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So wird die Nebenkostenabrechnung berechnet
Über die Vorauszahlungen muss der Vermieter jedes Jahr abrechnen (§ 556 Abs. 3 BGB). Umlegen darf er nur Betriebskosten, die der Mietvertrag dir auferlegt. Der Satz, dass du „die Betriebskosten“ trägst, genügt dafür (BGH, 10.02.2016, VIII ZR 137/15).
| Regel | Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| Abrechnung beim Mieter spätestens | 12 Monate nach Ende des Zeitraums | § 556 Abs. 3 Satz 2 BGB |
| Einwände gegen die Abrechnung | bis 12 Monate nach Zugang | § 556 Abs. 3 Satz 5 BGB |
| Heiz- und Warmwasserkosten nach Verbrauch | 50 % bis 70 % | §§ 7, 8 HeizkostenV |
| Kürzung, wenn nicht nach Verbrauch abgerechnet wird | 15 % | § 12 HeizkostenV |
| CO2-Preis 2026 je Tonne, ohne Umsatzsteuer | 60 € | § 4 CO2KostAufG |
| Anteil des Vermieters an den CO2-Kosten | 0 % bis 95 % | Anlage CO2KostAufG |
| Betriebskosten im Schnitt 2024, je m² und Monat | 2,67 € | Betriebskostenspiegel DMB |
- Gesamtkosten je KostenartWas das ganze Haus im Abrechnungszeitraum gekostet hat, etwa die Grundsteuer laut Bescheid oder die Rechnung der Reinigungsfirma. Anteile, die nicht umlagefähig sind, darf der Vermieter vorher abziehen.
- VerteilerschlüsselEr bestimmt, welcher Teil auf deine Wohnung fällt. Ohne andere Vereinbarung ist das die Wohnfläche, für Heizung und Warmwasser gilt die Heizkostenverordnung.
- Dein AnteilGesamtkosten mal deine Einheiten geteilt durch alle Einheiten, bei der Fläche also deine Quadratmeter durch die aller Wohnungen.
- Vorauszahlungen abziehenBleibt ein Betrag übrig, zahlst du nach. Ist er negativ, bekommst du ihn als Guthaben zurück.
Dein Anteil = Gesamtkosten × deine Wohnfläche ÷ Wohnfläche aller Wohnungen
Was in einer korrekten Abrechnung stehen muss
Formell wirksam ist eine Abrechnung nur mit vier Angaben: den Gesamtkosten je Kostenart, dem Verteilerschlüssel, erläutert, wo er sich nicht von selbst versteht, deinem Anteil und dem Abzug deiner Vorauszahlungen (BGH, 20.01.2016, VIII ZR 93/15). Fehlt eine davon oder ist ein Schlüssel unverständlich, ist die Abrechnung formell unwirksam (BGH, 09.04.2008, VIII ZR 84/07). Dann wird keine Nachzahlung fällig, die Frist für deine Einwände beginnt nicht (BGH, 08.12.2010, VIII ZR 27/10), und eine solche Abrechnung wahrt auch die Jahresfrist des Vermieters nicht. Falsche Beträge oder Posten, die nicht umlagefähig sind, machen eine Abrechnung dagegen nur inhaltlich falsch. Die rügst du mit Einwänden.
§ 556 und § 556a BGB: was im Gesetz zu den Betriebskosten steht
Die Grundregeln zur Nebenkostenabrechnung stehen in drei Paragrafen des BGB: § 556 regelt, ob und wie abgerechnet wird, § 556a den Verteilerschlüssel und § 560, wie sich Pauschale und Vorauszahlung ändern lassen (siehe unten). Im Gesetz heißen die Nebenkosten Betriebskosten. Den Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de.
§ 556 BGB: Vereinbarung, Abrechnung und Fristen
| Vorschrift | Was drinsteht | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Abs. 1 | Die Parteien können vereinbaren, dass der Mieter Betriebskosten trägt: Kosten, die durch das Grundstück oder den Gebrauch des Gebäudes laufend entstehen. Welche, zählt die Betriebskostenverordnung auf. | Ohne Vereinbarung zahlst du keine. Einmalige Ausgaben wie Reparaturen gehören nicht dazu. |
| Abs. 2 | Betriebskosten können als Pauschale oder Vorauszahlung vereinbart werden, Vorauszahlungen nur in angemessener Höhe. | Über eine Pauschale wird nicht abgerechnet. |
| Abs. 3 Satz 1 | Über Vorauszahlungen ist jährlich abzurechnen, nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. | Der Zeitraum muss nicht das Kalenderjahr sein. |
| Abs. 3 Satz 2 und 3 | Abrechnung spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums, danach keine Nachforderung, außer der Vermieter hat die Verspätung nicht zu vertreten. | Kommt sie zu spät, zahlst du nichts nach, ein Guthaben bekommst du trotzdem. |
| Abs. 3 Satz 4 | Zu Teilabrechnungen ist der Vermieter nicht verpflichtet. | Beim Auszug kommt deine Abrechnung mit der fürs ganze Haus. |
| Abs. 3 Satz 5 und 6 | Einwendungen bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang, danach ausgeschlossen, außer der Mieter hat die Verspätung nicht zu vertreten. | Deine Frist läuft ab dem Tag, an dem die Abrechnung ankommt. |
| Abs. 3a | Ein Glasfaser-Bereitstellungsentgelt (§ 72 TKG) trägt der Mieter nur bei wirtschaftlicher Umsetzung. | Höchstens 60 € im Jahr und 540 € insgesamt. |
| Abs. 4 | Auf Verlangen Einsicht in die Belege, der Vermieter darf sie elektronisch bereitstellen. | Du darfst prüfen, bevor du zahlst. |
| Abs. 5 | Abweichungen zum Nachteil des Mieters von Abs. 1, Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 und 3a sind unwirksam. | Längere Fristen für den Vermieter oder kürzere für dich gelten nicht. |
§ 556a BGB: Verteilerschlüssel und Wohnfläche
| Vorschrift | Was drinsteht | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Abs. 1 Satz 1 | Ohne andere Vereinbarung wird nach dem Anteil der Wohnfläche umgelegt, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist. | Standard ist die Wohnfläche, für Heizung und Warmwasser geht die Heizkostenverordnung vor. |
| Abs. 1 Satz 2 | Kosten, deren Verbrauch oder Verursachung erfasst wird, werden danach verteilt. | Hat jede Wohnung einen Wasserzähler, zählt der Verbrauch. |
| Abs. 2 | Der Vermieter darf in Textform auf Verbrauch oder Verursachung umstellen, auch gegen den Vertrag, aber nur vor Beginn eines Abrechnungszeitraums. Steckten die Kosten in der Miete, sinkt sie. | Ohne deine Zustimmung, aber nie rückwirkend. |
| Abs. 3 | Bei einer vermieteten Eigentumswohnung gilt der Schlüssel der Eigentümergemeinschaft, außer er widerspricht billigem Ermessen. | Miteigentumsanteile können richtig sein. |
| Abs. 4 | Abweichungen von Abs. 2 zum Nachteil des Mieters sind unwirksam. | Der Vertrag kann davon nicht zu deinen Lasten abweichen. |
Nach Personen oder Wohnungen wird nur verteilt, wenn der Mietvertrag es vorsieht, üblich bei Wasser und Müll. Bei der Fläche zählt die tatsächliche Größe deiner Wohnung, auch wenn im Vertrag eine andere steht (BGH, 30.05.2018, VIII ZR 220/17). Die Gesamtfläche umfasst alle Wohnungen, auch leer stehende. Deren Anteil trägt der Vermieter, selbst bei Kosten wie Wasser, die mangels Zähler nach Fläche verteilt werden (BGH, 31.05.2006, VIII ZR 159/05). An den Kosten des Aufzugs darf der Vertrag auch Mieter im Erdgeschoss beteiligen (BGH, 20.09.2006, VIII ZR 103/06).
Beispielabrechnung und zwei Sonderfälle
Alle Zahlen rechnet derselbe Kern wie der Rechner oben. In der Beispielabrechnung entsprechen die Kosten des Hauses je Quadratmeter gerundet den Einzelwerten des Betriebskostenspiegels 2024, ohne Aufzug und Kabel. Die Wohnung hat 75 m² in einem Haus mit 600 m², Heizung und Warmwasser werden zu 70 % nach Verbrauch verteilt.
| Kostenart | Haus | Verteilerschlüssel | Dein Anteil |
|---|---|---|---|
| Grundsteuer | 1.300,00 € | Wohnfläche: 75 von 600 m² | 162,50 € |
| Wasser und Abwasser | 2.100,00 € | Wohnfläche: 75 von 600 m² | 262,50 € |
| Müll und Straßenreinigung | 1.450,00 € | Wohnfläche: 75 von 600 m² | 181,25 € |
| Hauswart, Reinigung, Garten | 4.100,00 € | Wohnfläche: 75 von 600 m² | 512,50 € |
| Gebäudeversicherung | 2.250,00 € | Wohnfläche: 75 von 600 m² | 281,25 € |
| Aufzug, Allgemeinstrom, Sonstiges | 1.200,00 € | Wohnfläche: 75 von 600 m² | 150,00 € |
| Heizung und Warmwasser: Grundkosten | 2.850,00 € | 30 % nach Fläche: 75 von 600 m² | 356,25 € |
| Heizung und Warmwasser: Verbrauchskosten | 6.650,00 € | 70 % nach Verbrauch: 1.100 von 8.000 Einheiten | 914,38 € |
| Deine Kosten im Jahr | 2.820,63 € | ||
| Deine Vorauszahlungen | 12 × 220 € | −2.640,00 € | |
| Nachzahlung | 180,63 € |
So sieht eine formell vollständige Abrechnung aus: Gesamtkosten, Schlüssel, Anteil und Vorauszahlungen. Die Wohnung hat 1.100 von 8.000 Verbrauchseinheiten, also etwas mehr, als ihrer Fläche entspricht.
Dasselbe Haus, Heizkosten wie im Rechner oben nach Fläche verteilt, aber nur 190 € Vorauszahlung im Monat. Die Abrechnung für 2024 landet erst im Februar 2026 im Briefkasten.
- Abrechnungszeitraum endet
- 31.12.2024
- Abrechnung musste da sein bis
- 31.12.2025
- Abrechnung kommt an
- 14.02.2026
- = zu spät um
- 45 Tage
- Nachforderung laut Abrechnung
- 457,50 €
- Du musst zahlen
- 0,00 €
Wäre ein Guthaben herausgekommen, müsste der Vermieter es trotzdem auszahlen. Die Nachforderung bliebe nur bestehen, wenn er die Verspätung nicht zu vertreten hätte.
Eine Wohnung mit 75 m² in einem Haus mit 1.000 m². Ihr Anteil am Verbrauch liegt mit 6,56 % unter ihrem Anteil an der Fläche von 7,5 %.
- Heiz- und Warmwasserkosten des Hauses
- 18.400 €
- 70 % nach Verbrauch: 12.880 € × 4.200 ÷ 64.000 Einheiten
- 845,25 €
- 30 % nach Fläche: 5.520 € × 75 ÷ 1.000 m²
- 414,00 €
- Dein Anteil bei 70 zu 30
- 1.259,25 €
- Zum Vergleich bei 50 zu 50
- 1.293,75 €
Wer wenig verbraucht, fährt mit dem höheren Verbrauchsanteil besser, hier um 34,50 € im Jahr. Den Schlüssel wählt der Vermieter innerhalb der Spanne. Ändern darf er ihn nur mit Wirkung zum Beginn eines Abrechnungszeitraums (§ 6 Abs. 4 HeizkostenV).
Umlagefähige Nebenkosten: die 17 Kostenarten nach § 2 BetrKV
Welche Kosten ein Vermieter umlegen darf, zählt § 2 der Betriebskostenverordnung auf, mit Nr. 17 als Auffangposten. Gemeint sind Kosten, die laufend für das Haus und das Grundstück entstehen (§ 1 BetrKV). Die Durchschnittswerte stammen aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds für 2024, ausgewertet aus Abrechnungen über rund 12,4 Millionen Quadratmeter.
| Nr. | Kostenart und was dazugehört | Schnitt je m² im Monat |
|---|---|---|
| 1 | Laufende öffentliche Lastenvor allem die Grundsteuer | 0,18 € |
| 2 | WasserversorgungWasser und Grundgebühren, Wasserzähler mit Eichung und Abrechnung, Wasseraufbereitung | 0,29 €Wasser und Abwasser zusammen |
| 3 | EntwässerungKanal- und Niederschlagswassergebühren, Entwässerungspumpe | –im Wert bei Nr. 2 enthalten |
| 4 | HeizungBrennstoff oder Fernwärme, Betriebsstrom, Wartung, Abgasmessung, Messdienst; bei Etagenheizungen Reinigung und Wartung | 1,32 €Heizung und Warmwasser zusammen, 0,46 € bis 2,18 € |
| 5 | Warmwasserzentrale Anlage oder Lieferung, Wartung von Warmwassergeräten | –im Wert bei Nr. 4 enthalten |
| 6 | Verbundene Heizungs- und Warmwasseranlageneine Anlage für beides | –im Wert bei Nr. 4 enthalten |
| 7 | AufzugStrom, Überwachung, Pflege, Prüfung, Reinigung | 0,20 € |
| 8 | Straßenreinigung und MüllbeseitigungGebühren, Müllschlucker, Müllmengenerfassung | 0,20 €Müll 0,16 €, Straße 0,04 € |
| 9 | Gebäudereinigung und UngezieferbekämpfungZugänge, Flure, Treppen, Keller, Waschküche, Fahrkorb des Aufzugs | 0,21 € |
| 10 | GartenpflegeGrünflächen, Pflanzen, Spielplätze, Wege und Zufahrten | 0,15 € |
| 11 | BeleuchtungStrom für Außenlicht, Treppenhaus und Keller | 0,06 € |
| 12 | SchornsteinreinigungKehrgebühren, soweit nicht schon bei der Heizung | 0,04 € |
| 13 | Sach- und HaftpflichtversicherungFeuer, Sturm, Wasser und andere Elementarschäden, Glas, Haftpflicht für Gebäude, Öltank und Aufzug | 0,31 € |
| 14 | HauswartLohn und Sozialbeiträge, ohne Reparaturen und Verwaltung | 0,37 €0,21 €, wenn Reinigung und Garten extra abgerechnet werden |
| 15 | Antenne, Breitband, GlasfaserBetriebsstrom und Prüfung, Kabelgebühren nur bis 30. Juni 2024, Glasfaser-Bereitstellungsentgelt | 0,07 € |
| 16 | WäschepflegeGemeinschaftswaschmaschine und Trockner: Strom, Wartung, Wasser | – |
| 17 | Sonstige Betriebskostennur, was der Mietvertrag einzeln nennt, etwa die Reinigung der Dachrinnen | 0,07 € |
Nr. = § 2 BetrKV. Durchschnitt über alle Abrechnungen: 2,67 € je m² im Monat. Fallen alle Kostenarten an, kommt der Mieterbund auf bis zu 3,68 €. Für Antennen- und Breitbandanlagen, die ab dem 1. Dezember 2021 errichtet wurden, gilt Nr. 15 Buchstabe a und b nicht mehr.
Was nicht in die Abrechnung gehört
- Verwaltung: Hausverwaltung, Buchhaltung und die Arbeit des Vermieters an der Abrechnung (§ 1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV). Die Gebühren des Messdienstes für Heizung und Wasser sind dagegen umlagefähig.
- Reparaturen und Instandhaltung, auch am Aufzug oder an der Heizung (§ 1 Abs. 2 Nr. 2 BetrKV). Beim Hauswart zählt nur der Teil seiner Arbeit, der keine Reparatur und keine Verwaltung ist (§ 2 Nr. 14).
- Miete für Rauchwarnmelder: Sie steht dem Kauf gleich und ist nicht umlagefähig (BGH, 11.05.2022, VIII ZR 379/20).
- Kabelfernsehen: Nutzungsentgelte und Grundgebühren sind seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr umlagefähig (§ 2 Nr. 15 BetrKV). Erlaubt bleiben der Betriebsstrom der Anlage und bei einem neuen Glasfaseranschluss ein Bereitstellungsentgelt von höchstens 60 € im Jahr und 540 € insgesamt (§ 72 TKG, § 556 Abs. 3a BGB).
- Versicherungen des Vermieters wie seine Hausrat- oder Rechtsschutzversicherung.
- Sonstige Kosten ohne Vereinbarung: Unter Nr. 17 fällt nur, was der Mietvertrag einzeln nennt (BGH, 07.04.2004, VIII ZR 167/03).
- Grünflächen für die Öffentlichkeit (BGH, 10.02.2016, VIII ZR 33/15). Einen gemeinsamen Garten zahlst du dagegen mit, auch wenn du ihn nicht nutzt. Flächen, die allein dem Vermieter oder anderen Mietern zustehen, gehören nicht dazu (BGH, 26.05.2004, VIII ZR 135/03).
Wann eine Position zu hoch ist
Der Vermieter muss wirtschaftlich handeln (§ 556 Abs. 3 Satz 1 BGB), also so, wie er es täte, wenn er die Kosten selbst tragen müsste. Liegt eine Position weit über dem Betriebskostenspiegel, lohnt ein Blick in die Belege. Vor Gericht reicht der Vergleich mit einem überregionalen Durchschnitt allein aber nicht: Du musst darlegen, dass der Vermieter unwirtschaftlich eingekauft hat (BGH, 06.07.2011, VIII ZR 340/10).
Warmmiete: Kaltmiete plus Nebenkosten
Die Warmmiete ist, was du jeden Monat überweist: die Kaltmiete ohne Betriebskosten, nach der sich etwa Mietspiegel und Kaution richten, plus die kalten Betriebskosten (zusammen die Bruttokaltmiete), plus Heizung und Warmwasser. Laut Betriebskostenspiegel entfielen 2024 von den 2,67 € je m² im Schnitt 1,32 € auf Heizung und Warmwasser, rechnerisch bleiben 1,35 € für die kalten Betriebskosten.
- Kaltmiete laut Vertrag
- 850,00 €
- Kalte Betriebskosten: 70 m² × 1,35 €
- +94,50 €
- Bruttokaltmiete
- 944,50 €
- Heizung und Warmwasser: 70 m² × 1,32 €
- +92,40 €
- Warmmiete im Monat
- 1.036,90 €
Ob die Vorauszahlungen reichen, zeigt erst die Abrechnung, die der Rechner oben nachrechnet.
| Wohnfläche | Kalte Betriebskosten | Heizung, Warmwasser | Zusammen im Monat | im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 40 m² | 54,00 € | 52,80 € | 106,80 € | 1.282 € |
| 60 m² | 81,00 € | 79,20 € | 160,20 € | 1.922 € |
| 80 m² | 108,00 € | 105,60 € | 213,60 € | 2.563 € |
| 100 m² | 135,00 € | 132,00 € | 267,00 € | 3.204 € |
Durchschnitt laut Betriebskostenspiegel 2024. Deine Warmmiete ist deine Kaltmiete plus diese Beträge. Wie weit dein Haus abweicht, hängt vor allem an Heizung und Gebäude: Allein für Heizung und Warmwasser reichte die Spanne von 0,46 € bis 2,18 € je m².
Heizkosten und CO2-Kosten richtig verteilt
In Häusern mit zentraler Heizung rechnet meist ein Messdienst Heizung und Warmwasser ab. Mindestens 50 und höchstens 70 % der Kosten werden nach Verbrauch verteilt, der Rest nach Fläche (§§ 7, 8 HeizkostenV). Die Verordnung geht dem Mietvertrag vor, außer in Häusern mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Vermieter eine selbst bewohnt (§ 2). Liefert eine Anlage Heizung und Warmwasser, werden die Kosten zuerst auf beides aufgeteilt. Die Wärme fürs Warmwasser muss ein Wärmezähler messen, nur wenn das unzumutbar ist, darf sie mit einer Formel bestimmt werden (§ 9 HeizkostenV).
Genau 70 % nach Verbrauch sind Pflicht, wenn das Haus den Wärmeschutz von 1994 nicht erreicht, mit Öl oder Gas heizt und die frei liegenden Leitungen überwiegend gedämmt sind (§ 7 Abs. 1 Satz 2). Ziehst du mitten im Jahr aus oder ein, wird zwischendurch abgelesen (§ 9b). Wie viel Energie deine Wohnung verbraucht und was das kostet, rechnet der Heizkosten-Rechner.
Kürzungsrecht: 15 % und 3 %
| Fehler in der Heizkostenabrechnung | Kürzung | Grundlage |
|---|---|---|
| Nicht nach Verbrauch abgerechnet, obwohl die Verordnung gilt | 15 % | § 12 Abs. 1 Satz 1 HeizkostenV |
| Keine fernablesbaren Zähler, obwohl sie Pflicht sindneue Geräte seit Dezember 2021, alte nachrüsten bis 31. Dezember 2026 | 3 % | § 12 Abs. 1 Satz 2, § 5 HeizkostenV |
| Pflichtinformationen fehlen, etwa die monatliche Verbrauchsinformation bei fernablesbaren Zählern | 3 % | § 12 Abs. 1 Satz 3, § 6a HeizkostenV |
| CO2-Anteil nicht ermittelt oder nicht ausgewiesen | 3 % | § 7 Abs. 4 CO2KostAufG |
Gekürzt wird dein Anteil an den Heizkosten. Die 15 % rechnet der Rechner oben ein, wenn du „Nach Verbrauch abgerechnet“ ausschaltest.
CO2-Kosten: das Stufenmodell
Seit 2023 teilen sich Vermieter und Mieter die CO2-Kosten, die in Gas, Heizöl und anderen fossilen Brennstoffen stecken, auch bei Fernwärme aus solchen Brennstoffen. Je mehr CO2 das Haus je Quadratmeter ausstößt, desto mehr zahlt der Vermieter. Maßgeblich ist der Ausstoß in Kilogramm je m² Wohnfläche und Jahr, auf eine Nachkommastelle gerundet (§ 5 CO2KostAufG).
| CO2 je m² und Jahr | Mieter | Vermieter |
|---|---|---|
| unter 12 kg | 100 % | 0 % |
| 12 bis unter 17 kg | 90 % | 10 % |
| 17 bis unter 22 kg | 80 % | 20 % |
| 22 bis unter 27 kg | 70 % | 30 % |
| 27 bis unter 32 kg | 60 % | 40 % |
| 32 bis unter 37 kg | 50 % | 50 % |
| 37 bis unter 42 kg | 40 % | 60 % |
| 42 bis unter 47 kg | 30 % | 70 % |
| 47 bis unter 52 kg | 20 % | 80 % |
| ab 52 kg | 5 % | 95 % |
Anlage zum CO2-Kostenaufteilungsgesetz, anzuwenden auf Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2023.
Der CO2-Preis beträgt 2026 60 € je Tonne, der Mittelwert des Korridors von 55 € bis 65 € (§ 4 CO2KostAufG). Mit Umsatzsteuer sind das 71,40 €. Für Fernwärme, soweit sie aus Anlagen im europäischen Emissionshandel stammt, gilt 73,86 €. Die Stufe, den Ausstoß und deinen Anteil muss der Vermieter in der Heizkostenabrechnung ausweisen (§ 7 Abs. 3), sonst darfst du deinen Heizkostenanteil um 3 % kürzen.
Das Haus aus der Beispielabrechnung mit 600 m² Wohnfläche. Laut Rechnungen des Gasversorgers hat die Heizung im Jahr 18.100 kg CO2 ausgestoßen.
- 18.100 kg CO2 ÷ 600 m² Wohnfläche
- 30,2 kg je m²
- Stufe 5 (27 bis unter 32 kg): Anteil des Vermieters
- 40 %
- CO2-Kosten: 18,1 t × 60 € plus 19 % Umsatzsteuer
- 1.292,34 €
- = davon trägt der Vermieter
- 516,94 €
- Entlastung für die Wohnung aus der Beispielabrechnung (13,38 % der Heizkosten)
- 69,14 €
Hast du eine eigene Gasetagenheizung und einen eigenen Liefervertrag, rechnest du die Stufe selbst aus und verlangst den Anteil des Vermieters innerhalb von zwölf Monaten nach der Rechnung des Versorgers in Textform zurück (§ 5 Abs. 3, § 6 Abs. 2 CO2KostAufG).
Wird seitdem eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Haus eingebaut, teilen sich Vermieter und Mieter ab dem 1. Januar 2028 die Gas-Netzentgelte und die CO2-Kosten je zur Hälfte, statt nach dem Stufenmodell. Ab dem 1. Januar 2029 kommen die Kosten für den vorgeschriebenen Anteil grüner Brennstoffe wie Biomethan oder Bioöl dazu, für einen Anteil bis 30 % des Brennstoffs (§ 5a CO2KostAufG, § 43 Gebäudemodernisierungsgesetz). Eine Härtefallregel entlastet unter engen Voraussetzungen Vermieter mit höchstens sechs Wohnungen (§ 5d).
Fristen, Einwände und Belegeinsicht
Bis wann der Vermieter abrechnen muss
Die Abrechnung muss spätestens zwölf Monate nach dem Ende des Abrechnungszeitraums bei dir sein (§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB), für das Jahr 2025 also bis zum 31. Dezember 2026. Es zählt der Tag, an dem sie ankommt, nicht das Datum auf dem Schreiben.
| Abrechnungszeitraum | Abrechnung spätestens bei dir |
|---|---|
| Kalenderjahr 2024 | 31. Dezember 2025 |
| Kalenderjahr 2025 | 31. Dezember 2026 |
| 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 | 30. Juni 2027 |
| Kalenderjahr 2026 | 31. Dezember 2027 |
Die Nachforderung bleibt nur, wenn der Vermieter die Verspätung nicht zu vertreten hat, etwa weil die Grundsteuer rückwirkend neu festgesetzt wurde. Einzelne Posten darf er dann nachberechnen, etwa mit einem Vorbehalt in der Abrechnung, aber nur alsbald, nachdem das Hindernis weggefallen ist (BGH, 12.12.2012, VIII ZR 264/12). Hast du eine verspätete Nachforderung schon bezahlt, kannst du das Geld zurückverlangen (BGH, 18.01.2006, VIII ZR 94/05). Rechnet der Vermieter bis zum Fristende gar nicht ab, darfst du die laufenden Vorauszahlungen zurückhalten, bis die Abrechnung da ist (BGH, 29.03.2006, VIII ZR 191/05). Bist du schon ausgezogen, kannst du dann alle Vorauszahlungen für den Zeitraum zurückfordern (BGH, 09.03.2005, VIII ZR 57/04).
Einwände: zwölf Monate ab Zugang
Fehler musst du dem Vermieter innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang der Abrechnung mitteilen (§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB), am besten schriftlich und Posten für Posten. Danach sind Einwände ausgeschlossen, außer du konntest für die Verspätung nichts. Ob die Frist am selben Kalendertag endet oder erst am Monatsende, wird unterschiedlich gesehen. Der Rechner nennt deshalb den früheren Tag: Kam die Abrechnung am 15. Juni 2026, sollte dein Schreiben bis zum 15. Juni 2027 beim Vermieter sein.
Die Nachzahlung selbst wird mit Zugang einer formell ordnungsgemäßen Abrechnung fällig, eine Prüffrist gibt es nicht (BGH, 08.03.2006, VIII ZR 78/05). Zahl den unstrittigen Teil deshalb am besten gleich.
Belegeinsicht
Du darfst die Rechnungen, Verträge und Bescheide einsehen, die der Abrechnung zugrunde liegen (§ 556 Abs. 4 BGB). Seit 2025 darf der Vermieter sie auch elektronisch bereitstellen. Die Einsicht umfasst die Zahlungsbelege (BGH, 09.12.2020, VIII ZR 118/19) und bei Verbrauchsabrechnungen die Ablesewerte der anderen Wohnungen (BGH, 07.02.2018, VIII ZR 189/17). Kopien kannst du in der Regel nicht verlangen, außer die Einsicht vor Ort ist dir nicht zuzumuten (BGH, 08.03.2006, VIII ZR 78/05). Solange der Vermieter dir die Einsicht verweigert, musst du die Nachzahlung nicht leisten (VIII ZR 189/17).
Vorauszahlung und Pauschale anpassen: § 560 BGB
Vorauszahlungen
Nach jeder Abrechnung kann jede Seite die Vorauszahlung per Erklärung in Textform auf eine angemessene Höhe setzen, eine E-Mail genügt (§ 560 Abs. 4 BGB). Maßstab ist die letzte Abrechnung. Konkret absehbare Preisänderungen dürfen einfließen, ein pauschaler Aufschlag von 10 % nicht (BGH, 28.09.2011, VIII ZR 294/10). In der Beispielabrechnung oben kostet die Wohnung 2.820,63 € im Jahr, angemessen wären also 235 € im Monat statt bisher 220 €. Hattest du ein hohes Guthaben, kannst du die Vorauszahlung genauso selbst senken.
Pauschale
Erhöhen darf der Vermieter eine Pauschale nur, wenn der Mietvertrag das vorsieht, per Erklärung in Textform, die den Grund nennt und erläutert (Abs. 1). Die Erhöhung gilt ab Beginn des übernächsten Monats, bei einer Erklärung am 15. Oktober 2026 also ab dem 1. Dezember 2026. Sind die Kosten rückwirkend gestiegen, wirkt sie auf den Zeitpunkt der Erhöhung zurück, höchstens bis zum Beginn des Vorjahres, sofern er binnen drei Monaten nach Kenntnis erklärt (Abs. 2). Sinken die Kosten, sinkt die Pauschale von da an, und er muss es dir unverzüglich mitteilen (Abs. 3). In beiden Fällen gilt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit (Abs. 5), Vereinbarungen zu deinem Nachteil sind unwirksam (Abs. 6).
Häufige Fragen
Ich ziehe aus. Wie läuft die Nebenkostenabrechnung dann?
Gilt die Mietpreisbremse auch für die Nebenkosten?
Kann ich Nebenkosten von der Steuer absetzen?
Die Grundsteuer ist mit der Reform gestiegen. Muss ich das zahlen?
Ich vermiete eine Eigentumswohnung. Kann ich die Hausgeldabrechnung weitergeben?
Wann verjährt eine Nachzahlung oder ein Guthaben?
Mindert ein Mangel auch die Nebenkosten?
Ich bekomme Grundsicherungsgeld. Wer zahlt die Nachzahlung?
Welches Gericht ist zuständig, und brauche ich einen Anwalt?
Quellen
- § 556 BGB: Vereinbarung, Abrechnungs- und Einwendungsfrist, Belegeinsicht gesetze-im-internet.de
- § 556a BGB: Verteilerschlüssel, Wohnfläche als Standard, vermietete Eigentumswohnung gesetze-im-internet.de
- § 560 BGB: Pauschale und Anpassung der Vorauszahlungen gesetze-im-internet.de
- Betriebskostenverordnung, § 2: die 17 umlagefähigen Kostenarten gesetze-im-internet.de
- Heizkostenverordnung, § 7: 50 bis 70 % nach Verbrauch gesetze-im-internet.de
- Heizkostenverordnung, § 12: Kürzungsrecht gesetze-im-internet.de
- CO2-Kostenaufteilungsgesetz, Anlage: Stufenmodell gesetze-im-internet.de
- CO2-Kostenaufteilungsgesetz, § 5a: hälftige Teilung bei neuen Gas- und Ölheizungen gesetze-im-internet.de
- DEHSt: maßgebliche Zertifikatspreise 2026: Meldung vom 16.12.2025 dehst.de
- Deutscher Mieterbund: Betriebskostenspiegel: Abrechnungsjahr 2024, veröffentlicht 18. Dezember 2025 mieterbund.de
- BGH, Urteil vom 20.01.2016, VIII ZR 93/15: Mindestangaben einer Abrechnung bundesgerichtshof.de
- BGH, Urteil vom 07.02.2018, VIII ZR 189/17: Belegeinsicht vor der Zahlung bundesgerichtshof.de
- BGH, Urteil vom 06.07.2011, VIII ZR 340/10: Wirtschaftlichkeit und Beweislast bundesgerichtshof.de
- BGH, Urteil vom 28.09.2011, VIII ZR 294/10: Anpassung der Vorauszahlungen bundesgerichtshof.de
- BGH, Urteil vom 14.11.2007, VIII ZR 19/07: Zwischenablesung beim Auszug dejure.org
- BSG, Urteil vom 22.03.2010, B 4 AS 62/09 R: Nachzahlung im Leistungsbezug dejure.org
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