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Überstunden-Rechner 2026

8 Überstunden zu 25 € mit 25 % Zuschlag bringen 250,00 € brutto, davon 50,00 € Zuschlag. Der ist allerdings voll steuerpflichtig. Steuerfrei sind nur Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. Der Rechner trennt beides und zeigt, was davon steuer- und beitragsfrei bleibt.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Überstunden-Rechner

Brutto mit Zuschlägen

250,00 €

Grundvergütung 200,00 € + Zuschläge 50,00 €

Für diese Stunden bekommst du 250,00 € brutto. Die Zuschläge sind voll steuer- und beitragspflichtig.

Zuschläge
50,00 €
Steuerfrei
0,00 €
Beitragsfrei
0,00 €

Was steuerfrei ist: Nur Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, bis 25, 50 und 125 % des Grundlohns (§ 3b EStG). Höhere Grenzen gelten von 0 bis 4 Uhr nach einem Beginn vor Mitternacht (40 %) sowie am 24.12. ab 14 Uhr, am 25. und 26.12. und am 1. Mai (150 %), der Rechner setzt vereinfacht 25 und 125 % an. Zuschläge für normale Überstunden und Samstage sind voll steuerpflichtig. Liegt dein Grundlohn über 25 € pro Stunde, werden auf den Teil darüber Sozialbeiträge fällig.

Auf dieser Seite
  1. Überstunden berechnen
  2. Was steuerfrei ist
  3. Beispiel Sonntag und Nacht
  4. Muss ich Überstunden machen?
  5. Pauschalen und Nachweis
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Überstunden berechnen: vom Gehalt zur Stunde

Mit Monatsgehalt rechnest du erst den Stundenlohn aus. Ein Jahr hat 52 Wochen, im Schnitt also 13 ÷ 3 Wochen je Monat. Ob es einen Zuschlag gibt, steht im Tarif- oder Arbeitsvertrag, das Gesetz schreibt für normale Überstunden keinen vor.

Überstundenvergütung = Monatsgehalt ÷ (Wochenstunden × 13 ÷ 3) × Überstunden × (1 + Zuschlag)

Rechenbeispiel 10 Überstunden bei 3.500 € Gehalt
Stunden im Monat: 40 × 13 ÷ 3
173,33
Stundenlohn: 3.500 € ÷ 173,33
20,19 €
10 Überstunden mit 25 % Zuschlag
252,40 €
Davon netto, Steuerklasse I
138,25 €

Normale Überstunden und ihre Zuschläge sind voll steuer- und beitragspflichtig. Steuerfrei sind nur Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, siehe unten.

In Teilzeit zählt jede Stunde über deiner vereinbarten Zeit als Überstunde. Bekommen Vollzeitkräfte ab der ersten Überstunde einen Zuschlag, steht er dir ebenfalls ab der ersten zu. Eine Regel, nach der Teilzeitkräfte erst über der Vollzeit Zuschläge bekommen, ist ohne sachlichen Grund unwirksam (EuGH, Urteil vom 29. Juli 2024, C-184/22 und C-185/22; BAG, Urteil vom 5. Dezember 2024, 8 AZR 370/20).

Welche Zuschläge steuerfrei sind

Arbeitsteuerfrei bis
Nacht, 20 bis 6 Uhr25 %
Nacht, 0 bis 4 Uhr, wenn vor 0 Uhr begonnen40 %
Sonntag50 %
Gesetzliche Feiertage, Silvester ab 14 Uhr125 %
24.12. ab 14 Uhr, 25. und 26.12., 1. Mai150 %

Prozent des Grundlohns, der dafür höchstens mit 50 € je Stunde angesetzt wird (§ 3b EStG).

In der Sozialversicherung sind dieselben Zuschläge nur frei, soweit der Grundlohn 25 € je Stunde nicht übersteigt (§ 1 SvEV). Wer mehr verdient, zahlt auf den Teil darüber Beiträge. Zuschläge für normale Überstunden und Samstagsarbeit sind immer steuer- und beitragspflichtig.

Beispiel: Sonntag und Nacht

Rechenbeispiel 25 € Grundlohn, 8 Stunden am Sonntag, 6 Stunden nachts
8 Sonntagsstunden × 25 €
200,00 €
6 Nachtstunden × 25 €
150,00 €
Sonntagszuschlag 50 %
100,00 €
Nachtzuschlag 25 %
37,50 €
Brutto zusammen
487,50 €
davon steuer- und beitragsfrei
137,50 €

Der Rechner nimmt vereinfacht 25 % für alle Nachtstunden und 125 % als Grenze für Feiertage. Alle Sätze aus der Tabelle, den Grundlohn aus dem Monatslohn und den Netto-Vorteil rechnet der Nachtzuschlag-Rechner.

Getrennt abrechnen lassen

Steuerfrei sind die Zuschläge nur, wenn sie für tatsächlich geleistete Arbeit zu diesen Zeiten gezahlt und auf der Abrechnung getrennt ausgewiesen werden. Pauschale Zuschläge sind nur steuerfrei, wenn sie später anhand der tatsächlich geleisteten Stunden abgerechnet werden.

Muss ich Überstunden machen?

Nur wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung es vorsehen, oder in echten Notfällen, etwa wenn sonst ein Schaden für den Betrieb droht. Einfach anordnen kann der Arbeitgeber Mehrarbeit ohne eine solche Grundlage nicht.

Auch mit Überstunden gelten Grenzen: höchstens zehn Stunden am Tag, und im Schnitt von sechs Monaten oder 24 Wochen nicht mehr als acht Stunden je Werktag (§ 3 ArbZG). Zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens elf Stunden Ruhezeit liegen (§ 5 ArbZG). Wer regelmäßig darüber liegt, arbeitet unzulässig lange, auch wenn jede Stunde bezahlt wird.

Pauschalen und Nachweis

Viele Arbeitsverträge sagen, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. So pauschal ist das in einem Formularvertrag meist unwirksam: Das Bundesarbeitsgericht verlangt, dass du erkennen kannst, wie viele Überstunden ohne Extrabezahlung gemeint sind (BAG, Urteil vom 1. September 2010, 5 AZR 517/09). Anders ist es bei hohen Gehältern, bei denen niemand eine Bezahlung jeder einzelnen Stunde erwarten kann.

Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten erfassen (BAG, Beschluss vom 13. September 2022, 1 ABR 22/21). Führe trotzdem selbst Buch, mit Datum, Beginn, Ende und Pausen. Kommt es zum Streit, musst du darlegen, an welchen Tagen du wie lange über die normale Arbeitszeit hinaus gearbeitet hast und dass der Arbeitgeber die Überstunden angeordnet, gebilligt oder zumindest geduldet hat. Daran ändert auch die Pflicht zur Zeiterfassung nichts (BAG, Urteil vom 4. Mai 2022, 5 AZR 359/21). Eine Zeiterfassung des Arbeitgebers ist dafür aber ein starkes Beweismittel.

Ausschlussfristen beachten

Viele Arbeits- und Tarifverträge setzen kurze Fristen, oft drei Monate, in denen du Ansprüche schriftlich geltend machen musst. Wer seine Überstunden zu spät einfordert, verliert den Anspruch.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Bezahlung meiner Überstunden?
Teil dein Monatsgehalt durch die Stunden im Monat, bei fester Wochenzeit Wochenstunden × 13 ÷ 3. Das ist dein Stundenlohn. Mal die Zahl der Überstunden, dazu ein Zuschlag, wenn Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag einen vorsehen. Bei 3.500 € und 40 Stunden sind das 20,19 € je Stunde. Steuer und Sozialbeiträge gehen davon ab wie vom Gehalt.
Bekomme ich in Teilzeit Überstundenzuschläge?
Ab der ersten Stunde über deiner vereinbarten Arbeitszeit, wenn Vollzeitkräfte ab ihrer ersten Überstunde einen Zuschlag bekommen. Eine Regel, nach der Teilzeitkräfte erst über der Vollzeit Zuschläge erhalten, benachteiligt sie und ist ohne sachlichen Grund unwirksam (EuGH, Urteil vom 29. Juli 2024, C-184/22 und C-185/22; BAG, Urteil vom 5. Dezember 2024, 8 AZR 370/20).
Habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf Überstundenzuschläge?
Nein. Zuschläge gibt es nur, wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung sie vorsehen. Bezahlt werden müssen angeordnete Überstunden aber in der Regel, entweder mit Geld oder als Freizeitausgleich.
Sind Überstundenzuschläge steuerfrei?
Zuschläge für normale Überstunden sind voll steuer- und beitragspflichtig. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD aus dem Jahr 2025 kündigt an, Zuschläge für Mehrarbeit über die tarifliche Vollzeit hinaus steuerfrei zu stellen. Als Vollzeit sollen bei tariflicher Arbeitszeit mindestens 34 Stunden gelten, sonst 40 Stunden in der Woche. Im Einkommensteuergesetz steht das Stand 7. Oktober 2026 nicht. Steuerfrei sind dagegen Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit (§ 3b EStG).
Welche Feiertage bringen die höchsten steuerfreien Zuschläge?
Für Arbeit am 24. Dezember ab 14 Uhr, am 25. und 26. Dezember und am 1. Mai sind bis 150 % des Grundlohns steuerfrei, an Silvester ab 14 Uhr und an den übrigen gesetzlichen Feiertagen bis 125 % (§ 3b Abs. 1 EStG).
Freizeitausgleich oder Auszahlung, wer entscheidet?
Das regeln Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. Steht dort nichts, sind Überstunden zu bezahlen, wenn die Arbeit nach den Umständen nur gegen Vergütung zu erwarten ist (§ 612 BGB). Ein gesetzliches Wahlrecht auf Freizeit statt Geld oder umgekehrt gibt es nicht.
Wie lange kann ich Überstunden nachfordern?
Drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem der Lohn fällig war (§§ 195, 199 BGB). Kürzere Ausschlussfristen im Vertrag oder Tarifvertrag gehen vor, oft drei Monate. Für den Mindestlohnanteil gelten sie aber nicht (§ 3 MiLoG).
Gefährden Überstunden meinen Minijob?
Wenn du dadurch regelmäßig über 603 € im Monat kommst, ja. Ein unvorhersehbares Überschreiten ist erlaubt, in höchstens zwei Kalendermonaten innerhalb von zwölf Monaten und jeweils höchstens bis zum Doppelten der Grenze (§ 8 Abs. 1b SGB IV). Eingeplante Überstunden gehören dagegen in die Jahresprognose.
Zählen Überstunden beim Urlaubsgeld oder bei Krankheit mit?
Nein. Das Urlaubsentgelt richtet sich nach dem Verdienst der letzten 13 Wochen ohne die Überstundenvergütung (§ 11 BUrlG). Auch bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber den Lohn ohne die Vergütung für Überstunden weiter (§ 4 Abs. 1a EFZG).
Wie viel bleibt netto?
Steuerpflichtige Zuschläge werden wie normaler Lohn versteuert, sie erhöhen dein Monatsbrutto. Was netto übrig bleibt, rechnet der Brutto-Netto-Rechner.

Quellen

  1. BAG, Urteil vom 05.12.2024, 8 AZR 370/20: Überstundenzuschläge in Teilzeit, nach EuGH C-184/22 und C-185/22 bundesarbeitsgericht.de
  2. BAG, Urteil vom 4. Mai 2022, 5 AZR 359/21: Darlegungslast im Überstundenprozess bundesarbeitsgericht.de
  3. § 8 SGB IV: Minijob: unvorhersehbares Überschreiten (Abs. 1b) gesetze-im-internet.de
  4. § 3 ArbZG: Höchstarbeitszeit gesetze-im-internet.de
  5. § 5 ArbZG: Ruhezeit gesetze-im-internet.de
  6. BAG, Urteil vom 01.09.2010, 5 AZR 517/09: Pauschale Abgeltung von Überstunden bundesarbeitsgericht.de
  7. BAG, Beschluss vom 13.09.2022, 1 ABR 22/21: Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bundesarbeitsgericht.de
  8. § 3b EStG: Steuerfreie Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit gesetze-im-internet.de
  9. § 1 SvEV: Beitragsfrei nur bis 25 € Grundlohn je Stunde gesetze-im-internet.de
  10. Koalitionsvertrag 2025 von CDU, CSU und SPD: Zeilen 569 bis 573: steuerfreie Zuschläge für Mehrarbeit (Vorhaben) koalitionsvertrag2025.de

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