Zum Inhalt springen

Nebenkosten-Rechner 2026

Die Nebenkostenabrechnung verteilt die Kosten des ganzen Hauses auf die Wohnungen, meist nach Wohnfläche, Heizung und Warmwasser zu 50 bis 70 % nach Verbrauch. Bei dir sein muss sie spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums (§ 556 Abs. 3 BGB). Der Rechner macht die Abrechnung nach Betriebskosten- und Heizkostenverordnung nach, zieht deine Vorauszahlungen ab und prüft die Frist. Im Schnitt zahlten Mieter 2024 laut Mieterbund 2,67 € je m² und Monat, bei 70 m² also 186,90 € im Monat.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Nebenkosten-Rechner

Nachzahlung

97,50 €

Deine Kosten 2.737,50 € · Vorauszahlungen 2.640,00 €

Deine Kosten liegen über den Vorauszahlungen. Du zahlst 97,50 € nach, fällig mit Zugang einer formell ordnungsgemäßen Abrechnung.

Kalte Betriebskosten
1.550 €
Heizung, Warmwasser
1.188 €
Neue Vorauszahlung
228 €

So setzt sich dein Anteil zusammen

PostenHausDein Anteil
GrundsteuerWohnfläche1.300,00 €162,50 €
Wasser und AbwasserWohnfläche2.100,00 €262,50 €
Müll und StraßenreinigungWohnfläche1.450,00 €181,25 €
Hauswart, Reinigung, GartenWohnfläche4.100,00 €512,50 €
GebäudeversicherungWohnfläche2.250,00 €281,25 €
Aufzug, Allgemeinstrom, SonstigesWohnfläche1.200,00 €150,00 €
Kalte Betriebskosten zusammen1.550,00 €
Heizung und Warmwasser: Grundkosten30 % nach Wohnfläche2.850,00 €356,25 €
Heizung und Warmwasser: Verbrauchskosten70 %, geschätzt nach Fläche6.650,00 €831,25 €
Heizung und Warmwasser zusammen1.187,50 €
Deine Kosten2.737,50 €
Vorauszahlungen (12 × 220,00 €)−2.640,00 €
Nachzahlung laut Abrechnung97,50 €

Das sind 3,04 € je m² und Monat. Der Betriebskostenspiegel des Mieterbunds nennt für 2024 im Schnitt 2,67 €, davon 1,32 € für Heizung und Warmwasser.

Deine Fristen

Abrechnung musste da sein bis31.12.2026
Angekommen am15.06.2026
Einwände schriftlich bis spätestens15.06.2027
Rechtzeitig. Eine Nachzahlung ist fällig, wenn die Abrechnung formell in Ordnung ist. Bis zum 15.06.2027 kannst du Fehler rügen und vorher die Belege einsehen.

Vorauszahlung anpassen: Nach der Abrechnung darfst du und darf dein Vermieter die Vorauszahlung in Textform auf eine angemessene Höhe setzen, nach dieser Rechnung rund 228 € im Monat (§ 560 Abs. 4 BGB). Einen pauschalen Aufschlag von 10 % hat der BGH nicht erlaubt.

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. § 556 und § 556a BGB
  3. Beispielabrechnung
  4. Umlagefähige Kosten nach § 2 BetrKV
  5. Warmmiete und Kaltmiete
  6. Heizkosten und CO2
  7. Fristen und Belegeinsicht
  8. Vorauszahlung anpassen
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

So wird die Nebenkostenabrechnung berechnet

Über die Vorauszahlungen muss der Vermieter jedes Jahr abrechnen (§ 556 Abs. 3 BGB). Umlegen darf er nur Betriebskosten, die der Mietvertrag dir auferlegt. Der Satz, dass du „die Betriebskosten“ trägst, genügt dafür (BGH, 10.02.2016, VIII ZR 137/15).

RegelWertGrundlage
Abrechnung beim Mieter spätestens12 Monate nach Ende des Zeitraums§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB
Einwände gegen die Abrechnungbis 12 Monate nach Zugang§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB
Heiz- und Warmwasserkosten nach Verbrauch50 % bis 70 %§§ 7, 8 HeizkostenV
Kürzung, wenn nicht nach Verbrauch abgerechnet wird15 %§ 12 HeizkostenV
CO2-Preis 2026 je Tonne, ohne Umsatzsteuer60 €§ 4 CO2KostAufG
Anteil des Vermieters an den CO2-Kosten0 % bis 95 %Anlage CO2KostAufG
Betriebskosten im Schnitt 2024, je m² und Monat2,67 €Betriebskostenspiegel DMB
  1. Gesamtkosten je KostenartWas das ganze Haus im Abrechnungszeitraum gekostet hat, etwa die Grundsteuer laut Bescheid oder die Rechnung der Reinigungsfirma. Anteile, die nicht umlagefähig sind, darf der Vermieter vorher abziehen.
  2. VerteilerschlüsselEr bestimmt, welcher Teil auf deine Wohnung fällt. Ohne andere Vereinbarung ist das die Wohnfläche, für Heizung und Warmwasser gilt die Heizkostenverordnung.
  3. Dein AnteilGesamtkosten mal deine Einheiten geteilt durch alle Einheiten, bei der Fläche also deine Quadratmeter durch die aller Wohnungen.
  4. Vorauszahlungen abziehenBleibt ein Betrag übrig, zahlst du nach. Ist er negativ, bekommst du ihn als Guthaben zurück.

Dein Anteil = Gesamtkosten × deine Wohnfläche ÷ Wohnfläche aller Wohnungen

Was in einer korrekten Abrechnung stehen muss

Formell wirksam ist eine Abrechnung nur mit vier Angaben: den Gesamtkosten je Kostenart, dem Verteilerschlüssel, erläutert, wo er sich nicht von selbst versteht, deinem Anteil und dem Abzug deiner Vorauszahlungen (BGH, 20.01.2016, VIII ZR 93/15). Fehlt eine davon oder ist ein Schlüssel unverständlich, ist die Abrechnung formell unwirksam (BGH, 09.04.2008, VIII ZR 84/07). Dann wird keine Nachzahlung fällig, die Frist für deine Einwände beginnt nicht (BGH, 08.12.2010, VIII ZR 27/10), und eine solche Abrechnung wahrt auch die Jahresfrist des Vermieters nicht. Falsche Beträge oder Posten, die nicht umlagefähig sind, machen eine Abrechnung dagegen nur inhaltlich falsch. Die rügst du mit Einwänden.

§ 556 und § 556a BGB: was im Gesetz zu den Betriebskosten steht

Die Grundregeln zur Nebenkostenabrechnung stehen in drei Paragrafen des BGB: § 556 regelt, ob und wie abgerechnet wird, § 556a den Verteilerschlüssel und § 560, wie sich Pauschale und Vorauszahlung ändern lassen (siehe unten). Im Gesetz heißen die Nebenkosten Betriebskosten. Den Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de.

§ 556 BGB: Vereinbarung, Abrechnung und Fristen

VorschriftWas drinstehtWas das für dich heißt
Abs. 1Die Parteien können vereinbaren, dass der Mieter Betriebskosten trägt: Kosten, die durch das Grundstück oder den Gebrauch des Gebäudes laufend entstehen. Welche, zählt die Betriebskostenverordnung auf.Ohne Vereinbarung zahlst du keine. Einmalige Ausgaben wie Reparaturen gehören nicht dazu.
Abs. 2Betriebskosten können als Pauschale oder Vorauszahlung vereinbart werden, Vorauszahlungen nur in angemessener Höhe.Über eine Pauschale wird nicht abgerechnet.
Abs. 3 Satz 1Über Vorauszahlungen ist jährlich abzurechnen, nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit.Der Zeitraum muss nicht das Kalenderjahr sein.
Abs. 3 Satz 2 und 3Abrechnung spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums, danach keine Nachforderung, außer der Vermieter hat die Verspätung nicht zu vertreten.Kommt sie zu spät, zahlst du nichts nach, ein Guthaben bekommst du trotzdem.
Abs. 3 Satz 4Zu Teilabrechnungen ist der Vermieter nicht verpflichtet.Beim Auszug kommt deine Abrechnung mit der fürs ganze Haus.
Abs. 3 Satz 5 und 6Einwendungen bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang, danach ausgeschlossen, außer der Mieter hat die Verspätung nicht zu vertreten.Deine Frist läuft ab dem Tag, an dem die Abrechnung ankommt.
Abs. 3aEin Glasfaser-Bereitstellungsentgelt (§ 72 TKG) trägt der Mieter nur bei wirtschaftlicher Umsetzung.Höchstens 60 € im Jahr und 540 € insgesamt.
Abs. 4Auf Verlangen Einsicht in die Belege, der Vermieter darf sie elektronisch bereitstellen.Du darfst prüfen, bevor du zahlst.
Abs. 5Abweichungen zum Nachteil des Mieters von Abs. 1, Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 und 3a sind unwirksam.Längere Fristen für den Vermieter oder kürzere für dich gelten nicht.

§ 556a BGB: Verteilerschlüssel und Wohnfläche

VorschriftWas drinstehtWas das für dich heißt
Abs. 1 Satz 1Ohne andere Vereinbarung wird nach dem Anteil der Wohnfläche umgelegt, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist.Standard ist die Wohnfläche, für Heizung und Warmwasser geht die Heizkostenverordnung vor.
Abs. 1 Satz 2Kosten, deren Verbrauch oder Verursachung erfasst wird, werden danach verteilt.Hat jede Wohnung einen Wasserzähler, zählt der Verbrauch.
Abs. 2Der Vermieter darf in Textform auf Verbrauch oder Verursachung umstellen, auch gegen den Vertrag, aber nur vor Beginn eines Abrechnungszeitraums. Steckten die Kosten in der Miete, sinkt sie.Ohne deine Zustimmung, aber nie rückwirkend.
Abs. 3Bei einer vermieteten Eigentumswohnung gilt der Schlüssel der Eigentümergemeinschaft, außer er widerspricht billigem Ermessen.Miteigentumsanteile können richtig sein.
Abs. 4Abweichungen von Abs. 2 zum Nachteil des Mieters sind unwirksam.Der Vertrag kann davon nicht zu deinen Lasten abweichen.

Nach Personen oder Wohnungen wird nur verteilt, wenn der Mietvertrag es vorsieht, üblich bei Wasser und Müll. Bei der Fläche zählt die tatsächliche Größe deiner Wohnung, auch wenn im Vertrag eine andere steht (BGH, 30.05.2018, VIII ZR 220/17). Die Gesamtfläche umfasst alle Wohnungen, auch leer stehende. Deren Anteil trägt der Vermieter, selbst bei Kosten wie Wasser, die mangels Zähler nach Fläche verteilt werden (BGH, 31.05.2006, VIII ZR 159/05). An den Kosten des Aufzugs darf der Vertrag auch Mieter im Erdgeschoss beteiligen (BGH, 20.09.2006, VIII ZR 103/06).

Beispielabrechnung und zwei Sonderfälle

Alle Zahlen rechnet derselbe Kern wie der Rechner oben. In der Beispielabrechnung entsprechen die Kosten des Hauses je Quadratmeter gerundet den Einzelwerten des Betriebskostenspiegels 2024, ohne Aufzug und Kabel. Die Wohnung hat 75 m² in einem Haus mit 600 m², Heizung und Warmwasser werden zu 70 % nach Verbrauch verteilt.

KostenartHausVerteilerschlüsselDein Anteil
Grundsteuer1.300,00 €Wohnfläche: 75 von 600 m²162,50 €
Wasser und Abwasser2.100,00 €Wohnfläche: 75 von 600 m²262,50 €
Müll und Straßenreinigung1.450,00 €Wohnfläche: 75 von 600 m²181,25 €
Hauswart, Reinigung, Garten4.100,00 €Wohnfläche: 75 von 600 m²512,50 €
Gebäudeversicherung2.250,00 €Wohnfläche: 75 von 600 m²281,25 €
Aufzug, Allgemeinstrom, Sonstiges1.200,00 €Wohnfläche: 75 von 600 m²150,00 €
Heizung und Warmwasser: Grundkosten2.850,00 €30 % nach Fläche: 75 von 600 m²356,25 €
Heizung und Warmwasser: Verbrauchskosten6.650,00 €70 % nach Verbrauch: 1.100 von 8.000 Einheiten914,38 €
Deine Kosten im Jahr2.820,63 €
Deine Vorauszahlungen12 × 220 €−2.640,00 €
Nachzahlung180,63 €

So sieht eine formell vollständige Abrechnung aus: Gesamtkosten, Schlüssel, Anteil und Vorauszahlungen. Die Wohnung hat 1.100 von 8.000 Verbrauchseinheiten, also etwas mehr, als ihrer Fläche entspricht.

Rechenbeispiel Die Abrechnung kommt zu spät

Dasselbe Haus, Heizkosten wie im Rechner oben nach Fläche verteilt, aber nur 190 € Vorauszahlung im Monat. Die Abrechnung für 2024 landet erst im Februar 2026 im Briefkasten.

Abrechnungszeitraum endet
31.12.2024
Abrechnung musste da sein bis
31.12.2025
Abrechnung kommt an
14.02.2026
= zu spät um
45 Tage
Nachforderung laut Abrechnung
457,50 €
Du musst zahlen
0,00 €

Wäre ein Guthaben herausgekommen, müsste der Vermieter es trotzdem auszahlen. Die Nachforderung bliebe nur bestehen, wenn er die Verspätung nicht zu vertreten hätte.

Rechenbeispiel Heizkosten: 70 zu 30 oder 50 zu 50

Eine Wohnung mit 75 m² in einem Haus mit 1.000 m². Ihr Anteil am Verbrauch liegt mit 6,56 % unter ihrem Anteil an der Fläche von 7,5 %.

Heiz- und Warmwasserkosten des Hauses
18.400 €
70 % nach Verbrauch: 12.880 € × 4.200 ÷ 64.000 Einheiten
845,25 €
30 % nach Fläche: 5.520 € × 75 ÷ 1.000 m²
414,00 €
Dein Anteil bei 70 zu 30
1.259,25 €
Zum Vergleich bei 50 zu 50
1.293,75 €

Wer wenig verbraucht, fährt mit dem höheren Verbrauchsanteil besser, hier um 34,50 € im Jahr. Den Schlüssel wählt der Vermieter innerhalb der Spanne. Ändern darf er ihn nur mit Wirkung zum Beginn eines Abrechnungszeitraums (§ 6 Abs. 4 HeizkostenV).

Umlagefähige Nebenkosten: die 17 Kostenarten nach § 2 BetrKV

Welche Kosten ein Vermieter umlegen darf, zählt § 2 der Betriebskostenverordnung auf, mit Nr. 17 als Auffangposten. Gemeint sind Kosten, die laufend für das Haus und das Grundstück entstehen (§ 1 BetrKV). Die Durchschnittswerte stammen aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds für 2024, ausgewertet aus Abrechnungen über rund 12,4 Millionen Quadratmeter.

Nr.Kostenart und was dazugehörtSchnitt je m² im Monat
1 Laufende öffentliche Lastenvor allem die Grundsteuer 0,18 €
2 WasserversorgungWasser und Grundgebühren, Wasserzähler mit Eichung und Abrechnung, Wasseraufbereitung 0,29 €Wasser und Abwasser zusammen
3 EntwässerungKanal- und Niederschlagswassergebühren, Entwässerungspumpe –im Wert bei Nr. 2 enthalten
4 HeizungBrennstoff oder Fernwärme, Betriebsstrom, Wartung, Abgasmessung, Messdienst; bei Etagenheizungen Reinigung und Wartung 1,32 €Heizung und Warmwasser zusammen, 0,46 € bis 2,18 €
5 Warmwasserzentrale Anlage oder Lieferung, Wartung von Warmwassergeräten –im Wert bei Nr. 4 enthalten
6 Verbundene Heizungs- und Warmwasseranlageneine Anlage für beides –im Wert bei Nr. 4 enthalten
7 AufzugStrom, Überwachung, Pflege, Prüfung, Reinigung 0,20 €
8 Straßenreinigung und MüllbeseitigungGebühren, Müllschlucker, Müllmengenerfassung 0,20 €Müll 0,16 €, Straße 0,04 €
9 Gebäudereinigung und UngezieferbekämpfungZugänge, Flure, Treppen, Keller, Waschküche, Fahrkorb des Aufzugs 0,21 €
10 GartenpflegeGrünflächen, Pflanzen, Spielplätze, Wege und Zufahrten 0,15 €
11 BeleuchtungStrom für Außenlicht, Treppenhaus und Keller 0,06 €
12 SchornsteinreinigungKehrgebühren, soweit nicht schon bei der Heizung 0,04 €
13 Sach- und HaftpflichtversicherungFeuer, Sturm, Wasser und andere Elementarschäden, Glas, Haftpflicht für Gebäude, Öltank und Aufzug 0,31 €
14 HauswartLohn und Sozialbeiträge, ohne Reparaturen und Verwaltung 0,37 €0,21 €, wenn Reinigung und Garten extra abgerechnet werden
15 Antenne, Breitband, GlasfaserBetriebsstrom und Prüfung, Kabelgebühren nur bis 30. Juni 2024, Glasfaser-Bereitstellungsentgelt 0,07 €
16 WäschepflegeGemeinschaftswaschmaschine und Trockner: Strom, Wartung, Wasser –
17 Sonstige Betriebskostennur, was der Mietvertrag einzeln nennt, etwa die Reinigung der Dachrinnen 0,07 €

Nr. = § 2 BetrKV. Durchschnitt über alle Abrechnungen: 2,67 € je m² im Monat. Fallen alle Kostenarten an, kommt der Mieterbund auf bis zu 3,68 €. Für Antennen- und Breitbandanlagen, die ab dem 1. Dezember 2021 errichtet wurden, gilt Nr. 15 Buchstabe a und b nicht mehr.

Was nicht in die Abrechnung gehört

  • Verwaltung: Hausverwaltung, Buchhaltung und die Arbeit des Vermieters an der Abrechnung (§ 1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV). Die Gebühren des Messdienstes für Heizung und Wasser sind dagegen umlagefähig.
  • Reparaturen und Instandhaltung, auch am Aufzug oder an der Heizung (§ 1 Abs. 2 Nr. 2 BetrKV). Beim Hauswart zählt nur der Teil seiner Arbeit, der keine Reparatur und keine Verwaltung ist (§ 2 Nr. 14).
  • Miete für Rauchwarnmelder: Sie steht dem Kauf gleich und ist nicht umlagefähig (BGH, 11.05.2022, VIII ZR 379/20).
  • Kabelfernsehen: Nutzungsentgelte und Grundgebühren sind seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr umlagefähig (§ 2 Nr. 15 BetrKV). Erlaubt bleiben der Betriebsstrom der Anlage und bei einem neuen Glasfaseranschluss ein Bereitstellungsentgelt von höchstens 60 € im Jahr und 540 € insgesamt (§ 72 TKG, § 556 Abs. 3a BGB).
  • Versicherungen des Vermieters wie seine Hausrat- oder Rechtsschutzversicherung.
  • Sonstige Kosten ohne Vereinbarung: Unter Nr. 17 fällt nur, was der Mietvertrag einzeln nennt (BGH, 07.04.2004, VIII ZR 167/03).
  • Grünflächen für die Öffentlichkeit (BGH, 10.02.2016, VIII ZR 33/15). Einen gemeinsamen Garten zahlst du dagegen mit, auch wenn du ihn nicht nutzt. Flächen, die allein dem Vermieter oder anderen Mietern zustehen, gehören nicht dazu (BGH, 26.05.2004, VIII ZR 135/03).

Wann eine Position zu hoch ist

Der Vermieter muss wirtschaftlich handeln (§ 556 Abs. 3 Satz 1 BGB), also so, wie er es täte, wenn er die Kosten selbst tragen müsste. Liegt eine Position weit über dem Betriebskostenspiegel, lohnt ein Blick in die Belege. Vor Gericht reicht der Vergleich mit einem überregionalen Durchschnitt allein aber nicht: Du musst darlegen, dass der Vermieter unwirtschaftlich eingekauft hat (BGH, 06.07.2011, VIII ZR 340/10).

Warmmiete: Kaltmiete plus Nebenkosten

Die Warmmiete ist, was du jeden Monat überweist: die Kaltmiete ohne Betriebskosten, nach der sich etwa Mietspiegel und Kaution richten, plus die kalten Betriebskosten (zusammen die Bruttokaltmiete), plus Heizung und Warmwasser. Laut Betriebskostenspiegel entfielen 2024 von den 2,67 € je m² im Schnitt 1,32 € auf Heizung und Warmwasser, rechnerisch bleiben 1,35 € für die kalten Betriebskosten.

Rechenbeispiel Warmmiete für 70 m² mit 850 € Kaltmiete
Kaltmiete laut Vertrag
850,00 €
Kalte Betriebskosten: 70 m² × 1,35 €
+94,50 €
Bruttokaltmiete
944,50 €
Heizung und Warmwasser: 70 m² × 1,32 €
+92,40 €
Warmmiete im Monat
1.036,90 €

Ob die Vorauszahlungen reichen, zeigt erst die Abrechnung, die der Rechner oben nachrechnet.

WohnflächeKalte BetriebskostenHeizung, WarmwasserZusammen im Monatim Jahr
40 m²54,00 €52,80 €106,80 €1.282 €
60 m²81,00 €79,20 €160,20 €1.922 €
80 m²108,00 €105,60 €213,60 €2.563 €
100 m²135,00 €132,00 €267,00 €3.204 €

Durchschnitt laut Betriebskostenspiegel 2024. Deine Warmmiete ist deine Kaltmiete plus diese Beträge. Wie weit dein Haus abweicht, hängt vor allem an Heizung und Gebäude: Allein für Heizung und Warmwasser reichte die Spanne von 0,46 € bis 2,18 € je m².

Heizkosten und CO2-Kosten richtig verteilt

In Häusern mit zentraler Heizung rechnet meist ein Messdienst Heizung und Warmwasser ab. Mindestens 50 und höchstens 70 % der Kosten werden nach Verbrauch verteilt, der Rest nach Fläche (§§ 7, 8 HeizkostenV). Die Verordnung geht dem Mietvertrag vor, außer in Häusern mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Vermieter eine selbst bewohnt (§ 2). Liefert eine Anlage Heizung und Warmwasser, werden die Kosten zuerst auf beides aufgeteilt. Die Wärme fürs Warmwasser muss ein Wärmezähler messen, nur wenn das unzumutbar ist, darf sie mit einer Formel bestimmt werden (§ 9 HeizkostenV).

Genau 70 % nach Verbrauch sind Pflicht, wenn das Haus den Wärmeschutz von 1994 nicht erreicht, mit Öl oder Gas heizt und die frei liegenden Leitungen überwiegend gedämmt sind (§ 7 Abs. 1 Satz 2). Ziehst du mitten im Jahr aus oder ein, wird zwischendurch abgelesen (§ 9b). Wie viel Energie deine Wohnung verbraucht und was das kostet, rechnet der Heizkosten-Rechner.

Kürzungsrecht: 15 % und 3 %

Fehler in der HeizkostenabrechnungKürzungGrundlage
Nicht nach Verbrauch abgerechnet, obwohl die Verordnung gilt15 %§ 12 Abs. 1 Satz 1 HeizkostenV
Keine fernablesbaren Zähler, obwohl sie Pflicht sindneue Geräte seit Dezember 2021, alte nachrüsten bis 31. Dezember 20263 %§ 12 Abs. 1 Satz 2, § 5 HeizkostenV
Pflichtinformationen fehlen, etwa die monatliche Verbrauchsinformation bei fernablesbaren Zählern3 %§ 12 Abs. 1 Satz 3, § 6a HeizkostenV
CO2-Anteil nicht ermittelt oder nicht ausgewiesen3 %§ 7 Abs. 4 CO2KostAufG

Gekürzt wird dein Anteil an den Heizkosten. Die 15 % rechnet der Rechner oben ein, wenn du „Nach Verbrauch abgerechnet“ ausschaltest.

CO2-Kosten: das Stufenmodell

Seit 2023 teilen sich Vermieter und Mieter die CO2-Kosten, die in Gas, Heizöl und anderen fossilen Brennstoffen stecken, auch bei Fernwärme aus solchen Brennstoffen. Je mehr CO2 das Haus je Quadratmeter ausstößt, desto mehr zahlt der Vermieter. Maßgeblich ist der Ausstoß in Kilogramm je m² Wohnfläche und Jahr, auf eine Nachkommastelle gerundet (§ 5 CO2KostAufG).

CO2 je m² und JahrMieterVermieter
unter 12 kg100 %0 %
12 bis unter 17 kg90 %10 %
17 bis unter 22 kg80 %20 %
22 bis unter 27 kg70 %30 %
27 bis unter 32 kg60 %40 %
32 bis unter 37 kg50 %50 %
37 bis unter 42 kg40 %60 %
42 bis unter 47 kg30 %70 %
47 bis unter 52 kg20 %80 %
ab 52 kg5 %95 %

Anlage zum CO2-Kostenaufteilungsgesetz, anzuwenden auf Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2023.

Der CO2-Preis beträgt 2026 60 € je Tonne, der Mittelwert des Korridors von 55 € bis 65 € (§ 4 CO2KostAufG). Mit Umsatzsteuer sind das 71,40 €. Für Fernwärme, soweit sie aus Anlagen im europäischen Emissionshandel stammt, gilt 73,86 €. Die Stufe, den Ausstoß und deinen Anteil muss der Vermieter in der Heizkostenabrechnung ausweisen (§ 7 Abs. 3), sonst darfst du deinen Heizkostenanteil um 3 % kürzen.

Rechenbeispiel CO2-Kosten in einem Haus mit Gasheizung

Das Haus aus der Beispielabrechnung mit 600 m² Wohnfläche. Laut Rechnungen des Gasversorgers hat die Heizung im Jahr 18.100 kg CO2 ausgestoßen.

18.100 kg CO2 ÷ 600 m² Wohnfläche
30,2 kg je m²
Stufe 5 (27 bis unter 32 kg): Anteil des Vermieters
40 %
CO2-Kosten: 18,1 t × 60 € plus 19 % Umsatzsteuer
1.292,34 €
= davon trägt der Vermieter
516,94 €
Entlastung für die Wohnung aus der Beispielabrechnung (13,38 % der Heizkosten)
69,14 €

Hast du eine eigene Gasetagenheizung und einen eigenen Liefervertrag, rechnest du die Stufe selbst aus und verlangst den Anteil des Vermieters innerhalb von zwölf Monaten nach der Rechnung des Versorgers in Textform zurück (§ 5 Abs. 3, § 6 Abs. 2 CO2KostAufG).

Neu seit dem 29. Juli 2026: neue Gas- und Ölheizungen

Wird seitdem eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Haus eingebaut, teilen sich Vermieter und Mieter ab dem 1. Januar 2028 die Gas-Netzentgelte und die CO2-Kosten je zur Hälfte, statt nach dem Stufenmodell. Ab dem 1. Januar 2029 kommen die Kosten für den vorgeschriebenen Anteil grüner Brennstoffe wie Biomethan oder Bioöl dazu, für einen Anteil bis 30 % des Brennstoffs (§ 5a CO2KostAufG, § 43 Gebäudemodernisierungsgesetz). Eine Härtefallregel entlastet unter engen Voraussetzungen Vermieter mit höchstens sechs Wohnungen (§ 5d).

Fristen, Einwände und Belegeinsicht

Bis wann der Vermieter abrechnen muss

Die Abrechnung muss spätestens zwölf Monate nach dem Ende des Abrechnungszeitraums bei dir sein (§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB), für das Jahr 2025 also bis zum 31. Dezember 2026. Es zählt der Tag, an dem sie ankommt, nicht das Datum auf dem Schreiben.

AbrechnungszeitraumAbrechnung spätestens bei dir
Kalenderjahr 202431. Dezember 2025
Kalenderjahr 202531. Dezember 2026
1. Juli 2025 bis 30. Juni 202630. Juni 2027
Kalenderjahr 202631. Dezember 2027

Die Nachforderung bleibt nur, wenn der Vermieter die Verspätung nicht zu vertreten hat, etwa weil die Grundsteuer rückwirkend neu festgesetzt wurde. Einzelne Posten darf er dann nachberechnen, etwa mit einem Vorbehalt in der Abrechnung, aber nur alsbald, nachdem das Hindernis weggefallen ist (BGH, 12.12.2012, VIII ZR 264/12). Hast du eine verspätete Nachforderung schon bezahlt, kannst du das Geld zurückverlangen (BGH, 18.01.2006, VIII ZR 94/05). Rechnet der Vermieter bis zum Fristende gar nicht ab, darfst du die laufenden Vorauszahlungen zurückhalten, bis die Abrechnung da ist (BGH, 29.03.2006, VIII ZR 191/05). Bist du schon ausgezogen, kannst du dann alle Vorauszahlungen für den Zeitraum zurückfordern (BGH, 09.03.2005, VIII ZR 57/04).

Einwände: zwölf Monate ab Zugang

Fehler musst du dem Vermieter innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang der Abrechnung mitteilen (§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB), am besten schriftlich und Posten für Posten. Danach sind Einwände ausgeschlossen, außer du konntest für die Verspätung nichts. Ob die Frist am selben Kalendertag endet oder erst am Monatsende, wird unterschiedlich gesehen. Der Rechner nennt deshalb den früheren Tag: Kam die Abrechnung am 15. Juni 2026, sollte dein Schreiben bis zum 15. Juni 2027 beim Vermieter sein.

Die Nachzahlung selbst wird mit Zugang einer formell ordnungsgemäßen Abrechnung fällig, eine Prüffrist gibt es nicht (BGH, 08.03.2006, VIII ZR 78/05). Zahl den unstrittigen Teil deshalb am besten gleich.

Belegeinsicht

Du darfst die Rechnungen, Verträge und Bescheide einsehen, die der Abrechnung zugrunde liegen (§ 556 Abs. 4 BGB). Seit 2025 darf der Vermieter sie auch elektronisch bereitstellen. Die Einsicht umfasst die Zahlungsbelege (BGH, 09.12.2020, VIII ZR 118/19) und bei Verbrauchsabrechnungen die Ablesewerte der anderen Wohnungen (BGH, 07.02.2018, VIII ZR 189/17). Kopien kannst du in der Regel nicht verlangen, außer die Einsicht vor Ort ist dir nicht zuzumuten (BGH, 08.03.2006, VIII ZR 78/05). Solange der Vermieter dir die Einsicht verweigert, musst du die Nachzahlung nicht leisten (VIII ZR 189/17).

Vorauszahlung und Pauschale anpassen: § 560 BGB

Vorauszahlungen

Nach jeder Abrechnung kann jede Seite die Vorauszahlung per Erklärung in Textform auf eine angemessene Höhe setzen, eine E-Mail genügt (§ 560 Abs. 4 BGB). Maßstab ist die letzte Abrechnung. Konkret absehbare Preisänderungen dürfen einfließen, ein pauschaler Aufschlag von 10 % nicht (BGH, 28.09.2011, VIII ZR 294/10). In der Beispielabrechnung oben kostet die Wohnung 2.820,63 € im Jahr, angemessen wären also 235 € im Monat statt bisher 220 €. Hattest du ein hohes Guthaben, kannst du die Vorauszahlung genauso selbst senken.

Pauschale

Erhöhen darf der Vermieter eine Pauschale nur, wenn der Mietvertrag das vorsieht, per Erklärung in Textform, die den Grund nennt und erläutert (Abs. 1). Die Erhöhung gilt ab Beginn des übernächsten Monats, bei einer Erklärung am 15. Oktober 2026 also ab dem 1. Dezember 2026. Sind die Kosten rückwirkend gestiegen, wirkt sie auf den Zeitpunkt der Erhöhung zurück, höchstens bis zum Beginn des Vorjahres, sofern er binnen drei Monaten nach Kenntnis erklärt (Abs. 2). Sinken die Kosten, sinkt die Pauschale von da an, und er muss es dir unverzüglich mitteilen (Abs. 3). In beiden Fällen gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit (Abs. 5), Vereinbarungen zu deinem Nachteil sind unwirksam (Abs. 6).

Häufige Fragen

Ich ziehe aus. Wie läuft die Nebenkostenabrechnung dann?
Du bekommst deinen Anteil mit der regulären Jahresabrechnung, eine eigene Abrechnung zum Auszugstag schuldet der Vermieter nicht (§ 556 Abs. 3 Satz 4 BGB). Heizung und Warmwasser werden beim Auszug abgelesen (§ 9b HeizkostenV), die übrigen Kosten meist nach Monaten oder Tagen geteilt. Die Zwischenablesung zahlt ohne besondere Vereinbarung der Vermieter, sie gehört nicht zu den Betriebskosten (BGH, 14.11.2007, VIII ZR 19/07). Ist eine Nachzahlung zu erwarten, darf er bis zur Abrechnung einen angemessenen Teil der Mietkaution zurückhalten (BGH, 18.01.2006, VIII ZR 71/05).
Gilt die Mietpreisbremse auch für die Nebenkosten?
Nein. Die Mietpreisbremse begrenzt bei einer neuen Vermietung die Miete auf höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 556d BGB, Landesverordnungen längstens bis Ende 2029). Verglichen wird in der Regel die Nettokaltmiete, weil Mietspiegel die Vergleichsmiete ohne Betriebskosten angeben. Bei den Nebenkosten wird nur umgelegt, was tatsächlich anfällt, und Vorauszahlungen müssen angemessen sein (§ 556 Abs. 2 BGB). Ob deine Kaltmiete zu hoch ist, prüft der Mietpreisbremse-Rechner.
Kann ich Nebenkosten von der Steuer absetzen?
Einen Teil. Für die Arbeitskosten von Hauswart, Treppenhausreinigung, Gartenpflege oder Winterdienst ziehst du 20 % direkt von der Einkommensteuer ab, zusammen mit anderen haushaltsnahen Dienstleistungen höchstens 4.000 € im Jahr (§ 35a Abs. 2 EStG), für Handwerkerleistungen wie Wartungen höchstens 1.200 € (§ 35a Abs. 3). Als Nachweis reicht die Nebenkostenabrechnung, wenn sie deinen Anteil an diesen Kosten ausweist, sonst eine Bescheinigung des Vermieters (BMF-Schreiben vom 9. November 2016). Was das in Euro bringt, zeigt der Handwerkerkosten-Rechner.
Die Grundsteuer ist mit der Reform gestiegen. Muss ich das zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht, die Grundsteuer steht in § 2 Nr. 1 BetrKV. Wird sie rückwirkend höher festgesetzt, darf der Vermieter diesen Posten auch nach Ablauf der Abrechnungsfrist nachberechnen, weil er die Verspätung nicht zu vertreten hat. Er muss das aber alsbald nach dem neuen Bescheid tun, im Fall des BGH geschah es binnen drei Monaten (BGH, 12.12.2012, VIII ZR 264/12). Wie sich die neue Grundsteuer zusammensetzt, zeigt der Grundsteuer-Rechner.
Ich vermiete eine Eigentumswohnung. Kann ich die Hausgeldabrechnung weitergeben?
Nicht eins zu eins. Die Kosten verteilst du nach dem Schlüssel der Eigentümergemeinschaft, ohne eigene Vereinbarung im Mietvertrag (§ 556a Abs. 3 BGB), ohne Beschluss der Gemeinschaft also nach Miteigentumsanteilen (§ 16 Abs. 2 WEG). Heraus müssen alle Posten, die keine Betriebskosten sind: die Vergütung des Verwalters, die Erhaltungsrücklage und Reparaturen (§ 1 Abs. 2 BetrKV). Abrechnen musst du innerhalb der Jahresfrist, auch wenn die Eigentümer über die Hausgeldabrechnung noch nicht beschlossen haben (BGH, 25.01.2017, VIII ZR 249/15).
Wann verjährt eine Nachzahlung oder ein Guthaben?
In drei Jahren (§ 195 BGB). Die Frist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem die Abrechnung bei dir angekommen ist, denn mit ihrem Zugang wird der Betrag fällig (§ 199 Abs. 1 BGB). Kam die Abrechnung für 2025 im Jahr 2026, verjährt eine Nachforderung also mit Ablauf des Jahres 2029. Für ein Guthaben gilt dieselbe Rechnung.
Mindert ein Mangel auch die Nebenkosten?
Ja. Die Minderung wird von der Bruttomiete berechnet, also von der Miete einschließlich der Vorauszahlung oder Pauschale für Nebenkosten (BGH, 20.07.2005, VIII ZR 347/04). Fällt etwa die Heizung aus, kürzt du den Betrag, den du insgesamt überweist. Welche Quoten Gerichte für typische Mängel angesetzt haben, zeigt der Mietminderung-Rechner.
Ich bekomme Grundsicherungsgeld. Wer zahlt die Nachzahlung?
Das Jobcenter, soweit deine Kosten für Unterkunft und Heizung angemessen sind (§ 22 Abs. 1 SGB II). Eine Nachzahlung, die während des Leistungsbezugs fällig wird, gehört zum Bedarf im Monat ihrer Fälligkeit, einen eigenen Antrag braucht es dafür nicht (BSG, 22.03.2010, B 4 AS 62/09 R). Reich die Abrechnung trotzdem gleich ein. Ein Guthaben mindert umgekehrt deine Leistungen im Monat nach der Gutschrift (§ 22 Abs. 3 SGB II). Was dir insgesamt zusteht, zeigt der Grundsicherungsgeld-Rechner.
Welches Gericht ist zuständig, und brauche ich einen Anwalt?
Streit aus einem Mietvertrag über Wohnraum gehört immer vor das Amtsgericht, unabhängig von der Höhe (§ 23 Nr. 2 a GVG). Einen Anwalt brauchst du dort nicht (§ 78 ZPO). Mietervereine prüfen Abrechnungen für ihre Mitglieder, was ein Anwalt kostet, zeigt der Anwaltskosten-Rechner.

Quellen

  1. § 556 BGB: Vereinbarung, Abrechnungs- und Einwendungsfrist, Belegeinsicht gesetze-im-internet.de
  2. § 556a BGB: Verteilerschlüssel, Wohnfläche als Standard, vermietete Eigentumswohnung gesetze-im-internet.de
  3. § 560 BGB: Pauschale und Anpassung der Vorauszahlungen gesetze-im-internet.de
  4. Betriebskostenverordnung, § 2: die 17 umlagefähigen Kostenarten gesetze-im-internet.de
  5. Heizkostenverordnung, § 7: 50 bis 70 % nach Verbrauch gesetze-im-internet.de
  6. Heizkostenverordnung, § 12: Kürzungsrecht gesetze-im-internet.de
  7. CO2-Kostenaufteilungsgesetz, Anlage: Stufenmodell gesetze-im-internet.de
  8. CO2-Kostenaufteilungsgesetz, § 5a: hälftige Teilung bei neuen Gas- und Ölheizungen gesetze-im-internet.de
  9. DEHSt: maßgebliche Zertifikatspreise 2026: Meldung vom 16.12.2025 dehst.de
  10. Deutscher Mieterbund: Betriebskostenspiegel: Abrechnungsjahr 2024, veröffentlicht 18. Dezember 2025 mieterbund.de
  11. BGH, Urteil vom 20.01.2016, VIII ZR 93/15: Mindestangaben einer Abrechnung bundesgerichtshof.de
  12. BGH, Urteil vom 07.02.2018, VIII ZR 189/17: Belegeinsicht vor der Zahlung bundesgerichtshof.de
  13. BGH, Urteil vom 06.07.2011, VIII ZR 340/10: Wirtschaftlichkeit und Beweislast bundesgerichtshof.de
  14. BGH, Urteil vom 28.09.2011, VIII ZR 294/10: Anpassung der Vorauszahlungen bundesgerichtshof.de
  15. BGH, Urteil vom 14.11.2007, VIII ZR 19/07: Zwischenablesung beim Auszug dejure.org
  16. BSG, Urteil vom 22.03.2010, B 4 AS 62/09 R: Nachzahlung im Leistungsbezug dejure.org

Passende Rechner