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Kurzarbeitergeld-Rechner 2026

Kurzarbeitergeld ersetzt 60 % des ausgefallenen Nettolohns, mit Kind 67 %. Gerechnet wird mit einem pauschalierten Netto aus deinem Brutto mit und ohne Kurzarbeit. Bei 3.500 € brutto, Steuerklasse I und halber Arbeitszeit sind das 617,10 € im Monat. Der Rechner kommt dabei auf denselben Cent wie die amtliche Tabelle der Bundesagentur für Arbeit.

Stand: So werden die Rechner geprüft

Kurzarbeitergeld-Rechner

Kurzarbeitergeld pro Monat

617,10 €

60 % der Nettoentgeltdifferenz, Klasse I, Lohnausfall 50 %

Mit dem Netto aus deinem Kurzlohn hast du rund 1.942 € im Monat. Das sind 83 % deines normalen Nettos von etwa 2.333 €, dir fehlen rund 391 €.

Netto aus dem Kurzlohn
1.325 €
Kurzarbeitergeld
617 €
Zusammen im Monat
1.942 €

So rechnet dein Arbeitgeber

Postenohne Kurzarbeitmit Kurzarbeit
Brutto, auf 20 € gerundet3.500,00 €1.760,00 €
Pauschale Sozialversicherung 20 %−700,00 €−352,00 €
Lohnsteuer Klasse I−411,58 €−48,08 €
Pauschaliertes Netto2.388,42 €1.359,92 €
davon 60 %1.433,05 €815,95 €
Kurzarbeitergeld (linker minus rechter Betrag)617,10 €

Das ist der Rechenweg der Tabelle, die die Bundesagentur für Arbeit für 2026 herausgibt: Kirchensteuer und Freibeträge zählen nicht, dein echter Zusatzbeitrag auch nicht.

Dein Monat mit Kurzarbeit (geschätzt)

Netto aus dem Kurzlohn1.325,04 €
Kurzarbeitergeld, steuer- und beitragsfrei+617,10 €
Zusammen1.942,14 €
Zum Vergleich: Netto ohne Kurzarbeit2.333,25 €

Geschätzt für gesetzlich Versicherte mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %, ohne Kirchensteuer. Beiträge zahlst du nur auf den Kurzlohn. Für den Ausfall zahlt dein Arbeitgeber allein Kranken-, Pflege- und Rentenbeiträge auf 80 % davon. Für deine Rente zählen so 90 % deines normalen Lohns.

Beantragen musst du nichts. Dein Arbeitgeber rechnet das Kurzarbeitergeld aus, zahlt es mit dem Lohn und holt es sich von der Agentur für Arbeit zurück. Es ist steuerfrei, erhöht aber den Steuersatz auf deinen übrigen Lohn. Bei mehr als 410 € im Jahr musst du eine Steuererklärung abgeben.

Auf dieser Seite
  1. So wird gerechnet
  2. §§ 95 ff. SGB III
  3. Werte und Tabelle 2026
  4. Zwei Beispiele
  5. Wer es bekommt und wie lange
  6. Rente, Krankenkasse, Krankheit
  7. Steuer und Progressionsvorbehalt
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

So wird das Kurzarbeitergeld berechnet

Dein Arbeitgeber rechnet das Kurzarbeitergeld jeden Monat aus und zahlt es mit dem Lohn aus (§ 320 Abs. 1 SGB III). Die Agentur für Arbeit erstattet es ihm später. Die Rechnung hat drei Schritte.

  1. Soll- und Ist-Entgelt festhaltenSoll ist das Brutto, das du ohne Kurzarbeit im Monat bekommen hättest, ohne Überstunden und ohne Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld. Ist ist das Brutto, das du tatsächlich verdienst. Beide Beträge werden auf den nächsten durch 20 teilbaren Euro-Betrag gerundet, mehr als 8.450 € zählt nicht.
  2. Pauschaliertes Netto bildenVon beiden Beträgen gehen 20 % Pauschale für die Sozialversicherung ab, dazu die Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse und, bei hohem Lohn, der Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer und Freibeträge zählen nicht (§ 106 Abs. 1 mit § 153 Abs. 1 SGB III).
  3. Differenz ersetzenVom Unterschied der beiden Nettobeträge bekommst du 60 %, mit Kind 67 % (§ 105 SGB III).

Kurzarbeitergeld = (Netto aus Soll − Netto aus Ist) × 60 % oder 67 %

Die Bundesagentur veröffentlicht dafür jedes Jahr eine Tabelle, aus der die Lohnbuchhaltung beide Beträge abliest. Die Tabelle für 2026 ist Zeile für Zeile in allen Steuerklassen nachgerechnet, der Rechner oben trifft jeden Betrag auf den Cent.

Weil die Pauschale von 20 % meist etwas unter den echten Beiträgen liegt und die Kirchensteuer fehlt, weicht das pauschalierte Netto von deinem echten ab. Das Kurzarbeitergeld deckt deshalb nicht genau 60 % deines echten Verlusts. Im ersten Beispiel unten sind es 61 %.

67 % statt 60 % gibt es mit mindestens einem Kind im Sinne des Steuerrechts: leibliche Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, über 18 nur unter den Voraussetzungen des § 32 EStG, etwa in Ausbildung. Ein Kind deines Ehe- oder Lebenspartners reicht auch, wenn ihr beide in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig seid und nicht dauernd getrennt lebt (§ 105 mit § 149 Nr. 1 SGB III). Der Arbeitgeber erkennt das Kind am Kinderfreibetrag in deinen Lohnsteuermerkmalen. Steht dort keiner, bescheinigt die Agentur für Arbeit das Kind auf Antrag.

Nutzt ihr als Ehepaar Klasse IV mit Faktor, lässt sich das Kurzarbeitergeld nicht aus der Tabelle ablesen, die Lohnbuchhaltung rechnet es dann maschinell. Der Rechner zeigt für diesen Fall Klasse IV ohne Faktor.

§§ 95 ff. SGB III: die Vorschriften im Überblick

Geregelt ist das Kurzarbeitergeld im Dritten Buch Sozialgesetzbuch ab § 95. Dort stehen vier Voraussetzungen, die alle erfüllt sein müssen: ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall, die betrieblichen und die persönlichen Voraussetzungen und die Anzeige bei der Agentur für Arbeit. Die folgenden Paragrafen erklären jede davon, dann Dauer, Höhe und Berechnung.

VorschriftÜberschriftWas drinsteht
§ 95AnspruchVier Voraussetzungen: erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall, betriebliche und persönliche Voraussetzungen, Anzeige bei der Agentur für Arbeit
§ 96Erheblicher ArbeitsausfallWirtschaftliche Gründe oder unabwendbares Ereignis, vorübergehend, nicht vermeidbar, mindestens ein Drittel der Beschäftigten mit mehr als 10 % Entgeltausfall
§ 97Betriebliche VoraussetzungenIm Betrieb oder in der Betriebsabteilung arbeitet mindestens eine Person
§ 98Persönliche VoraussetzungenVersicherungspflichtige Beschäftigung läuft weiter, ungekündigt, kein Krankengeld
§ 99Anzeige des ArbeitsausfallsSchriftlich oder elektronisch bei der Agentur am Sitz des Betriebs, Geld frühestens ab dem Monat der Anzeige
§ 100ArbeitskämpfeBei Ausfall durch einen Streik, an dem du nicht beteiligt bist, gelten die Regeln zum Arbeitslosengeld (§ 160)
§ 101Saison-KurzarbeitergeldBau und verwandte Branchen in der Schlechtwetterzeit von Dezember bis März
§ 102Ergänzende LeistungenZuschuss- und Mehraufwands-Wintergeld in diesen Branchen
§ 103HeimarbeitAuch Heimarbeiter, die überwiegend davon leben, bekommen Kurzarbeitergeld
§ 104DauerHöchstens zwölf Monate je Betrieb, Verlängerung per Verordnung möglich
§ 105Höhe67 % mit Kind, 60 % ohne Kind
§ 106NettoentgeltdifferenzPauschaliertes Netto aus dem Soll-Entgelt minus pauschaliertes Netto aus dem Ist-Entgelt
§ 107Anwendung anderer VorschriftenSperrzeit bei Meldeversäumnis, Ruhen neben einer Altersvollrente
§ 108Verfügung über das KurzarbeitergeldPfändung über den Arbeitgeber als Drittschuldner
§ 109VerordnungsermächtigungGrundlage für Verordnungen, etwa zur Saisonbranche
§ 111TransferkurzarbeitergeldFür Beschäftigte, die bei einer Betriebsänderung in eine Transfergesellschaft wechseln

SGB III in der Fassung vom 7. Oktober 2026. Die Einzelheiten zu Höhe, Voraussetzungen und Dauer stehen in den Abschnitten auf dieser Seite.

Werte und Tabelle 2026

Wert2026Grundlage
Leistungssatz ohne Kind60 %§ 105 Nr. 2 SGB III
Leistungssatz mit Kind67 %§ 105 Nr. 1 SGB III
Pauschale für die Sozialversicherung20 %§ 153 Abs. 1 SGB III
Soll- und Ist-Entgelt gerundet auf volle20 €§ 106 Abs. 1 SGB III
höchstens berücksichtigtes Brutto im Monat8.450 €Beitragsbemessungsgrenze
höchstes Kurzarbeitergeld, Klasse I ohne Kind2.838,70 €bei Kurzarbeit null
höchstes Kurzarbeitergeld, Klasse III mit Kind3.664,01 €bei Kurzarbeit null
Bezugsdauer je Betrieb12 Monate§ 104 Abs. 1 SGB III
Bezugsdauer bis 31. Dezember 2026bis 24 Monate4. KugBeV
Antragsfrist nach Ablauf des Monats3 Monate§ 325 Abs. 3 SGB III
kein Anspruch im Minijob bis603 €§ 27 Abs. 2 SGB III
Steuererklärung Pflicht bei mehr als410 € im Jahr§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG

Die Verlängerung auf bis zu 24 Monate gilt längstens bis 31. Dezember 2026. Die Höchstbeträge gelten ab 8.450 € brutto.

So viel Kurzarbeitergeld gibt es bei halber Arbeitszeit und bei Kurzarbeit null, also ganz ohne Arbeit. Klasse IV rechnet wie Klasse I. Klasse II ergibt etwas mehr, Klasse V deutlich weniger; beides zeigt der Rechner oben.

Brutto im Monat Klasse I, ohne Kind Klasse III, mit Kind
halbe Zeit Kurzarbeit null halbe Zeit Kurzarbeit null
2.000 €425,35 €905,35 €536,00 €1.072,00 €
2.500 €480,50 €1.085,30 €664,64 €1.340,00 €
3.000 €547,15 €1.261,20 €778,32 €1.582,32 €
3.500 €617,10 €1.433,05 €855,93 €1.799,29 €
4.000 €695,55 €1.600,90 €932,87 €2.004,87 €
4.500 €765,25 €1.764,70 €995,06 €2.206,42 €
5.000 €839,15 €1.924,45 €1.065,53 €2.405,53 €
6.000 €966,35 €2.227,55 €1.211,36 €2.793,68 €
7.000 €1.060,15 €2.493,20 €1.356,64 €3.155,93 €
8.450 € und mehr1.165,25 €2.838,70 €1.570,15 €3.664,01 €

Kurzarbeitergeld pro Monat, gerechnet mit dem Rechenweg der amtlichen Tabelle. Zur Probe: Die Bundesagentur rechnet auf ihrer Tabelle 2.500 € Soll, 1.250 € Ist, Klasse III mit Kind vor und kommt auf 664,64 €, genau wie der Rechner.

Zwei Beispiele

Beide Beispiele rechnet der Rechner oben genauso. Das echte Netto ist geschätzt: gesetzlich versichert mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag, ohne Kirchensteuer.

Rechenbeispiel 3.500 € brutto, Klasse I, ohne Kind, halbe Arbeitszeit

Dein Brutto sinkt von 3.500 € auf 1.750 €. Für die Rechnung wird der Kurzlohn auf 1.760 € gerundet.

Brutto ohne Kurzarbeit (Soll-Entgelt)
3.500,00 €
− Pauschale für die Sozialversicherung, 20 %
−700,00 €
− Lohnsteuer Klasse I
−411,58 €
= pauschaliertes Netto ohne Kurzarbeit
2.388,42 €
− pauschaliertes Netto aus 1.760 € Kurzlohn
−1.359,92 €
= Nettoentgeltdifferenz
1.028,50 €
davon 60 % = Kurzarbeitergeld
617,10 €

Mit dem Netto aus dem Kurzlohn, rund 1.325 €, hast du etwa 1.942 € im Monat. Ohne Kurzarbeit wären es rund 2.333 € netto, dir bleiben also 83 % deines normalen Einkommens.

Rechenbeispiel 4.200 € brutto, Klasse III, mit Kind, Kurzarbeit null

Die Arbeit fällt den ganzen Monat aus, es gibt keinen Lohn. Das Kurzarbeitergeld ist dann dein ganzes Einkommen aus dem Job.

Brutto ohne Kurzarbeit (Soll-Entgelt)
4.200,00 €
− Pauschale für die Sozialversicherung, 20 %
−840,00 €
− Lohnsteuer Klasse III
−247,00 €
= pauschaliertes Netto ohne Kurzarbeit
3.113,00 €
Kurzlohn bei Kurzarbeit null
0,00 €
davon 67 % = Kurzarbeitergeld
2.085,71 €

Ohne Kurzarbeit hättest du rund 3.065 € netto. Das Kurzarbeitergeld ersetzt davon 68 %.

Wer Kurzarbeitergeld bekommt und wie lange

Beantragen kann das Kurzarbeitergeld nur der Arbeitgeber oder der Betriebsrat. Du selbst musst nichts tun, außer deinem Arbeitgeber Änderungen wie einen neuen Nebenjob zu melden.

Im Betrieb muss der Arbeitsausfall erheblich sein: wirtschaftlich bedingt oder durch ein unabwendbares Ereignis wie Hochwasser oder eine behördliche Anordnung, vorübergehend und nicht vermeidbar. Dazu muss im Monat mindestens ein Drittel der Beschäftigten mehr als 10 % des Bruttolohns verlieren, Azubis zählen dabei nicht mit (§ 96 SGB III). Ist diese Schwelle erreicht, bekommen auch Kollegen mit kleinerem Ausfall Kurzarbeitergeld.

Vermeidbar ist ein Ausfall zum Beispiel, solange noch Resturlaub offen ist, der sonst verfallen würde. Urlaub, den du schon anders verplant hast, muss dagegen nicht vorgezogen werden. Arbeitszeitguthaben musst du bis zu 10 % deiner Jahresarbeitszeit einbringen. Nicht verlangt werden kann unter anderem, was darüber liegt oder seit mehr als einem Jahr unverändert auf dem Konto steht (§ 96 Abs. 4 SGB III).

Bei dir persönlich muss die versicherungspflichtige Beschäftigung weiterlaufen und ungekündigt sein (§ 98 SGB III). Kein Kurzarbeitergeld bekommen deshalb Minijobber bis 603 €, weil sie nicht arbeitslosenversichert sind, und Beschäftigte ab dem Monat nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Wer Krankengeld bezieht, bekommt in dieser Zeit ebenfalls keins. Azubis sollen möglichst weiter ausgebildet werden. Fällt die Ausbildung doch aus, zahlt der Betrieb die Vergütung bis zu sechs Wochen weiter (§ 19 BBiG), erst danach ist Kurzarbeitergeld möglich.

Wie lange: höchstens zwölf Monate, gerechnet für den ganzen Betrieb ab dem ersten Monat mit Kurzarbeitergeld (§ 104 SGB III). Fällt es zwischendurch mindestens einen Monat am Stück weg, verlängert sich die Frist um diese Zeit. Nach drei Monaten ohne Kurzarbeitergeld beginnt eine neue Bezugsdauer. Für 2026 hat die Bundesregierung die Dauer auf bis zu 24 Monate verlängert, längstens bis 31. Dezember 2026. Das hilft Betrieben, die schon vor 2026 in Kurzarbeit waren. Ab 2027 gelten wieder zwölf Monate, solange keine neue Verordnung kommt.

Fristen für den Betrieb: Kurzarbeitergeld gibt es frühestens ab dem Monat, in dem die Anzeige bei der Agentur eingeht (§ 99 Abs. 2 SGB III). Den Antrag für jeden Monat muss der Arbeitgeber innerhalb von drei Kalendermonaten nach Monatsende stellen, danach zahlt die Agentur nicht mehr (§ 325 Abs. 3 SGB III).

Saison- und Transferkurzarbeitergeld

Auf dem Bau, im Dachdecker-, Garten- und Landschaftsbau und im Gerüstbau gibt es von Dezember bis März Saison-Kurzarbeitergeld (§ 101 SGB III). Transferkurzarbeitergeld zahlt die Agentur höchstens zwölf Monate für Beschäftigte, die wegen einer Betriebsänderung in eine Transfergesellschaft wechseln (§ 111 SGB III). Die Höhe rechnet sich in beiden Fällen wie oben.

Rente, Krankenkasse und Krankheit

Du bleibst in allen Zweigen der Sozialversicherung versichert. Beiträge zahlst du nur auf deinen Kurzlohn. Für den Ausfall zahlt der Arbeitgeber Kranken-, Pflege- und Rentenbeiträge auf 80 % des ausgefallenen Bruttos, und zwar allein (§ 232a Abs. 2 und § 249 Abs. 2 SGB V, § 163 Abs. 6 SGB VI). Das Kurzarbeitergeld selbst bleibt beitragsfrei.

Für die Rente zählen damit bei halber Arbeitszeit 90 % deines normalen Lohns, bei Kurzarbeit null 80 %. In der Arbeitslosenversicherung laufen keine Beiträge auf den Ausfall, die Zeit zählt aber voll als Versicherungszeit (§ 24 Abs. 3 SGB III). Wirst du später arbeitslos, bemisst die Agentur das Arbeitslosengeld für die Kurzarbeitsmonate nach dem Lohn ohne Kurzarbeit (§ 151 Abs. 3 SGB III).

Krank während der Kurzarbeit: Solange du Anspruch auf Lohnfortzahlung hast, meist sechs Wochen, bekommst du für die ausgefallenen Stunden weiter Kurzarbeitergeld (§ 98 Abs. 2 SGB III). Die Lohnfortzahlung richtet sich nach der verkürzten Arbeitszeit (§ 4 Abs. 3 EFZG). Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld, berechnet nach dem Lohn vor der Kurzarbeit (§ 47b Abs. 3 SGB V).

Warst du schon krank, bevor die Kurzarbeit begann, bekommst du für die Ausfallzeit Krankengeld in Höhe des Kurzarbeitergeldes, solange die Lohnfortzahlung läuft. Der Arbeitgeber rechnet es aus und zahlt es mit dem Lohn aus (§ 47b Abs. 4 SGB V).

Reicht das Geld mit Kurzarbeit nicht für Miete und Familie, kommen Wohngeld, Kinderzuschlag oder Grundsicherungsgeld in Frage. Ob sich ein Antrag lohnt, zeigen der Wohngeld-Rechner und der Grundsicherungsgeld-Rechner.

Steuer: steuerfrei, aber mit Progressionsvorbehalt

Auf das Kurzarbeitergeld selbst zahlst du keine Steuer (§ 3 Nr. 2 EStG). Es erhöht aber den Steuersatz auf dein übriges Einkommen, das ist der Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Dein Arbeitgeber trägt das Kurzarbeitergeld in die Lohnsteuerbescheinigung ein. Bekommst du im Jahr mehr als 410 € solcher Leistungen, musst du eine Steuererklärung abgeben (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG).

Progressionsvorbehalt 6 Monate Kurzarbeit wie im ersten Beispiel

Das Finanzamt rechnet den Steuersatz so, als wäre das Kurzarbeitergeld steuerpflichtig, und wendet ihn nur auf dein zu versteuerndes Einkommen an.

Zu versteuerndes Einkommen aus dem Lohn (angenommen)
24.000 €
Einkommensteuer darauf ohne Kurzarbeitergeld
2.587 €
6 × 617,10 € Kurzarbeitergeld, zählt nur für den Steuersatz
3.702,60 €
Steuersatz, gerechnet aus 27.702 €
12,916 %
Einkommensteuer: 24.000 € × 12,916 %
3.099 €

Die Einkommensteuer steigt um 512 €.

Ob daraus eine Nachzahlung wird, hängt davon ab, wie viel Lohnsteuer schon einbehalten wurde. Die monatliche Lohnsteuer rechnet nur mit deinem Lohn, das Kurzarbeitergeld kennt sie nicht. Plane den Betrag deshalb ein, statt auf eine Erstattung zu hoffen.

Häufige Fragen

Was regelt § 95 SGB III?
Er nennt die vier Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld: einen erheblichen Arbeitsausfall mit Entgeltausfall (§ 96), die betrieblichen Voraussetzungen (§ 97, im Betrieb arbeitet mindestens eine Person), die persönlichen Voraussetzungen (§ 98) und die Anzeige des Arbeitsausfalls bei der Agentur für Arbeit (§ 99). Für Betriebe der Bauwirtschaft gibt es in der Schlechtwetterzeit Saison-Kurzarbeitergeld (§ 101).
Muss ich der Kurzarbeit zustimmen?
Einseitig anordnen kann dein Arbeitgeber Kurzarbeit nicht. Er braucht eine Grundlage: einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder eine Vereinbarung mit dir, oft als Klausel im Arbeitsvertrag. Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei der vorübergehenden Verkürzung der Arbeitszeit mit (§ 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG). Fehlt eine wirksame Grundlage, kannst du grundsätzlich den vollen Lohn verlangen, wenn du deine Arbeit anbietest (§ 615 BGB).
Lohnt sich vor der Kurzarbeit ein Wechsel der Steuerklasse?
Oft ja. Beim Kurzarbeitergeld zählt die Steuerklasse, die im jeweiligen Monat in deinen Lohnsteuermerkmalen steht. Die Einschränkungen, die beim Arbeitslosengeld für einen Wechsel gelten, nimmt § 106 Abs. 1 SGB III ausdrücklich aus. Bei 3.500 € brutto und halber Arbeitszeit bringt Klasse III statt IV 149,40 € mehr im Monat (766,50 € statt 617,10 €). Das Finanzamt stellt die Klassen ab dem Monat nach dem Antrag um (§ 39 Abs. 6 EStG). Dein Partner zahlt in Klasse V mehr Lohnsteuer, die gemeinsame Steuererklärung gleicht das aus. Was der Wechsel für euer Netto bedeutet, zeigt der Steuerklassen-Rechner.
Darf ich während der Kurzarbeit einen Nebenjob annehmen?
Ja, aber ein neuer Job senkt das Kurzarbeitergeld. Was du in einem Job verdienst, den du erst während der Kurzarbeit aufnimmst, zählt zu deinem Ist-Entgelt (§ 106 Abs. 3 SGB III). Das gilt auch für Minijobs, die Ausnahme aus der Corona-Zeit ist ausgelaufen. Einen Nebenjob, den du schon vor der Kurzarbeit hattest, rechnet die Agentur nicht an. Sag deinem Arbeitgeber Bescheid, weil er das Kurzarbeitergeld abrechnet.
Wird mein Urlaub durch Kurzarbeit gekürzt?
Nur wenn ganze Arbeitstage ausfallen. Bei Kurzarbeit null wird der Jahresurlaub anteilig neu berechnet, wie bei einer Teilzeitstelle mit weniger Arbeitstagen (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 30.11.2021, 9 AZR 225/21). Arbeitest du weiter an allen Tagen, nur kürzer, bleibt die Zahl deiner Urlaubstage gleich. Das Urlaubsentgelt sinkt nicht: Lohnkürzungen durch Kurzarbeit zählen bei seiner Berechnung nicht mit (§ 11 Abs. 1 BUrlG).
Darf mein Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken?
Ja, viele Tarifverträge sehen das vor. Der Zuschuss senkt dein Kurzarbeitergeld nicht (§ 106 Abs. 2 SGB III). Er ist aber normaler Arbeitslohn und kostet Lohnsteuer, steuerfrei war er nur in der Corona-Zeit bis Juni 2022. Sozialabgaben fallen erst an, soweit Zuschuss und Kurzarbeitergeld zusammen mehr als 80 % des ausgefallenen Bruttos ausmachen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 SvEV). Im ersten Beispiel oben bleiben so bis zu 782,90 € Zuschuss im Monat beitragsfrei.
Was passiert, wenn mir während der Kurzarbeit gekündigt wird?
Ab der Kündigung oder dem Aufhebungsvertrag bekommst du kein Kurzarbeitergeld mehr, die persönliche Voraussetzung fehlt dann (§ 98 Abs. 1 Nr. 2 SGB III). Melde dich spätestens drei Monate vor dem Ende arbeitsuchend, bei kürzerer Frist innerhalb von drei Tagen (§ 38 Abs. 1 SGB III). Wie viel Arbeitslosengeld du danach bekommst, rechnet der Arbeitslosengeld-Rechner.

Quellen

  1. § 95 SGB III: Anspruch auf Kurzarbeitergeld, vier Voraussetzungen gesetze-im-internet.de
  2. § 97 SGB III: Betriebliche Voraussetzungen gesetze-im-internet.de
  3. § 99 SGB III: Anzeige des Arbeitsausfalls gesetze-im-internet.de
  4. Bundesagentur für Arbeit: Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes 2026: rechnerische Leistungssätze nach Steuerklasse, gültig ab Januar 2026 arbeitsagentur.de
  5. Bundesagentur für Arbeit: Merkblatt 8a Kurzarbeitergeld, Stand 01/2026: Voraussetzungen, Berechnung, Sozialversicherung, Krankheit arbeitsagentur.de
  6. Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmer: Nebeneinkommen, Bezugsdauer, Steuer arbeitsagentur.de
  7. § 96 SGB III: erheblicher Arbeitsausfall, ein Drittel mit mehr als 10 % gesetze-im-internet.de
  8. § 104 SGB III: Bezugsdauer gesetze-im-internet.de
  9. § 106 SGB III: Nettoentgeltdifferenz, Soll- und Ist-Entgelt, Nebeneinkommen gesetze-im-internet.de
  10. Vierte Kurzarbeitergeldbezugsdauerverordnung: bis zu 24 Monate, längstens bis 31.12.2026 gesetze-im-internet.de
  11. § 47b SGB V: Krankengeld bei Kurzarbeit gesetze-im-internet.de
  12. § 32b EStG: Progressionsvorbehalt gesetze-im-internet.de
  13. Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 30.11.2021, 9 AZR 225/21: Urlaub bei Kurzarbeit null bundesarbeitsgericht.de

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