Was ist ein ETF?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, etwa einen Weltaktienindex mit Unternehmen aus vielen Ländern. Mit einem einzigen ETF streust du dein Geld also sehr breit. Weil kein Fondsmanager Aktien auswählt, sind die laufenden Kosten meist niedrig. Wie hoch sie sind, steht als laufende Kosten (TER) im Basisinformationsblatt des Fonds. Ein Sparplan kauft dann jeden Monat automatisch für einen festen Betrag.
Was kann daraus werden?
Sparst du 30 Jahre lang 200 € im Monat, zahlst du 72.000 € ein. Was am Ende daraus wird, hängt an der Rendite, und die kennt niemand im Voraus. Bei angenommenen 3 % im Jahr wären es rund 115.743 €, bei 5 % rund 163.075 €, bei 7 % rund 233.891 €. Der Unterschied zeigt, wie stark der Zinseszins über lange Zeit wirkt: Erträge bringen selbst wieder Erträge. Deshalb zählt die Zeit mehr als der perfekte Einstieg.
Das sind Rechenbeispiele, keine Prognosen. Aktienkurse schwanken, auch über Jahre, und zwischendurch kann dein Depot deutlich im Minus stehen. Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, gehört deshalb nicht in Aktien.
So startest du
- Depot eröffnen, bei einer Bank oder einem Broker. Vergleiche Depot- und Ordergebühren.
- Einen breit gestreuten ETF wählen, thesaurierend (Erträge werden angelegt) oder ausschüttend.
- Sparrate festlegen, die du auch in schlechten Monaten durchhältst.
- Sparplan einrichten und laufen lassen, statt auf den richtigen Moment zu warten.
- Freistellungsauftrag bei der Bank erteilen, damit der Freibetrag genutzt wird.
Steuern: Freibetrag, Teilfreistellung, Vorabpauschale
Kapitalerträge sind bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr steuerfrei, bei Ehepaaren 2.000 €. Darüber fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei Aktien-ETFs bleiben 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung, § 20 InvStG).
Bei thesaurierenden ETFs versteuerst du jedes Jahr eine Vorabpauschale, auch ohne Verkauf (§ 18 InvStG). Sie richtet sich nach dem Basiszins, der 2026 bei 3,2 % liegt. Beim Verkauf wird sie angerechnet, du zahlst also nicht doppelt. Im Beispiel mit 5 % blieben nach allen Steuern rund 151.575 €.
Typische Anfängerfehler
- Auf den perfekten Einstieg warten. Niemand kennt ihn, ein Sparplan verteilt die Käufe über die Zeit.
- In einer Krise verkaufen. Wer dann aussteigt, macht Verluste endgültig. Eine Garantie, dass sich Kurse erholen, gibt es aber nicht.
- Zu wenig streuen. Einzelne Aktien oder Branchen schwanken stärker als der breite Markt.
- Kosten übersehen. Laufende Kosten und Gebühren zehren Jahr für Jahr an der Rendite.
Passende Rechner
- ETF-Sparplan-Rechner: Endkapital, Steuer, Kaufkraft
- Vorabpauschale-Rechner: Steuer auf thesaurierende Fonds
- Kapitalertragsteuer-Rechner: Steuer auf Erträge
- Zinseszins-Rechner: Sparen über die Zeit