§ 20 EStG · §§ 16-22 InvStG · Stand Mai 2026

Vermögensaufbau-Rechner 2026

Sparrate-Rückrechnung aus Zielkapital, Laufzeit und Rendite. Datenbasis: MSCI-World-Langfristrendite 7,0 % p. a. nominal (1979-2024), Festgeld 3,8 % und Tagesgeld 3,5 % p. a. nach Bundesbank MFI-Zinsstatistik Q1/2026, 4-%-Regel nach Bengen (1994) und Cooley/Hubbard/Walz (1998).

§ 20 EStG · §§ 16-22 InvStG

Stand BMF 13.01.2026

Stand 02.04.2026

Bundesbank · Destatis · BVI

Fachliche Prüfung durch die Investment- und Vorsorge-Redaktion am 2. Mai 2026. Steuerlogik gegen § 20 EStG, § 32d EStG und das BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001) abgeglichen; Marktdaten aus Bundesbank-Zinsstatistik, Statistisches Bundesamt, BVI- und Vanguard-Veröffentlichungen.

Live · 2026

Notwendige Sparrate / Monat

617 €

Eingezahlt: 185.169 € · Zinsgewinn: 314.831 €

Sparrate

617 €

Eingezahlt

185.169 €

Gewinn

314.831 €

Tipp · Frühzeitig anfangen schlägt hohe Beträge: 100 €/Mo ab 25 schlägt 250 €/Mo ab 35 (gleiche Endsumme). Realistische Rendite Aktien-ETF: 6–8 % p. a.

Hinweis: Die Modellrechnung verwendet eine konstante Renditeannahme ohne Inflations-Anpassung, sofern nicht explizit konfiguriert. Historische Renditen sind keine Zukunftsprognose im Sinne des § 4 WpHG. Aktienmärkte können zwischenzeitlich −50 % einbrechen — Mindest-Anlagehorizont 10 Jahre, Notgroschen 3-6 Monatsausgaben separat halten.

Sparrate-Rückrechnung · die Umkehrformel

Vermögensaufbau ist die systematische Bildung von Kapital durch regelmäßiges Sparen plus Zinseszins. Die zentrale Frage lautet nicht „wieviel habe ich am Ende?", sondern „wieviel muss ich monatlich sparen, um Ziel X in Y Jahren zu erreichen?". Mathematisch ist das die Umkehrung der Zinseszins-Endwert-Formel: Rate = Ziel × r / ((1+r)n − 1) mit r = Jahresrendite ÷ 12 und n = Jahre × 12. Steuerlich relevant sind § 20 EStG (Abgeltungsteuer 25 %, Sparer-Pauschbetrag 1.000 €) sowie §§ 16-22 InvStG (Vorabpauschale, Aktien-Teilfreistellung 30 %).

Welt-ETF · MSCI World 7,0 % nominal · 5,0 % real (1979-2024)
Festgeld 3-J / Tagesgeld 3,8 % p. a. fix · 3,5 % p. a. variabel (Q1/2026)
Sparer-Pauschbetrag 2026 1.000 € / 2.000 € · § 20 Abs. 9 EStG
Vorabpauschalen-Basiszins 3,20 % · BMF 13.01.2026
4-%-Regel (Bengen 1994) 95 % Erfolgsquote · 30 J Entnahme · 50/50
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Sparrate-Formel · Zinseszins rückwärts

Die Umkehrung der Zinseszins-Endwert-Formel liefert aus Ziel, Laufzeit und Rendite die nötige monatliche Einzahlung.

Aus der nachschüssigen Endwert-Formel Endkapital = Rate × ((1+r)n − 1) / r folgt durch Umstellen Rate = Ziel × r / ((1+r)n − 1). Dabei ist r die monatliche Rendite (Jahresrendite ÷ 12), n die Laufzeit in Monaten. Über lange Laufzeiten dominiert der Zinseszins-Anteil das Endkapital — bei 30 Jahren und 7 % p. a. stammen rund 70 % aus thesaurierten Erträgen.

Beispielrechnung · 200.000 € Ziel · 25 Jahre · 7 % p. a.

Schrittweise Anwendung der Sparrate-Formel mit den Marktdaten Q1/2026.

Komponente Wert Berechnung
Zielkapital 200.000 € Eingabe
Laufzeit n 300 Monate 25 J × 12
Monatliche Rendite r 0,005833 7 % ÷ 12
(1+r)n − 1 4.7248 Compounding-Faktor
Sparrate 247 € 200.000 × r / Faktor
Eingezahlt gesamt 74.068 € Rate × 300
Zinsgewinn 125.932 € Ziel − Eingezahlt

Renditeannahme 7,0 % p. a. nominal nach MSCI-World-Langfristrendite 1979-2024. Steuern und ETF-Kosten in der Modellrechnung nicht berücksichtigt; reale Endwerte liegen je nach TER und Tracking Difference 0,2 bis 1,5 % p. a. niedriger. Datenquelle: MSCI Inc. World-Index Factsheet 31.03.2026; eigene Modellrechnung.

Anlageklassen 2026 im Datenvergleich

Renditeannahmen, Realwerte und Volatilität der fünf relevanten Klassen für privaten Vermögensaufbau. Stand Q1/2026.

Anlageklasse Rendite nominal Real (HVPI 2 %) Volatilität Horizont Quelle
Welt-Aktien-ETF 7,1 % p. a. 5,0 % real hoch · −50 % möglich ≥ 10 J MSCI World 1979-2024 nominal · MSCI Inc.
60/40-Mischportfolio 5,0–5,5 % 3,0–3,5 % mittel 5–15 J Vanguard Capital Markets Model 2025
Anleihen-ETF (IG, Euro) 3,0–4,0 % 1,0–2,0 % niedrig–mittel 3–10 J Bundesbank Renditestatistik 03/2026
Festgeld 3-J 3,8 % p. a. 1,8 % keine fix Bundesbank MFI-Zinsstatistik Q1/2026
Tagesgeld 3,5 % p. a. 1,5 % variabel · EZB jederzeit Bundesbank MFI-Zinsstatistik 03/2026

Welt-Aktien-ETF: MSCI-World-Renditereihe 1979-2024 nach MSCI Inc., geometrisches Mittel. Festgeld und Tagesgeld: Bundesbank MFI-Zinsstatistik Neugeschäft per 28.02.2026. 60/40-Portfolio: Vanguard Capital Markets Model 2025-Projektion. Quellen: MSCI Inc.; Bundesbank MFI-Zinsstatistik; Vanguard Capital Markets Model 2025; Bundesbank Renditestatistik 03/2026.

Asset-Allocation nach 100 − Lebensalter

Daumenwert mit empirischer Validierung; Glide-Path und Bucket-Strategie für die Phase um den Renteneintritt.

Die Faustregel 100 − Lebensalter = Aktien-Quote in % wird durch Vanguard „How America Saves" 2025 (Median-Allocation 25-Jähriger 91 % Aktien, 65-Jähriger 47 % Aktien) empirisch gestützt. Die konservative Variante 110 − Lebensalter berücksichtigt die gestiegene Lebenserwartung — Statistisches Bundesamt Sterbetafel 2022/2024 weist für 65-jährige Männer 18,2 J und Frauen 21,3 J Restlebenserwartung aus.

Drei-Topf-Modell · Liquiditäts-Schichtung

Strukturierte Aufteilung nach Verwendungszweck und Zeithorizont.

Topf Volumen Anlage Renditeannahme
1 · Notgroschen 3-6 Monatsausgaben Tagesgeld, separates Konto 3,5 % p. a. variabel
2 · Mittelfrist 5-15 % Vermögen Festgeld-Leiter, Anleihen-ETF 3,5-4,0 % p. a.
3 · Langfrist Rest Welt-Aktien-ETF, MSCI World / FTSE All-World 7,0 % p. a. nominal

Rebalancing-Studie Buetow/Sellers/Trotter (Journal of Portfolio Management 2002): jährliches oder Schwellenwert-Rebalancing (5 % Abweichung) erhöht risiko-adjustierte Rendite um 0,3 bis 0,5 % p. a. Steuerlich vorteilhaft: Rebalancing durch Anpassung neuer Sparraten statt Verkauf, vermeidet Auslösung von Veräußerungsgewinnen § 20 Abs. 2 EStG. Quellen: Vanguard „How America Saves" 2025; Statistisches Bundesamt Sterbetafel 2022/2024; Buetow/Sellers/Trotter 2002.

Lump-Sum vs. Cost-Average · Vanguard-Datenlage

Die Vanguard-Studie 2012/2023 wertet rollierende 10-Jahres-Fenster aus drei Aktienmärkten aus. Lump-Sum schlägt DCA in 68,1 % der Fälle.

Einmalanlage (Lump-Sum)

  • + Erwartungswert 2,39 % höher (USA-Reihe 1926-2022)
  • + Vollständig im Markt ab Tag 1
  • + Schlägt DCA in 68,1 % der rollierenden 10-Jahres-Fenster
  • Höhere Anlaufphasen-Volatilität
  • Sequencing-Risiko in Bärenmarkt-Eintritt

Datenbasis

USA S&P 500 1926-2022, UK FTSE All-Share 1976-2022, Australien S&P/ASX 300 1984-2022; 60/40-Portfolio.

Cost-Average (DCA)

  • + Reduziert Anlaufphasen-Volatilität
  • + Versicherungsprämie gegen Sequencing-Risiko
  • + Disziplinierungseffekt durch automatischen Sparplan
  • Niedrigerer Erwartungswert (Differenz 2,39 %)
  • Verlängert Phase ohne vollen Markt-Exposure

Hybrid-Empfehlung

Vorhandenes Kapital als Lump-Sum + laufender Sparplan kombiniert frühen Compounding-Hebel mit laufender Disziplin.

Praxis-Hinweis. Bei nervösen Anlegern oder Erbschaft/Bonus 50.000 € + lässt sich ein Lump-Sum-Betrag auf 6 bis 12 Monatstranchen verteilen — das ist nicht renditeoptimal, reduziert aber das psychologische Klumpenkauf-Risiko am lokalen Markthoch und erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Sparplan auch durch Bärenmärkte konsequent fortzuführen.

Notgroschen vor Investitionen

3 bis 6 Monatsausgaben Cash-Reserve auf separatem Tagesgeldkonto als Voraussetzung für jeden langfristigen Vermögensaufbau.

Die Verbraucherzentrale-Empfehlung 2025 nennt drei bis sechs Monatsausgaben Cash-Reserve. Beispiel: 2.500 € Monatsausgaben × 4 ergibt 10.000 € Notgroschen auf Tagesgeld (3,5 % p. a. variabel per Q1/2026 nach Bundesbank MFI-Zinsstatistik). Der Notgroschen gehört nie in Aktien — die Korrelation Bärenmarkt × Job-Verlust ist statistisch signifikant; die Marktphase März 2020 hat das illustriert.

Tagesgeldkonten mit 3,5 % p. a. variabel und Festgeld-Leitern für den Sicherheits-Topf bieten Direktbroker und Direktbanken wie Trade Republic, Scalable Capital, ING DiBa oder Comdirect. Sparpläne mit automatisierter Dynamisierung (2 bis 3 % p. a.) zur Inflations- und Gehalts-Kompensation lassen sich bei den genannten Anbietern in zwei Minuten einrichten. Hinweis nach § 5a UWG: gekennzeichnete Werbe-Links — bei Vermittlung erhält RechnerCheck eine Provision, ohne dass dem Nutzer Mehrkosten entstehen.

4-%-Regel · Entnahmephase nach Bengen

Sicherer Entnahmesatz für 30-Jahres-Auszahlungen nach Bengen 1994 und Trinity-Studie 1998 mit jährlicher Inflations-Anpassung.

Bengen „Determining Withdrawal Rates Using Historical Data" (Journal of Financial Planning, Oktober 1994) auf US-Daten 1926-1976; Aktualisierung Cooley/Hubbard/Walz „Trinity-Studie" (AAII Journal 1998, Update 2011) auf 1926-2009. Methodik: 4 % des Anfangsvermögens im ersten Jahr, danach jährliche Inflations-Anpassung. Erfolgsquote bei 50/50-Portfolio über 30 Jahre rund 95 %. Bei 40-Jahres-Horizonten (Frührentner, FIRE-Bewegung) sinkt die sichere Entnahmequote auf 3,5 % nach Pfau 2010.

Zielkapital-Rückrechnung aus Wunschrente

Aus Wunsch-Zusatzrente folgt das benötigte Anfangsvermögen.

Wunsch-Zusatzrente · Monat p. a. Zielkapital · 4 % Zielkapital · 3,5 %
500 €6.000 €150.000 €171.428 €
670 €8.040 €201.000 €229.714 €
1.000 €12.000 €300.000 €342.857 €
1.500 €18.000 €450.000 €514.285 €
2.000 €24.000 €600.000 €685.714 €

4-%-Regel-Erfolgsquote 95 % bezogen auf 30-Jahres-Entnahmen mit jährlicher Inflations-Anpassung bei 50/50-Portfolio (US-Daten 1926-2009). Konservative 3,5 %-Variante für 40-Jahres-Horizonte. Cash-Puffer 2 bis 3 Jahresentnahmen reduziert Sequence-of-Returns-Risiko in Bärenmärkten. Quellen: Bengen 1994; Cooley/Hubbard/Walz 1998 (Trinity); Pfau 2010 für internationale Datensätze.

Steuern auf Erträge · § 20 EStG, §§ 16-22 InvStG

Abgeltungsteuer 26,375 % effektiv, Aktien-Teilfreistellung 30 %, Sparer-Pauschbetrag 1.000 € / 2.000 €.

Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer nach § 32d Abs. 1 EStG: 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer = effektiv 26,375 %. Bei Aktien-ETFs (Aktienquote ≥ 51 %) reduziert die Teilfreistellung 30 % nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 InvStG die Bemessungsgrundlage; effektiv verbleiben 18,46 %. Sparer-Pauschbetrag 1.000 € (Single) / 2.000 € (Zusammenveranlagung) nach § 20 Abs. 9 EStG wirkt über Freistellungsauftrag § 44a Abs. 2 EStG beim Broker.

Steuerliche Eckwerte 2026 · Kapitalerträge

Geltende Tarife, Freibeträge und Teilfreistellungssätze.

Position Wert Rechtsgrundlage
Abgeltungsteuer25 %§ 32d Abs. 1 EStG
Solidaritätszuschlag5,5 % auf SteuerSolZG 1995
Effektiv ohne KiSt26,375 %25 % × 1,055
Aktien-Teilfreistellung30 %§ 20 Abs. 1 Nr. 1 InvStG
Effektiv mit TFB18,46 %26,375 % × 0,7
Sparer-Pauschbetrag Single1.000 €§ 20 Abs. 9 EStG
Sparer-Pauschbetrag Splitting2.000 €§ 20 Abs. 9 Satz 2 EStG
Vorabpauschalen-Basiszins 20263,20 %BMF 13.01.2026

Günstigerprüfung § 32d Abs. 6 EStG sinnvoll, sobald der persönliche Grenzsteuersatz unter 25 % liegt; mit Aktien-Teilfreistellung verschiebt sich die Schwelle auf rund 17,5 % (entspricht zvE unter rund 18.000 € im Single-Tarif § 32a EStG 2026). Quellen: § 20 EStG, § 32d EStG; § 18, § 19, § 20 InvStG; BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001).

Vier Sparrate-Konfigurationen im Datenprofil

Konkrete Setups mit Renditeannahmen, Steuer-Mechanik und Realwert-Korrektur — ohne Lebensphasen-Stereotype.

Konfiguration A

Welt-ETF · 200 €/Mon · 40 J · 7 % nominal

200 €/Monat über 40 Jahre · MSCI-World-Anker

Daten. Sparrate 200 €, Laufzeit 480 Monate, monatliche Verzinsung mit 7,0 % p. a. (MSCI-World-Langfristrendite 1979-2024 nominal nach MSCI Inc.). Eingezahlt 96.000 €. Endkapital nach Zinseszins-Modell rund 525.000 € — davon mehr als 80 % aus thesaurierten Erträgen. Notwendige Sparrate für genau dieses Ziel laut Rückrechnung: 200 €/Monat.

Steuer. Steuerlich relevant: Vorabpauschale § 18 InvStG (Basiszins 2026: 3,20 % nach BMF-Schreiben vom 13.01.2026, Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001), Aktien-Teilfreistellung 30 % nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 InvStG, Sparer-Pauschbetrag 1.000 € § 20 Abs. 9 EStG. Effektiver Steuersatz auf Vorabpauschale rund 18,46 % auf den Bemessungsbetrag; beim Verkauf Anrechnung nach § 19 InvStG.

Realwert. Reale Rendite 5 % p. a. (7 % nominal − 2 % HVPI nach EZB-Zielkorridor und Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 040 vom 30.01.2026: Vorjahres-HVPI 2,3 %). Endkapital in 2026er-Kaufkraft entsprechend rund 237.767 €. Lebensalter-Regel: 100 − 25 = 75 % Aktienquote als Mindestrahmen in der Anspar-Phase.

Konfiguration B

Welt-ETF · 500 €/Mon + 10 k Einmal · 25 J

500 €/Monat plus Einmalbetrag · 25 Jahre

Daten. 10.000 € Einmalanlage zum Start zuzüglich 500 €/Monat über 300 Monate, Verzinsung 7,0 % p. a. nominal. Eingezahlt 160.000 €. Endkapital nach Modellrechnung rund 440.000 €, davon rund 280.000 € Zinsgewinn. Laut Sparrate-Rückrechnung erfordert das identische Ziel ohne Einmalbetrag eine monatliche Rate von 543 €.

Steuer. Vorabpauschale 2026 auf den Einmalbetrag: 10.000 € × 3,20 % × 70 % = 224 € Bemessungsgrundlage, gedeckelt durch tatsächliche Wertsteigerung. Nach Teilfreistellung 30 % verbleiben 156,80 € steuerpflichtig × 26,375 % Abgeltungsteuer = 41,36 € Steuer im ersten Jahr — vollständig vom Sparer-Pauschbetrag 1.000 € absorbiert. Sparrate-Sparpläne erzeugen die VAB erst, sobald das aufgelaufene Fondsvermögen den Pauschbetrag-Spielraum übersteigt.

Realwert. Vanguard-Studie „Dollar-Cost Averaging Just Means Taking Risk Later" (2012, aktualisiert 2023, Datensätze USA 1926-2022, UK 1976-2022, Australien 1984-2022): Lump-Sum schlägt DCA in 68,1 % der rollierenden 10-Jahres-Fenster bei einem 60/40-Portfolio. Die Hybrid-Konstruktion 10 k Einmal + Sparplan kombiniert frühen Compounding-Hebel mit Cost-Averaging.

Konfiguration C

Eigenheim-EK · 300 k Ziel · 15 J · 6 % defensiv

300.000 € Eigenkapital in 15 Jahren · sportlich

Daten. Ziel 300.000 € Eigenkapital für Hauskauf in 15 Jahren. Defensivere Renditeannahme 6,0 % p. a. wegen kürzerem Horizont und Glide-Path zum Auszahlungstermin. Sparrate-Rückrechnung: Rate = 300.000 × 0,005 / ((1,005)^180 − 1) = 1.032 €/Monat. Eingezahlt über 180 Monate: 185.683 €. Zinsgewinn rund 114.317 €.

Steuer. In den letzten 5 Jahren vor Auszahlung: Asset-Allocation schrittweise auf 30 % Aktien / 50 % Anleihen-ETF / 20 % Festgeld-Leiter (3,8 % p. a. fix, Bundesbank MFI-Zinsstatistik Q1/2026) umstellen — Bucket-Strategie nach Evensky 1985. Begründung: Sequence-of-Returns-Risiko bei kürzerem Horizont. Bei realisiertem Gewinn vor Auszahlung Abgeltungsteuer 26,375 % auf Veräußerungsgewinne nach § 20 Abs. 2 EStG, FIFO nach § 20 Abs. 4 Satz 7 EStG.

Realwert. Reale Sparlast bei 2 % HVPI: 300.000 € heutige Kaufkraft entsprechen in 15 Jahren rund 403.761 € nominal. Wer real-bereinigt rechnen will, muss die Sparrate jährlich um 2 bis 3 % dynamisieren. Trade Republic, Scalable Capital, ING DiBa und Comdirect bieten automatisierte Dynamisierung.

Konfiguration D

Rentenlücke · 200 k Ziel · 17 J · 6 %

200.000 € Zusatz-Vorsorge · 4-%-Regel

Daten. Wunsch-Zusatzrente 670 €/Monat = 8.040 €/Jahr. Bei 4-%-Regel (Bengen 1994 „Determining Withdrawal Rates Using Historical Data", Cooley/Hubbard/Walz 1998 „Trinity-Studie"): 8.040 € / 0,04 = 201.000 € Zielkapital. Laufzeit 17 Jahre bis zur Regelaltersgrenze. Sparrate-Rückrechnung bei 6 % p. a.: 566 €/Monat. Eingezahlt: 115.505 €. Zinsgewinn: 84.495 €.

Steuer. Entnahmephase ab Renteneintritt: Veräußerungsgewinne nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG zur Abgeltungsteuer 26,375 %. Bei Aktien-ETFs reduziert die Teilfreistellung 30 % nach § 20 InvStG die Bemessungsgrundlage; effektiv 18,46 %. Wenn der persönliche Grenzsteuersatz im Renten-Alter unter 25 % liegt, lohnt die Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG — Antragstellung über Anlage KAP der Einkommensteuererklärung.

Realwert. 4-%-Regel-Datenlage: Bengen-Studie (Journal of Financial Planning, Oktober 1994) auf US-Daten 1926-1976, Trinity-Studie (Cooley/Hubbard/Walz, AAII Journal 1998) auf 1926-1995. Erfolgsquote für 30-Jahres-Entnahmen mit jährlicher Inflations-Anpassung: 95 % bei 50/50-Portfolio. Konservative Variante 3,5 %-Regel reduziert das Sequencing-Risiko bei Frührentnern oder 40-Jahres-Horizonten.

Sparrate nach Ziel × Rendite · 25 Jahre

Notwendige monatliche Sparrate für fünf Zielsummen bei 7 % nominal und 5 % real (HVPI-bereinigt).

Endwerte und Sparraten · 25-Jahres-Modell

Modellrechnung mit MSCI-World-Anker und realer Renditelinie.

Zielkapital Rate · 7 % nominal Rate · 5 % real Eingezahlt · 7 % Zinsgewinn · 7 %
50.000 € 62 € 84 € 18.517 € 31.483 €
100.000 € 123 € 168 € 37.034 € 62.966 €
200.000 € 247 € 336 € 74.068 € 125.932 €
500.000 € 617 € 840 € 185.169 € 314.831 €
1.000.000 € 1.234 € 1.679 € 370.338 € 629.662 €

Renditeannahme 7 % p. a. nominal entspricht der MSCI-World-Langfristrendite 1979-2024 nach MSCI Inc. Reale Linie 5 % berücksichtigt 2 % HVPI (EZB-Zielkorridor; Statistisches Bundesamt Vorjahres-HVPI 2,3 %). Steuern und ETF-Kosten in der Modellrechnung nicht berücksichtigt. Datenquelle: MSCI Inc. Total-Return-Reihe 1979-2024; eigene Modellrechnung.

Frühstart-Effekt · 500.000 € Ziel bei 7 % nominal

Identisches Ziel, drei Laufzeiten — Sparrate verdreifacht sich bei halbierter Laufzeit.

Laufzeit Sparrate Eingezahlt gesamt Zinsgewinn-Anteil
40 Jahre · ab Alter 25 190 € 91.435 € 82 %
30 Jahre · ab Alter 35 410 € 147.544 € 70 %
20 Jahre · ab Alter 45 960 € 230.359 € 54 %

Über 40 Jahre stammen rund 82 % des Endkapitals aus thesaurierten Erträgen, über 20 Jahre nur rund 54 %. Wer 20 Jahre später startet, muss die Monatsrate ver-5.1-fachen und insgesamt 138.924 € mehr Eigenleistung erbringen.

Anlageklassen-Vergleich · 200.000 € Ziel · 25 Jahre

Identisches Ziel, drei Renditeannahmen — Aktien-Anteil senkt die Eigenleistung.

Anlageklasse Rendite Sparrate Eingezahlt · 25 J Mehr-Eigenleistung
Welt-Aktien-ETF 7,0 % 247 € 74.068 €
Festgeld 3-J 3,8 % 400 € 120.114 € +46.046 €
Tagesgeld 3,5 % 418 € 125.374 € +51.306 €

Festgeld und Tagesgeld nach Bundesbank MFI-Zinsstatistik per 28.02.2026. Tagesgeld variabel, EZB-Leitzins-abhängig — die Mehr-Eigenleistung gegenüber dem Welt-ETF ist Modell-Untergrenze und kann bei sinkenden Leitzinsen weiter steigen. Datenquelle: Bundesbank MFI-Zinsstatistik Q1/2026; eigene Sparrate-Rückrechnung.

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Update-Log 2025 → 2026

Datierte Veränderungen mit unmittelbarer Auswirkung auf Modellrechnung und Steuer-Logik.

13. Januar 2026

BMF-Schreiben Vorabpauschalen-Basiszins 2026: 3,20 %

Das Bundesministerium der Finanzen hat den Basiszins für die Berechnung der Vorabpauschale 2026 mit Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001) auf 3,20 % festgesetzt. Vorjahreswert 2025: 2,53 %. Steigerung um 67 Basispunkte folgt dem Anstieg der Renditen langfristiger Bundeswertpapiere; Ableitung aus dem Zinssatz für hypothekarisch besicherte Wertpapiere der Deutschen Bundesbank zum 02.01.2026. Auswirkung auf den langfristigen Vermögensaufbau: erhöhte Vorab-Steuerbelastung in Ansparphasen, Verrechnung beim späteren Verkauf nach § 19 InvStG bleibt erhalten.

30. Januar 2026

Statistisches Bundesamt: Vorjahres-HVPI 2,3 %

Pressemitteilung Nr. 040 vom 30.01.2026: harmonisierter Verbraucherpreisindex 2025 mit +2,3 % gegenüber 2024 (Vorjahr +2,4 %). EZB-Projektion vom Dezember 2025 nennt 2,1 % HVPI für 2026. Realrendite breit diversifizierter Welt-ETFs liegt damit bei rund 5,0 % p. a. (7,0 % nominal − 2,0 % HVPI-Mittelwert). Sparrate-Modellrechnungen mit Inflations-Korrektur ziehen diesen Realwert heran.

Februar 2026

Bundesbank MFI-Zinsstatistik Q1/2026: Festgeld 3,8 %

Deutsche Bundesbank MFI-Zinsstatistik per 28.02.2026 (Banken-Konditionen Neugeschäft). Festgeld 1 J: 3,2 % p. a. Festgeld 3 J: 3,8 % p. a. Festgeld 5 J: 3,9 % p. a. Tagesgeld variabel: rund 3,5 % p. a. mit signifikanter Spreizung zwischen Filial- und Direktbanken. EZB-Einlagesatz nach drei Senkungen 2025 zum 30.04.2026 bei 2,75 %. Konsequenz: Festgeld-Leiter (gestaffelt 1/2/3/4/5-Jahres-Tranchen) liefert weiterhin signifikanten Renditeaufschlag gegenüber Tagesgeld bei kalkulierbarem Liquiditätsabstand.

6. März 2026

BFH-Urteil VIII R 15/22 zur Vorabpauschale verfassungsgemäß

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil VIII R 15/22 vom 06.03.2026 (Bundessteuerblatt Teil II, Heft 8/2026) entschieden, dass die Vorabpauschale nach § 18 InvStG verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Die Vorgängerregelung § 6 InvStG aF wurde 2018 abgelöst; das Übergangsrecht § 56 InvStG bestätigt sich damit als belastbar. Konsequenz für Vermögensaufbau-Sparpläne: Rechtssicherheit für die laufende VAB-Praxis, keine Anpassung der Modellrechnung erforderlich.

April 2026

BVI-Statistik Q1/2026 · 11 Mio aktive ETF-Sparpläne

Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) meldet für Q1/2026 einen Mittelzufluss in deutsche und Luxemburger ETFs in Höhe von rund 22,4 Mrd €. ETF-Vermögen per 31.03.2026 rund 312 Mrd € (Vorjahresende 290 Mrd €). Anzahl aktiver ETF-Sparpläne in Deutschland per Q1/2026: rund 11 Mio (Quelle: extraETF Marktreport 04/2026, basierend auf Broker-Erhebung). Damit hat sich die Sparplan-Anzahl seit 2020 (rund 1,9 Mio) nahezu versechsfacht.

Häufige Fragen zum Vermögensaufbau

14 Antworten mit Bezug auf EStG, InvStG, Bundesbank, Vanguard- und Bengen-Studien.

Wie funktioniert die Sparrate-Rückrechnung mathematisch?

Aus der klassischen Zinseszins-Formel für nachschüssige monatliche Einzahlungen — Endkapital = Rate × ((1+r)n − 1) / r — folgt durch Umstellen die Sparrate-Formel: Rate = Ziel × r / ((1+r)n − 1). Dabei ist r die monatliche Rendite (Jahresrendite ÷ 12), n die Laufzeit in Monaten (Jahre × 12). Beispiel: 200.000 € in 25 Jahren bei 7 % p. a. → r = 7/100/12 = 0,005833, n = 300, Rate = 200.000 × 0,005833 / ((1,005833)300 − 1) = 247 €/Monat. Das Modell setzt nachschüssige Einzahlung am Monatsende voraus; vorschüssige Berechnung liefert eine um den Faktor (1+r) niedrigere Rate.

Welche Renditeannahmen sind 2026 belastbar?

Welt-Aktien-ETF rund 7,0 % p. a. nominal — entspricht der MSCI-World-Total-Return-Rendite 1979-2024 nach MSCI Inc.; reale Rendite nach 2 % HVPI rund 5,0 % p. a. 60/40-Mischportfolio 5,0 bis 5,5 % p. a. nominal nach Vanguard Capital Markets Model 2025. Festgeld 3-jährig 3,8 % p. a. fix per Q1/2026 nach Bundesbank MFI-Zinsstatistik. Tagesgeld 3,5 % p. a. variabel, EZB-Leitzins-abhängig. Aktienmärkte können zwischenzeitlich −50 % einbrechen (Dotcom 2000-2002 −49 %, Finanzkrise 2008-2009 −56 %, Corona-Crash März 2020 −34 %). Mindest-Anlagehorizont 10 Jahre, ideal 20 bis 40 Jahre.

Wie wirkt sich Inflation auf das Sparziel aus?

EZB-Projektion vom Dezember 2025: 2,1 % HVPI-Inflation für 2026 (Vorjahr 2,4 %); Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 040 vom 30.01.2026 weist Vorjahres-HVPI mit 2,3 % aus. Realrendite = nominale Rendite − Inflationsrate. Welt-ETF nominal 7 % minus 2 % = ~5 % real. Kaufkraftverlust 1.000 € heute über 30 Jahre bei 2 % Inflation: 1000 × (1/1,02)30 = 552 € heutiger Kaufkraft. Wer 500.000 € heutiger Kaufkraft in 30 Jahren haben will, muss nominal 500.000 × 1,0230 = 905.681 € ansparen.

Asset-Allocation nach Alter — was sagt die Datenlage?

Faustregel 100 − Lebensalter = Aktien-Quote in %: 25 J → 75 % Aktien, 40 J → 60 %, 60 J → 40 %. Konservative Variante 110 − Alter wegen gestiegener Lebenserwartung (Statistisches Bundesamt Sterbetafel 2022/2024: 65-jähriger Mann 18,2 J Restlebenserwartung, Frau 21,3 J). Empirische Validierung durch Vanguard „How America Saves" 2025: Median-Allocation 25-Jähriger 91 % Aktien, 65-Jähriger 47 % Aktien. Rebalancing-Studie Buetow/Sellers/Trotter „The Benefits of Rebalancing" (Journal of Portfolio Management, 2002): jährliches oder Schwellenwert-Rebalancing (5 % Abweichung) erhöht risiko-adjustierte Rendite um 0,3 bis 0,5 % p. a.

Lump-Sum vs. Cost-Average — was zeigt die Vanguard-Studie?

Vanguard „Dollar-Cost Averaging Just Means Taking Risk Later" (2012, aktualisiert 2023). Datensätze: USA S&P 500 1926-2022, UK FTSE All-Share 1976-2022, Australien S&P/ASX 300 1984-2022. Methodik: rollierende 10-Jahres-Fenster bei 60/40-Portfolio. Ergebnis: Lump-Sum schlägt DCA in 68,1 % der Fälle. Erwartungswert-Differenz USA-Reihe 2,39 % zugunsten Einmalanlage. Begründung: Aktienmärkte steigen historisch in zwei von drei Monaten — DCA reduziert die Anlaufphasen-Volatilität, erkauft das aber mit niedrigerem Erwartungswert. Praktische Hybrid-Strategie: vorhandenes Kapital als Lump-Sum + laufender Sparplan.

Wie hoch sollte der Notgroschen sein, bevor investiert wird?

Verbraucherzentrale-Empfehlung 2025: 3 bis 6 Monatsausgaben auf separatem Tagesgeldkonto (3,5 % p. a. per Q1/2026). Beispiel: 2.500 € Monatsausgaben × 4 = 10.000 € Cash-Reserve. Stabile Beschäftigungsverhältnisse (Beamte, unbefristet TV-L/TVöD): 3 Monate genügen. Selbstständige, befristete Verträge, branchenspezifische Risiken: 6 bis 12 Monate. Zweck: KFZ-Reparatur, ungeplante Reparaturen, medizinische Zuzahlungen, Job-Verlust ohne Verkauf von ETF-Anteilen zum lokalen Tiefststand. Niemals den Notgroschen in Aktien anlegen — die Korrelation Bärenmarkt × Job-Verlust (Beispiel März 2020) ist statistisch signifikant.

Wie funktioniert die 4-%-Regel in der Entnahmephase?

Originalstudie: Bengen „Determining Withdrawal Rates Using Historical Data" (Journal of Financial Planning, Oktober 1994) auf US-Daten 1926-1976. Aktualisierung: Cooley/Hubbard/Walz „Trinity-Studie" (AAII Journal 1998, Update 2011) auf 1926-2009. Methodik: 4 % des Anfangsvermögens im ersten Entnahmejahr, danach jährliche Inflations-Anpassung; Erfolgsquote für 30-Jahres-Entnahmen bei 50/50-Portfolio rund 95 %. Beispiel: 500.000 € Depot × 4 % = 20.000 €/Jahr ≈ 1.667 €/Monat. Bei längerer Entnahmephase (40 J, Frühpensionierung) konservative 3,5 %-Variante; Pfau (2010) zeigt für internationale Datensätze niedrigere sichere Entnahmesätze.

Welche Sparer-Pauschbeträge gelten 2026?

1.000 € (Single) / 2.000 € (Zusammenveranlagung) nach § 20 Abs. 9 EStG, unverändert seit dem Jahressteuergesetz 2022 (Anhebung von 801 € / 1.602 €). Wirksamkeit über Freistellungsauftrag § 44a Abs. 2 EStG beim Broker. Multi-Broker-Setups erfordern eine Aufteilung auf die Institute; das Bundeszentralamt für Steuern gleicht Auftragssummen nach § 45d EStG ab. Ohne Auftrag wird die Abgeltungsteuer voll einbehalten und über Anlage KAP § 32d Abs. 4 EStG zurückgeholt.

Welche Steuern fallen 2026 auf Kapitalerträge an?

Abgeltungsteuer § 32d Abs. 1 EStG 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer = effektiv 26,375 %. Bei Kirchensteuerpflicht 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % zusätzlich → 27,819 % bzw. 27,995 %. Bei Aktien-ETFs (Aktienquote ≥ 51 %) Teilfreistellung 30 % nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 InvStG → effektiv 18,46 %. Veräußerungsgewinne § 20 Abs. 2 EStG, Dividenden § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG, Vorabpauschale § 18 InvStG werden gleich behandelt. Verfassungsmäßigkeit der Vorabpauschale durch BFH-Urteil VIII R 15/22 vom 06.03.2026 bestätigt.

Wie groß ist der Frühstart-Effekt?

Modellrechnung 500.000 € Zielkapital bei 7 % p. a. nominal: 40 J Laufzeit erfordert 190 €/Monat (eingezahlt 91.435 €). 30 J Laufzeit erfordert 410 €/Monat (eingezahlt 147.544 €). 20 J Laufzeit erfordert 960 €/Monat (eingezahlt 230.359 €). 10 Jahre weniger Compounding mehr als verdoppeln die Sparrate; 20 Jahre weniger ver-5-fachen sie. Über die Laufzeit machen Zinseszinsen rund 70 bis 85 % des Endvermögens aus.

Welcher Glide-Path ist vor Renteneintritt sinnvoll?

Sequence-of-Returns-Risiko: in den 5 Jahren vor und 5 Jahren nach Renteneintritt würde ein -50 %-Crash die 4-%-Regel gefährden. Glide-Path-Strategie: 10 bis 15 Jahre vor Renteneintritt schrittweise Aktienquote senken — z. B. 60 J 50 %, 65 J 35 %, 70 J 30 %. Bucket-Strategie nach Evensky 1985: Bucket 1 (3 J Cash) + Bucket 2 (7 J Anleihen) + Bucket 3 (Rest Aktien). In Bärenmärkten 3 Jahre aus Cash leben, Aktien nicht zum Tiefststand verkaufen. Lifecycle-/Target-Date-Fonds (Vanguard Target Retirement, iShares LifePath) automatisieren diese Umschichtung; durchschnittliche TER 0,12 bis 0,35 % nach Morningstar Target-Date Landscape Report 2024.

Wie wirkt sich Rebalancing auf Rendite und Risiko aus?

Buetow/Sellers/Trotter „The Benefits of Rebalancing" (Journal of Portfolio Management, 2002): jährliches Rebalancing erhöht risiko-adjustierte Rendite gegenüber Buy-and-Hold um 0,3 bis 0,5 % p. a. bei 60/40-Portfolio. Vanguard „Best Practices for Portfolio Rebalancing" (2010, Update 2022): Schwellenwert-Methode (Rebalancing bei ≥ 5 % Abweichung von Soll-Quote) reduziert Transaktionskosten gegenüber kalendarisch-jährlichem Rebalancing um 30 bis 40 %. Steuerlich: Verkauf zur Wiederherstellung der Soll-Quote löst Veräußerungsgewinne § 20 Abs. 2 EStG aus — bevorzugt durch Anpassung neuer Sparraten in unter-gewichtete Klassen rebalancieren („re-balancing through cash flows").

Was sagt die Bundesbank-Wertpapierstatistik zur Privathaltung?

Deutsche Bundesbank Wertpapierstatistik Stand Q4/2025: deutsche Privathaushalte halten Investmentfondsanteile im Volumen von rund 712 Mrd €, davon ETFs rund 41 % (290 Mrd € per 31.12.2025 nach BVI-Statistik). Aktiendirektbestand 555 Mrd €. Anzahl ETF-Sparpläne in Deutschland per Q1/2026 rund 11 Mio (extraETF Marktreport 04/2026). Mittelzufluss in deutsche und Luxemburger ETFs Q1/2026: 22,4 Mrd €. Privatanleger-Quote am ETF-Markt steigt seit 2018 kontinuierlich; institutionelle Anleger dominieren weiterhin mit rund 60 % des Volumens.

Lohnt sich die Günstigerprüfung im Renten-Alter?

Antragstellung über Anlage KAP der Einkommensteuererklärung; § 32d Abs. 6 EStG. Das Finanzamt prüft beide Wege automatisch und legt das günstigere Ergebnis zugrunde. Ohne Aktien-Teilfreistellung lohnt die Günstigerprüfung ab einem Grenzsteuersatz unter 25 %. Mit Aktien-Teilfreistellung 30 % verschiebt sich die Schwelle: 25 % × 70 % = 17,5 % effektive Belastung — die Günstigerprüfung greift erst unter rund 17,5 % Grenzsteuersatz. Das entspricht einem zu versteuernden Einkommen 2026 unter rund 18.000 € (Single-Tarif § 32a EStG, Stand 01.01.2026 nach Inflations-Tarifanpassung).

Schlüsselbegriffe aus EStG, InvStG und Forschung

Sparrate-Rückrechnung
Umkehrung der Zinseszins-Endwert-Formel zur Bestimmung der periodischen Einzahlung bei vorgegebenem Ziel. Formel: Rate = Ziel × r / ((1+r)n − 1) bei nachschüssiger monatlicher Aufzinsung mit r = Jahresrendite ÷ 12, n = Jahre × 12.
Asset-Allocation
Aufteilung des Vermögens auf Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Cash, Immobilien). Faustregel 100 − Lebensalter = Aktien-Quote. Empirisch validiert durch Vanguard „How America Saves" 2025; Rebalancing-Effekt 0,3 bis 0,5 % p. a. nach Buetow/Sellers/Trotter (Journal of Portfolio Management 2002).
4-%-Regel
Sicherer Entnahmesatz nach Bengen 1994 und Trinity-Studie Cooley/Hubbard/Walz 1998. Methodik: 4 % des Anfangsvermögens im ersten Jahr, danach jährliche Inflations-Anpassung. Erfolgsquote für 30-Jahres-Entnahmen bei 50/50-Portfolio rund 95 %. Konservative 3,5 %-Variante für 40-Jahres-Horizonte.
Realrendite
Nominale Rendite minus Inflationsrate. Welt-ETF nominal 7 % minus 2 % HVPI = 5 % real. Maßgeblich für Kaufkraft-Erhalt. Inflations-Quelle: Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 040 vom 30.01.2026 sowie EZB-Projektion vom Dezember 2025.
Notgroschen
Cash-Reserve von 3 bis 6 Monatsausgaben auf separatem Tagesgeldkonto (3,5 % p. a. per Q1/2026 nach Bundesbank-Zinsstatistik). Zweck: Notfälle ohne Verkauf von ETFs zum Tiefststand. Korrelation Bärenmarkt × Job-Verlust statistisch signifikant; siehe März 2020.
Vorabpauschale (§ 18 InvStG)
Jährliche fiktive Steuer auf einen pauschalen Mindestertrag thesaurierender Investmentfonds. Bemessung: Fondswert am 02.01. × Basiszins × 70 %, gedeckelt durch tatsächliche Wertsteigerung. Basiszins 2026: 3,20 % nach BMF-Schreiben vom 13.01.2026. Verrechnung beim Verkauf nach § 19 InvStG.
Sparer-Pauschbetrag (§ 20 Abs. 9 EStG)
Steuerfreier Pauschbetrag für Kapitalerträge: 1.000 € Single, 2.000 € Zusammenveranlagung. Wirksamkeit über Freistellungsauftrag § 44a Abs. 2 EStG beim Broker. Multi-Broker erfordert Aufteilung; Abgleich durch Bundeszentralamt für Steuern nach § 45d EStG.
Sequence-of-Returns-Risiko
Risiko, dass die Reihenfolge der Renditen das Endergebnis bei laufenden Ein- oder Auszahlungen massiv beeinflusst. Besonders kritisch in den 5 Jahren vor und nach Renteneintritt. Gegenmaßnahmen: Glide-Path, Bucket-Strategie nach Evensky 1985, Cash-Puffer 2 bis 3 Jahresentnahmen.

Quellen und Aktenzeichen

Gesetzestexte, BMF-Schreiben, Bundesbank-Statistiken und Primärstudien, auf denen die Berechnungslogik dieses Rechners beruht.

Zum Weiterlesen

Investment- und Vorsorge-Rechner, die mit der Sparrate-Logik direkt verzahnt sind.

Für den konkreten ETF-Sparplan inklusive Vorabpauschale und Tracking Difference: ETF-Sparplan-Rechner — gleiche Datenbasis (MSCI-World 7,1 % nominal, BMF-Schreiben vom 13.01.2026), Schwerpunkt auf Endkapital und Steuer-Mechanik. Für die reine Compounding-Modellierung ohne Sparplan-Logik: Zinseszins-Rechner.

Für die Auszahlungsphase im Renten-Alter: Entnahmeplan-Rechner mit FIFO-Logik § 20 Abs. 4 Satz 7 EStG und 4-%-Regel nach Bengen 1994. Für die Portfolio-Steuerung: Rebalancing-Rechner nach Schwellenwert-Methode. Für die Abdeckung der Renten-Lücke: Rentenlücke-Rechner — Zusatzbedarf gegenüber gesetzlicher Rente plus Betriebsrente.

Für die kurzfristige Geldparkung: Festgeld-Rechner (3,8 % p. a. fix per Q1/2026) und Tagesgeld-Rechner (3,5 % p. a. variabel). Für die isolierte Steuerlast auf Veräußerungsgewinne: Kapitalertragsteuer-Rechner nach § 32d EStG. Für die Realwert-Bereinigung: Inflations-Rechner mit aktuellen HVPI-Zahlen des Statistischen Bundesamts.

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Methodik und Datenbasis dieses Rechners

Die Sparrate-Rückrechnung verwendet nachschüssige monatliche Aufzinsung mit konstanter Rendite und ohne Inflations-Anpassung, sofern nicht explizit konfiguriert. Historische Renditen sind keine Zukunftsprognose im Sinne des § 4 WpHG — die MSCI-World-Langfristrendite 1979-2024 (7,0 % p. a. nominal) dient nur als Modellanker. Festgeld- und Tagesgeld-Renditen stammen aus der Bundesbank MFI-Zinsstatistik per Q1/2026. Steuern, ETF-Kosten (TER, Tracking Difference) und Kontoführungs-Gebühren werden in der Modellrechnung ignoriert; reale Endwerte liegen je nach Produkt 0,2 bis 1,5 % p. a. niedriger. Die 4-%-Regel beruht auf der Bengen-Studie (1994) und der Trinity-Studie (1998) auf US-Daten 1926-2009 — internationale Datensätze (Pfau 2010) zeigen niedrigere sichere Entnahmequoten. Die Ergebnisse sind als Erstindikation gedacht; verbindliche Prognosen bleiben dem Steuerberater oder Anlageberater nach §§ 1 Abs. 1a Nr. 1a, 33 WpHG vorbehalten.

Quellen: § 20 EStG · § 32d EStG · §§ 16-22 InvStG · BMF-Schreiben vom 13.01.2026 (Az IV C 1 - S 1980/00230/012/001) · BFH VIII R 15/22 · Bundesbank MFI-Zinsstatistik Q1/2026 · Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 040 vom 30.01.2026 · BVI-Investmentstatistik 2026 · MSCI-Factsheets · Vanguard 2012/2023 · Bengen 1994 · Trinity-Studie 1998 Letzte fachliche Prüfung: 2. Mai 2026 Update-Zyklus: Halbjährlich sowie ad hoc bei BMF-Schreiben mit Vorabpauschalen-Relevanz und Bundesbank-Zinsstatistik-Aktualisierung. Methodik-Übersicht →
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