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Inflationsrate 2026 und der letzten Jahre
Die Inflationsrate ist die Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahresmonat, als Jahreswert gegenüber dem Vorjahr. Alle Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis), Basisjahr 2020 = 100.
| Monat | VPI | zum Vorjahresmonat |
|---|---|---|
| September 2026 (vorläufig) | – | +3,3 % |
| August 2026 | 125,8 | +2,9 % |
| Juli 2026 | 125,6 | +2,8 % |
| Juni 2026 | 124,6 | +2,3 % |
| Mai 2026 | 125,0 | +2,6 % |
| April 2026 | 125,2 | +2,9 % |
| März 2026 | 124,5 | +2,7 % |
| Februar 2026 | 123,1 | +1,9 % |
| Januar 2026 | 122,8 | +2,1 % |
Endgültige Werte, Stand 10. September 2026. September 2026: Schnellmeldung vom 30. September 2026, endgültig am 13. Oktober 2026.
Inflationsrate in Deutschland seit 1992
Über 2 % lag die Teuerung nur in 11 von 34 Jahren. Am höchsten war sie 2022 mit 6,9 %, am niedrigsten 2009 mit 0,3 %. 2022 und 2023 trieben vor allem Energie und Lebensmittel die Preise. Diese Preissteigerungen bleiben im Preisniveau: Sinkt die Rate wieder, werden Dinge nicht billiger, sie werden nur langsamer teurer.
| Jahr | VPI | Inflationsrate |
|---|---|---|
| 2025 | 121,9 | +2,2 % |
| 2024 | 119,3 | +2,2 % |
| 2023 | 116,7 | +5,9 % |
| 2022 | 110,2 | +6,9 % |
| 2021 | 103,1 | +3,1 % |
| 2020 | 100,0 | +0,5 % |
| 2019 | 99,5 | +1,4 % |
| 2018 | 98,1 | +1,8 % |
| 2017 | 96,4 | +1,5 % |
| 2016 | 95,0 | +0,5 % |
| 2015 | 94,5 | +0,5 % |
| 2014 | 94,0 | +1,0 % |
| 2013 | 93,1 | +1,5 % |
| 2012 | 91,7 | +1,9 % |
| 2011 | 90,0 | +2,2 % |
| 2010 | 88,1 | +1,0 % |
| 2009 | 87,2 | +0,3 % |
| 2008 | 86,9 | +2,6 % |
| 2007 | 84,7 | +2,3 % |
| 2006 | 82,8 | +1,6 % |
| 2005 | 81,5 | +1,6 % |
| 2004 | 80,2 | +1,6 % |
| 2003 | 78,9 | +1,0 % |
| 2002 | 78,1 | +1,4 % |
| 2001 | 77,0 | +2,0 % |
| 2000 | 75,5 | +1,3 % |
| 1999 | 74,5 | +0,7 % |
| 1998 | 74,0 | +0,8 % |
| 1997 | 73,4 | +1,9 % |
| 1996 | 72,0 | +1,4 % |
| 1995 | 71,0 | +1,9 % |
| 1994 | 69,7 | +2,7 % |
| 1993 | 67,9 | +4,5 % |
| 1992 | 65,0 | +5,0 % |
VPI im Jahresdurchschnitt, Basis 2020 = 100. Bis 2019 aus dem Statistischen Bericht „Lange Reihen ab 1948“ (Destatis, 10. Juli 2025), ab 2020 aus den Monatswerten. Die Rate ist die Veränderung der auf eine Nachkommastelle gerundeten Jahresdurchschnitte, so rechnet auch Destatis. Für 1991 fehlt sie, weil es für 1990 keinen gesamtdeutschen Wert gibt.
VPI berechnen: Inflationsrate, Veränderung und neuer Betrag
Mit dem Index rechnest du immer gleich: Du teilst den neuen Indexstand durch den alten. Destatis gibt dafür drei Formeln an, die für jeden Zeitraum gelten.
Veränderung in % = Index neu ÷ Index alt × 100 − 100
Betrag neu = Betrag alt × Index neu ÷ Index alt
Veränderung der Kaufkraft in % = Index alt ÷ Index neu × 100 − 100
Die Inflationsrate eines Monats vergleicht ihn mit demselben Monat im Vorjahr.
- Index August 2026
- 125,8
- Index August 2025
- 122,3
- Index neu ÷ Index alt
- 1,02862
- × 100 − 100
- 2,86 %
- Inflationsrate August 2026, auf eine Stelle gerundet
- 2,9 %
Die Jahresinflation rechnet Destatis aus den Jahresdurchschnitten, die vorher auf eine Nachkommastelle gerundet werden. Für 2025: 121,9 ÷ 119,3 × 100 − 100 = 2,2 %.
So prüfst du eine Wertsicherungsklausel oder rechnest einen alten Betrag in heutiges Geld um.
- Index Januar 2020
- 99,8
- Index August 2026
- 125,8
- Veränderung: 125,8 ÷ 99,8 × 100 − 100
- +26,05 %
- Betrag neu: 1.000 € × 125,8 ÷ 99,8
- 1.260,52 €
- Kaufkraft: 99,8 ÷ 125,8 × 100 − 100
- −20,67 %
1.000 € vom Januar 2020 haben heute also die Kaufkraft von 793,32 €. Der Rückblick im Rechner oben macht genau diese Rechnung, ab Januar 2020 für jeden Monat und davor bis 1991 mit dem Jahresdurchschnitt.
Punkte oder Prozent
Ein häufiger Fehler ist, die Differenz der Indexstände als Prozent zu lesen. Von 99,8 auf 125,8 sind es 26,0 Punkte, aber 26,05 %. Je höher der Index steht, desto weniger ist ein Punkt wert: 5 Punkte mehr bedeuteten beim Jahresdurchschnitt 1999 (74,5) eine Steigerung um 6,7 %, beim Stand von 2025 (121,9) nur noch um 4,1 %. Dazu ändern sich die Punkte mit jedem neuen Basisjahr, die Prozentzahl bleibt bis auf Rundungen gleich. Destatis empfiehlt deshalb, in Verträgen nur Prozent zu vereinbaren.
Schwellenwert: ab wann eine Klausel greift
Viele Klauseln passen erst an, wenn sich der Index um einen festen Prozentsatz verändert hat. Den Indexstand, ab dem das so ist, rechnest du nach der Destatis-Anleitung aus:
Oberer Schwellenwert = Index alt × (1 + Prozentsatz ÷ 100)
Unterer Schwellenwert = Index alt × (1 − Prozentsatz ÷ 100)
Beruht die letzte Anpassung auf dem Index für August 2024 (119,7) und greift die Klausel bei 5 %, liegt die obere Schwelle bei 119,7 × 1,05 = 125,7, die untere bei 113,7. Erreicht wurde die obere Schwelle erstmals im August 2026 mit 125,8. Ob der Wert erreicht oder überschritten sein muss, steht in deinem Vertrag.
Basisjahr 2020: was alte Indexwerte noch taugen
Seit dem Berichtsmonat Januar 2023 rechnet Destatis mit dem Basisjahr 2020: Der Durchschnitt dieses Jahres ist 100. Bei der Umstellung am 22. Februar 2023 wurden alle Werte ab Januar 2020 mit neuem Wägungsschema und aktuellen Methoden neu berechnet, ältere Werte nur auf die neue Basis umgerechnet. Revidiert wird üblicherweise alle fünf Jahre, die nächste Revision plant Destatis für 2028.
- Nimm beide Werte aus derselben Reihe. Nennt dein Vertrag die Basis 2015 oder älter, rechnest du mit den heutigen Werten. Die Veränderung in Prozent hängt laut Destatis bis auf Rundungen nicht vom Basisjahr ab.
- Schon erfolgte Anpassungen bleiben gültig, die neue Basis wirkt nicht rückwirkend.
- Umbasierungsfaktoren veröffentlicht Destatis seit 2003 nicht mehr. Wer eine Punkteregelung hat, sollte auf Prozent umstellen.
- Bis 2002 hieß der VPI „Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte“. So steht er noch in § 557b Abs. 1 BGB.
- Den Index gibt es für Kalendermonate und Jahre, nicht für Stichtage. „Der am 1. Januar gültige Index“ führt laut Destatis oft zu Streit.
Verträge mit Indizes, die es nicht mehr gibt, etwa für einen 4-Personen-Haushalt oder das frühere Bundesgebiet, stellt die kostenlose Rechenhilfe von Destatis auf den heutigen VPI um.
Wertsicherungsklausel: wann der VPI eine Zahlung bestimmen darf
Eine Wertsicherungsklausel bindet eine Zahlung an den Verbraucherpreisindex, damit sie ihren Wert behält: Miete, Pacht, Leibrente, Unterhalt aus einem Vertrag oder Erbbauzins. Erlaubt ist das nicht in jedem Vertrag. Das Preisklauselgesetz verbietet im Grundsatz, dass sich eine Geldschuld unmittelbar und selbsttätig nach dem Preis anderer, nicht vergleichbarer Güter richtet (§ 1 Abs. 1 PrKG).
Nicht unter das Verbot fallen Klauseln mit Spielraum, bei denen die neue Höhe nach Billigkeit bestimmt wird (Leistungsvorbehalt), Spannungsklauseln zwischen vergleichbaren Leistungen, Kostenelementeklauseln und Klauseln, die nur zu einer Senkung führen können (§ 1 Abs. 2 PrKG). Eine echte Indexklausel mit dem VPI ist vor allem in langfristigen Verträgen zulässig (§ 3 Abs. 1 PrKG), für einige Verträge gelten eigene Regeln:
| Vertrag | Wann der VPI erlaubt ist | Grundlage |
|---|---|---|
| Wohnungsmiete | schriftlich vereinbart, Miete jeweils mindestens ein Jahr unverändert, Erklärung in Textform | § 557b BGB |
| Gewerbemiete, Pacht | Laufzeit mindestens zehn Jahre, Kündigungsverzicht des Vermieters für zehn Jahre oder Recht des Mieters, auf zehn Jahre zu verlängern | § 3 Abs. 1 Nr. 1 d, e PrKG |
| Leibrente, Altenteil, Unterhalt aus Vertrag | Zahlung auf Lebenszeit, bis zur Erwerbsfähigkeit oder einem Ausbildungsziel oder bis zur Altersversorgung | § 3 Abs. 1 Nr. 1 a bis c PrKG |
| Erbauseinandersetzung, Abfindung bei Übernahme eines Betriebs | mindestens zehn Jahre bis zur letzten Zahlung oder Zahlung nach dem Tod | § 3 Abs. 1 Nr. 2 PrKG |
| Erbbauzins | Erbbaurecht mit mindestens 30 Jahren Laufzeit; bei Wohngebäuden keine Erhöhung über die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und frühestens drei Jahre nach Vertrag oder letzter Erhöhung | § 4 PrKG, § 9a ErbbauRG |
| Betriebsrente | Prüfpflicht alle drei Jahre gilt als erfüllt, wenn die Anpassung den Anstieg des VPI ausgleicht | § 16 Abs. 2 BetrAVG |
Als Maßstab erlaubt § 3 Abs. 1 PrKG einen Preisindex des Statistischen Bundesamts oder eines Statistischen Landesamts und den Verbraucherpreisindex von Eurostat. Erlaubt sind Preisklauseln außerdem im Geld- und Kapitalverkehr (§ 5 PrKG) und in Verträgen von Unternehmern mit Gebietsfremden (§ 6 PrKG). Die Klausel muss hinreichend bestimmt sein und darf keine Seite unangemessen benachteiligen (§ 2 Abs. 1 PrKG). Unangemessen ist sie etwa, wenn steigende Preise die Zahlung erhöhen, fallende sie aber nicht senken, oder wenn nur eine Seite eine Anpassung verlangen darf (§ 2 Abs. 3 PrKG).
Verstößt eine Klausel gegen das Gesetz, wird sie erst unwirksam, wenn ein Gericht den Verstoß rechtskräftig festgestellt hat, sofern nichts anderes vereinbart ist (§ 8 PrKG). Bis dahin geleistete Zahlungen bleiben bestehen. Eine Genehmigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle braucht es seit dem Preisklauselgesetz von 2007 nicht mehr. Für Wohnungsmieten bleibt es bei § 557b BGB (§ 1 Abs. 3 PrKG), die Einzelheiten stehen beim Indexmiete-Rechner.
Vereinbare eine Veränderung in Prozent statt in Punkten, nenne den Verbraucherpreisindex für Deutschland und Kalendermonate statt Stichtage, und lass die Klausel in beide Richtungen wirken. Ob sie im Einzelfall wirksam ist, klären Notar oder Anwalt. Destatis rechnet nur und berät nicht rechtlich.
Kaufkraftverlust berechnen
Kaufkraft ist die Kehrseite der Teuerung. Steigen die Preise um 26,1 %, sinkt die Kaufkraft nicht um denselben Prozentsatz, sondern um 20,7 %: 1 ÷ 1,261 = 0,793. Das verwechseln viele.
Kaufkraft heute = Betrag × Index damals ÷ Index heute
Für Jahre vor 2020 nimmst du die Jahresdurchschnitte aus der Tabelle oben. So viel kosteten 100 € von damals im Jahr 2025, und so viel waren sie 2025 noch wert:
| 100 € aus dem Jahr | VPI damals | kosten 2025 | Kaufkraft 2025 |
|---|---|---|---|
| 1995 | 71,0 | 171,69 € | 58,24 € |
| 2000 | 75,5 | 161,46 € | 61,94 € |
| 2005 | 81,5 | 149,57 € | 66,86 € |
| 2010 | 88,1 | 138,37 € | 72,27 € |
| 2015 | 94,5 | 128,99 € | 77,52 € |
| 2020 | 100,0 | 121,90 € | 82,03 € |
Jahresdurchschnitte des VPI, Basis 2020 = 100. Der Rechner oben nimmt für 1991 bis 2019 dieselben Jahresdurchschnitte, ab Januar 2020 die Monatswerte, und rechnet D-Mark-Beträge auf Wunsch zum festen Kurs um.
Alte DM-Beträge rechnest du zuerst mit dem festen Kurs in Euro um, dann mit dem Index auf heute.
- 1.000 DM in Euro (÷ 1,95583)
- 511,29 €
- Index 1995 (Jahresdurchschnitt)
- 71,0
- Index 2025 (Jahresdurchschnitt)
- 121,9
- In Preisen von 2025: 511,29 € × 121,9 ÷ 71,0
- 877,84 €
Kaufkraft in Zukunft und die 72er-Regel
Kaufkraft in n Jahren = Betrag ÷ (1 + Inflationsrate)n
Für die Zukunft nimmt der Rechner eine gleichbleibende Rate an, die du einstellst. Wie sich die Preise wirklich entwickeln, weiß niemand, deshalb drei Szenarien:
| Inflation | in 10 Jahren | in 20 Jahren | in 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| 2,0 % | 8.203 € | 6.730 € | 5.521 € |
| 3,0 % | 7.441 € | 5.537 € | 4.120 € |
| 5,0 % | 6.139 € | 3.769 € | 2.314 € |
Kaufkraft von 10.000 € in heutigem Geld.
Planst du mit einer festen Rente oder einem festen Sparziel in 30 Jahren, rechne es in heutiges Geld um. Schon 2 % Inflation nehmen dem Betrag in 30 Jahren rund 45 % seiner Kaufkraft. Wie groß die Lücke im Alter wird, zeigt der Rentenlücken-Rechner.
Wann sich die Kaufkraft halbiert
Teilst du 72 durch die Inflationsrate, weißt du ungefähr, nach wie vielen Jahren dein Geld nur noch die Hälfte wert ist. Genau ist der Logarithmus:
Jahre bis zur Halbierung = ln 2 ÷ ln(1 + Inflationsrate)
| Inflation | 72er-Regel | genau |
|---|---|---|
| 2,0 % | 36,0 Jahre | 35,0 Jahre |
| 3,0 % | 24,0 Jahre | 23,4 Jahre |
| 4,0 % | 18,0 Jahre | 17,7 Jahre |
| 5,0 % | 14,4 Jahre | 14,2 Jahre |
| 7,0 % | 10,3 Jahre | 10,2 Jahre |
Bei konstanter Rate. Die Faustregel liegt im üblichen Bereich höchstens etwa ein Jahr daneben.
Realzins und Reallohn: die Fisher-Gleichung
Was von einem Zins nach Inflation übrig bleibt, ist der Realzins. Die Faustregel „Zins minus Inflation“ liegt nah dran, genau ist:
Realzins = (1 + Nominalzins) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1
3 % Zins bei 2 % Inflation: 1,03 ÷ 1,02 − 1 = 0,98 %
| Zins oder Rendite | bei 2,0 % Inflation | bei 3,0 % Inflation |
|---|---|---|
| 1,0 % | −0,98 % | −1,94 % |
| 2,0 % | 0,00 % | −0,97 % |
| 3,0 % | +0,98 % | 0,00 % |
| 5,0 % | +2,94 % | +1,94 % |
| 7,0 % | +4,90 % | +3,88 % |
Realzins vor Steuern. Steuern auf Zinsen fallen auf den Nominalzins an, real bleibt deshalb noch weniger.
Fürs Gehalt gilt dieselbe Rechnung. 3 % mehr Lohn bei 2,2 % Inflation wie 2025 sind real +0,78 %. Was davon netto ankommt, zeigt der Gehaltserhöhungs-Rechner.
Warenkorb und Wägungsschema: so misst Destatis die Inflation
Destatis erfasst jeden Monat die Preise von rund 700 Güterarten, von Brot über Mieten und Strom bis zu Pauschalreisen. Jede Güterart geht mit dem Gewicht ein, das sie an den Ausgaben der privaten Haushalte im Basisjahr hatte. Diese Gewichte bleiben bis zur nächsten Revision gleich (Laspeyres-Index). Im VPI stecken auch unterstellte Mieten für Wohnungen, die ihre Eigentümer selbst bewohnen.
| Bereich | Gewicht | seit 2020 | zum Vorjahresmonat |
|---|---|---|---|
| Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke | 11,9 % | +36,7 % | +0,1 % |
| Alkoholische Getränke und Tabakwaren | 3,5 % | +32,0 % | +3,9 % |
| Bekleidung und Schuhe | 4,2 % | +7,2 % | +0,4 % |
| Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe | 25,9 % | +19,6 % | +1,6 % |
| Möbel, Leuchten, Geräte und Haushaltszubehör | 6,8 % | +18,3 % | +0,2 % |
| Gesundheit | 5,5 % | +16,7 % | +5,2 % |
| Verkehr | 13,8 % | +38,1 % | +8,8 % |
| Post und Telekommunikation | 2,3 % | −0,8 % | +0,9 % |
| Freizeit, Unterhaltung und Kultur | 10,4 % | +22,4 % | +1,7 % |
| Bildungswesen | 0,9 % | +25,2 % | +5,5 % |
| Gaststätten und Beherbergung | 4,7 % | +36,6 % | +2,9 % |
| Andere Waren und Dienstleistungen | 9,9 % | +32,9 % | +3,9 % |
Die zwölf Abteilungen des VPI im August 2026. Gewicht aus dem Wägungsschema 2020, Veränderung seit dem Durchschnitt 2020 und zum Vorjahresmonat. Quelle: Destatis.
Rechnest du das gewichtete Mittel der zwölf Bereiche aus, kommst du auf 125,84, also den Gesamtindex von 125,8 für August 2026. Wohnen mit Energie zählt mit 25,9 % am stärksten, Verkehr mit 13,8 %, Nahrungsmittel mit 11,9 %. Seit 2020 sind Verkehr um 38,1 % und Nahrungsmittel um 36,7 % teurer geworden, deutlich mehr als der Durchschnitt.
Deine persönliche Inflation hängt davon ab, wie sich deine Ausgaben auf diese Bereiche verteilen. Im persönlichen Inflationsrechner von Destatis passt du die Gewichte an deinen Haushalt an.
Inflation und Ersparnisse
Liegt der Zins unter der Inflationsrate, verliert Erspartes an Kaufkraft, auch wenn der Kontostand steigt. Täglich fällige Einlagen, also Tagesgeld- und Girokonten zusammen, brachten zuletzt im Schnitt 0,51 % (Bundesbank, August 2026), die Preise stiegen um 2,9 %. Real schrumpft dieses Geld damit um rund 2,3 % im Jahr.
| Jahr | Inflation | Zins Spareinlagen | real |
|---|---|---|---|
| 2021 | 3,1 % | 0,09 % | −2,9 % |
| 2022 | 6,9 % | 0,09 % | −6,4 % |
| 2023 | 5,9 % | 0,46 % | −5,1 % |
| 2024 | 2,2 % | 0,74 % | −1,4 % |
| 2025 | 2,2 % | 0,68 % | −1,5 % |
Zins: Jahresmittel der Bundesbank-Zinsstatistik für Spareinlagen privater Haushalte mit bis zu drei Monaten Kündigungsfrist, Bestand. Real nach der Fisher-Gleichung.
Geldwerte wie Konto, Sparbuch und Anleihen zahlen einen festen Betrag zurück und verlieren real, wenn der Zins unter der Inflation liegt. Sachwerte wie Aktien und Immobilien können mit den Preisen mitwachsen, schwanken aber und bringen eigene Risiken. Wie sich ein Sparbuch entwickelt, rechnet der Sparbuch-Rechner, Tagesgeld der Tagesgeld-Rechner.
EZB-Leitzins und Basiszinssatz
Die Europäische Zentralbank will die Inflation im Euroraum auf mittlere Sicht bei 2 % halten, gemessen am HVPI. Liegt sie deutlich darüber, hebt sie die Leitzinsen an. Den Einlagesatz erhöhte sie ab dem 27. Juli 2022 in zehn Schritten von −0,5 % auf 4 % (ab 20. September 2023) und senkte ihn danach bis Juni 2025 auf 2 %. Seit Juni 2026 erhöht sie wieder, bisher in zwei Schritten auf 2,5 % (ab 16. September 2026). Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,65 %.
Am Hauptrefinanzierungssatz hängt der Basiszinssatz nach § 247 BGB. Er ändert sich zum 1. Januar und 1. Juli um die Prozentpunkte, um die sich dieser Satz seit der letzten Änderung bewegt hat, die Bundesbank gibt ihn im Bundesanzeiger bekannt. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt er 1,52 %. Im Jahr 2022 lag er noch bei −0,88 %, im ersten Halbjahr 2024 bei 3,62 %. Verzugszinsen liegen 5 Prozentpunkte darüber, also bei 6,52 %, bei Geschäften ohne Verbraucher 9 Prozentpunkte darüber bei 10,52 % (§ 288 Abs. 1 und 2 BGB). Den Verlauf seit 2022 und die Zinsen für eine offene Rechnung zeigt der Mahnungs-Rechner.
Rente und Inflation
Die gesetzliche Rente folgt nicht den Preisen, sondern den Löhnen. Der aktuelle Rentenwert ändert sich zum 1. Juli mit der Entwicklung der Bruttolöhne, dem Beitragssatz und dem Nachhaltigkeitsfaktor, der das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern abbildet (§ 68 SGB VI).
| Rentenwert ab | Wert | Anpassung | Inflation im Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 1. Juli 2023 | 37,60 € | – | 6,9 % (2022) |
| 1. Juli 2024 | 39,32 € | +4,57 % | 5,9 % (2023) |
| 1. Juli 2025 | 40,79 € | +3,74 % | 2,2 % (2024) |
| 1. Juli 2026 | 42,52 € | +4,24 % | 2,2 % (2025) |
Seit Juli 2023 ist der Rentenwert in Ost und West gleich. Quelle: Rentenwertbestimmungsverordnungen 2023 bis 2026.
Von Juli 2023 bis Juli 2026 stieg der Rentenwert um 13,1 %, der VPI im selben Zeitraum um 7,3 %. In Jahren mit hoher Inflation kann das anders aussehen, weil die Löhne erst verzögert nachziehen. Was du an Rente erwarten kannst, rechnet der Rentenrechner, was von einer Erhöhung netto bleibt, der Rentenerhöhung-Rechner.
Betriebsrenten muss der Arbeitgeber alle drei Jahre auf eine Anpassung prüfen. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn er mindestens den Anstieg des VPI oder der Nettolöhne vergleichbarer Beschäftigter im Prüfungszeitraum ausgleicht (§ 16 Abs. 1 und 2 BetrAVG). Die Prüfung entfällt, wenn er sich verpflichtet, die Rente jedes Jahr um mindestens 1 % zu erhöhen (§ 16 Abs. 3 Nr. 1 BetrAVG). Private Renten steigen nur, wenn der Vertrag es vorsieht, etwa über Überschüsse.
Indexmiete: Miete im Gleichschritt mit dem VPI
Bei einer Indexmiete ändert sich die Miete im selben Verhältnis wie der Verbraucherpreisindex (§ 557b BGB). Die Miete muss jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben, die Änderung muss in Textform erklärt werden und gilt ab dem übernächsten Monat. Eine Mieterhöhung auf die Vergleichsmiete ist daneben ausgeschlossen.
- Miete seit August 2025
- 1.000,00 €
- Index August 2025
- 122,3
- Index August 2026
- 125,8
- Veränderung
- +2,86 %
- Neue Miete
- 1.028,62 €
Neue Miete = alte Miete × Index neu ÷ Index alt, amtliche Monatswerte von Destatis, Basis 2020 = 100. Deinen Fall rechnet der Indexmiete-Rechner, die Erhöhung auf die Vergleichsmiete der Mieterhöhungs-Rechner.
Häufige Fragen
Wo finde ich den aktuellen Verbraucherpreisindex?
Warum fühlt sich meine Inflation höher an?
Was ist die Kerninflation?
Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?
Wie hoch war die Inflation im Durchschnitt?
Was ist die kalte Progression?
Kann die Inflation auch negativ sein?
Wie wirkt Inflation auf Schulden?
Gibt es Anleihen, die vor Inflation schützen?
Wie schütze ich mein Geld vor Inflation?
Quellen
- Destatis: Verbraucherpreisindex, Gesamtindex und 12 Abteilungen: Monats- und Jahreswerte, Basis 2020 = 100, Stand 10. September 2026 destatis.de
- Destatis: Pressemitteilung Nr. 348 vom 30. September 2026: Schnellmeldung September 2026 destatis.de
- Destatis: Lange Reihen ab 1948: Jahresdurchschnitte ab 1991, erschienen am 10. Juli 2025 destatis.de
- Destatis: Allgemeine Informationen zum Verbraucherpreisindex: Formeln, Basisjahr, Wertsicherung destatis.de
- Destatis: Merkblatt Punkte- versus Prozentregelungen: Prozent statt Punkte destatis.de
- Destatis: Anleitung für Schwellenwerte und Veränderungsraten: Schwellenwerte berechnen destatis.de
- Destatis: Rechenhilfe zur Anpassung von Verträgen: Wertsicherungsrechner destatis.de
- Destatis: Wägungsschema für das Basisjahr 2020: Gewichte der Abteilungen destatis.de
- Destatis: Qualitätsbericht Verbraucherpreisindex 2026: Unterschied zum HVPI, Termine destatis.de
- Destatis: Persönlicher Inflationsrechner: Warenkorb nach eigenen Ausgaben service.destatis.de
- Preisklauselgesetz §§ 1 bis 3 und 8: Verbot, Ausnahmen, Unwirksamkeit gesetze-im-internet.de
- § 557b BGB: Indexmiete gesetze-im-internet.de
- § 9a Erbbaurechtsgesetz: Erhöhung des Erbbauzinses bei Wohngebäuden gesetze-im-internet.de
- § 16 BetrAVG: Anpassung von Betriebsrenten gesetze-im-internet.de
- § 68 SGB VI: Anpassungsformel der Rente gesetze-im-internet.de
- Rentenwertbestimmungsverordnung 2026: Rentenwert ab 1. Juli 2026 gesetze-im-internet.de
- §§ 247 und 288 BGB: Basiszinssatz und Verzugszinsen gesetze-im-internet.de
- EZB: Leitzinsen: Einlagesatz und Hauptrefinanzierungssatz ecb.europa.eu
- Bundesbank: Zinsstatistik: Zinsen für Spar- und Tagesgeldeinlagen bundesbank.de
- Finanzagentur: Kurse und Renditen der Bundeswertpapiere: Inflationsindexierte Bundesanleihe 2033, Stand 1. Oktober 2026 deutsche-finanzagentur.de