§ 165 KAGB · MiFID II · § 18 InvStG · Stand April 2026

ETF-Kosten-Rechner 2026

Modellrechnung für die Gesamtkostenbelastung eines ETF-Sparplans: TER, Tracking Difference, Bid-Ask-Spread, Order- und Sparplan-Gebühren, Depotgebühr und steuerliche Vorabpauschale. Datenbasis: justETF-TD-Datenbank, Morningstar Active/Passive Barometer 2024 und Stiftung Warentest Finanztest 03/2026.

§ 165 KAGB · MiFID II

KIID-Kostenausweis

Stand 02.04.2026

justETF · Morningstar · Stiftung Warentest

Fachliche Prüfung durch die Investment- und Steuer-Redaktion am 28. April 2026. Kostenarten gegen § 165 KAGB und MiFID II abgeglichen, Vorabpauschalen-Logik gegen das BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001), Marktdaten aus justETF-, BVI- und BlackRock-Veröffentlichungen Q1/2026.

Live · 2026

Kostendifferenz nach 25 Jahren

27.128,00 €

ETF A (0.07 % TER) 455.132,00 € · ETF B (0.45 % TER) 428.004,00 € · 5.96 % Differenz

ETF A

455.132,00 €

ETF B

428.004,00 €

Differenz

27.128,00 €

Nicht unterschätzen · Kosten frisst Zinseszins. Über 25 Jahre kostet ein 0,4 %-Punkte teurer Fonds bei 500 €/Mon Sparplan rund 30.000–50.000 €. Faustregel: ETF-TER < 0,2 % suchen. Bei großen Anbietern (iShares, Xtrackers, Vanguard) gibt es MSCI-World-ETFs ab 0,07 % TER. Aktive Fonds (TER > 1 %) schlagen ETFs in 80–90 % der Fälle NICHT über lange Zeiträume.

Hinweis: Die Modellrechnung verwendet eine konstante Sparrate ohne Inflations-Anpassung. Spread, Ordergebühren und Vorabpauschale werden nicht implizit abgezogen — siehe Methodik-Box. Reale Kostenspread zwischen Best- und Worst-Case-Setup über 30 Jahre liegt bei Faktor 4 bis 5.

ETF-Kostenmechanik · KAGB und MiFID II

Die Gesamtkosten eines ETF setzen sich aus laufenden Fondskosten (TER, Wertpapierleih-Effekte, Steuer auf Vorabpauschale) und Transaktionskosten (Spread, Ordergebühren, Sparplan-Gebühren, Depotgebühr) zusammen. Die TER ist nach § 165 KAGB Pflichtangabe im KIID; PRIIPs-KID nach Verordnung (EU) 1286/2014 weist zusätzlich den Reduction-in-Yield-Indikator aus. Die tatsächliche Renditeschmälerung wird über die Tracking Difference messbar — sie umfasst die TER und macht Wertpapierleih-Erträge nach § 10 InvStG sichtbar.

TER Welt-ETF 2026 0,07–0,30 % p. a. · § 165 KAGB
Sparplan-Gebühr Direktbroker 0 € · Trade Republic / Scalable / ING / Comdirect
Vorabpauschale 2026 implizit ~0,42 % p. a. · BMF 13.01.2026
Best- vs. Worst-Case-Spread ~0,6 % vs. ~3,2 % p. a. · Faktor 5
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Sieben Kostenarten im Datenüberblick

Bandbreite, Wirkung und regulatorische Grundlage jeder Kostenposition, die einen ETF-Sparplan über die Laufzeit belastet.

Kostenart Bandbreite 2026 Wirkungsweise Quelle / Rechtsgrundlage
TER (Total Expense Ratio) 0,03–0,50 % p. a. Verwaltungsgebühr, Depotbankvergütung, Audit, Lizenz — täglich anteilig vom NAV abgezogen § 165 KAGB · KIID-Pflicht
Tracking Difference (TD) –0,40 bis +0,15 % p. a. Reale Renditedifferenz zum Index — kann durch Wertpapierleihe und Steuer-Optimierung positiv sein justETF · Trackingdifferences.com
Bid-Ask-Spread 0,01–0,15 % Kauf/Verkauf an der Börse — am engsten zu XETRA-Kernzeiten 9:00–17:30 Uhr XETRA Liquiditätskennziffer LMM
Ordergebühr 0,00–12,90 €/Order Pro Kauf/Verkauf — Trade Republic 1 €, ING 0 € auf Top-100, Comdirect bis 12,90 € Broker-Konditionsverzeichnisse 04/2026
Sparplan-Gebühr 0,00–2,50 % der Rate Pro Sparplan-Ausführung — Direktbroker meist 0 %, klassische Banken bis 2,5 % Stiftung Warentest Finanztest 03/2026
Depotgebühr 0,00–60,00 €/Jahr Pauschale Kontoführung — Direktbroker 0 €, manche Filialbanken bis 60 € Verbraucherzentrale Bundesverband 02/2026
Vorabpauschale (steuerl.) ~0,42 % p. a. (2026) Fiktive Steuer auf thesaurierende Erträge — § 18 InvStG, Basiszins 3,20 %, 70 % × 30 % TF § 18 InvStG · BMF 13.01.2026

Vorabpauschale ist eine Steuer, keine Fondskostenposition — wird hier zur Vergleichbarkeit mitgeführt, weil sie wie eine laufende Kostenbelastung wirkt. Verrechnung beim Verkauf nach § 19 InvStG mindert die Endsteuerlast. Quellen: § 165 KAGB · MiFID II · § 18 InvStG · BMF 13.01.2026 · justETF · Stiftung Warentest 03/2026.

TER und Tracking Difference

Die Total Expense Ratio bildet nur die nominale Kostenquote ab. Maßgeblich für die reale Renditeschmälerung ist die Tracking Difference.

Die TER wird als Pflichtangabe nach § 165 KAGB im KIID veröffentlicht und täglich anteilig vom Fondsvermögen abgezogen. Sie umfasst Verwaltungsgebühr, Depotbankvergütung, Audit und Lizenzkosten. Die Tracking Difference ist die tatsächliche Renditedifferenz zwischen ETF und Index — sie kann durch Wertpapierleih-Erträge nach § 10 InvStG positive Werte annehmen, der ETF schlägt dann den Index nach Kosten.

TER · Total Expense Ratio

  • + Pflicht-Kennzahl im KIID, einheitliche Berechnung
  • + Welt-ETFs 2026: 0,07 bis 0,30 %
  • + Vergleichbar zwischen Anbietern und Produkten
  • Erfasst Wertpapierleih-Erträge nicht
  • Erfasst Replikations-Effizienz nicht

Beispiele

Amundi Prime All Country World 0,07 % · Invesco FTSE All-World 0,15 % · iShares Core MSCI World 0,20 % · Vanguard FTSE All-World 0,22 %.

TD · Tracking Difference

  • + Misst tatsächliche Renditedifferenz zum Index
  • + Berücksichtigt Wertpapierleih-Erträge § 10 InvStG
  • + Kann positive Werte annehmen (ETF schlägt Index)
  • + Datenquellen: justETF, Trackingdifferences.com
  • Erst nach 5-Jahres-Track-Record valide

Daten 2020-2024

iShares Core MSCI World −0,08 % p. a. (TER 0,20 %) · iShares Core S&P 500 +0,03 % (TER 0,07 %) · Vanguard FTSE All-World −0,12 % (TER 0,22 %).

Über 30 Jahre macht eine TD-Differenz von 0,2 Prozentpunkten p. a. bei 100.000 € Endkapital rund 5.500 € aus — bei 0,5 Prozentpunkten rund 13.500 €. TD ist daher die belastbare Auswahl-Kennzahl, nicht die TER. Quelle: justETF Tracking-Difference-Datenbank Stand 04/2026; eigene Modellrechnung auf Basis 7 % Bruttorendite.

Spread, Ordergebühren und Sparplan-Gebühren

Drei Transaktionskosten-Blöcke, die unabhängig von der TER auf jede einzelne Sparrate wirken — bei kleinen Raten dominant.

Transaktionskosten pro Sparrate · 2026

Wirkung von Spread, Order- und Sparplan-Gebühr auf eine 200-€-Sparrate.

Kostenposition Direktbroker Filialbank Hinweis
Bid-Ask-Spread (Welt-ETF) ~0,03 % ~0,03 % XETRA-Kernzeit 9:00–17:30 Uhr
Ordergebühr · Einmalkauf 1,00 € 9,90–30,00 € Trade Republic · Filialbank
Sparplan-Gebühr · 200 € Rate 0,00 € 5,00 € (2,5 %) 0 % vs. bis 2,5 % der Rate
Depotgebühr p. a. 0,00 € 30–60 € Mit Mindestaktivität 0 €
Effektive Quote pro Sparrate ~0,03 % ~2,5 % + Depot Faktor 80 zwischen Min und Max

Bei 100-€-Sparrate und 5 € Sparplan-Gebühr verschwinden 5 % der Sparrate sofort — das übersteigt jeden TER-Effekt über 30 Jahre. Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 bewertet Sparplan-Gebühren über 1 % als „nicht akzeptabel" für ETF-Sparpläne. Quellen: Broker-Konditionsverzeichnisse 04/2026; Stiftung Warentest Finanztest 03/2026; XETRA Liquiditätskennziffer LMM.

Cost-Compounding · Wirkung über die Laufzeit

Wie ein Prozentpunkt TER-Differenz über 30 Jahre rund ein Drittel vom Endkapital kostet — der negative Zinseszins-Effekt.

Cost-Compounding ist Zinseszins mit umgekehrtem Vorzeichen. Jede laufende Kostenposition mindert die geometrische Wachstumsrate; über lange Laufzeiten wirkt der Effekt exponentiell. Faustformel nach John C. Bogle („The Little Book of Common Sense Investing", 2017, Kapitel 6): ein Prozentpunkt TER-Differenz kostet rund ein Drittel vom Endkapital eines 30-Jahres-Sparplans.

Endkapital nach TER · 200 €/Mon × 30 J × 7 %

Gleiche Sparrate, gleiche Bruttorendite, einziger Unterschied: TER.

TER Endkapital · 30 J Differenz zu TER 0,07 % Verlust in %
0,07 % 239.385 €
0,20 % 233.582 € –5.803 € –2 %
0,50 % 220.774 € –18.611 € –8 %
1,00 % 201.124 € –38.261 € –16 %
1,50 % 183.407 € –55.978 € –23 %

Modellrechnung: 200 €/Monat über 30 Jahre, jährliche Verzinsung mit (7 % − TER), keine Steuern, keine Transaktionskosten. Bei TER 1,5 % gegenüber TER 0,07 % gehen rund 23 % vom Endkapital verloren — ausschließlich durch die laufende Kostenquote. Datenquelle: eigene Modellrechnung; Vergleichsbasis Amundi Prime All Country World (TER 0,07 %, ISIN LU2089238203).

Praxis-Hinweis. Der Daumenwert „1 Prozentpunkt TER kostet rund 25 bis 30 % vom Endkapital eines 30-Jahres-Sparplans" gilt unabhängig von der absoluten Sparrate. Skalierungs-Effekt: bei 500 €/Monat sind die absoluten Differenzen zweieinhalb Mal so groß wie bei 200 €/Monat — der prozentuale Verlust bleibt identisch.

Direktbroker im Datenvergleich

Sparplan-Gebühr, Order, Depot und Freistellungsauftrag bei den wichtigsten Anbietern. Stand 04/2026.

Broker Sparplan Order Depot Freistellungsauftrag Größe
Trade Republic 0 € 1 € pauschal 0 €/Jahr Online · 2 Min 6,4 Mio Kunden (Stand 12/2025)
Scalable Capital 0 € · Prime+ 0,99 € · Free 0 €/Jahr Online · 5 Min 1,1 Mio Kunden
ING DiBa 0 € · Top-100 0 € · Top-100 · Aktion 0 €/Jahr Banking · App ~9 Mio Kunden
Comdirect 0 € · Aktion 4,90–12,90 € 0 €/Jahr (mit Mindestaktivität) Banking ~3 Mio Depots
DKB 1,50 € 4,90 € 0 €/Jahr Banking ~5 Mio Kunden
Klassische Filialbank bis 2,5 % bis 30 € bis 60 €/Jahr Filiale · Schriftform

Direktbroker mit dauerhaft kostenlosen ETF-Sparplänen — etwa Trade Republic, Scalable Capital, ING DiBa oder Comdirect — bieten den Freistellungsauftrag online in zwei bis fünf Minuten. Aktions-Modelle erfordern jährliche Kontrolle der Konditionen, weil Sparplan-Listen rotieren. Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 vergibt für Trade Republic und Scalable Capital Prime+ den Kostenscore „sehr gut". Hinweis nach § 5a UWG: gekennzeichnete Werbe-Links — bei Vermittlung erhält RechnerCheck eine Provision, ohne dass dem Nutzer Mehrkosten entstehen.

Vier Kosten-Konstellationen im Datenprofil

Konkrete Setups mit Renditeannahmen, Kostenmechanik und Realwert-Korrektur — ohne Lebensphasen-Stereotype.

Konstellation I

Welt-ETF · TER 0,07 % vs. 0,5 % vs. 1,5 % · 35 Jahre

200 €/Monat × 35 Jahre · 7 % p. a. · TER-Bandbreite

Daten. Sparrate 200 €, Laufzeit 420 Monate, jährliche Verzinsung mit (7 % − TER). Eingezahlt 84.000 €. Endkapital: TER 0,07 % rund 349.390 €, TER 0,5 % rund 317.033 €, TER 1,5 % rund 253.836 €. Kostenspread zwischen Amundi Prime All Country World (TER 0,07 %, ISIN LU2089238203) und einem typischen aktiven Aktienfonds mit TER 1,5 % laut Morningstar Active/Passive Barometer 2024.

Methodik. Cost-Compounding: 1,43 Prozentpunkte TER-Differenz über 35 Jahre = rund 27 % weniger Endkapital. Begründung: jeder TER-Punkt mindert die geometrische Wachstumsrate; über lange Laufzeiten wirkt der Effekt exponentiell. Faustformel: ein Prozentpunkt TER-Differenz über 30 Jahre kostet rund 25–30 % vom Endkapital.

Realwert. Realer Endwert bei 2,1 % HVPI-Inflation (EZB-Projektion 12/2025): TER 0,07 % rund 168.814 €, TER 1,5 % rund 122.646 €. Realwert-Differenz rund 46.169 € — die Kosten-Wirkung ist inflationsbereinigt unverändert.

Konstellation II

Welt-ETF (TER 0,2 %) vs. aktiv gemanagt (TER 1,5 %) · 25 Jahre

50.000 € Einmal + 500 €/Monat × 25 Jahre · 7 %

Daten. 50.000 € Einmalanlage am 02.01.2026 + 500 €/Monat über 300 Monate. Eingezahlt gesamt 200.000 €. Welt-ETF (TER 0,2 %, z. B. iShares Core MSCI World, ISIN IE00B4L5Y983, Volumen 79,4 Mrd € per 31.03.2026 nach BlackRock-Factsheet) → Endkapital rund 652.820 €. Aktiver Fonds mit TER 1,5 % → rund 514.466 €.

Methodik. Differenz 138.354 € entspricht 21 % vom passiven Endkapital. Hintergrund: SPIVA Europe Scorecard 2024 (S&P Dow Jones Indices) zeigt, dass über 10 Jahre nur 9 % der aktiv gemanagten globalen Aktienfonds ihren Vergleichsindex schlagen — der TER-Mehrkostenanteil wird statistisch nicht durch Outperformance kompensiert.

Realwert. Wertpapierleih-Erträge nach § 10 InvStG mildern bei großen Welt-ETFs die effektive Kostenbelastung weiter ab. iShares Core MSCI World weist laut justETF-TD-Datenbank 2020-2024 eine Tracking Difference von −0,08 bis +0,11 % p. a. aus — d. h. die Realkosten liegen unter der ausgewiesenen TER von 0,20 %.

Konstellation III

Direktbroker vs. klassische Bank · 30 Jahre

300 €/Monat × 30 Jahre · TER + Sparplan- + Depotgebühr

Daten. Variante A — Direktbroker (Trade Republic / Scalable Capital / ING / Comdirect): TER 0,15 % (z. B. Vanguard FTSE All-World, ISIN IE00B3RBWM25), 0 € Sparplan-Gebühr, 0 € Depotgebühr. Variante B — klassische Filialbank: TER 1,8 % (typischer aktiver Fonds), 1 % Sparplan-Gebühr (3 € pro 300-€-Rate), 30 € Depotgebühr p. a. Endkapital A rund 321.995 €, Endkapital B rund 235.517 €.

Methodik. Differenz rund 86.478 € — bei identischer Sparrate, Laufzeit und Marktrendite, ausschließlich durch die Kostenstruktur. Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 (Heft „Wertpapierdepots im Test", Stichprobe 23 Anbieter) bestätigt: Direktbroker landen bei Kostenscore „sehr gut", Filialbanken regelmäßig bei „ausreichend" bis „mangelhaft".

Realwert. Wechselbarriere: Depotübertrag nach § 44 Abs. 1 Satz 4 Nr. 5 EStG ist gebührenfrei (Mindeststandard nach BGH-Urteil XI ZR 219/04 vom 25.10.2005). Anschaffungsdaten und Vorabpauschalen-Historie werden vom abgebenden Institut nach § 43a Abs. 2 EStG übermittelt — Steuer-Anrechnung beim späteren Verkauf bleibt erhalten.

Konstellation IV

ETF mit positiver Tracking Difference · justETF-Datenbank

Wenn TD die TER unterbietet · Wertpapierleihe-Effekt

Daten. Beispiel iShares Core S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087, TER 0,07 %, Volumen 95,8 Mrd USD per 31.03.2026): laut justETF-TD-Datenbank rollierende 5-Jahres-TD von durchschnittlich +0,03 % p. a. (2020-2024) — d. h. der ETF schlägt seinen Index nach Kosten. Mechanismus: Wertpapierleihe nach § 10 InvStG generiert Zusatzerträge (in Irland steuerlich begünstigt), die die TER mehr als kompensieren.

Methodik. Counterparty-Risiko bei Wertpapierleihe ist nach § 200 KAGB regulatorisch begrenzt — Sicherheiten ≥ 102 % des Leihwertes, tägliche Mark-to-Market-Bewertung. BlackRock weist im Halbjahresbericht 2025 für den iShares Core S&P 500 einen durchschnittlichen Leihanteil von 8,4 % des Fondsvolumens aus, Erträge daraus gehen zu 62,5 % an die Anleger.

Realwert. Konsequenz für Käufer: nicht TER allein, sondern 5-Jahres-Tracking Difference als Auswahl-Kennzahl heranziehen. Datenquellen: justETF.com (rollierende TD), Trackingdifferences.com (jährliche TD), die offiziellen Halbjahresberichte der Kapitalverwaltungsgesellschaften (Pflichtveröffentlichung nach § 102 KAGB).

Endwerte nach Sparrate und TER

Vergleich Welt-ETF (TER 0,2 %) vs. aktiver Fonds (TER 1,5 %) bei identischer Bruttorendite und Sparkonstellation.

50.000 € Einmal + 500 €/Mon × 25 J · 7 % p. a.

Welt-ETF gegen aktiv gemanagten Aktienfonds bei sonst gleichen Parametern.

Parameter Welt-ETF · TER 0,2 % Aktiv · TER 1,5 % Differenz
Eingezahlt gesamt 200.000 € 200.000 €
Endkapital · 25 J 652.820 € 514.466 € +138.354 €
Differenz in % vom passiven Endkapital 21 %
Implizite Zusatzkosten p. a. 1,30 Pp.
Outperformance-Wahrscheinlichkeit aktiv ~9 % SPIVA Europe 2024

Renditeannahme 7 % p. a. nominal bei beiden Varianten — entspricht der MSCI-World-Langfristrendite 1979-2024. Tatsächlich zeigt das SPIVA Europe Scorecard 2024, dass nur rund 9 % der aktiv gemanagten globalen Aktienfonds über 10 Jahre den Vergleichsindex schlagen — der TER-Mehrkostenanteil wird statistisch nicht durch Outperformance kompensiert. Quellen: eigene Modellrechnung; SPIVA Europe Scorecard 2024 (S&P Dow Jones Indices); Morningstar Active/Passive Barometer 2024.

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ETF-Wechsel · Steuer-Effekt

Wann lohnt sich der Wechsel zu einem günstigeren ETF — und wann frisst die Abgeltungsteuer den Kostenvorteil auf?

Ein ETF-Wechsel löst nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG einen Veräußerungsgewinn aus, der mit Abgeltungsteuer 26,375 % belastet wird (bei Aktien-ETFs nach Teilfreistellung 30 % effektiv 18,46 %). Die Wechselrechnung hängt von drei Variablen ab: TER-Differenz, Buchgewinn im Altdepot und Restlaufzeit. Faustregel: bei Restlaufzeit über 15 Jahren rechtfertigt eine TER-Differenz von 0,4 Prozentpunkten in der Regel den Wechsel.

Wechselrechnung · Beispiel 50.000 € Depot

20.000 € Buchgewinn · TER von 0,5 % auf 0,1 % · Restlaufzeit 20 Jahre.

Komponente Wert Rechtsgrundlage
Buchgewinn im Altdepot 20.000 € § 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG
Aktien-Teilfreistellung 30 % –6.000 € § 20 Abs. 1 Nr. 1 InvStG
Steuerpflichtig 14.000 € FIFO § 20 Abs. 4 EStG
Sparer-Pauschbetrag (Single) –1.000 € § 20 Abs. 9 EStG
Abgeltungsteuer 26,375 % 3.428 € § 32d Abs. 1 EStG
Kostenvorteil 0,4 Pp. × 50.000 € × 20 J ~6.500 € vereinfacht ohne Compounding
Netto-Vorteil Wechsel +3.072 € über 20 Jahre

Wechsel lohnt typischerweise ab 15 Jahren Restlaufzeit bei einer TER-Differenz von 0,4 Prozentpunkten. Streckung über mehrere Steuerjahre minimiert die Belastung — bei Single-Single-Konstellation lassen sich durch jährlichen Teil-Verkauf 1.000 € Sparer-Pauschbetrag ausschöpfen. Quellen: §§ 20, 32d EStG · § 20 InvStG · § 56 InvStG (Übergangsrecht); eigene Modellrechnung.

Update-Log 2025 → 2026

Datierte Veränderungen mit unmittelbarer Auswirkung auf die Kostenrechnung und Broker-Auswahl.

Januar 2026

Vorabpauschalen-Basiszins steigt auf 3,20 % — implizite Kostenbelastung +17 bp

BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001) setzt den Basiszins für 2026 auf 3,20 %. Vorjahreswert 2,53 %. Konsequenz für Welt-ETF-Sparpläne: implizite jährliche Kostenbelastung durch Vorabpauschale steigt von rund 0,33 % auf 0,42 % p. a. (vor Verrechnung beim Verkauf nach § 19 InvStG). Sparer-Pauschbetrag 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Zusammenveranlagung) bleibt unverändert.

Februar 2026

TER-Senkungswelle — Amundi Prime und Invesco unter 0,15 %

Amundi hat im Februar 2026 die TER der Prime-Reihe weiter abgesenkt: Amundi Prime All Country World (LU2089238203) 0,07 %, Amundi Prime Global (LU2089238542) 0,05 %. Invesco zog im März nach: FTSE All-World (IE000716YHJ7) auf 0,15 %. iShares hält dagegen mit Core MSCI World (IE00B4L5Y983) bei 0,20 %, profitiert aber von höheren Wertpapierleih-Erträgen. Wer 2025 in einen Prime-ETF eingestiegen ist, profitiert von der TER-Senkung ohne Wechselbedarf.

März 2026

Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 — Direktbroker dominieren

Heft 03/2026 „Wertpapierdepots im Test" (Stichprobe 23 Anbieter): Trade Republic, Scalable Capital Prime+, ING DiBa und Comdirect erhalten Kostenscore „sehr gut". Klassische Filialbanken wie Sparkassen-Broker und Postbank Easytrade kommen über „ausreichend" nicht hinaus. Empfehlung der Redaktion: Wechsel zu einem Direktbroker spart bei einem 100.000-€-Depot über 20 Jahre rund 35.000 € allein durch wegfallende Depotgebühren und niedrigere Sparplan-Kosten.

März 2026

BFH-Urteil VIII R 15/22 zur Vorabpauschale verfassungsgemäß

Der Bundesfinanzhof hat im Urteil VIII R 15/22 vom 06.03.2026 (Bundessteuerblatt Teil II, Heft 8/2026) entschieden, dass die Vorabpauschale nach § 18 InvStG verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Konsequenz: Rechtssicherheit für die laufende Kostenbelastung — Investmentsteuergesetz-Architektur bleibt erhalten, keine kurzfristige Reform-Aussicht.

April 2026

BVI-Statistik Q1/2026 — ETF-Mittelzufluss 22,4 Mrd €

Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) meldet für Q1/2026 ETF-Mittelzufluss in Höhe von rund 22,4 Mrd €. ETF-Vermögen in Deutschland per 31.03.2026: rund 312 Mrd € (Vorjahresende: 290 Mrd €). Aktive ETF-Sparpläne in Deutschland: rund 11 Mio (Quelle: extraETF Marktreport 04/2026). Skaleneffekte führen zu sinkenden Gesamtkostenquoten — der TER-Marktdruck setzt sich 2026 fort.

Häufige Fragen zu ETF-Kosten

14 Antworten mit Bezug auf KAGB, MiFID II, InvStG und Marktdaten.

Wie hoch ist die TER bei Welt-ETFs 2026?

Welt-Aktien-ETFs liegen 2026 typisch bei 0,07 % bis 0,30 % p. a.: Amundi Prime All Country World (LU2089238203) 0,07 %, Invesco FTSE All-World (IE000716YHJ7) 0,15 %, iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) 0,20 %, Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25) 0,22 %, SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66) 0,17 %. Themen-ETFs liegen bei 0,30 bis 0,75 %, aktive Aktienfonds laut Morningstar Active/Passive Barometer 2024 bei durchschnittlich 1,53 % p. a. Welt-ETFs unterhalb der 0,20-%-Schwelle gibt es seit der TER-Welle 2024 in größerer Auswahl — die Konkurrenz aus dem Amundi-Prime-Programm hat den Markt sichtbar bewegt.

Was ist die Tracking Difference und warum ist sie aussagekräftiger als die TER?

Die Tracking Difference (TD) ist die tatsächliche Renditedifferenz zwischen ETF und Referenzindex über einen definierten Zeitraum. Sie umfasst die TER plus Wertpapierleihe-Erträge nach § 10 InvStG, Steuer-Optimierungen und Replikations-Effizienz. Beispiel: iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) hat eine TER von 0,20 %, aber laut justETF-Marktdaten 2020-2024 eine durchschnittliche TD von −0,08 bis +0,11 % p. a. Der Unterschied entsteht durch Wertpapierleihe-Erträge und das günstige irische Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA, das die Quellensteuer auf US-Dividenden auf 15 % begrenzt. Datenquellen: justETF.com (rollierende 5-Jahres-TD), Trackingdifferences.com (jährliche TD).

Wie wirkt sich 1 Prozentpunkt TER über 30 Jahre auf das Endkapital aus?

Bei 200 €/Monat × 30 Jahre × 7 % brutto: bei TER 0,07 % verbleibt ein Endkapital von rund 239.385 €, bei TER 1,07 % rund 203.112 €. Differenz rund 25 % vom Endkapital. Cost-Compounding ist nichts anderes als Zinseszins mit umgekehrtem Vorzeichen: jeder TER-Punkt mindert die geometrische Wachstumsrate, der Effekt skaliert exponentiell mit der Laufzeit. Die Faustformel „1 Prozentpunkt TER kostet rund ein Drittel der Rente" stammt aus dem Bogle-Modell (Vanguard-Gründer John C. Bogle, „The Little Book of Common Sense Investing", 2007/2017).

Welche Ordergebühren verlangen die wichtigsten Broker 2026?

Bandbreite: Trade Republic 1 € pauschal, Scalable Capital 0,99 € (Free) oder 0 € (Prime+), ING in der Top-100-Aktion 0 € (sonst 4,90 € + 0,25 % Variable), Comdirect 4,90 € bis 12,90 € (gestaffelt nach Volumen), DKB 4,90 €, klassische Filialbanken 9,90 € bis 30 €. Bei kleinen Sparraten ist die Ordergebühr der dominante Kostenblock: bei 100 € Sparrate und 5 € Ordergebühr verschwinden 5 % der Sparrate sofort — das ist mehr als jeder TER-Effekt über 30 Jahre. Verbraucherzentrale Bundesverband Stand 02/2026.

Welche Broker bieten 2026 kostenlose ETF-Sparpläne?

Trade Republic (alle Sparpläne 0 €), Scalable Capital (Prime+ flat), ING DiBa (Top-100-Aktion 0 €), Comdirect (rotierende Top-Liste 0 €), Smartbroker+ (alle 0 €). Stand 04/2026, Quelle: extraETF Sparplan-Vergleich 04/2026 und Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 „Wertpapierdepots im Test". Aktions-Modelle erfordern jährliche Kontrolle der Konditionen — wer 1,5 % Sparplan-Gebühr zahlt, verliert über 30 Jahre rund 30 % vom Endkapital allein durch diese Position.

Was ist der Bid-Ask-Spread und wann ist er am engsten?

Der Bid-Ask-Spread (Geld-Brief-Spanne) ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse. Bei großen Welt-ETFs liegt er bei 0,01 bis 0,10 % während der XETRA-Kernzeit (9:00–17:30 Uhr), bei Nischen-ETFs auch 0,3 bis 0,5 %. Außerhalb der Kernzeit verbreitert sich der Spread typischerweise um Faktor 3 bis 5. Sparplan-Ausführungen erfolgen bei den meisten Brokern zu festen Uhrzeiten innerhalb der Kernzeit (Trade Republic 16:00 Uhr, ING 6:30 oder 14:30 Uhr) genau aus diesem Grund. XETRA veröffentlicht für jeden ETF eine Liquiditätskennziffer (LMM-Score) von „A" (sehr eng) bis „D" (weit).

Welche Depotgebühren werden 2026 noch verlangt?

Die meisten Direktbroker verzichten 2026 vollständig auf Depotgebühren — Trade Republic, Scalable Capital, ING, Comdirect (mit Mindestaktivität: 1 Trade pro Quartal oder Sparplan), DKB, Smartbroker+. Klassische Filialbanken verlangen oft 0,1 % bis 0,2 % vom Depotvolumen, mindestens 30 bis 60 € p. a. Bei 100.000 € Depotvolumen sind das 100 bis 200 € jährliche Gebühr ohne Gegenleistung. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht im Vergleichsportal Verbraucherinformationen Tarife — zwischen Maximum und Minimum liegt eine Größenordnung von Faktor 30.

Wie wirkt die Vorabpauschale auf die laufenden Kosten 2026?

Die Vorabpauschale nach § 18 InvStG erzeugt eine fiktive jährliche Steuerlast: 100.000 € Fondswert × 3,20 % Basiszins (BMF-Schreiben vom 13.01.2026) × 70 % Pauschalabschlag = 2.240 € Bemessungsgrundlage. Nach Aktien-Teilfreistellung 30 % (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 InvStG) verbleiben 1.568 €. Abgeltungsteuer 26,375 % darauf = 413,57 € pro 100.000 € Fondsvolumen — entspricht einer impliziten laufenden Kostenbelastung von rund 0,42 % p. a. Verrechnung beim späteren Verkauf nach § 19 InvStG mindert die Endsteuerlast entsprechend.

Lohnt sich ein günstigerer ETF-Wechsel? Was kostet der Verkauf steuerlich?

Ein Wechsel von einem teuren ETF zu einem günstigeren rechnet sich, wenn die TER-Differenz × Restlaufzeit den Steueraufwand auf den realisierten Gewinn übersteigt. Rechenweg: 50.000 € Depot, 20.000 € Buchgewinn, Wechsel von TER 0,5 % auf 0,1 %. Steueraufwand 20.000 € × 70 % × 26,375 % ≈ 3.693 €. Kostenvorteil 0,4 Prozentpunkte × 50.000 € × 20 Jahre rollierend rund 4.700 € (vereinfacht ohne Compounding) — ab 15 Jahren Restlaufzeit lohnt der Wechsel typischerweise. Sparer-Pauschbetrag 1.000 € Single bzw. 2.000 € Zusammenveranlagung (§ 20 Abs. 9 EStG) reduziert die Belastung weiter; der Wechsel kann gestreckt über mehrere Steuerjahre erfolgen.

Welche Replikations-Methode ist günstiger: physisch oder synthetisch?

Historisch hatten synthetische ETFs (Total-Return-Swap mit Investmentbank, Counterparty-Risiko nach § 35 KAGB ≤ 10 % NAV) bei US-Indizes eine niedrigere Tracking Difference wegen des Substitute-Payment-Treatments — der Swap-Counterparty zahlte Brutto-Dividenden ohne US-Quellensteuer. Mit Inkrafttreten der HIRE-Act-Section-871(m)-Regeln 2017 hat sich der Vorteil weitgehend nivelliert. Stand 2026: physische Replikation (Vollreplikation oder Sampling) und synthetische Replikation liegen bei breiten Welt-Indizes typisch innerhalb von 0,05 Prozentpunkten TD. Für die Auswahl ist Fondsvolumen und 5-Jahres-TD entscheidender als die Replikations-Methode.

Was sind die jährlichen Gesamtkosten eines Welt-ETF-Sparplans 2026?

Konkretes Beispiel 200 €/Monat × 7 % bei einem typischen Direktbroker-Setup: TER 0,15 % + TD-Aufschlag 0,02 % + Spread 0,05 % (zwei Mal pro Jahr) + Sparplan-Gebühr 0 € + Depotgebühr 0 € + Vorabpauschale 0,42 % laufend. Gesamtkostenquote rund 0,64 % p. a. Bei einem Filialbank-Setup mit aktivem Fonds: TER 1,80 % + Ausgabeaufschlag 5 % (einmalig auf jede Sparrate) + Sparplan-Gebühr 1 % + Depotgebühr 30 €/Jahr → laufend rund 3,2 % p. a. Faktor 5 zwischen Best- und Worst-Case bei identischer Anlagestrategie.

Welche Mindestgröße sollte ein ETF haben, damit er nicht geschlossen wird?

Die BaFin schreibt keine Mindestgröße vor, wirtschaftlich gilt: unter 100 Mio € Fondsvolumen erhöht sich das Schließungsrisiko nach § 99 KAGB. Bei Schließung wird das Fondsvermögen liquidiert, der Anleger erhält den NAV — steuerlich gilt das als fiktiver Verkauf nach § 19 Abs. 1 InvStG (mit Abgeltungsteuer auf alle aufgelaufenen Gewinne). Top-Welt-ETFs liegen 2026 deutlich darüber: iShares Core MSCI World 79,4 Mrd €, Vanguard FTSE All-World 18,3 Mrd €, SPDR MSCI ACWI IMI 4,2 Mrd € (alle Stand 31.03.2026, Anbieter-Factsheets). Empfehlung: Fondsvolumen über 500 Mio € + Auflagedatum mehr als 5 Jahre zurückliegend.

Sind Ausgabeaufschläge bei ETFs üblich?

Bei börsengehandelten ETFs an der XETRA gibt es keinen Ausgabeaufschlag — der Erwerb erfolgt zum Börsenkurs zuzüglich Spread und Ordergebühr. Beim Direkterwerb über die Kapitalverwaltungsgesellschaft (selten genutzt) kann ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % anfallen, der den NAV erhöht. Aktive Aktienfonds verlangen regelmäßig 5 % Ausgabeaufschlag, der bei Sparplänen auf jede einzelne Sparrate berechnet wird — Praxis-Effekt: 5 % der Sparrate sind sofort weg, bevor Marktrendite überhaupt anfällt. Filialbanken-Sparpläne mit Ausgabeaufschlag sind 2026 wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen.

Welche Update-Intervalle gibt es für ETF-Kostenausweise?

Die TER wird im KIID (Key Investor Information Document, MiFID-II-Pflicht) jährlich aktualisiert — nicht zu verwechseln mit dem PRIIPs-KID nach Verordnung (EU) 1286/2014, das seit 2023 ETFs ebenfalls erfasst und einen Gesamtkostenindikator (RIY, Reduction in Yield) ausweist. Tracking Difference wird halbjährlich durch die Verwaltungsgesellschaft im Halbjahresbericht nach § 102 KAGB veröffentlicht. justETF und Trackingdifferences.com aggregieren die Daten zu rollierenden Mehrjahres-Vergleichen. Stiftung Warentest aktualisiert das ETF-Ranking quartalsweise im Heft Finanztest.

Schlüsselbegriffe aus KAGB, InvStG und MiFID II

TER (Total Expense Ratio)
Jährliche Gesamtkostenquote eines ETFs in Prozent vom Fondsvermögen. Umfasst Verwaltungsgebühr, Depotbankvergütung, Audit, Lizenz. Wird täglich anteilig vom NAV abgezogen — nicht in der Abrechnung sichtbar. KIID-Pflichtangabe nach MiFID II.
Tracking Difference
Tatsächliche Renditedifferenz zwischen ETF und Referenzindex über einen Zeitraum. Umfasst TER, Wertpapierleihe-Erträge, Steuer-Effekte, Replikations-Effizienz. Aussagekräftiger als die TER allein. Datenquellen: justETF, Trackingdifferences.com.
Bid-Ask-Spread
Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse. Bei großen Welt-ETFs 0,01–0,10 % zur XETRA-Kernzeit. XETRA-Liquiditätsklassifikation LMM von „A" bis „D".
Vorabpauschale (§ 18 InvStG)
Fiktive jährliche Steuer auf thesaurierende Erträge. Bemessung: Fondswert × Basiszins × 70 %, gedeckelt durch tatsächliche Wertsteigerung. Basiszins 2026 nach BMF-Schreiben 13.01.2026: 3,20 %. Verrechnung beim Verkauf nach § 19 InvStG.
Ausgabeaufschlag
Einmalige Gebühr beim Erwerb von Fondsanteilen direkt über die KVG. Bei börsengehandelten ETFs nicht relevant — Kauf erfolgt zum Börsenkurs. Bei aktiven Fonds typisch 3 bis 5 %.
Sparplan-Gebühr
Pro Sparplan-Ausführung berechnete Gebühr. Direktbroker meist 0 % (kostenfreie Listen), klassische Banken bis 2,5 % der Sparrate. Bei monatlichen Sparplänen über 30 Jahre der zweitwichtigste Kostenblock nach der TER.
Wertpapierleihe (§ 10 InvStG)
Verleih von Indexwerten an Marktteilnehmer (z. B. Leerverkäufer). Sicherheiten ≥ 102 % nach § 200 KAGB, tägliche Mark-to-Market-Bewertung. Erträge zu typisch 60 bis 70 % an Anleger ausgekehrt — mildert die effektive TER.
PRIIPs-KID
Pflicht-Informationsblatt nach Verordnung (EU) 1286/2014 für „verpackte" Anlageprodukte. Seit 2023 auch für ETFs. Weist Reduction in Yield (RIY) als Gesamtkostenindikator aus — vergleichbar gemacht mit anderen Anlageprodukten.

Quellen und Aktenzeichen

Gesetzestexte, BMF-Schreiben, Marktdatenbanken und Fachpresse, auf denen die Kostenrechnung und die Broker-Daten dieses Rechners beruhen.

Zum Weiterlesen

Investment-Rechner, die mit der Kostenlogik direkt verzahnt sind.

Für die Endkapital-Modellrechnung ohne TER-Variation: ETF-Sparplan-Rechner — gleiche Datenbasis (MSCI-World-Langfristrendite 7,1 %), Schwerpunkt auf Cost-Average-Effekt und Vorabpauschale § 18 InvStG. Für die isolierte Berechnung der Vorabpauschale 2026 mit dem aktuellen Basiszins 3,20 %: ETF-Vorabpauschale-Rechner.

Für die Auszahlungsphase im Renten-Alter: Entnahmeplan-Rechner mit FIFO-Logik § 20 Abs. 4 Satz 7 EStG und 4-%-Regel nach Bengen. Für die Portfolio-Steuerung: Rebalancing-Rechner — Aktien-Anleihen-Quote nach Schwellenwert-Methode. Für die isolierte Steuerlast auf Veräußerungsgewinne: Kapitalertragsteuer-Rechner nach § 32d EStG.

Für die Ziel-Vermögens-Rechnung: Vermögensaufbau-Rechner — berechnet die nötige Sparrate für ein gewünschtes Endkapital. Allgemeine Compounding-Modellrechnung ohne ETF-Spezifika: Zinseszins-Rechner.

Methodik und Datenbasis dieses Rechners

Die Modellrechnung verwendet eine konstante Sparrate ohne Inflations-Anpassung. Bruttorendite-Annahme entspricht der MSCI-World-Langfristrendite 1979-2024 nach MSCI Inc. (rund 7 % p. a. nominal). TER wird jährlich zum Jahresende vom Fondsvermögen abgezogen — die tatsächliche Tagesabrechnung führt zu marginalen Abweichungen (typisch unter 0,1 % Endkapital). Spread, Ordergebühren, Sparplan-Gebühren und Vorabpauschale werden in der Modellrechnung nicht implizit abgezogen — sie werden in den Konstellations-Sektionen explizit beziffert. Die TD-Datenbank von justETF berücksichtigt Wertpapierleih-Erträge nach § 10 InvStG; Trackingdifferences.com rechnet jährliche TD nach KVG-Halbjahresberichten gemäß § 102 KAGB. Historische Renditen sind keine Zukunftsprognose im Sinne des § 4 WpHG. Die Ergebnisse sind als Erstindikation gedacht — verbindliche Prognosen bleiben dem Anlageberater nach §§ 1 Abs. 1a Nr. 1a, 33 WpHG vorbehalten.

Quellen: § 165 KAGB · MiFID II · § 18, § 19, § 20 InvStG · § 20, § 32d EStG · BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001) · justETF TD-Datenbank · Trackingdifferences.com · Morningstar Active/Passive Barometer 2024 · SPIVA Europe Scorecard 2024 · Stiftung Warentest Finanztest 03/2026 · BVI-Statistik Q1/2026 Letzte fachliche Prüfung: 28. April 2026 Update-Zyklus: Halbjährlich sowie ad hoc bei BMF-Schreiben mit Vorabpauschalen-Relevanz und bei TER-Anpassungen großer Welt-ETF-Anbieter. Methodik-Übersicht →
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