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Inflationsrechner 2026

Im August 2026 lagen die Verbraucherpreise 2,9 % über dem Vorjahresmonat, meldet das Statistische Bundesamt. Für September 2026 schätzt es vorläufig 3,3 %. Seit Januar 2020 sind die Preise um 26,1 % gestiegen: Was damals 10.000 € kostete, kostet heute im Schnitt 12.605 €. Bleibt die Inflation bei 2,9 %, sind 10.000 € in 20 Jahren nur noch 5.645 € wert. Unten steht, wie du mit dem Verbraucherpreisindex selbst rechnest.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Inflationsrechner

Kaufkraft von 10.000 € in 20 Jahren

5.645 €

Kaufkraftverlust 4.355 € · halbiert nach 24,2 Jahren

Bei 2,9 % Inflation kannst du dir in 20 Jahren für 10.000 € nur noch so viel kaufen wie heute für 5.645 €. Um dieselbe Kaufkraft zu behalten, brauchst du dann 17.714 €.

Nötig für gleiche Kaufkraft
17.714 €
Verlust
4.355 €
Halbierung nach
24,2 Jahren

Seit Januar 2020 sind die Preise um 26,1 % gestiegen

Für das, was im Januar 2020 10.000 € gekostet hat, zahlst du im August 2026 im Schnitt 12.605,21 €. Anders gesagt: 10.000 € von damals haben heute noch die Kaufkraft von 7.933,23 €.

Verbraucherpreisindex (2020 = 100), Statistisches Bundesamt. Deine persönliche Teuerung hängt davon ab, wofür du Geld ausgibst.

Zins gegen Inflation: Bringt dein Tagesgeld weniger Zins als die Inflation, verliert dein Erspartes real an Wert, auch wenn der Kontostand wächst.

Auf dieser Seite
  1. Inflationsrate 2026 und seit 1992
  2. VPI berechnen
  3. Basisjahr 2020 und alte Werte
  4. Wertsicherungsklausel
  5. Kaufkraftverlust berechnen
  6. Kaufkraft in Zukunft
  7. Realzins und Reallohn
  8. Warenkorb und Gewichte
  9. Inflation und Ersparnisse
  10. Leitzins und Basiszinssatz
  11. Rente und Inflation
  12. Indexmiete
  13. Häufige Fragen
  14. Quellen

Inflationsrate 2026 und der letzten Jahre

Die Inflationsrate ist die Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahresmonat, als Jahreswert gegenüber dem Vorjahr. Alle Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis), Basisjahr 2020 = 100.

MonatVPIzum Vorjahresmonat
September 2026 (vorläufig)–+3,3 %
August 2026125,8+2,9 %
Juli 2026125,6+2,8 %
Juni 2026124,6+2,3 %
Mai 2026125,0+2,6 %
April 2026125,2+2,9 %
März 2026124,5+2,7 %
Februar 2026123,1+1,9 %
Januar 2026122,8+2,1 %

Endgültige Werte, Stand 10. September 2026. September 2026: Schnellmeldung vom 30. September 2026, endgültig am 13. Oktober 2026.

Inflationsrate in Deutschland seit 1992

Inflationsrate je Jahr seit 1992 Inflationsrate in Deutschland je Jahr von 1992 bis 2025. Höchster Wert 6,9 % im Jahr 2022, niedrigster 0,3 % im Jahr 2009, zuletzt 2,2 %. 0 %2 %4 %6 %8 % EZB-Ziel 2 % 6,9 % 1995200020052010201520202025
Inflationsrate im Jahresdurchschnitt Inflationsziel der EZB

Über 2 % lag die Teuerung nur in 11 von 34 Jahren. Am höchsten war sie 2022 mit 6,9 %, am niedrigsten 2009 mit 0,3 %. 2022 und 2023 trieben vor allem Energie und Lebensmittel die Preise. Diese Preissteigerungen bleiben im Preisniveau: Sinkt die Rate wieder, werden Dinge nicht billiger, sie werden nur langsamer teurer.

JahrVPIInflationsrate
2025121,9+2,2 %
2024119,3+2,2 %
2023116,7+5,9 %
2022110,2+6,9 %
2021103,1+3,1 %
2020100,0+0,5 %
201999,5+1,4 %
201898,1+1,8 %
201796,4+1,5 %
201695,0+0,5 %
201594,5+0,5 %
201494,0+1,0 %
201393,1+1,5 %
201291,7+1,9 %
201190,0+2,2 %
201088,1+1,0 %
200987,2+0,3 %
200886,9+2,6 %
200784,7+2,3 %
200682,8+1,6 %
200581,5+1,6 %
200480,2+1,6 %
200378,9+1,0 %
200278,1+1,4 %
200177,0+2,0 %
200075,5+1,3 %
199974,5+0,7 %
199874,0+0,8 %
199773,4+1,9 %
199672,0+1,4 %
199571,0+1,9 %
199469,7+2,7 %
199367,9+4,5 %
199265,0+5,0 %

VPI im Jahresdurchschnitt, Basis 2020 = 100. Bis 2019 aus dem Statistischen Bericht „Lange Reihen ab 1948“ (Destatis, 10. Juli 2025), ab 2020 aus den Monatswerten. Die Rate ist die Veränderung der auf eine Nachkommastelle gerundeten Jahresdurchschnitte, so rechnet auch Destatis. Für 1991 fehlt sie, weil es für 1990 keinen gesamtdeutschen Wert gibt.

VPI berechnen: Inflationsrate, Veränderung und neuer Betrag

Mit dem Index rechnest du immer gleich: Du teilst den neuen Indexstand durch den alten. Destatis gibt dafür drei Formeln an, die für jeden Zeitraum gelten.

Veränderung in % = Index neu ÷ Index alt × 100 − 100

Betrag neu = Betrag alt × Index neu ÷ Index alt

Veränderung der Kaufkraft in % = Index alt ÷ Index neu × 100 − 100

Rechenweg Inflationsrate für August 2026

Die Inflationsrate eines Monats vergleicht ihn mit demselben Monat im Vorjahr.

Index August 2026
125,8
Index August 2025
122,3
Index neu ÷ Index alt
1,02862
× 100 − 100
2,86 %
Inflationsrate August 2026, auf eine Stelle gerundet
2,9 %

Die Jahresinflation rechnet Destatis aus den Jahresdurchschnitten, die vorher auf eine Nachkommastelle gerundet werden. Für 2025: 121,9 ÷ 119,3 × 100 − 100 = 2,2 %.

Rechenbeispiel Veränderung von Januar 2020 bis August 2026

So prüfst du eine Wertsicherungsklausel oder rechnest einen alten Betrag in heutiges Geld um.

Index Januar 2020
99,8
Index August 2026
125,8
Veränderung: 125,8 ÷ 99,8 × 100 − 100
+26,05 %
Betrag neu: 1.000 € × 125,8 ÷ 99,8
1.260,52 €
Kaufkraft: 99,8 ÷ 125,8 × 100 − 100
−20,67 %

1.000 € vom Januar 2020 haben heute also die Kaufkraft von 793,32 €. Der Rückblick im Rechner oben macht genau diese Rechnung, ab Januar 2020 für jeden Monat und davor bis 1991 mit dem Jahresdurchschnitt.

Punkte oder Prozent

Ein häufiger Fehler ist, die Differenz der Indexstände als Prozent zu lesen. Von 99,8 auf 125,8 sind es 26,0 Punkte, aber 26,05 %. Je höher der Index steht, desto weniger ist ein Punkt wert: 5 Punkte mehr bedeuteten beim Jahresdurchschnitt 1999 (74,5) eine Steigerung um 6,7 %, beim Stand von 2025 (121,9) nur noch um 4,1 %. Dazu ändern sich die Punkte mit jedem neuen Basisjahr, die Prozentzahl bleibt bis auf Rundungen gleich. Destatis empfiehlt deshalb, in Verträgen nur Prozent zu vereinbaren.

Schwellenwert: ab wann eine Klausel greift

Viele Klauseln passen erst an, wenn sich der Index um einen festen Prozentsatz verändert hat. Den Indexstand, ab dem das so ist, rechnest du nach der Destatis-Anleitung aus:

Oberer Schwellenwert = Index alt × (1 + Prozentsatz ÷ 100)
Unterer Schwellenwert = Index alt × (1 − Prozentsatz ÷ 100)

Beruht die letzte Anpassung auf dem Index für August 2024 (119,7) und greift die Klausel bei 5 %, liegt die obere Schwelle bei 119,7 × 1,05 = 125,7, die untere bei 113,7. Erreicht wurde die obere Schwelle erstmals im August 2026 mit 125,8. Ob der Wert erreicht oder überschritten sein muss, steht in deinem Vertrag.

Basisjahr 2020: was alte Indexwerte noch taugen

Seit dem Berichtsmonat Januar 2023 rechnet Destatis mit dem Basisjahr 2020: Der Durchschnitt dieses Jahres ist 100. Bei der Umstellung am 22. Februar 2023 wurden alle Werte ab Januar 2020 mit neuem Wägungsschema und aktuellen Methoden neu berechnet, ältere Werte nur auf die neue Basis umgerechnet. Revidiert wird üblicherweise alle fünf Jahre, die nächste Revision plant Destatis für 2028.

  • Nimm beide Werte aus derselben Reihe. Nennt dein Vertrag die Basis 2015 oder älter, rechnest du mit den heutigen Werten. Die Veränderung in Prozent hängt laut Destatis bis auf Rundungen nicht vom Basisjahr ab.
  • Schon erfolgte Anpassungen bleiben gültig, die neue Basis wirkt nicht rückwirkend.
  • Umbasierungsfaktoren veröffentlicht Destatis seit 2003 nicht mehr. Wer eine Punkteregelung hat, sollte auf Prozent umstellen.
  • Bis 2002 hieß der VPI „Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte“. So steht er noch in § 557b Abs. 1 BGB.
  • Den Index gibt es für Kalendermonate und Jahre, nicht für Stichtage. „Der am 1. Januar gültige Index“ führt laut Destatis oft zu Streit.

Verträge mit Indizes, die es nicht mehr gibt, etwa für einen 4-Personen-Haushalt oder das frühere Bundesgebiet, stellt die kostenlose Rechenhilfe von Destatis auf den heutigen VPI um.

Wertsicherungsklausel: wann der VPI eine Zahlung bestimmen darf

Eine Wertsicherungsklausel bindet eine Zahlung an den Verbraucherpreisindex, damit sie ihren Wert behält: Miete, Pacht, Leibrente, Unterhalt aus einem Vertrag oder Erbbauzins. Erlaubt ist das nicht in jedem Vertrag. Das Preisklauselgesetz verbietet im Grundsatz, dass sich eine Geldschuld unmittelbar und selbsttätig nach dem Preis anderer, nicht vergleichbarer Güter richtet (§ 1 Abs. 1 PrKG).

Nicht unter das Verbot fallen Klauseln mit Spielraum, bei denen die neue Höhe nach Billigkeit bestimmt wird (Leistungsvorbehalt), Spannungsklauseln zwischen vergleichbaren Leistungen, Kostenelementeklauseln und Klauseln, die nur zu einer Senkung führen können (§ 1 Abs. 2 PrKG). Eine echte Indexklausel mit dem VPI ist vor allem in langfristigen Verträgen zulässig (§ 3 Abs. 1 PrKG), für einige Verträge gelten eigene Regeln:

VertragWann der VPI erlaubt istGrundlage
Wohnungsmieteschriftlich vereinbart, Miete jeweils mindestens ein Jahr unverändert, Erklärung in Textform§ 557b BGB
Gewerbemiete, PachtLaufzeit mindestens zehn Jahre, Kündigungsverzicht des Vermieters für zehn Jahre oder Recht des Mieters, auf zehn Jahre zu verlängern§ 3 Abs. 1 Nr. 1 d, e PrKG
Leibrente, Altenteil, Unterhalt aus VertragZahlung auf Lebenszeit, bis zur Erwerbsfähigkeit oder einem Ausbildungsziel oder bis zur Altersversorgung§ 3 Abs. 1 Nr. 1 a bis c PrKG
Erbauseinandersetzung, Abfindung bei Übernahme eines Betriebsmindestens zehn Jahre bis zur letzten Zahlung oder Zahlung nach dem Tod§ 3 Abs. 1 Nr. 2 PrKG
ErbbauzinsErbbaurecht mit mindestens 30 Jahren Laufzeit; bei Wohngebäuden keine Erhöhung über die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und frühestens drei Jahre nach Vertrag oder letzter Erhöhung§ 4 PrKG, § 9a ErbbauRG
BetriebsrentePrüfpflicht alle drei Jahre gilt als erfüllt, wenn die Anpassung den Anstieg des VPI ausgleicht§ 16 Abs. 2 BetrAVG

Als Maßstab erlaubt § 3 Abs. 1 PrKG einen Preisindex des Statistischen Bundesamts oder eines Statistischen Landesamts und den Verbraucherpreisindex von Eurostat. Erlaubt sind Preisklauseln außerdem im Geld- und Kapitalverkehr (§ 5 PrKG) und in Verträgen von Unternehmern mit Gebietsfremden (§ 6 PrKG). Die Klausel muss hinreichend bestimmt sein und darf keine Seite unangemessen benachteiligen (§ 2 Abs. 1 PrKG). Unangemessen ist sie etwa, wenn steigende Preise die Zahlung erhöhen, fallende sie aber nicht senken, oder wenn nur eine Seite eine Anpassung verlangen darf (§ 2 Abs. 3 PrKG).

Verstößt eine Klausel gegen das Gesetz, wird sie erst unwirksam, wenn ein Gericht den Verstoß rechtskräftig festgestellt hat, sofern nichts anderes vereinbart ist (§ 8 PrKG). Bis dahin geleistete Zahlungen bleiben bestehen. Eine Genehmigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle braucht es seit dem Preisklauselgesetz von 2007 nicht mehr. Für Wohnungsmieten bleibt es bei § 557b BGB (§ 1 Abs. 3 PrKG), die Einzelheiten stehen beim Indexmiete-Rechner.

Klausel klar formulieren

Vereinbare eine Veränderung in Prozent statt in Punkten, nenne den Verbraucherpreisindex für Deutschland und Kalendermonate statt Stichtage, und lass die Klausel in beide Richtungen wirken. Ob sie im Einzelfall wirksam ist, klären Notar oder Anwalt. Destatis rechnet nur und berät nicht rechtlich.

Kaufkraftverlust berechnen

Kaufkraft ist die Kehrseite der Teuerung. Steigen die Preise um 26,1 %, sinkt die Kaufkraft nicht um denselben Prozentsatz, sondern um 20,7 %: 1 ÷ 1,261 = 0,793. Das verwechseln viele.

Kaufkraft heute = Betrag × Index damals ÷ Index heute

Für Jahre vor 2020 nimmst du die Jahresdurchschnitte aus der Tabelle oben. So viel kosteten 100 € von damals im Jahr 2025, und so viel waren sie 2025 noch wert:

100 € aus dem JahrVPI damalskosten 2025Kaufkraft 2025
199571,0171,69 €58,24 €
200075,5161,46 €61,94 €
200581,5149,57 €66,86 €
201088,1138,37 €72,27 €
201594,5128,99 €77,52 €
2020100,0121,90 €82,03 €

Jahresdurchschnitte des VPI, Basis 2020 = 100. Der Rechner oben nimmt für 1991 bis 2019 dieselben Jahresdurchschnitte, ab Januar 2020 die Monatswerte, und rechnet D-Mark-Beträge auf Wunsch zum festen Kurs um.

Rechenbeispiel 1.000 D-Mark aus dem Jahr 1995 in heutigem Geld

Alte DM-Beträge rechnest du zuerst mit dem festen Kurs in Euro um, dann mit dem Index auf heute.

1.000 DM in Euro (÷ 1,95583)
511,29 €
Index 1995 (Jahresdurchschnitt)
71,0
Index 2025 (Jahresdurchschnitt)
121,9
In Preisen von 2025: 511,29 € × 121,9 ÷ 71,0
877,84 €

Kaufkraft in Zukunft und die 72er-Regel

Kaufkraft in n Jahren = Betrag ÷ (1 + Inflationsrate)n

Für die Zukunft nimmt der Rechner eine gleichbleibende Rate an, die du einstellst. Wie sich die Preise wirklich entwickeln, weiß niemand, deshalb drei Szenarien:

Inflationin 10 Jahrenin 20 Jahrenin 30 Jahren
2,0 %8.203 €6.730 €5.521 €
3,0 %7.441 €5.537 €4.120 €
5,0 %6.139 €3.769 €2.314 €

Kaufkraft von 10.000 € in heutigem Geld.

Für die Altersvorsorge wichtig

Planst du mit einer festen Rente oder einem festen Sparziel in 30 Jahren, rechne es in heutiges Geld um. Schon 2 % Inflation nehmen dem Betrag in 30 Jahren rund 45 % seiner Kaufkraft. Wie groß die Lücke im Alter wird, zeigt der Rentenlücken-Rechner.

Wann sich die Kaufkraft halbiert

Teilst du 72 durch die Inflationsrate, weißt du ungefähr, nach wie vielen Jahren dein Geld nur noch die Hälfte wert ist. Genau ist der Logarithmus:

Jahre bis zur Halbierung = ln 2 ÷ ln(1 + Inflationsrate)

Inflation72er-Regelgenau
2,0 %36,0 Jahre35,0 Jahre
3,0 %24,0 Jahre23,4 Jahre
4,0 %18,0 Jahre17,7 Jahre
5,0 %14,4 Jahre14,2 Jahre
7,0 %10,3 Jahre10,2 Jahre

Bei konstanter Rate. Die Faustregel liegt im üblichen Bereich höchstens etwa ein Jahr daneben.

Realzins und Reallohn: die Fisher-Gleichung

Was von einem Zins nach Inflation übrig bleibt, ist der Realzins. Die Faustregel „Zins minus Inflation“ liegt nah dran, genau ist:

Realzins = (1 + Nominalzins) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1
3 % Zins bei 2 % Inflation: 1,03 ÷ 1,02 − 1 = 0,98 %

Zins oder Renditebei 2,0 % Inflationbei 3,0 % Inflation
1,0 %−0,98 %−1,94 %
2,0 %0,00 %−0,97 %
3,0 %+0,98 %0,00 %
5,0 %+2,94 %+1,94 %
7,0 %+4,90 %+3,88 %

Realzins vor Steuern. Steuern auf Zinsen fallen auf den Nominalzins an, real bleibt deshalb noch weniger.

Fürs Gehalt gilt dieselbe Rechnung. 3 % mehr Lohn bei 2,2 % Inflation wie 2025 sind real +0,78 %. Was davon netto ankommt, zeigt der Gehaltserhöhungs-Rechner.

Warenkorb und Wägungsschema: so misst Destatis die Inflation

Destatis erfasst jeden Monat die Preise von rund 700 Güterarten, von Brot über Mieten und Strom bis zu Pauschalreisen. Jede Güterart geht mit dem Gewicht ein, das sie an den Ausgaben der privaten Haushalte im Basisjahr hatte. Diese Gewichte bleiben bis zur nächsten Revision gleich (Laspeyres-Index). Im VPI stecken auch unterstellte Mieten für Wohnungen, die ihre Eigentümer selbst bewohnen.

BereichGewichtseit 2020zum Vorjahresmonat
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke11,9 %+36,7 %+0,1 %
Alkoholische Getränke und Tabakwaren3,5 %+32,0 %+3,9 %
Bekleidung und Schuhe4,2 %+7,2 %+0,4 %
Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe25,9 %+19,6 %+1,6 %
Möbel, Leuchten, Geräte und Haushaltszubehör6,8 %+18,3 %+0,2 %
Gesundheit5,5 %+16,7 %+5,2 %
Verkehr13,8 %+38,1 %+8,8 %
Post und Telekommunikation2,3 %−0,8 %+0,9 %
Freizeit, Unterhaltung und Kultur10,4 %+22,4 %+1,7 %
Bildungswesen0,9 %+25,2 %+5,5 %
Gaststätten und Beherbergung4,7 %+36,6 %+2,9 %
Andere Waren und Dienstleistungen9,9 %+32,9 %+3,9 %

Die zwölf Abteilungen des VPI im August 2026. Gewicht aus dem Wägungsschema 2020, Veränderung seit dem Durchschnitt 2020 und zum Vorjahresmonat. Quelle: Destatis.

Rechnest du das gewichtete Mittel der zwölf Bereiche aus, kommst du auf 125,84, also den Gesamtindex von 125,8 für August 2026. Wohnen mit Energie zählt mit 25,9 % am stärksten, Verkehr mit 13,8 %, Nahrungsmittel mit 11,9 %. Seit 2020 sind Verkehr um 38,1 % und Nahrungsmittel um 36,7 % teurer geworden, deutlich mehr als der Durchschnitt.

Deine persönliche Inflation hängt davon ab, wie sich deine Ausgaben auf diese Bereiche verteilen. Im persönlichen Inflationsrechner von Destatis passt du die Gewichte an deinen Haushalt an.

Inflation und Ersparnisse

Liegt der Zins unter der Inflationsrate, verliert Erspartes an Kaufkraft, auch wenn der Kontostand steigt. Täglich fällige Einlagen, also Tagesgeld- und Girokonten zusammen, brachten zuletzt im Schnitt 0,51 % (Bundesbank, August 2026), die Preise stiegen um 2,9 %. Real schrumpft dieses Geld damit um rund 2,3 % im Jahr.

JahrInflationZins Spareinlagenreal
20213,1 %0,09 %−2,9 %
20226,9 %0,09 %−6,4 %
20235,9 %0,46 %−5,1 %
20242,2 %0,74 %−1,4 %
20252,2 %0,68 %−1,5 %

Zins: Jahresmittel der Bundesbank-Zinsstatistik für Spareinlagen privater Haushalte mit bis zu drei Monaten Kündigungsfrist, Bestand. Real nach der Fisher-Gleichung.

Geldwerte wie Konto, Sparbuch und Anleihen zahlen einen festen Betrag zurück und verlieren real, wenn der Zins unter der Inflation liegt. Sachwerte wie Aktien und Immobilien können mit den Preisen mitwachsen, schwanken aber und bringen eigene Risiken. Wie sich ein Sparbuch entwickelt, rechnet der Sparbuch-Rechner, Tagesgeld der Tagesgeld-Rechner.

EZB-Leitzins und Basiszinssatz

Die Europäische Zentralbank will die Inflation im Euroraum auf mittlere Sicht bei 2 % halten, gemessen am HVPI. Liegt sie deutlich darüber, hebt sie die Leitzinsen an. Den Einlagesatz erhöhte sie ab dem 27. Juli 2022 in zehn Schritten von −0,5 % auf 4 % (ab 20. September 2023) und senkte ihn danach bis Juni 2025 auf 2 %. Seit Juni 2026 erhöht sie wieder, bisher in zwei Schritten auf 2,5 % (ab 16. September 2026). Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,65 %.

Am Hauptrefinanzierungssatz hängt der Basiszinssatz nach § 247 BGB. Er ändert sich zum 1. Januar und 1. Juli um die Prozentpunkte, um die sich dieser Satz seit der letzten Änderung bewegt hat, die Bundesbank gibt ihn im Bundesanzeiger bekannt. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt er 1,52 %. Im Jahr 2022 lag er noch bei −0,88 %, im ersten Halbjahr 2024 bei 3,62 %. Verzugszinsen liegen 5 Prozentpunkte darüber, also bei 6,52 %, bei Geschäften ohne Verbraucher 9 Prozentpunkte darüber bei 10,52 % (§ 288 Abs. 1 und 2 BGB). Den Verlauf seit 2022 und die Zinsen für eine offene Rechnung zeigt der Mahnungs-Rechner.

Rente und Inflation

Die gesetzliche Rente folgt nicht den Preisen, sondern den Löhnen. Der aktuelle Rentenwert ändert sich zum 1. Juli mit der Entwicklung der Bruttolöhne, dem Beitragssatz und dem Nachhaltigkeitsfaktor, der das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern abbildet (§ 68 SGB VI).

Rentenwert abWertAnpassungInflation im Vorjahr
1. Juli 202337,60 €–6,9 % (2022)
1. Juli 202439,32 €+4,57 %5,9 % (2023)
1. Juli 202540,79 €+3,74 %2,2 % (2024)
1. Juli 202642,52 €+4,24 %2,2 % (2025)

Seit Juli 2023 ist der Rentenwert in Ost und West gleich. Quelle: Rentenwertbestimmungsverordnungen 2023 bis 2026.

Von Juli 2023 bis Juli 2026 stieg der Rentenwert um 13,1 %, der VPI im selben Zeitraum um 7,3 %. In Jahren mit hoher Inflation kann das anders aussehen, weil die Löhne erst verzögert nachziehen. Was du an Rente erwarten kannst, rechnet der Rentenrechner, was von einer Erhöhung netto bleibt, der Rentenerhöhung-Rechner.

Betriebsrenten muss der Arbeitgeber alle drei Jahre auf eine Anpassung prüfen. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn er mindestens den Anstieg des VPI oder der Nettolöhne vergleichbarer Beschäftigter im Prüfungszeitraum ausgleicht (§ 16 Abs. 1 und 2 BetrAVG). Die Prüfung entfällt, wenn er sich verpflichtet, die Rente jedes Jahr um mindestens 1 % zu erhöhen (§ 16 Abs. 3 Nr. 1 BetrAVG). Private Renten steigen nur, wenn der Vertrag es vorsieht, etwa über Überschüsse.

Indexmiete: Miete im Gleichschritt mit dem VPI

Bei einer Indexmiete ändert sich die Miete im selben Verhältnis wie der Verbraucherpreisindex (§ 557b BGB). Die Miete muss jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben, die Änderung muss in Textform erklärt werden und gilt ab dem übernächsten Monat. Eine Mieterhöhung auf die Vergleichsmiete ist daneben ausgeschlossen.

Rechenbeispiel 1.000 € Nettokaltmiete, Anpassung nach einem Jahr
Miete seit August 2025
1.000,00 €
Index August 2025
122,3
Index August 2026
125,8
Veränderung
+2,86 %
Neue Miete
1.028,62 €

Neue Miete = alte Miete × Index neu ÷ Index alt, amtliche Monatswerte von Destatis, Basis 2020 = 100. Deinen Fall rechnet der Indexmiete-Rechner, die Erhöhung auf die Vergleichsmiete der Mieterhöhungs-Rechner.

Häufige Fragen

Wo finde ich den aktuellen Verbraucherpreisindex?
Bei Destatis in der Tabelle „Gesamtindex und 12 Abteilungen“ und in der Datenbank GENESIS-Online (Tabelle 61111-0002 für Monate, 61111-0001 für Jahre). Vorläufige Werte erscheinen kurz vor Monatsende, endgültige um die Monatsmitte des Folgemonats, für September 2026 am 13. Oktober 2026. Alle Monate seit 2020 listet der Indexmiete-Rechner.
Warum fühlt sich meine Inflation höher an?
Weil du einen anderen Warenkorb kaufst als der Durchschnitt. Wer viel Auto fährt oder einen großen Teil seines Geldes für Lebensmittel ausgibt, spürt deren Preise stärker, wer zur Miete in einer Großstadt wohnt, die Mieten. Destatis bietet einen persönlichen Inflationsrechner an, in dem du die Gewichte an deine Ausgaben anpasst.
Was ist die Kerninflation?
Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, deren Preise stark schwanken. Sie zeigt, wie breit die Teuerung ist. Im September 2026 lag sie laut Schnellmeldung bei 2,4 %, die Inflation insgesamt bei 3,3 %, weil Energie 14,9 % teurer war als ein Jahr zuvor.
Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?
Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist das deutsche Maß und gilt für Verträge wie die Indexmiete. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wird in allen EU-Ländern nach gleichen Regeln berechnet, die EZB misst daran ihr Ziel. Der HVPI lässt die unterstellten Mieten für selbstgenutztes Wohneigentum und den Rundfunkbeitrag weg, der VPI enthält beides. Seit Januar 2026 hat der HVPI die Basis 2025 = 100, der VPI weiter 2020 = 100. Als Maßstab für Verträge rät Destatis zum VPI. Im September 2026 lagen beide laut Schnellmeldung bei 3,3 %.
Wie hoch war die Inflation im Durchschnitt?
Vom Jahresdurchschnitt 1991 bis zu dem von 2025 stiegen die Preise im Schnitt um 2,0 % im Jahr. Von 1999 bis 2019 waren es 1,5 % im Jahr, von 2020 bis 2025 4,0 %. Gerechnet ist ein Durchschnitt mit Zinseszins: (Index Endjahr ÷ Index Anfangsjahr)1 ÷ Anzahl der Jahre − 1.
Was ist die kalte Progression?
Steigt dein Einkommen nur so stark wie die Preise, zahlst du trotzdem mehr Steuer, weil der Tarif progressiv ist. Steigt ein zu versteuerndes Einkommen von 40.000 € um 2,2 %, wächst die Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 um 3,9 %. Deshalb hebt der Gesetzgeber Grundfreibetrag und Tarifgrenzen immer wieder an, 2026 liegt der Grundfreibetrag bei 12.348 € (§ 32a EStG). Deine Steuer rechnet der Einkommensteuer-Rechner.
Kann die Inflation auch negativ sein?
Ja, dann sinkt das Preisniveau und man spricht von Deflation. Im Jahresdurchschnitt ist das seit 1992 nicht vorgekommen, der niedrigste Wert war 0,3 % im Jahr 2009. Einzelne Monate lagen schon unter dem Vorjahresmonat, zuletzt im zweiten Halbjahr 2020, als die Mehrwertsteuer vorübergehend gesenkt war.
Wie wirkt Inflation auf Schulden?
Bei festem Zins zugunsten des Schuldners: Die Rate bleibt gleich, während Einkommen und Preise steigen, die Schuld wird real kleiner. Wer einen variablen Zins zahlt, zahlt bei hoher Inflation dagegen meist mehr, weil die Zentralbank dann die Leitzinsen anhebt. Die Zinsbindung für einen Baukredit planst du im Baufinanzierungsrechner.
Gibt es Anleihen, die vor Inflation schützen?
Inflationsindexierte Anleihen koppeln Zins und Rückzahlung an einen Preisindex, beim Bund an den Euroraum-HVPI ohne Tabak. Der Bund gibt seit 2024 keine neuen mehr aus, drei Papiere werden weiter an der Börse gehandelt. Ihre Rendite zeigt, mit wie viel Inflation der Markt rechnet: Bei Fälligkeit 2033 lag sie am 1. Oktober 2026 laut Finanzagentur 2,23 Prozentpunkte unter der einer normalen Bundesanleihe. Mehr im Anleihen-Rechner.
Wie schütze ich mein Geld vor Inflation?
Ganz schützen kannst du es nicht, aber du kannst den Verlust verringern: mit Zinsen, die über der Inflation liegen, oder mit Anlagen, die langfristig mehr bringen, etwa breit gestreuten Aktienfonds. Die schwanken dafür. Wie Zinsen wachsen, zeigt der Zinseszins-Rechner, einen Fondssparplan der ETF-Sparplan-Rechner.

Quellen

  1. Destatis: Verbraucherpreisindex, Gesamtindex und 12 Abteilungen: Monats- und Jahreswerte, Basis 2020 = 100, Stand 10. September 2026 destatis.de
  2. Destatis: Pressemitteilung Nr. 348 vom 30. September 2026: Schnellmeldung September 2026 destatis.de
  3. Destatis: Lange Reihen ab 1948: Jahresdurchschnitte ab 1991, erschienen am 10. Juli 2025 destatis.de
  4. Destatis: Allgemeine Informationen zum Verbraucherpreisindex: Formeln, Basisjahr, Wertsicherung destatis.de
  5. Destatis: Merkblatt Punkte- versus Prozentregelungen: Prozent statt Punkte destatis.de
  6. Destatis: Anleitung für Schwellenwerte und Veränderungsraten: Schwellenwerte berechnen destatis.de
  7. Destatis: Rechenhilfe zur Anpassung von Verträgen: Wertsicherungsrechner destatis.de
  8. Destatis: Wägungsschema für das Basisjahr 2020: Gewichte der Abteilungen destatis.de
  9. Destatis: Qualitätsbericht Verbraucherpreisindex 2026: Unterschied zum HVPI, Termine destatis.de
  10. Destatis: Persönlicher Inflationsrechner: Warenkorb nach eigenen Ausgaben service.destatis.de
  11. Preisklauselgesetz §§ 1 bis 3 und 8: Verbot, Ausnahmen, Unwirksamkeit gesetze-im-internet.de
  12. § 557b BGB: Indexmiete gesetze-im-internet.de
  13. § 9a Erbbaurechtsgesetz: Erhöhung des Erbbauzinses bei Wohngebäuden gesetze-im-internet.de
  14. § 16 BetrAVG: Anpassung von Betriebsrenten gesetze-im-internet.de
  15. § 68 SGB VI: Anpassungsformel der Rente gesetze-im-internet.de
  16. Rentenwertbestimmungsverordnung 2026: Rentenwert ab 1. Juli 2026 gesetze-im-internet.de
  17. §§ 247 und 288 BGB: Basiszinssatz und Verzugszinsen gesetze-im-internet.de
  18. EZB: Leitzinsen: Einlagesatz und Hauptrefinanzierungssatz ecb.europa.eu
  19. Bundesbank: Zinsstatistik: Zinsen für Spar- und Tagesgeldeinlagen bundesbank.de
  20. Finanzagentur: Kurse und Renditen der Bundeswertpapiere: Inflationsindexierte Bundesanleihe 2033, Stand 1. Oktober 2026 deutsche-finanzagentur.de

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