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Mietkaution-Rechner 2026

Die Mietkaution darf höchstens drei Monatsmieten ohne Nebenkosten betragen, bei 850 € Kaltmiete also 2.550 €. So steht es in § 551 Abs. 1 BGB. Du darfst sie in drei Monatsraten zahlen, der Vermieter muss sie getrennt von seinem Vermögen anlegen, und die Zinsen gehören dir. Der Rechner zeigt Höchstbetrag, Raten und was die Kaution bis zum Auszug an Zinsen bringt.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Mietkaution-Rechner

Höchstens erlaubte Kaution

2.550,00 €

in drei Raten zu je 850,00 €

Bei 850,00 € Miete ohne Nebenkosten darf die Kaution höchstens 2.550,00 € betragen. Bleibt der Zins so, ist sie nach 5 Jahren mit Zinsen auf rund 2.644 € gewachsen.

Zinsen im 1. Jahr
18,61 €
Zinsen in 5 Jahren
94 €
Zurück beim Auszug
2.644 €

Die Zinsen gehören dir: Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Vermögen anlegen. Die Zinsen erhöhen die Kaution und stehen dir beim Auszug mit zu (§ 551 Abs. 3 BGB).

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. § 551 BGB Absatz für Absatz
  3. Wie hoch die Kaution sein darf
  4. In drei Raten zahlen
  5. Anlage und Zinsen
  6. Kautionskonto, Bürgschaft, Versicherung
  7. Rückzahlung nach dem Auszug
  8. Verkauf und Insolvenz
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

So rechnet der Mietkaution-Rechner

  1. Miete ohne BetriebskostenDie Kaltmiete aus dem Mietvertrag. Vorauszahlungen und Pauschalen für Betriebskosten und Heizung zählen nicht mit.
  2. Mal dreiDas ist die höchste Kaution, die der Vermieter verlangen darf. Fordert er mehr, trag seinen Betrag ein, dann zeigt der Rechner den Teil, der zu viel ist.
  3. ZinsenEinmal im Jahr gutgeschrieben und im Jahr darauf mitverzinst. Voreingestellt ist der Bundesbank-Durchschnitt für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist, 0,73 % im August 2026. Den Satz deines Kautionskontos kannst du selbst eintragen.

Höchste Kaution = Miete ohne Betriebskosten × 3

Rechenweg Kaution bei 850 € Kaltmiete, Schritt für Schritt

Eine Wohnung mit 70 m². Die Vorauszahlung entspricht dem Durchschnitt laut Betriebskostenspiegel des Mieterbunds für 2024: 70 m² × 2,67 € je m².

Warmmiete, die du jeden Monat überweist
1.036,90 €
Vorauszahlung für Betriebskosten und Heizung
−186,90 €
Miete ohne Betriebskosten
850,00 €
× 3 = höchstens erlaubte Kaution
2.550,00 €
Jede der 3 Raten
850,00 €
Zinsen im ersten Jahr bei 0,73 %
18,61 €
Kaution mit Zinsen nach 5 Jahren
2.644 €

Die Zinsen sind eine Vorschau mit gleichbleibendem Satz. Was tatsächlich anfällt, hängt vom Zins der Bank ab, bei der das Geld liegt.

§ 551 BGB: was im Gesetz zur Mietsicherheit steht

Das Gesetz spricht nicht von Kaution, sondern von Mietsicherheit. Die Regeln stehen in § 551 BGB unter der Überschrift „Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten“, verteilt auf vier Absätze. Den Wortlaut findest du auf gesetze-im-internet.de, dem Gesetzesportal des Bundesjustizministeriums. Was in jedem Absatz steht und was er für dich bedeutet:

VorschriftWas drinstehtWas das für dich heißt
Abs. 1Die Sicherheit darf höchstens das Dreifache der Miete für einen Monat betragen, ohne die als Pauschale oder Vorauszahlung ausgewiesenen Betriebskosten.Obergrenze sind drei Kaltmieten. Nur die Zinsen dürfen die Kaution über diese Grenze wachsen lassen, darauf verweist der Vorbehalt zu Absatz 3 Satz 4.
Abs. 2Ist eine Geldsumme vereinbart, darf der Mieter sie in drei gleichen monatlichen Teilzahlungen leisten. Die erste ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die weiteren mit den unmittelbar folgenden Mieten.Du musst die Kaution nicht auf einmal aufbringen, auch wenn der Vertrag das verlangt.
Abs. 3 Satz 1 und 2Der Vermieter legt das Geld bei einem Kreditinstitut zu dem Zins an, der für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblich ist. Eine andere Anlageform können beide vereinbaren.Ohne Absprache gilt das Sparbuch-Niveau. Für Fonds oder ein Depot braucht es deine Zustimmung.
Abs. 3 Satz 3 und 4In beiden Fällen muss die Anlage vom Vermögen des Vermieters getrennt sein. Die Erträge stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit.Die Zinsen gehören dir, du bekommst sie mit der Kaution zurück. Die Trennung schützt das Geld, wenn der Vermieter pleitegeht.
Abs. 3 Satz 5Bei Wohnraum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim muss der Vermieter nicht verzinsen.Getrennt anlegen muss er auch dort.
Abs. 4Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.Eine höhere Kaution, der Ausschluss der Raten oder ein Verzicht auf Zinsen im Vertrag gelten nicht.

Die Kaution sichert alle Ansprüche des Vermieters aus dem Mietverhältnis und seiner Abwicklung, auch solche, die erst nach dem Auszug fällig werden, etwa die Nachzahlung aus der letzten Nebenkostenabrechnung (BGH, 18.01.2006, VIII ZR 71/05). Typisch sind offene Mieten, Schäden an der Wohnung, die über normale Abnutzung hinausgehen, und Nachforderungen aus den Betriebskosten.

Drei Monatsmieten: wie hoch die Kaution sein darf

Maßgeblich ist die Miete ohne Betriebskosten, gleich ob diese als Vorauszahlung oder als Pauschale vereinbart sind (§ 551 Abs. 1 BGB). So hoch darf die Kaution bei typischen Kaltmieten werden, und so viel Zinsen kommen mit der Zeit dazu:

Miete ohne BetriebskostenKaution höchstensZinsen nach 5 Jahrennach 10 Jahren
400 €1.200 €44 €91 €
500 €1.500 €56 €113 €
600 €1.800 €67 €136 €
700 €2.100 €78 €158 €
850 €2.550 €94 €192 €
1.000 €3.000 €111 €226 €
1.200 €3.600 €133 €272 €
1.500 €4.500 €167 €340 €
2.000 €6.000 €222 €453 €

Zinsen bei 0,73 % im Jahr, dem Bundesbank-Durchschnitt im August 2026, jährlich gutgeschrieben und auf ganze Euro gerundet. Ändert sich der Zins, ändert sich auch der Betrag.

Welche Miete zählt

Es zählt die Miete, die bei der Vereinbarung über die Kaution galt. Steigt sie später, wächst die Obergrenze nicht mit, sinkt sie, schrumpft die Grenze nicht (BGH, 20.07.2005, VIII ZR 347/04). Auch eine Mietminderung wegen eines Mangels ändert nichts, mit einer Ausnahme: Hatte die Wohnung schon beim Abschluss einen Mangel, der sich nicht beheben lässt, etwa eine um mehr als zehn Prozent kleinere Fläche als im Vertrag angegeben, ist die geminderte Miete die Grundlage. Im Fall des BGH musste der Vermieter deshalb einen Teil der Kaution zurückzahlen. Wie viel Minderung eine zu kleine Wohnung bringt, rechnet der Mietminderung-Rechner.

Nach dem Wortlaut werden nur Betriebskosten abgezogen, die als Pauschale oder Vorauszahlung ausgewiesen sind. Bei einer Inklusivmiete, in der die Nebenkosten ohne eigenen Betrag stecken, ist deshalb die ganze Miete die Grundlage.

Wenn der Vermieter mehr verlangt

Eine Vereinbarung über mehr als drei Monatsmieten ist für den Teil über der Grenze unwirksam (§ 551 Abs. 4 BGB). Die Kaution in erlaubter Höhe schuldest du weiterhin. Was du zu viel gezahlt hast, kannst du zurückfordern, weil es dafür keinen Rechtsgrund gibt (§ 812 Abs. 1 BGB), so hat der BGH im Fall der zu kleinen Wohnung entschieden. Trag den verlangten Betrag oben im Rechner ein, dann siehst du, wie viel zu viel ist.

Kaution in drei Raten zahlen

Ist eine Barkaution vereinbart, darfst du sie in drei gleichen Monatsraten zahlen (§ 551 Abs. 2 BGB). Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die zweite und dritte jeweils zusammen mit der nächsten Miete. Das Recht hast du auch dann, wenn im Vertrag nichts davon steht.

Rechenbeispiel Raten bei 850 € Kaltmiete
1. Rate, zu Beginn des Mietverhältnisses
850,00 €
2. Rate, mit der nächsten Miete
850,00 €
3. Rate, mit der übernächsten Miete
850,00 €
Kaution insgesamt
2.550,00 €

Verlangt der Vertrag die ganze Kaution bei Einzug oder schon bei der Unterschrift, gilt diese Fälligkeitsregel nicht. Die Kaution selbst schuldest du trotzdem, eben in Raten (BGH, 25.06.2003, VIII ZR 344/02). Zahlst du bar, lass dir jede Rate quittieren (§ 368 BGB).

Erst das Konto, dann das Geld

Du darfst die Zahlung davon abhängig machen, dass der Vermieter dir ein insolvenzfestes Kautionskonto nennt, also ein Konto, das getrennt von seinem Vermögen geführt wird. Solange er das nicht tut, verletzt du deine Pflicht nicht. Die Kündigung, die der Vermieter im Fall des BGH auf die fehlende Kaution gestützt hatte, war deshalb unwirksam (BGH, 13.10.2010, VIII ZR 98/10).

Wenn die Kaution nicht gezahlt wird

Ist der Mieter mit der Kaution in Höhe von zwei Monatsmieten ohne Betriebskosten im Verzug, darf der Vermieter fristlos kündigen (§ 569 Abs. 2a BGB). Bei 850 € Kaltmiete sind das 1.700 €, also zwei der drei Raten. Eine Abmahnung oder Frist braucht er dafür nicht. Die Kündigung ist ausgeschlossen, wenn der Rückstand vorher bezahlt ist. Sie wird unwirksam, wenn der Vermieter spätestens zwei Monate nach Zustellung der Räumungsklage sein Geld bekommt oder sich eine öffentliche Stelle wie das Jobcenter zur Zahlung verpflichtet (§ 569 Abs. 2a Satz 4 mit Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 und § 543 Abs. 2 Satz 2 BGB).

Anlage und Zinsen: was der Vermieter mit dem Geld machen muss

Die Kaution gehört nicht zum Vermögen des Vermieters. Er muss sie getrennt davon bei einer Bank anlegen, etwa auf einem Mietkautionskonto, das er als Treuhänder für dich führt. Die Zinsen gehören dir und erhöhen die Kaution (§ 551 Abs. 3 BGB).

Welcher Zins üblich ist

Das Gesetz verlangt den Zins, der für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblich ist, eine feste Zahl nennt es nicht. Die Bundesbank meldet für solche Einlagen privater Haushalte im August 2026 einen Durchschnitt von 0,73 %. Darin stecken auch Sparverträge mit Treue- oder Wachstumsprämien. In den Preisaushängen von 14 Sparkassen, gelesen am 30. September 2026, reicht der Satz von 0,001 % bis 0,75 %, bei 7 von 14 sind es 0,10 % oder weniger. Die Einzelwerte stehen beim Sparbuch-Rechner. So viel bringt eine Kaution von 2.550 € mit beiden Sätzen:

MietdauerZinsen bei 0,73 %bei 0,10 %
1 Jahr19 €3 €
3 Jahre56 €8 €
5 Jahre94 €13 €
10 Jahre192 €26 €
20 Jahre399 €52 €

Zinsen jährlich gutgeschrieben und mitverzinst, Satz über die ganze Zeit gleich, auf ganze Euro gerundet.

Nachweis verlangen

Der Vermieter muss dir nachweisen, dass er die Kaution getrennt angelegt hat. Bleibt er den Nachweis schuldig, darfst du die laufende Miete bis zur Höhe der Kaution mit Zinsen zurückhalten (§ 273 BGB, BGH, 23.09.2009, VIII ZR 336/08). Die Zinsen schuldet er auch dann, wenn er das Geld gar nicht angelegt hat: Maßstab ist, was eine Anlage nach dem Gesetz gebracht hätte (ebenda).

Barkaution, Kautionskonto, Bürgschaft oder Kautionsversicherung

FormSo funktioniert esFür dich
BarkautionDu überweist, der Vermieter legt das Geld getrennt von seinem Vermögen anGeld ist gebunden, wird aber verzinst
Verpfändetes Sparbuch oder KautionskontoKonto auf deinen Namen, der Vermieter bekommt ein PfandrechtZinsen laufen auf deinem Konto, sicher auch bei einer Pleite des Vermieters
Bürgschaft von Eltern oder BankEin Dritter verspricht, für deine Schulden aus dem Mietvertrag einzustehenDein Konto bleibt frei, die Bank verlangt eine Gebühr, Eltern tragen das Risiko
Mietkautionsbürgschaft, oft Kautionsversicherung genanntEin Versicherer bürgt gegen eine jährliche GebührKein Geld gebunden, die Gebühr läuft bis zum Ende, und im Schadensfall holt sich der Versicherer das Geld von dir zurück

Welche Form gilt, bestimmt der Mietvertrag. Eine Bürgschaft statt Geld muss der Vermieter nur annehmen, wenn ihr das vereinbart habt.

Sparbuch oder Konto auf deinen Namen

Statt Geld zu überweisen, kannst du ein Sparbuch oder Konto auf deinen Namen eröffnen und es dem Vermieter verpfänden oder zur Sicherheit abtreten, wenn ihr das so vereinbart (BGH, 13.10.2010, VIII ZR 98/10). Wirksam wird die Verpfändung erst, wenn du sie der Bank anzeigst (§ 1280 BGB). Das Geld bleibt dein Guthaben, auch die Zinsen laufen bei dir auf.

Bürgschaft

Bei einer Bürgschaft verpflichtet sich ein Dritter gegenüber dem Vermieter, für deine Verbindlichkeiten aus dem Mietvertrag einzustehen (§ 765 BGB). Ist sie selbstschuldnerisch, kann sich der Vermieter direkt an den Bürgen halten, ohne vorher gegen dich vollstrecken zu müssen (§ 773 Abs. 1 Nr. 1 BGB). Die Grenze von drei Monatsmieten gilt auch für die Bürgschaft, Ausnahmen stehen bei den Fragen unten.

Mietkautionsbürgschaft: was sie kostet

Hier bürgt ein Versicherer oder eine Bank gegen eine jährliche Gebühr. Dein Geld bleibt frei, die Gebühr bekommst du aber nicht zurück, und Zinsen gibt es keine. Zahlt der Anbieter an den Vermieter, geht dessen Forderung auf ihn über, und er holt sich das Geld bei dir zurück (§ 774 Abs. 1 BGB). Rechne die Gebühr aus deinem Angebot gegen: Jeder Prozentpunkt der Bürgschaftssumme kostet bei 2.550 € Kaution 25,50 € im Jahr, in 5 Jahren 127,50 €. Eine Barkaution bringt in derselben Zeit 94 € Zinsen beim Bundesbank-Durchschnitt und 13 € beim häufigsten Satz der Sparkassen. Ob sich die Bürgschaft lohnt, hängt also an ihrer Gebühr und daran, was dein Geld in der Zwischenzeit sonst bringt.

Rückzahlung nach dem Auszug: Prüffrist, Einbehalt, Verzug

Eine feste Frist für die Rückzahlung steht nicht im Gesetz, und auch der BGH nennt keine. Nach dem Ende des Mietverhältnisses muss sich der Vermieter innerhalb einer angemessenen Frist erklären, ob und welche Ansprüche er noch erhebt. Ausdrücklich abrechnen muss er dafür nicht, es genügt etwa, dass er mit einer Forderung aufrechnet oder sie einklagt. Nach dem Auszug darf er die Kaution dabei auch für Forderungen verwenden, die du bestreitest (BGH, 24.07.2019, VIII ZR 141/17). Was danach übrig ist, muss er auszahlen, mit allen Zinsen.

Einbehalt für die Nebenkostenabrechnung

Steht noch eine Abrechnung der Betriebskosten aus und ist eine Nachzahlung zu erwarten, darf der Vermieter einen angemessenen Teil der Kaution behalten, bis seine Frist für diese Abrechnung abgelaufen ist (BGH, 18.01.2006, VIII ZR 71/05). Den Rest muss er nach der Prüfzeit auszahlen. Als Anhaltspunkt für die Höhe taugt die Nachzahlung aus der letzten Abrechnung.

Die Frist für die Abrechnung endet zwölf Monate nach dem Ende des Abrechnungszeitraums (§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB), eine eigene Abrechnung zum Auszugstag schuldet der Vermieter nicht (§ 556 Abs. 3 Satz 4 BGB). Ziehst du im Frühjahr 2026 aus und rechnet dein Vermieter nach Kalenderjahren ab, muss die Abrechnung für 2025 bis zum 31. Dezember 2026 bei dir sein, die für 2026 erst bis zum 31. Dezember 2027. Wie du die Abrechnung prüfst, zeigt der Nebenkosten-Rechner.

Was der Vermieter abziehen darf

Verrechnen darf er offene Mieten, Nachzahlungen aus den Betriebskosten und Schadensersatz für Schäden, die über die normale Abnutzung hinausgehen. Veränderungen durch vertragsgemäßes Wohnen musst du nicht ersetzen (§ 538 BGB). Seine Ansprüche wegen Schäden verjähren sechs Monate, nachdem er die Wohnung zurückbekommen hat (§ 548 Abs. 1 BGB). Gegen die Kaution aufrechnen darf er trotzdem noch, auch wenn er vor Ablauf der sechs Monate kein Geld statt der Reparatur verlangt hatte. So legt der BGH die Vereinbarung über die Kaution aus (BGH, 10.07.2024, VIII ZR 184/23).

Übergabeprotokoll

Ein gemeinsam unterschriebenes Protokoll bei der Rückgabe der Wohnung, mit Fotos und Zählerständen, ist der beste Beleg, wenn später über Schäden gestritten wird.

Wenn der Vermieter nicht zahlt

Ist die Prüfzeit vorbei, fordere die Kaution schriftlich und mit einer Frist zurück. Zahlt der Vermieter auf diese Mahnung nicht, kommt er in Verzug (§ 286 Abs. 1 BGB) und schuldet Verzugszinsen von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB). Der Basiszinssatz liegt seit dem 1. Juli 2026 bei 1,52 %, der Verzugszins also bei 6,52 % im Jahr. Für 2.550 €, die 90 Tage zu spät kommen, sind das 41,00 €. Andere Beträge und Zeiträume rechnet der Verzugszinsen-Rechner.

Hilft das nicht, kannst du einen Mahnbescheid beantragen, die Gerichtsgebühr dafür beträgt mindestens 38 €. Seine Zustellung hemmt die Verjährung (§ 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Für eine Klage aus einem Mietverhältnis über Wohnraum ist immer das Amtsgericht zuständig, unabhängig von der Höhe (§ 23 Nr. 2 a GVG), einen Anwalt brauchst du dort nicht (§ 78 ZPO).

Verkauf, Zwangsverwaltung, Insolvenz: wer die Kaution zurückzahlt

Wird die Wohnung verkauft, tritt der Käufer in die Rechte und Pflichten aus der Kaution ein. Bekommst du sie beim Auszug von ihm nicht, haftet der frühere Vermieter weiter (§ 566a BGB). Dasselbe gilt, wenn das Haus zwangsversteigert wird und ein Ersteher es übernimmt (§ 57 ZVG). Steht es unter Zwangsverwaltung, muss der Zwangsverwalter die Kaution anlegen, auch wenn er sie vom Vermieter nie bekommen hat, und dein Recht, die Miete zurückzuhalten, gilt ihm gegenüber genauso (BGH, 23.09.2009, VIII ZR 336/08).

Geht der Vermieter pleite, entscheidet die Anlage. Liegt die Kaution getrennt von seinem Vermögen auf einem Treuhandkonto, gehört sie nicht zur Insolvenzmasse, und du kannst sie herausverlangen (Aussonderung, § 47 InsO). Hat er sie mit seinem eigenen Geld vermischt, bist du nur Insolvenzgläubiger (§ 38 InsO) und bekommst eine Quote wie alle anderen Gläubiger (BGH, 20.12.2007, IX ZR 132/06). Getrennt angelegt ist die Kaution auch vor dem Zugriff anderer Gläubiger des Vermieters geschützt, das ist der Zweck der Trennung (BGH, 13.10.2010, VIII ZR 98/10). Lass dir den Nachweis deshalb gleich zu Beginn zeigen.

Häufige Fragen

Darf ich die Kaution mit den letzten Mieten verrechnen?
Nein. Aufrechnen kannst du nur mit einem Anspruch, der schon fällig ist (§ 387 BGB). Der Anspruch auf die Kaution wird aber erst fällig, wenn das Mietverhältnis vorbei ist und der Vermieter angemessene Zeit zur Prüfung hatte (BGH, 18.01.2006, VIII ZR 71/05). Behältst du die letzten Mieten ein, bist du mit der Miete im Verzug, schuldest Verzugszinsen und riskierst eine fristlose Kündigung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB).
Darf der Vermieter während der Mietzeit auf die Kaution zugreifen?
Nicht wegen Forderungen, die du bestreitest, etwa wenn er deine Mietminderung nicht anerkennt. Eine Klausel im Mietvertrag, die ihm das erlaubt, ist unwirksam, und du kannst verlangen, dass er das Geld wieder auf das Kautionskonto einzahlt (BGH, 07.05.2014, VIII ZR 234/13).
Darf der Vermieter Renovierungskosten von der Kaution abziehen?
Nur wenn dich der Mietvertrag wirksam zu Schönheitsreparaturen verpflichtet und du sie nicht gemacht hast. Eine solche Klausel im Formularvertrag ist unwirksam, wenn die Wohnung bei deinem Einzug unrenoviert oder renovierungsbedürftig war und du dafür keinen angemessenen Ausgleich bekommen hast (BGH, 18.03.2015, VIII ZR 185/14). Dass sie unrenoviert war, musst du beweisen, Fotos vom Einzug helfen dabei. Abnutzung durch normales Wohnen ersetzt du ohnehin nicht (§ 538 BGB).
Darf der Vermieter zusätzlich zur Kaution eine Bürgschaft verlangen?
Nicht über die Grenze hinaus. Die drei Monatsmieten gelten für alle Sicherheiten zusammen, Kaution und Bürgschaft dürfen gemeinsam nicht mehr ausmachen (§ 551 Abs. 1 BGB). Zwei Ausnahmen hat der BGH zugelassen: Bieten etwa die Eltern dem Vermieter von sich aus eine Bürgschaft an, damit der Mietvertrag zustande kommt, darf sie höher sein (BGH, 07.06.1990, IX ZR 16/90). Das gilt auch für eine Sicherheit, die jemand später stellt, um eine Kündigung wegen Mietrückständen abzuwenden (BGH, 10.04.2013, VIII ZR 379/12).
Muss ich eine Kaution zahlen, wenn im Mietvertrag keine steht?
Nein. § 551 BGB begrenzt die Kaution nur, eine Pflicht zur Sicherheit schafft er nicht. Er setzt voraus, dass der Mieter Sicherheit „zu leisten hat“, und das muss vereinbart sein, in aller Regel im Mietvertrag. Ohne Vereinbarung kann der Vermieter später keine Kaution nachfordern.
Gilt § 551 BGB auch für möblierte Zimmer und WGs?
Ja. Die Regeln zur Kaution gelten für jede Wohnraummiete, auch für möblierte Wohnungen, WG-Zimmer und Zimmer in der Wohnung des Vermieters. Die Ausnahmen in § 549 Abs. 2 BGB betreffen Mietpreisbremse, Mieterhöhung und Kündigungsschutz, nicht die Kaution. Eine zusätzliche Kaution für Möbel oder Küche darf nicht dazukommen, weil die Grenze für die Sicherheit insgesamt gilt.
Gilt die Grenze auch bei Gewerberäumen?
Nein. § 551 BGB gilt nur für Wohnraum, in der Liste der Vorschriften, die für Geschäftsräume entsprechend gelten, steht er nicht (§ 578 BGB). Bei Gewerbemietverträgen sind Höhe, Raten und Anlage der Kaution Verhandlungssache.
Übernimmt das Jobcenter die Mietkaution?
Bekommst du Grundsicherungsgeld, kann das Jobcenter am Ort der neuen Wohnung die Kaution übernehmen, wenn es das vorher zugesichert hat (§ 22 Abs. 6 SGB II). Die Zusicherung soll es geben, wenn der Umzug notwendig ist oder vom Jobcenter veranlasst wurde und du ohne sie in angemessener Zeit keine Wohnung findest. Die Kaution kommt dann in der Regel als Darlehen. Getilgt wird es, solange du Leistungen bekommst, indem das Jobcenter jeden Monat 5 % des Regelbedarfs einbehält, bei Alleinstehenden 28,15 € (§ 42a Abs. 2 SGB II). Bei 2.550 € Kaution dauert das 91 Monate, solange der Regelsatz gleich bleibt. Zahlt der Vermieter die Kaution zurück, wird der Rest des Darlehens sofort fällig (§ 42a Abs. 3 SGB II). Was dir sonst zusteht, zeigt der Grundsicherungsgeld-Rechner.
Wann verjährt der Anspruch auf die Kaution?
In drei Jahren (§ 195 BGB). Die Frist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch fällig geworden ist (§ 199 Abs. 1 BGB). Das ist nicht der Auszug, sondern der Zeitpunkt, zu dem die Prüfzeit des Vermieters abgelaufen ist und er keine Forderungen mehr hat, die er mit der Kaution verrechnen darf (BGH, 24.07.2019, VIII ZR 141/17).
Muss ich die Zinsen der Kaution versteuern?
Die Zinsen stehen dir zu und zählen zu deinen Kapitalerträgen. Liegt die Kaution auf einem Treuhandkonto des Vermieters, kann die Bank deinen Freistellungsauftrag dort nicht berücksichtigen, weil das Konto nicht auf deinen Namen läuft (§ 44a Abs. 6 EStG, BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer vom 14. Mai 2025, Rn. 153). Sie behält deshalb Kapitalertragsteuer ein. Hast du deinen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr nicht ausgeschöpft, holst du dir die Steuer mit der Steuererklärung zurück (§ 32d Abs. 4 EStG). Dafür brauchst du die Steuerbescheinigung der Bank, die das Kautionskonto führt.

Quellen

  1. § 551 BGB: Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten, Wortlaut aller vier Absätze gesetze-im-internet.de
  2. § 569 BGB: Abs. 2a: fristlose Kündigung bei Verzug mit der Kaution gesetze-im-internet.de
  3. § 566a BGB: Kaution beim Verkauf der Wohnung gesetze-im-internet.de
  4. § 548 BGB: sechs Monate Verjährung für Ersatzansprüche des Vermieters gesetze-im-internet.de
  5. § 22 SGB II: Abs. 6: Mietkaution vom Jobcenter gesetze-im-internet.de
  6. BGH, Urteil vom 18.01.2006, VIII ZR 71/05: Einbehalt bis zur Betriebskostenabrechnung dejure.org
  7. BGH, Urteil vom 24.07.2019, VIII ZR 141/17: Abrechnung über die Kaution, Aufrechnung nach Mietende dejure.org
  8. BGH, Urteil vom 10.07.2024, VIII ZR 184/23: Aufrechnung mit verjährten Schadensersatzansprüchen bundesgerichtshof.de
  9. BGH, Urteil vom 07.05.2014, VIII ZR 234/13: kein Zugriff während der Mietzeit wegen streitiger Forderungen bundesgerichtshof.de
  10. BGH, Urteil vom 13.10.2010, VIII ZR 98/10: Kaution erst auf ein insolvenzfestes Konto lexetius.com
  11. BGH, Urteil vom 23.09.2009, VIII ZR 336/08: Zurückbehaltungsrecht an der Miete, Zwangsverwalter lexetius.com
  12. BGH, Urteil vom 20.07.2005, VIII ZR 347/04: maßgebliche Miete für die Obergrenze bundesgerichtshof.de
  13. BGH, Urteil vom 20.12.2007, IX ZR 132/06: Kaution in der Insolvenz des Vermieters dejure.org
  14. Bundesbank: Spareinlagen mit 3-monatiger Kündigungsfrist: Durchschnittszins, Stand August 2026 bundesbank.de
  15. BMF: Einzelfragen zur Abgeltungsteuer vom 14.05.2025: Rn. 153: kein Freistellungsauftrag für Treuhandkonten bundesfinanzministerium.de
  16. Deutscher Mieterbund: Betriebskostenspiegel: Abrechnungsjahr 2024, Vorauszahlung im Rechenweg mieterbund.de

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