Rund jeder vierte Erwerbstätige wird im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen und Probleme des Bewegungsapparats, nicht etwa Unfälle. Wer dann nicht mehr arbeiten kann, steht ohne private Vorsorge finanziell schnell mit dem Rücken zur Wand.
Was zahlt der Staat? Weniger als du denkst
Wer nach 2001 geboren ist bzw. ins Berufsleben gestartet ist, hat keinen Anspruch auf die alte Berufsunfähigkeitsrente mehr. Es gibt nur die Erwerbsminderungsrente – und die ist an strenge Bedingungen geknüpft: Sie zahlt voll erst, wenn du weniger als 3 Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kannst (nicht in deinem erlernten!). Die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente liegt bei rund 1.000 € im Monat – zu wenig zum Leben.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Faustregel gilt: 60–80 % des aktuellen Nettoeinkommens. Die Rente sollte deine laufenden Fixkosten (Miete, Kredite, Versicherungen, Lebenshaltung) decken und im Idealfall noch genug Spielraum lassen, um weiter für das Alter vorzusorgen. Denn während der Berufsunfähigkeit zahlst du nicht in die Rente ein. Achte außerdem auf eine Nachversicherungsgarantie und eine jährliche Dynamik, damit die Rente mit Inflation und Gehalt mitwächst.
Was kostet eine BU?
Der Beitrag hängt stark von Beruf, Alter und Gesundheit ab. Ein junger Büroangestellter zahlt oft 40–70 € im Monat für eine solide Rente, ein Handwerker mit höherem Risiko deutlich mehr. Zwei Hebel sind entscheidend:
- Früh abschließen: Je jünger und gesünder, desto günstiger und einfacher die Gesundheitsprüfung.
- Ehrliche Gesundheitsangaben: Falsche Angaben können im Leistungsfall zum Verlust des Schutzes führen.
Worauf im Vertrag achten?
- Verzicht auf abstrakte Verweisung – der Versicherer darf dich nicht auf irgendeinen anderen Beruf verweisen.
- BU-Leistung ab 50 % Berufsunfähigkeit.
- Weltweiter Schutz und Leistung auch bei befristeter BU (rückwirkende Zahlung).
- Laufzeit bis zum Rentenbeginn (mindestens 65–67).
Für wen lohnt sich die BU besonders?
Für praktisch jeden, der von seinem Einkommen lebt – Angestellte, Selbstständige, Azubis und Studierende. Wer aus Gesundheitsgründen keine BU bekommt, sollte Alternativen prüfen (Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung). Den Hinterbliebenenschutz deckt zusätzlich eine Risikolebensversicherung ab.
Passende Rechner
- BU-Versicherung-Rechner – Versorgungslücke & Bedarf
- Risikolebensversicherung-Rechner – Hinterbliebenenschutz
- Renten-Rechner – gesetzliche Rente
- Pflegelücke-Rechner – Vorsorge im Alter