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So wird gerechnet
Die Bank berechnet Dispozinsen für jeden Tag, an dem dein Konto im Minus ist, auf den Kontostand am Ende des Tages. Pro Tag sind das bei 2.000 € Minus und 9,39 % rund 0,51 €.
Dispozinsen = Minus × Zinssatz × Tage ÷ 365
Abgebucht werden die Zinsen beim Rechnungsabschluss, oft einmal im Quartal. Bleibt dein Konto danach im Minus, kosten auch diese Zinsen wieder Dispozins. Der Rechner zeigt die Kosten ohne diesen Zinseszins, für ein paar Monate ist der Unterschied klein.
Was der Dispo kostet
| Minus | pro Monat | pro Jahr |
|---|---|---|
| 500 € | 3,91 € | 46,95 € |
| 1.000 € | 7,83 € | 93,90 € |
| 2.000 € | 15,65 € | 187,80 € |
| 5.000 € | 39,13 € | 469,50 € |
| 10.000 € | 78,25 € | 939,00 € |
Bei 9,39 % Dispozins, Minus bleibt gleich hoch, ohne Zinseszins.
Kosten nach Betrag und Dauer
| Minus | 1 Woche | 1 Monat | 3 Monate | 1 Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 500 € | 0,90 € | 3,86 € | 11,71 € | 46,95 € |
| 1.000 € | 1,80 € | 7,72 € | 23,41 € | 93,90 € |
| 2.000 € | 3,60 € | 15,44 € | 46,82 € | 187,80 € |
| 5.000 € | 9,00 € | 38,59 € | 117,05 € | 469,50 € |
Taggenau mit 365 Tagen im Jahr, 9,39 % Zins, ohne Zinseszins.
Wie sich der Dispozins entwickelt hat
| Zeitpunkt | Durchschnittszins |
|---|---|
| Dezember 2019 | 7,62 % |
| Dezember 2020 | 7,32 % |
| Dezember 2021 | 7,11 % |
| Dezember 2022 | 8,70 % |
| Dezember 2023 | 10,76 % |
| Dezember 2024 | 10,42 % |
| Dezember 2025 | 9,04 % |
| August 2026 | 9,39 % |
Effektivzins für Überziehungs- und revolvierende Kredite an private Haushalte, einschließlich Kreditkarten (Bundesbank, Reihe SUD186).
Am teuersten war der Dispo seit 2019 im Februar 2024 mit 11,06 %, am günstigsten im Mai 2022 mit 6,96 %. Anders als beim Ratenkredit ist der Dispozins variabel. Eine Anpassung wird erst wirksam, wenn die Bank dich darüber unterrichtet hat (§ 493 Abs. 3 BGB), Einzelheiten regelt dein Kontovertrag.
Dispo oder Ratenkredit?
Für ein paar Tage ist der Dispo praktisch: 2.000 € für 30 Tage kosten 15,44 €. Brauchst du das Geld über Monate, ist ein Ratenkredit günstiger, weil sein Zins niedriger ist und du feste Raten zahlst. Bei 5.000 € und 24 Monaten Rückzahlung sieht das so aus:
- Dispo: Rate
- 229,32 €
- Dispo: Zinsen in 24 Monaten
- 503,68 €
- Ratenkredit: Rate
- 224,50 €
- Ratenkredit: Zinsen in 24 Monaten
- 388,00 €
- Ersparnis mit Ratenkredit
- 115,68 €
Dispo mit 9,39 %, als Sollzins angesetzt, Ratenkredit mit 7,53 % effektiv, beides Durchschnitt laut Bundesbank (August 2026). Lässt du die 5.000 € 24 Monate lang einfach stehen, kostet der Dispo 939,00 €.
Der Ratenkredit spart nur, wenn der Dispo danach nicht wieder vollläuft. Hilft dabei: den Dispo-Rahmen bei der Bank senken lassen.
Deine Rechte beim Dispo
Beratung: Nutzt du den Dispo sechs Monate ohne Unterbrechung und im Schnitt zu mehr als 75 % des Rahmens, muss dir die Bank in Textform eine Beratung zu günstigeren Alternativen anbieten, als persönliches Gespräch (§ 504a BGB). Bei einer geduldeten Überziehung gilt das schon nach drei Monaten, wenn das Minus im Schnitt mehr als die Hälfte deiner monatlichen Geldeingänge ausmacht (§ 505 Abs. 2 BGB).
Jederzeit ausgleichen: Den Dispo kannst du jederzeit zurückführen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung (§ 504 Abs. 1 BGB).
Deinen Dispozins findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank, die meisten zeigen ihn auch im Onlinebanking. Erhöht die Bank den Zins, gilt der neue Satz erst, nachdem sie dich darüber informiert hat (§ 504 Abs. 1 mit § 493 Abs. 3 BGB).
Wann ein Dispozins sittenwidrig ist
Eine feste gesetzliche Obergrenze für den Dispozins gibt es nicht. Sittenwidrig und damit nichtig ist ein Zins nur im Extremfall (§ 138 BGB). Für Ratenkredite hat der Bundesgerichtshof dafür eine Faustregel entwickelt: Der effektive Zins liegt rund doppelt so hoch wie der marktübliche oder etwa 12 Prozentpunkte darüber (Urteil vom 13. März 1990, XI ZR 252/89).
Übertragen auf den Bundesbank-Durchschnitt von 9,39 % läge diese Schwelle bei 18,78 %. Ob die Regel auch für den Dispo gilt, ist bisher nicht abschließend geklärt. Für Verträge, die ab dem 20. November 2026 geschlossen werden, steht sie im Gesetz, für alle Verbraucherkredite außer Immobilienkrediten und damit auch für einen neu eingeräumten Dispo: Ein Vertrag ist in der Regel nichtig, wenn sein effektiver Jahreszins den marktüblichen um 100 % oder um 12 Prozentpunkte übersteigt (§ 492 Abs. 9 BGB in der neuen Fassung). Für ältere Verträge bleibt es bei § 138 BGB. Ein Dispo in der Nähe des Durchschnitts ist so oder so teuer, aber nicht verboten. Der Weg aus den Kosten führt über einen günstigeren Kredit oder eine andere Bank.
Mit der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie bekommen neu vereinbarte Überziehungsmöglichkeiten ein Widerrufsrecht. Für alle Dispos, auch bestehende, gilt: Kündigen darf die Bank ohne wichtigen Grund nur mit mindestens zwei Monaten Frist, sie muss dich mindestens 30 Tage vorher informieren und dir vor einer Zwangsvollstreckung anbieten, das Minus ohne zusätzliche Kosten zum Dispozins in zwölf gleichen Monatsraten zurückzuzahlen (§§ 499, 504 BGB neu, Art. 229 § 71 EGBGB, BGBl. 2026 I Nr. 139).
Häufige Fragen
Wie berechne ich Dispozinsen?
Was kostet ein Dispo von 1.000 € im Jahr?
Ab wann zahle ich Dispozinsen?
Was ist eine geduldete Überziehung?
Kann die Bank den Dispo einfach kündigen?
Wie hoch ist der Dispozins im Durchschnitt?
Wie wechsle ich zu einer Bank mit günstigerem Dispo?
Warum steht beim Dispo kein effektiver Jahreszins?
Quellen
- Bundesbank: Zinsstatistik Überziehungskredite: Reihe SUD186, Stand August 2026 bundesbank.de
- § 504 BGB: Eingeräumte Überziehungsmöglichkeit gesetze-im-internet.de
- § 504a BGB: Beratungspflicht bei dauerhafter Nutzung gesetze-im-internet.de
- § 505 BGB: Geduldete Überziehung gesetze-im-internet.de
- § 18 PAngV: Preisangabe beim Dispo gesetze-im-internet.de
- BGH, XI ZR 252/89: Sittenwidrige Zinsen bei Ratenkrediten dejure.org
- § 20 ZKG: Kontenwechselhilfe gesetze-im-internet.de
- BGBl. 2026 I Nr. 139: Neue Regeln für Überziehungen und Wucherzinsen ab 20.11.2026 recht.bund.de