67 Nr. 4 SGB VI
Aktueller Rentenwert ab 1. Juli 2026 (bis Juni 40,79 €)42,52 €§ 68 SGB VI, RWBestV 2026
Abschlag je Monat vor dem 65. Geburtstag, höchstens0,3 % / 10,8 %§ 77 Abs. 2 SGB VI
Ende der Zurechnungszeit bei Rentenbeginn 202666 Jahre und 3 Monate§ 253a Abs. 3 SGB VI
Freibetrag für dein Einkommen im Monat (26,4 × Rentenwert)1.122,53 €§ 97 Abs. 2 SGB VI
Zusätzlich je Kind mit Waisenrente (5,6 × Rentenwert)238,11 €§ 97 Abs. 2 SGB VI
Vom Einkommen über dem Freibetrag angerechnet40 %§ 97 Abs. 2 SGB VI
Allgemeine Wartezeit, die du selbst erfüllen musst5 Jahre§ 47 Abs. 1 Nr. 4, § 50 SGB VI

Der Rechner oben braucht vor allem zwei Zahlen von dir: die Rente wegen voller Erwerbsminderung aus deiner Renteninformation und dein Einkommen. Wie die Rentenversicherung auf diese Werte kommt und welche Voraussetzungen du erfüllen musst, steht in den Abschnitten darunter.

§ 47 SGB VI: die Erziehungsrente Absatz für Absatz

§ 47 SGB VI hat vier Absätze. Der erste regelt den Normalfall, die anderen drei erweitern ihn. Rechtlich ist die Erziehungsrente eine Rente wegen Todes (§ 33 Abs. 4 SGB VI), gezahlt wird sie aber aus deiner eigenen Versicherung. Den Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de.

StelleWas drinsteht
Abs. 1, EinleitungVersicherte haben bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch, wenn die Nummern 1 bis 4 alle erfüllt sind
Abs. 1 Nr. 1Die Ehe wurde nach dem 30. Juni 1977 geschieden, und der geschiedene Ehegatte ist gestorben
Abs. 1 Nr. 2Du erziehst ein eigenes Kind oder ein Kind des geschiedenen Ehegatten, mit Verweis auf § 46 Abs. 2
Abs. 1 Nr. 3Du hast nicht wieder geheiratet
Abs. 1 Nr. 4Du hattest bis zum Tod des geschiedenen Ehegatten die allgemeine Wartezeit erfüllt
Abs. 2Eine für nichtig erklärte oder aufgehobene Ehe zählt wie eine geschiedene
Abs. 3Auch Verwitwete bekommen Erziehungsrente, wenn mit dem Ehegatten ein Rentensplitting durchgeführt wurde
Abs. 4Alles gilt genauso für eingetragene Lebenspartnerschaften

Nr. 1: Scheidung nach dem 30. Juni 1977 und Tod des geschiedenen Ehegatten

Geschieden ist eine Ehe erst mit der Rechtskraft des Scheidungsbeschlusses (§ 1564 BGB). Wer getrennt lebt, aber noch verheiratet ist, wenn der Partner stirbt, bekommt deshalb keine Erziehungsrente, sondern die Witwenrente. Ist der frühere Partner verschollen, gilt er als verstorben, wenn die Umstände seinen Tod wahrscheinlich machen und seit einem Jahr keine Nachricht von ihm kam (§ 49 SGB VI). Wurde die Ehe vor dem 1. Juli 1977 geschieden, gibt es keine Erziehungsrente. Dann kommt eine Witwenrente an geschiedene Ehegatten in Frage, wenn der Verstorbene im letzten Jahr vor dem Tod Unterhalt gezahlt hat oder zahlen musste (§ 243 SGB VI).

Ob der Verstorbene selbst genug Beitragsjahre hatte, spielt keine Rolle. Seine Versicherung wird für deine Rente gar nicht gebraucht.

Nr. 2: Erziehung eines Kindes

Über den Verweis auf § 46 Abs. 2 SGB VI zählen als Kinder:

  • deine eigenen Kinder und die Kinder des Verstorbenen, auch ein eigenes Kind aus einer späteren Beziehung,
  • Stief- und Pflegekinder, die in deinem Haushalt leben,
  • Enkel und Geschwister, die in deinem Haushalt leben oder die du überwiegend unterhältst.

Das Kind muss jünger als 18 sein. Ohne Altersgrenze zählt die Sorge in häuslicher Gemeinschaft für ein Kind, das wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Nr. 3: nicht wieder verheiratet

Hast du vor dem Tod deines früheren Partners erneut geheiratet oder eine Lebenspartnerschaft begründet, gibt es keine Erziehungsrente. Heiratest du später, endet sie. Anders als bei der Witwenrente lebt der Anspruch auch dann nicht wieder auf, wenn die neue Ehe geschieden wird: Eine Rente nach dem vorletzten Ehegatten kennt das Gesetz nur für Witwen- und Witwerrenten (§ 46 Abs. 3 SGB VI).

Nr. 4: deine eigene Wartezeit von 5 Jahren

Du selbst musst beim Tod deines früheren Partners mindestens 5 Jahre (60 Monate) im Rentenkonto haben (§ 50 Abs. 1 SGB VI). Es zählen Beitragszeiten (§ 51 Abs. 1): Monate mit Pflichtbeiträgen aus einem Job, auch einem Minijob mit Rentenbeiträgen, freiwillige Beiträge und Kindererziehungszeiten, also bis zu drei Jahre je Kind, wenn sie dir zugeordnet sind (§ 56 SGB VI). Zwei Kinder reichen deshalb oft schon aus.

Auch der Versorgungsausgleich hilft: Die Entgeltpunkte, die du bei der Scheidung bekommen hast, geteilt durch 0,0313 ergeben Wartezeitmonate (§ 52 Abs. 1 SGB VI). Aus 2 übertragenen Entgeltpunkten werden 63 Monate, mehr als die geforderten 60. Angerechnet werden sie nur, soweit die Monate der Ehezeit nicht schon anders belegt sind. Was nach dem Todestag dazukommt, zählt für den Anspruch nicht mehr.

Abs. 2 bis 4: aufgehobene Ehe, Rentensplitting, Lebenspartnerschaft

Eine aufgehobene oder für nichtig erklärte Ehe steht der geschiedenen gleich (Abs. 2). Haben Ehepartner statt der späteren Witwenrente ein Rentensplitting vereinbart, gibt es nach dem Tod keine Witwenrente (§ 46 Abs. 2b SGB VI). Wer dann ein Kind erzieht, bekommt die Erziehungsrente, solange er nicht wieder heiratet und die Wartezeit erfüllt hatte (Abs. 3). Für eingetragene Lebenspartnerschaften gilt alles entsprechend, die Aufhebung zählt als Scheidung (Abs. 4).

Wie hoch ist die Erziehungsrente?

Die Erziehungsrente wird mit der normalen Rentenformel berechnet (§ 64 SGB VI), und zwar aus deinen eigenen Entgeltpunkten. Was dein früherer Partner verdient hat, spielt für die Höhe keine Rolle.

Erziehungsrente = persönliche Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor 1,0 × aktueller Rentenwert

  1. Deine EntgeltpunkteAlle Punkte aus Jobs, Kindererziehung und dem Versorgungsausgleich der Scheidung.
  2. ZurechnungszeitDazu kommen Punkte für die Zeit vom Rentenbeginn bis zum Alter von 66 Jahren und 3 Monaten, als hättest du so weitergearbeitet wie bisher (§ 59 Abs. 2 Nr. 4 und § 253a SGB VI). Bis 2031 steigt diese Grenze auf 67 Jahre. Bewertet wird sie mit dem Durchschnitt deiner bisherigen Punkte (§§ 71 bis 73 SGB VI).
  3. ZugangsfaktorFür jeden Monat vor dem 65. Geburtstag gibt es 0,3 % Abschlag. Beginnt die Rente vor dem 62. Geburtstag, zählt sie wie mit 62, der Abschlag liegt dann bei 10,8 % (§ 77 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 und Satz 2 SGB VI).
  4. Rentenartfaktor1,0 wie bei einer Altersrente (§ 67 Nr. 4 SGB VI), nicht 0,55 wie bei der großen Witwenrente.
Rechenweg Beginn mit 38 Jahren, 15 Entgeltpunkte aus 18 Beitragsjahren
Deine Entgeltpunkte bis zum Rentenbeginn
15,0000
Zurechnungszeit: 339 Monate bis zum Alter von 66 Jahren und 3 Monaten, bewertet mit 0,8333 Punkten je Jahr
+23,5417
Entgeltpunkte zusammen
38,5417
Zugangsfaktor: 36 Monate × 0,3 % Abschlag
× 0,892
Rentenartfaktor der Erziehungsrente
× 1,0
Aktueller Rentenwert seit 1. Juli 2026
× 42,52 €
Erziehungsrente brutto im Monat
1.461,80 €

Nach Kranken- und Pflegeversicherung bleiben 1.281,27 €. Ohne Zurechnungszeit wären es nur 568,92 € brutto. Vereinfacht gerechnet mit einem Versicherungsverlauf ohne Lücken; den genauen Wert nennt deine Renteninformation als Rente wegen voller Erwerbsminderung, Abschlag und Zurechnungszeit sind dort schon eingerechnet.

Erziehungsrente nach Entgeltpunkten

Entgeltpunkte mit ZurechnungszeitOhne AbschlagBrutto mit 10,8 % AbschlagNach Kranken- und Pflegebeitrag
15637,80 €568,92 €498,66 €
20850,40 €758,56 €664,88 €
251.063,00 €948,20 €831,10 €
301.275,60 €1.137,84 €997,32 €
351.488,20 €1.327,47 €1.163,53 €
401.700,80 €1.517,11 €1.329,75 €

Rentenwert 42,52 €, Rentenbeginn vor dem 62. Geburtstag. Gesetzlich versichert mit Kind: 12,35 % für Kranken- und Pflegeversicherung, vor Einkommensanrechnung und Steuer.

Einkommensanrechnung nach § 97 SGB VI

Verdienst du selbst, wird ein Teil davon auf die Erziehungsrente angerechnet, und zwar vom ersten Monat an. Ein Sterbevierteljahr ohne Anrechnung wie bei der Witwenrente gibt es nicht (§ 97 Abs. 1 SGB VI). Die Rechnung hat vier Schritte:

  1. Welches Einkommen zähltLohn, Gewinn aus Selbständigkeit, Lohnersatz wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld, eigene Renten, Zinsen und Mieten, Elterngeld über dem anrechnungsfreien Teil (§ 18a SGB IV). Nicht dazu gehören Kindergeld, Unterhalt, die Waisenrente des Kindes und eine geförderte Riester-Rente.
  2. Pauschal kürzenDie Rentenversicherung zieht pauschal ab: vom Lohn 40 %, von Beamtenbezügen 27,5 %, vom Gewinn Selbständiger 39,8 %, von einer eigenen gesetzlichen Rente 14 %, von Kapitalerträgen mit Abgeltungsteuer 30 % (§ 18b Abs. 5 SGB IV).
  3. Freibetrag abziehenFrei bleiben 1.122,53 € im Monat, das 26,4fache des Rentenwerts, plus 238,11 € für jedes Kind mit Anspruch auf Waisenrente. Den Kinderbetrag gibt es auch für ein Kind, das nur deshalb keine Waisenrente bekommt, weil es nicht vom Verstorbenen ist (§ 97 Abs. 2 SGB VI).
  4. 40 % anrechnenVom Rest werden 40 % von der Rente abgezogen.
Rechenbeispiel Dieselbe Rente mit 2.800 € Lohn und einem Kind
Erziehungsrente vor Anrechnung
1.461,80 €
Dein Lohn 2.800 € minus 40 % Pauschale
1.680,00 €
Freibetrag 1.122,53 € plus 238,11 € für ein Kind
−1.360,64 €
Einkommen über dem Freibetrag
319,36 €
davon 40 % angerechnet
−127,74 €
Erziehungsrente nach Anrechnung
1.334,06 €
Eigener Lohn bruttoAngerechnetErziehungsrente
1.500 €0,00 €1.461,80 €
2.000 €0,00 €1.461,80 €
2.500 €55,74 €1.406,06 €
3.000 €175,74 €1.286,06 €
3.500 €295,74 €1.166,06 €
4.000 €415,74 €1.046,06 €
5.000 €655,74 €806,06 €

Erziehungsrente vor Anrechnung 1.461,80 € wie im Beispiel oben, ein Kind mit Waisenrente, Freibeträge seit Juli 2026.

Bis zu welchem Einkommen nichts angerechnet wird

KinderFreibetragLohn brutto bisGewinn Selbständiger bisBeamtenbezüge bis
kein Kind mit Waisenrente1.122,53 €1.870 €1.864 €1.548 €
1 Kind1.360,64 €2.267 €2.260 €1.876 €
2 Kinder1.598,75 €2.664 €2.655 €2.205 €
3 Kinder1.836,86 €3.061 €3.051 €2.533 €

Im Monat, Freibeträge von Juli 2026 bis Juni 2027. Darüber wird 40 % des übersteigenden Betrags nach der pauschalen Kürzung angerechnet.

Welches Jahr zählt

Bei Lohn und Gewinn nimmt die Rentenversicherung das Einkommen des letzten Kalenderjahres, geteilt durch die Monate, in denen du es verdient hast (§ 18b Abs. 2 SGB IV). Verdienst du zu Rentenbeginn mindestens 10 % weniger, zählt das laufende Einkommen (§ 18b Abs. 3). Später berücksichtigt sie Änderungen erst zum nächsten 1. Juli. Sinkt dein Einkommen um mindestens 10 %, kann sie das sofort berücksichtigen (§ 18d SGB IV), melde es ihr also gleich.

Für ältere Ehen gilt noch das alte Recht: Wurde die geschiedene Ehe vor 2002 geschlossen und ist einer von euch vor dem 2. Januar 1962 geboren, zählen nur Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen, Zinsen und Mieten also nicht (§ 114 Abs. 2 SGB IV).

Erziehungsrente, Witwenrente und Halbwaisenrente

Die drei Renten werden oft verwechselt. Der wichtigste Unterschied: Die Erziehungsrente zahlt deine eigene Versicherung, Witwen- und Waisenrente zahlt die Versicherung des Verstorbenen.

MerkmalErziehungsrenteWitwenrenteHalbwaisenrente
Für wenGeschiedene, Scheidung nach dem 30.06.1977Ehepartner, die beim Tod noch verheiratet warenDas Kind des Verstorbenen
Aus wessen VersicherungDeine eigeneDie des VerstorbenenDie des Verstorbenen
Wartezeit von 5 JahrenDu selbstDer VerstorbeneDer Verstorbene
Rentenartfaktor1,00,55 groß, 0,25 klein, in den ersten drei Monaten 1,00,1 plus Zuschlag
Einkommen angerechnetJa, ab dem ersten MonatJa, nach den ersten drei MonatenNein
DauerSolange du ein Kind erziehst, längstens bis zur RegelaltersgrenzeGroß unbefristet, klein 24 MonateBis 18, in Ausbildung bis 27
Bei WiederheiratEndet ohne AbfindungEndet mit einmaliger AbfindungLäuft weiter
RückwirkendAb dem Monat nach dem Tod nur bei Antrag binnen drei Monaten nach dem SterbemonatBis zu zwölf Monate vor dem AntragsmonatBis zu zwölf Monate vor dem Antragsmonat

§§ 46 bis 48, 67, 78, 97, 99, 107 SGB VI. Die Halbwaisenrente läuft unabhängig von Heirat oder Einkommen des Elternteils.

Dein Kind bekommt die Halbwaisenrente zusätzlich zu deiner Erziehungsrente, wenn der Verstorbene die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hatte (§ 48 Abs. 1 SGB VI). Sie mindert deine Rente nicht, sie erhöht im Gegenteil deinen Freibetrag. Für deine Rente ist die Frist aber viel kürzer als für die Waisenrente, stell beide Anträge deshalb zusammen und früh. Die große Witwenrente für Verheiratete rechnet der Witwenrente-Rechner.

Versorgungsausgleich nach dem Tod des Ex-Partners

Punkte aus dem Versorgungsausgleich bei der Scheidung stecken schon in deinem Konto und zählen für die Erziehungsrente mit, für die Höhe und für die Wartezeit. Hast du damals Punkte abgegeben und hat dein früherer Partner daraus höchstens 36 Monate Rente bezogen, kannst du beantragen, dass die Kürzung wegfällt (§ 37 Abs. 1 und 2 VersAusglG). Punkte, die du im Gegenzug von ihm bekommen hast, fallen dann weg (§ 37 Abs. 3). Lohnend ist das also nur, wenn du mehr abgegeben als bekommen hast.

Die Anpassung gilt erst ab dem Monat nach dem Antrag (§ 38 Abs. 2 mit § 34 Abs. 3 VersAusglG), warte damit also nicht. Zuständig ist der Versorgungsträger, bei dem dein Anrecht gekürzt wurde, bei der gesetzlichen Rente also die Rentenversicherung. Wie viele Punkte bei der Scheidung hin- und hergegangen sind, steht im Beschluss des Familiengerichts, eine Schätzung liefert der Versorgungsausgleich-Rechner.

Antrag und Beginn

Die Erziehungsrente gibt es nur auf Antrag (§ 115 Abs. 1 SGB VI). Weil sie aus deiner eigenen Versicherung kommt, gilt die kurze Frist für eigene Renten: Beantragst du sie bis zum Ende des dritten Monats nach dem Sterbemonat, läuft sie ab dem Monat nach dem Tod. Später bekommst du sie erst ab dem Antragsmonat (§ 99 Abs. 1 SGB VI). Die zwölf Monate Rückwirkung der Witwen- und Waisenrente gelten hier nicht.

Drei-Monats-Frist

Liegt der Todestag im Mai, muss der Antrag bis Ende August bei der Rentenversicherung sein, damit die Rente ab Juni gezahlt wird. Jeder Monat danach kostet eine volle Monatsrente.

Stellen kannst du den Antrag online bei der Deutschen Rentenversicherung, in einer ihrer Beratungsstellen, aber auch bei deiner Gemeinde oder einem anderen Sozialleistungsträger. Die Frist ist dann schon mit dem Eingang dort gewahrt (§ 16 SGB I). Leg die Sterbeurkunde, den Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk und die Geburtsurkunden der Kinder bereit. Dein Einkommen musst du nachweisen, bei Lohn hilft eine Bescheinigung des Arbeitgebers für das letzte Jahr (§ 18c SGB IV).

Wann die Erziehungsrente endet

Die Erziehungsrente läuft, solange du ein Kind unter 18 erziehst. Wird das jüngste Kind 18, endet sie, außer es hat eine Behinderung und kann sich nicht selbst unterhalten. Heiratest du wieder oder begründest eine Lebenspartnerschaft, endet sie ebenfalls, eine Abfindung wie bei der Witwenrente gibt es dafür nicht (§ 107 SGB VI gilt nur für Witwen- und Witwerrenten). Gezahlt wird bis zum Ende des Monats, in dem du heiratest oder dein jüngstes Kind 18 wird (§ 100 Abs. 3 SGB VI). Heirat, Umzug des Kindes oder ein höheres Einkommen musst du der Rentenversicherung unverzüglich melden (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 SGB I), sonst fordert sie zu viel gezahlte Rente später zurück (§§ 48, 50 SGB X).

Übergang in die Altersrente

Spätestens mit der Regelaltersgrenze endet die Erziehungsrente (§ 47 Abs. 1 SGB VI). Läuft sie bis dahin, zahlt die Rentenversicherung anschließend ohne neuen Antrag die Regelaltersrente (§ 115 Abs. 3 SGB VI), die Mindestversicherungszeit gilt dann als erfüllt (§ 50 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB VI).

Häufige Fragen

Gibt es die Erziehungsrente auch ohne Ehe?
Nein. § 47 SGB VI setzt eine geschiedene Ehe oder eine aufgehobene eingetragene Lebenspartnerschaft voraus. Stirbt der andere Elternteil eures gemeinsamen Kindes und ihr wart nie verheiratet, bekommst du weder Erziehungsrente noch Witwenrente. Euer Kind hat aber Anspruch auf Halbwaisenrente aus der Versicherung des Verstorbenen, wenn dieser die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat (§ 48 SGB VI).
Zählt die Waisenrente meines Kindes als mein Einkommen?
Nein. Die Waisenrente gehört dem Kind. Sie erhöht sogar deinen Freibetrag, um 238,11 € je Kind mit Anspruch auf Waisenrente (§ 97 Abs. 2 Satz 2 SGB VI). Auch Kindergeld und Unterhalt für das Kind zählen nicht als dein Einkommen, sie stehen nicht in der abschließenden Liste des § 18a SGB IV.
Endet der Unterhalt mit dem Tod meines früheren Partners?
Nicht ganz. Ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt geht auf die Erben über, sie haften aber höchstens bis zu dem Betrag, der dir als Pflichtteil zustünde, wenn ihr nicht geschieden worden wärt (§ 1586b BGB). Unterhalt wird nicht auf die Erziehungsrente angerechnet, du kannst beides nebeneinander bekommen.
Muss ich auf die Erziehungsrente Steuern zahlen?
Ja, sie wird wie eine Altersrente besteuert (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG). Beginnt sie 2026, sind 84 % steuerpflichtig, bei Beginn 2027 84,5 %. Der Rest ist ein fester Rentenfreibetrag in Euro, der nach dem ersten vollen Jahr gleich bleibt. Bei 1.461,80 € im Monat sind 14.734,94 € im Jahr steuerpflichtig und 2.806,66 € frei. Steuer fällt nur an, wenn dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag von 12.348 € liegt. Die Rentenversicherung behält keine Steuer ein. Hast du daneben Lohn, musst du eine Steuererklärung abgeben, sobald deine Einkünfte aus der Rente im Jahr mehr als 410 € betragen (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Was übrig bleibt, rechnet der Rentenbesteuerungs-Rechner.
Werden von der Erziehungsrente Kranken- und Pflegebeiträge abgezogen?
Ja, wenn du gesetzlich versichert bist. Auf die Rente fallen 8,75 % Krankenversicherung an (halber allgemeiner Satz plus halber durchschnittlicher Zusatzbeitrag), die andere Hälfte trägt die Rentenversicherung (§ 249a SGB V). Den Pflegebeitrag von 3,6 %, kinderlos 4,2 %, zahlst du allein (§ 59 Abs. 1 SGB XI). Zusammen sind das 12,35 %, kinderlos 12,95 %. Bist du freiwillig oder privat versichert, bekommst du stattdessen einen Zuschuss zur Krankenversicherung (§ 106 SGB VI).
Kann ich Erziehungsrente und Erwerbsminderungsrente gleichzeitig bekommen?
Nein. Beide sind Renten aus deiner eigenen Versicherung, und für denselben Zeitraum wird nur die höhere gezahlt (§ 89 Abs. 1 SGB VI). Bei gleicher Höhe geht die Rente wegen voller Erwerbsminderung vor. Liegen die Voraussetzungen für beide vor, lohnt sich der Antrag auf beide trotzdem: Die Erziehungsrente endet, wenn das jüngste Kind 18 wird, die Erwerbsminderungsrente hängt davon nicht ab.
Mindert der Abschlag später meine Altersrente?
Meist nicht. Für Entgeltpunkte, die schon einer früheren Rente zugrunde lagen, bleibt zwar der alte Zugangsfaktor. Er steigt aber wieder um 0,003 für jeden Monat zwischen deinem 62. und 65. Geburtstag, in dem du keine Erziehungsrente beziehst (§ 77 Abs. 3 SGB VI). Endet sie vor deinem 62. Geburtstag, etwa weil dein Kind 18 wird, ist der Abschlag von 10,8 % bei der Altersrente wieder weg.
Darf ich neben der Erziehungsrente unbegrenzt arbeiten?
Ja. Eine Hinzuverdienstgrenze wie bei der Erwerbsminderungsrente (§ 96a SGB VI) gibt es nicht. Dein Einkommen wird nur nach § 97 SGB VI angerechnet. Verdienst du so viel, dass die Anrechnung die ganze Rente aufzehrt, wird sie nicht ausgezahlt, der Anspruch bleibt aber bestehen. Sinkt dein Einkommen wieder, lebt die Zahlung auf.
Ich lebe mit einem neuen Partner zusammen. Verliere ich die Erziehungsrente?
Nein. Schädlich ist nur eine Heirat oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft (§ 47 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 4 SGB VI). Eine Lebensgemeinschaft ohne Trauschein ändert nichts, und das Einkommen deines Partners wird nicht angerechnet, sondern nur dein eigenes (§ 97 Abs. 1 SGB VI).
Was ändert sich jedes Jahr zum 1. Juli?
Zum 1. Juli wird die Rente an den neuen Rentenwert angepasst, 2026 von 40,79 € auf 42,52 € je Entgeltpunkt. Mit dem Rentenwert steigen die Freibeträge: Bis Juni 2026 lagen sie bei 1.076,86 € und 228,42 € je Kind, seit Juli bei 1.122,53 € und 238,11 €. Zum selben Termin berücksichtigt die Rentenversicherung Änderungen deines Einkommens (§ 18d Abs. 1 SGB IV).

Quellen

  1. § 47 SGB VI: Erziehungsrente, Wortlaut auf gesetze-im-internet.de gesetze-im-internet.de
  2. § 46 SGB VI: Witwenrente, Abs. 2: welche Kinder zählen gesetze-im-internet.de
  3. § 48 SGB VI: Halbwaisenrente für das Kind gesetze-im-internet.de
  4. §§ 50 und 52 SGB VI: Wartezeit, auch aus dem Versorgungsausgleich gesetze-im-internet.de
  5. § 67 SGB VI: Rentenartfaktor 1,0 gesetze-im-internet.de
  6. § 77 SGB VI: Zugangsfaktor und Abschlag gesetze-im-internet.de
  7. § 253a SGB VI: Ende der Zurechnungszeit bis 2030 gesetze-im-internet.de
  8. § 97 SGB VI: Einkommensanrechnung gesetze-im-internet.de
  9. § 18a SGB IV: Welches Einkommen zählt gesetze-im-internet.de
  10. § 18b SGB IV: Pauschale Kürzung des Einkommens gesetze-im-internet.de
  11. § 99 SGB VI: Beginn, Antrag binnen drei Monaten gesetze-im-internet.de
  12. § 243 SGB VI: Witwenrente bei Scheidung vor dem 1. Juli 1977 gesetze-im-internet.de
  13. § 37 VersAusglG: Anpassung nach dem Tod des Ausgleichsberechtigten gesetze-im-internet.de

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