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Anwaltskosten-Rechner 2026

Bei 5.000 € Streitwert kostet ein Anwaltsschreiben an die Gegenseite 572,21 €, eine Klage mit Gerichtstermin 1.078,44 €. Beide Beträge enthalten die Auslagenpauschale und 19 % Umsatzsteuer. Die Anwaltsgebühren stehen im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und hängen vom Gegenstandswert ab. Der Rechner stellt die Rechnung so auf, wie dein Anwalt sie schreiben muss, mit jeder Gebühr einzeln.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Anwaltskosten-Rechner

Anwaltskosten brutto

572,21 €

1,0-Gebühr 354,50 € · netto 480,85 € · Umsatzsteuer 91,36 €

Bei 5.000 € Gegenstandswert und einer 1,3-Geschäftsgebühr kostet die außergerichtliche Vertretung 572,21 €, mit Auslagenpauschale und 19 % Umsatzsteuer.

1,0-Gebühr
354,50 €
Netto
480,85 €
USt 19 %
91,36 €

So sieht die Rechnung aus

Außergerichtliche Vertretung

Nr. VVPostenSatzBetrag
2300Geschäftsgebühr1,3460,85 €
7002Auslagenpauschale Post und Telekommunikation20,00 €
7008Umsatzsteuer 19 %91,36 €
Summe brutto572,21 €

Wer zahlt: Wer den Prozess verliert, trägt die Gerichtskosten und die gesetzlichen Anwaltskosten der Gegenseite (§ 91 ZPO). Ausnahme Arbeitsgericht: In der ersten Instanz zahlt jede Seite ihren Anwalt selbst (§ 12a ArbGG). Außergerichtliche Anwaltskosten muss der Gegner nur ersetzen, wenn er schon in Verzug war oder dir aus einem anderen Grund Schadensersatz schuldet.

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. RVG-Gebührentabelle
  3. Kosten nach Streitwert
  4. Gebührenarten
  5. Zwei Rechenbeispiele
  6. Klageverfahren und Kostenrisiko
  7. Wer die Kosten trägt
  8. Verkehrsrecht
  9. Erstberatung und Honorar
  10. Beratungs- und Prozesskostenhilfe
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

So berechnest du Anwaltskosten nach RVG

Ohne Honorarvereinbarung gilt das RVG. Jede Gebühr ist ein fester Satz einer Grundgebühr, und die hängt nur vom Wert der Sache ab. Darauf muss dich der Anwalt hinweisen, bevor er den Auftrag annimmt (§ 49b Abs. 5 BRAO).

  1. GegenstandswertBei einer Geldforderung ist das der geforderte Betrag. Im Prozess gilt der Streitwert, nach dem auch das Gericht abrechnet (§ 23 Abs. 1 RVG). Fehlen Anhaltspunkte, etwa bei nichtvermögensrechtlichen Sachen, nimmt man 5.000 € an (§ 23 Abs. 3 Satz 2 RVG).
  2. 1,0-Gebühr aus der Tabelle§ 13 RVG ordnet jedem Wert eine volle Gebühr zu, bei 5.000 € sind es 354,50 €.
  3. Satz aus dem VergütungsverzeichnisFür den Brief an die Gegenseite gilt im Normalfall 1,3, für eine Klage 1,3 Verfahrens- und 1,2 Terminsgebühr. Jede Gebühr beträgt mindestens 15 €.
  4. Auslagen und UmsatzsteuerJe Angelegenheit kommt die Pauschale für Post und Telefon dazu, 20 % der Gebühren, höchstens 20 €. Auf alles fallen 19 % Umsatzsteuer an.

Gebühr = 1,0-Gebühr aus der Tabelle × Satz

Rechenweg Anwaltsschreiben wegen 5.000 €, Schritt für Schritt

Jemand schuldet dir 5.000 € und zahlt nicht. Dein Anwalt fordert ihn schriftlich zur Zahlung auf, die Sache ist durchschnittlich.

Gegenstandswert bis 500 €
51,50 €
+ 3 × 41,50 € für je angefangene 500 € bis 2.000 €
+124,50 €
+ 3 × 59,50 € für je angefangene 1.000 € bis 5.000 €
+178,50 €
= 1,0-Gebühr nach § 13 RVG
354,50 €
Geschäftsgebühr 1,3 (Nr. 2300)
460,85 €
Pauschale für Post und Telefon (Nr. 7002)
20,00 €
= netto
480,85 €
Umsatzsteuer 19 % (Nr. 7008)
91,36 €
Rechnung brutto
572,21 €

Einigt ihr euch dabei mit der Gegenseite, kommt die Einigungsgebühr von 1,5 dazu. Dann sind es 1.204,99 €.

Wo die Geschäftsgebühr im Rahmen liegt, bestimmt der Anwalt nach Umfang und Schwierigkeit der Arbeit, der Bedeutung der Sache und deinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen (§ 14 Abs. 1 RVG). Für einen durchschnittlichen Fall ist 1,3 die Obergrenze, der Rechner startet mit diesem Wert.

RVG-Gebührentabelle 2026 (Anlage 2 zu § 13 RVG)

Die Tabelle steigt in Stufen. Bis 500 € beträgt die 1,0-Gebühr 51,50 €. Bis 2.000 € kommen je angefangene 500 € 41,50 € dazu, bis 10.000 € je angefangene 1.000 € 59,50 €. Danach werden die Stufen breiter. Deshalb wird der Anwalt im Verhältnis zum Streitwert billiger: Bei 5.000 € macht die 1,0-Gebühr 7,09 % des Werts aus, bei 500.000 € nur noch 0,75 %.

Gegenstandswert bis1,0-Gebühr1,3 Geschäfts- oder Verfahrensgebühr1,2 Terminsgebühr
500 €51,50 €66,95 €61,80 €
1.000 €93,00 €120,90 €111,60 €
1.500 €134,50 €174,85 €161,40 €
2.000 €176,00 €228,80 €211,20 €
3.000 €235,50 €306,15 €282,60 €
4.000 €295,00 €383,50 €354,00 €
5.000 €354,50 €460,85 €425,40 €
6.000 €414,00 €538,20 €496,80 €
7.000 €473,50 €615,55 €568,20 €
8.000 €533,00 €692,90 €639,60 €
9.000 €592,50 €770,25 €711,00 €
10.000 €652,00 €847,60 €782,40 €
13.000 €707,00 €919,10 €848,40 €
16.000 €762,00 €990,60 €914,40 €
19.000 €817,00 €1.062,10 €980,40 €
22.000 €872,00 €1.133,60 €1.046,40 €
25.000 €927,00 €1.205,10 €1.112,40 €
30.000 €1.013,00 €1.316,90 €1.215,60 €
35.000 €1.099,00 €1.428,70 €1.318,80 €
40.000 €1.185,00 €1.540,50 €1.422,00 €
45.000 €1.271,00 €1.652,30 €1.525,20 €
50.000 €1.357,00 €1.764,10 €1.628,40 €
65.000 €1.456,50 €1.893,45 €1.747,80 €
80.000 €1.556,00 €2.022,80 €1.867,20 €
110.000 €1.755,00 €2.281,50 €2.106,00 €
200.000 €2.352,00 €3.057,60 €2.822,40 €
290.000 €2.772,00 €3.603,60 €3.326,40 €
500.000 €3.752,00 €4.877,60 €4.502,40 €

Netto, aus Anlage 2 zu § 13 RVG in der Fassung seit 1. Juni 2025, bis 50.000 € mit allen Stufen. Über 500.000 € steigt die 1,0-Gebühr je angefangene 50.000 € um 175 €. Der Wert ist je Angelegenheit auf 30.000.000 € begrenzt (§ 22 Abs. 2 RVG).

Anwaltskosten nach Streitwert: was am Ende auf der Rechnung steht

Die Tabelle oben zeigt einzelne Gebühren. So viel kostet dein Anwalt insgesamt, mit Auslagenpauschale und Umsatzsteuer:

StreitwertBrief, 1,3Klage mit TerminKlage mit VergleichBrief, dann Klage
500 €95,60 €177,01 €238,30 €232,77 €
1.000 €167,67 €300,48 €411,15 €396,21 €
2.000 €296,07 €547,40 €756,84 €707,33 €
3.000 €388,12 €724,41 €1.004,66 €930,37 €
5.000 €572,21 €1.078,44 €1.500,29 €1.376,44 €
10.000 €1.032,44 €1.963,50 €2.739,38 €2.491,62 €
15.000 €1.202,61 €2.290,75 €3.197,53 €2.903,95 €
25.000 €1.457,87 €2.781,63 €3.884,76 €3.522,46 €
50.000 €2.123,08 €4.060,88 €5.675,71 €5.134,32 €
100.000 €2.738,79 €5.244,93 €7.333,38 €6.626,22 €

Brutto, ein Auftraggeber, gerechnet mit dem Rechner oben. Klage mit Vergleich: 1,3 + 1,2 + 1,0. In der letzten Spalte stehen beide Rechnungen zusammen, die Anrechnung ist schon abgezogen. Bei jeder Klage kommen die Gerichtskosten dazu, siehe Kostenrisiko.

Gebührenarten: Geschäfts-, Verfahrens-, Termins- und Einigungsgebühr

GebührHöheGrundlage
Geschäftsgebühr für die außergerichtliche Vertretung0,5 bis 2,5Nr. 2300 VV RVG
Einigungsgebühr ohne Gericht1,5Nr. 1000 VV RVG
Verfahrensgebühr, Klage in erster Instanz1,3Nr. 3100 VV RVG
Verfahrensgebühr, wenn der Auftrag vor der Klage endet0,8Nr. 3101 VV RVG
Terminsgebühr in erster Instanz1,2Nr. 3104 VV RVG
Terminsgebühr, wenn nur ein Versäumnisurteil beantragt wird0,5Nr. 3105 VV RVG
Einigungsgebühr im laufenden Prozess1,0Nr. 1003 VV RVG
Erhöhung je weiterem Auftraggeber, zusammen höchstens 2,00,3Nr. 1008 VV RVG
Pauschale für Post und Telefon, je Angelegenheit20 %, höchstens 20 €Nr. 7002 VV RVG

Jede Nummer ist mit dem Vergütungsverzeichnis auf gesetze-im-internet.de verlinkt.

Geschäftsgebühr: außergerichtliche Vertretung

Schreibt dein Anwalt die Gegenseite an, verhandelt er mit ihr oder entwirft er einen Vertrag, entsteht die Geschäftsgebühr (Nr. 2300 VV RVG). Mehr als 1,3 darf er nur verlangen, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. So wirkt der Satz bei 5.000 €:

SatzWannBrutto
0,3nur ein einfaches Schreiben ohne schwierige rechtliche Ausführungen (Nr. 2301)150,36 €
0,5Untergrenze, beim Inkasso einer unbestrittenen Forderung im einfachen Fall, etwa bei Zahlung binnen zwei Wochen234,73 €
0,9Inkasso unbestrittener Forderungen ohne besonderen Aufwand403,47 €
1,3Obergrenze für eine durchschnittliche Sache572,21 €
2,0nur bei umfangreicher oder schwieriger Tätigkeit867,51 €
2,5Obergrenze des Rahmens1.078,44 €

Verfahrens-, Termins- und Einigungsgebühr vor Gericht

Sobald dein Anwalt mit dem Auftrag zur Klage tätig wird, entsteht die Verfahrensgebühr von 1,3. Endet der Auftrag, bevor er die Klage einreicht oder einen Termin wahrnimmt, sind es nur 0,8 (Nr. 3101). Die Terminsgebühr von 1,2 gibt es für den Gerichtstermin und für Besprechungen, die einen Prozess vermeiden oder beenden sollen (Vorbemerkung 3 Abs. 3). Sie entsteht auch ohne Verhandlung, wenn sich die Parteien im Verfahren einigen oder das Gericht etwa ein Anerkenntnisurteil ohne Termin erlässt (Nr. 3104 Anm. Abs. 1).

Die Einigungsgebühr verdient der Anwalt, wenn er an einem Vergleich mitwirkt: 1,5 außergerichtlich, 1,0 im laufenden Prozess. Erkennt die Gegenseite deine Forderung nur an oder verzichtest du auf sie, entsteht sie nicht (Nr. 1000 Anm. Abs. 1).

Brief und Klage sind zwei Angelegenheiten mit zwei Rechnungen. Klagt derselbe Anwalt, nachdem sein Brief nichts gebracht hat, wird die Geschäftsgebühr zur Hälfte auf die Verfahrensgebühr angerechnet, höchstens mit 0,75 (Vorbemerkung 3 Abs. 4). Die Auslagenpauschale fällt trotzdem zweimal an. Daneben darf der Anwalt Reisekosten und Kopien abrechnen, wenn sie anfallen (Nr. 7000 bis 7006).

Zwei Rechenbeispiele: Klage nach dem Brief und Vergleich

Rechenbeispiel Brief bleibt erfolglos, Klage über dieselben 5.000 €

Die Gegenseite zahlt trotz des Briefs aus dem Rechenweg oben nicht. Dein Anwalt klagt beim Amtsgericht und nimmt den Termin wahr. Das ist eine neue Angelegenheit mit eigener Rechnung.

Verfahrensgebühr 1,3 (Nr. 3100)
460,85 €
Terminsgebühr 1,2 (Nr. 3104)
425,40 €
Anrechnung der halben Geschäftsgebühr (0,65)
−230,43 €
Pauschale für Post und Telefon (Nr. 7002)
20,00 €
= netto
675,82 €
Umsatzsteuer 19 % (Nr. 7008)
128,41 €
Rechnung brutto
804,23 €

Brief und Klage kosten zusammen 1.376,44 €. Ohne die Anrechnung wären es 1.650,65 €. Die Gerichtskosten kommen dazu.

Rechenbeispiel Klage über 25.000 € endet mit Vergleich

Bei 25.000 € ist das Landgericht zuständig, dort brauchst du einen Anwalt. Im Termin einigen sich beide Seiten auf einen Vergleich. Die 1,0-Gebühr beträgt 927,00 €.

Verfahrensgebühr 1,3 (Nr. 3100)
1.205,10 €
Terminsgebühr 1,2 (Nr. 3104)
1.112,40 €
Einigungsgebühr im Prozess 1,0 (Nr. 1003)
927,00 €
Pauschale für Post und Telefon (Nr. 7002)
20,00 €
= netto
3.264,50 €
Umsatzsteuer 19 % (Nr. 7008)
620,26 €
Rechnung brutto
3.884,76 €

Regelt der Vergleich die Kosten nicht, trägt jede Seite ihren Anwalt selbst, und die Gerichtskosten werden geteilt (§ 98 und § 92 Abs. 1 ZPO).

Klageverfahren nach RVG 2026: Instanzen und Kostenrisiko

Im Prozess kostet nicht nur dein Anwalt Geld. Das Gericht nimmt für eine Klage in erster Instanz 3,0 Gebühren nach dem Gerichtskostengesetz (Nr. 1210 KV GKG). Endet sie mit Vergleich, Anerkenntnisurteil oder rechtzeitiger Klagerücknahme, ermäßigt sich das auf 1,0 (Nr. 1211). Die Gebühr zahlt der Kläger vorab, sonst wird die Klage nicht zugestellt (§ 12 Abs. 1 GKG). Wer verliert, trägt am Ende alles:

StreitwertGerichtEin AnwaltWer verliert, zahltDein Anteil bei Vergleich
1.000 €183,00 €300,48 €783,96 €441,65 €
2.000 €309,00 €547,40 €1.403,80 €808,34 €
5.000 €511,50 €1.078,44 €2.668,38 €1.585,54 €
10.000 €849,00 €1.963,50 €4.776,00 €2.880,88 €
25.000 €1.306,50 €2.781,63 €6.869,76 €4.102,51 €
50.000 €1.914,00 €4.060,88 €10.035,76 €5.994,71 €

Erste Instanz mit Termin, beide Seiten mit Anwalt, brutto. Wer verliert, zahlt Gericht und beide Anwälte. Beim Vergleich zahlt jede Seite ihren Anwalt mit Einigungsgebühr und die Hälfte der ermäßigten Gerichtsgebühr. Zeugen und Gutachten kommen dazu.

In den höheren Instanzen steigen beide Seiten der Rechnung. Bei 25.000 € Streitwert:

RechtszugSätze AnwaltDein AnwaltGerichtGebühren Gericht
Erste Instanz1,3 + 1,2 (Nr. 3100, 3104)2.781,63 €1.306,50 €3,0 (Nr. 1210)
Berufung1,6 + 1,2 (Nr. 3200, 3202)3.112,56 €1.742,00 €4,0 (Nr. 1220)
Revision beim BGH2,3 + 1,5 (Nr. 3208, 3210)4.215,69 €2.177,50 €5,0 (Nr. 1230)

Dein Anwalt brutto mit Pauschale und Umsatzsteuer, Gericht nach dem Kostenverzeichnis des GKG. Eine Revision gibt es nur, wenn sie zugelassen ist (§ 543 ZPO), am BGH dürfen nur dort zugelassene Anwälte auftreten (§ 78 Abs. 1 ZPO).

Erscheint die Gegenseite nicht und beantragt dein Anwalt nur ein Versäumnisurteil, bekommt er für diesen Termin 0,5 statt 1,2 (Nr. 3105 VV RVG). Wie viel eine Rechtsschutzversicherung davon übernehmen würde, rechnet der Rechtsschutz-Rechner.

Wer die Kosten trägt: Erstattung durch den Gegner

Im Zivilprozess zahlt, wer verliert. Die unterlegene Seite trägt die Gerichtskosten und erstattet dem Gegner seine gesetzlichen Anwaltsgebühren und Auslagen (§ 91 Abs. 1 und 2 ZPO). Ein vereinbartes Honorar über dem RVG bekommst du auch nach einem Sieg nicht ersetzt. Gewinnst du nur zum Teil, werden die Kosten geteilt oder gegeneinander aufgehoben (§ 92 ZPO). Bei einem Vergleich gelten sie als gegeneinander aufgehoben, wenn ihr nichts anderes vereinbart (§ 98 ZPO).

Vor dem Arbeitsgericht ist es anders: In der ersten Instanz zahlt jede Seite ihren Anwalt selbst, auch wer gewinnt (§ 12a Abs. 1 ArbGG). Darauf muss dich der Anwalt hinweisen, bevor du ihn beauftragst. Bei einer Kündigungsschutzklage mit 3.500 € Monatsgehalt und dem höchsten Streitwert sind das 2.127,13 €.

Außergerichtlich ersetzt der Gegner deine Anwaltskosten nur, wenn er sie als Schaden schuldet, meist weil er schon in Verzug war (§§ 280, 286 BGB). In Verzug kommt er durch eine Mahnung, ohne Mahnung etwa bei einem festen Zahlungstermin. Schreibt erst dein Anwalt die allererste Mahnung, bleibst du in der Regel auf diesen Kosten sitzen. Die Verzugszinsen rechnet der Mahnung-Rechner aus.

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt im versicherten Bereich in der Regel deinen Anwalt nach RVG, die Gerichtskosten und nach einer Niederlage die Kosten der Gegenseite. Wartezeit und Selbstbeteiligung stehen in deinem Vertrag. Hol dir die Deckungszusage, bevor der Anwalt loslegt.

Anwaltskosten im Verkehrsrecht: Unfall und Bußgeldbescheid

Nach einem Unfall

Hat der andere den Unfall verursacht, gehören deine Anwaltskosten zum Schaden, den er ersetzen muss, soweit der Anwalt aus deiner Sicht erforderlich und zweckmäßig war. Gegenstandswert ist der Schadensersatz, der dir tatsächlich zusteht, nach einem Totalschaden also der Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert (BGH, Urteil vom 18. Juli 2017, VI ZR 465/16). Den Anspruch richtest du direkt an die Kfz-Haftpflichtversicherung des Gegners (§ 115 Abs. 1 VVG). Bei 6.000 € Schaden kostet die Regulierung mit 1,3-Geschäftsgebühr 664,26 €. Verlangst du mehr, als dir zusteht, etwa trotz Mitschuld, trägst du die Kosten für den Mehrbetrag selbst.

Bußgeldbescheid

Im Bußgeldverfahren rechnet der Anwalt nicht nach Streitwert, sondern mit Rahmengebühren aus Teil 5 des Vergütungsverzeichnisses. Wie hoch die Gebühr im Rahmen ausfällt, bestimmt er nach § 14 RVG, die Höhe der Geldbuße entscheidet über die Stufe:

GebührRahmenMitteVV RVG
Grundgebühr für die Einarbeitung, einmal36 € bis 204 €120,00 €Nr. 5100
Verfahrensgebühr vor der Bußgeldbehörde, Geldbuße unter 80 €24 € bis 132 €78,00 €Nr. 5101
Verfahrensgebühr vor der Bußgeldbehörde, Geldbuße 80 € bis 5.000 €36 € bis 348 €192,00 €Nr. 5103
Verfahrensgebühr beim Amtsgericht, Geldbuße 80 € bis 5.000 €36 € bis 348 €192,00 €Nr. 5109
Terminsgebühr je Hauptverhandlungstag, gleiche Stufe48 € bis 564 €306,00 €Nr. 5110

Netto, Wahlanwalt. Verfahren vor der Behörde und vor Gericht sind zwei Angelegenheiten mit je eigener Auslagenpauschale (§ 17 Nr. 11 RVG).

Rechenbeispiel Einspruch gegen ein Bußgeld über 100 €, die Behörde stellt ein

Gerechnet mit der Mitte jedes Rahmens. Erledigt sich das Verfahren durch die Mitarbeit des Anwalts ohne Hauptverhandlung, bekommt er eine zusätzliche Gebühr in Höhe der Verfahrensgebühr (Nr. 5115).

Grundgebühr (Nr. 5100), Mitte des Rahmens
120,00 €
Verfahrensgebühr (Nr. 5103), Mitte des Rahmens
192,00 €
Zusätzliche Gebühr für die Erledigung (Nr. 5115)
192,00 €
Pauschale für Post und Telefon (Nr. 7002)
20,00 €
= netto
524,00 €
Umsatzsteuer 19 % (Nr. 7008)
99,56 €
Rechnung brutto
623,56 €

Erstberatung und Honorarvereinbarung

Für eine reine Beratung gibt es keine Tabellengebühr. Der Anwalt soll mit dir eine Gebühr vereinbaren, eine besondere Form braucht es dafür nicht (§ 34 Abs. 1 und § 3a Abs. 1 Satz 4 RVG). Ohne Vereinbarung darf ein erstes Beratungsgespräch für Verbraucher höchstens 190 € kosten, eine weitergehende Beratung oder ein schriftliches Gutachten höchstens 250 €. Mit Umsatzsteuer sind das 226,10 € und 297,50 €, Auslagen können dazukommen. Wird aus der Beratung ein Auftrag, wird die Beratungsgebühr auf die spätere Gebühr angerechnet, wenn ihr nichts anderes vereinbart habt (§ 34 Abs. 2 RVG). Frag vor dem ersten Termin, was das Gespräch kostet.

Statt nach Tabelle darf der Anwalt ein Honorar vereinbaren, zum Beispiel einen Stundensatz. Die Vereinbarung braucht Textform, muss als Vergütungsvereinbarung bezeichnet und von anderen Abreden deutlich abgesetzt sein und darf nicht in der Vollmacht stehen (§ 3a Abs. 1 RVG). Außerdem muss sie darauf hinweisen, dass Gegner oder Staatskasse regelmäßig nur die gesetzliche Vergütung erstatten. Den Rest zahlst du auch dann selbst, wenn du gewinnst. Fehlt die Form, kann der Anwalt nicht mehr als die gesetzliche Vergütung verlangen (§ 4b RVG). Ein unangemessen hohes Honorar kann das Gericht bis auf die gesetzliche Vergütung herabsetzen (§ 3a Abs. 3 RVG).

Weniger als nach RVG darf er nur für außergerichtliche Arbeit vereinbaren, und es muss zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko passen (§ 4 Abs. 1 RVG). Vor Gericht ist das grundsätzlich unzulässig (§ 49b Abs. 1 BRAO). Ein Erfolgshonorar ist nur in drei Fällen erlaubt: bei Geldforderungen bis 2.000 €, beim Inkasso und wenn du ohne diese Abrede bei verständiger Betrachtung auf dein Recht verzichten würdest (§ 4a Abs. 1 RVG). Soll bei Misserfolg weniger als die gesetzliche Vergütung fällig werden, muss für den Erfolgsfall ein angemessener Zuschlag vereinbart sein, außer beim Inkasso (§ 4a Abs. 2 RVG).

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe

Außerhalb eines Gerichtsverfahrens gibt es Beratungshilfe. Den Berechtigungsschein stellt das Amtsgericht aus. Du bekommst ihn, wenn du Prozesskostenhilfe ohne eigenen Beitrag bekämst, keine andere zumutbare Hilfe hast und die Sache nicht mutwillig ist (§ 1 BerHG). Gehst du gleich zum Anwalt, kannst du den Antrag nachholen, spätestens vier Wochen nach Beginn der Beratung (§ 6 Abs. 2 BerHG). Der Anwalt bekommt dann feste Beträge:

  • 15 €zahlst du selbst, der Anwalt kann sie dir erlassenNr. 2500 VV RVG
  • 42 €für eine Beratung, aus der LandeskasseNr. 2501 VV RVG
  • 102 €für die Vertretung, etwa einen Brief an die GegenseiteNr. 2503 VV RVG
  • 180 €zusätzlich bei Einigung oder ErledigungNr. 2508 VV RVG

Mehr als 15 € darf der Anwalt von dir nicht verlangen (§ 8 Abs. 2 BerHG), den Rest zahlt die Landeskasse (§ 44 RVG). Muss der Gegner dir die Kosten ersetzen, schuldet er die normale Vergütung nach RVG (§ 9 BerHG).

Für einen Prozess gibt es Prozesskostenhilfe, wenn du die Kosten nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kannst und die Klage oder Verteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (§ 114 ZPO). Von deinem Einkommen nach Steuern, Sozialabgaben und Versicherungen gehen 619 € für dich ab, bei Arbeit weitere 282 €, dazu die Warmmiete und Freibeträge für Angehörige. Von dem Rest zahlst du die Hälfte als Monatsrate, abgerundet auf volle Euro. Liegt der Rest über 600 €, sind es 300 € plus alles darüber. Raten unter 10 € fallen weg, mehr als 48 Raten zahlst du nie (§ 115 ZPO). Vermögen musst du einsetzen, soweit es zumutbar ist, Erspartes bis 10.000 € bleibt geschützt (§ 115 Abs. 3 ZPO mit § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII).

Wer berufstätig ist, 1.800 € netto verdient und 650 € Warmmiete zahlt, behält 249 € einzusetzendes Einkommen und zahlt 124 € im Monat. Bei gleicher Miete gibt es Prozesskostenhilfe ohne Raten und damit auch Beratungshilfe, solange das Nettoeinkommen unter 1.571 € liegt. Verbessert sich dein Einkommen wesentlich, kann das Gericht die Zahlungen bis vier Jahre nach dem Ende des Verfahrens anpassen (§ 120a ZPO). Mit Kindern, Unterhalt und Mehrbedarf rechnet der Prozesskostenhilfe-Rechner deine Rate aus.

Die Kosten der Gegenseite deckt sie nicht

Verlierst du den Prozess, musst du dem Gegner seine Anwaltskosten trotz Prozesskostenhilfe erstatten (§ 123 ZPO).

Häufige Fragen

Was kostet ein Anwalt bei 5.000 € Streitwert?
Ein Anwaltsschreiben an die Gegenseite mit 1,3-Geschäftsgebühr kostet 572,21 € brutto, eine Klage mit Gerichtstermin 1.078,44 €. Klagt derselbe Anwalt nach seinem Brief, kosten beide Rechnungen zusammen 1.376,44 €, weil die halbe Geschäftsgebühr angerechnet wird. Verlierst du den Prozess, zahlst du dazu den Anwalt der Gegenseite und das Gericht, insgesamt 2.668,38 €.
Was kostet eine Erstberatung beim Anwalt?
Was ihr vereinbart. Ohne Vereinbarung darf ein erstes Beratungsgespräch für Verbraucher höchstens 190 € netto kosten, also 226,10 € mit Umsatzsteuer (§ 34 Abs. 1 Satz 3 RVG). Wird aus der Beratung ein Auftrag, wird die Gebühr angerechnet, wenn ihr nichts anderes vereinbart habt (§ 34 Abs. 2 RVG).
Gilt für meinen Auftrag schon die neue Gebührentabelle?
Entscheidend ist, wann du den unbedingten Auftrag erteilt hast (§ 60 Abs. 1 RVG). Die aktuelle Tabelle gilt für Aufträge ab dem 1. Juni 2025, sie kam mit dem Kosten- und Betreuervergütungsrechtsänderungsgesetz 2025. Hast du den Anwalt vorher beauftragt, rechnet er diese Angelegenheit nach der alten Tabelle ab, auch wenn die Rechnung erst jetzt kommt.
Was kostet ein Anwalt bei einer Kündigungsschutzklage?
Der Streitwert beträgt höchstens drei Monatsgehälter (§ 42 Abs. 2 GKG). Bei 3.500 € brutto sind das höchstens 10.500 €. Mit diesem Wert kostet dein Anwalt in der ersten Instanz mit Termin 2.127,13 €. Diesen Betrag zahlst du selbst, auch wenn du gewinnst (§ 12a Abs. 1 ArbGG). Die Gerichtsgebühr von 627,00 € trägt, wer verliert, bei einem gerichtlichen Vergleich entfällt sie.
Brauche ich für eine Klage einen Anwalt?
In normalen Zivilsachen am Amtsgericht nicht, dort darfst du dich selbst vertreten (§ 79 Abs. 1 ZPO). Das Amtsgericht ist für Streitwerte bis 10.000 € zuständig und für Streit aus einem Wohnraummietvertrag unabhängig vom Wert (§ 23 GVG). Vor dem Landgericht, dem Oberlandesgericht und dem Bundesgerichtshof brauchst du einen Anwalt (§ 78 Abs. 1 ZPO).
Wann und auf welche Rechnung muss ich den Anwalt bezahlen?
Fällig wird die Vergütung, wenn der Auftrag erledigt oder die Angelegenheit beendet ist, im Prozess auch mit der Kostenentscheidung oder dem Ende des Rechtszugs (§ 8 Abs. 1 RVG). Einen angemessenen Vorschuss darf der Anwalt schon vorher verlangen (§ 9 RVG). Fordern kann er nur mit einer Rechnung in Textform, die jede Gebühr und Auslage mit Bezeichnung und Nummer des Vergütungsverzeichnisses nennt, dazu Vorschüsse und bei Wertgebühren den Gegenstandswert (§ 10 RVG). Für Porto und Telefon reicht der Gesamtbetrag.
Was ändert sich, wenn mehrere Personen den Anwalt beauftragen?
Geht es für alle um denselben Gegenstand, etwa bei zwei Mietern derselben Wohnung, erhöht sich die Geschäfts- oder Verfahrensgebühr um 0,3 je weitere Person, durch mehrere Erhöhungen zusammen um höchstens 2,0 (Nr. 1008 VV RVG). Bei 5.000 € und zwei Auftraggebern wird aus der 1,3-Geschäftsgebühr eine 1,6-Gebühr über 567,20 € netto. Der Rechner geht von einer Person aus.
Darf ein Anwalt mehr verlangen als nach RVG?
Ja, wenn ihr eine Vergütungsvereinbarung in Textform schließt, etwa über einen Stundensatz (§ 3a Abs. 1 RVG). Ist sie unangemessen hoch, kann ein Gericht sie bis auf die gesetzliche Vergütung herabsetzen (§ 3a Abs. 3 RVG). Erstattet bekommst du vom Gegner auch nach einem Sieg nur die gesetzlichen Gebühren. Mehr dazu unter Erstberatung und Honorar.
Kann ich Anwaltskosten von der Steuer absetzen?
Das hängt vom Anlass ab. Geht es um deinen Job, etwa bei einer Kündigungsschutzklage, sind die Kosten Werbungskosten (§ 9 Abs. 1 EStG), bei einer vermieteten Wohnung Werbungskosten bei den Mieteinkünften. Private Prozesskosten sind dagegen seit 2013 als außergewöhnliche Belastung ausgeschlossen, außer du würdest ohne den Prozess deine Existenzgrundlage verlieren (§ 33 Abs. 2 Satz 4 EStG). Für eine Scheidung gilt diese Ausnahme nach dem Bundesfinanzhof nicht (Urteil vom 18. Mai 2017, VI R 9/16).

Quellen

  1. § 13 RVG: Stufen der Wertgebühr, Mindestbetrag 15 € gesetze-im-internet.de
  2. RVG, Anlage 2: Gebührentabelle: Fassung BGBl. 2025 I Nr. 109 gesetze-im-internet.de
  3. RVG, Anlage 1: Vergütungsverzeichnis: Nrn. 1000 bis 1008, 2300, 2301, 2500 bis 2508, 3100 bis 3210, 5100 bis 5115, 7002, 7008 gesetze-im-internet.de
  4. KostBRÄG 2025, BGBl. 2025 I Nr. 109: neue Tabelle ab 1. Juni 2025 (Art. 11, Art. 13 Abs. 3) recht.bund.de
  5. § 34 RVG: Beratung, Höchstbeträge für Verbraucher gesetze-im-internet.de
  6. §§ 3a, 4, 4a RVG: Vergütungsvereinbarung und Erfolgshonorar gesetze-im-internet.de
  7. § 17 RVG: verschiedene Angelegenheiten, etwa Bußgeldbehörde und Gericht gesetze-im-internet.de
  8. § 91 ZPO: Kostenpflicht im Zivilprozess gesetze-im-internet.de
  9. § 115 ZPO: Raten der Prozesskostenhilfe gesetze-im-internet.de
  10. GKG, Kostenverzeichnis: Gerichtsgebühren Nr. 1210, 1211, 1220, 1230, 8210 gesetze-im-internet.de
  11. § 1 BerHG: Voraussetzungen der Beratungshilfe gesetze-im-internet.de
  12. BGH, Urteil vom 18.07.2017, VI ZR 465/16: Anwaltskosten nach einem Verkehrsunfall als Schaden, Gegenstandswert bundesgerichtshof.de
  13. Bundesfinanzhof, Pressemitteilung 053/17: Scheidungskosten nicht abziehbar, VI R 9/16 bundesfinanzhof.de

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