Zum Inhalt springen

BU-Versicherung: Wie hoch muss die BU-Rente sein?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kannst, nach guten Bedingungen ab 50 %. Als Richtwert für die Höhe nennt die Verbraucherzentrale 80 % deines Nettos. Der Rechner zeigt, wie viel es wirklich sein muss, wenn von der Rente noch Kranken- und Pflegeversicherung und Steuer abgehen.

Stand: So werden die Rechner geprüft

BU-Versicherung-Rechner

BU-Rente, die du absichern solltest

2.535 €

im Monat · 101 % deines heutigen Nettos · Leistung bis 67

Davon gehen 534,89 € an die Krankenkasse. Übrig bleiben 2.000,11 €, so viel wie dein Ziel.

Soll bleiben
2.000 €
Krankenkasse
535 €
Steuer
0 €

So kommt die Rente zustande

80 % von 2.500 € Netto
2.000,00 €
Soll dir im Monat bleiben
2.000,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung aus der Rente
+ 534,89 €
Einkommensteuer, steuerpflichtig sind 36 % der Rente
+ 0,00 €
Nötige BU-Rente, auf volle Euro
2.535,00 €

Annahme: Die Berufsunfähigkeit beginnt heute und die Rente ist dein einziges Einkommen. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Was der Vertrag bis 67 kostet

Trag links den Beitrag aus deinem Angebot ein, dann steht hier die Summe bis zum Endalter.

Zum Vergleich: Bis 67 verdienst du beim heutigen Netto noch 1.110.000 €. Dieses Einkommen sichert die BU ab.

Krankenversicherung: Als freiwilliges Mitglied zahlst du Beiträge auf die ganze Rente, und zwar allein. Bist du im Leistungsfall pflichtversichert, etwa solange du Arbeitslosengeld bekommst oder wenn du mit einer Erwerbsminderungsrente in der Krankenversicherung der Rentner bist, reichen 2.000 €.

Auf dieser Seite
  1. Wie hoch die BU-Rente sein sollte
  2. Wann die BU zahlt
  3. BU oder Erwerbsminderungsrente
  4. Gesundheitsfragen
  5. Kosten und Vertrag
  6. Steuer und Krankenversicherung
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Die Rente muss bezahlen, was weiterläuft, wenn das Gehalt wegfällt: Miete, Lebenshaltung, Versicherungen und die Altersvorsorge. Die Verbraucherzentrale hält 80 % des heutigen Nettos oft für einen guten Richtwert. Stiftung Warentest rät, Einnahmen und Ausgaben durchzugehen und die Rente so zu wählen, dass du deine Beiträge zur Altersvorsorge weiterzahlen kannst.

Leicht übersehen wird, dass die BU-Rente brutto gezahlt wird. Bist du im Leistungsfall freiwillig gesetzlich versichert, zahlst du auf die ganze Rente Kranken- und Pflegebeiträge, und zwar allein. Dazu kommt Einkommensteuer auf den Ertragsanteil. Der Rechner schlägt beides auf dein Ziel auf.

  1. Ziel festlegen80 % deines Nettos, dazu Kosten, die erst im Leistungsfall anfallen, etwa der volle Beitrag zur privaten Krankenversicherung ohne Arbeitgeberzuschuss.
  2. Kassenbeiträge aufschlagenFreiwillig Versicherte ohne Krankengeld zahlen 14,0 % plus Zusatzbeitrag (im Schnitt 2,9 %) und 3,6 % Pflege, kinderlos 4,2 %. Pflichtversicherte zahlen auf eine private BU-Rente nichts.
  3. Steuer aufschlagenSteuerpflichtig ist nur der Ertragsanteil. Er hängt von der Laufzeit ab und liegt bei einer Rente ab 30 bis 67 bei 36 %.

BU-Rente = Ziel + Kranken- und Pflegeversicherung + Einkommensteuer

Rechenbeispiel Angestellte, 30 Jahre, 2.500 € netto, Rente bis 67

Sie wäre im Leistungsfall freiwillig gesetzlich versichert und hat keine Kinder.

80 % von 2.500 € Netto
2.000,00 €
+ Kranken- und Pflegeversicherung, freiwillig und kinderlos (21,1 %)
534,89 €
+ Einkommensteuer auf den Ertragsanteil von 36 %
0,00 €
Nötige BU-Rente im Monat
2.535 €

Steuerpflichtig sind 10.951 € im Jahr. Nach den Pauschbeträgen und den Kassenbeiträgen bleiben 4.394 € zu versteuern, weniger als der Grundfreibetrag von 12.348 €. Die nötige Rente liegt damit bei 101 % des heutigen Nettos. Wäre sie pflichtversichert, reichten 2.000 €.

Netto im MonatZiel (80 %)BU-Rente, pflichtversichertBU-Rente, freiwillig versichert
1.500 €1.200 €1.200 €1.521 €
2.000 €1.600 €1.600 €2.028 €
2.500 €2.000 €2.000 €2.535 €
3.000 €2.400 €2.400 €3.042 €
3.500 €2.800 €2.800 €3.549 €
4.000 €3.200 €3.218 €4.056 €
5.000 €4.000 €4.080 €5.070 €

Rente ab 30 bis 67, kinderlos, durchschnittlicher Zusatzbeitrag, ohne Kirchensteuer. Bei höheren Renten fällt Einkommensteuer an; die Kassenbeiträge enden an der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat.

Versicherer versichern nicht jede Summe, sie begrenzen die Rente meist auf einen Teil deines Einkommens. Studierende bekommen laut Stiftung Warentest zunächst meist höchstens 1.500 €. Umso wichtiger ist eine gute Nachversicherungsgarantie, mit der du später ohne neue Gesundheitsprüfung aufstockst.

Wann zahlt die BU-Versicherung?

Maßgeblich ist dein zuletzt ausgeübter Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Einschränkungen aussah (§ 172 Abs. 2 VVG). Auslöser können Krankheit, Unfall oder ein Kräfteverfall sein, der über das Altersübliche hinausgeht. Wie stark und wie lange du eingeschränkt sein musst, regeln die Versicherungsbedingungen.

Gute Bedingungen verlangen, dass du deinen Beruf voraussichtlich 6 Monate lang zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Ist dieser Zeitraum schon vorbei, genügt das ebenfalls, und die Rente fließt rückwirkend ab Beginn. Geprüft wird die konkrete Tätigkeit: Wer Bürokauffrau gelernt hat und heute als Erzieherin arbeitet, wird als Erzieherin geprüft.

RegelFrist oder GrenzeGrundlage
Berufsunfähig nach guten Bedingungen ab50 %Verbraucherzentrale; § 172 Abs. 2 VVG
Voraussichtliche Dauer (Prognose)6 MonateVerbraucherzentrale, Stiftung Warentest
Rente bei später Meldung rückwirkend, gute Verträgemind. 3 JahreVerbraucherzentrale
Anerkenntnis in Textform, befristet höchstenseinmal§ 173 VVG
Leistungsende nach Nachprüfung frühestens3 Monate nach Zugang§ 174 VVG
Widerrufsfrist nach Vertragsschluss30 Tage§ 152 Abs. 1 mit § 176 VVG
Versicherer muss Anzeigepflicht-Rechte ausüben binnen1 Monat ab Kenntnis§ 21 Abs. 1 VVG
Diese Rechte erlöschen nach5 Jahren, bei Vorsatz oder Arglist 10§ 21 Abs. 3 VVG

Abstrakte und konkrete Verweisung

Das Gesetz erlaubt eine zusätzliche Bedingung: Der Versicherer zahlt nur, wenn du auch keine andere Tätigkeit ausübst oder ausüben könntest, die zu Ausbildung, Fähigkeiten und bisheriger Lebensstellung passt (§ 172 Abs. 3 VVG). Das nennt sich Verweisung.

ArtWas der Versicherer prüftWorauf du achtest
Abstrakte Verweisungob du einen anderen passenden Beruf ausüben könntest, auch ohne freie StelleDer Vertrag muss darauf verzichten. Ohne diesen Verzicht sollte laut Stiftung Warentest heute niemand mehr abschließen.
Konkrete Verweisungob du tatsächlich einen anderen Beruf ausübst, der deiner Lebensstellung entsprichtIst üblich. Nach der Rechtsprechung sind im Regelfall bis zu 20 % weniger Einkommen zumutbar, so der Hinweis in den GDV-Musterbedingungen.
Umorganisationob du als Selbstständiger den Betrieb so umbauen kannst, dass du weiterarbeitestDie Bedingungen regeln, wann das zumutbar ist. Als Selbstständiger liest du diese Stelle genau.

Antrag, Anerkenntnis und Nachprüfung

Nach deinem Antrag muss der Versicherer in Textform erklären, ob er leistet. Befristen darf er das Anerkenntnis nur einmal, bis zum Fristende ist er daran gebunden (§ 173 VVG). Bis zur Entscheidung zahlst du die Beiträge meist weiter und bekommst sie bei Anerkennung zurück; gute Verträge stunden sie auf Wunsch. Ist die Berufsunfähigkeit anerkannt, zahlst du keine Beiträge mehr.

Später darf der Versicherer nachprüfen, ob du noch berufsunfähig bist. Will er die Zahlung einstellen, muss er dir die Veränderung in Textform darlegen, und die Leistung endet frühestens mit Ablauf des dritten Monats danach (§ 174 VVG). Von beiden Regeln darf der Vertrag nicht zu deinem Nachteil abweichen (§ 175 VVG). Nach einer Umfrage des Versicherungsverbands GDV, über die Stiftung Warentest berichtet, werden rund 80 % der Leistungsanträge bewilligt. Abgelehnt wird oft, weil sich die 50 % nicht per Gutachten belegen lassen.

Wann die Versicherung nicht zahlt

Grundsätzlich spielt die Ursache keine Rolle, auch psychische Erkrankungen sind versichert. Die Musterbedingungen des GDV sehen aber unter anderem diese Ausschlüsse vor, und viele Tarife übernehmen sie:

  • eine vorsätzliche Straftat oder der Versuch dazu,
  • absichtliche Selbstverletzung oder versuchte Selbsttötung, außer in einem Zustand krankhafter Störung, der die freie Willensbestimmung ausschließt,
  • Kriegsereignisse, außer du gerätst im Ausland hinein, ohne dich aktiv zu beteiligen,
  • innere Unruhen, an denen du auf Seiten der Unruhestifter teilnimmst,
  • Kernenergie-Katastrophen sowie der Einsatz von atomaren, biologischen oder chemischen Waffen.

Dazu kommen persönliche Ausschlüsse aus der Gesundheitsprüfung, etwa für ein bestimmtes Rückenleiden, und manchmal für riskante Hobbys wie Motor- oder Flugsport.

BU oder Erwerbsminderungsrente: Was zahlt der Staat?

Eine gesetzliche Rente wegen Berufsunfähigkeit gibt es nur noch für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind (§ 240 SGB VI). Alle Jüngeren bekommen höchstens eine Erwerbsminderungsrente. Für sie zählt jede Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, der erlernte Beruf spielt keine Rolle.

Kannst du dort noch sechs Stunden täglich arbeiten, gibt es nichts. Bei drei bis unter sechs Stunden zahlt die Rentenversicherung die halbe Rente, unter drei Stunden die volle (§ 43 SGB VI). Voraussetzung sind fünf Jahre Versicherungszeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren. So sieht das für jemanden aus, der mit 40 krank wird und bis dahin 20 Jahre lang genau den Durchschnitt verdient hat:

LageRente bruttonach Kranken- und Pflegeversicherung
Berufsunfähig, kann aber sechs Stunden täglich etwas anderes arbeiten0 €0 €
Teilweise erwerbsgemindert, drei bis unter sechs Stunden877,08 €763,50 €
Voll erwerbsgemindert, unter drei Stunden1.754,16 €1.527,00 €

20 Entgeltpunkte, Zurechnungszeit bis 66 Jahre und 3 Monate, 10,8 % Abschlag, Beginn 2026, kinderlos. Deine eigenen Werte stehen in der Renteninformation, rechnen kannst du sie mit dem Erwerbsminderungsrenten-Rechner.

Im Durchschnitt fällt die Rente niedriger aus. Neue volle Erwerbsminderungsrenten brachten 2025 im Schnitt 1.126 € im Monat, teilweise 626 € (Zahlbeträge laut Deutscher Rentenversicherung). Eine private BU-Rente wird darauf nicht angerechnet, beide laufen nebeneinander.

Die häufigsten Gründe

Für die private BU gibt es keine amtliche Statistik. Die Rentenversicherung zählt aber, warum Menschen erwerbsgemindert werden. 2025 waren psychische Erkrankungen mit 41 % der mit Abstand häufigste Grund.

Gründe für neue Erwerbsminderungsrenten 2025 Anteile der Gründe an 175.978 neuen Erwerbsminderungsrenten 2025: Psychische Erkrankungen 41,1 %, Krebs und Blut 13,9 %, Nervensystem 13,5 %, Knochen und Gelenke 9,2 %, Lunge 3,7 %, Herz 3,3 %, Sucht 2,9 %, Verdauung 1,7 %, Sonstige 10,7 %. Psychische Erkrankungen 41,1 % Krebs und Blut 13,9 % Nervensystem 13,5 % Knochen und Gelenke 9,2 % Lunge 3,7 % Herz 3,3 % Sucht 2,9 % Verdauung 1,7 % Sonstige 10,7 %
Anteil an 175.978 neuen Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit 2025, Deutsche Rentenversicherung

Auch bei der BU sind psychische Erkrankungen laut Stiftung Warentest die Hauptursache, vor Krebs sowie Rücken- und Skeletterkrankungen. Unfälle sind seltener. Eine BU ergibt deshalb auch im Büro Sinn.

Beamte: Dienstunfähigkeit statt Erwerbsminderung

Beamte auf Lebenszeit kommen bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand (§ 44 BBG). Ruhegehalt gibt es aber erst nach fünf Jahren Dienstzeit, außer die Dienstunfähigkeit geht auf den Dienst zurück (§ 4 BeamtVG). Wer vor dem 65. Geburtstag dienstunfähig wird, bekommt einen Abschlag von 3,6 % je Jahr, höchstens 10,8 %. Als Mindestversorgung nennt das Gesetz 35 % der ruhegehaltfähigen Bezüge oder, wenn das mehr ist, 65 % aus der Endstufe von A 4 (§ 14 BeamtVG). Das gilt für Bundesbeamte, die Länder haben eigene, ähnlich aufgebaute Gesetze.

Beamte auf Probe trifft es härter: Ist die Dienstunfähigkeit nicht dienstbedingt, können sie entlassen werden (§ 34 BBG) und werden dann in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert (§ 8 SGB VI). Für Beamte gibt es Tarife mit Dienstunfähigkeitsklausel: Stellt der Dienstherr die Dienstunfähigkeit fest, zahlt die BU. Stiftung Warentest rät, den Wortlaut genau zu lesen, etwa ob sich der Versicherer trotzdem eine eigene Nachprüfung vorbehält oder die Klausel nur bis zu einem bestimmten Alter gilt.

Gesundheitsfragen und Anzeigepflicht

Vor dem Vertrag stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Du musst alles angeben, was dir bekannt ist und wonach er in Textform fragt, auch wenn er zwischen Antrag und Annahme noch nachfragt (§ 19 Abs. 1 VVG). Meist geht es um Arztbesuche, Diagnosen und Behandlungen der letzten 5 Jahre und um Klinikaufenthalte der letzten 10 Jahre.

Im Leistungsfall fordern Versicherer in der Regel die Patientenakten der letzten zehn Jahre an und gleichen sie mit deinen Antworten ab. Hol dir deshalb vor dem Antrag deine Akte beim Arzt (Einsichtsrecht nach § 630g BGB) und die Patientenquittung deiner Krankenkasse. Unklare Fragen lässt du dir vom Versicherer schriftlich erläutern.

Falsche Angabe warFolgeGrundlage
arglistigAnfechtung, keine Leistung, die gezahlten Beiträge bleiben beim Versicherer§ 22 VVG, § 123 BGB, § 39 VVG
vorsätzlichRücktritt, nach Eintritt der BU keine Leistung§ 19 Abs. 2, § 21 Abs. 2 VVG
grob fahrlässigRücktritt, oder rückwirkend geänderter Vertrag, wenn der Versicherer dich auch zu anderen Bedingungen genommen hätte§ 19 Abs. 2 und 4 VVG
leicht fahrlässig oder schuldlosKündigung mit einem Monat Frist oder angepasster Vertrag, bei schuldlosen Fehlern erst ab der laufenden Versicherungsperiode§ 19 Abs. 3 und 4 VVG

Nach einem Rücktritt muss der Versicherer trotzdem zahlen, wenn der verschwiegene Umstand für die Berufsunfähigkeit nicht ursächlich war, außer bei Arglist (§ 21 Abs. 2). Seine Rechte hat er nur, wenn er dich vorher gesondert in Textform auf die Folgen hingewiesen hat (§ 19 Abs. 5).

Steigt dein Beitrag durch eine Anpassung um mehr als 10 % oder schließt der Versicherer den verschwiegenen Umstand aus, darfst du innerhalb eines Monats kündigen (§ 19 Abs. 6 VVG). Gute Verträge verzichten bei schuldlos vergessenen Angaben ganz auf Kündigung und Anpassung.

Mit Vorerkrankungen erst anonym anfragen

Über einen Versicherungsmakler oder einen Versicherungsberater stellst du eine anonyme Risikovoranfrage ohne Namen und Anschrift. Die Versicherer sagen dann, ob und zu welchen Bedingungen sie dich nehmen würden: normal, mit Zuschlag, mit Ausschluss einer Erkrankung oder gar nicht. Stiftung Warentest rät bei Vorerkrankungen außerdem, mehrere Anträge parallel zu stellen. Verträge, die du nicht willst, widerrufst du innerhalb von 30 Tagen.

Was kostet eine BU-Versicherung?

Den Preis bestimmen vor allem Beruf, Eintrittsalter, Gesundheit, Rentenhöhe und Endalter, und zwischen den Anbietern liegen große Unterschiede. Die Verbraucherzentrale nennt Beispiele für 1.000 € Monatsrente:

Beispielgünstigteuerbis zum Endalter
Kaufmännischer Angestellter, 30 Jahre, Rente bis 67rund 50 €mehr als 100 €22.200 € bis über 44.400 €
Dachdecker, 20 Jahre, Rente bis 65rund 100 €mehr als 200 €54.000 € bis über 108.000 €

Monatsbeiträge: Verbraucherzentrale, Stand 2. Januar 2025. Summe: Beitrag × 12 × Jahre, ohne Erhöhungen.

Jeder Versicherer ordnet Berufe in Risikogruppen ein, und je körperlicher oder belastender die Arbeit, desto teurer wird es. Stiftung Warentest nennt als Beispiele Ingenieure, Ärzte und Kaufleute für ein geringes Risiko, Büro- und IT-Berufe für ein normales, Erzieher, Lehrer und Pflegekräfte für ein erhöhtes, Dachdecker, Kellner und Tischler für ein hohes. Die Einstufung weicht je Versicherer ab. Wer schon als Schüler oder Student abschließt, behält laut Verbraucherzentrale die günstige Einstufung, auch wenn er später einen riskanteren Beruf ergreift.

Zahlbeitrag und Tarifbeitrag

Im Angebot stehen zwei Beiträge. Der Tarifbeitrag, auch Bruttobeitrag, ist der kalkulierte Beitrag. Davon zieht der Versicherer Überschüsse ab, das ergibt den Zahlbeitrag, den du überweist. Sinken die Überschüsse, steigt der Zahlbeitrag, höchstens bis zum Tarifbeitrag. Den Tarifbeitrag selbst darf der Versicherer nur im Ausnahmefall anheben, wenn ein unabhängiger Treuhänder zustimmt (§ 163 VVG). Prüf deshalb, ob du auch den Tarifbeitrag noch zahlen könntest.

Angenommenes Angebot Angebot mit 70 € Zahlbeitrag und 100 € Tarifbeitrag

Beginn mit 30, Rente bis 67, heute 2.500 € netto.

Zahlbeitrag 70 € × 12 × 37 Jahre
31.080 €
Schlechtester Fall: Tarifbeitrag 100 € × 12 × 37 Jahre
44.400 €
Dein Netto bis 67 beim heutigen Stand
1.110.000 €
Beiträge im schlechtesten Fall, gemessen am Netto
4 %

Nachversicherung und Dynamik

Mit einer Nachversicherungsgarantie erhöhst du die Rente bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsprüfung, etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltserhöhung, Immobilienkauf oder dem Ende der Ausbildung. Meist geht das nur bis zu einem bestimmten Alter, häufig 45, und je Anlass wie insgesamt gibt es Obergrenzen.

Die Dynamik gleicht Preissteigerungen aus. Bei der Beitragsdynamik steigen Beitrag und Rente regelmäßig, ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung; ein bis zwei Erhöhungen hintereinander kannst du in der Regel aussetzen. Die Leistungsdynamik erhöht die Rente, während sie läuft. Das zählt, weil eine BU-Rente Jahrzehnte laufen kann:

Nach1.000 € ohne Dynamik, Kaufkraft1.000 € mit 2 % Leistungsdynamik
10 Jahren820,35 €1.218,99 €
20 Jahren672,97 €1.485,95 €
30 Jahren552,07 €1.811,36 €

Bei 2 % Inflation im Jahr, wie im Beispiel der Verbraucherzentrale. Mit gleich hoher Dynamik bleibt die Kaufkraft erhalten.

Worauf du im Vertrag achtest

RegelungWarum
Verzicht auf abstrakte VerweisungSonst darf der Versicherer auf jeden theoretisch passenden Beruf verweisen.
Prognose 6 Monate, Rente rückwirkendDu bekommst die Rente ab Beginn, auch wenn die Prüfung dauert.
Mindestens 3 Jahre rückwirkend bei später MeldungSchützt, wenn du den Antrag erst spät stellst.
Rente bis 67Sonst bleibt eine Lücke bis zur Altersrente. Verlängern geht später allenfalls mit neuer Gesundheitsprüfung.
Nachversicherung und LeistungsdynamikDie Rente wächst mit Einkommen und Preisen.
Stundung während der LeistungsprüfungDu musst die Beiträge nicht zahlen, solange geprüft wird.
Kein Nachteil bei schuldlos vergessenen AngabenKein Kündigen und kein teurerer Vertrag wegen eines vergessenen Arztbesuchs.
Weltweiter SchutzGilt auch, wenn du ins Ausland ziehst.
Für Beamte: DienstunfähigkeitsklauselLeistung, wenn der Dienstherr dich für dienstunfähig erklärt. Einschränkungen im Wortlaut prüfen.

Zusammengestellt aus den Mindestanforderungen der Verbraucherzentrale und den Prüfkriterien der Stiftung Warentest.

Steuer und Krankenversicherung

Auf BU-Beiträge fällt keine Versicherungsteuer an, das Gesetz nimmt Versicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit ausdrücklich aus. Absetzen kannst du die Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen, zusammen mit Haftpflicht, Unfallversicherung und ähnlichem. Meist schöpfen aber schon die Kranken- und Pflegebeiträge den Höchstbetrag aus, dann bringt der BU-Beitrag steuerlich nichts mehr.

Regel2026Grundlage
Versicherungsteuer auf den Beitrag0 %§ 4 Abs. 1 Nr. 5 VersStG
Sonstige Vorsorgeaufwendungen, Arbeitnehmer und Beamte1.900 €§ 10 Abs. 4 EStG
Sonstige Vorsorgeaufwendungen, Selbstständige2.800 €§ 10 Abs. 4 EStG
Steuerpflichtig bei privater BU-Rente, Laufzeit 37 Jahre36 %§ 55 Abs. 2 EStDV
Steuerpflichtig bei Basis-BU, Rentenbeginn 202684 %§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG
Kranken- und Pflegebeitrag freiwillig, ohne Krankengeld, kinderlos21,1 %§§ 240, 243 SGB V

So wird die BU-Rente versteuert

Die Rente aus einer privaten BU ist eine abgekürzte Leibrente. Steuerpflichtig ist nur der Ertragsanteil, und der hängt davon ab, wie lange die Rente bis zum Endalter noch läuft. Je später sie beginnt, desto kleiner der Anteil:

Rente abLaufzeit bis 67Ertragsanteilsteuerpflichtig bei 2.000 € im Monatsteuerfrei bis
30 Jahren37 Jahre36 %8.640 € im Jahrrund 2.890 €
40 Jahren27 Jahre28 %6.720 € im Jahrrund 3.716 €
50 Jahren17 Jahre18 %4.320 € im Jahrrund 5.780 €
60 Jahren7 Jahre8 %1.920 € im Jahrrund 13.006 €

Steuerfrei bis: Monatsrente, bei der das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag von 12.348 € erreicht, wenn die Rente dein einziges Einkommen ist und keine Kassenbeiträge abgehen.

Als einziges Einkommen bleibt die BU-Rente also oft steuerfrei. Anders sieht es aus, wenn dein Ehepartner verdient und ihr zusammen veranlagt werdet: Bei 40.000 € übrigem zu versteuerndem Einkommen kostet eine Rente von 2.000 € mit Beginn 30 rund 2.176 € Einkommensteuer im Jahr, weil 8.640 € zum gemeinsamen Einkommen kommen.

Anders läuft es bei der Basis-BU, auch Rürup-BU genannt (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b Doppelbuchst. bb EStG). Sie zahlt lebenslang, solange die Berufsunfähigkeit besteht, und die Beiträge zählen zu den Altersvorsorgeaufwendungen, für die 2026 ein Höchstbetrag von 30.826 € gilt. Dafür ist die Rente wie eine gesetzliche zu versteuern, bei Beginn 2026 zu 84 %: aus 2.000 € im Monat werden 20.160 € im Jahr steuerpflichtig statt 8.640 €. Von einer Rürup-Rente mit eingeschlossenem BU-Schutz rät Stiftung Warentest ab und empfiehlt zu prüfen, ob zwei getrennte Verträge besser passen.

Kranken- und Pflegeversicherung auf die BU-Rente

Pflichtversicherte zahlen auf eine private BU-Rente keine Beiträge. Freiwillig Versicherte zahlen auf ihre gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, dazu gehört die BU-Rente (§ 240 SGB V). Ohne Anspruch auf Krankengeld gilt der ermäßigte Satz von 14,0 %, dazu der Zusatzbeitrag der Kasse und die Pflegeversicherung, zusammen im Schnitt 20,5 %, kinderlos 21,1 %. Die Kasse rechnet mindestens mit 1.318,33 € Einnahmen im Monat, das ergibt kinderlos 278,17 €, und höchstens mit 5.812,50 €.

Privat Versicherte zahlen ihren Beitrag unabhängig von der Rente weiter, im Leistungsfall ohne Arbeitgeberzuschuss. Der Beitrag für die Basisabsicherung und die Pflegepflichtversicherung mindert als Vorsorgeaufwand das zu versteuernde Einkommen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG). Im Rechner trägst du ihn deshalb in ein eigenes Feld ein.

Freiwillig versichert ist oft, wer nach Krankengeld und Arbeitslosengeld keine gesetzliche Rente bekommt. Läuft die BU über den Arbeitgeber, gilt die Rente als Versorgungsbezug, dann zahlen auch Pflichtversicherte Beiträge. Wie hoch der Beitrag als freiwilliges Mitglied ausfällt, rechnet der Rechner für die freiwillige Krankenversicherung.

Häufige Fragen

Wann sollte ich eine BU abschließen?
So früh wie möglich und solange du gesund bist. Mit jedem Jahr steigt der Beitrag, und neue Diagnosen führen zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung. Ab etwa 55 gibt es laut Stiftung Warentest in der Regel keinen bezahlbaren Schutz mehr. Auch Azubis und Studierende können abschließen. Studierende bekommen zunächst meist höchstens 1.500 € Rente und sollten deshalb auf eine gute Nachversicherungsgarantie achten.
Zahlen Frauen mehr als Männer?
Nein. Für Verträge ab dem 21. Dezember 2012 dürfen Versicherer Beiträge und Leistungen nicht mehr nach dem Geschlecht staffeln. Auslöser war das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 1. März 2011 (C-236/09, Test-Achats), im deutschen Recht stehen die Regeln in § 20 Abs. 2 und § 33 Abs. 5 AGG.
Was ist ein Einsteigertarif?
Eine Starterpolice kostet in den ersten Jahren weniger, danach steigt der Beitrag über den eines normalen Vertrags. Über die ganze Laufzeit wird es teurer (Verbraucherzentrale). Nach Angaben der Stiftung Warentest muss der Vertrag meist spätestens mit 35 auf den Normaltarif umgestellt werden. Die Bedingungen für den Leistungsfall sollten so gut sein wie bei einem normalen Tarif.
Lohnt sich eine kleine BU-Rente von 500 €?
Kaum. Reicht die Rente nicht zum Leben, wird sie auf das Grundsicherungsgeld angerechnet, das seit Juli 2026 das Bürgergeld ersetzt. Allein der Regelsatz liegt 2026 bei 563 € im Monat, dazu kommt die Miete. Eine kleine Rente hat nur Sinn, wenn du sie später über die Nachversicherungsgarantie ohne neue Gesundheitsprüfung aufstocken kannst. Was der Staat genau zahlen würde, zeigt der Grundsicherungsgeld-Rechner.
Kann ich die BU kündigen oder eine Pause machen?
Kündigen kannst du jederzeit zum Ende der laufenden Versicherungsperiode (§ 168 VVG), je nach Zahlweise oft zum Monatsende. Bei einem Engpass gibt es bessere Wege: Bei einer Stundung bleibt der Schutz, die Beiträge zahlst du später nach. Bei einer Beitragsfreistellung (§ 165 VVG) zahlst du nichts mehr, die versicherte Rente sinkt aber oft stark. Kündige einen alten Vertrag erst, wenn der neue schriftlich vorliegt, denn jeder Neuabschluss bringt eine neue Gesundheitsprüfung.
Muss ich einen Jobwechsel melden?
In der Regel nicht. Geprüft wird der zuletzt ausgeübte Beruf. Manche Verträge beziehen den früheren Beruf ein, wenn du in den letzten 12 oder 24 Monaten vor der Berufsunfähigkeit gewechselt hast. Wechselst du in einen weniger riskanten Beruf, sinkt der Beitrag nicht von selbst. Nachfragen kann sich lohnen (Stiftung Warentest).
Was gilt in der Elternzeit oder bei Arbeitslosigkeit?
Meist zählt der Beruf, den du zuletzt ausgeübt hast. Nach längeren Pausen schränken einige Versicherer den Verzicht auf die abstrakte Verweisung ein, oft nach drei oder fünf Jahren. Viele Versicherer lassen dich bei Arbeitslosigkeit mit den Beiträgen aussetzen, der Schutz ruht dann aber meist.
Selbstständige BU oder BU-Zusatzversicherung?
Die selbstständige BU ist ein eigener Vertrag nur für die Berufsunfähigkeit. Die Zusatzversicherung (BUZ) hängt an einer Lebens- oder Rentenversicherung. Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest raten, Absicherung und Geldanlage zu trennen: Kombinationen mit Kapitallebens- oder Fondspolicen sind meist teurer, und wer den Hauptvertrag kündigen muss, verliert den BU-Schutz gleich mit.
Welche Alternativen gibt es, wenn ich keine BU bekomme?
Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du wichtige Fähigkeiten verlierst, etwa Sehen, Sprechen oder den Gebrauch der Hände. Eine Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease) leistet bei bestimmten Diagnosen, meist als Einmalbetrag. Dazu kommen Erwerbsunfähigkeits-, Funktionsinvaliditäts- und Unfallversicherung. Sie sind günstiger, schützen aber weniger. Die Unfallversicherung zahlt zum Beispiel nicht, wenn eine Krankheit die Ursache ist.
Was kann ich tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?
Lass dir die Ablehnung schriftlich begründen und prüfe sie mit einer Verbraucherzentrale oder einem Fachanwalt für Versicherungsrecht. Kostenlos ist die Schlichtung beim Versicherungsombudsmann: zuständig bis 100.000 € Beschwerdewert, bis 10.000 € ist die Entscheidung für den Versicherer bindend. Nicht jeder BU-Versicherer nimmt teil, das steht in deinen Vertragsinformationen.

Quellen

  1. § 172 VVG: Berufsunfähigkeit und Verweisung (Abs. 3) gesetze-im-internet.de
  2. § 174 VVG: Nachprüfung, Leistungsende frühestens nach drei Monaten gesetze-im-internet.de
  3. § 19 VVG: vorvertragliche Anzeigepflicht, Rücktritt, Kündigung, Anpassung gesetze-im-internet.de
  4. § 21 VVG: Fristen und Kausalität bei verletzter Anzeigepflicht gesetze-im-internet.de
  5. § 152 VVG: Widerrufsfrist 30 Tage, für die BU über § 176 VVG gesetze-im-internet.de
  6. § 4 VersStG: keine Versicherungsteuer auf BU-Beiträge (Abs. 1 Nr. 5) gesetze-im-internet.de
  7. § 55 EStDV: Ertragsanteil abgekürzter Leibrenten gesetze-im-internet.de
  8. § 10 EStG: Vorsorgeaufwendungen und Basis-BU gesetze-im-internet.de
  9. § 43 SGB VI: Erwerbsminderungsrente gesetze-im-internet.de
  10. § 240 SGB VI: Berufsschutz nur für vor dem 2. Januar 1961 Geborene gesetze-im-internet.de
  11. § 14 BeamtVG: Ruhegehalt, Abschlag und Mindestversorgung (Bund) gesetze-im-internet.de
  12. Deutsche Rentenversicherung: Rentenversicherung in Zahlen 2026: Rentenzugang 2025, Zahlbeträge und Indikationsgruppen deutsche-rentenversicherung.de
  13. Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeit absichern: Richtwert 80 %, Mindestbedingungen, Beitragsbeispiele (Stand 02.01.2025) verbraucherzentrale.de
  14. Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich: Risikogruppen, Ursachen, Zahl- und Tarifbeitrag (19.05.2026) test.de
  15. Stiftung Warentest: FAQ Berufsunfähigkeit: Krankenversicherung, Steuer, Nachversicherung, Gesundheitsfragen test.de
  16. GDV: Musterbedingungen Berufsunfähigkeits-Versicherung: Ausschlüsse, Anerkenntnis, Nachprüfung (Stand 21.07.2025) gdv.de
  17. Versicherungsombudsmann: Das Schlichtungsverfahren: Wertgrenzen und Ablauf versicherungsombudsmann.de

Passende Rechner