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Elternunterhalt-Rechner 2026

Reicht das Geld der Eltern fürs Pflegeheim nicht, zahlt zuerst das Sozialamt. Von dir zurückholen darf es nur, wenn dein Einkommen über 100.000 € im Jahr liegt. Darüber behältst du 2.650 € im Monat und 70 % von allem darüber. Bei 110.000 € brutto und 5.200 € netto sind es höchstens 765,00 € im Monat, mit 750 € Abzügen für Fahrtkosten und Altersvorsorge 540,00 €.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Elternunterhalt-Rechner

Elternunterhalt im Monat

540,00 €

Einkommen 108.770 € im Jahr · Grenze 100.000 €

Dein Einkommen liegt über 100.000 €. Dir bleiben 2.650 € und 70 % von allem darüber. Du zahlst 540,00 €, den Rest trägt das Sozialamt.

Höchstens möglich
540,00 €
Dir bleiben
3.910,00 €
Im Jahr
6.480 €

So wird gerechnet

Bereinigtes Netto4.450,00 €
− Selbstbehalt2.650,00 €
= darüber1.800,00 €
davon frei: 70 %1.260,00 €
Höchstens Elternunterhalt540,00 €

Vermutung zu deinen Gunsten · Das Sozialamt geht davon aus, dass du nicht mehr als 100.000 € verdienst (§ 94 Abs. 1a Satz 3 SGB XII). Auskunft über dein Einkommen darf es erst verlangen, wenn es hinreichende Anhaltspunkte für mehr hat.

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Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. Regeln und Werte 2026
  3. Elternunterhalt nach Netto
  4. Pflegeheim: wer zahlt was
  5. Häufige Fragen
  6. Quellen

Elternunterhalt berechnen: So wird gerechnet

  1. Grenze prüfenLiegt dein jährliches Gesamteinkommen bei 100.000 € oder darunter, kann das Sozialamt dich nicht heranziehen (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Es zählt nur dein Einkommen, nicht das deines Ehepartners.
  2. Einkommen bereinigenVom Netto gehen berufsbedingte Kosten, Kredite, Unterhalt für eigene Kinder und zusätzliche Altersvorsorge bis 5 % des Bruttos ab, über der Beitragsbemessungsgrenze mehr (Leitlinien NRW Nr. 10.1.2). Wer im eigenen Haus wohnt, rechnet die ersparte Miete als Einkommen hinzu (Nr. 5).
  3. SelbstbehaltDir bleiben 2.650 € und 70 % des Einkommens darüber. Verheiratet zählt der Familienselbstbehalt von 4.770 €, vom Mehreinkommen gehen vorher 10 % Haushaltsersparnis ab, und du trägst den Anteil deines Einkommens (Nr. 21.3.3 und 22.3, BGH XII ZB 563/24).
  4. HöheGezahlt wird höchstens, was nach Rente und Pflegekasse der Eltern ungedeckt bleibt. Geschwister haften anteilig nach ihrer Leistungsfähigkeit. Den Anteil von Geschwistern mit höchstens 100.000 € trägt das Sozialamt, nicht du (BGH XII ZB 6/24). Mit einer Schwester, die 4.000 € netto verdient, wären es im Beispiel 540,00 € statt 540,00 €.
Rechenweg 110.000 € brutto, alleinstehend
Netto im Monat
5.200,00 €
− Fahrtkosten und Kredite
−300,00 €
− zusätzliche Altersvorsorge (bis 5 % vom Brutto)
−450,00 €
= bereinigtes Einkommen
4.450,00 €
− Selbstbehalt
−2.650,00 €
= darüber
1.800,00 €
30 % davon stehen für die Eltern bereit
540,00 €

Liegt dein Gesamteinkommen bei 100.000 € oder darunter, zahlt das Sozialamt die Lücke allein, ganz gleich, was rechnerisch möglich wäre. Höhere Werbungskosten als der Pauschbetrag senken das Gesamteinkommen und können dich unter die Grenze bringen.

Regeln und Werte 2026

RegelWertGrundlage
Einkommensgrenze für den Rückgriff des Sozialamtsüber 100.000 € im Jahr§ 94 Abs. 1a SGB XII
Maßgebliches EinkommenGesamteinkommen des Kindes allein§ 16 SGB IV
Selbstbehalt gegenüber Eltern2.650 €, darin 1.000 € WarmmieteDT 2026, Anm. D I
Vom Einkommen darüber bleibt frei70 %DT 2026, Anm. D I
Ehegatte im selben Haushalt mindestens2.120 €Leitlinien NRW Nr. 22.3
Familienmindestbedarf4.770 €Leitlinien NRW Nr. 22.3
Haushaltsersparnis bei Verheirateten10 % des MehreinkommensBGH XII ZB 563/24
Zusätzliche Altersvorsorgebis 5 % des Bruttos, über der Beitragsbemessungsgrenze zusätzlich 18,6 %Leitlinien NRW Nr. 10.1.2
Eigenes HausWohnvorteil nach angemessener Miete zählt als EinkommenLeitlinien NRW Nr. 5
Geschwisteranteilig nach Leistungsfähigkeit, den Anteil von Geschwistern bis 100.000 € trägt das Sozialamt§ 1606 Abs. 3 BGB, BGH XII ZB 6/24
Enkelkein Übergang auf das Sozialamt§ 94 Abs. 1 Satz 3 SGB XII

Sozialgesetzbuch XII, Düsseldorfer Tabelle und Leitlinien NRW, Stand 2026.

Elternunterhalt nach Netto: Tabelle

Höchstens möglicher Elternunterhalt im Monat, wenn dein Einkommen über der Grenze liegt, ohne weitere Abzüge:

Bereinigtes NettoAlleinstehendVerheiratet, Partner 2.000 € netto
3.500 €255,00 €171,88 €
4.000 €405,00 €303,40 €
4.500 €555,00 €443,15 €
5.000 €705,00 €589,36 €
6.000 €1.005,00 €896,33 €
7.000 €1.305,00 €1.217,30 €
8.000 €1.605,00 €1.548,08 €

Gezahlt wird nie mehr als die Lücke der Eltern. Bei Wohnkosten über 1.000 € kann der Selbstbehalt höher ausfallen.

Pflegeheim: wer zahlt was

Die Kosten im Heim tragen zuerst die Pflegebedürftigen selbst: mit Rente, eigenem Vermögen und den Leistungen der Pflegekasse. Reicht das nicht, beantragen sie beim Sozialamt Hilfe zur Pflege. Erst dann stellt sich die Frage nach dem Unterhalt der Kinder, und die Antwort hängt an der Grenze von 100.000 €.

Pläne zur 100.000-€-Grenze Der Referentenentwurf zur Pflegereform vom Juni 2026 kündigte an, die Grenze bei der Hilfe zur Pflege in einem eigenen Verfahren zurückzunehmen. Im Regierungsentwurf vom 30. September 2026 steht stattdessen ein Prüfauftrag nach der Auswertung des Angehörigen-Entlastungsgesetzes. Beschlossen ist nichts, bis dahin gilt die Grenze.
Was du als Kind tun kannst Von dir aus musst du dem Sozialamt dein Einkommen nicht nennen, es geht davon aus, dass du unter der Grenze liegst. Wie hoch die Lücke im Heim ausfallen kann, zeigt der Pflegelücke-Rechner.

Häufige Fragen

Ab welchem Einkommen muss ich für meine Eltern zahlen?
Bekommen deine Eltern Sozialhilfe, etwa Hilfe zur Pflege im Heim, darf das Sozialamt dich nur heranziehen, wenn dein jährliches Gesamteinkommen mehr als 100.000 € beträgt (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Bei Arbeitnehmern ist das der Bruttolohn minus Werbungskosten, mindestens minus 1.230 € Pauschbetrag, dazu andere Einkünfte wie Mieten. Mit 95.000 € Brutto zahlst du nichts.
Zählt das Einkommen meines Ehepartners?
Für die Grenze von 100.000 € nicht, sie gilt für jedes Kind allein. Liegst du darüber, spielt das Einkommen deines Ehepartners bei der Höhe mit: Dann rechnen Gerichte mit einem Familienselbstbehalt von 4.770 €. Vom Familieneinkommen darüber gehen 10 % als Ersparnis durch das Zusammenleben ab, vom Rest bleiben 70 % frei, und du trägst den Anteil deines Einkommens (BGH, Beschluss vom 7. Mai 2025, XII ZB 563/24). Im Beispiel sinkt der Betrag mit 2.500 € Netto des Partners von 540,00 € auf 516,46 €. Auskunft über sein Einkommen muss dein Ehepartner dem Sozialamt ebenfalls geben (§ 117 Abs. 1 SGB XII).
Wie viel muss ich höchstens zahlen?
Dir bleiben 2.650 € im Monat und 70 % des Einkommens darüber (Düsseldorfer Tabelle 2026, Anm. D I). Höchstens 30 % des Betrags über dem Selbstbehalt gehen an die Eltern. Bei 4.450 € bereinigtem Netto sind das 540,00 € im Monat.
Was passiert mit meinem Vermögen?
Für den Unterhalt spielt es unter der Einkommensgrenze keine Rolle. Darüber kann auch Vermögen einzusetzen sein, angemessene Rücklagen für das eigene Alter und das selbst bewohnte Haus bleiben aber geschützt. Wie viel genau, entscheiden die Gerichte im Einzelfall.
Kann das Sozialamt ein Geschenk meiner Eltern zurückfordern?
Ja, unabhängig von deinem Einkommen. Wer verarmt, kann ein Geschenk aus den letzten zehn Jahren zurückverlangen (§§ 528, 529 BGB), und das Sozialamt kann diesen Anspruch auf sich überleiten (§ 93 SGB XII). Die 100.000 €-Grenze gilt dafür nicht, sie betrifft nur Unterhalt. Typisch ist ein Haus, das die Eltern vor einigen Jahren übertragen haben.
Muss ich dem Sozialamt mein Einkommen offenlegen?
Erst wenn es hinreichende Anhaltspunkte dafür gibt, dass du mehr als 100.000 € verdienst (§ 94 Abs. 1a Satz 5 SGB XII). Bis dahin wird vermutet, dass du darunter liegst (Satz 3). Fragen darf das Amt zunächst nur deine Eltern nach Hinweisen auf dein Einkommen.
Was ist, wenn meine Eltern keine Sozialhilfe beantragen?
Dann kannst du sie darauf verweisen. Kinder mit einem Gesamteinkommen von nicht mehr als 100.000 € dürfen verlangen, dass die Eltern ihre Bedürftigkeit zuerst mit Leistungen der Sozialhilfe decken (BGH, Beschluss vom 23. Oktober 2024, XII ZB 6/24). Direkt Unterhalt von dir können sie dann nicht verlangen.
Müssen Enkel für ihre Großeltern zahlen?
Nicht an das Sozialamt. Unterhaltsansprüche gegen Verwandte vom zweiten Grad an gehen nicht über (§ 94 Abs. 1 Satz 3 SGB XII), Enkel werden also nicht herangezogen.
Fällt die 100.000-€-Grenze weg?
Beschlossen ist nichts, die Grenze gilt. Im Referentenentwurf zur Pflegereform vom Juni 2026 hatte die Bundesregierung angekündigt, sie bei der Hilfe zur Pflege in einem eigenen Verfahren zurückzunehmen. Im Regierungsentwurf vom 30. September 2026 steht nur noch, dass sie nach der Auswertung des Angehörigen-Entlastungsgesetzes prüfen will, wie die Kommunen entlastet werden können.

Quellen

  1. § 94 SGB XII: Übergang von Unterhaltsansprüchen, Abs. 1a mit der 100.000-€-Grenze gesetze-im-internet.de
  2. OLG Düsseldorf: Düsseldorfer Tabelle, Stand 1. Januar 2026: Anm. D I: Selbstbehalt gegenüber Eltern olg-duesseldorf.nrw.de
  3. Unterhaltsrechtliche Leitlinien der Familiensenate in NRW 2026: Nr. 10.1.2, 19, 21.3.3, 22.3 olg-duesseldorf.nrw.de
  4. § 16 SGB IV: Gesamteinkommen gesetze-im-internet.de
  5. BGH, Beschluss vom 23.10.2024, XII ZB 6/24: 70 % des Mehreinkommens frei, Geschwister, Verweis auf Sozialhilfe, Altersvorsorge dejure.org
  6. BGH, Beschluss vom 07.05.2025, XII ZB 563/24: Verheiratete: Familienselbstbehalt und Haushaltsersparnis bundesgerichtshof.de
  7. Regierungsentwurf Pflegeneuordnungsgesetz, 30.09.2026: Prüfauftrag zum Angehörigen-Entlastungsgesetz bundesgesundheitsministerium.de

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