Was zahlt der Staat? Weniger als du denkst
Die alte gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente bekommt nur noch, wer vor dem 2. Januar 1961 geboren ist (§ 240 SGB VI). Für alle anderen gibt es die Erwerbsminderungsrente, und die hängt nicht an deinem Beruf. Voll zahlt sie erst, wenn du auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kannst, egal in welcher Tätigkeit (§ 43 SGB VI). Wer 2025 neu eine volle Erwerbsminderungsrente bekam, erhielt laut Rentenversicherung im Schnitt 1.126 € im Monat, bei teilweiser Erwerbsminderung 626 €.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Die Verbraucherzentrale nennt 80 % deines heutigen Nettoeinkommens als guten Richtwert. Rechne dabei ehrlich: Auf eine private BU-Rente fallen je nach Lage Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an, und sie ist mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Außerdem zahlst du während der Berufsunfähigkeit meist nicht mehr in die Rentenversicherung ein. Mit einer Dynamik wächst die Rente mit, eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, sie später ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen, laut Stiftung Warentest häufig bis zum Alter von 45.
Was kostet eine BU?
Das hängt stark von Beruf, Alter und Gesundheit ab. Die Verbraucherzentrale nennt Beispiele für 1.000 € Monatsrente: Ein kaufmännischer Angestellter, der mit 30 abschließt und bis 67 versichert ist, zahlt günstig rund 50 €, teuer mehr als 100 € im Monat. Ein Dachdecker mit 20 und Schutz bis 65 zahlt rund 100 €, bei teuren Tarifen mehr als 200 €. Früh abschließen lohnt sich, denn mit dem Alter steigen Beitrag und Gesundheitsrisiko. Ab etwa 55 gibt es laut Stiftung Warentest in der Regel keinen bezahlbaren Schutz mehr.
Bei Vertragsschluss fragt der Versicherer nach deiner Gesundheit, meist fünf Jahre zurück für ambulante und zehn Jahre für stationäre Behandlungen. Beantworte die Fragen vollständig und korrekt, sonst riskierst du im Leistungsfall den Schutz.
Worauf im Vertrag achten?
- Leistung, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst.
- Ein Prognosezeitraum von 6 Monaten, nicht länger.
- Bei verspäteter Meldung mindestens 3 Jahre rückwirkend Leistung.
- Kein Verweis auf einen anderen Beruf, den du gar nicht ausübst (abstrakte Verweisung).
- Laufzeit bis zum Rentenbeginn, damit keine Lücke entsteht.
Laut einer Umfrage des Versicherungsverbands, die Stiftung Warentest zitiert, werden rund 80 % der Leistungsanträge bewilligt. Kommt es zum Streit, kannst du dich kostenlos an den Versicherungsombudsmann wenden.
Für wen lohnt sich die BU?
Für alle, die ohne ihr Einkommen nicht auskämen, also die meisten Angestellten und Selbstständigen. Auch Studierende und Azubis können abschließen, Studierende laut Stiftung Warentest meist mit höchstens 1.500 € Rente. Wer wegen Vorerkrankungen keine BU bekommt, kann eine Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung prüfen. Für Hinterbliebene ist eine Risikolebensversicherung gedacht.
Passende Rechner
- BU-Rechner: Bedarf und Netto der BU-Rente
- Erwerbsminderungsrente-Rechner: was die Rentenversicherung zahlt
- Risikolebensversicherung-Rechner: Schutz für Hinterbliebene