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Pfändungsfreigrenze-Rechner 2026

Ohne Unterhaltspflichten ist ein Nettolohn bis 1.589,99 € im Monat seit dem 1. Juli 2026 unpfändbar. Der Freibetrag liegt bei 1.587,40 € und steigt für jede Person, der du Unterhalt leistest. Vom Lohn darüber bekommt der Gläubiger einen Teil, ab 4.866,30 € jeden weiteren Euro. Der Pfändungsrechner zeigt, was dir bleibt, und liefert dieselben Werte wie die amtliche Tabelle.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Pfändungsfreigrenze-Rechner

Dir bleiben im Monat

1.771,18 €

Von 2.200,00 € netto gehen 428,82 € an den Gläubiger, 1.771,18 € bekommst du ausgezahlt. Gerechnet ohne Unterhaltspflicht nach der amtlichen Tabelle ab 1. Juli 2026.

Freibetrag
1.587,40 €
Pfändbar
428,82 €
P-Konto-Freibetrag
1.590,00 €

So rechnet die Tabelle

Nettolohn2.200,00 €
Auf volle 10 € abgerundet2.200,00 €
Freibetrag ohne Unterhaltspflicht−1.587,40 €
Mehrbetrag über dem Freibetrag612,60 €
Davon pfändbar: 7 Zehntel428,82 €
Pfändbar im Monat428,82 €

Auf dem P-Konto schützt die Bank ohne Nachweis 1.590,00 € im Monat. Bleibt dir nach der Tabelle mehr, kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag auch diesen Teil auf dem Konto freigeben (§ 906 Abs. 2 ZPO).

Welches Netto: Gemeint ist der Lohn nach Steuern und Sozialbeiträgen, aber ohne die unpfändbaren Teile. Dazu gehören die Hälfte der Überstundenvergütung, Weihnachtsgeld bis 795 € und Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit in üblicher Höhe. Pfändet ein Unterhaltsberechtigter, gilt die Tabelle nicht, dann legt das Gericht fest, was dir bleibt.

Auf dieser Seite
  1. Pfändungsfreigrenzen 2026
  2. § 850c ZPO erklärt
  3. Pfändungsfreigrenze berechnen
  4. Drei Beispiele
  5. Pfändungstabelle im Auszug
  6. Welches Netto zählt
  7. Sozialleistungen und Renten
  8. Pfändung wegen Unterhalt
  9. Ablauf einer Lohnpfändung
  10. Kontopfändung und P-Konto
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Pfändungsfreigrenzen ab 1. Juli 2026

Die Beträge stehen in der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 vom 19. März 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 80) und gelten vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2027. Sie steigen jedes Jahr zum 1. Juli im selben Verhältnis wie der Grundfreibetrag im Einkommensteuertarif (§ 850c Abs. 4 ZPO). Der stieg von 12.096 € auf 12.348 €, die Pfändungsfreigrenzen deshalb um 2,1 %.

Freibetrag nach Zahl der Unterhaltspflichten

Personen meint hier alle, denen du Unterhalt leistest. Wegen der Abrundung auf volle 10 € wird etwas mehr geschützt als der Freibetrag selbst. Die Spalte „Lohn frei bis“ zeigt, bis zu welchem Netto gar nichts gepfändet wird.

PersonenFreibetragLohn frei bisP-Konto
keine1.587,40 €1.589,99 €1.590,00 €
12.184,82 €2.189,99 €2.187,42 €
22.517,65 €2.519,99 €2.520,25 €
32.850,48 €2.859,99 €2.853,08 €
43.183,31 €3.189,99 €3.185,91 €
5 und mehr3.516,14 €3.519,99 €3.518,74 €

Monatslohn netto. Auf dem P-Konto zählen Unterhaltspflichten nur, wenn du der Bank eine Bescheinigung vorlegst (§ 903 ZPO). Mehr als fünf Personen erhöhen den Freibetrag nicht.

Alle Eckwerte im Vergleich zum Vorjahr

Im Monatab Juli 2026bis Juni 2026
Grundfreibetrag§ 850c Abs. 1 ZPO1.587,40 €1.555,00 €
Erhöhung für die erste Person, der du Unterhalt leistest§ 850c Abs. 2 Satz 1 ZPO597,42 €585,23 €
Erhöhung je zweite bis fünfte Person§ 850c Abs. 2 Satz 2 ZPO332,83 €326,04 €
Höchstbetrag, darüber ist alles pfändbar§ 850c Abs. 3 Satz 3 ZPO4.866,30 €4.766,99 €
Grundfreibetrag auf dem P-Konto§ 899 Abs. 1 ZPO1.590,00 €1.560,00 €
Weihnachtsgeld unpfändbar bis§ 850a Nr. 4 ZPO795,00 €780,00 €

Wer als unterhaltsberechtigt zählt

Berücksichtigt wird nur, wer von dir aufgrund einer gesetzlichen Pflicht tatsächlich Unterhalt bekommt (§ 850c Abs. 2 ZPO): Kinder, Eltern, der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner und frühere Partner. Ein minderjähriges Kind in deinem Haushalt zählt auch ohne Zahlungen, weil du es versorgst (§ 1606 Abs. 3 BGB). Schuldest du jemandem Unterhalt, zahlst ihn aber nicht, zählt diese Person nicht. Ein Partner ohne Trauschein zählt nur als Elternteil eures gemeinsamen Kindes, dem du rund um die Geburt oder wegen der Kinderbetreuung Unterhalt schuldest (§ 1615l BGB).

Welche Spalte der Tabelle gilt, stellt dein Arbeitgeber fest. Sag ihm deshalb, wem du Unterhalt leistest, und leg Nachweise vor, etwa Geburtsurkunden oder einen Unterhaltstitel.

§ 850c ZPO: Pfändungsgrenzen für Arbeitseinkommen

§ 850c ZPO legt fest, wie viel von deinem Arbeitseinkommen ein Gläubiger nicht bekommen darf. Arbeitseinkommen sind Löhne und Gehälter, Beamtenbezüge, Betriebsrenten und Pensionen, Hinterbliebenenbezüge und Renten aus Versicherungen, die du zur Versorgung abgeschlossen hast (§ 850 Abs. 2 und 3 ZPO). Die sechs Absätze im Überblick, mit den Werten ab dem 1. Juli 2026:

AbsatzInhalt
Abs. 1Grundfreibetrag: Bis 1.587,40 € im Monat ist Arbeitseinkommen unpfändbar. Für Wochen- und Tageslohn gibt es eigene Beträge.
Abs. 2Erhöhung für jede Person, der du aufgrund einer gesetzlichen Pflicht Unterhalt gewährst: 597,42 € für die erste, je 332,83 € für die zweite bis fünfte. Mehr Personen zählen nicht.
Abs. 3Vom Lohn über dem Freibetrag bleibt dir ein Teil, gestaffelt in Zehnteln nach der Zahl der Unterhaltspflichten (Rechnung im nächsten Abschnitt). Lohn über 4.866,30 € ist voll pfändbar.
Abs. 4Das Bundesjustizministerium macht die Beträge im Bundesgesetzblatt bekannt. Sie steigen jedes Jahr zum 1. Juli wie der Grundfreibetrag im Einkommensteuertarif, der am 1. Januar gilt.
Abs. 5Der Lohn wird abgerundet: Monatslohn auf volle 10 €, Wochenlohn auf volle 2,50 €, Tageslohn auf volle 0,50 €. So entsteht die amtliche Tabelle, im Pfändungsbeschluss genügt ein Verweis auf sie.
Abs. 6Hat eine unterhaltsberechtigte Person eigenes Einkommen, kann der Gläubiger beantragen, dass sie ganz oder teilweise nicht mitzählt. Das Vollstreckungsgericht entscheidet nach billigem Ermessen.

Wer den Paragrafen bei gesetze-im-internet.de nachliest, stößt auf andere Zahlen: 1.178,59 € Grundfreibetrag, 443,57 € und 247,12 € für Unterhaltspflichten, 3.613,08 € als Höchstbetrag. Das sind Ausgangsbeträge, die im Wortlaut stehen bleiben. Gültig sind die Beträge der jeweils letzten Bekanntmachung nach Absatz 4, seit dem 1. Juli 2026 also die vom 19. März 2026. Die Fußnote unter dem Paragrafen verweist auf alle Bekanntmachungen seit 2021.

Pfändungsfreigrenze berechnen: so rechnet die Tabelle

Die amtliche Tabelle folgt einer festen Rechnung aus § 850c ZPO. Der Rechner oben geht genauso vor, und so kannst du deinen Pfändungsschutz auch von Hand berechnen.

  1. Freibetrag bestimmen1.587,40 €, dazu 597,42 € für die erste und je 332,83 € für die zweite bis fünfte Person, der du Unterhalt leistest.
  2. Netto abrundenDer Monatslohn wird auf volle 10 € abgerundet, aus 2.345,00 € werden 2.340,00 €. Deshalb gilt jeder Wert der Tabelle für eine ganze Stufe von 10 €.
  3. Mehrbetrag aufteilenVom Lohn über dem Freibetrag bleiben dir 3 Zehntel, dazu 2 Zehntel für die erste und je 1 Zehntel für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person. Den Rest bekommt der Gläubiger.
  4. Höchstbetrag beachtenLohn über 4.866,30 € ist voll pfändbar. Was dir bleibt, wächst ab dort nicht mehr.

Pfändbar = (Netto, auf volle 10 € abgerundet − Freibetrag) × pfändbarer Anteil

Der pfändbare Anteil liegt ohne Unterhaltspflicht bei 70 %, mit einer Person bei 50 %, mit zwei bei 40 %, mit drei bei 30 %, mit vier bei 20 % und ab fünf bei 10 %. Ohne Unterhaltspflicht behältst du von jedem zusätzlich verdienten Euro also 30 Cent.

Was vom Nettolohn bei einer Pfändung bleibt, ab 1. Juli 2026 Ohne Unterhaltspflicht bleibt dir bis 1.589,99 € der ganze Lohn. Danach wächst der Betrag, der dir bleibt, um 30 Cent je Euro. Ab 4.866,30 € steht er bei 2.575,48 €, mit zwei Unterhaltspflichten bei 3.929,36 €. 01.0002.0003.0004.000 1.0002.0003.0004.0005.0006.000 Deckel ab 4.866,30 €
ohne Unterhaltspflicht mit zwei Unterhaltspflichten waagerecht: Nettolohn, senkrecht: was dir bleibt, in Euro im Monat

Drei Beispiele

Gerechnet mit dem Rechner oben und den Beträgen ab dem 1. Juli 2026.

Rechenbeispiel 2.345 € netto, ohne Unterhaltspflicht

Durch die Abrundung zählen 2.340,00 € statt 2.345,00 €.

Nettolohn
2.345,00 €
Auf volle 10 € abgerundet
2.340,00 €
Freibetrag ohne Unterhaltspflicht
−1.587,40 €
= Mehrbetrag
752,60 €
Davon pfändbar: 7 Zehntel
526,82 €
Pfändbar im Monat
526,82 €
Dir bleiben
1.818,18 €
Rechenbeispiel 3.600 € netto, mit 3 Unterhaltspflichten

Der Ehepartner hat kein eigenes Einkommen, zwei Kinder leben im Haushalt. Das sind drei Unterhaltspflichten.

Nettolohn
3.600,00 €
Auf volle 10 € abgerundet
3.600,00 €
Freibetrag mit 3 Unterhaltspflichten
−2.850,48 €
= Mehrbetrag
749,52 €
Davon pfändbar: 3 Zehntel
224,86 €
Pfändbar im Monat
224,86 €
Dir bleiben
3.375,14 €
Rechenbeispiel 5.500 € netto, ohne Unterhaltspflicht

Ein hoher Lohn ohne Unterhaltspflicht.

Nettolohn
5.500,00 €
Davon über 4.866,30 €
633,70 €
Rest, auf volle 10 € abgerundet
4.860,00 €
Freibetrag ohne Unterhaltspflicht
−1.587,40 €
= Mehrbetrag
3.272,60 €
Davon pfändbar: 7 Zehntel
2.290,82 €
+ Teil über 4.866,30 €
633,70 €
Pfändbar im Monat
2.924,52 €
Dir bleiben
2.575,48 €

Ab 4.866,30 € netto bleiben dir immer 2.575,48 €, egal wie viel du darüber verdienst.

Pfändungstabelle 2026 im Auszug

Pfändbarer Betrag im Monat nach Nettolohn und Zahl der Unterhaltspflichten. Die vollständige Tabelle mit allen Stufen steht im Anhang der Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt, der Rechner oben liefert für jeden Lohn denselben Wert.

Netto im Monatkeine1 Person2 Personen3 Personen4 Personen5 und mehr
1.600 €8,82 €–––––
1.800 €148,82 €–––––
2.000 €288,82 €–––––
2.200 €428,82 €7,59 €––––
2.400 €568,82 €107,59 €––––
2.600 €708,82 €207,59 €32,94 €–––
2.800 €848,82 €307,59 €112,94 €–––
3.000 €988,82 €407,59 €192,94 €44,86 €––
3.300 €1.198,82 €557,59 €312,94 €134,86 €23,34 €–
3.600 €1.408,82 €707,59 €432,94 €224,86 €83,34 €8,39 €
4.000 €1.688,82 €907,59 €592,94 €344,86 €163,34 €48,39 €
4.400 €1.968,82 €1.107,59 €752,94 €464,86 €243,34 €88,39 €
4.860 bis 4.866,30 €2.290,82 €1.337,59 €936,94 €602,86 €335,34 €134,39 €

Jeder Wert gilt für eine ganze Stufe, die Zeile 2.000 € also für ein Netto von 2.000,00 bis 2.009,99 €. Über 4.866,30 € kommt jeder weitere Euro zum Wert der letzten Zeile dazu. Ein Strich heißt: nichts pfändbar.

Welches Netto zählt (§ 850e ZPO)

Die Tabelle rechnet mit dem Nettolohn nach § 850e ZPO. Vom Brutto gehen Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und deine Sozialbeiträge ab, bei privater Krankenversicherung die üblichen Beiträge dafür. Dein Netto aus dem Brutto zeigt der Brutto-Netto-Rechner.

Unpfändbare Bezüge nach § 850a ZPO zählen nicht mit. Der Arbeitgeber nimmt sie mit dem Bruttobetrag heraus und zieht danach nur die Steuern und Beiträge ab, die auf den übrigen Lohn entfallen (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17. April 2013, 10 AZR 59/12).

BestandteilUnpfändbar
Vergütung für Überstunden§ 850a Nr. 1 ZPOdie Hälfte
Urlaubsgeld zusätzlich zum Lohn, Jubiläumszuwendungen, Treugelder§ 850a Nr. 2 ZPOim üblichen Rahmen
Weihnachtsgeld§ 850a Nr. 4 ZPObis 795 €
Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit§ 850a Nr. 3 ZPOin üblicher Höhe
Zuschläge für Schicht- und SamstagsarbeitBAG 10 AZR 859/16nichts
Auslösung, Aufwandsentschädigung, Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulage§ 850a Nr. 3 ZPOim üblichen Rahmen
Geburts- und Heiratsbeihilfen§ 850a Nr. 5 ZPOganz, außer bei Schulden aus diesem Anlass
Erziehungsgelder, Studienbeihilfen§ 850a Nr. 6 ZPOganz
Sterbe- und Gnadenbezüge aus dem Arbeitsverhältnis, Blindenzulagen§ 850a Nr. 7 und 8 ZPOganz

Für den üblichen Rahmen der Zuschläge orientiert sich das Bundesarbeitsgericht an den steuerfreien Sätzen des § 3b EStG (Urteil vom 23. August 2017, 10 AZR 859/16).

Mehrere Löhne rechnet das Vollstreckungsgericht nur auf Antrag zusammen. Der Freibetrag kommt dann in erster Linie aus dem Lohn, von dem du hauptsächlich lebst (§ 850e Nr. 2 ZPO). Das gilt auch für Lohn neben einer pfändbaren Sozialleistung, dann wird der Freibetrag zuerst der Sozialleistung entnommen (§ 850e Nr. 2a ZPO). Sachbezüge wie ein privat genutzter Dienstwagen zählen zum Einkommen dazu (§ 850e Nr. 3 ZPO).

Für eine Abfindung oder für Honorare als Selbstständiger gibt es keine Tabelle. Auf deinen Antrag lässt dir das Vollstreckungsgericht so viel, wie dir bei laufendem Lohn bleiben würde (§ 850i ZPO).

Sozialleistungen, Renten und andere geschützte Einkünfte

Für Sozialleistungen gelten eigene Regeln im Sozialgesetzbuch. Laufende Geldleistungen wie Rente oder Krankengeld werden gepfändet wie Lohn. Leistungen, die dein Existenzminimum sichern, sind ganz geschützt, Sach- und Dienstleistungen ohnehin (§ 54 Abs. 1 SGB I). Der Überblick:

LeistungPfändbar
Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) und Sozialhilfe§ 42 Abs. 4 SGB II, § 17 Abs. 1 SGB XIIgar nicht
Wohngeld§ 54 Abs. 3 Nr. 2a SGB Inur wegen der Miete oder Belastung, für die es gezahlt wird
Elterngeld, Mutterschaftsgeld der Krankenkasse§ 54 Abs. 3 Nr. 1 und 2 SGB Inicht bis zum Betrag, der nach § 10 BEEG anrechnungsfrei bleibt
Leistungen für Mehraufwand wegen eines Körper- oder Gesundheitsschadens§ 54 Abs. 3 Nr. 3 SGB Igar nicht
Kindergeld§ 76 EStG, § 54 Abs. 5 SGB Inur wegen Unterhalt für das Kind, für das es gezahlt wird
Gesetzliche Rente, Krankengeld, Arbeitslosengeld§ 54 Abs. 4 SGB Iwie Arbeitseinkommen nach der Tabelle
Einmalige Sozialleistungen§ 54 Abs. 2 SGB Inur, wenn es der Billigkeit entspricht
Renten wegen Körperverletzung, Unterhaltsrenten, die du bekommst, Altenteil§ 850b Abs. 1 Nr. 1 bis 3 ZPOnur ausnahmsweise
Lebensversicherung nur auf den Todesfall, etwa eine Sterbegeldversicherung, bis 5.400 € Versicherungssumme§ 850b Abs. 1 Nr. 4 ZPOnur ausnahmsweise

Wie viel Grundsicherungsgeld dir zusteht, zeigt der Grundsicherungsgeld-Rechner, das Kindergeld der Kindergeld-Rechner.

„Nur ausnahmsweise“ heißt bei § 850b ZPO: Das Vollstreckungsgericht lässt die Pfändung wie bei Arbeitseinkommen zu, wenn die Vollstreckung in dein übriges Vermögen nicht reicht und es im Einzelfall der Billigkeit entspricht (§ 850b Abs. 2 ZPO). Kommt geschütztes Geld auf ein gepfändetes Konto, hilft das P-Konto weiter unten.

Pfändung wegen Unterhalt: § 850d ZPO

Für Unterhaltsschulden gilt die Tabelle nicht. Pfändet ein Verwandter wie dein Kind, ein früherer oder jetziger Ehe- oder Lebenspartner oder ein Elternteil nach §§ 1615l, 1615n BGB wegen gesetzlichen Unterhalts, darf er tiefer in deinen Lohn greifen, auch in Überstundenvergütung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Von deren unpfändbarem Teil bleibt dir mindestens die Hälfte (§ 850d Abs. 1 Satz 1 und 2 ZPO).

Wie viel dir bleibt, setzt das Vollstreckungsgericht im Pfändungsbeschluss in Euro fest: deinen notwendigen Unterhalt und das, was du für vorrangige oder gleichrangige Unterhaltsberechtigte brauchst. Der notwendige Unterhalt entspricht grundsätzlich dem notwendigen Lebensunterhalt nach dem Sozialhilferecht, also dem Regelsatz, 2026 für Alleinstehende 563 €, und angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung nach dem örtlichen Mietniveau (BGH, Beschluss vom 5. Juli 2018, VII ZB 40/17). Mehr, als dir gegenüber einem gewöhnlichen Gläubiger nach der Tabelle bliebe, bekommst du nie (§ 850d Abs. 1 Satz 3 ZPO).

  • Rangfolge: Pfänden mehrere Unterhaltsberechtigte, kommen zuerst minderjährige und ihnen gleichgestellte Kinder, dann Elternteile wegen Kinderbetreuung und Ehegatten nach langer Ehe, danach andere Ehegatten (§ 850d Abs. 2 ZPO mit § 1609 BGB).
  • Alte Rückstände: Für Unterhalt, der länger als ein Jahr vor dem Antrag fällig war, gilt das Vorrecht nur, wenn du dich der Zahlung absichtlich entzogen hast (§ 850d Abs. 1 Satz 4 ZPO).
  • Künftiger Unterhalt: Wegen laufenden Unterhalts darf der Gläubiger gleich auch künftigen Lohn pfänden lassen (§ 850d Abs. 3 ZPO).
  • Zwei Pfändungen: Trifft eine Unterhaltspfändung auf eine gewöhnliche, wird der Unterhalt zuerst aus dem Teil bedient, der nur Unterhaltsgläubigern offensteht (§ 850e Nr. 4 ZPO).

Ähnlich weit darf ein Gläubiger gehen, dessen Forderung aus einer vorsätzlichen unerlaubten Handlung stammt, etwa einem Betrug: Auf Antrag bestimmt das Gericht den pfändbaren Teil ohne die Tabelle, dir bleibt der notwendige Unterhalt (§ 850f Abs. 2 ZPO). Bei einer Kontopfändung gilt in beiden Fällen der Betrag aus dem Beschluss statt der P-Konto-Freibeträge (§ 906 Abs. 1 ZPO). Wie viel Kindesunterhalt geschuldet ist, zeigt der Unterhaltsrechner.

So läuft eine Lohnpfändung ab

  1. TitelOhne vollstreckbaren Titel keine Pfändung. Das kann ein Urteil sein, ein Vollstreckungsbescheid aus dem Mahnverfahren oder eine notarielle Urkunde (§§ 704, 794 Abs. 1 Nr. 4 und 5 ZPO).
  2. Pfändungs- und ÜberweisungsbeschlussDer Gläubiger beantragt ihn beim Vollstreckungsgericht. Mit der Zustellung an deinen Arbeitgeber ist der Lohn gepfändet (§ 829 Abs. 3 ZPO), auch für alle künftigen Monate (§ 832 ZPO). Danach stellt der Gerichtsvollzieher den Beschluss auch dir zu (§ 829 Abs. 2 ZPO).
  3. Erklärung des ArbeitgebersAuf Verlangen des Gläubigers muss dein Arbeitgeber binnen zwei Wochen erklären, ob er die Forderung anerkennt und ob schon andere Gläubiger gepfändet haben (§ 840 Abs. 1 ZPO).
  4. Abzug vom LohnAb dann behält der Arbeitgeber den pfändbaren Betrag ein und zahlt ihn an den Gläubiger, dem die Forderung zur Einziehung überwiesen ist (§ 835 ZPO), bis Forderung, Zinsen und Kosten beglichen sind.

Pfänden mehrere Gläubiger, wird bedient, wer zuerst gepfändet hat (§ 804 Abs. 3 ZPO). Eine Vorpfändung durch den Gerichtsvollzieher sichert diesen Rang schon vorab, wenn der Beschluss innerhalb eines Monats folgt (§ 845 ZPO). Steht im Beschluss ein fester Betrag und ändern sich deine Verhältnisse, etwa weil ein Kind dazukommt, ändert das Vollstreckungsgericht ihn auf Antrag (§ 850g ZPO). Fehler im Verfahren rügst du mit der Erinnerung beim Vollstreckungsgericht (§ 766 ZPO). In ganz besonderen Härtefällen, die mit den guten Sitten nicht vereinbar sind, kann es die Pfändung aufheben oder einstweilen einstellen (§ 765a ZPO).

Kontopfändung und P-Konto

Die Tabelle schützt deinen Lohn beim Arbeitgeber. Pfändet ein Gläubiger dein Girokonto, hilft nur ein Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto. Jede Bank muss ein bestehendes Konto auf Wunsch als P-Konto führen, auch wenn es im Minus oder schon gepfändet ist (§ 850k ZPO). Ist es gepfändet, greift der Schutz ab dem vierten Geschäftstag nach deinem Antrag. An den Gläubiger auszahlen darf die Bank gepfändetes Guthaben erst einen Monat nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses (§ 835 Abs. 3 ZPO). Stellst du in diesem Monat um, ist auch das schon gepfändete Guthaben bis zum Freibetrag geschützt (§ 899 Abs. 1 ZPO).

  • Automatisch: 1.590 € je Kalendermonat, egal ob das Geld Lohn, Rente oder eine Erstattung ist.
  • Mit Bescheinigung: für Unterhaltspflichten dieselben Erhöhungen wie beim Lohn, dazu Kindergeld, Leistungen für Mitglieder deiner Bedarfsgemeinschaft und Grundsicherungsgeld, soweit es über 1.590 € liegt (§ 902 ZPO). Ausstellen dürfen sie unter anderem Arbeitgeber, Familienkasse, Jobcenter und anerkannte Schuldnerberatungsstellen. Die Bank muss sie ab dem zweiten Geschäftstag nach Vorlage beachten, eine Bescheinigung ohne Enddatum zwei Jahre lang (§ 903 ZPO).
  • Übertrag: Was vom Freibetrag in einem Monat übrig bleibt, ist in den drei folgenden Monaten zusätzlich geschützt (§ 899 Abs. 2 ZPO).
  • Nachzahlungen: Nachgezahlter Lohn bis 500 € bleibt mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers geschützt, über höhere Beträge entscheidet das Vollstreckungsgericht (§ 904 ZPO).
  • Höherer Lohn: Bleibt dir nach der Tabelle mehr als der Freibetrag auf dem Konto, kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag festlegen, dass dieser Teil auch auf dem Konto frei bleibt (§ 906 Abs. 2 ZPO).
Nur ein P-Konto pro Person

Bei der Umstellung versicherst du der Bank, dass du kein weiteres P-Konto hast (§ 850k Abs. 3 ZPO). Mehr als für dein bisheriges Girokonto darf die Bank für das P-Konto in der Regel nicht verlangen, für ein neues nicht mehr als für ein vergleichbares Standardkonto (BGH, Urteile vom 13. November 2012, XI ZR 500/11 und XI ZR 145/12).

Häufige Fragen

Gelten die neuen Beträge auch für eine laufende Pfändung?
Ja. Arbeitgeber und Banken rechnen seit dem 1. Juli 2026 von selbst mit den neuen Werten, auch bei Pfändungen, die schon lange laufen. Nur einen Betrag, den ein Gericht oder eine Behörde in Euro festgesetzt hat, musst du anpassen lassen. Die Beträge gelten bis zum 30. Juni 2027. Für die nächste Anpassung zählt der Grundfreibetrag vom 1. Januar 2027, ein Regierungsentwurf sieht 12.564 € vor. Käme es so, stiegen die Pfändungsfreigrenzen zum 1. Juli 2027 um rund 1,7 %. Beschlossen ist das noch nicht.
Kann ich beantragen, dass mir mehr bleibt?
Ja, beim Vollstreckungsgericht. Es kann dir einen Teil des pfändbaren Betrags lassen, wenn sonst dein notwendiger Lebensunterhalt nach dem Sozialhilferecht nicht gedeckt ist, wenn du besondere Ausgaben hast, etwa wegen einer Krankheit oder für den Beruf, oder wenn du ungewöhnlich vielen Menschen Unterhalt leistest (§ 850f Abs. 1 ZPO). Überwiegen die Belange des Gläubigers, lehnt das Gericht ab.
Welche Grenzen gelten bei Wochen- oder Tageslohn?
Für Wochenlohn gelten 365,33 € Grundfreibetrag, 137,50 € für die erste und je 76,60 € für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person, voll pfändbar ist alles über 1.119,90 €. Für Tageslohn sind es 73,06 €, 27,50 € und 15,32 €, voll pfändbar über 223,99 €. Abgerundet wird auf volle 2,50 € beziehungsweise 0,50 € (§ 850c Abs. 5 ZPO). Die Zehntel-Regel ist dieselbe wie beim Monatslohn, der Rechner oben rechnet mit Monatslohn.
Kann meine Steuererstattung gepfändet werden?
Ja, mit einem eigenen Beschluss gegen das Finanzamt als Drittschuldner (§ 46 Abs. 1 und 7 AO). Die Lohnpfändung beim Arbeitgeber erfasst sie nicht. Erlassen darf das Gericht den Beschluss erst nach Ablauf des Jahres, für das erstattet wird, weil der Anspruch vorher nicht entstanden ist. Ein früherer Beschluss ist nichtig (§ 46 Abs. 6 AO, § 36 Abs. 1 EStG). Die Pfändungstabelle schützt die Erstattung nicht, sie ist kein Arbeitseinkommen. Geht sie auf dein P-Konto, ist sie bis zum monatlichen Freibetrag geschützt.
Was passiert mit der Pfändung, wenn ich den Job wechsle?
Für den neuen Arbeitgeber gilt sie nicht, der Gläubiger braucht einen neuen Beschluss, der diesem zugestellt wird (§ 833 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Kehrst du innerhalb von neun Monaten zu deinem alten Arbeitgeber zurück, läuft die alte Pfändung weiter (§ 833 Abs. 2 ZPO). Gehaltserhöhungen und Versetzungen beim selben Arbeitgeber erfasst sie ohnehin (§ 833 Abs. 1 Satz 1 ZPO).
Was passiert, wenn unser Gemeinschaftskonto gepfändet wird?
Die Bank darf das Guthaben erst einen Monat nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an den Gläubiger auszahlen (§ 850l Abs. 1 ZPO). In dieser Zeit kannst du verlangen, dass sie deinen Anteil auf ein Konto allein auf deinen Namen überträgt und es als P-Konto führt. Ohne andere Einigung ist dein Anteil der Kopfteil, bei zwei Inhabern also die Hälfte (§ 850l Abs. 2 ZPO). Dasselbe Recht hat dein Mitinhaber für seinen Teil (§ 850l Abs. 3 ZPO).
Was wird aus der Lohnpfändung in der Privatinsolvenz?
Während des Verfahrens darf kein einzelner Gläubiger mehr vollstrecken, auch nicht in künftigen Lohn (§ 89 InsO). Pfändungen aus dem letzten Monat vor dem Insolvenzantrag, bei einer Verbraucherinsolvenz aus den letzten drei Monaten, werden mit der Eröffnung unwirksam (§ 88 InsO). Den pfändbaren Teil deines Lohns bekommen dann Insolvenzverwalter und Treuhänder, bis drei Jahre nach der Eröffnung (§ 287 Abs. 2 InsO). Wie viel dir bleibt, bestimmt dieselbe Tabelle (§ 36 Abs. 1 InsO). Unterhaltsgläubiger und Gläubiger aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung dürfen weiter in den Teil pfänden, der anderen verschlossen ist (§ 89 Abs. 2 Satz 2 InsO). Was du abgibst, rechnet der Privatinsolvenz-Rechner.
Wer zahlt die Kosten der Pfändung?
Du. Die notwendigen Kosten der Zwangsvollstreckung trägt der Schuldner, der Gläubiger zieht sie zusammen mit seiner Forderung ein (§ 788 Abs. 1 ZPO). Die Pfändung läuft deshalb, bis Forderung, Zinsen und Vollstreckungskosten bezahlt sind. Wird das Urteil aufgehoben, aus dem vollstreckt wurde, bekommst du die Kosten erstattet (§ 788 Abs. 3 ZPO).

Quellen

  1. Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026: Beträge ab 1. Juli 2026 und amtliche Tabelle, BGBl. 2026 I Nr. 80 gesetze-im-internet.de
  2. § 850c ZPO: Pfändungsgrenzen für Arbeitseinkommen, Staffelung und Abrundung gesetze-im-internet.de
  3. § 850a ZPO: unpfändbare Bezüge gesetze-im-internet.de
  4. § 850b ZPO: bedingt pfändbare Bezüge gesetze-im-internet.de
  5. § 850d ZPO: Pfändung wegen Unterhalt gesetze-im-internet.de
  6. § 850k ZPO: Pfändungsschutzkonto gesetze-im-internet.de
  7. §§ 899 bis 906 ZPO: Freibeträge, Bescheinigungen und Nachzahlungen auf dem P-Konto gesetze-im-internet.de
  8. § 54 SGB I: Pfändung von Sozialleistungen gesetze-im-internet.de
  9. §§ 88 und 89 InsO: Rückschlagsperre und Vollstreckungsverbot in der Insolvenz gesetze-im-internet.de
  10. BMJV: Das Pfändungsschutzkonto: Fragen und Antworten, Stand 1. Juli 2026 bmjv.de
  11. BGH, Beschluss vom 05.07.2018, VII ZB 40/17: notwendiger Unterhalt bei der Unterhaltspfändung rechtsprechung-im-internet.de
  12. BGH, Pressemitteilung Nr. 191/2012: keine höheren Kontogebühren für das P-Konto (XI ZR 500/11, XI ZR 145/12) bundesgerichtshof.de
  13. BAG, Urteil vom 17.04.2013, 10 AZR 59/12: Nettomethode bei unpfändbaren Bezügen bundesarbeitsgericht.de
  14. BAG, Urteil vom 23.08.2017, 10 AZR 859/16: Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit bundesarbeitsgericht.de

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