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Dispozins-Rechner 2026

2.000 € im Minus kosten bei 9,39 % Dispozins 15,65 € im Monat und 187,80 € im Jahr. 9,39 % war im August 2026 der Durchschnitt für Überziehungskredite laut Bundesbank, ein Effektivzins, den der Rechner vereinfacht als Dispozins ansetzt. Der Rechner zeigt, was deine Überziehung kostet und wie viel du mit einem Ratenkredit sparst.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Dispozins-Rechner

Dispozinsen für 30 Tage

15,44 €

15,65 € im Monat · 187,80 € im Jahr, wenn das Minus stehen bleibt

2.000,00 € im Minus kosten dich in 30 Tage 15,44 € Zinsen. Bleibt das Konto ein ganzes Jahr so im Minus, sind es 187,80 €.

Pro Monat
15,65 €
Pro Jahr
187,80 €
Pro Tag
0,51 €

Gut zu wissen: Nutzt du den Dispo sechs Monate am Stück und im Schnitt zu mehr als 75 %, muss dir die Bank eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten (§ 504a BGB).

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. Kosten nach Betrag und Dauer
  3. Dispo oder Ratenkredit
  4. Deine Rechte
  5. Wann ein Zins sittenwidrig ist
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

So wird gerechnet

Die Bank berechnet Dispozinsen für jeden Tag, an dem dein Konto im Minus ist, auf den Kontostand am Ende des Tages. Pro Tag sind das bei 2.000 € Minus und 9,39 % rund 0,51 €.

Dispozinsen = Minus × Zinssatz × Tage ÷ 365

Abgebucht werden die Zinsen beim Rechnungsabschluss, oft einmal im Quartal. Bleibt dein Konto danach im Minus, kosten auch diese Zinsen wieder Dispozins. Der Rechner zeigt die Kosten ohne diesen Zinseszins, für ein paar Monate ist der Unterschied klein.

Was der Dispo kostet

Minuspro Monatpro Jahr
500 €3,91 €46,95 €
1.000 €7,83 €93,90 €
2.000 €15,65 €187,80 €
5.000 €39,13 €469,50 €
10.000 €78,25 €939,00 €

Bei 9,39 % Dispozins, Minus bleibt gleich hoch, ohne Zinseszins.

Kosten nach Betrag und Dauer

Minus1 Woche1 Monat3 Monate1 Jahr
500 €0,90 €3,86 €11,71 €46,95 €
1.000 €1,80 €7,72 €23,41 €93,90 €
2.000 €3,60 €15,44 €46,82 €187,80 €
5.000 €9,00 €38,59 €117,05 €469,50 €

Taggenau mit 365 Tagen im Jahr, 9,39 % Zins, ohne Zinseszins.

Wie sich der Dispozins entwickelt hat

ZeitpunktDurchschnittszins
Dezember 20197,62 %
Dezember 20207,32 %
Dezember 20217,11 %
Dezember 20228,70 %
Dezember 202310,76 %
Dezember 202410,42 %
Dezember 20259,04 %
August 20269,39 %

Effektivzins für Überziehungs- und revolvierende Kredite an private Haushalte, einschließlich Kreditkarten (Bundesbank, Reihe SUD186).

Am teuersten war der Dispo seit 2019 im Februar 2024 mit 11,06 %, am günstigsten im Mai 2022 mit 6,96 %. Anders als beim Ratenkredit ist der Dispozins variabel. Eine Anpassung wird erst wirksam, wenn die Bank dich darüber unterrichtet hat (§ 493 Abs. 3 BGB), Einzelheiten regelt dein Kontovertrag.

Dispo oder Ratenkredit?

Für ein paar Tage ist der Dispo praktisch: 2.000 € für 30 Tage kosten 15,44 €. Brauchst du das Geld über Monate, ist ein Ratenkredit günstiger, weil sein Zins niedriger ist und du feste Raten zahlst. Bei 5.000 € und 24 Monaten Rückzahlung sieht das so aus:

Rechenbeispiel 5.000 € in 24 gleichen Raten zurückzahlen
Dispo: Rate
229,32 €
Dispo: Zinsen in 24 Monaten
503,68 €
Ratenkredit: Rate
224,50 €
Ratenkredit: Zinsen in 24 Monaten
388,00 €
Ersparnis mit Ratenkredit
115,68 €

Dispo mit 9,39 %, als Sollzins angesetzt, Ratenkredit mit 7,53 % effektiv, beides Durchschnitt laut Bundesbank (August 2026). Lässt du die 5.000 € 24 Monate lang einfach stehen, kostet der Dispo 939,00 €.

Der Ratenkredit spart nur, wenn der Dispo danach nicht wieder vollläuft. Hilft dabei: den Dispo-Rahmen bei der Bank senken lassen.

Deine Rechte beim Dispo

Beratung: Nutzt du den Dispo sechs Monate ohne Unterbrechung und im Schnitt zu mehr als 75 % des Rahmens, muss dir die Bank in Textform eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten, als persönliches Gespräch (§ 504a BGB). Bei einer geduldeten Überziehung gilt das schon nach drei Monaten, wenn das Minus im Schnitt mehr als die Hälfte deiner monatlichen Geldeingänge ausmacht (§ 505 Abs. 2 BGB).

Jederzeit ausgleichen: Den Dispo kannst du jederzeit zurückführen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung (§ 504 Abs. 1 BGB).

Wo du deinen Zins findest

Deinen Dispozins findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank, die meisten zeigen ihn auch im Onlinebanking. Erhöht die Bank den Zins, gilt der neue Satz erst, nachdem sie dich darüber informiert hat (§ 504 Abs. 1 mit § 493 Abs. 3 BGB).

Wann ein Dispozins sittenwidrig ist

Eine feste gesetzliche Obergrenze für den Dispozins gibt es nicht. Sittenwidrig und damit nichtig ist ein Zins nur im Extremfall (§ 138 BGB). Für Ratenkredite hat der Bundesgerichtshof dafür eine Faustregel entwickelt: Der effektive Zins liegt rund doppelt so hoch wie der marktübliche oder etwa 12 Prozentpunkte darüber (Urteil vom 13. März 1990, XI ZR 252/89).

Übertragen auf den Bundesbank-Durchschnitt von 9,39 % läge diese Schwelle bei 18,78 %. Ob die Regel auch für den Dispo gilt, ist bisher nicht abschließend geklärt. Für Verträge, die ab dem 20. November 2026 geschlossen werden, steht sie im Gesetz, für alle Verbraucherkredite außer Immobilienkrediten und damit auch für einen neu eingeräumten Dispo: Ein Vertrag ist in der Regel nichtig, wenn sein effektiver Jahreszins den marktüblichen um 100 % oder um 12 Prozentpunkte übersteigt (§ 492 Abs. 9 BGB in der neuen Fassung). Für ältere Verträge bleibt es bei § 138 BGB. Ein Dispo in der Nähe des Durchschnitts ist so oder so teuer, aber nicht verboten. Der Weg aus den Kosten führt über einen günstigeren Kredit oder eine andere Bank.

Neu ab 20. November 2026

Mit der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie bekommen neu vereinbarte Überziehungsmöglichkeiten ein Widerrufsrecht. Für alle Dispos, auch bestehende, gilt: Kündigen darf die Bank ohne wichtigen Grund nur mit mindestens zwei Monaten Frist, sie muss dich mindestens 30 Tage vorher informieren und dir vor einer Zwangsvollstreckung anbieten, das Minus ohne zusätzliche Kosten zum Dispozins in zwölf gleichen Monatsraten zurückzuzahlen (§§ 499, 504 BGB neu, Art. 229 § 71 EGBGB, BGBl. 2026 I Nr. 139).

Häufige Fragen

Wie berechne ich Dispozinsen?
Minus mal Zinssatz mal Tage geteilt durch 365, für jeden Tag mit dem Kontostand am Tagesende. 1.000 € Minus kosten bei 9,39 % für 30 Tage 7,72 €. Manche Banken teilen durch 360 statt 365, dann wird es etwas teurer. Wie deine Bank rechnet, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis.
Was kostet ein Dispo von 1.000 € im Jahr?
Bleibt das Minus ein Jahr lang gleich, sind es bei 9,39 % rund 93,90 €, ohne Zinseszins. Bei 5.000 € sind es schon 469,50 €. Wer so lange im Minus ist, fährt mit einem Ratenkredit meist günstiger, siehe Vergleich oben.
Ab wann zahle ich Dispozinsen?
Ab dem ersten Tag im Minus. Die Bank rechnet mit dem Kontostand jedes einzelnen Tages, ein paar Tage Überziehung kosten also nur ein paar Cent bis Euro. Teuer wird der Dispo, wenn das Konto Monate lang im Minus bleibt.
Was ist eine geduldete Überziehung?
Wenn du über deinen Dispo-Rahmen hinaus ins Minus gehst oder gar keinen Dispo hast und die Bank die Zahlung trotzdem ausführt. Dafür darf sie ein eigenes Entgelt verlangen, wenn es im Kontovertrag steht (§ 505 BGB). Der Zins dafür ist oft höher als der Dispozins, er steht im Preisaushang.
Kann die Bank den Dispo einfach kündigen?
Bis zum 19. November 2026 hängt das vom Vertrag ab. Viele Verträge erlauben der Bank, den Rahmen ohne Frist zu kündigen, das Gesetz sieht diesen Fall ausdrücklich vor (§ 504 Abs. 2 BGB). Ab dem 20. November 2026 gilt auch für bestehende Dispos: Ohne wichtigen Grund darf die Bank nur noch mit mindestens zwei Monaten Frist kündigen (§ 499 Abs. 1 BGB), und sie muss dich mindestens 30 Tage vorher informieren, bevor die Kündigung wirksam wird. Hast du den Dispo genutzt, muss sie dir vor einer Zwangsvollstreckung anbieten, das Minus ohne zusätzliche Kosten zum Dispozins in zwölf gleichen Monatsraten zurückzuzahlen (§ 504 Abs. 2 BGB neu, Art. 229 § 71 Abs. 2 EGBGB). Verlass dich trotzdem nicht dauerhaft auf den Dispo.
Wie hoch ist der Dispozins im Durchschnitt?
Laut Bundesbank lag der Zins für Überziehungskredite im August 2026 im Schnitt bei 9,39 %. Darin stecken auch Kreditkarten und geduldete Überziehungen. Der Wert ist ein Effektivzins, bei vierteljährlicher Abrechnung entspricht er einem Sollzins von etwa 9,1 %. Der Rechner setzt ihn vereinfacht als Dispozins an. Deinen eigenen Satz nennt der Preisaushang deiner Bank, er kann deutlich davon abweichen.
Wie wechsle ich zu einer Bank mit günstigerem Dispo?
Die neue Bank muss dir auf Wunsch beim Kontowechsel helfen und Daueraufträge, Lastschriften und Überweisungspartner umziehen (Kontenwechselhilfe, § 20 ZKG). Den Dispo bekommst du dort aber nur nach eigener Bonitätsprüfung, und das alte Minus musst du vorher ausgleichen, etwa mit einem Ratenkredit.
Warum steht beim Dispo kein effektiver Jahreszins?
Weil die Bank beim Dispo den Sollzins und den Abrechnungszeitraum angeben darf, solange sie außer den Zinsen keine weiteren Kosten verlangt und nicht öfter als alle drei Monate abrechnet (§ 18 PAngV). Durch den Zinseszins bei vierteljährlicher Abrechnung liegt der tatsächliche Jahreszins etwas darüber. Diese Ausnahme fällt am 20. November 2026 weg, § 18 PAngV wird mit der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie gestrichen.

Quellen

  1. Bundesbank: Zinsstatistik Überziehungskredite: Reihe SUD186, Stand August 2026 bundesbank.de
  2. § 504 BGB: Eingeräumte Überziehungsmöglichkeit gesetze-im-internet.de
  3. § 504a BGB: Beratungspflicht bei dauerhafter Nutzung gesetze-im-internet.de
  4. § 505 BGB: Geduldete Überziehung gesetze-im-internet.de
  5. § 18 PAngV: Preisangabe beim Dispo gesetze-im-internet.de
  6. BGH, XI ZR 252/89: Sittenwidrige Zinsen bei Ratenkrediten dejure.org
  7. § 20 ZKG: Kontenwechselhilfe gesetze-im-internet.de
  8. BGBl. 2026 I Nr. 139: Neue Regeln für Überziehungen und Wucherzinsen ab 20.11.2026 recht.bund.de

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