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Scheidungskosten-Rechner 2026

Eine einvernehmliche Scheidung mit einem Anwalt kostet bei 5.000 € Nettoeinkommen von euch beiden im Monat und zwei Rentenanrechten 3.203,38 €: 749 € für das Gericht und 2.454,38 € für den Anwalt. Beides richtet sich nach dem Verfahrenswert, im Kern drei Monatsnettos von euch beiden plus 10 % davon je Anrecht im Versorgungsausgleich. Nimmt jeder einen eigenen Anwalt, sind es 5.657,76 €.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Scheidungskosten-Rechner

Scheidungskosten zusammen

3.203,38 €

Verfahrenswert 18.000 € · Gericht 749,00 € · Anwalt 2.454,38 €

Mit einem Anwalt kostet die Scheidung zusammen 3.203,38 €. Wer den Antrag stellt, zahlt den Anwalt und die Hälfte der Gerichtskosten (2.828,88 €), der andere nur seine Hälfte (374,50 €).

Verfahrenswert
18.000 €
Gericht
749,00 €
Anwalt
2.454,38 €

So kommt die Summe zustande

Verfahrenswert

Nettoeinkommen beider × 315.000 €
= Scheidung15.000 €
+ Versorgungsausgleich: 2 × 1.500 €+3.000 €
= Verfahrenswert18.000 €

Kosten

Gericht: 2,0 Gebühren × 374,50 €749,00 €
Anwalt: Verfahrensgebühr 1,31.062,10 €
Anwalt: Terminsgebühr 1,2980,40 €
Anwalt: Auslagenpauschale20,00 €
Anwalt: Umsatzsteuer 19 %391,88 €
Zusammen3.203,38 €

Wer zahlt was, wenn die Ehe geschieden wird

Antragsteller: Anwalt und halbe Gerichtskosten2.828,88 €
Antragsgegner: halbe Gerichtskosten374,50 €

Sparen: Seid ihr euch einig, reicht ein Anwalt. Der andere kann der Scheidung ohne Anwalt zustimmen (§ 114 Abs. 4 Nr. 3 FamFG). Reicht das Geld nicht, stellt den Antrag auf Verfahrenskostenhilfe am besten gleich mit dem Scheidungsantrag.

Auf dieser Seite
  1. Scheidungskosten berechnen
  2. Werte und Gebührensätze
  3. Kosten nach Nettoeinkommen
  4. Gerichtskosten
  5. Anwaltskosten
  6. Einvernehmlich mit einem Anwalt
  7. Folgesachen im Verbund
  8. Kinder und Vermögen
  9. Wer zahlt was?
  10. Verfahrenskostenhilfe
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Scheidungskosten berechnen: So wird gerechnet

Gericht und Anwalt rechnen nach festen Tabellen. Du brauchst dafür nur eine Zahl: den Verfahrenswert, den das Familiengericht am Ende festsetzt. Aus ihm liest das Gericht seine Gebühr in der Tabelle des FamGKG ab, der Anwalt seine in der Tabelle des RVG.

  1. Wert der ScheidungMaßgeblich ist das Nettoeinkommen von euch beiden aus drei Monaten, mindestens 3.000 € und höchstens 1.000.000 € (§ 43 FamGKG). Nach seinem Ermessen berücksichtigt das Gericht auch Vermögen, Umfang und Bedeutung der Sache.
  2. VersorgungsausgleichJe Anrecht kommen 10 % des Dreimonatsnettos dazu, zusammen mindestens 1.000 € (§ 50 FamGKG). Ein Anrecht ist jede Altersversorgung, die einer von euch in der Ehe aufgebaut hat, etwa die gesetzliche Rente, eine Betriebsrente oder ein Riester-Vertrag. Wie die Anrechte geteilt werden, zeigt der Versorgungsausgleich-Rechner.
  3. Weitere FolgesachenKlärt das Gericht im selben Verfahren Sorgerecht, Unterhalt, Wohnung oder Zugewinn, kommt deren Wert dazu. Welche Werte gelten, steht unten bei den Folgesachen.
  4. GebührenAus dem Gesamtwert nimmt das Gericht 2,0 Gebühren, der Anwalt 2,5 Gebühren plus Auslagenpauschale und Umsatzsteuer. Beide Rechnungen stehen unten Schritt für Schritt.
Rechenweg Scheidungskosten bei 5.000 € Netto im Monat

Ihr verdient zusammen 5.000 € netto, habt keine Kinder und kein nennenswertes Vermögen. Beide haben eine gesetzliche Rente, also zwei Anrechte. Einer stellt den Antrag, der andere stimmt ohne eigenen Anwalt zu.

Nettoeinkommen beider im Monat
5.000 €
× 3 Monate = Wert der Scheidung
15.000 €
+ Versorgungsausgleich: 2 × 10 % von 15.000 €
+3.000 €
= Verfahrenswert
18.000 €
Gericht: 2,0 × 374,50 € aus der FamGKG-Tabelle
749,00 €
Anwalt: 2,5 × 817,00 € aus der RVG-Tabelle, Pauschale, Umsatzsteuer
2.454,38 €
Scheidungskosten mit einem Anwalt
3.203,38 €

Verfahrenswert = 3 × Nettoeinkommen beider im Monat × (1 + 0,1 × Anrechte)
Kosten = 2,0 Gerichtsgebühren + je Anwalt 2,5 Gebühren, Pauschale und Umsatzsteuer

Die Formel gilt ohne Kinder und Vermögen und oberhalb der Mindestwerte. Scheidung und Folgesachen sind ein Verfahren (§ 44 Abs. 1 FamGKG), für den Anwalt eine Angelegenheit (§ 16 Nr. 4 RVG). Die Gebühren fallen deshalb nur einmal aus dem zusammengerechneten Wert an. Weil die Tabellen nach oben flacher werden, kostet der doppelte Wert nicht das Doppelte: Bei 10.800 € Verfahrenswert zahlt ihr mit einem Anwalt 2.754 €, bei 21.600 € sind es 3.428 €.

Die Tabellen gelten in dieser Höhe seit 1. Juni 2025. Für Anträge und Anwaltsaufträge von vorher bleibt es bei den alten Gebühren (§ 63 FamGKG, § 60 RVG).

Werte und Gebührensätze 2026

PostenWertGrundlage
Wert der Scheidung: Nettoeinkommen beider ausdrei Monaten§ 43 Abs. 2 FamGKG
Mindest- und Höchstwert der Scheidung3.000 € bis 1.000.000 €§ 43 Abs. 1 FamGKG
Versorgungsausgleich je Anrecht (Ausgleich nach der Scheidung: 20 %)10 %, zusammen mindestens 1.000 €§ 50 Abs. 1 FamGKG
Sorge- oder Umgangsverfahren im Verbund20 %, höchstens 5.000 €§ 44 Abs. 2 FamGKG
Gerichtsgebühr für Scheidung und Folgesachen2,0Nr. 1110 KV FamGKG
Gerichtsgebühr bei Rücknahme vor Ende der Verhandlung0,5Nr. 1111 KV FamGKG
Verfahrensgebühr des Anwalts1,3Nr. 3100 VV RVG
Terminsgebühr des Anwalts1,2Nr. 3104 VV RVG
Auslagenpauschale20 %, höchstens 20 €Nr. 7002 VV RVG
Umsatzsteuer auf die Anwaltsrechnung19 %Nr. 7008 VV RVG

Gebührentabellen von FamGKG und RVG in der Fassung seit 1. Juni 2025.

Scheidungskosten nach Nettoeinkommen: Tabelle

So viel kostet die Scheidung bei typischen Einkommen, gerechnet mit dem Rechner oben. Gemeint ist das Nettoeinkommen von euch beiden zusammen.

Netto beider im MonatMit einem AnwaltMit zwei AnwältenVerfahrenswertGerichtJe Anwalt
1.000 €1.197 €2.099 €4.000 €296 €901 €
1.500 €1.641 €2.897 €5.500 €386 €1.255 €
2.000 €2.085 €3.695 €7.200 €476 €1.609 €
2.500 €2.307 €4.094 €9.000 €521 €1.786 €
3.000 €2.754 €4.881 €10.800 €627 €2.127 €
3.500 €2.754 €4.881 €12.600 €627 €2.127 €
4.000 €2.979 €5.270 €14.400 €688 €2.291 €
5.000 €3.203 €5.658 €18.000 €749 €2.454 €
6.000 €3.428 €6.046 €21.600 €810 €2.618 €
7.000 €3.989 €7.027 €25.200 €952 €3.037 €
8.000 €3.989 €7.027 €28.800 €952 €3.037 €
10.000 €4.663 €8.212 €36.000 €1.114 €3.549 €
12.000 €5.000 €8.805 €43.200 €1.195 €3.805 €

Zwei Anrechte im Versorgungsausgleich, keine Kinder, kein Vermögen, auf volle Euro gerundet. Bei kleinen Einkommen greifen die Mindestwerte von 3.000 € für die Scheidung und 1.000 € für den Versorgungsausgleich. Wo zwei Zeilen gleich viel kosten, liegen beide Verfahrenswerte in derselben Gebührenstufe.

Gerichtskosten der Scheidung

Die Gerichtskosten stehen im Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG). Bis 500 € Verfahrenswert beträgt eine Gebühr 40 €, darüber steigt sie in Stufen (§ 28 Abs. 1 FamGKG). Für die Scheidung mit allen Folgesachen verlangt das Gericht 2,0 dieser Gebühren (Nr. 1110 KV FamGKG), egal wie viele Termine es gibt.

Rechenweg Gerichtskosten bei 18.000 € Verfahrenswert
Verfahrenswert bis 500 €
40,00 €
über 500 € bis 2.000 €: 3 × 21,00 € je angefangene 500 €
+63,00 €
über 2.000 € bis 10.000 €: 8 × 22,50 € je angefangene 1.000 €
+180,00 €
über 10.000 € bis 18.000 €: 3 × 30,50 € je angefangene 3.000 €
+91,50 €
= einfache Gebühr (1,0) bei 18.000 €
374,50 €
× 2,0 für Scheidung und Folgesachen (Nr. 1110 KV FamGKG)
749,00 €
Verfahrenswert bisScheidung (2,0)Hälfte je EhegatteEinfache GebührNach Rücknahme (0,5)
3.000 €251,00 €125,50 €125,50 €62,75 €
4.000 €296,00 €148,00 €148,00 €74,00 €
5.000 €341,00 €170,50 €170,50 €85,25 €
6.000 €386,00 €193,00 €193,00 €96,50 €
8.000 €476,00 €238,00 €238,00 €119,00 €
10.000 €566,00 €283,00 €283,00 €141,50 €
13.000 €627,00 €313,50 €313,50 €156,75 €
16.000 €688,00 €344,00 €344,00 €172,00 €
19.000 €749,00 €374,50 €374,50 €187,25 €
25.000 €871,00 €435,50 €435,50 €217,75 €
30.000 €952,00 €476,00 €476,00 €238,00 €
40.000 €1.114,00 €557,00 €557,00 €278,50 €
50.000 €1.276,00 €638,00 €638,00 €319,00 €

Gebühren nach Anlage 2 zum FamGKG, gültig seit 1. Juni 2025. Innerhalb einer Stufe kostet jeder Verfahrenswert gleich viel.

Wann du zahlen musst

Die Gebühr wird mit dem Scheidungsantrag fällig (§ 9 Abs. 1 FamGKG), und zunächst schuldet sie der Antragsteller allein (§ 21 Abs. 1). Das Gericht stellt den Antrag deinem Ehepartner erst zu, wenn sie bezahlt ist (§ 14 Abs. 1). Mit Verfahrenskostenhilfe entfällt der Vorschuss (§ 15 Nr. 1). Ohne sie auch dann, wenn der Antrag weder aussichtslos noch mutwillig ist und du glaubhaft machst, dass dir die sofortige Zahlung Schwierigkeiten bereiten würde. Dafür genügt die Erklärung deines Anwalts (§ 15 Nr. 3). Bezahlen musst du die Gebühr trotzdem, nur nicht vorab.

Was die Gebühr senkt und was dazukommt

Nimmst du den Antrag vor dem Ende der mündlichen Verhandlung zurück, sinkt die Gebühr auf 0,5 (Nr. 1111 KV FamGKG). Dasselbe gilt für eine Folgesache, über die ihr vor Gericht einen Vergleich schließt, dann nur für ihren Anteil am Wert. Für die Scheidung selbst bleibt es bei 2,0, auch wenn beide auf eine Begründung des Beschlusses verzichten. Neben der Gebühr berechnet das Gericht Auslagen: Zustellungen erst ab der 11. im Rechtszug mit 3,50 € je Stück (Nr. 2002), Kosten für Sachverständige in voller Höhe (Nr. 2005).

Anwaltskosten der Scheidung nach dem RVG

Der Anwalt rechnet mit demselben Verfahrenswert wie das Gericht (§ 23 Abs. 1 RVG), aber nach der Tabelle des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes: Bis 500 € beträgt eine Gebühr 51,50 €, darüber steigt sie in eigenen Stufen (§ 13 Abs. 1 RVG). Für die Scheidung bekommt er eine Verfahrensgebühr von 1,3 und für den Anhörungstermin eine Terminsgebühr von 1,2, zusammen 2,5 Gebühren statt der 2,0 des Gerichts.

Rechenweg Anwaltsrechnung bei 18.000 € Verfahrenswert
Einfache Gebühr (1,0) bei 18.000 € nach § 13 RVG
817,00 €
Verfahrensgebühr 1,3 (Nr. 3100 VV RVG)
1.062,10 €
Terminsgebühr 1,2 (Nr. 3104 VV RVG)
980,40 €
Auslagenpauschale (Nr. 7002 VV RVG)
20,00 €
= netto
2.062,50 €
Umsatzsteuer 19 % (Nr. 7008 VV RVG)
391,88 €
Rechnung des Anwalts
2.454,38 €
Verfahrenswert bisJe Anwalt mit UmsatzsteuerGebühren 2,5Einfache Gebühr
3.000 €724,41 €588,75 €235,50 €
4.000 €901,43 €737,50 €295,00 €
5.000 €1.078,44 €886,25 €354,50 €
6.000 €1.255,45 €1.035,00 €414,00 €
8.000 €1.609,48 €1.332,50 €533,00 €
10.000 €1.963,50 €1.630,00 €652,00 €
13.000 €2.127,13 €1.767,50 €707,00 €
16.000 €2.290,75 €1.905,00 €762,00 €
19.000 €2.454,38 €2.042,50 €817,00 €
25.000 €2.781,63 €2.317,50 €927,00 €
30.000 €3.037,48 €2.532,50 €1.013,00 €
40.000 €3.549,18 €2.962,50 €1.185,00 €
50.000 €4.060,88 €3.392,50 €1.357,00 €

Gebühren nach Anlage 2 zum RVG seit 1. Juni 2025. Je Anwalt mit Auslagenpauschale (Nr. 7002) und 19 % Umsatzsteuer (Nr. 7008).

Wann weitere Gebühren dazukommen

Für die Scheidung selbst gibt es keine Einigungsgebühr (Nr. 1000 VV RVG, Anmerkung Abs. 5). Einigt ihr euch vor Gericht über eine Folgesache wie den Unterhalt, bekommt jeder beteiligte Anwalt eine Einigungsgebühr von 1,0 aus deren Wert (Nr. 1003). Endet der Auftrag, bevor der Anwalt den Antrag einreicht, sinkt die Verfahrensgebühr auf 0,8 (Nr. 3101). Verhandelt er schon vorher außergerichtlich über Unterhalt oder Vermögen, ist das eine eigene Angelegenheit mit Geschäftsgebühr (Nr. 2300). Sie wird zur Hälfte, höchstens mit 0,75, auf die Verfahrensgebühr angerechnet, soweit es um denselben Gegenstand geht (Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG).

Festpreis oder Honorarvereinbarung

Weniger als die gesetzlichen Gebühren darf ein Anwalt im Gerichtsverfahren nicht vereinbaren (§ 49b Abs. 1 BRAO), ein Festpreis unter dem RVG ist für die Scheidung also nicht erlaubt. Mehr darf er verlangen, wenn ihr eine Vergütungsvereinbarung in Textform schließt (§ 3a Abs. 1 RVG). Sie muss den Hinweis enthalten, dass dir ein anderer Beteiligter oder die Staatskasse im Fall einer Erstattung in der Regel nur die gesetzliche Vergütung ersetzt.

Die erste Beratung ist gedeckelt

Ohne Honorarvereinbarung kostet ein erstes Beratungsgespräch beim Anwalt höchstens 190 € plus Umsatzsteuer (§ 34 Abs. 1 RVG). Beauftragst du ihn danach mit der Scheidung, wird die Beratungsgebühr angerechnet, wenn ihr nichts anderes vereinbart (§ 34 Abs. 2 RVG).

Einvernehmliche Scheidung mit einem Anwalt

Seid ihr euch einig, reicht ein Anwalt. Er stellt für einen von euch den Antrag, der andere stimmt ohne Anwalt zu: bei der Geschäftsstelle des Familiengerichts, die seine Erklärung aufnimmt, oder im Termin (§ 114 Abs. 4 Nr. 3 und § 134 Abs. 1 FamFG). Widerrufen kann er die Zustimmung bis zum Ende der mündlichen Verhandlung (§ 134 Abs. 2). Nach einem Jahr Trennung gilt die Ehe dann als gescheitert (§ 1566 Abs. 1 BGB).

Ihr spart eine komplette Anwaltsrechnung: Bei 5.000 € Netto zusammen kostet die Scheidung mit einem Anwalt 3.203,38 €, mit zwei Anwälten 5.657,76 €. Die Gerichtskosten bleiben gleich. Der Haken: Der Anwalt vertritt nur seinen Auftraggeber. Wer ohne Anwalt zustimmt, kann keine eigenen Anträge stellen, etwa zum Unterhalt oder zum Versorgungsausgleich. Dafür bräuchte er einen eigenen Anwalt (§ 114 Abs. 1 FamFG).

Eine Vereinbarung über den Versorgungsausgleich vor der Scheidung und eine über den Zugewinn während des Verfahrens muss ein Notar beurkunden (§ 7 Abs. 1 VersAusglG, § 1378 Abs. 3 Satz 2 BGB). Ein gerichtlicher Vergleich ersetzt den Notar (§ 127a BGB). Weil in Folgesachen Anwaltszwang gilt (§ 114 Abs. 1 FamFG), braucht dafür aber jeder von euch einen Anwalt.

Rechenbeispiel Einig, ein Anwalt, zwei Kinder

Ein Ehegatte verdient 2.400 € netto, der andere 1.500 €. Beide haben eine gesetzliche Rente. Einer stellt den Antrag, der andere stimmt ohne Anwalt zu.

Nettoeinkommen beider × 3
11.700 €
2 Kinder × 250 € × 3
−1.500 €
= Wert der Scheidung
10.200 €
+ Versorgungsausgleich: 2 × 10 % von 11.700 €
+2.340 €
= Verfahrenswert
12.540 €
Gericht: 2,0 × 313,50 €
627,00 €
Anwalt: 2,5 × 707,00 €, Pauschale, Umsatzsteuer
2.127,13 €
Scheidungskosten zusammen
2.754,13 €

Der Antragsteller zahlt den Anwalt und die Hälfte der Gerichtskosten, zusammen 2.440,63 €. Der andere zahlt 313,50 €.

Folgesachen: Unterhalt, Sorgerecht, Wohnung und Zugewinn

Folgesachen entscheidet das Familiengericht zusammen mit der Scheidung, im sogenannten Verbund (§ 137 Abs. 1 FamFG). Den Versorgungsausgleich führt es ohne Antrag mit durch (§ 137 Abs. 2 Satz 2), bei einer Ehe von bis zu drei Jahren nur auf Antrag (§ 3 Abs. 3 VersAusglG). Unterhalt, Ehewohnung, Haushalt und Zugewinn kommen dazu, wenn einer von euch sie spätestens zwei Wochen vor der mündlichen Verhandlung anhängig macht (§ 137 Abs. 2 Satz 1 FamFG). Sorge- und Umgangsverfahren gehören nur dazu, wenn einer die Einbeziehung beantragt (§ 137 Abs. 3).

FolgesacheWertGrundlage
Versorgungsausgleich10 % des Dreimonatsnettos je Anrecht, zusammen mindestens 1.000 €§ 50 Abs. 1 FamGKG
Sorgerecht, Umgang, Herausgabe eines Kindes20 % vom Wert der Scheidung, höchstens 5.000 € je Verfahren§ 44 Abs. 2 FamGKG
Unterhalt für Kinder oder den Ehegatten nach der Scheidunggeforderter Betrag für zwölf Monate§ 51 Abs. 1 FamGKG
Ehewohnung nach der Scheidung5.000 €§ 48 Abs. 1 FamGKG
Haushaltsgegenstände3.000 €§ 48 Abs. 2 FamGKG
Zugewinnausgleichgeforderter Betrag§ 35 FamGKG

Das Gericht kann die Werte für Kinder, Wohnung und Haushalt im Einzelfall höher oder niedriger ansetzen (§ 44 Abs. 3, § 48 Abs. 3 FamGKG).

Jede Folgesache erhöht den Verfahrenswert, die Gebühren entstehen aber nur einmal aus der Summe (§ 44 Abs. 1 FamGKG, § 16 Nr. 4 RVG). Deshalb ist der Verbund günstiger als ein eigenes Verfahren. Ein Beispiel: Ihr habt beide einen Anwalt und streitet zusätzlich über 600 € Unterhalt im Monat. Im Verbund kostet euch das zusammen 1.369,20 € mehr. Als eigenes Unterhaltsverfahren wären es 3.932,96 €: 714,00 € für das Gericht, das dann 3,0 Gebühren nimmt (Nr. 1220 KV FamGKG), und zwei Anwaltsrechnungen über je 1.609,48 €. Über den Unterhalt rechnet der Unterhaltsrechner.

Rechenbeispiel Streit mit zwei Anwälten

Die Ehegatten verdienen 4.200 € und 1.800 € netto, haben ein Kind und vier Anrechte, zwei gesetzliche Renten und zwei Betriebsrenten. Im Verbund streiten sie über das Sorgerecht, außerdem werden 600 € Unterhalt im Monat gefordert.

Wert der Scheidung: 18.000 € − 750 € für das Kind
17.250 €
+ Versorgungsausgleich: 4 × 1.800 €
+7.200 €
+ Sorgerecht: 20 % von 17.250 €
+3.450 €
+ Unterhalt: 12 × 600 €
+7.200 €
= Verfahrenswert
35.100 €
Gericht: 2,0 × 557,00 €
1.114,00 €
Zwei Anwälte je 3.549,18 €
7.098,36 €
Scheidungskosten zusammen
8.212,36 €

Jeder zahlt seinen Anwalt und die halben Gerichtskosten, also 4.106,18 €. Einigen sich beide im Termin über den Unterhalt, kommt je Anwalt eine Einigungsgebühr von 1,0 aus 7.200 € dazu, mit Umsatzsteuer 634,27 € (Nr. 1003 VV RVG).

Kinder und Vermögen: So unterschiedlich rechnen die Gerichte

Für Kinder und Vermögen nennt das Gesetz keine Zahlen, das Gericht entscheidet nach Ermessen (§ 43 FamGKG). Die Oberlandesgerichte haben dafür eigene Linien entwickelt. Der Rechner nimmt verbreitete Werte, dein Familiengericht kann abweichen.

Für jedes unterhaltsberechtigte Kind ziehen viele Gerichte einen festen Betrag vom Monatsnetto ab. Das OLG Celle hat 250 € abgezogen und das Kindergeld nicht als Einkommen gezählt (Beschluss vom 17. Dezember 2013, 12 WF 92/13), das OLG Frankfurt 400 € (Beschluss vom 12. März 2024, 2 WF 12/24). Für den Versorgungsausgleich haben beide mit dem vollen Nettoeinkommen gerechnet, ohne Abzug für die Kinder.

Beim Vermögen gehen die Ansichten weit auseinander. Das OLG Köln hat die Spanne 2015 zusammengetragen: 5 % oder 10 % des Vermögens, nach Freibeträgen von 15.000 € bis 60.000 € je Ehegatte, teils mit Zuschlägen je Kind. Das OLG Köln selbst lässt alles außen vor, was auch bei der Verfahrenskostenhilfe geschützt ist, etwa ein angemessenes selbst bewohntes Haus, und setzt vom Rest 10 % an (Beschluss vom 10. November 2015, 4 WF 161/15). Was das ausmacht, zeigt ein Paar mit 5.000 € Netto, zwei Anrechten, ohne Kinder und mit 200.000 € Vermögen:

RechenweiseZuschlagVerfahrenswertKosten mit einem Anwalt
Ohne Vermögen–18.000 €3.203 €
5 % über 60.000 € je EhegatteOLG Stuttgart, 18 WF 71/104.000 €22.000 €3.428 €
5 % über 30.000 € je Ehegatte (Rechner)OLG Celle, 12 WF 140/12; OLG Hamm, 13 WF 19/157.000 €25.000 €3.653 €
5 % über 25.000 € je EhegatteOLG Frankfurt, 2 WF 12/247.500 €25.500 €3.989 €
10 % über 30.000 € je EhegatteOLG Schleswig, 10 WF 3/1414.000 €32.000 €4.326 €

Beschlüsse aus Stuttgart, Celle, Hamm und Schleswig nach der Übersicht des OLG Köln. Das OLG Frankfurt zieht beim Vermögen zusätzlich 10.000 € je Kind ab.

Je nach Gericht kostet das Vermögen hier zwischen 225 € und 1.123 € mehr. Steckt euer Vermögen vor allem im selbst bewohnten Haus, fällt es nach der Kölner Linie ganz heraus. Frag deinen Anwalt, wie euer Familiengericht rechnet.

Wer zahlt die Scheidung?

Wird die Ehe geschieden, hebt das Gericht die Kosten gegeneinander auf (§ 150 Abs. 1 FamFG). Die Gerichtskosten trägt dann jeder zur Hälfte (§ 92 Abs. 1 Satz 2 ZPO), seinen Anwalt bezahlt jeder selbst. Wer mehr verdient, zahlt deshalb nicht automatisch mehr. Vorgestreckt hat die Gerichtsgebühr der Antragsteller, im Beispiel mit 5.000 € Netto 749 €. Die Hälfte davon muss ihm der andere nach dem Beschluss erstatten.

Gibt es nur einen Anwalt, zahlt ihn der Antragsteller, denn der Anwalt vertritt nur ihn. Wollt ihr die Rechnung teilen, haltet das fest: Eine Vereinbarung über die Kosten soll das Gericht seiner Entscheidung zugrunde legen (§ 150 Abs. 4 Satz 3 FamFG). Von sich aus verteilt es die Kosten nur anders, wenn die Aufhebung unbillig wäre, etwa nach einer Versöhnung oder wegen des Ausgangs einer Unterhalts- oder Güterrechtsfolgesache (§ 150 Abs. 4 Satz 1). Wird der Antrag abgewiesen oder zurückgenommen, trägt der Antragsteller alles (§ 150 Abs. 2).

Verfahrenskostenhilfe, wenn das Geld nicht reicht

Wer die Kosten nicht oder nur in Raten aufbringen kann, bekommt auf Antrag Verfahrenskostenhilfe. In der Scheidung gelten dafür direkt die Regeln der ZPO zur Prozesskostenhilfe (§ 113 Abs. 1 FamFG, §§ 114 ff. ZPO). Sie übernimmt die Gerichtskosten und den eigenen Anwalt, den das Gericht dir beiordnet (§ 121 Abs. 1 ZPO), und erstreckt sich auf den Versorgungsausgleich (§ 149 FamFG). Außerdem muss der Antrag Aussicht auf Erfolg haben und darf nicht mutwillig sein (§ 114 ZPO). Deine Angaben zu Einkommen und Vermögen machst du auf dem amtlichen Formular mit Belegen (§ 117 Abs. 2 und 4 ZPO).

Von deinem Nettoeinkommen gehen die Freibeträge ab, dazu Miete und Heizung und besondere Belastungen (§ 115 Abs. 1 ZPO). Was übrig bleibt, ist das einzusetzende Einkommen. Die Hälfte davon zahlst du als Monatsrate, abgerundet auf volle Euro. Unter 10 € entfällt die Rate, über 600 € einzusetzendem Einkommen beträgt sie 300 € plus alles, was darüber liegt. Du zahlst höchstens 48 Raten und nicht mehr, als das Verfahren kostet (§ 115 Abs. 2 und § 120 Abs. 3 ZPO). Deine Rate mit Kindern, Unterhalt und Mehrbedarf zeigt der Prozesskostenhilfe-Rechner.

Freibetrag im Monat2026Grundlage
für dich selbst619 €§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2a ZPO
zusätzlich, wenn du Einkommen aus Arbeit hast282 €§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1b ZPO
je unterhaltsberechtigtem Kind bis 5 Jahre393 €§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2b ZPO
je Kind von 6 bis 13 Jahren429 €§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2b ZPO
je Jugendlichem von 14 bis 17 Jahren518 €§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2b ZPO
je unterhaltsberechtigtem Erwachsenen496 €§ 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2b ZPO

Beträge für den Bund nach der Prozesskostenhilfebekanntmachung 2026. In München, im Landkreis München und im Landkreis Fürstenfeldbruck gelten höhere. Hat ein Unterhaltsberechtigter eigenes Einkommen, sinkt sein Freibetrag entsprechend.

Beispiel Verfahrenskostenhilfe Alleinstehend, 1.700 € netto
Nettoeinkommen
1.700 €
Freibetrag für dich
−619 €
Freibetrag, weil du arbeitest
−282 €
Miete und Heizung
−600 €
= einzusetzendes Einkommen
199 €
Monatsrate: die Hälfte, abgerundet
99 €

Bewilligt wird die Hilfe nur, wenn das Verfahren dich mehr kostet als vier Raten, hier 396 € (§ 115 Abs. 4 ZPO). Höchstens zahlst du 48 Raten, also 4.752 €.

Rechenbeispiel Kleines oder kein Einkommen: die Mindestwerte greifen

Nur ein Ehegatte verdient, 950 € netto im Monat. Beide haben Rentenanrechte.

Nettoeinkommen × 3
2.850 €
= Wert der Scheidung, mindestens 3.000 €
3.000 €
+ Versorgungsausgleich: 2 × 285 €, mindestens 1.000 €
+1.000 €
= Verfahrenswert
4.000 €
Gericht: 2,0 × 148,00 €
296,00 €
Anwalt
901,43 €
Scheidungskosten zusammen
1.197,43 €

Ohne jedes Einkommen kostet die Scheidung genauso viel, weil beide Mindestwerte schon hier gelten. Stellt der Ehegatte mit Einkommen den Antrag, hilft die Verfahrenskostenhilfe: Von 950 € gehen 619 € und 282 € Freibetrag ab, dazu zum Beispiel 450 € Warmmiete. Es bleibt kein einzusetzendes Einkommen, also gibt es die Hilfe ohne Raten.

Solange die Hilfe bewilligt ist, darf dein beigeordneter Anwalt von dir keine Vergütung verlangen (§ 122 Abs. 1 Nr. 3 ZPO). Wer von Grundsicherungsgeld lebt, hat nach den Abzügen nichts einzusetzen: Der Freibetrag liegt über dem Regelbedarf, und die Wohnkosten gehen zusätzlich ab. Dann gibt es die Hilfe ohne Raten. Ändern sich deine Verhältnisse, kann das Gericht die Raten noch bis vier Jahre nach dem Ende des Verfahrens anpassen. Steigt dein Einkommen dauerhaft um mehr als 100 € brutto im Monat oder ziehst du um, musst du das von dir aus melden (§ 120a ZPO).

Verdient dein Ehepartner deutlich mehr, kann er verpflichtet sein, dir die Kosten eines Rechtsstreits in persönlichen Angelegenheiten vorzuschießen (§ 1360a Abs. 4 BGB, bei Getrenntleben mit § 1361 Abs. 4 Satz 4 BGB).

Häufige Fragen

Kann ich mich ohne Anwalt scheiden lassen?
Nicht ganz. Geschieden wird nur durch das Gericht auf Antrag (§ 1564 BGB), und wer den Antrag stellt, braucht einen Anwalt (§ 114 Abs. 1 FamFG). Der andere kann ohne Anwalt zustimmen (§ 114 Abs. 4 Nr. 3 FamFG). Der Anwalt vertritt aber nur den, der ihn beauftragt hat. Wer selbst Anträge stellen will, etwa zum Unterhalt, braucht einen eigenen.
Ist eine Online-Scheidung günstiger?
Bei den Gebühren nicht. Im gerichtlichen Verfahren darf ein Anwalt nicht weniger verlangen, als das RVG vorsieht (§ 49b Abs. 1 BRAO), und die Gerichtskosten stehen im Gesetz. Das Verfahren vor dem Familiengericht ist dasselbe, zur Anhörung lädt das Gericht euch in der Regel persönlich (§ 128 FamFG). Sparen könnt ihr, wenn einer den Antrag stellt und der andere ohne Anwalt zustimmt.
Zahlt die Rechtsschutzversicherung die Scheidung?
Nach den Musterbedingungen der Versicherer nur die Beratung. In den ARB 2021 des Versicherungsverbands GDV sind Streitigkeiten aus dem Familienrecht ausgeschlossen. Versichern lässt sich nur der Beratungs-Rechtsschutz, also Rat oder Auskunft eines Anwalts. Tut der Anwalt mehr, stellt er etwa den Scheidungsantrag, erstattet die Versicherung nichts. Einzelne Tarife können abweichen, entscheidend sind deine Bedingungen.
Kann ich die Scheidungskosten von der Steuer absetzen?
Nein. Seit dem Veranlagungszeitraum 2013 sind Prozesskosten als außergewöhnliche Belastung ausgeschlossen, außer du würdest ohne den Prozess Gefahr laufen, deine Existenzgrundlage zu verlieren (§ 33 Abs. 2 Satz 4 EStG). Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Scheidungskosten Prozesskosten sind und diese Ausnahme regelmäßig nicht erfüllen (Urteil vom 18. Mai 2017, VI R 9/16). Für Folgesachen wie Unterhalt oder Zugewinn gilt dasselbe, auch sie werden vor Gericht geführt. Absetzen kannst du den Unterhalt an deinen getrennt lebenden oder geschiedenen Ehepartner: mit seiner Zustimmung bis 13.805 € im Jahr als Sonderausgabe, er versteuert ihn dann (§ 10 Abs. 1a Nr. 1, § 22 Nr. 1a EStG).
Was kostet es, wenn wir den Scheidungsantrag zurücknehmen?
Weniger, aber nicht nichts. Wird der Antrag vor dem Ende der mündlichen Verhandlung zurückgenommen, sinkt die Gerichtsgebühr von 2,0 auf 0,5 (Nr. 1111 KV FamGKG), im Beispiel mit 5.000 € Netto von 749 € auf 187,25 €. Die Kosten trägt dann der Antragsteller (§ 150 Abs. 2 FamFG). Seinem Anwalt schuldet er die Verfahrensgebühr, ohne Termin sind das hier 1.287,70 € mit Pauschale und Umsatzsteuer. Hilft der Anwalt bei einer Versöhnung, kann er zusätzlich eine Aussöhnungsgebühr berechnen (Nr. 1001 und 1003 VV RVG).
Wann ist eine Scheidung möglich?
Nach einem Jahr Trennung, wenn ihr beide die Scheidung wollt. Dann gilt die Ehe als gescheitert (§ 1566 Abs. 1 BGB). Will der andere nicht, musst du das Scheitern nachweisen, nach drei Jahren Trennung wird es vermutet (§ 1566 Abs. 2). Vor Ablauf des Trennungsjahres geht es nur bei unzumutbarer Härte (§ 1565 Abs. 2). Getrennt leben könnt ihr auch in derselben Wohnung, und ein kurzes Zusammenleben, um euch zu versöhnen, unterbricht das Jahr nicht (§ 1567 BGB).
Wie lange dauert ein Scheidungsverfahren?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Das Gericht entscheidet über die Scheidung und alle Folgesachen in einem Beschluss (§ 142 Abs. 1 FamFG), also erst, wenn die Auskünfte der Versorgungsträger zu euren Anrechten vorliegen (§ 220 FamFG) und jeder Streit im Verbund geklärt ist. Hängt nur noch der Versorgungsausgleich, kann das Gericht ihn abtrennen: wenn seit dem Antrag drei Monate vergangen sind, ihr beide alles Nötige für den Versorgungsausgleich beigetragen habt und beide die Abtrennung beantragt (§ 140 Abs. 2 Nr. 4 FamFG). Legt niemand Beschwerde ein, wird der Beschluss nach einem Monat ab der schriftlichen Bekanntgabe rechtskräftig (§ 63 FamFG). Erst dann ist die Ehe aufgelöst (§ 1564 BGB).
Was kann ich tun, wenn der Verfahrenswert zu hoch angesetzt ist?
Mit dem Antrag setzt das Gericht den Wert nur vorläufig fest, endgültig per Beschluss erst am Ende des Verfahrens (§ 55 Abs. 1 und 2 FamGKG). Dieser Wert gilt auch für die Rechnung deines Anwalts (§ 32 Abs. 1 RVG). Gegen den Beschluss kannst du Beschwerde einlegen, wenn es dabei um mehr als 300 € Kosten geht, spätestens sechs Monate nach Rechtskraft der Scheidung (§ 59 Abs. 1 mit § 55 Abs. 3 Satz 2 FamGKG). Gerichtsgebühren kostet die Beschwerde nicht, erstattet wird aber auch nichts (§ 59 Abs. 3). Auch dein Anwalt kann aus eigenem Recht Beschwerde einlegen (§ 32 Abs. 2 RVG).
Wie viel teurer macht der Versorgungsausgleich die Scheidung?
Jedes Anrecht erhöht den Verfahrenswert um 10 % des Dreimonatsnettos, zusammen um mindestens 1.000 € (§ 50 Abs. 1 FamGKG). Bei 5.000 € Netto kostet die Scheidung mit einem Anwalt ohne Versorgungsausgleich 2.978,75 €, mit zwei Anrechten 3.203,38 € und mit vier 3.428,00 €. Weil die Tabellen in Stufen steigen, ändert ein einzelnes Anrecht manchmal nichts: Mit einem Anrecht wären es hier ebenfalls 3.203,38 €. Bei einer Ehe von bis zu drei Jahren findet der Ausgleich nur statt, wenn ihn einer beantragt (§ 3 Abs. 3 VersAusglG).
Kann ich die Scheidungskosten in Raten zahlen?
Die Gerichtsgebühr ist mit dem Antrag fällig. Mit Verfahrenskostenhilfe zahlst du Gericht und eigenen Anwalt dagegen in höchstens 48 Monatsraten an die Staatskasse oder gar nicht (§ 115 Abs. 2 ZPO). Wie hoch die Rate ist, zeigt das Beispiel bei der Verfahrenskostenhilfe. Dein Anwalt darf einen angemessenen Vorschuss verlangen (§ 9 RVG), eine Ratenzahlung musst du mit ihm aushandeln.

Quellen

  1. Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG): Gebühren § 28, Fälligkeit und Vorschuss §§ 9, 14, 15, Verfahrenswerte §§ 35, 43, 44, 48, 50, 51, Wertfestsetzung §§ 55, 59 gesetze-im-internet.de
  2. Kostenverzeichnis zum FamGKG: Nr. 1110, 1111, 1220 und Auslagen Nr. 2002, 2005 gesetze-im-internet.de
  3. Gebührentabelle zum FamGKG: Gerichtsgebühren seit 1. Juni 2025 gesetze-im-internet.de
  4. Vergütungsverzeichnis zum RVG: Nr. 1000 bis 1003, 2300, 3100, 3101, 3104, 7002 und 7008 gesetze-im-internet.de
  5. Gebührentabelle zum RVG: Anwaltsgebühren seit 1. Juni 2025 gesetze-im-internet.de
  6. § 114 FamFG: Anwaltszwang, Zustimmung zur Scheidung ohne Anwalt gesetze-im-internet.de
  7. § 137 FamFG: Verbund von Scheidung und Folgesachen gesetze-im-internet.de
  8. § 150 FamFG: Kosten in Scheidungssachen und Folgesachen gesetze-im-internet.de
  9. § 1566 BGB: Trennungsjahr und Vermutung des Scheiterns gesetze-im-internet.de
  10. § 115 ZPO: Einkommen, Raten und Vermögen bei der Verfahrenskostenhilfe gesetze-im-internet.de
  11. Prozesskostenhilfebekanntmachung 2026: Freibeträge ab 1. Januar 2026 gesetze-im-internet.de
  12. § 33 EStG: Abs. 2 Satz 4: Prozesskosten keine außergewöhnliche Belastung gesetze-im-internet.de
  13. OLG Celle, Beschluss vom 17.12.2013, 12 WF 92/13: Kindergeld zählt nicht, 250 € Abzug je Kind voris.wolterskluwer-online.de
  14. OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 12.03.2024, 2 WF 12/24: 400 € Abzug je Kind, Vermögen mit 5 % über Freibeträgen rv.hessenrecht.hessen.de
  15. OLG Köln, Beschluss vom 10.11.2015, 4 WF 161/15: wie die Gerichte Vermögen bewerten nrwe.justiz.nrw.de
  16. BFH, Urteil vom 18.05.2017, VI R 9/16: Scheidungskosten sind nicht absetzbar bundesfinanzhof.de
  17. GDV: Musterbedingungen Rechtsschutzversicherung (ARB 2021): Familienrecht nur als Beratungs-Rechtsschutz gdv.de

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