Zum Inhalt springen

Indexmiete-Rechner 2026

Bei einer Indexmiete folgt die Nettokaltmiete dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts (§ 557b BGB): bisherige Miete mal Index neu durch Index alt. Die Miete muss jeweils mindestens ein Jahr gleich bleiben, die Änderung kommt per Erklärung in Textform und gilt ab dem übernächsten Monat nach Zugang. Im August 2026 lag der Index bei 125,8 und damit 2,9 % über dem Vorjahresmonat. Beruht eine Nettokaltmiete von 1.200 € auf dem Wert von August 2025, darf sie auf 1.234,34 € steigen.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Indexmiete-Rechner

Neue Nettokaltmiete

1.234,34 €

Index +2,86 % · Mehrmiete 34,34 €/Monat · 412,08 €/Jahr

Der Index ist von 122,3 auf 125,8 gestiegen, um 2,86 %. Die Nettokaltmiete darf im selben Verhältnis steigen: von 1.200,00 € auf 1.234,34 €, das sind 34,34 € mehr im Monat.

Bisher
1.200,00 €
Neu
1.234,34 €
+ Differenz
34,34 €
Jahresfrist erfüllt. Die bisherige Miete gilt dann seit 12 Monaten, nötig sind mindestens 12 (§ 557b Abs. 2 BGB).

So wird die Änderung wirksam: Sie muss in Textform erklärt werden, etwa per Brief oder E-Mail, mit der eingetretenen Indexänderung und der neuen Miete oder dem Erhöhungsbetrag in Euro. Zu zahlen ist die neue Miete ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang: Geht die Erklärung im Oktober zu, gilt sie ab 1. Dezember. Eine Kappungsgrenze wie bei der Vergleichsmiete gibt es bisher nicht.

Auf dieser Seite
  1. § 557b BGB: Wortlaut und Bedeutung
  2. So wird gerechnet
  3. Indexwerte seit 2020
  4. Textform, Frist, Muster
  5. Grenzen und geplanter Deckel
  6. Mietpreisbremse (Abs. 4)
  7. Index- oder Vergleichsmiete
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

§ 557b BGB: Wortlaut und was er bedeutet

Die Indexmiete regelt § 557b des Bürgerlichen Gesetzbuchs, und zwar für Mietverträge über Wohnraum. So steht die Vorschrift bei gesetze-im-internet.de:

§ 557b BGB Indexmiete, Wortlaut

(1) Die Vertragsparteien können schriftlich vereinbaren, dass die Miete durch den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland bestimmt wird (Indexmiete).

(2) Während der Geltung einer Indexmiete muss die Miete, von Erhöhungen nach den §§ 559 bis 560 abgesehen, jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben. Eine Erhöhung nach § 559 oder § 559e kann nur verlangt werden, soweit der Vermieter bauliche Maßnahmen auf Grund von Umständen durchgeführt hat, die er nicht zu vertreten hat, es sei denn, es wurde eine Modernisierungsmaßnahme nach § 555b Nummer 1a durchgeführt. Eine Erhöhung nach § 558 ist ausgeschlossen.

(3) Eine Änderung der Miete nach Absatz 1 muss durch Erklärung in Textform geltend gemacht werden. Dabei sind die eingetretene Änderung des Preisindexes sowie die jeweilige Miete oder die Erhöhung in einem Geldbetrag anzugeben. Die geänderte Miete ist mit Beginn des übernächsten Monats nach dem Zugang der Erklärung zu entrichten.

(4) Die §§ 556d bis 556g sind nur auf die Ausgangsmiete einer Indexmietvereinbarung anzuwenden.

(5) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Satz für Satz heißt das:

StelleWas das für dich heißt
Abs. 1Die Indexmiete gilt nur, wenn ihr sie schriftlich vereinbart, also mit Unterschrift beider Seiten (§ 126 BGB), meist direkt im Mietvertrag. Maßstab ist allein der Verbraucherpreisindex für Deutschland. Das Gesetz nennt ihn beim Namen, unter dem Destatis ihn bis 2002 veröffentlicht hat. Den harmonisierten Index HVPI, den Destatis zusätzlich für europäische Vergleiche berechnet, meint es nicht.
Abs. 2 Satz 1Zwischen zwei Änderungen muss die Miete jeweils mindestens 12 Monate gleich bleiben, ab Mietbeginn oder ab der letzten Änderung. Erhöhungen wegen Modernisierung oder Betriebskosten (§§ 559 bis 560) zählen dabei nicht mit.
Abs. 2 Satz 2Eine Umlage von Modernisierungskosten gibt es nur, wenn der Vermieter die Maßnahme nicht zu vertreten hat, oder für eine neue Heizung nach § 555b Nr. 1a.
Abs. 2 Satz 3Eine Erhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete nach § 558 ist ausgeschlossen, solange die Indexmiete gilt.
Abs. 3 Satz 1Von selbst ändert sich die Miete nicht. Wer die Änderung will, erklärt sie in Textform (§ 126b BGB): Brief, E-Mail oder Fax mit Namen, eine Unterschrift ist nicht nötig. Das gilt auch für dich als Mieter, wenn der Index sinkt.
Abs. 3 Satz 2In die Erklärung gehören die eingetretene Änderung des Index und die neue Miete oder der Erhöhungsbetrag in Euro.
Abs. 3 Satz 3Gezahlt wird ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang: Geht die Erklärung im Oktober 2026 zu, gilt die neue Miete ab 1. Dezember 2026.
Abs. 4Die Mietpreisbremse (§§ 556d bis 556g) gilt nur für die Ausgangsmiete, nicht für die späteren Anpassungen.
Abs. 5Was davon zum Nachteil des Mieters abweicht, ist unwirksam, etwa eine kürzere Frist als ein Jahr.

Wortlaut abgerufen am 1. Oktober 2026. Verbindlich ist der Gesetzestext.

Eine Kappungsgrenze kennt die Vorschrift bisher nicht. Die Bundesregierung will das ändern, mehr dazu weiter unten. Den Wortlaut findest du auch bei gesetze-im-internet.de.

So wird die Indexmiete berechnet

Die Miete ändert sich im selben Verhältnis wie der Index. Destatis gibt dafür diese Formel an:

Neue Miete = bisherige Miete × Index neu ÷ Index alt

Index alt ist der Wert des Monats, auf dem deine jetzige Miete beruht, Index neu ein aktueller, schon veröffentlichter Monatswert. Gerundet wird erst das Ergebnis, auf volle Cent.

Rechenweg Anpassung nach einem Jahr

So ist der Rechner voreingestellt: 1.200 € Nettokaltmiete, zuletzt angepasst mit dem Index für August 2025.

Index alt, August 2025
122,3
Index neu, August 2026
125,8
Faktor: 125,8 ÷ 122,3
1,02862
Bisherige Nettokaltmiete
1.200,00 €
Neue Nettokaltmiete: Miete × Faktor
1.234,34 €

Das sind 34,34 € mehr im Monat, 412,08 € im Jahr. Mit der gerundeten Teuerung von 2,9 % statt 2,86 % kämen 1.234,80 € heraus, 0,46 € zu viel.

Rechenbeispiel Seit Mietbeginn nie angepasst

Der Vermieter muss nicht jedes Jahr erhöhen. Wartet er, holt er die ganze Steigerung seit der letzten Änderung in einem Schritt nach. Für die Vergangenheit kann er aber nichts verlangen.

Nettokaltmiete seit Januar 2022
1.000,00 €
Index Januar 2022 → August 2026
105,2 → 125,8
Veränderung
+19,58 %
Neue Nettokaltmiete
1.195,82 €

Fünf Anpassungen seit 2021 mit echten Indexwerten

Mietbeginn im Januar 2021 mit 1.000 € Nettokaltmiete. Angepasst wird jedes Jahr mit dem Januarwert, die Erklärung geht im Februar zu, die neue Miete gilt ab April.

Neue Miete abIndex alt → neuVeränderungMiete
April 2022101,0 → 105,2+4,16 %1.041,58 €
April 2023105,2 → 114,3+8,65 %1.131,68 €
April 2024114,3 → 117,6+2,89 %1.164,35 €
April 2025117,6 → 120,3+2,3 %1.191,08 €
April 2026120,3 → 122,8+2,08 %1.215,83 €

Indexwerte: Destatis, Verbraucherpreisindex 2020 = 100, jeweils Januar.

Nach fünf Anpassungen zahlst du 1.215,83 €, 21,6 % mehr als zu Beginn. Den größten Schritt gab es im April 2023 mit 8,65 %, als die Teuerung des Vorjahres ankam. Direkt von Januar 2021 auf Januar 2026 gerechnet kämen 1.215,84 € heraus, der kleine Unterschied entsteht durch das Runden auf Cent bei jeder Anpassung.

Verbraucherpreisindex seit 2020

  • 125,8Verbraucherpreisindex August 2026Destatis, 2020 = 100
  • +2,9 %Veränderung gegenüber August 2025Inflationsrate
  • +25,8 %Gegenüber dem Jahresschnitt 2020Destatis
  • 12 MonateMiete mindestens unverändert§ 557b Abs. 2 BGB

Alle Monatswerte auf Basis 2020 = 100, das neueste Jahr oben. Den Wert für deinen Monat trägst du oben in den Rechner ein. Destatis berechnet den Index für Kalendermonate, nicht für Stichtage.

Jahr JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2026 122,8123,1124,5125,2125,0124,6125,6125,8––––
2025 120,3120,8121,2121,7121,8121,8122,2122,3122,6123,0122,7122,7
2024 117,6118,1118,6119,2119,3119,4119,8119,7119,7120,2119,9120,5
2023 114,3115,2116,1116,6116,5116,8117,1117,5117,8117,8117,3117,4
2022 105,2106,0108,1108,8109,8109,8110,3110,7112,7113,5113,7113,2
2021 101,0101,6102,1102,4102,6102,9103,4103,5103,8104,3104,5104,7
2020 99,8100,1100,3100,4100,4100,599,799,799,799,999,799,8

Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand 10. September 2026. Ältere Monate ab 1991 stehen in der GENESIS-Tabelle 61111-0002.

Destatis meldet jeden Monat zuerst eine Schätzung zum Monatsende und den endgültigen Wert in der ersten Hälfte des Folgemonats. Rechne mit dem endgültigen Wert. Was die Teuerung für dein Erspartes bedeutet, zeigt der Inflationsrechner.

Textform, Jahresfrist und übernächster Monat nach Zugang

Zwei Regeln greifen ineinander. Die Miete muss jeweils mindestens ein Jahr gleich bleiben, gerechnet ab Mietbeginn oder ab der letzten Änderung (§ 557b Abs. 2 BGB). Und die neue Miete gilt erst ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang der Erklärung (Abs. 3). Wann die Erklärung frühestens kommen darf, sagt das Gesetz nicht. Nach allgemeiner Meinung in der Fachliteratur darf sie schon vor Ablauf des Jahres zugehen, solange die neue Miete erst danach fällig wird.

Erklärung geht zuNeue Miete ab
1. bis 31. Oktober 20261. Dezember 2026
1. bis 30. November 20261. Januar 2027
1. bis 31. Dezember 20261. Februar 2027

Der Tag im Monat spielt keine Rolle, es zählt nur der Monat des Zugangs (§ 557b Abs. 3 Satz 3 BGB).

So passen Jahresfrist und Zugang zusammen, wenn die Miete zuletzt zum 1. Dezember 2025 geändert wurde:

SchrittDatumGrundlage
Letzte Mietänderung1. Dezember 2025–
Bisherige Miete gilt mindestens bis30. November 2026§ 557b Abs. 2 Satz 1
Neue Miete frühestens ab1. Dezember 2026§ 557b Abs. 2 Satz 1
Erklärung muss dafür zugehen bis31. Oktober 2026§ 557b Abs. 3 Satz 3
Zugang erst im Novemberneue Miete ab 1. Januar 2027§ 557b Abs. 3 Satz 3

Erhöhungen wegen Modernisierung oder Betriebskosten (§§ 559 bis 560 BGB) setzen die Jahresfrist nicht neu in Gang.

Es zählt der Tag, an dem die Erklärung beim Mieter ankommt, nicht das Absendedatum (§ 130 BGB). Wer als Vermieter auf Nummer sicher gehen will, lässt den Brief durch einen Boten einwerfen oder schickt ihn als Einschreiben und hebt den Beleg auf.

Was in die Erklärung gehört

  • Textform: Brief, E-Mail oder Fax mit dem Namen des Absenders. Eine Unterschrift braucht es nicht (§ 126b BGB). Schriftform mit Unterschrift beider Seiten gilt nur für die Vereinbarung der Indexmiete selbst (§ 557b Abs. 1, § 126 BGB).
  • Die Indexänderung: alter und neuer Indexwert mit Monat und Basisjahr. Die Prozentzahl muss nicht drinstehen, entschied der Bundesgerichtshof (Urteil vom 22. November 2017, VIII ZR 291/16).
  • Der Betrag: die neue Miete oder die Erhöhung in Euro.
Muster für die Erklärung

Betreff: Anpassung der Nettokaltmiete nach § 557b BGB (Indexmiete)

„Nach der Indexvereinbarung im Mietvertrag vom [Datum] richtet sich die Nettokaltmiete nach dem Verbraucherpreisindex für Deutschland (2020 = 100). Die Miete wurde zuletzt zum 1. Dezember 2025 angepasst, maßgeblich war der Index für August 2025 mit 122,3 Punkten. Für August 2026 hat das Statistische Bundesamt 125,8 Punkte veröffentlicht, der Index ist also um 2,86 % gestiegen. Die Nettokaltmiete erhöht sich damit von 1.200,00 € um 34,34 € auf 1.234,34 € im Monat und ist in dieser Höhe ab dem 1. Dezember 2026 zu zahlen. Die Vorauszahlung für die Betriebskosten bleibt unverändert.“

Dazu Name und Anschrift des Vermieters, Datum und Gruß. Das Muster ist eine Formulierungshilfe, keine Rechtsberatung: Welche Indexmonate gelten, steht in deinem Vertrag. Sinkt der Index, verlangt der Mieter die niedrigere Miete nach demselben Aufbau.

Grenzen der Indexmiete und der geplante Deckel

Keine Kappungsgrenze. Die Grenze von 20 % in drei Jahren, in angespannten Wohnungsmärkten 15 %, gilt nur für Erhöhungen auf die Vergleichsmiete (§ 558 Abs. 3 BGB). Die Indexmiete folgt dem Index in voller Höhe, von Januar 2022 bis Januar 2023 waren das 8,65 %.

Modernisierung nur ausnahmsweise. Eine Umlage nach § 559 oder § 559e BGB geht nur in zwei Fällen. Erstens, wenn der Vermieter die Maßnahme nicht zu vertreten hat, etwa weil ein Gesetz oder eine Behörde sie vorschreibt. Freiwillige Verbesserungen wie ein Balkon oder ein Aufzug gehören nicht dazu. Zweitens, wenn er eine Heizungsanlage im Sinne des § 42 Gebäudemodernisierungsgesetz einbaut, des früheren Gebäudeenergiegesetzes (§ 555b Nr. 1a BGB). Wegen der Heizung darf die Miete dann um höchstens 0,50 € je Quadratmeter im Monat innerhalb von sechs Jahren steigen (§ 559e Abs. 3 BGB). Betriebskostenänderungen nach § 560 BGB bleiben daneben möglich.

Geplant: Deckel oberhalb von 3 % Teuerung

Die Bundesregierung will Indexmieten in angespannten Wohnungsmärkten begrenzen. Nach ihrem Gesetzentwurf (Bundestags-Drucksache 21/6807 vom 1. Juli 2026) soll ein Indexanstieg von mehr als 3 % im Jahr oberhalb dieser Grenze nur zur Hälfte zählen. Aus 5 % Teuerung würden 4 % mehr Miete. Gelten soll das in Gebieten, die das jeweilige Land per Verordnung bestimmt, dort aber auch für bestehende Verträge. Die Grenze greift für jedes Jahr seit der letzten Änderung einzeln: Wer mit der Erhöhung wartet, verliert also nichts.

Teuerung gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 2021 Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 2021. Über 3 % lag die Teuerung von Juli 2021 bis Dezember 2023, seitdem darunter. Höchster Wert: 8,8 % im Oktober 2022, zuletzt +2,9 % im August 2026. 0 %2 %4 %6 %8 %10 % 202120222023202420252026 geplante Grenze: 3 % 8,8 %
Veränderung zum Vorjahresmonat Grenze des geplanten Deckels

Treffen würde der Deckel vor allem Jahre wie 2022. Über 3 % lag die Teuerung von Juli 2021 bis Dezember 2023, seitdem darunter.

Nach dem Gesetzentwurf Anpassung von Januar 2022 auf Januar 2023 mit und ohne Deckel

1.000 € Nettokaltmiete, die Wohnung liegt in einem Gebiet mit Verordnung.

Index Januar 2022 → Januar 2023
105,2 → 114,3
Anstieg nach geltendem Recht
+8,65 %
Mit Deckel: 3 % plus die Hälfte von 5,65 %
+5,83 %
Miete ohne Deckel
1.086,50 €
Miete mit Deckel
1.058,25 €

Der Deckel hätte hier 28,25 € im Monat ausgemacht.

Beschlossen ist das noch nicht. Für den 14. Oktober 2026 hat der Rechtsausschuss des Bundestags eine Anhörung mit Sachverständigen angesetzt, danach muss der Bundestag das Gesetz noch verabschieden. Bis es in Kraft ist und dein Land eine Verordnung erlassen hat, gilt § 557b ohne Deckel, und so rechnet auch der Rechner.

Mietpreisbremse bei der Indexmiete (§ 557b Abs. 4 BGB)

In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete zu Beginn des Mietverhältnisses höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen (§ 556d Abs. 1 BGB). Welche Gebiete das sind, bestimmt die Landesregierung per Verordnung, die spätestens mit Ablauf des 31. Dezember 2029 außer Kraft tritt (§ 556d Abs. 2). Bei einer Indexmiete gelten diese Regeln nur für die Ausgangsmiete (§ 557b Abs. 4 BGB). Die späteren Anpassungen nach dem Index bremsen sie nicht, auch wenn die Miete dadurch über die Grenze wächst.

  • Ausnahmen: Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und die erste Vermietung nach umfassender Modernisierung (§ 556f BGB). Lag schon die Vormiete höher, darf der Vermieter bis zu ihr gehen (§ 556e Abs. 1 BGB). Auf solche Ausnahmen muss er dich vor Vertragsschluss unaufgefordert hinweisen (§ 556g Abs. 1a BGB).
  • Zu hohe Ausgangsmiete: Geschuldet ist nur die zulässige Miete (§ 556g Abs. 1 BGB). Zurückfordern kannst du erst, wenn du den Verstoß in Textform gerügt hast. Rügst du später als 30 Monate nach Mietbeginn, bekommst du nur die Miete zurück, die nach der Rüge fällig wurde (§ 556g Abs. 2 und 4 BGB).
  • Ältere Verträge: Wurde der Vertrag geschlossen, bevor die Wohnung unter eine Verordnung fiel, gilt die Mietpreisbremse für ihn nicht (Art. 229 § 35 Abs. 1 EGBGB).

Wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete bei dir ist und wie sie steigen darf, zeigt der Mieterhöhungsrechner.

Indexmiete oder Vergleichsmiete?

Ohne Indexklausel erhöht der Vermieter nach § 558 BGB bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Beides zugleich geht nicht. Die Unterschiede:

RegelIndexmiete (§ 557b)Vergleichsmiete (§ 558)
MaßstabVerbraucherpreisindexMieten am Ort, etwa laut Mietspiegel
AbstandMiete mindestens 12 Monate gleich15 Monate gleich, Verlangen frühestens nach 12 Monaten
Zustimmung des Mietersnicht nötignötig, sonst Klage des Vermieters
Obergrenzekeine, Deckel geplant20 % in drei Jahren, in angespannten Märkten 15 %
Neue Miete gilt abübernächstem Monat nach Zugangdrittem Kalendermonat nach Zugang
Umlage von Modernisierungnur in Ausnahmen8 % der Kosten im Jahr (§ 559 BGB)
Sonderkündigungsrechtneinja (§ 561 BGB)

Was für dich günstiger ist, hängt davon ab, ob an deinem Ort die Mieten oder die Verbraucherpreise schneller steigen. Im Bundesschnitt waren es seit 2020 die Preise. Gegenüber dem Jahresschnitt 2020 lagen im August 2026 die Verbraucherpreise um 25,8 % höher, die tatsächlich gezahlten Nettokaltmieten um 12,8 % (beide Destatis, 2020 = 100). Eine voll angepasste Indexmiete ist in dieser Zeit also deutlich stärker gestiegen als die Mieten im Schnitt.

Für Vermieter ist die Indexmiete bequem, sie braucht weder Mietspiegel noch Zustimmung. Dafür fällt die Umlage von Modernisierungen weitgehend weg, und in Jahren mit wenig Teuerung steigt die Miete kaum. Wie eine Erhöhung auf die Vergleichsmiete aussieht, rechnet der Mieterhöhungsrechner.

Häufige Fragen

Ab wann muss ich die erhöhte Indexmiete zahlen?
Ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang der Erklärung (§ 557b Abs. 3 Satz 3 BGB). Geht sie dir am 1. Oktober 2026 oder erst am 31. Oktober 2026 zu, zahlst du die neue Miete in beiden Fällen ab 1. Dezember 2026. Maßgeblich ist der Zugang bei dir, nicht das Datum im Schreiben (§ 130 BGB). Rückwirkend musst du nichts nachzahlen, auch wenn der Vermieter jahrelang nicht angepasst hat. Außerdem muss die Miete bis dahin mindestens 12 Monate unverändert gewesen sein (§ 557b Abs. 2 BGB).
Reicht eine E-Mail für die Indexerhöhung?
Ja. Die Erklärung braucht nur Textform (§ 557b Abs. 3 Satz 1 BGB): eine lesbare Erklärung mit dem Namen des Absenders auf einem dauerhaften Datenträger, also Brief, Fax oder E-Mail. Eine Unterschrift ist nicht nötig (§ 126b BGB). Strenger ist die Vereinbarung selbst: Die Indexmiete muss schriftlich vereinbart sein (§ 557b Abs. 1 BGB), also mit eigenhändiger Unterschrift beider Seiten, meist im Mietvertrag (§ 126 BGB). Weil im Streit der Zugang zählt, hebt der Vermieter am besten einen Nachweis auf.
Wie oft darf die Indexmiete steigen?
Höchstens einmal im Jahr. Zwischen zwei Änderungen muss die Miete jeweils mindestens 12 Monate gleich bleiben, auch nach Mietbeginn (§ 557b Abs. 2 Satz 1 BGB). Erhöhungen wegen Modernisierung oder Betriebskosten zählen dabei nicht mit. Ob der Vermieter jedes Jahr anpasst oder länger wartet, entscheidet er selbst. Wartet er, holt er die ganze Steigerung seit der letzten Änderung in einem Schritt nach.
Welche Indexwerte muss ich nehmen?
Als Index alt den Wert des Monats, auf dem die jetzige Miete beruht, also den bei Mietbeginn oder bei der letzten Anpassung. Als Index neu einen aktuellen, endgültig veröffentlichten Monatswert. Legt dein Vertrag bestimmte Monate fest, gelten diese. Destatis rechnet den Index für Kalendermonate, nicht für Stichtage, deshalb sind Formulierungen wie „der zum 1. Januar gültige Index“ ungenau. Beide Werte kommen aus derselben Reihe, derzeit 2020 = 100. Die Werte seit 2020 stehen in der Tabelle oben, ältere bei Destatis in der GENESIS-Tabelle 61111-0002.
Was gilt, wenn sich der Vermieter verrechnet hat?
Nennt die Erklärung die Indexänderung und die neue Miete oder den Erhöhungsbetrag, bleibt sie trotz Rechenfehler wirksam. Geschuldet ist aber nur der richtig berechnete Betrag. Was du zu viel gezahlt hast, kannst du zurückverlangen. Fehlen diese Angaben, ist die Erklärung unwirksam. Dann braucht es eine neue, und die höhere Miete gilt erst ab dem übernächsten Monat nach deren Zugang.
Kann ich nach einer Indexerhöhung außerordentlich kündigen?
Nein. Das Sonderkündigungsrecht nach § 561 BGB gibt es nur bei Erhöhungen auf die Vergleichsmiete und nach einer Modernisierung. Nach einer Indexanpassung bleibt dir die normale Kündigung mit der Frist aus Gesetz und Vertrag.
Steigen die Nebenkosten mit dem Index?
Nein, angepasst wird in der Regel die Nettokaltmiete. Die Vorauszahlungen für Betriebskosten ändern sich getrennt davon, meist nach der Jahresabrechnung (§ 560 Abs. 4 BGB), und zählen bei der Jahresfrist nicht mit. Ob deine Abrechnung stimmt, prüfst du mit dem Nebenkostenrechner.
Was passiert, wenn der Index sinkt?
Dann kann die Miete im selben Verhältnis sinken. Die Senkung musst du als Mieter in Textform verlangen, Jahresfrist und Fälligkeit gelten wie bei einer Erhöhung. Seit Januar 2021 lag der Index allerdings in jedem Monat über dem Wert des Vorjahresmonats.
Mein Vertrag nennt Indexwerte auf Basis 2015. Was nun?
Nimm für die nächste Anpassung beide Werte aus der aktuellen Reihe mit 2020 = 100 und misch die Reihen nicht. Mit der Umstellung im Februar 2023 hat Destatis alle Werte ab Januar 2020 neu berechnet, sie ersetzen die alten. Anpassungen, die schon erfolgt sind, bleiben davon unberührt. Die nächste Umstellung auf 2025 = 100 erwartet Destatis für 2028.
Gilt § 557b BGB auch für Gewerberäume?
Nein, die Vorschrift gilt für Wohnraum. In der Liste der Regeln, die § 578 Abs. 2 BGB auf Gewerberäume überträgt, steht sie nicht. Indexklauseln in Gewerbemietverträgen richten sich nach dem Preisklauselgesetz: Eine Bindung an den Verbraucherpreisindex ist dort unter anderem zulässig, wenn der Vertrag mindestens zehn Jahre läuft oder der Vermieter so lange auf die ordentliche Kündigung verzichtet (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 PrKG). Eine unzulässige Klausel wird erst unwirksam, wenn ein Gericht den Verstoß rechtskräftig festgestellt hat (§ 8 PrKG).

Quellen

  1. § 557b BGB: Indexmiete: Wortlaut aller fünf Absätze gesetze-im-internet.de
  2. § 126 und § 126b BGB: Schriftform der Vereinbarung, Textform der Erklärung gesetze-im-internet.de
  3. § 130 BGB: Wirksamwerden mit Zugang gesetze-im-internet.de
  4. § 558 BGB: Vergleichsmiete, Kappungsgrenze gesetze-im-internet.de
  5. § 559e BGB: Erhöhung nach Einbau einer Heizungsanlage gesetze-im-internet.de
  6. §§ 556d bis 556g BGB: Mietpreisbremse, Ausnahmen, Rüge gesetze-im-internet.de
  7. Art. 229 § 35 EGBGB: Mietpreisbremse nicht für ältere Verträge gesetze-im-internet.de
  8. § 3 Preisklauselgesetz: Indexklauseln außerhalb des Wohnraums gesetze-im-internet.de
  9. Destatis: Verbraucherpreisindex, Gesamtindex und 12 Abteilungen: Monatswerte auf Basis 2020 = 100, Stand 10. September 2026 destatis.de
  10. Destatis: Pressemitteilung Nr. 320 vom 10. September 2026: Index August 2026 und Teilindex Nettokaltmiete destatis.de
  11. Destatis: Verbraucherpreisindex, Allgemeine Informationen: Formel für Geldbeträge, Basisjahr, früherer Name, HVPI destatis.de
  12. BGH, Urteil vom 22. November 2017, VIII ZR 291/16: Prozentzahl in der Erklärung nicht nötig datenbank.nwb.de
  13. Hubert Fleindl: Die Indexierung der Wohnraummiete: Beitrag eines Vorsitzenden Richters am OLG München zu Frist und Erklärung mieterbund.de
  14. Bundestags-Drucksache 21/6807: Regierungsentwurf mit dem geplanten Deckel für Indexmieten dserver.bundestag.de
  15. Bundestag: Anhörung zum Mietrecht am 14. Oktober 2026: Stand des Gesetzgebungsverfahrens bundestag.de

Passende Rechner