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Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Die Rente muss bezahlen, was weiterläuft, wenn das Gehalt wegfällt: Miete, Lebenshaltung, Versicherungen und die Altersvorsorge. Die Verbraucherzentrale hält 80 % des heutigen Nettos oft für einen guten Richtwert. Stiftung Warentest rät, Einnahmen und Ausgaben durchzugehen und die Rente so zu wählen, dass du deine Beiträge zur Altersvorsorge weiterzahlen kannst.
Leicht übersehen wird, dass die BU-Rente brutto gezahlt wird. Bist du im Leistungsfall freiwillig gesetzlich versichert, zahlst du auf die ganze Rente Kranken- und Pflegebeiträge, und zwar allein. Dazu kommt Einkommensteuer auf den Ertragsanteil. Der Rechner schlägt beides auf dein Ziel auf.
- Ziel festlegen80 % deines Nettos, dazu Kosten, die erst im Leistungsfall anfallen, etwa der volle Beitrag zur privaten Krankenversicherung ohne Arbeitgeberzuschuss.
- Kassenbeiträge aufschlagenFreiwillig Versicherte ohne Krankengeld zahlen 14,0 % plus Zusatzbeitrag (im Schnitt 2,9 %) und 3,6 % Pflege, kinderlos 4,2 %. Pflichtversicherte zahlen auf eine private BU-Rente nichts.
- Steuer aufschlagenSteuerpflichtig ist nur der Ertragsanteil. Er hängt von der Laufzeit ab und liegt bei einer Rente ab 30 bis 67 bei 36 %.
BU-Rente = Ziel + Kranken- und Pflegeversicherung + Einkommensteuer
Sie wäre im Leistungsfall freiwillig gesetzlich versichert und hat keine Kinder.
- 80 % von 2.500 € Netto
- 2.000,00 €
- + Kranken- und Pflegeversicherung, freiwillig und kinderlos (21,1 %)
- 534,89 €
- + Einkommensteuer auf den Ertragsanteil von 36 %
- 0,00 €
- Nötige BU-Rente im Monat
- 2.535 €
Steuerpflichtig sind 10.951 € im Jahr. Nach den Pauschbeträgen und den Kassenbeiträgen bleiben 4.394 € zu versteuern, weniger als der Grundfreibetrag von 12.348 €. Die nötige Rente liegt damit bei 101 % des heutigen Nettos. Wäre sie pflichtversichert, reichten 2.000 €.
| Netto im Monat | Ziel (80 %) | BU-Rente, pflichtversichert | BU-Rente, freiwillig versichert |
|---|---|---|---|
| 1.500 € | 1.200 € | 1.200 € | 1.521 € |
| 2.000 € | 1.600 € | 1.600 € | 2.028 € |
| 2.500 € | 2.000 € | 2.000 € | 2.535 € |
| 3.000 € | 2.400 € | 2.400 € | 3.042 € |
| 3.500 € | 2.800 € | 2.800 € | 3.549 € |
| 4.000 € | 3.200 € | 3.218 € | 4.056 € |
| 5.000 € | 4.000 € | 4.080 € | 5.070 € |
Rente ab 30 bis 67, kinderlos, durchschnittlicher Zusatzbeitrag, ohne Kirchensteuer. Bei höheren Renten fällt Einkommensteuer an; die Kassenbeiträge enden an der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat.
Versicherer versichern nicht jede Summe, sie begrenzen die Rente meist auf einen Teil deines Einkommens. Studierende bekommen laut Stiftung Warentest zunächst meist höchstens 1.500 €. Umso wichtiger ist eine gute Nachversicherungsgarantie, mit der du später ohne neue Gesundheitsprüfung aufstockst.
Wann zahlt die BU-Versicherung?
Maßgeblich ist dein zuletzt ausgeübter Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Einschränkungen aussah (§ 172 Abs. 2 VVG). Auslöser können Krankheit, Unfall oder ein Kräfteverfall sein, der über das Altersübliche hinausgeht. Wie stark und wie lange du eingeschränkt sein musst, regeln die Versicherungsbedingungen.
Gute Bedingungen verlangen, dass du deinen Beruf voraussichtlich 6 Monate lang zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Ist dieser Zeitraum schon vorbei, genügt das ebenfalls, und die Rente fließt rückwirkend ab Beginn. Geprüft wird die konkrete Tätigkeit: Wer Bürokauffrau gelernt hat und heute als Erzieherin arbeitet, wird als Erzieherin geprüft.
| Regel | Frist oder Grenze | Grundlage |
|---|---|---|
| Berufsunfähig nach guten Bedingungen ab | 50 % | Verbraucherzentrale; § 172 Abs. 2 VVG |
| Voraussichtliche Dauer (Prognose) | 6 Monate | Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest |
| Rente bei später Meldung rückwirkend, gute Verträge | mind. 3 Jahre | Verbraucherzentrale |
| Anerkenntnis in Textform, befristet höchstens | einmal | § 173 VVG |
| Leistungsende nach Nachprüfung frühestens | 3 Monate nach Zugang | § 174 VVG |
| Widerrufsfrist nach Vertragsschluss | 30 Tage | § 152 Abs. 1 mit § 176 VVG |
| Versicherer muss Anzeigepflicht-Rechte ausüben binnen | 1 Monat ab Kenntnis | § 21 Abs. 1 VVG |
| Diese Rechte erlöschen nach | 5 Jahren, bei Vorsatz oder Arglist 10 | § 21 Abs. 3 VVG |
Abstrakte und konkrete Verweisung
Das Gesetz erlaubt eine zusätzliche Bedingung: Der Versicherer zahlt nur, wenn du auch keine andere Tätigkeit ausübst oder ausüben könntest, die zu Ausbildung, Fähigkeiten und bisheriger Lebensstellung passt (§ 172 Abs. 3 VVG). Das nennt sich Verweisung.
| Art | Was der Versicherer prüft | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Abstrakte Verweisung | ob du einen anderen passenden Beruf ausüben könntest, auch ohne freie Stelle | Der Vertrag muss darauf verzichten. Ohne diesen Verzicht sollte laut Stiftung Warentest heute niemand mehr abschließen. |
| Konkrete Verweisung | ob du tatsächlich einen anderen Beruf ausübst, der deiner Lebensstellung entspricht | Ist üblich. Nach der Rechtsprechung sind im Regelfall bis zu 20 % weniger Einkommen zumutbar, so der Hinweis in den GDV-Musterbedingungen. |
| Umorganisation | ob du als Selbstständiger den Betrieb so umbauen kannst, dass du weiterarbeitest | Die Bedingungen regeln, wann das zumutbar ist. Als Selbstständiger liest du diese Stelle genau. |
Antrag, Anerkenntnis und Nachprüfung
Nach deinem Antrag muss der Versicherer in Textform erklären, ob er leistet. Befristen darf er das Anerkenntnis nur einmal, bis zum Fristende ist er daran gebunden (§ 173 VVG). Bis zur Entscheidung zahlst du die Beiträge meist weiter und bekommst sie bei Anerkennung zurück; gute Verträge stunden sie auf Wunsch. Ist die Berufsunfähigkeit anerkannt, zahlst du keine Beiträge mehr.
Später darf der Versicherer nachprüfen, ob du noch berufsunfähig bist. Will er die Zahlung einstellen, muss er dir die Veränderung in Textform darlegen, und die Leistung endet frühestens mit Ablauf des dritten Monats danach (§ 174 VVG). Von beiden Regeln darf der Vertrag nicht zu deinem Nachteil abweichen (§ 175 VVG). Nach einer Umfrage des Versicherungsverbands GDV, über die Stiftung Warentest berichtet, werden rund 80 % der Leistungsanträge bewilligt. Abgelehnt wird oft, weil sich die 50 % nicht per Gutachten belegen lassen.
Wann die Versicherung nicht zahlt
Grundsätzlich spielt die Ursache keine Rolle, auch psychische Erkrankungen sind versichert. Die Musterbedingungen des GDV sehen aber unter anderem diese Ausschlüsse vor, und viele Tarife übernehmen sie:
- eine vorsätzliche Straftat oder der Versuch dazu,
- absichtliche Selbstverletzung oder versuchte Selbsttötung, außer in einem Zustand krankhafter Störung, der die freie Willensbestimmung ausschließt,
- Kriegsereignisse, außer du gerätst im Ausland hinein, ohne dich aktiv zu beteiligen,
- innere Unruhen, an denen du auf Seiten der Unruhestifter teilnimmst,
- Kernenergie-Katastrophen sowie der Einsatz von atomaren, biologischen oder chemischen Waffen.
Dazu kommen persönliche Ausschlüsse aus der Gesundheitsprüfung, etwa für ein bestimmtes Rückenleiden, und manchmal für riskante Hobbys wie Motor- oder Flugsport.
BU oder Erwerbsminderungsrente: Was zahlt der Staat?
Eine gesetzliche Rente wegen Berufsunfähigkeit gibt es nur noch für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind (§ 240 SGB VI). Alle Jüngeren bekommen höchstens eine Erwerbsminderungsrente. Für sie zählt jede Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, der erlernte Beruf spielt keine Rolle.
Kannst du dort noch sechs Stunden täglich arbeiten, gibt es nichts. Bei drei bis unter sechs Stunden zahlt die Rentenversicherung die halbe Rente, unter drei Stunden die volle (§ 43 SGB VI). Voraussetzung sind fünf Jahre Versicherungszeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren. So sieht das für jemanden aus, der mit 40 krank wird und bis dahin 20 Jahre lang genau den Durchschnitt verdient hat:
| Lage | Rente brutto | nach Kranken- und Pflegeversicherung |
|---|---|---|
| Berufsunfähig, kann aber sechs Stunden täglich etwas anderes arbeiten | 0 € | 0 € |
| Teilweise erwerbsgemindert, drei bis unter sechs Stunden | 877,08 € | 763,50 € |
| Voll erwerbsgemindert, unter drei Stunden | 1.754,16 € | 1.527,00 € |
20 Entgeltpunkte, Zurechnungszeit bis 66 Jahre und 3 Monate, 10,8 % Abschlag, Beginn 2026, kinderlos. Deine eigenen Werte stehen in der Renteninformation, rechnen kannst du sie mit dem Erwerbsminderungsrenten-Rechner.
Im Durchschnitt fällt die Rente niedriger aus. Neue volle Erwerbsminderungsrenten brachten 2025 im Schnitt 1.126 € im Monat, teilweise 626 € (Zahlbeträge laut Deutscher Rentenversicherung). Eine private BU-Rente wird darauf nicht angerechnet, beide laufen nebeneinander.
Die häufigsten Gründe
Für die private BU gibt es keine amtliche Statistik. Die Rentenversicherung zählt aber, warum Menschen erwerbsgemindert werden. 2025 waren psychische Erkrankungen mit 41 % der mit Abstand häufigste Grund.
Auch bei der BU sind psychische Erkrankungen laut Stiftung Warentest die Hauptursache, vor Krebs sowie Rücken- und Skeletterkrankungen. Unfälle sind seltener. Eine BU ergibt deshalb auch im Büro Sinn.
Beamte: Dienstunfähigkeit statt Erwerbsminderung
Beamte auf Lebenszeit kommen bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand (§ 44 BBG). Ruhegehalt gibt es aber erst nach fünf Jahren Dienstzeit, außer die Dienstunfähigkeit geht auf den Dienst zurück (§ 4 BeamtVG). Wer vor dem 65. Geburtstag dienstunfähig wird, bekommt einen Abschlag von 3,6 % je Jahr, höchstens 10,8 %. Als Mindestversorgung nennt das Gesetz 35 % der ruhegehaltfähigen Bezüge oder, wenn das mehr ist, 65 % aus der Endstufe von A 4 (§ 14 BeamtVG). Das gilt für Bundesbeamte, die Länder haben eigene, ähnlich aufgebaute Gesetze.
Beamte auf Probe trifft es härter: Ist die Dienstunfähigkeit nicht dienstbedingt, können sie entlassen werden (§ 34 BBG) und werden dann in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert (§ 8 SGB VI). Für Beamte gibt es Tarife mit Dienstunfähigkeitsklausel: Stellt der Dienstherr die Dienstunfähigkeit fest, zahlt die BU. Stiftung Warentest rät, den Wortlaut genau zu lesen, etwa ob sich der Versicherer trotzdem eine eigene Nachprüfung vorbehält oder die Klausel nur bis zu einem bestimmten Alter gilt.
Gesundheitsfragen und Anzeigepflicht
Vor dem Vertrag stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Du musst alles angeben, was dir bekannt ist und wonach er in Textform fragt, auch wenn er zwischen Antrag und Annahme noch nachfragt (§ 19 Abs. 1 VVG). Meist geht es um Arztbesuche, Diagnosen und Behandlungen der letzten 5 Jahre und um Klinikaufenthalte der letzten 10 Jahre.
Im Leistungsfall fordern Versicherer in der Regel die Patientenakten der letzten zehn Jahre an und gleichen sie mit deinen Antworten ab. Hol dir deshalb vor dem Antrag deine Akte beim Arzt (Einsichtsrecht nach § 630g BGB) und die Patientenquittung deiner Krankenkasse. Unklare Fragen lässt du dir vom Versicherer schriftlich erläutern.
| Falsche Angabe war | Folge | Grundlage |
|---|---|---|
| arglistig | Anfechtung, keine Leistung, die gezahlten Beiträge bleiben beim Versicherer | § 22 VVG, § 123 BGB, § 39 VVG |
| vorsätzlich | Rücktritt, nach Eintritt der BU keine Leistung | § 19 Abs. 2, § 21 Abs. 2 VVG |
| grob fahrlässig | Rücktritt, oder rückwirkend geänderter Vertrag, wenn der Versicherer dich auch zu anderen Bedingungen genommen hätte | § 19 Abs. 2 und 4 VVG |
| leicht fahrlässig oder schuldlos | Kündigung mit einem Monat Frist oder angepasster Vertrag, bei schuldlosen Fehlern erst ab der laufenden Versicherungsperiode | § 19 Abs. 3 und 4 VVG |
Nach einem Rücktritt muss der Versicherer trotzdem zahlen, wenn der verschwiegene Umstand für die Berufsunfähigkeit nicht ursächlich war, außer bei Arglist (§ 21 Abs. 2). Seine Rechte hat er nur, wenn er dich vorher gesondert in Textform auf die Folgen hingewiesen hat (§ 19 Abs. 5).
Steigt dein Beitrag durch eine Anpassung um mehr als 10 % oder schließt der Versicherer den verschwiegenen Umstand aus, darfst du innerhalb eines Monats kündigen (§ 19 Abs. 6 VVG). Gute Verträge verzichten bei schuldlos vergessenen Angaben ganz auf Kündigung und Anpassung.
Über einen Versicherungsmakler oder einen Versicherungsberater stellst du eine anonyme Risikovoranfrage ohne Namen und Anschrift. Die Versicherer sagen dann, ob und zu welchen Bedingungen sie dich nehmen würden: normal, mit Zuschlag, mit Ausschluss einer Erkrankung oder gar nicht. Stiftung Warentest rät bei Vorerkrankungen außerdem, mehrere Anträge parallel zu stellen. Verträge, die du nicht willst, widerrufst du innerhalb von 30 Tagen.
Was kostet eine BU-Versicherung?
Den Preis bestimmen vor allem Beruf, Eintrittsalter, Gesundheit, Rentenhöhe und Endalter, und zwischen den Anbietern liegen große Unterschiede. Die Verbraucherzentrale nennt Beispiele für 1.000 € Monatsrente:
| Beispiel | günstig | teuer | bis zum Endalter |
|---|---|---|---|
| Kaufmännischer Angestellter, 30 Jahre, Rente bis 67 | rund 50 € | mehr als 100 € | 22.200 € bis über 44.400 € |
| Dachdecker, 20 Jahre, Rente bis 65 | rund 100 € | mehr als 200 € | 54.000 € bis über 108.000 € |
Monatsbeiträge: Verbraucherzentrale, Stand 2. Januar 2025. Summe: Beitrag × 12 × Jahre, ohne Erhöhungen.
Jeder Versicherer ordnet Berufe in Risikogruppen ein, und je körperlicher oder belastender die Arbeit, desto teurer wird es. Stiftung Warentest nennt als Beispiele Ingenieure, Ärzte und Kaufleute für ein geringes Risiko, Büro- und IT-Berufe für ein normales, Erzieher, Lehrer und Pflegekräfte für ein erhöhtes, Dachdecker, Kellner und Tischler für ein hohes. Die Einstufung weicht je Versicherer ab. Wer schon als Schüler oder Student abschließt, behält laut Verbraucherzentrale die günstige Einstufung, auch wenn er später einen riskanteren Beruf ergreift.
Zahlbeitrag und Tarifbeitrag
Im Angebot stehen zwei Beiträge. Der Tarifbeitrag, auch Bruttobeitrag, ist der kalkulierte Beitrag. Davon zieht der Versicherer Überschüsse ab, das ergibt den Zahlbeitrag, den du überweist. Sinken die Überschüsse, steigt der Zahlbeitrag, höchstens bis zum Tarifbeitrag. Den Tarifbeitrag selbst darf der Versicherer nur im Ausnahmefall anheben, wenn ein unabhängiger Treuhänder zustimmt (§ 163 VVG). Prüf deshalb, ob du auch den Tarifbeitrag noch zahlen könntest.
Beginn mit 30, Rente bis 67, heute 2.500 € netto.
- Zahlbeitrag 70 € × 12 × 37 Jahre
- 31.080 €
- Schlechtester Fall: Tarifbeitrag 100 € × 12 × 37 Jahre
- 44.400 €
- Dein Netto bis 67 beim heutigen Stand
- 1.110.000 €
- Beiträge im schlechtesten Fall, gemessen am Netto
- 4 %
Nachversicherung und Dynamik
Mit einer Nachversicherungsgarantie erhöhst du die Rente bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsprüfung, etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltserhöhung, Immobilienkauf oder dem Ende der Ausbildung. Meist geht das nur bis zu einem bestimmten Alter, häufig 45, und je Anlass wie insgesamt gibt es Obergrenzen.
Die Dynamik gleicht Preissteigerungen aus. Bei der Beitragsdynamik steigen Beitrag und Rente regelmäßig, ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung; ein bis zwei Erhöhungen hintereinander kannst du in der Regel aussetzen. Die Leistungsdynamik erhöht die Rente, während sie läuft. Das zählt, weil eine BU-Rente Jahrzehnte laufen kann:
| Nach | 1.000 € ohne Dynamik, Kaufkraft | 1.000 € mit 2 % Leistungsdynamik |
|---|---|---|
| 10 Jahren | 820,35 € | 1.218,99 € |
| 20 Jahren | 672,97 € | 1.485,95 € |
| 30 Jahren | 552,07 € | 1.811,36 € |
Bei 2 % Inflation im Jahr, wie im Beispiel der Verbraucherzentrale. Mit gleich hoher Dynamik bleibt die Kaufkraft erhalten.
Worauf du im Vertrag achtest
| Regelung | Warum |
|---|---|
| Verzicht auf abstrakte Verweisung | Sonst darf der Versicherer auf jeden theoretisch passenden Beruf verweisen. |
| Prognose 6 Monate, Rente rückwirkend | Du bekommst die Rente ab Beginn, auch wenn die Prüfung dauert. |
| Mindestens 3 Jahre rückwirkend bei später Meldung | Schützt, wenn du den Antrag erst spät stellst. |
| Rente bis 67 | Sonst bleibt eine Lücke bis zur Altersrente. Verlängern geht später allenfalls mit neuer Gesundheitsprüfung. |
| Nachversicherung und Leistungsdynamik | Die Rente wächst mit Einkommen und Preisen. |
| Stundung während der Leistungsprüfung | Du musst die Beiträge nicht zahlen, solange geprüft wird. |
| Kein Nachteil bei schuldlos vergessenen Angaben | Kein Kündigen und kein teurerer Vertrag wegen eines vergessenen Arztbesuchs. |
| Weltweiter Schutz | Gilt auch, wenn du ins Ausland ziehst. |
| Für Beamte: Dienstunfähigkeitsklausel | Leistung, wenn der Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt. Einschränkungen im Wortlaut prüfen. |
Zusammengestellt aus den Mindestanforderungen der Verbraucherzentrale und den Prüfkriterien der Stiftung Warentest.
Steuer und Krankenversicherung
Auf BU-Beiträge fällt keine Versicherungsteuer an, das Gesetz nimmt Versicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit ausdrücklich aus. Absetzen kannst du die Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen, zusammen mit Haftpflicht, Unfallversicherung und ähnlichem. Meist schöpfen aber schon die Kranken- und Pflegebeiträge den Höchstbetrag aus, dann bringt der BU-Beitrag steuerlich nichts mehr.
| Regel | 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Versicherungsteuer auf den Beitrag | 0 % | § 4 Abs. 1 Nr. 5 VersStG |
| Sonstige Vorsorgeaufwendungen, Arbeitnehmer und Beamte | 1.900 € | § 10 Abs. 4 EStG |
| Sonstige Vorsorgeaufwendungen, Selbstständige | 2.800 € | § 10 Abs. 4 EStG |
| Steuerpflichtig bei privater BU-Rente, Laufzeit 37 Jahre | 36 % | § 55 Abs. 2 EStDV |
| Steuerpflichtig bei Basis-BU, Rentenbeginn 2026 | 84 % | § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG |
| Kranken- und Pflegebeitrag freiwillig, ohne Krankengeld, kinderlos | 21,1 % | §§ 240, 243 SGB V |
So wird die BU-Rente versteuert
Die Rente aus einer privaten BU ist eine abgekürzte Leibrente. Steuerpflichtig ist nur der Ertragsanteil, und der hängt davon ab, wie lange die Rente bis zum Endalter noch läuft. Je später sie beginnt, desto kleiner der Anteil:
| Rente ab | Laufzeit bis 67 | Ertragsanteil | steuerpflichtig bei 2.000 € im Monat | steuerfrei bis |
|---|---|---|---|---|
| 30 Jahren | 37 Jahre | 36 % | 8.640 € im Jahr | rund 2.890 € |
| 40 Jahren | 27 Jahre | 28 % | 6.720 € im Jahr | rund 3.716 € |
| 50 Jahren | 17 Jahre | 18 % | 4.320 € im Jahr | rund 5.780 € |
| 60 Jahren | 7 Jahre | 8 % | 1.920 € im Jahr | rund 13.006 € |
Steuerfrei bis: Monatsrente, bei der das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag von 12.348 € erreicht, wenn die Rente dein einziges Einkommen ist und keine Kassenbeiträge abgehen.
Als einziges Einkommen bleibt die BU-Rente also oft steuerfrei. Anders sieht es aus, wenn dein Ehepartner verdient und ihr zusammen veranlagt werdet: Bei 40.000 € übrigem zu versteuerndem Einkommen kostet eine Rente von 2.000 € mit Beginn 30 rund 2.176 € Einkommensteuer im Jahr, weil 8.640 € zum gemeinsamen Einkommen kommen.
Anders läuft es bei der Basis-BU, auch Rürup-BU genannt (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b Doppelbuchst. bb EStG). Sie zahlt lebenslang, solange die Berufsunfähigkeit besteht, und die Beiträge zählen zu den Altersvorsorgeaufwendungen, für die 2026 ein Höchstbetrag von 30.826 € gilt. Dafür ist die Rente wie eine gesetzliche zu versteuern, bei Beginn 2026 zu 84 %: aus 2.000 € im Monat werden 20.160 € im Jahr steuerpflichtig statt 8.640 €. Von einer Rürup-Rente mit eingeschlossenem BU-Schutz rät Stiftung Warentest ab und empfiehlt zu prüfen, ob zwei getrennte Verträge besser passen.
Kranken- und Pflegeversicherung auf die BU-Rente
Pflichtversicherte zahlen auf eine private BU-Rente keine Beiträge. Freiwillig Versicherte zahlen auf ihre gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, dazu gehört die BU-Rente (§ 240 SGB V). Ohne Anspruch auf Krankengeld gilt der ermäßigte Satz von 14,0 %, dazu der Zusatzbeitrag der Kasse und die Pflegeversicherung, zusammen im Schnitt 20,5 %, kinderlos 21,1 %. Die Kasse rechnet mindestens mit 1.318,33 € Einnahmen im Monat, das ergibt kinderlos 278,17 €, und höchstens mit 5.812,50 €.
Privat Versicherte zahlen ihren Beitrag unabhängig von der Rente weiter, im Leistungsfall ohne Arbeitgeberzuschuss. Der Beitrag für die Basisabsicherung und die Pflegepflichtversicherung mindert als Vorsorgeaufwand das zu versteuernde Einkommen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG). Im Rechner trägst du ihn deshalb in ein eigenes Feld ein.
Freiwillig versichert ist oft, wer nach Krankengeld und Arbeitslosengeld keine gesetzliche Rente bekommt. Läuft die BU über den Arbeitgeber, gilt die Rente als Versorgungsbezug, dann zahlen auch Pflichtversicherte Beiträge. Wie hoch der Beitrag als freiwilliges Mitglied ausfällt, rechnet der Rechner für die freiwillige Krankenversicherung.
Häufige Fragen
Wann sollte ich eine BU abschließen?
Zahlen Frauen mehr als Männer?
Was ist ein Einsteigertarif?
Lohnt sich eine kleine BU-Rente von 500 €?
Kann ich die BU kündigen oder eine Pause machen?
Muss ich einen Jobwechsel melden?
Was gilt in der Elternzeit oder bei Arbeitslosigkeit?
Selbstständige BU oder BU-Zusatzversicherung?
Welche Alternativen gibt es, wenn ich keine BU bekomme?
Was kann ich tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?
Quellen
- § 172 VVG: Berufsunfähigkeit und Verweisung (Abs. 3) gesetze-im-internet.de
- § 174 VVG: Nachprüfung, Leistungsende frühestens nach drei Monaten gesetze-im-internet.de
- § 19 VVG: vorvertragliche Anzeigepflicht, Rücktritt, Kündigung, Anpassung gesetze-im-internet.de
- § 21 VVG: Fristen und Kausalität bei verletzter Anzeigepflicht gesetze-im-internet.de
- § 152 VVG: Widerrufsfrist 30 Tage, für die BU über § 176 VVG gesetze-im-internet.de
- § 4 VersStG: keine Versicherungsteuer auf BU-Beiträge (Abs. 1 Nr. 5) gesetze-im-internet.de
- § 55 EStDV: Ertragsanteil abgekürzter Leibrenten gesetze-im-internet.de
- § 10 EStG: Vorsorgeaufwendungen und Basis-BU gesetze-im-internet.de
- § 43 SGB VI: Erwerbsminderungsrente gesetze-im-internet.de
- § 240 SGB VI: Berufsschutz nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene gesetze-im-internet.de
- § 14 BeamtVG: Ruhegehalt, Abschlag und Mindestversorgung (Bund) gesetze-im-internet.de
- Deutsche Rentenversicherung: Rentenversicherung in Zahlen 2026: Rentenzugang 2025, Zahlbeträge und Indikationsgruppen deutsche-rentenversicherung.de
- Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeit absichern: Richtwert 80 %, Mindestbedingungen, Beitragsbeispiele (Stand 02.01.2025) verbraucherzentrale.de
- Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich: Risikogruppen, Ursachen, Zahl- und Tarifbeitrag (19.05.2026) test.de
- Stiftung Warentest: FAQ Berufsunfähigkeit: Krankenversicherung, Steuer, Nachversicherung, Gesundheitsfragen test.de
- GDV: Musterbedingungen Berufsunfähigkeits-Versicherung: Ausschlüsse, Anerkenntnis, Nachprüfung (Stand 21.07.2025) gdv.de
- Versicherungsombudsmann: Das Schlichtungsverfahren: Wertgrenzen und Ablauf versicherungsombudsmann.de