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So wird gerechnet
Jahreskosten = Jahresgebühr + Fremdwährungsumsatz × Auslandsentgelt − Umsatz × Cashback
Beispiel: 12.000 € Umsatz im Jahr, davon 15 % in fremder Währung. Bei 1,75 % Auslandseinsatzentgelt zahlst du 31,50 €, das Cashback von 0,5 % bringt 60,00 €. Die Karte ohne Jahresgebühr bringt dir damit 28,50 € im Jahr. Das gilt aber nur, wenn du jede Abrechnung voll bezahlst.
Zwei Posten rechnet die Formel nicht mit, weil sie von deinem Verhalten abhängen: Bargeld und Teilzahlung. Hebst du mit der Kreditkarte Geld ab, kommt zum Entgelt für die Abhebung bei manchen Karten Zins ab dem Tag der Abhebung. Bei 15 % effektivem Jahreszins kosten 300 € für 30 Tage bis zur Abbuchung 3,47 € Zinsen. Beides steht im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Karte.
Charge, Revolving, Debit, Prepaid
Auf vielen Karten steht Visa oder Mastercard, abgerechnet wird aber ganz unterschiedlich. Für die Kosten zählt, wann das Geld von deinem Konto geht und ob ein Kredit dahintersteckt.
| Karte | Abbuchung | Zinsen | Kreditrahmen |
|---|---|---|---|
| Charge-Karte | einmal im Monat, alle Umsätze auf einmal | keine, wenn die Abbuchung klappt | ja, als Verfügungsrahmen |
| Revolving-Kreditkarte | monatlich eine Rate, der Rest wird Kredit | auf den offenen Betrag | ja |
| Debitkarte | sofort oder nach wenigen Tagen vom Girokonto | nur, wenn das Konto ins Minus geht | nein, Guthaben oder Dispo |
| Prepaidkarte | vom vorher aufgeladenen Guthaben | keine | nein |
Viele Charge-Karten lassen sich auf Teilzahlung umstellen, oft per Klick im Onlinebanking. Ob deine Karte das kann und was es kostet, steht im Vertrag.
Drei Karten im Vergleich
| Karte | Ergebnis im Jahr |
|---|---|
| Ohne Gebühr, 1,75 % Auslandsentgelt, 0,5 % Cashback | +28,50 € |
| Ohne Gebühr, ohne Auslandsentgelt, ohne Cashback | 0,00 € |
| 99 € Gebühr, ohne Auslandsentgelt, 0,5 % Cashback | −39,00 € |
12.000 € Umsatz im Jahr, 15 % davon in fremder Währung, Rechnung immer voll bezahlt. Plus heißt: Die Karte bringt dir Geld, minus: sie kostet.
Eine Jahresgebühr holst du über Cashback nur mit viel Umsatz wieder herein. Zahlst du selten in fremder Währung, spielt das Auslandsentgelt kaum eine Rolle. Wer oft außerhalb des Euroraums unterwegs ist, fährt mit einer Karte ohne dieses Entgelt meist besser.
Jahresgebühr: Ab welchem Umsatz lohnt sie sich?
Bringt eine Karte mit Gebühr nur mehr Cashback, rechnet sich die Gebühr erst ab einem bestimmten Umsatz. Teil die Gebühr durch den Cashback-Satz:
Umsatz für die Gewinnschwelle = Jahresgebühr ÷ Cashback-Satz
| Jahresgebühr | bei 0,5 % Cashback | bei 1 % Cashback |
|---|---|---|
| 29 € | 5.800 € | 2.900 € |
| 49 € | 9.800 € | 4.900 € |
| 99 € | 19.800 € | 9.900 € |
| 149 € | 29.800 € | 14.900 € |
Umsatz im Jahr, ab dem das Cashback die Gebühr deckt. Gebühren und Sätze sind Rechenbeispiele, keine Angebote.
Hält eine Premiumkarte Versicherungen oder Lounge-Zugang bereit, zählt das nur, wenn du die Leistung ohnehin bezahlen würdest. Kündigst du, bekommst du die im Voraus gezahlte Gebühr anteilig zurück, und die Kündigung selbst darf nichts kosten (§ 675h Abs. 3 und 4 BGB). Manche Banken erlassen die Gebühr, wenn du im Jahr einen Mindestumsatz erreichst. Prüf dann, ob du ihn ohne zusätzliche Käufe schaffst.
Zahlen im Ausland
Zahlst du in Euro in einem anderen EU-Land, darf deine Bank dafür nicht mehr verlangen als für die gleiche Zahlung im Inland (Artikel 3 der Verordnung (EU) 2021/1230). Das Auslandseinsatzentgelt trifft dich also vor allem bei Zahlungen in fremder Währung, etwa in der Schweiz, in Großbritannien oder den USA.
Fragt dich das Kartenterminal oder der Geldautomat im Ausland, ob in Euro abgerechnet werden soll, wähl die Landeswährung. Bei Euro rechnet der Händler oder Automatenbetreiber selbst um, oft zu einem schlechteren Kurs als deine Bank.
Teilzahlung: der teure Teil
Bei einer Revolving-Karte zahlst du jeden Monat nur einen Teil der Rechnung, meist einen Prozentsatz vom offenen Betrag mit einem Mindestbetrag. Weil die Rate mit der Restschuld schrumpft, zieht sich das Abzahlen über Jahre. Bei 3 % Rate dauert es 7,5 Jahre, bis 2.000 € weg sind.
- Offener Betrag
- 2.000 €
- Erste Rate (3 %)
- 60,00 €
- Monate bis schuldenfrei
- 90
- Zinsen gesamt
- 977 €
15 % ist ein Beispielwert. Deinen Zins und die Mindestrate findest du im Preisverzeichnis deiner Karte.
| Monatsrate | Monate | Zinsen |
|---|---|---|
| 3 % vom Rest, mindestens 25 € | 90 | 977 € |
| 5 % vom Rest, mindestens 25 € | 59 | 532 € |
| 10 % vom Rest, mindestens 25 € | 34 | 250 € |
2.000 € offener Betrag, 15 % effektiver Jahreszins, keine neuen Umsätze.
Auslastung des Kreditrahmens
Die Auslastung ist der Anteil deines Kreditrahmens, den du gerade nutzt: offener Betrag geteilt durch Rahmen. Zahlst du jede Abrechnung voll, kostet sie nichts. In der Teilzahlung bestimmt sie, wie viel Zins jeden Monat anfällt. Bei einem Rahmen von 3.000 € und 15 % effektivem Jahreszins:
| Auslastung | Offen | Zinsen im ersten Monat | Zinsen bis schuldenfrei | Monate |
|---|---|---|---|---|
| 25 % | 750 € | 8,79 € | 179 € | 38 |
| 50 % | 1.500 € | 17,57 € | 657 € | 75 |
| 75 % | 2.250 € | 26,36 € | 1.137 € | 97 |
| 100 % | 3.000 € | 35,14 € | 1.618 € | 112 |
Rate 3 % vom offenen Betrag, mindestens 25 €, keine neuen Umsätze. Der Monatszins folgt aus dem effektiven Jahreszins: (1 + 15 %)^(1/12) − 1.
Ist der Rahmen ausgeschöpft, werden weitere Zahlungen in der Regel abgelehnt, bis du einzahlst. Erhöht die Bank den Rahmen deutlich, muss sie deine Kreditwürdigkeit neu prüfen (§ 505a Abs. 2 BGB).
Was das Kreditrecht ab November 2026 regelt
Eine Revolving-Karte ist ein Verbraucherdarlehen (§ 491 BGB). Die Bank muss dir vorher die Vertragsinformationen mit dem effektiven Jahreszins geben und deine Kreditwürdigkeit prüfen, und du kannst den Vertrag 14 Tage lang widerrufen (§ 495 BGB). Charge-Karten fallen bis zum 19. November 2026 meist nicht darunter, weil du binnen drei Monaten zurückzahlst und nur geringe Kosten anfallen (§ 491 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 BGB).
Am 20. November 2026 tritt das Gesetz zur Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft (BGBl. 2026 I Nr. 139). Die Ausnahmen für kleine und kurzfristige Kredite entfallen. Für Charge-Karten gilt dann eine engere Ausnahme: Das Gesetz nennt sie Debitkarten mit Zahlungsaufschub und nimmt sie nur aus, wenn das Geld binnen 40 Tagen zurückzuzahlen ist, zinsfrei, und nur geringe Entgelte anfallen (§ 506 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 BGB neu). Bei der Kreditwürdigkeitsprüfung darf die Bank Datenbanken abfragen, aber keine Daten aus sozialen Netzwerken nutzen.
Häufige Fragen
Gilt ein Widerrufsrecht für Kreditkarten?
Was ändert sich am 20. November 2026?
Kreditkarte, Charge-Karte, Debitkarte: Was ist der Unterschied?
Kostet Bargeld abheben mit der Kreditkarte extra?
Warum ist Cashback in Deutschland so niedrig?
Beeinflusst eine Kreditkarte die Schufa?
Bekomme ich die Jahresgebühr zurück, wenn ich kündige?
Wer haftet, wenn meine Karte missbraucht wird?
Wie komme ich aus der Teilzahlung heraus?
Quellen
- § 675h BGB: Kündigung, anteilige Erstattung der Jahresgebühr gesetze-im-internet.de
- § 675v BGB: Haftung bei Missbrauch bis 50 € gesetze-im-internet.de
- SCHUFA: neuer Score, zwölf Kriterien: Punkte für Konten und Kreditkarten schufa.de
- SCHUFA: Start des neuen Scores: Start am 17. März 2026, Branchenscores bis Ende 2028 schufa.de
- Verordnung (EU) 2021/1230: Euro-Zahlungen in der EU zu Inlandsentgelten, Aufschläge bei Währungsumrechnung eur-lex.europa.eu
- Verordnung (EU) 2015/751: Obergrenze 0,3 % für Interbankenentgelte bei Kreditkarten eur-lex.europa.eu
- § 491 BGB: Verbraucherdarlehen, Ausnahme bei drei Monaten und geringen Kosten (bis 19.11.2026) gesetze-im-internet.de
- Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225, BGBl. 2026 I Nr. 139: Neues Verbraucherkreditrecht ab 20. November 2026, Charge-Karten bis 40 Tage recht.bund.de
- § 495 BGB: Widerrufsrecht beim Verbraucherdarlehen gesetze-im-internet.de
- § 16 PAngV: Effektiver Jahreszins bei Krediten gesetze-im-internet.de