Auf dieser Seite
So rechnest du Festgeldzinsen
Für ein Jahr ist die Rechnung einfach: Kapital mal Zinssatz. Über mehrere Jahre kommt es darauf an, was mit den Zinsen passiert. Zahlt die Bank sie jedes Jahr aus, verzinst sich nur das Kapital, und es gibt jedes Jahr denselben Betrag. Schreibt sie die Zinsen dem Festgeld gut, werden sie im nächsten Jahr mitverzinst. Das ist der Zinseszins.
Zinsen mit Auszahlung = Kapital × Zinssatz × Jahre
Endbetrag mit Zinseszins = Kapital × (1 + Zinssatz)^Jahre
- Zinsen bei jährlicher Auszahlung: 10.000 € × 2,72 % × 3
- 816,00 €
- Endbetrag mit Zinseszins: 10.000 € × 1,0272³
- 10.838,40 €
- Zinsen mit Zinseszins
- 838,40 €
Der Zinseszins bringt hier 22,40 € mehr. Je höher Zins und Laufzeit, desto größer wird der Unterschied.
Läuft das Festgeld kürzer als ein Jahr, rechnet die Bank anteilig nach Tagen: Kapital × Zinssatz × Tage ÷ 365. 10.000 € für sechs Monate (182 Tage) zu 2,28 % bringen 113,69 €. Manche Banken rechnen mit 360 Tagen im Jahr und 30 Tagen je Monat. Welche Methode deine Bank nutzt, steht in ihren Bedingungen.
Zinsen nach Laufzeit
| Laufzeit | Durchschnittszins | Zinsen auf 10.000 € |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 2,28 % | 228,00 € |
| 2 Jahre | 2,64 % | 534,97 € |
| 3 Jahre | 2,72 % | 838,40 € |
| 5 Jahre | 2,72 % | 1.436,02 € |
Bundesbank-Durchschnitt für neue Einlagen privater Haushalte, August 2026 (vorläufig). Zinseszins bei jährlicher Gutschrift, vor Steuern.
Längere Laufzeiten bringen zurzeit nur wenig mehr. Du bindest dein Geld also länger für einen kleinen Aufschlag. Einzelne Angebote liegen deutlich über oder unter dem Durchschnitt.
Zinsen nach Betrag und Laufzeit
| Betrag | 1 Jahr | 2 Jahre | 3 Jahre | 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| 5.000 € | 114 € | 267 € | 419 € | 718 € |
| 10.000 € | 228 € | 535 € | 838 € | 1.436 € |
| 25.000 € | 570 € | 1.337 € | 2.096 € | 3.590 € |
| 50.000 € | 1.140 € | 2.675 € | 4.192 € | 7.180 € |
Zinsen vor Steuern mit Zinseszins, Bundesbank-Durchschnitt für die jeweilige Laufzeit (August 2026).
Zinsentwicklung seit 2019
| Zeitpunkt | bis 1 Jahr | 1 bis 2 Jahre | über 2 Jahre |
|---|---|---|---|
| Dezember 2019 | 0,08 % | 0,49 % | 0,60 % |
| Dezember 2020 | -0,01 % | 0,40 % | 0,59 % |
| Dezember 2021 | -0,07 % | 0,20 % | 0,51 % |
| Dezember 2022 | 1,53 % | 2,01 % | 1,52 % |
| Dezember 2023 | 3,37 % | 3,25 % | 3,17 % |
| Dezember 2024 | 2,48 % | 2,27 % | 2,11 % |
| Dezember 2025 | 1,79 % | 2,00 % | 2,31 % |
| August 2026 | 2,28 % | 2,64 % | 2,72 % |
Effektivzins neuer Festgelder privater Haushalte, Durchschnitt aller Banken in Deutschland. Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik (SUD102 bis SUD104).
Bis Mitte 2022 gab es für kurze Festgelder fast nichts, Ende 2021 lag der Schnitt sogar knapp unter null. Dann hob die EZB ihre Leitzinsen an, und die Festgeldzinsen folgten bis auf 3,46 % im November 2023. Mit den Zinssenkungen der EZB ab Mitte 2024 gingen sie wieder zurück, 2026 zogen sie erneut an. Wie es weitergeht, hängt vor allem an der Geldpolitik. Dein laufendes Festgeld betrifft das nicht, sein Zins steht fest.
Die Festgeld-Treppe
Statt alles für eine Laufzeit festzulegen, verteilst du das Geld auf mehrere. Jedes Jahr wird ein Teil frei, und du kannst neu entscheiden, zum dann gültigen Zins.
- 10.000 € für 1 Jahr zu 2,28 %
- 228,00 €
- 10.000 € für 2 Jahre zu 2,64 %
- 534,97 €
- 10.000 € für 3 Jahre zu 2,72 %
- 838,40 €
- Zinsen zusammen
- 1.601,37 €
Mit den Durchschnittszinsen für die jeweilige Laufzeit, Zinseszins, vor Steuern.
Steuer auf Festgeldzinsen
Zinsen bleiben bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr steuerfrei, darüber zieht die Bank Abgeltungsteuer und Soli ab. Der Rechner rechnet die Steuer für jedes Jahr getrennt, so wie die Bank sie bei jährlicher Zinsgutschrift abführt.
Versteuert werden Zinsen in dem Jahr, in dem sie gutgeschrieben oder ausgezahlt werden (§ 11 Abs. 1 EStG). Zahlt die Bank alles erst am Ende der Laufzeit, landen die Zinsen mehrerer Jahre in einem einzigen Jahr. 25.000 € für 3 Jahre zu 2,72 % bringen 2.096,00 € Zinsen. Bei jährlicher Gutschrift bleibt jedes Jahr unter dem Pauschbetrag, Steuer fällt keine an. Kommen die Zinsen auf einmal, sind 289,07 € fällig, wenn du keine anderen Kapitalerträge hast und keine Kirchensteuer zahlst.
Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank Steuer ab, auch wenn du unter dem Pauschbetrag bleibst. Zurück bekommst du sie dann erst über die Steuererklärung.
Festgeld und Inflation
Festgeld über mehrere Jahre brachte im August 2026 im Schnitt 2,72 %, die Preise stiegen zuletzt um 2,9 % (August 2026). Real ist das ein Minus von 0,17 % im Jahr, vor Steuern. Festgeld schützt dein Geld also vor Schwankungen, aber nicht zuverlässig vor der Teuerung. Für Geld, das du erst in vielen Jahren brauchst, lohnt ein Blick auf breit gestreute Aktienfonds, mit deutlich mehr Schwankung.
Festgeld im EU-Ausland
Über Zinsportale bieten Banken aus anderen EU-Ländern oft mehr Zinsen. Geschützt ist das Geld dort über die Einlagensicherung des jeweiligen Landes, nach EU-Recht ebenfalls bis 100.000 € je Kunde und Bank. Im Ernstfall hängt die Auszahlung aber vom Sicherungssystem dieses Landes ab.
Manche Länder behalten auf Zinsen eine eigene Quellensteuer ein. Die kannst du dir teils mit einem Formular zurückholen oder in der deutschen Steuererklärung anrechnen lassen, das kostet Aufwand. Deutsche Banken ziehen die Abgeltungsteuer dagegen direkt ab und berücksichtigen deinen Freistellungsauftrag.
Einlagensicherung: 100.000 € und mehr
Festgeld bei einer Bank in der EU ist gesetzlich bis 100.000 € je Kunde und Bank geschützt, egal wie viele Konten du dort hast (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Fällt eine deutsche Bank aus, muss die Entschädigung spätestens sieben Arbeitstage nach der Feststellung durch die BaFin fließen, ohne Antrag (§ 14 EinSiG).
Gezählt werden alle Konten bei derselben Bank zusammen, mit den aufgelaufenen Zinsen (§ 7 Abs. 2 und 3 EinSiG). Bei einem Gemeinschaftskonto zählt der Anteil jedes Inhabers, im Zweifel zu gleichen Teilen (§ 7 Abs. 4). Die EU-Richtlinie über Einlagensicherungssysteme schreibt die 100.000 € und die Auszahlung binnen sieben Arbeitstagen für alle Mitgliedstaaten vor (Art. 6 und 8 der Richtlinie 2014/49/EU).
Für bestimmte Einmalbeträge steigt der Schutz für sechs Monate auf bis zu 500.000 €: etwa den Erlös aus dem Verkauf der selbstgenutzten Wohnung oder Geld, das mit Heirat, Scheidung, Ruhestand, Kündigung oder einem Todesfall zusammenhängt (§ 8 Abs. 2 EinSiG). Zusätzlich sichern die Verbände der privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken freiwillig ab. Auf diese freiwillige Sicherung besteht aber kein Rechtsanspruch.
Festgeld, Tagesgeld, Sparbuch oder Bundeswertpapier
| Anlage | Zugriff | Zins |
|---|---|---|
| Festgeld | erst am Ende der Laufzeit | fest für die Laufzeit, im Schnitt 2,64 % für bis zu zwei Jahre |
| Tagesgeld | jederzeit | variabel, mit Girokonten zusammen im Schnitt 0,51 % |
| Sparbuch | drei Monate Kündigungsfrist, bis 2.000 € im Monat ohne Kündigung | variabel, im Schnitt 0,73 % |
| Bundeswertpapiere | täglich an der Börse verkaufbar, vor Fälligkeit zum aktuellen Kurs | fester Kupon, Rendite hängt vom Kaufkurs ab |
Durchschnittszinsen der Bundesbank für neue Einlagen, Stand August 2026. Spareinlagen nach § 21 Abs. 4 RechKredV.
Festgeld lohnt sich für Geld, das du sicher für eine feste Zeit nicht brauchst. Eine Reserve für Notfälle gehört aufs Tagesgeld. Bundeswertpapiere brauchen keine Einlagensicherung, weil der Bund zahlt, schwanken bei einem Verkauf vor Fälligkeit aber im Kurs.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Zinsen für Festgeld?
Wie hoch sind die Festgeldzinsen aktuell?
Ist ein Gemeinschaftskonto doppelt abgesichert?
Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?
Werden die Zinsen jährlich oder am Ende gezahlt?
Wie sicher ist Festgeld?
Warum ändern sich die Festgeldzinsen?
Wie verteile ich den Sparer-Pauschbetrag auf mehrere Banken?
Was passiert am Ende der Laufzeit?
Quellen
- Bundesbank: MFI-Zinsstatistik: Zinsen auf Einlagen mit vereinbarter Laufzeit, Stand August 2026 bundesbank.de
- § 20 EStG: Sparer-Pauschbetrag (Abs. 9) gesetze-im-internet.de
- § 7 EinSiG: Alle Konten zusammen, Gemeinschaftskonten anteilig gesetze-im-internet.de
- § 11 EStG: Zufluss im Jahr der Gutschrift gesetze-im-internet.de
- Richtlinie 2014/49/EU über Einlagensicherungssysteme: Deckung 100.000 € und Auszahlung binnen sieben Arbeitstagen in der ganzen EU (Art. 6, 8) eur-lex.europa.eu
- § 8 EinSiG: Einlagensicherung bis 100.000 €, bis 500.000 € bei bestimmten Anlässen gesetze-im-internet.de
- § 14 EinSiG: Auszahlung binnen sieben Arbeitstagen gesetze-im-internet.de
- § 21 RechKredV: Spareinlagen: drei Monate Kündigungsfrist, 2.000 € frei gesetze-im-internet.de